7 Treppen-Konstruktionsarten, die Sie kennen sollten

▷ Vorschriften zum Treppenbau ▷ DIN 18065

7 Treppen-Konstruktionsarten, die Sie kennen sollten

Die DIN 18065 befasst sich mit der Konstruktion und Ausführung von Gebäudetreppen und gibt bestimmte Werte für die Steigung, Laureite und Auftritt einer Treppe vor. Auch die Ausführung von Treppengeländern und Podesten werden genau vorgegeben. Daneben gibt es allerdings noch weitere Vorgaben für den Treppenbau, die Bauherren beachten sollten.

Das umfassendste Regelwerk zum Thema Treppenbau ist die DIN 18065, in der beispielsweise die Größe der Treppenstufen oder die Höhe des Treppengeländers geregelt werden. Diese DIN formuliert im Grunde die anerkannten Regeln der Technik.

Die Vorgaben dienten teilweise als Grundlage für die Bestimmungen der Bauordnungen der Länder.

Letztendlich ist aber nur das gesetzlich vorgeschrieben, was in einer Bauordnung verankert ist: „Widersprechen sich die Anforderungen aus DIN 18065 und einer Landesbauordnung, hat die Bauordnung den höheren Stellenwert“, verrät Andrea Köcher, Geschäftsführerin von Treppenmeister.

DIN steht für Deutsches Institut für Normung. Dabei handelt es sich um einen privatwirtschaftlichen Verein, der als einziges offizielles Normungsinstitut anerkannt ist.

Der Verein ist für zehntausende Normen verantwortlich, aktualisiert diese ständig und gibt auch neue heraus.

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Die Normen an sich sind nicht verbindlich, legen aber oftmals den Stand der Technik fest, der standardmäßig angewendet werden sollte.

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Der Gesetzgeber unterscheidet zwischen dem öffentlichen und dem privaten Raum. So gibt es für Treppen in Mehrfamilienhäusern mehr Vorgaben als für private Räume in beispielsweise einem Einfamilienhaus. Andrea Köcherempfiehlt allerdings: „Eine Treppe sollte auch in Einfamilienhäusern die Mindestmaße der DIN 18065 erfüllen.“

Notwendige und nicht notwendige Treppen

Im Baurecht wird zwischen zwei grundsätzlichen Treppenarten unterschieden: der notwendigen und der nicht notwendigen Treppe. Jede Treppe, die ein Wohngeschoss erschließt, ist notwendig.

Eine Treppe, die beispielsweise zu einem nur zu Lagerzwecken genutzten Dachboden führt, ist dagegen nicht notwendig.

Wenn ein Geschoss bereits durch eine notwendige Treppe erreicht wird, ist jede weitere Treppe nicht notwendig.

Für notwendige Treppen gelten strenge Regeln, die Maße der Stufen sowie die Steigung müssen sich in einem gewissen Rahmen bewegen. Eine Klapptreppe ist beispielsweise nicht erlaubt. Einzige Ausnahme: wenn eine solche Treppe den nicht zu Wohnzwecken genutzten Dachboden in einem Ein- oder Zweifamilienhaus erschließt.

Treppenhaus

Auch beim Treppenhaus gibt es Ausnahmen für Ein- und Zweifamilienhäuser: Sie brauchen kein durchgehendes Treppenhaus. Die Treppe zum Keller muss beispielsweise nicht unter der Treppe in den ersten Stock liegen. Bei Mehrfamilienhäusern müssen notwendige Treppen dagegen laut Bauordnung „in einem Zuge“, also in einem einzigen Treppenhaus untergebracht werden.

Weitere Vorgaben der Musterbauordnung

Die Musterbauordnung schreibt vor, dass:

  • … die Breite einer Treppe für den größten zu erwartenden Verkehr ausreichen muss.
  • … eine Treppe ein Geländer braucht.
  • … falls erforderlich auch auf der Wandseite einer Treppe ein Handlauf angebracht werden muss. Das gilt für besonders breite Treppen.
  • … zwischen Treppe und Tür ein ausreichender Treppenabsatz gebaut werden muss, sofern die Tür in Richtung der Treppe aufschlägt.

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Die Vorgaben der DIN 18065

Die DIN 18065 regelt die Gestaltung einer Treppe bis ins Detail – diese Details haben aber keinen Einzug in die Bauordnung gehalten. Das heißt, gerade in Einfamilienhäusern können Bauherren theoretisch auch Sonderwünsche umsetzen.

Die Frage ist aber, warum sie das tun sollten, gewährleistet die DIN doch die sichere und komfortable Benutzbarkeit einer Treppe. Die DIN 18065 gilt als Maßstab der anerkannten Regeln der Technik. Das heißt, ein Treppenbauer muss sich an die DIN 18065 halten, sofern mit ihm nichts anderes vereinbart wurde.

„Und das gilt auch für Ein- und Zweifamilienhäuser“, so Andrea Köcher.

Was die DIN 18065 festlegt:

  • Nutzbare Treppenlaureite: Damit wird die Breite der Treppe bezeichnet, die tatsächlich genutzt werden kann. Sie wird durch angrenzende Bauteile oder Hohlräume festgelegt. Bei baurechtlich notwendigen Treppen in Wohngebäuden mit maximal zwei Wohnungen muss sie mindestens 80 Zentimeter betragen.
  • Treppensteigung: Die Treppensteigung wird mithilfe der Schrittmaßregel geplant: 2 s (Treppensteigung) + a (Treppenauftritt) = Schrittmaß (590 bis 650 Millimeter). Die Steigung darf 140 bis maximal 200 Millimeter betragen.
  • Treppenauftritt: Der Auftritt gibt die Breite der Treppenstufe an. Die zulässigen Werte liegen zwischen 230 und 370 Millimeter bei baurechtlich notwendigen Treppen in Wohnhäusern mit nicht mehr als zwei Wohnungen.

Treppengeländer

In der DIN 18065 ist ebenfalls geregelt, wie das Geländer einer Treppe beschaffen sein sollte.

Bei Treppenläufen und auch -podesten sollen die freien Seiten mit einem Geländer gesichert werden, wenn der Abstand zum Boden mehr als einen Meter beträgt.

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Für Absturzhöhen zwischen einem und zwölf Metern ist eine Geländer-Höhe von 90 Zentimetern festgesetzt, bei einer – im privaten Wohnbau unwahrscheinlichen – Absturzhöhe von über zwölf Metern muss die Höhe des Geländers 1,10 Meter betragen.

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Für die Höhe des Handlaufs gelten 85 bis 110 Zentimeter als bequem. Der Durchmesser des Handlaufs sollte dreieinhalb bis viereinhalb Zentimeter sein, rät das Deutsche Institut für Treppensicherheit. Zudem sollte der Handlauf etwa 30 Zentimeter über die erste und letzte Stufe weitergeführt werden, da dort die meisten Unfälle passieren.

Im Zweifel: Europäische Treppenzulassung

„Letztendlich muss eine Treppe einen Standsicherheitsnachweis haben“, erklärt Andrea Köcher. „Das heißt, sie muss entweder nach den Regeln der Technik gebaut sein oder es muss einen rechnerischen Nachweis der Stabilität geben.

“ Das heißt, eine Treppe wird in den meisten Fällen nach der DIN 18065 gebaut sein. Für Holztreppen gibt es ein eigenes Regelwerk handwerklicher Holztreppen.

Manche moderne Treppenausführungen wie Faltwerktreppen müssen dagegen nach den Vorgaben der European Technical Approval (ETA) gebaut werden.

Ob eine Treppe fachgerecht gebaut wurde, sollten Bauherren spätestens bei der Übergabe überprüfen. Am besten sollten Bauherren einen unabhängigen Sachverständigen mit auf die Baustelle oder zur Bauübergabe nehmen. Der erkennt etwaige Mängel und hilft bei der Erstellung einer Mängelrüge.

Ihre Meinung zählt

Источник: https://www.bauen.de/a/din-18065-vorschriften-zum-treppenbau.html

Die wichtigsten Treppengrundrisse im Überblick

7 Treppen-Konstruktionsarten, die Sie kennen sollten

Vom Klassiker, der geradeläufigen Treppe, bis hin zur repräsentativen Bogentreppe reichen die Grundrisse, die Sie für den Bau Ihrer Treppe auswählen können. Bei allen Verläufen ist grundsätzlich wichtig, dass sie einfach begehbar sind, der Geschosshöhe gemäß ausgewählt werden und nicht zuletzt auch zum Wohn- und Baustil des Hauses passen.

1. Geradeläufige Treppe (einläufig/zweiläufig)

Eine freischwebende, geradläufige Treppe kann zum echten Hingucker werden.

Die geradeläufige Treppe wird in ihrer heutigen Form seit Jahrhunderten geplant und gebaut. Sie zeichnet sich durch ihre klare Konstruktion aus und kommt vor allemin großzügigen Wohnsituationen zum Einsatz, da sie relativ viel Platz benötigt.

Bei der Gestaltung haben Sie weitgehend freie Hand: Die geradeläufige Treppe lässt sich als klassische und vergleichsweise günstige Wangentreppe planen. Sie ist auch als frei schwebende Bolzentreppe sowie in weiteren Varianten verfügbar.

Bei der Planung und beim Einbau ist eine möglichst große nutzbare Laureitezu berücksichtigen – 80 Zentimeter sollten es mindestens sein.

Geradeläufige Treppen lassen sich als einläufige oder zweiläufige Varianten planen: Die einläufige Treppe stellt die einfachste Form dar.

Sie verbindet ohne Zwischenpodest zwei Etagen miteinander. Werden die Aufgänge durch ein Podest verbunden, spricht man von der zweiläufigen Treppe.

Diese kann etwa einen Zugang auf halber Ebene zulassen oder zu einer weiteren Etage führen.

2. Viertelgewendelte Treppe

Viertelgewendelte Treppen eignen sich besonders für kleine Räume. 

In knapp bemessenen Räumen finden Sie in einer viertelgewendeten Treppe eine Alternative zur geradeläufigen. Sie erfreut sich vor allem in Einfamilienhäusern und auch in Maisonette-Wohnungen großer Beliebtheit.

 Die viertelgewendete Treppe lässt sich sehr platzsparend installieren und bietet vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten. Ihr charakteristisches Merkmal ist der um circa 90 Grad abgewinkelte, durchgehende Treppenlauf. Die geraden Stufen werden wahlweise im Antritt oder im Austritt durch gewendelte Stufen ergänzt.

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Das lässt ausreichend Spielraum in der Gestaltung zu. Außerdem gewinnen Sie insbesondere an der Wendelung viel Platz. Die Platzersparnis hat allerdings seinen Preis: Die gewendelten Stufen lassen sich nur direkt in der Mitte in ihrer vollen Breite begehen.

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Betreten Sie die Treppe weiter innen oder außen, machen Sie aufgrund der gewendelten Konstruktion kürzere beziehungsweise längere Schritte.

3. Halbgewendelte Treppe     

Mit einer halbgewendelten Treppe können Sie den Raum optimal ausnutzen.

Noch platzsparender zeigt sich die halbgewendelte Treppe. Das Raumwunder wird gern in engen Wohnräumen eingesetzt und lässt sich auch nachträglich einplanen, etwa im Rahmen einer Sanierung.

Die halbgewendelte Treppe findet sich heute in rund einem Drittel der Ein- und Zweifamilienhäuser und stellt damit einen der häufigsten Treppen-Grundrisse dar. Die Treppe vollzieht vom Antritt bis zum Austritt eine 180-Grad-Drehung. Dabei erweist sich die Stufenanordnung als sehr flexibel.

So kann sie im An- und Austritt jeweils aus geraden oder gewendelten Stufen bestehen.

Wichtig bei der Planung dieses Grundrisses ist die Symmetrie: Die Treppe sollte sowohl im An- als auch im Austritt dieselbe Tiefe aufweisen.

So wird eine konstante Steigung ohne Absätze und Unterbrechungen realisiert.

Auch die Stufen weisen, anders als bei der viertelgewendelten Treppe, während des kompletten Treppenverlaufs eine gleichbleibende Schrittlänge auf. Das erleichtert die Begehung der Treppe.

4. Podesttreppe

Vor allem für offene Wohnräume eignen sich Podesttreppen wie diese.

Die auch als gegenläufige oder gewinkelte Treppen bezeichnete Variante bezeichnet alle Treppenkonstruktionen mit einem Zwischenpodest.

Dabei lassen sich zahlreiche unterschiedliche Treppenarten planen: Gerade Formen sind ebenso möglich wie gewinkelte und gewendelte. Das Material wählen Sie ebenso flexibel aus – von Holz über Stahl bis hin zu Beton stehen Ihnen zahlreiche Varianten zur Verfügung.

Diese Treppenform wird gerne für Häuser und Maisonette-Wohnungen mit versetzten Wohnebenen oder für großzügig geplante Treppenhäuser verwendet. Sie strahlt Weite und Freizügigkeit aus und ist daher auch ein beliebter Grundriss für offene Wohnräume.

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Das Zwischenpodest verbindet Halbgeschosse und ganze Etagen miteinander oder stellt bei hohen Geschosshöhen einen Zwischenschritt dar.

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Podesttreppen sparen Platz und bieten eine ästhetische Optik.

Daim Treppenverlauf die Gehrichtung wechselt, erfordern die Treppen jedoch eine sorgsame Konzeption insbesondere bei der Gestaltung des Podestes.

Wird dieses optisch nicht klar erkennbar von den Stufen abgegrenzt, besteht die Gefahr, es zu übersehen. Planen Sie das Podest daher mit einem gut sichtbaren Kontrast und verzichten Sie auf vorstehende Antritte.

5. Spindeltreppe

Auch in größeren Räumen kann eine Spindeltreppe reizvoll sein.

Spindeltreppen, auch Raumspartreppen genannt, kommen insbesondere in knapp bemessenen Räumen zum Einsatz.

Sie lassen sich gut nachträglich planen, zum Beispiel nach einem Dachgeschossausbau. Optisch ähnelt die Spindeltreppe der klassischen Wendeltreppe, sie benötigt jedoch wesentlich weniger Platz.

Die Stufen befestigt man radial an einer zentralen durchgehenden Säule, der Spindel.

Aufgrund der Bauweise lassen sich vergleichsweise geringe Durchmesser ab 125 Zentimetern realisieren und bequem begehen. Die nutzbare Mindestlaureite sollte zwischen Spindel und Handlauf mindestens 80 Zentimeter betragen, der Austritt 23 Zentimeter.

Planen Sie zusätzliche Podeste ein, sollten diese mindestens so breit wie der Treppenlauf sein, um Unfällen vorzubeugen und einen bequemen Verlauf zu gewährleisten. Die Spindeltreppe lässt sich hervorragend als Außentreppe planen.

Dann sind allerdings umfangreiche baurechtliche Vorgaben zu beachten.

6. Wendeltreppe

Wendeltreppen werden gerne für Treppenhäuser genutzt, können aber auch in Wohnungen oder Ein- oder Zweifamilienhäusern schick aussehen.

In der Form ähnelt die Wendeltreppe der Spindeltreppe.

Allerdings windet sie sich nicht um eine zentrale Säule, sondern um ein Treppenauge, eine lichte Öffnung, die von einem Geländer umschlossen wird. Die Wegführung entspricht einer Spirale mit konstanter Steigung.

Die Wendeltreppe stellt eine platzsparende Treppenlösung dar, die sich auch nachträglich einbauen lässt und aus diesem Grund häufig in Wohnräumen eingesetzt wird. Zudem überzeugt sie durch ihren filigranen und lichten Auau. Der Verzicht auf die zentrale Spindel sorgt für einen hohen Lichteinfall.

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Aufgrund der Helix-Struktur der Wendeltreppe ist der Tritt oftmals nicht ausgewogen, vielmehr verknappen sich die Stufen zur Treppenmitte. Das kann bei Kindern und älteren Menschen zu einer Trittunsicherheit führen.

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Ob Sie Ihre Wendeltreppe aus Holz oder Metall planen, hängt von Ihrer Wohnumgebung ab, aber auch davon, wie viel Sie investieren möchten. Metall-Treppen sind grundsätzlich günstiger, allerdings schwerer. Hier kommt es darauf an, ob die Gegebenheiten im Haus zu dieser vergleichsweise schweren Konstruktion passen.

7. Bogentreppe

Eine breite Bogentreppe lässt offenen Wohnraum noch größer erscheinen.

Haben Sie viel Platz zur Verfügung und legen Wert auf eine opulente Gestaltung, finden Sie mit einer Bogentreppe eine ästhetische Lösung.

Sie lässt sich auf vielfältige Weise planen, so etwa als breiter Bogen oder in einer tiefen U-Form. Je breiter der Verlauf, desto eindrucksvoller wirkt die Konstruktion.

Die Bogentreppe kann flexibel gestaltet und sowohl als klassische Wangentreppe als auch als Harfen- oder Faltwerktreppe geplant werden. Hinsichtlich des Materials haben Sie ebenfalls eine vielfältige Auswahl, darunter Holz, Stahl und Beton als mögliche Varianten.

Charakteristisch für die Bogentreppe sind die keilförmig verzogenen Trittstufen. Im An- und Austritt weisen sie mitunter auch vollständig gerade Formen auf.

Источник: https://www.aroundhome.de/treppen/grundrisse/

Treppen: Formen und Konstruktion

7 Treppen-Konstruktionsarten, die Sie kennen sollten

Treppen gibt es in zahlreichen Ausführungen, ihre Aufgabe ist jedoch immer die gleiche: Steigungen bequem und komfortabel zu überwinden.

Die Bauform und Konstruktionsart einer Treppe variiert je nach Einbauort, der gewünschten Funktion und dem vorhandenen Platzangebot.

Zu berücksichtigen sind bei der Treppenplanung auch immer die Vorschriften aus der aktuellen Norm für Gebäudetreppen und den jeweiligen Landesbauordnungen, die je nach Nutzung der Treppe unterschiedliche maßliche Anforderungen stellen.

Die Auswahl einer geeigneten Treppe erfordert eine Grundkenntnis über die einzelnen Treppenbauteile, gängige Treppenformen und mögliche Konstruktionsarten.

Liegt das Augenmerk bei der Gebäudeplanung beispielsweise auf einer wirtschaftlichen Ausnutzung der zur Verfügung stehenden Fläche, bieten sich platzsparende Grundrisslösungen für Treppen an.

Zum Flächenbedarf einer Treppe gehört dabei nicht nur der eigentliche Treppenlauf bestehend aus den Stufen und Podesten, gerade bei mehrgeschossigen Treppen sind weitere Erschließungsflächen notwendig, um von einem Treppenlauf zum anderen zu gelangen.

Begriffe und Bauelemente im Treppenbau

Treppen Fachbegriffe © Fuchs Treppen

Treppen bestehen aus verschiedenen Bauteilen, die je nach Konstruktionsart und Baumaterialien unterschiedlich gefertigt und zusammengefügt werden.

Während Holz-, Metall- und Glastreppen meist aus Einzelteilen bestehen und erst an ihrem Einbauort zusammengesetzt werden, lassen sich Stahlbetontreppen sehr wirtschaftlich aus vorproduzierten Großelementen herstellen.

Folgende Bauteile sind unabhängig von der Konstruktionsweise Bestandteil jeder Treppe:

Stufenhöhen und Treppenmaße

  • Treppenstufen: Treppenstufen bestehen aus einer Trittstufe als Auftritt und einer Setzstufe als Unterbau, die die Trittstufe entweder zusätzlich stützt oder nur den Treppenlauf optisch schließt. Setzstufen findet man daher nicht bei allen Treppen.
  • Treppenlauf: Als Treppenlauf bezeichnet man die aufeinanderfolgenden Stufen vom Antritt bis zum Austritt ohne eine Unterbrechung durch Zwischenpodeste. Ein Lauf kann gerade oder gewendelt, also mit einer Biegung versehen, ausgeführt werden.
  • Treppenpodest: Treppenpodeste können sowohl am An- und Austritt von Treppenanlagen vorkommen als auch zwischen zwei Treppenläufen. Diese Zwischenpodeste können als Wendepodeste zur Richtungsänderung der Treppe genutzt werden oder zur Unterbrechung von zu langen Treppenläufen, um die körperliche Anstrengung beim Treppensteigen zu verringern.
  • Treppenauge: Als Treppenauge wird der Luftraum bezeichnet, der im Zentrum einer Treppe liegt und von den Treppenläufen und Treppenpodesten umschlossen ist. Bei Treppenhäusern von mehrgeschossigen Gebäuden ist das Treppenauge in der Regel ein von oben bis unten durchgehendes Loch.
  • Treppenlaureite: Für die Laureite einer Treppe existieren unterschiedliche Definitionen. Während sie in der DIN 18065, der Norm zur Planung und Konstruktion von Treppen, die gesamte Konstruktionsbreite des Laufes umfasst, beschreibt der Bergiff nutzbare Treppenlaureite die tatsächliche Durchgangsbreite auf einer Treppe, die zwischen den Handläufen zur Verfügung steht.
  • Lauflinie: Die Lauflinie liegt in der Mitte des Treppenlaufes und zeichnet den optimalen Laufweg auf der Treppe nach. Auf einer Bauzeichnung wird die Lauflinie durch ein Punktsymbol am Antritt und ein Pfeilsymbol am Austritt dargestellt. Hierdurch lässt sich der Verlauf der Treppenanlage ablesen.

Treppenmaße: Wichtige Fachbegriffe

Gliederung von Treppen nach Form

Treppen lassen sich sowohl nach ihrer Bauform als auch nach ihrer Konstruktionsart und Materialbeschaffen untergliedern.

Über die Einteilungen nach Treppenform entscheiden die Grundrissgeometrie und der Verlauf der Treppenlauflinie.

Während die Lauflinie bei einer geraden Treppe linear verläuft, ist der Lauf bei gewendelten Treppen mit einer Biegung ausgeführt. Gewendelte Treppen sind allerdings nicht kreisrund, sondern nur teilweise gebogen.

Spindeltreppen © Fuchs Treppen

Hierdurch ergeben sich in diesen Bereichen keilförmig Stufen.

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Da die Richtungsänderung der Treppe aber bereits im Lauf integriert ist, ist nur wenig Erschließungsfläche vor der Treppe notwendig, um zur nächsten Treppe zu gelangen.

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Zusätzlich kann auf Zwischenpodeste verzichtet werden. Noch platzsparender sind allerdings Spindeltreppen mit einer kreisförmigen Lauflinie. Entsprechend erfolgt die Untergliederung von Treppenformen in:

  • gerade Treppen mit einem linearen Treppenlauf mit oder ohne Zwischenpodest
  • gewinkelte oder gegenläufige Treppen mit zwei oder mehr Läufen und Wendepodesten zur Richtungsänderung
  • gewendelte Treppen mit gebogenem Treppenlauf ohne Wendepodeste
  • Wendel- oder Spindeltreppen, die sich radial um einen zentralen Schnittpunkt winden
  • Sondertreppen mit einem Grundriss in Pyramiden- oder Kegelform, aber auch Rampen und Treppenrampen

Konstruktionsarten von Treppen

Die Konstruktionsarten von Treppen unterscheiden sich je nachdem, wie die Last abgetragen wird und die Bauteile aufgelagert werden. Hier spielt auch die Belastbarkeit der verwendeten Materialien eine Rolle.

Während Treppenläufe aus Stahlbeton aufgrund der eingelegten Bewehrung eine hohe Tragfähigkeit aufweisen und daher meist nur oben und unten ein Auflager benötigen, ist bei Holztreppen die Lastabtragung über in Wangen eingestemmte oder auf Trägern aufgelagerte Trittstufen üblich.

Wangentreppe © Fuchs Treppen

Folgende Konstruktionsarten lassen sich bei Treppenanlagen unterscheiden:

  • Balken- oder Holmtreppen, bei denen die Trittstufen auf einem mittigen Holm oder zwei parallel laufenden Trägern aufgelagert werden
  • Wangentreppen, bei denen die Trittstufen zwischen zwei schräg laufenden Treppenwangen eingespannt sind
  • Freitragende Treppen, bei denen der Treppenlauf nur am oberen und unteren Ende aufgelagert ist
  • Abgehängte Treppen, bei denen die Treppenkonstruktion über Seile oder Stäbe von der Geschossdecke abgehängt ist

Wichtige Normen und Planungsgrundlagen aus dem Treppenbau

Die Geometrie einer Treppe ist ausschlaggebend dafür, ob sie sicher und bequem zu begehen ist. Entsprechend sorgfältig muss eine Treppe vor dem Bau geplant und konstruiert werden.

Grundlage sind die maßlichen Anforderungen an Treppenbauwerke aus der DIN 18065 und die geltenden Vorschriften aus den jeweiligen Landesbauordnungen.

Die Norm unterscheidet unter anderem nach nicht notwendigen und notwendigen Treppen, wobei Treppen als notwendig gelten, wenn sie Bestandteil des Rettungsweges in einem Gebäude sind.

Schrittmassregel © Fuchs Treppen

Besondere Beachtung bei der Planung von Treppen sollte der Berechnung des idealen Steigungsverhältnisses geschenkt werden. Die DIN 18065 enthält hierzu eine entsprechende Formel, die sogenannte Schrittmaßregel, zur Berechnung von Schrittmaß und Steigung.

Diese Regel basiert auf der Erkenntnis, dass sich die Schrittlänge einer Person beim Treppensteigen um das 2-Fache der Höhe verkürzt. Weitere Vorgaben enthält die DIN 18065 zur nutzbaren Laureite von Treppen, also der lichten Durchgangsbreite zwischen den Handläufen.

Auch hier sind die Anforderungen an notwendige Treppen erhöht, da sie im Brandfall als Rettungsweg genutzt werden.

Источник: https://www.sanier.de/treppen/treppen-formen-und-konstruktion

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