300 Jahre altes Haus denkmalgerecht renoviert

500 Jahre altes Haus gedämmt

300 Jahre altes Haus denkmalgerecht renoviert

Landshut zählt zu den wenigen deutschen Städten, deren mittelalterlicher Stadtkern zu einem großen Teil noch in seiner ursprünglichen Form erhalten ist.

Eine der Prachtstraßen von Landshut ist die Neustadt genannte Hauptstraße im Zentrum der Stadt, die von vielen im Originalzustand befindlichen Handels- und Wohnhäusern aus dem Mittelalter gesäumt wird.

Hinter der Hausnummer 527 verbirgt sich ein ganz besonderes Schmuckstück: ein dreistöckiges Wohn- und Geschäftshaus aus dem Jahr 1496, das mit seiner Fassade zu den markantesten Gebäuden des gesamten Straßenzuges zählt.

Denkmalschutz als Herausforderung

Auch Rudi Napholtz, der in Landshut ein Geschäft für Innengestaltung und Raumausstattung betreibt, erlag dem Charme dieses mittelalterlichen Kleinods. Er kaufte 2007 das Gebäude und beschloss, es möglichst originalgetreu zu sanieren.

„Trotz des desolaten Zustands habe ich das Potenzial erkannt, das in dem Gebäude steckt“, erklärt der Bauherr, der schon einige ähnliche Objekte erfolgreich saniert hat. Aufgebaut ist der Baukörper aus zwei Teilen: dem rund 100 m2 großen Altbau mit der zur Straße gerichteten Fassade und einen 65 m2 großen Anbau im rückwärtigen Teil.

Während dieser Teil wegen Einsturzgefahr komplett abgerissen und ersetzt werden musste, galt es, das denkmalgeschützte Haupthaus von Grund auf zu sanieren. Keine leichte Aufgabe, denn auch hier lagen die größten Probleme in der Statik des Gebäudes. Grund dafür waren unsachgemäße Umbauarbeiten aus dem 19.

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Jahrhundert, in deren Verlauf beispielsweise der ehemals durchgehende Kamin im Erdgeschoss abgebrochen und der inzwischen entfernte Rest nur auf einen einzigen, um ein Vielfaches überlasteten Balken gesetzt wurde. Im Dach waren die Fußpunkte des Dachstuhls infolge einer undichten Eindeckung verfault und mussten neu gefasst werden.

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Für einen sicheren Stand des Gebäudes sorgen heute zusätzlich sieben Tonnen Stahlträger, die im ganzen Haus als Verstärkung eingezogen wurden.

Sanierung mit nachhaltiger Dämmung

Nach Lösung der statischen Probleme konnte Bauherr Rudi Napholtz mit der eigentlichen Sanierung des Gebäudes beginnen. Zu berücksichtigen waren dabei die Auflagen des Denkmalamtes. Diesen Bedingungen zufolge durfte die Gebäudefassade nicht verändert werden, wodurch eine raumseitige Dämmung der Außenwände erforderlich war.

Außerdem galt es, das historische Gebälk im Bereich der Zwischendecken und des Dachstuhls zu erhalten. Gleichzeitig sollte das Haus den förderungsfähigen KfW-60-Energiestandard erreichen, der in Deutschland heute auch für Neubauten maßgeblich ist.

„Den Charme eines perfekt sanierten Altbaus mit den Vorzügen eines Neubaus zu kombinieren, das ist das Ziel der Sanierung“, erläutert Rudi Napholtz. „Dabei wollten wir möglichst ökologische und nachhaltige Naturprodukte verwenden, die sich perfekt in die historische Bausubstanz einfügen.

“ Neben den wärmedämmtechnischen Anforderungen gehörten außerdem eine besonders gute Schalldämmung der hölzernen Zwischendecken sowie ein wirkungsvoller Schutz vor sommerlicher Hitze zu den Sanierungszielen.

Wirtschaftliche Verarbeitung im System

Speziell für derartige Anforderungen bietet die Firma Pavatex mit seinen Holzfaserdämmstoffen Systemlösungen, die sich mit ihren güstigen baubiologischen und bauphysikalischen Eigenschaften besonders bei der Altbausanierung seit vielen Jahren bewähren und auch beim vorliegenden Objekt zum Einsatz kamen. „Ich habe mich im Vorfeld über viele Dämmstoffe informiert“, erklärt Rudi Napholtz. „Die Holzfaserdämmstoffplatten bieten nicht nur optimale Dämmwerte, sondern können auch wirtschaftlich verarbeitet werden.“

Bei der Sanierung in Landshut zählten die raumseiti­ge Wärmedämmung der denkmalgeschützten Fassade und der geforderte Schallschutz der Zwischendecken zu den größten Herausforderungen.

„Pava­tex-Holzfaserdämmstoffplatten gleichen die bei einem Altbau immer gegebenen Bautoleranzen aus“, erklärt Lothar Zieglmeier, der als Regionalverkaufsleiter des Unternehmens die Sanierung von Anfang an mit betreute.

Die sorptionsfähigen Holzfaserdämmstoffe können zudem dank ihrer Diffusionsoffenheit Feuchtigkeit aufnehmen und wieder abgeben, was vor Feuchtigkeitsschäden schützt.

Die raumseitige Dämmung der Fassade wurde mit 80 mm Pavadentro ausgeführt. Diese speziell für die raumseitige Dämmung von Außenwänden entwickelte Holzfaserdämmstoffplatte sorgt auf rund 55 m2 für einen durchschnittlichen U-Wert von 0,35 W/(m2K).

Im Dach bieten 35 mm Unterdeckplatten auf 250 m2 wirkungsvollen Schutz vor sommerlicher Überhitzung und verbessern die Wärme- und Schalldämmung des Hauses. Bei den Zwischendecken kam 40 mm Pavaterm-Profil mit integrierten Fugenlatten zum Einsatz.

Das höhenausgleichende System erlaubt auf 300 m2 einen Bodenauau mit Trittschall- und Wärmedämmwerten und ermöglicht einen praktisch schwimmend verlegten Holzdielenfußboden ohne Lagerhölzer, die störenden Trittschall besonders stark übertragen.

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Holzfaserdämmstoffplatten gleichen die beim Altbau immer gegebenen Bautoleranzen aus

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Источник: https://www.bauhandwerk.de/artikel/bhw_500_Jahre_altes_Haus_gedaemmt_906465.html

300 Jahre altes Haus wird in Ermreuth saniert

300 Jahre altes Haus denkmalgerecht renoviert

Kommunalpolitiker finden die Aktion lobenswert – 23.09.2017 15:00 Uhr

NEUNKIRCHEN – Ein ehemaliges Bauernhaus im Ortsteil Ermreuth, das laut Denkmalliste mehr als 300 Jahre auf dem Buckel hat, soll sorgfältig saniert werden. Im Prinzip gefällt dies dem Gemeinderat, ein Zaun vor dem Anwesen irritiert aber etliche der Volksvertreter. Fast hätte dies den Zuschuss gefährdet.

In Ermreuth wird ein bis ins 17. Jahrhundert zurückreichendes ehemaliges Bauernhaus renoviert. Die Kommunalpolitiker finden dies lobenswert bis auf den links davor befindlichen Zaun. Etliche empfinden den als Störfaktor.

22.09.2017 © Harald Hofmann

Für das Anwesen (Ermreuther Straße 35) lag dem Rathausgremium in der Septembersitzung ein Antrag auf Gewährung von Fördermitteln vor.

Das Bauprogramm beinhaltet eine grundlegende Sanierung der Fachwerkfassade einschließlich neuem Farbverputz sowie eine Aufarbeitung der bestehenden Fenster und der Haustür.

Zur denkmalpflegerischen Beratung wurde auch der Stadtplaner der Altstadtfreunde Forchheim herangezogen.

Staat schießt zu

Nach vorliegenden Firmenangeboten belaufen sich die voraussichtlichen Renovierungskosten auf 28 417 Euro. Bei dieser Summe ergäbe sich eine mögliche Bezuschussung von gut 8500 Euro (der Höchstbetrag ist auf 10 000 Euro gedeckelt), die zu 60 Prozent aus dem staatlichen Städtebau-Förderungsprogramm und zu 40 Prozent von der Gemeinde getragen würden.

Inzwischen verdeckt ein Zaun, je nach Ansichtsstandort, das massive Erdgeschoss des Gebäudes. Der sei als Schmutzschild zur Straße gedacht und wird von etlichen Gemeinderäten als störend und unschön empfunden.

„Für mich passt das Gesamtbild nicht“, folgerte daraus SPD-Fraktionschef Andreas Pfister und stellte die kommunale Zuwendung von maximal 4000 Euro auf den Prüfstand. Von der hängt wiederum der staatliche Zuschuss ab.

Bei acht Gegenstimmen wurde der Förderantrag nur denkbar knapp befürwortet. Unter anderem setzten sich Martin Walz (CSU), Karl Germeroth (FWG), Bettina Wittmann (Grüne) und Ortsheimatpfleger Ernst Wölfel für die Förderzusage ein, teils mit dem Argument, dass sich die Denkmalsanierung hauptsächlich auf das Fachwerk-Obergeschoss erstreckt. Das sei uneingeschränkt sichtbar.

Über den Zaun will man sich aber nochmals im Bauausschuss unterhalten.

Zum Konter angesetzt

Den Ortsteil Ermreuth und das angrenzende Gleisenhof betrafen noch zwei weitere Tagesordnungspunkte. In Gleisenhof hat der Dorfplatzverein eine Stromanschluss-Säule am Buswendeplatz gefordert. Dieses Areal wird auch als Veranstaltungsort (unter anderem beim Kirschblütenfest) genutzt.

Aus Sicht der Gemeindeverwaltung handelt es sich aber um eine Verkehrsfläche, und der Gemeinderat schmetterte den Wunsch nach einer 9300 Euro teuren Stromsäule ab. Mehr noch: Die Kommune betrachtet eine dort befindliche Hütte mit angebauter Kühlzelle als Schwarzbau und will beim Landratsamt eine Beseitigungsanordnung erreichen.

Aufgearbeitet werden müssen auch noch juristische Nachwehen zu Gehweg-Erneuerungen, die bis zum Spätjahr 2014 auf dem Ermreuther Marktplatz erfolgten. Gegen einen Ausbaubeitrags-Bescheid war Widerspruch eingelegt worden.

Zuletzt befasste sich das Verwaltungsgericht Bayreuth mit der Angelegenheit Es bestätigte die Beitragspflicht, hielt sie allerdings für ein größeres Umfeld (und damit auf mehr Schultern verteilt) erforderlich. Der Gemeinderat plädierte dafür, einen Berufungsantrag beim Bayerischen Verwaltungsgerichtshof einzureichen.

Ein weiteres Sitzungsthema: Schon seit längerem nimmt die Marktgemeinde ihre Ortsstraße unter die Lupe, um den Erhaltungszustand der Fahrbahnen und des Untergrunds zu erkunden. Zuletzt stand eine Tragfähigkeitsanalyse der Ortsstraßen auf dem Programm, bei dem ein Fahrzeug mit Messarm zum Einsatz kam und die Einsenkungen der Straßenfläche registrierte.

  • Weitere Meldungen aus Erlangen

Die Untersuchung nahm die Nürnberger Niederlassung des „TÜV Rheinland LGA Bautechnik“ vor. Dessen Vertreterin Barbara Koch erläuterte die technische Vorgehensweise und die sich daraus ergebenden Konsequenzen. Letztere werden noch mit dem Neunkirchener Bauamt zur Erstellung einer Reparatur-Prioritätenliste und zur Ermittlung des Finanzbedarfs abgestimmt.

Dringende Reparaturen

Kleiner Vorgeschmack: Dringender Handlungsbedarf besteht unter anderem auf Teilabschnitten der Goldwitzer- und der Rödlaser Straße sowie auf dem Verbindungssträßchen zwischen Ebersbach und Marloffstein.

HEINZ GÖPFERT

Источник: https://www.nordbayern.de/region/erlangen/300-jahre-altes-haus-wird-in-ermreuth-saniert-1.6661289

Hilfe! Was tun mit einem alten Haus?

300 Jahre altes Haus denkmalgerecht renoviert

Klare Linien, raumhohe Glasfronten, Stahl und Sichtbeton wird man in einem typischen Altbau nur schwer finden. Wer einen schiefen Winkel oder eine krumme Wand nicht auch einmal „gerade“ sein lassen kann, der wird mit einem noch so gut sanierten Altbestand wahrscheinlich nur wenig Freude haben.

Als Bauherr sollte man sich also vor jeder Umbau- oder Sanierungsmaßnahme die drei wesentlichen Fragen stellen: Was will ich? Was brauche ich? Und vor allem: Wieviel Sanierung kann oder will ich mir leisten? Denn irgendwo mittendrin aufhören geht nicht.

„Zunächst sind die eigenen Wohnbedürfnisse zu klären, erst dann kann ich mich dem Haus selbst zuwenden“, erklärt Renate Hammer vom Institute of Building Research and Innovation. Schließlich haben die meisten Menschen ganz genaue Vorstellungen vom Wohnen.

Die einen suchen gezielt nach alten Häusern, die sie mit viel Zeit und Energie zu neuem Leben erwecken können. Für andere ist die alte Bausubstanz, die sie mehr oder weniger freiwillig übernehmen mussten, oft mehr Last als Lust. Bauen und Wohnen ist eben auch eine Typfrage.

„Fühlt man sich angesichts der alten Strukturen in seinen Wünschen und Vorstellungen eingeschränkt, dann sollte man besser verkaufen und sich etwas Neues suchen oder das Haus vermieten und für die Kinder aufheben“, rät Renate Hammer.

Der Weg ist das Ziel

Eines muss man wissen, wenn man sich auf ein altes oder gar historisches Gebäude einlässt: Schnell, schnell geht gar nichts! Das gilt sowohl für die Bestandsaufnahme als auch für die Planung und Umsetzung. Am Beginn jeder Planung steht der Befund der Bausubstanz. Dazu sollte man professionelle Hilfe beiziehen, die beim Bauen im Bestand ohnehin unerlässlich ist.

  • In welchem baulichen Zustand ist das Gebäude?
  • Sind die Fundamente statisch sicher und trocken?
  • Welche Qualität haben Mauerwerk, Balken und andere tragende Elemente?
  • Wie funktioniert das Tragwerk generell?
  • Ist das Dach dicht?
  • Wie steht es um die Ausbauteile, wie Fenster, Türen oder Dachrinnen?
  • Auf welchem Stand ist die Haustechnik?
  • Welche Rechte bestehen in Zusammenhang mit einer Umgestaltung? Darf man beispielsweise erweitern oder ist der verfügbare Bauplatz mit dem Bestandsgebäude bereits ausgereizt?
  • Steht das Gebäude in einer Schutzzone oder unter Denkmalschutz.

Fragen über Fragen, die es im Vorfeld abzuklären gilt – dafür braucht man in jedem Fall professionelle Unterstützung.

„Bei der Sanierung eines Altbaus muss man sich Zeit nehmen das Gebäude zu betrachten, zu analysieren und zu verstehen. Erst dann können gute Konzepte entwickelt werden, an dem Vorgefundenen weitergebaut und auch manches verändert werden“, ist Burkhard Kreppel vom Architekturbüro mönkemöller und kreppel überzeugt.

Sanierung eines alten Bauernhauses

Wieviel muss, kann oder darf man verändern, um einen zeitgemäßen Wohnstandard zu erreichen, ohne dabei den Charakter des Hauses zu zerstören? „Der technische Komfort unserer Zeit – sprich Heizung, Warmwasser, sanitäre Einrichtungen – lässt sich ohne Probleme auch in einem alten Bauernhaus einbauen.

Mit kleinen Abänderungen am Raumkonzept lassen sich auch zeitgemäße Wohnkonzepte erfüllen“, so Kreppel. Den Beweis dafür haben die Architekten mit der Sanierung eines alten Bauernhauses im niederösterreichischen Kriegenreith angetreten. „Das Weiterbauen an der Geschichte“, war für die Planer eine spannende Herausforderung.

Beim Umbauen gilt es jedoch Maß zu halten, denn bautechnisch finden sich gerade in alten Gebäuden oft Lösungen, die so gut funktionieren, dass man sie nicht ersetzen, sondern nur etwas verbessern muss.

„So ist beispielsweise das Kastenstockfenster ein perfektes Fenster für altes Mauerwerk, wenn man die inneren Fensterflügel mit einer besseren wärmeisolierenden Verglasung versieht und eine Dichtung im Flügel einbaut“, erklärt Kreppel.

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Ein weiteres Beispiel sind massive Holzböden auf einer schwimmenden Unterkonstruktion, die mit den Feuchteschwankungen eines Altbaus wesentlich besser zurechtkommen als moderne Bodenbeläge.

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Wirklich fertig sind derart alte Gemäuer aber wahrscheinlich nie, denn „Pflegen muss man das alte Haus, so wie alle Generationen das vor uns auch getan haben“, so Kreppel abschließend.

(Architekturbüro Mönkemöller und Kreppel: www.muka.at)

Bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts gehen die ältesten Teile dieses Wohn- und Bürogeäudes in Baumgarten bei Baden zurück. Architektur: Gerhard Lindner Bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts gehen die ältesten Teile dieses Wohn- und Bürogeäudes in Baumgarten bei Baden zurück. Architektur: Gerhard Lindner

Je älter das Gebäude ist umso mehr Zeit muss man für die Spurensuche nach dem Ursprünglichen der alten Bausubstanz einplanen. „Substanz sichern, das Wesentliche des Hauses herausfinden und mit Geduld sanieren“, lautet die knappe Erkenntnis von Architekt und Bauherr Gerhard Lindner.

Mit der Komplettsanierung eines nahezu abbruchreifen Gebäudeensembles in Baumgarten bei Baden – das in seinen Grundfesten bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurückgeht – schuf er sich nicht nur einen neuen Wohn- und Arbeitsraum, sondern verwandelte einen Schandfleck zum Schmuckstück.

Für die vorbildliche Revitalisierung des sogenannten Badhauses wurde das Büro Linder 2012 mit dem Kulturpreis das Landes Niederösterreich ausgezeichnet.

„Nicht nur bei denkmalgeschützten Objekten sondern bei allen Gebäuden, die vor 1930 errichtet wurden und ganz sicher bei Gebäuden aus der Zeit vor 1900 braucht es eine hohe Sensibilität und Kenntnis um das fein abgestimmte Zusammenwirken von Feuchtehaushalt, Wärmeflüssen und Lüftung.

Der unbedachte Ersatz eines Kalkputzes durch Zementputz hat schon so manchen Deckenbalken an sein vorzeitiges Lebensende gebracht.

Und so manche vertikale Bitumenabdichtung an Fundamenten ohne Horizontalsperre hat das krasse Gegenteil ihres Zwecks bewirkt“, weiß Peter Holzer, gemeinsam mit Renate Hammer Initiator und Gründer des Institute of Building Research and Innovation, aus seiner jahrelangen praktischen und wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema.

Sanieren heißt auch an heutige Bedürfnisse heranführen. „Also Mauern trocken legen, optimale Heizung, keine kalte Abstrahlung, usw. – da kann man mit Knowhow viel erreichen. Flächen optimieren wie beim Neubau geht nicht – bauliche Strukturen lassen sich nicht ohne weiteres ändern“, fasst Lindner zusammen. (Architekt Gerhard Lindner: www.lindnerarchitektur.at)

Im einem völlig neuen Holzkleid erscheint dieses Einfamilienhaus in Perchtoldsdorf nach Umbau und Sanierung. Architektur: Sue Architekten Im einem völlig neuen Holzkleid erscheint dieses Einfamilienhaus in Perchtoldsdorf nach Umbau und Sanierung. Architektur: Sue Architekten

Manchmal reicht der verfügbare Wohnraum aber nicht aus, um den Wünschen seiner Bewohner gerecht zu werden. Deshalb muss nicht gleich abgerissen und neu gebaut werden. Eine bauliche Erweiterung mit Respekt vor dem Bestand ist oft die richtige Entscheidung.

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„Entscheidend dabei ist, dass der Zubau nicht mit dem Altbau in Konkurrenz tritt, dass man Altes von Neuem unterscheiden kann“, brechen x-architekten eine Lanze für mehr architektonische Qualität im Alt- und Neubau.

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Beim Umbau ihres so genannten Corten Falthauses, einem Einfamilienhaus aus den 1920-er Jahren haben sie den Bestand in seinen ursprünglichen Zustand zurückgebaut und ihm ein selbstbewusstes Pendant gegenübergestellt, dass den Altbau um die fehlenden Raumfunktionen ergänzt. (xarchitekten: www.xarchitekten.at)

Gänzlich neues Antlitz

Bisweilen gilt es aber auch, nicht davor zurückzuschrecken, einem in die Jahre gekommenen Gebäude ein gänzlich neues Antlitz zu verleihen. Vor allem, wenn der Altbau keine hohen ästhetischen Qualitäten aufweist und auch im städtebaulichen oder kulturellen Kontext nicht besonders schützenswert ist.

Beim Umbau eines mehrgeschossigen Einfamilienhauses in Perchtoldsdorf hat beispielsweise das Team von Sue-Architekten das Gebäude von verschachtelten Zubauten befreit, mit großen Glasfronten zum Garten hin geöffnet und die alte Putzfassade durch eine elegante Holzfassade ersetzt. „Umbauen alter Bausubstanz birgt viele Überraschungen.

Das darf man nicht als Bedrohung sehen. Wenn man nicht der Typ dafür ist, sollte man lieber die Finger davon lassen“, rät Harald Höller von Sue Architekten. „Auch muss man sich darüber im Klaren sein, dass die finanzielle Ersparnis bei einem Komplettumbau in der Regel zu vernachlässigen ist.

Grundsätzlich hat es aber schon seinen Reiz, etwas Bestehendes weiter zu entwickeln. Was man dafür bekommt ist ein Unikat mit besonderen Qualitäten. Das beginnt beim Garten mit seinem Baumbestand und geht bis zur besonderen Lage.

Denn Altbauten befinden sich in der Regel in einem gewachsenen Umfeld, mit funktionierender Infrastruktur und verfügen über eine gute öffentliche Anbindung an die städtischen Ballungszentren“, so Höller weiter. (Sue Architekten: www.sue-architekten.at)

In neuem Erscheinungsbild präsentiert sich das Haus M. in Wien nach der umfassenden Generalsanierung samt Erweiterung. Architektur: ATOS Architekten In neuem Erscheinungsbild präsentiert sich das Haus M. in Wien nach der umfassenden Generalsanierung samt Erweiterung. Architektur: ATOS Architekten

Der Großteil des heutigen Einfamilienhausbestandes stammt aus dem Nachkriegs-Bauboom zwischen 1950 und 1970. Mittlerweile in die Jahre gekommen, stellt sich bei diesen Häusern die Frage nach der optimalen Sanierung oder einem Umbau. Energetisch stellen diese Häuser eine der problematischsten Bauepochen dar.

„Es wurde damals natürlich sehr sparsam gebaut, Ökologie war noch kein Thema. Bei vielen Häusern aus dieser Zeit kamen Asbestzementplatten zum Einsatz, die heute als Sondermüll entsorgt werden müssen“, sagt Architekt Heinrich Schuller von ATOS Architekten.

Es finden sich in diesen Häusern auch meist PVC-Fenster, die im Zuge der ersten Sanierungswelle um 1990 eingebaut wurden.
In einem erbärmlichen Zustand präsentierte sich auch das Haus der Familie M. in Wien, das von ATOS komplett saniert und 2011 mit dem EThouse-Award für energieeffizientes Sanieren ausgezeichnet wurde.

„Im Gegensatz zu älteren Bauten gab es hier schon eine funktionsfähige Feuchtigkeitsabdichtung unter den Wänden. Die Holzbalken der Zwischendecke und des Dachstuhls mussten allerdings verstärkt werden“, berichtet Architekt Schuller.

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Dreifachverglasung, Fußbodenheizung in allen Räumen und eine kontrollierte Lüftung sorgen für zeitgemäßen Komfort. Die Energiekennzahl konnte von vormals 200 kWh/m2 auf 28 kWh/m2 reduziert werden. (ATOS Architekten Heinrich Schuller, www.atos.at)

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Autor: TOM ČERVINKA, ORTE Architekturnetzwerk Niederösterreich, www.orte-noe.at

Weitere Infos:
Architekturbüro mönkemöller und kreppel, www.muka.at
Architekt Gerhard Lindner, www.lindnerarchitektur.at
x-architekten, www.xarchitekten.at
Sue Architekten, www.sue-architekten.at
ATOS Architekt Heinrich Schuller, www.atos.at

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Moderne Fenster sind luftdicht. Für frische Luft müssen die Bewohner selbst sorgen, durch regelmäßiges Lüften – oder einfach mit einer Komfortlüftungsanlage. Aber sind sie gut? Wir haben nachgefragt.

Источник: https://www.lebensart.at/hilfe-altes-haus

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