Acryl Badewanne: Die Vorzüge des Materials im Überblick

Acryl, Stahl oder Mineralguss – Badewannen im Vergleich » bauredakteur.de

Acryl Badewanne: Die Vorzüge des Materials im Überblick

In Sachen Badewannen herrscht ein wahrer Krieg – die einen schwören auf Acrylbadewannen, für die anderen muss es eine Stahlbadewanne sein. Ein drittes Material mausert sich langsam zur echten Alternative – Mineralguss. Ich habe mir die drei Materialien einmal etwas genauer angeschaut.

Eine freistehende Badewanne ist besonders edel (Foto:epr/Villeroy & Boch)

Stahlbadewannen

Stahlbadewanne – das bedeutet in aller Regel ein Verbund aus Stahl und Email. Hierzulande sind solche Stahl-Email-Wannen quasi nur von Bette und Kaldewei, neuerdings auch vom Schweizer Hersteller Laufen erhältlich.

Bei Stahl-Email treffen zwei Materialien aufeinander, die sich perfekt ergänzen. Stahl ist fest, robust, formbar und sehr hoch belastbar. Glas – und nichts anderes ist Email – ist hingegen besonders widerstandsfähig gegen chemische und thermische Beanspruchung. Und es sieht richtig edel aus.

Hersteller Kaldewei ist so sehr von diesem Verbundmaterial überzeugt, dass er 30 Jahre Garantie darauf gibt. Sie können daher davon ausgehen, dass eine Stahlwanne ein ganzes Badezimmerleben intakt bleibt. Viele Vermieter schwören daher auf dieses Material, zumal es sich sehr gut grundreinigen lässt.

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Es ist jedoch nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen bei einer Stahl-Email-Wanne. Zwar ist sie leicht zu reinigen, ist jedoch einmal ein Kratzer drin, lässt er sich nicht mehr einfach rauspolieren. Es gibt wohl Fälle, in denen Badesalz zu feinen Kratzern geführt hat. Also niemals auf das noch nicht aufgelöste Salz setzen.

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Email, mitunter auch als Emaille bezeichnet, kann außerdem abplatzen, wenn ein scharfer, harter und schwerer Gegenstand darauf fällt. Ist bei unserer Duschwanne einmal passiert. Die Macke lässt sich mit speziellen Reparatursets entfernen, völlig spurlos ging die Reparatur an der Wanne vorüber. Wer weiß, wo Abplatzung war, kann die Stelle erkennen.

Viele Gegner der Stahlwanne bemängeln die kalte Oberfläche. Das stimmt, sie ist anfangs kalt. Ich behelfe mich damit, dass ich die Wanne vorher einmal mit der Handbrause warm abbrause, dann ist die Oberfläche vorgewärmt, wenn ich mich reinsetze. Und ist das Material erst einmal warm, dann kühlt es nicht so schnell aus.

Acrylbadewannen

Acrylwannen werden von wesentlich mehr Herstellern produziert – zum Beispiel von Ideal Standard, Villeroy & Boch, Duravit oder Keramag. Um nur die beliebtesten Marken zu nennen. Wannen aus Acryl erfahren seit den 70er Jahren einen richtigen Boom in deutschen Badezimmern. Das Material hat durchaus einige Vorzüge.

Acryl besitzt zum Beispiel eine bessere Formbarkeit als Stahl-Email. So konnten völlig neue Badewannenformen erschaffen werden. Einer der Vorreiter auf diesem Gebiet war Hoesch, der noch heute exklusive Acrylbadewannen von namhaften Designern wie Norman Foster, Philippe Starck oder Andrée Putman vertreibt.

Zurück zu den Vorteilen einer Acrylwanne. Das Material fühlt sich zum Beispiel glatt und geschmeidig an. Und es fühlt sich wärmer an als Stahlemail. In Wahrheit nimmt es aber natürlich wie Stahl-Email die Raumtemperatur an.

Kunststoff ist außerdem ein guter Isolator. Das Material selbst nimmt zwar nicht so gut Wärme auf wie Stahl-Email, es speichert sie nicht. Acryl sorgt aber dafür, dass das Wasser langsamer auskühlt, zumal Acrylbadewannen häufig in Styropor-Wannenträger gesetzt werden, die zusätzlich isolieren.

Vermieter sind allerdings nicht die besten Freunde von Acrylbadewannen. Bei schlechter Pflege wird das Material schnell blind und bekommt Kratzer. Das lässt sich kaum mehr rückgängig machen. Wobei das mit Kratzern und Dellen schon – allerdings bevorzugt bei den hochpreisigen Acrylwannen mit einer dickeren Acrylschicht. Hier kann einiges rauspoliert werden.

Der große Vorteil von Acrylwannen, nämlich dass sie sehr leicht sind, verringert sich natürlich bei zunehmender Acryldicke. Daumendickes Acryl bringt einiges an Gewicht auf die Waage. Die Wanne verwindet sich dann aber auch nicht mehr, wenn Sie warmes Wasser einfüllen.

Mineralguss-Badewannen

Mineralguss ist quasi der Newcomer unter den Badewannen-Materialien. Immer häufiger kommt der Werkstoff aus Kunstharzen und Natursteinen für die Wannenherstellung zum Einsatz. Und das aus gutem Grund, vereint es doch die guten Eigenschaften von Acryl und Stahl-Email ineinander.

Mineralguss ist zum Beispiel fast beliebig formbar, gleichzeitig aber nach Erstarrung außerordentlich stabil. Insbesondere freistehende Badewannen in wagemutigen Designs werden deshalb gerne aus Mineralwerkstoff hergestellt. Selbst filigrane Abmessungen sind möglich und nichts muss mit einem Wannenträger oder Sockel abgestützt werden.

Die genaue Rezeptur von Mineralguss unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller, ebenso die Bezeichnung. Bei Villeroy & Boch heißt das Material zum Beispiel Quaryl®, bei Duravit DuraSolid®. Bei den italienischen Luxusmarken Boffi und Antoniolupi kommt Corian® zum Einsatz, bei Hoesch Solique Mineralguss und bei Duravit DuraSolid®

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Sie sehen – Mineralguss hat viele Namen. Das wird Ihnen jedoch egal sein, wenn Sie später in der Wanne liegen. Aber Sie wissen jetzt wenigstens, dass es sich dabei um die gleiche Werkstoffart handelt.

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Zurück zu den Vorzügen von Mineralguss: Dass es extrem gut formbar ist, habe ich bereits erwähnt. Außerdem lässt es sich nachträglich bearbeiten – gut wenn eine Macke in der Wanne ist. Der Werkstoff ist zudem ein guter Isolator – das Badewasser bleibt somit länger warm.

Da es außerdem sehr glatt ist, bietet Mineralguss nur wenig Angriffsfläche für Schmutz und Bakterien. Also äußerst pflegeleicht. Kratz- und stoßfest ist der Werkstoff außerdem. Eigentlich das perfekte Material für Badewannen – aber auch entsprechend teuer. Schnäppchenpreise suchen Sie hier vergebens.

Die Vor- und Nachteile im Überblick

Vorteile:Vorteile:Vorteile:
  • trapazierfähig
  • Unempfindlich gegen Chemie und Hitze
  • Hygienisch
  • Wärmespeicher
  • Fühlt sich warm an
  • Geringes Gewicht
  • Kratzer lassen sich auspolieren
  • Komplett durchgefärbt
  • Schäden unsichtbar reparieren
  • Beliebig formbar
  •  Isoliert gut
  • Glatte Oberfläche
  • Sehr beständig
  • Dünne Wände
Nachteile:Nachteile:Nachteile:
  • Wenig formbar
  • Hohes Gewicht
  • Email kann abplatzen
  • Fühlt sich kalt an
  • Kratzempfindlicher
  • Kann sich verfärben
  • Keine scharfen Reiniger verwenden
  • Hohes Eigengewicht
  • Hoher Preis

Источник: https://www.bauredakteur.de/acryl-stahl-oder-mineralguss-badewannen-im-vergleich/

Badewanne Material: Stahl oder Acryl

Acryl Badewanne: Die Vorzüge des Materials im Überblick

Wer etwas mehr ausgeben möchte, hat beim Material die große Auswahl

Badewanne freistehend © ALDECAstudio, fotolia.com

Früher hatte das Baden nur einen Zweck – die Reinigung des Körpers. Heute sind Badewannen Orte der Entspannung und Erholung. Und sie sollen in ein möglichst durchgestyltes Badezimmer passen. Gut, dass es so viel Auswahl gibt, nicht nur bei den Formen, auch beim Material. Ein Überblick.

Badewannen: Diese Badewannenarten gibt es

Badewanne Material: Acryl oder Stahl?

Acryl oder Stahl – auf diese Alternative reduziert sich die Materialwahl bei den meisten Bauherren und Sanierern, wenn es um Badewannen geht.

Um es gleich vorweg zu nehmen: Die Vor- und Nachteile fallen nicht so sehr ins Gewicht, dass man unbedingt das eine oder andere empfehlen kann. Es ist schlicht Geschmacksache, welches Material sich angenehmer anfühlt.

Und von vornherein ausschließen sollte man auch andere Materialien nicht.

Badewanne Materialwahl: Acryl oder Stahl sind gute und preiswerte Lösungen

Am häufigsten werden nach wie vor Badewannen aus emailliertem Stahl verwendet. Das ist kein Zufall, kaum ein Material ist so robust. Die Wannen sind nicht nur bruchsicher und kratzfest. Beschädigen kann man Stahlwannen nur durch den Aufprall schwerer Gegenstände. Platzt ein Stück der Emailbeschichtung ab, sollte der Schaden vom Fachmann behoben werden.

Stahlemalie: Vorteile und Nachteile

Emaillierte Stahlwannen sind auch leicht zu reinigen. Reinigungsmittel und Kosmetika können ihnen nichts anhaben, Schimmel, Bakterien und anderer Schmutz haften nicht. Verfärbungen kommen damit nicht vor, und so sind die Wannen sehr langlebig.

modernes Badezimmer © pbombaert , fotolia.com

Ein Nachteil ist, dass das Material sich beim Einsteigen vergleichsweise kalt anfühlt und das Wasser auch schnell wieder abkühlt. Wer sich für emaillierten Stahl als Material entscheidet, nimmt außerdem in Kauf, bei der Form nicht die ganz große Auswahl zu haben – andere Materialien lassen mehr zu.

Da ist Acryl deutlich vielseitiger. Das Material ist gut formbar, der Markt wartet immer mit neuen Innovationen der Bad-Designer auf. Die Auswahl ist daher erheblich größer. Die hohe Rutschfestigkeit dieses Kunststoffes ist ebenfalls für viele Käufer ein schwerwiegendes Argument, außerdem speichert das Material die Wärme besser.

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Acrylwannen sind zwar deutlich empfindlicher gegen Kratzer, allerdings können diese mit einer Spezialpaste entfernt werden. Und es gibt Kosmetika, Haarfärbemittel beispielsweise, die auf Acryl Spuren zurücklassen können.

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Wichtig ist, darauf zu achten, dass es sich wirklich um Acryl handelt – es werden auch Wannen aus beschichteten Kunststoffplatten angeboten.

Material Sanitäracryl: Vorteile und Nachteile

Das Gewicht: Vorsicht im Altbau

Für die Acrylwanne kann, etwa bei der Sanierung eines Altbaus, das geringere Gewicht sprechen. Bei alten Holzbalkendecken ist Vorsicht geboten, eine schwere Stahlwanne voll mit Wasser wiegt eine Menge.

Gegebenenfalls muss ein Statiker gefragt und eventuell eine Verstärkung der Decke in Betracht gezogen werden. Das gilt natürlich auch bei anderen schweren Materialien.

Wer etwa eine große Wanne für zwei Personen aufstellen möchte, sollte sich für ein leichtes Material entscheiden.

Badewanne: Gewicht im Altbau beachten

Badewanne Material: Stein und Beton

Zu den ausgesprochen schweren Steinen gehören Naturstein und Beton. Natursteinwannen sind purer Luxus – nicht nur wegen des Preises, sie sehen auch so aus. Da kein Stein ist wie der andere, handelt es sich immer um Unikate. Manche Steine, Marmor zum Beispiel, sind säureempfindlich. Ein Nachteil ist sicher, dass das Wasser im Natursteinbad recht schnell die Wärme verliert.

Beton hat wegen seiner Optik einen besonderen Charme, muss aber schon zum Stil des Badezimmers insgesamt passen. Er wird gegossen, geschliffen, poliert und versiegelt, bekommt also auch eine angenehm glatte Oberfläche. Es handelt sich um ein widerstandsfähiges, aber nicht übermäßig pflegeintensives Material, das übrigens mit Pigmenten unterschiedlich gefärbt werden kann.

Badezimmer: links unsaniert, rechts saniert © pbombaert, fotolia.com

Traditionell…

Gerade wieder im Kommen ist ein ganz traditionelles Material – Holz. Es speichert die Wärme lange und hat im Gegensatz zu dem, was man vermuten könnte, auch hygienisch keine Nachteile.

Sorten wie Zeder, Teak oder Kastanie verbreiten angenehmen Duft. Angeboten werden sowohl die traditionelle Waschzuber-Optik als auch moderne Designs.

Etwas Pflege braucht Holz schon, und baum Kauf sollte man auf die Verarbeitung achten: Preiswerte Modelle sind gelegentlich schlecht versiegelt.

Gemütliches Badezimmer mit viel Holz und freistehender Badewanne © XtravaganT, stock.adobe.com

Holz ist natürlich besonders gut zu recyceln, genau wie Gusseisen. Lange war dies das Standardmaterial für Badewannen schlechthin, angeboten wird es heute vor allem in nostalgischer Optik. Sie sind ebenfalls schwer und halten die Wärme des Wassers gut. Bedacht werden sollte, dass eine frei stehende gusseiserne Wanne optisch nur wirkt, wenn das Badezimmer nicht zu klein ist.

… oder modern

Vergleichsweise neu am Markt sind Verbundstoffe aus synthetischem Material mit Mineralien, die von den Herstellern unter Namen wie Duralmond, Cristalplant, Quaryl oder Corian angeboten werden.

In Optik und Eigenschaften handelt es sich um edlere Varianten der Acrylwannen, was sich aber auch im Preis bemerkbar macht.

Dazu kommt die Besonderheit, dass sie auch im eingebauten Zustand noch bearbeitet werden können – wichtig ist das für kreative Köpfe.

Badewanne Materialien: Exoten wie Beton, Holz, Glas oder Naturstein sind sehr teuer[attention type=yellow]

Kein neues, aber ein, modern wirkendes Material für Badewannen ist Glas. Transparent kommen diese Stücke sehr elegant daher und können mit entsprechender Beleuchtung toll in Szene gesetzt werden.

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Sie sind sicher etwas für Leute, denen die Ästhetik sehr wichtig ist.

Sie sind robuster als man vermuten würde, müssen aber der Optik wegen gut sauber gehalten werden – Kalk oder andere Ablagerungen möchte man da sicher nicht haben.

Materialwahl: Alles Geschmacksache

Fazit: Ein eindeutig zu favorisierendes Material gibt es nicht. Praxistauglich sind alle. Ein wichtiges Kriterium ist auch der Preis.

Generell kann man sagen, dass Stahl- und Acrylwannen ungefähr gleich teuer sind, wobei es je nach Hersteller, Größe und Ausführung große Preisspannen gibt. Alle anderen Materialien sind tendenziell teurer, zum Teil deutlich.

Entscheidend ist, dass die Badewanne mehr denn je als Ort zu Wohlfühlen und Entspannen gesehen wird. Sie soll also gerade den subjektiven Bedürfnissen entsprechen, an diesen sollte sich auch die Materialwahl orientieren.

Источник: https://www.sanier.de/badezimmer/badewanne-material-stahl-oder-acryl

▷ Badewannen ▷ Welches Material ist das richtige?

Acryl Badewanne: Die Vorzüge des Materials im Überblick

Klassisch ovale Vorwandwanne, rustikaler Holzzuber oder auf einem Podest stehende Badewanne aus Beton – die Auswahl an Wannenformen und Materialien ist groß. So manches Material braucht viel Pflege, ein anderes ist hart im Nehmen. Es gilt die richtige Wahl zu treffen.

Angesichts der Vielfalt an Formen und Stilrichtungen für die Badezimmerausstattung gerät die Frage, aus welchem Material die neue Badewanne denn sein soll, bei Bauherren und Modernisierern manchmal etwas in den Hintergrund.

Dabei sind die Unterschiede zwischen den einzelnen Werkstoffen durchaus von Bedeutung.

Nicht nur das Aussehen der Wanne ist entscheidend, sondern auch wie sie sich anfühlt, wie viel sie aushält, wie man sie pflegt und natürlich auch, was sie kostet.

Material für die Badewanne – früher und heute

Vom überdimensionalen Tonkrug hin zum Holzzuber: Badewannen waren seit jeher aus unterschiedlichen Materialien – und meist der herrschenden Oberklasse vorbehalten. In den Palästen von Mesopotamien standen 2000 Jahre vor unserer Zeitrechnung Badewannen aus Ton.

Wer in mittelalterlichen Klöstern und Burgen baden wollte, stieg in große Holzzuber. Im 18. und 19. Jahrhundert begann dann die Zeit der modernen Badewannen aus Metall oder Porzellan. Später wurde Gusseisen von emailliertem Stahl abgelöst.

Ab den 1970er-Jahren hielt dann Sanitäracryl Einzug ins Badezimmer, ein Kunststoff. Die neueste Generation von Badewannenmaterial stellen Verbundstoffe aus synthetischen Stoffen mit Mineralien dar.

Für eine ausgefallene oder besonders luxuriöse Badezimmerausstattung werden jedoch noch immer gerne traditionsreiche Materialien wie Naturstein, Holz oder Gusseisen Wanne benutzt, aber auch Glas oder Beton.

Viele Bauherren und Badsanierer entscheiden sich zuerst für eine Wannenform und dann für ein Material. Schließlich sind die meisten Formen in verschiedenen Materialien erhältlich. Dabei sollte immer bedacht werden, dass eine freistehende Badewanne nur in einem größeren Badezimmer mit mindestens 15 Quadratmetern wirkt.

Stahlemaille

In den 1960er-Jahren entwickelte sich die Badewanne aus Stahlemaille zum Standard im Badezimmer. Sie wird heute nach wie vor geschätzt, weil sie strapazierfähig und langlebig ist.
Stahl ist zwar sehr stabil und belastbar, allerdings nur begrenzt formbar, was die Gestaltungsmöglichkeiten einschränkt.

Als Schutz gegen Korrosion ist die Oberfläche mit Emaille überzogen, einem Schmelzglas aus natürlichen Rohstoffen wie Quarz, Feldspat, Pottasche und Metalloxiden. Das porenfreie Material der Badewanne bewahrt lange seinen Glanz, weist Schmutz, Bakterien oder Schimmelpilze ab, ist unempfindlich gegen Kosmetika und Reinigungsmittel und verfärbt nicht.

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Den guten praktischen und hygienischen Eigenschaften steht als Nachteil die geringe Wärmespeicherkapazität von Stahlemaille gegenüber. Die Badewanne fühlt sich deshalb eher kalt an, auch das Badewasser kühlt schneller ab. Auch wenn emaillierte Wannen kratz- und abriebfest sind, kann die Beschichtung abplatzen, zum Beispiel wenn eine Haarspraydose auf das Emaille knallt.

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Dann muss der Heimwerker ran: Durch die beschädigte Oberfläche kann es sein, dass der Stahl unter der Beschichtung zu rosten beginnt.

  • Flüssiges Putzmittel oder Seife und weiches Tuch einsetzen.
  • Sandhaltige, scheuernde oder stark saure Reinigungsmittel meiden.

Sanitäracryl

Anfang der 1970er-Jahre kamen die ersten Badewannen aus Sanitäracryl auf den Markt. Es handelt sich um einen thermoplastischen, das heißt, unter Hitzeeinwirkung formbaren, Kunststoff.

Um eine Badewanne herzustellen, wird das Material in Plattenform auf circa 180 Grad Celsius erhitzt und in eine Aluminiumform gepresst.

Nach dem Abkühlen wird die Wanne zur Erhöhung der Stabilität an der Unterseite mit Acryl, Holz und Glasfasergewebe verstärkt.

Die gute Formbarkeit des Werkstoffs eröffnete neue Möglichkeiten für das Badewannendesign. Sanitäracryl ist zudem leichter als Stahlemaille und speichert Wärme besser. Die porenfreie Oberfläche ist glatt aber rutschfest, bruchfest, schlag- und stoßunempfindlich. Allerdings sind Badewannen aus Sanitäracryl empfindlich gegen Kratzer.

  • Weicher Schwamm und flüssiges Spülmittel verwenden.
  • Schwamm vor Gebrauch gut ausspülen, damit sich keine harten Partikel darin befinden.
  • Kalkablagerungen mit etwas Essig entfernen.
  • Keine handelsüblichen Kalkentferner verwenden. Die Inhaltsstoffe können Acryloberflächen verfärben.
  • Keine Scheuermittel.
  • Keine kratzigen Schwämme verwenden.

Verbundwerkstoffe auf Acryl- oder Polyesterharzbasis

Eine neuere Entwicklung sind Badewannen aus Verbundwerkstoffen auf der Basis von Acryl oder Kunstharz, gemischt mit Mineralien. Die Materialien werden daher  auch unter den Bezeichnungen Mineralwerkstoff oder Mineralguss zusammengefasst.

Allen gemein ist, dass es sich um sehr sehr feste, aber sehr gut formbare und leicht zu bearbeitende Verbindungen handelt.
Alle Mineralwerkstoffe sind widerstandsfähig, pflegeleicht und fühlen sich warm an wie Sanitäracryl.

Die beliebige Formbarkeit macht sie zum idealen Werkstoff für Designerbadewannen der gehobenen Preisklasse.

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Verbundwerkstoffe für Badewannen sind unter vielen verschiedenen, zum Teil herstellerspezifischen Produkt- und Markennamen im Einsatz. Hier einige Beispiele:

[/attention]WerkstoffKomponenten
QuarylAcryl / Quarzsand
CorianAcryl / Mineralien
DuralightAcryl / Aluminiumtrihydrat
CeramiluxPolyesterharz / Kalziumkarbonate und Aluminiumhydrate
White TecPolyesterharz / Quarz
Resin StonePolyesterharz / Dolomit
CristalplantAcryl /Polyesterharz / Mineralien, u.a. Bauxit-Derivate
DuralmondKunstharz / gemahlene Mandelschalen

Pflegetipps Verbundwerkstoffe

Achtung! Da die verschiedenen Mineralwerkstoffe unterschiedlich zusammengesetzt sind, beachten Sie stets genau die Pflegehinweise des Herstellers.

  • Reinigung mit weichem Schwamm und mildem Haushaltsreiniger.
  • Auf Scheuermittel verzichten.
  • Keine kratzenden Schwämme verwenden.
  • Für gewöhnlich genügt Seifenwasser und ein spezieller Corian-Schwamm zum Putzen.
  • Bei hartnäckigen Flecken kann Scheuerpulver und der Corian-Schwamm eingesetzt werden.
  • Keine starken Chemikalien verwenden.
  • Reinigung mit feuchtem Tuch und flüssigen Haushaltsreinigern.
  • Bei hartnäckigen Flecken Scheuermilch und -schwamm einsetzen.
  • Keine aggressiven chemischen Produkte wie Aceton oder Trichloräthylen verwenden.

Holz

Alter Werkstoff, neu entdeckt: Holzbadewannen erfreuen sich wieder großer Beliebtheit. Neben traditionell rustikaler Waschzuber-Optik gibt es auch Modelle in modernen Formen.

Aufgrund der guten Wärmespeicherung fühlt sich die Holzbadewanne angenehm warm an. Wichtig ist eine haltbare und elastische Versiegelung der Wannen, die den Qualitätsunterscheid ausmacht. Dennoch will eine Holzwanne gut gepflegt werden.

Interessenten sollten nach Wannen aus harzreichen Bäumen wie Lärche oder Teak Ausschau halten.

Auf was Sie beim Kauf einer Holzbadewanne achten sollten und wie Sie diese am besten pflegen, haben wir Ihnen in diesem Artikel zusammengefasst:

  • Holzbadewanne: baden in Holz
  • Naturseife und Mikrofasertuch.
  • keine scharfen Reinigungsmittel.

Glas

Ihre Transparenz und die glatte Oberfläche lassen Badewannen aus Glas sehr elegant wirken. Dabei ist das zerbrechliche erscheinende Material erstaunlich robust: Glas hat eine hohe Schlagfestigkeit, ist unempfindlich gegen Wasser, Säuren oder Laugen. Als Badewanne eignet es sich auch sehr gut in Kombination mit anderen Materialien, zum Beispiel Acryl oder Holz.

  • Zum Reinigen genügt klares Wasser und ein weicher Lappen.
  • Bei Verschmutzungen kann handelsüblicher Glasreiniger zum Aufsprühen eingestezt werden.
  • Glas verträgt keine alkalischen Waschlaugen oder Säuren.

Naturstein: Marmor, Travertin & Co

Eine Badewanne aus Marmor, Travertin oder Onyx ist der Inbegriff des Luxus –  der entsprechend kostet. Dafür ist jede Wanne ein Unikat, denn kein Stein ist wie der andere.

Naturstein sehr robust gegen mechanische Beanspruchung und nimmt Wärme gut und lange auf. Marmor und Co. sind jedoch recht säureempfindlich. Zu bedenken ist außerdem, dass Natursteinwannen viel wiegen und deshalb meist nicht für obere Stockwerke geeignet sind.

Zumindest sollte vor dem Einbau die Tragfähigkeit des Bodens geprüft werden.

  • Eingesetzt werden können handelsübliche natursteinverträgliche Reiniger.
  • Naturstein darf nicht mit sauren Reinigern und Kalkentfernern in Kontakt kommen.

Beton

Die puristische Ausstrahlung des Werkstoffs Beton wirkt auch in Form einer Badewanne sehr reizvoll und bietet zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten.

In flüssigem Zustand kann Beton in alle möglichen Formen gegossen werden, durch Zugabe von Pigmenten sind selbst Farbvariationen möglich.

Die Wannenoberfläche wird geschliffen, poliert und mit einer synthetischen Beschichtung versiegelt, sodass sie sich angenehm anfühlt und widerstandsfähig gegen Schmutz wird. Nachteil: Wie Naturstein ist auch Beton sehr schwer.

Gusseisen

Gusseisen, eine Eisen-Kohlenstofflegierung, war seit dem 19.Jahrhundert lange Zeit das Standardmaterial zur Wannenherstellung.

Heute werden gusseiserne Badewannen vor allem im Nostalgie-Look, also meist als freistehende Wannen auf Füßen in Form von Löwentatzen, angeboten.

Die schweren Wannen kühlen das Wasser weniger schnell ab, als Stahlemaillewannen und sind widerstandsfähig gegen Korrosion. Die Oberfläche wird wie bei der Stahlwanne emailliert.

Vor- und Nachteile der häufigsten Badewannenmaterialien

Eigentlich ist eine Badezimmergrundausstattung gar nicht so teuer. In ihrer einfachsten Form zahlen Bauherren und Sanierer für Waschtisch, Toilette und Badewanne rund 2.000 Euro.

Allerdings werden dann auch nur die simpelste Ausführung und das günstigste Material verbaut. Preistreiber bei der Sanitärkeramik ist sicher die Badewanne: spezielles Material, außergewöhnliche Wannenform, spezifische Anschlüsse lassen den Preis deutlich ansteigen.

Wer sein Badezimmer neu einrichten oder sanieren möchte, sollte sich dessen bewusst sein.

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Die Tabelle fasst Vor- und Nachteile zusammen und gibt einen groben Preisüberblick.

[/attention]MaterialVorteileNachteilePreis (circa)
Stahlemaillewiderstands- und strapazierfähig schmutzabweisend recycelbargeringe Wärmespeicherung, fühlt sich kalt an teurer als Sanitäracryl120 – 5.000 Euro
Sanitäracrylschlag- und stoßunempfindlich bruchfest geringes Montagegewicht rutschfeste Oberfläche chemikalienbeständig pflegeleicht recycelbar gute Wärmespeicherungempfindlich gegen Kratzer150 – 7.000 Euro
Mineralwerkstoffe wie z.B. Corian, Quaryl, Cristalplant, Ceramilux   warmes Gefühl hart und widerstandsfähig porenlos und leicht vielfältig formbarvergleichsweise teuer2.500 – 6.500 Euro
Natursteinlanglebig, robust Unikatschwer empfindlich gegen Chemikalien30.000 – 50.000 Euro
Glasleicht widerstandsfähigleicht Ablagerungen von Kalk oder Körperpflegemittelnmit Glaseinsatz ab 2.000 Euro
HolzNaturmaterial gute Wärmespeicherung keine Entsorgungsproblemepreisgünstige Modelle haben zum Teil minderwertige Versiegelung800 – 30.000 Euro
Betonindividuell formbar langlebig mit Versiegelung pflegeleichtschwer teure SpezialanfertigungDa Betonwannen individuell gegossen werden können, sind Preise nur auf konkrete Anfrage beim Hersteller erhältlich.
Gusseisenstabil widerstandsfähigfühlt sich eher kalt an schwer teuer3.000 – 13.000 Euro

Ihre Meinung zählt

Источник: https://www.bauen.de/a/badewannen-welches-material-ist-das-richtige.html

Badewanne: Welches Material eignet sich am besten?

Acryl Badewanne: Die Vorzüge des Materials im Überblick

In einem modernen Badezimmer darf eine ansprechende Badewanne, die die Hausbewohner nach einem anstrengenden Tag in allen Punkten verwöhnt, nicht fehlen.

Bei der Kaufentscheidung fällt es vielen Verbrauchern schwer, die passende Wahl zu treffen.

Moderne Badewannen werden nämlich aus den verschiedensten Materialien hergestellt, die sich nicht nur im Preis unterscheiden, sondern alle unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Deshalb haben wir nachfolgend einen kleinen Vergleich aufgeführt.

Der Anspruch an Badewannen

Beim Kauf einer Wanne für das Badezimmer trifft man zunächst auf Modelle, die sich alle auf den ersten Blick ähneln. Verbraucher sollten sich zunächst darüber im Klaren sein, welche Ansprüche sie an die Badewanne stellen.

Soll sie eine möglichst lange Lebensdauer besitzen? Muss die Reinigung einfach erfolgen? Wenn alte Menschen und Kinder im Haus leben, ist es wichtig darauf zu achten, dass die Rutschgefahr minimal ist.

Ebenfalls wichtig für ältere Menschen ist die Robustheit der Badewanne, da sie womöglich häufig Heil- und Moorbäder nutzen werden. Herkömmliche Wannen werden früher oder später verfärben.

Badewannen unterscheiden sich in drei Dingen voneinander: In ihrer Bauform, dem Material und natürlich dem Preis. Geschmäcker sind bekanntlich verschieden, sodass es die Wannen in den verschiedensten Formen gibt.

Einige Menschen bevorzugen eine möglichst gerade Linienführung, andere dagegen möchten ein verspieltes Design. Stahlbadewannen, die man aus Filmen kennt, sind nicht nur robust, sondern auch besonders hygienisch.

Hochwertiges Metall ist sehr pflegeleicht, lässt sich mit haushaltsüblichen Reinigungsmitteln pflegen und absolut resistent gegen Kratzer, Abriebe oder Schläge. Über ähnlich gute Eigenschaften verfügen Badewannen aus Acryl.

Bei diesen Modellen sollte man allerdings keine zu starken Mittel zur Reinigung verwenden. Auch Badezusätze können Verfärbungen verursachen.

Stahlblech

Ein Großteil der im Handel erhältlichen Badewannen wird aus Stahlblech gefertigt. Das Material ist in der Regel zwischen zwei und vier Millimeter Dick und wird besonders zum Verkauf angebotenen Immobilien, Mietwohnungen, etc. angeboten.

Neben der klassischen, rechteckigen Form erlaubt die moderne Stanz- und Tiefziehtechnik auch aufwendigere Formen wie Eckbadewannen. Hochwertige Modelle besitzen zusätzlich eine sogenannte Perlup-Beschichtung, die die Reinigung der Wanne zu Beginn erleichtert.

Zu den Nachteilen des Materials gehört die Kälte, die beim Einsteigen negativ auffällt, sowie das erschwerte Beseitigen von Kratzern.

Acryl

Acryl ist der aktuell vielseitigste Werkstoff, der für die Wannenherstellung in Plattenform eingesetzt wird. Das Material besitzt eine hohe Rutschfestigkeit und eine geringe Leitfähigkeit. Beim Kauf ist darauf zu achten, dass es sich wirklich um Acryl handelt und nicht um acrylbeschichtete ABS-Platten aus Kunststoff.

Ein weiteres minderwertiges Material ist recyceltes Acryl, welches aus einem Gemisch verschiedener Kunststoffen besteht. Diese Platten werden fälschlicherweise als Sanitäracryl verkauft.

Tatsächlich handelt es sich bei Sanitäracryl um die hochwertigste Variante, deren Platten etwa drei bis fünf Millimeter dick sind und deren Preis sich am Ölpreis orientiert.

Stahlguss

Badewannen aus Stahlguss sind heute kaum noch zu finden. Sie wurden vor vielen Jahren von den leichteren Acrylwannen und Stahlwannen abgelöst. Auch außerhalb Deutschlands sind diese Modelle kaum noch zu finden, weil sie nur noch wenige Hersteller fertigen.

Fiberglass

Bei diesem Material wird Gelcoat (Farbschicht) in eine Form gebracht. Nach dem Trocknen werden mit Kunstharz mehrere Fieberglasmatten in die Form eingearbeitet und der Boden mit einer Spanplatte verstärkt. Zwar ist das Verfahren aufwendig, dafür können die Wannen in zahlreichen Farben angeboten werden. Auch der Formgebung sind keine Grenzen gesetzt.

Tipps zum Kauf

  1. Beim Kauf von Stahlwannen darauf achten, dass die Materialstärke mindestens 2,3 mm beträgt.
  2. Beim Kauf von Acrylwannen darauf achten, dass es sich nicht um billiges Recycling-Material oder ABS-Kunststoff handelt.
  3. Die Wanne sollte die Richtlinien nach DIN EN 198 erfüllen und eine Dicke von mindestens 4 mm aufweisen.
  4. Das im Boden eingearbeitete Brett sollte mindestens 9 mm dick sein.
  5. Die Farbe der Badewanne sollte zu Waschtisch, WC und Bidet passen

Welche Form, Farbe und welches Material man jedoch letztendlich wählt, kann man dann einfach nach dem eingenen Geschmack entscheiden.

Baumärkte und Online-Shops bieten eine große Auswahl an Badewannen, wo jeder etwas passendes finden sollte.

Artikelbild: © archideaphoto / Shutterstock

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Источник: https://www.heimhelden.de/badewanne-welches-material-eignet-sich-am-besten

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