Aufzüge nachrüsten: Wie einfach ist es wirklich?

Contents
  1. Betreiberverantwortung für Aufzüge
  2. Herr Lassen, wie wird sichergestellt, dass Aufzugsanlagen in Deutschland unabhängig von ihrem Alter auf dem neuesten und sichersten Stand sind?
  3. Welchen Nutzen hat eine Gefährdungsbeurteilung für Besitzer und Betreiber von Aufzugsanlagen?
  4. Wie können beispielhafte Modernisierungsmaßnahmen aussehen?
  5. Ist die Einhaltung der Betriebssicherheitsverordnung Pflicht?
  6. Wie wird gewährleistet, dass die Beratung tatsächlich unabhängig vom Aufzughersteller stattfindet?  
  7. Was ist denn das für ein Aufzug? – Fahrstühle im Vergleich
  8. Kleine Liftkunde
  9. Pro- und Contra eigener Personenaufzug
  10. Einen Aufzug nachrüsten
  11. Explizit barrierefrei: Die DIN EN 81-70
  12. Behindertenaufzüge
  13. BetrSichV | Aufzüge
  14. Änderungen bei Prüfpflichten und Prüfzuständigkeiten
  15. Das Wichtigste auf einen Blick
  16. Spezielle Pflichten beim Betrieb von Aufzugsanlagen
  17. Nachrüsten von Aufzügen – Preise vergleichen
  18. Vorteile eines Personenaufzugs in Ihrem Gebäude
  19.   Barrierefreiheit
  20.   Erhöhung des Gebäudewerts
  21. So können Sie nachrüsten
  22.   Außen am Gebäude
  23.   Passend nach Maß
  24.   Für Rollstuhlfahrer
  25. Möglichkeiten der Modernisierung eines existierenden Aufzugs
  26.   1. Antrieb
  27.   2. Steuerung und Elektrik
  28.   3. Kabine
  29.   4. Aufzugstüren
  30. Neubau oder Modernisierung?
  31. Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten
  32. Eine geeignete Fachfirma finden
  33. Einen Aufzug nachrüsten
  34. Bestandteile eines Personenaufzugs
  35. 1. Antrieb des Aufzugs
  36. 2. Aufzugssteuerung & Elektrik
  37.  3. Aufzug-Kabine
  38. Was weiterhin beachtet werden muss
  39. Modernisierungsmöglichkeiten vorhandener Aufzugsanlagen
  40. Unbedingt in eine Bedarfsanalyse investieren
  41. Intelligente Technik spart bares Geld
  42. Alle Komponenten der Aufzugsanlage überprüfen
  43. Modernisierungs- und Neuinstallationskosten für Aufzüge im Vergleich
  44. Preise für das Nachrüsten eines Aufzugs zu vergleichen zahlt sich aus

Betreiberverantwortung für Aufzüge

Aufzüge nachrüsten: Wie einfach ist es wirklich?

Die Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) ist die deutsche Umsetzung der Europäischen Arbeitsmittelrichtlinie 2009/104/EG und regelt in Deutschland die Bereitstellung von Arbeitsmitteln durch den Arbeitgeber oder dessen Gleichstellen. Anfang Mai dieses Jahres wurde die aktuellste Version dieser Richtlinie rechtkräftig.

Die Betriebssicherheitsverordnung betrifft alle Eigentümer und Betreiber von Aufzugsanlagen in Deutschland. Deshalb wird im Folgenden der Einfachheit halber von „Betreiber“ gesprochen. Als allgemein akzeptierte Prüfliste fungiert, die im Jahr 2016 veröffentlichte Europäischen Norm DIN EN 81-80: 2016.

Diese zeichnet unterschiedlichste Risiken auf und bildet einen sehr guten Leitfaden für das Überprüfen verschiedenster Aufzugsanlagen.

Um die Anforderungen zu erfüllen und die Sicherheit der Fahrgäste zu erhöhen, wird eine kompetente Beratung der Betreiber von sogenannten überwachungspflichtigen Anlagen durch unabhängige Experten immer wichtiger. Joerg Lassen, Modernisierungsexperte bei Otis Deutschland, erläutert im Gespräch die Relevanz einer akkuraten ­Gefährdungsbeurteilung.

Herr Lassen, wie wird sichergestellt, dass Aufzugsanlagen in Deutschland unabhängig von ihrem Alter auf dem neuesten und sichersten Stand sind?

Regelmäßige Wartungsintervalle und Überprüfungen sorgen in erster Linie fortlaufend dafür, die Funktionstüchtigkeit und Sicherheit aller Anlagen zu gewährleisten. Darüber hinaus verlangt ­die Betriebssicherheitsverordnung aber auch eine eigenständige Gefährdungsbeurteilung.

Einfach gesagt: Ersteres sorgt dafür, dass der Aufzug nach dem Inverkehrbringen sicher und verlässlich funktioniert. Die Gefährdungsbeurteilung wiederum hilft, das technische Optimum zu erreichen. Die europäisch festgelegten Sicherheitsnormierungen ­orientieren sich dabei am Stand der Technik.

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Unabhängig davon schreitet die Entwicklung der Aufzugstechnologie in riesigen Schritten voran. Moderne Anlagen sind sicher, effizienter und komfortabler in der Nutzung.

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Eine objektive Gefährdungsbeurteilung verschafft Betreibern einen schnellen und zuverlässigen Überblick über den aktuellen Zustand ihrer Anlagen.

Welchen Nutzen hat eine Gefährdungsbeurteilung für Besitzer und Betreiber von Aufzugsanlagen?

Die Einhaltung verschiedenster Sicherheitsvorkehrungen dient in erster Linie der Sicherheit des Fahrgasts und Personen, die an der Anlage tätig sind. Zudem kann man mit zielgerichteten Modernisierungsmaßnahmen die Lebensdauer verlängern.

Die Nachhaltigkeit ist dabei ein wesentlicher Faktor, denn bei vorausschauender technischer Bewertung müssen im Idealfall nachfolgend weniger Teile ausgetauscht werden.

Die Kosten- und Planungssicherheit für den Betreiber ist zusätzlich ein sehr wichtiger Aspekt.

Wie können beispielhafte Modernisierungsmaßnahmen aussehen?

Oft reichen schon kleine Verbesserungen und Nachrüstungen, um eine bestehende Anlage wieder zukunftssicher zu machen und Normen einzuhalten. Das Nachrüsten einer Umwehrung auf dem Fahrkorbdach oder das Anbringen einer Leiter in der Schachtgrube zum Beispiel.

Beides erhöht die Sicherheit für den Servicetechniker bei Wartungsarbeiten.

Die Installation eines Lichtgitters zur Türüberwachung oder einer Frequenzregelung zur Verbesserung der Bündigkeit sind zukunftsorientierte Maßnahmen, welche die Sicherheit für den Fahrgast erhöhen.

Ist die Einhaltung der Betriebssicherheitsverordnung Pflicht?

Ja. Jeder Betreiber muss die auftretenden Gefährdungen an seinen Anlagen beurteilen lassen und gegebenenfalls daraus notwendige Schutzmaßnahmen ableiten. Genau deshalb ist es wichtig, Betreibern beratend zur Seite zu stehen und fach­gerechte Modernisierungen zu ermöglichen.

Wie wird gewährleistet, dass die Beratung tatsächlich unabhängig vom Aufzughersteller stattfindet?  

Wir setzen auf eine objektive Beurteilung. Uns ist es wichtig, dass strenge Qualitätsanforderungen eingehalten werden. Auf der Suche nach einem starken, Partner, der in Sachen fachlicher Kompetenz unseren Ansprüchen entspricht, haben wir uns für eine Zusammenarbeit mit einer extern zertifizierten Prüforganisation entschieden.

Diese führt als externer Service-Partner die Gefährdungsbeurteilung eigenständig durch und erstellt eine detaillierte Übersicht identifizierter Mängel oder Optimierungsmöglichkeiten. Darauffolgend kann der Betreiber oder Besitzer einer Anlage sich an das Unternehmen seiner Wahl wenden, um die ggf.

vorhanden Abweichungen beseitigen zu lassen.

Источник: https://www.facility-management.de/artikel/fm_Betreiberverantwortung_fuer_Aufzuege_3426968.html

Was ist denn das für ein Aufzug? – Fahrstühle im Vergleich

Aufzüge nachrüsten: Wie einfach ist es wirklich?

Aufzug ist nicht gleich Aufzug, aber nach oben geht es immer: mit Personenaufzügen, Behindertenaufzügen oder explizit barrierefreien Aufzügen. Auch eine Nachrüstung von vorhandenen Anlagen kann manchmal zweckmäßig sein.

1854 demonstrierte der amerikanische Ingenieur E. G. Otis eindrucksvoll die Wirksamkeit der von ihm erfundenen automatischen Aufzugsbremse.

Er ließ sich auf einer Plattform in die Lüfte ziehen, bis auf einer bestimmten Höhe das Tragseil durchtrennt wurde. Doch anstatt nach unten zu rasen, kam der Aufzug schon nach wenigen Zentimetern zum Stehen.

– Otis hatte Bremsbacken in das System eingesetzt, die in die gezahnten Führungsschienen griffen und die Bewegung zum Stillstand brachten.

Diese Mechanik, die keinen Strom braucht, funktioniert auch heute noch. Gegenüber weiteren Sicherungssystemen, wie mehreren Tragseilen und einem Luftkissen unterhalb der Bodenplatte, ist sie nach wie vor das wichtigste Element zur Sicherung von Aufzügen.

Aufzüge können also theoretisch nie und nimmer abstürzen. Außerdem sind sie eines der effektivsten Mittel auf dem Weg zu baulicher Barrierefreiheit. Das gilt im öffentlichen Raum, kann aber auch in privaten Häusern oder Maisonettewohnungen wortwörtlich zum Tragen kommen.

Kleine Liftkunde

Ein Aufzug ist ein Aufzug, wenn er mindestens 1,80 m überwindet und dazu eine Kabine und feste Zugangsstellen besitzt. Die „vertikale Transportanlage“, auch Lift oder Fahrstuhl, kann verschiedene Antriebsarten haben:

  • Beim Seilaufzug hängt die Kabine an Stahlseilen. Diese Art des Antriebs kann im Vergleich die höchsten Höhen überwinden und eignet sich auch für Wolkenkratzer.
  • Bei hydraulischen Aufzügen wird die Kabine durch Kolben bewegt. Durch das Einleiten von unter Druck stehender Flüssigkeit werden die Kolben und Kolbenstangen in Bewegung versetzt.
  • Ähnlich funktioniert auch der Vakuumantrieb, allerdings mit Luft. Eine Druckluftpumpe hebt oder senkt den Lift.

Weitere Antriebsarten sind der Traktionsantrieb, Spindelantrieb oder Zahnstangenaufzug (vgl. Wikipedia).

Gemäß Betriebssicherungsverordnung (BetrSichV) ist jede Aufzugsanlage zur Personenbeförderung überwachungsbedürftig. Die Anlage muss bautechnischen, brandschutztechnischen und ablauftechnischen Anforderungen genügen.

Man kann sich daher nicht einfach einen Lift in die eigene Behausung einbauen lassen. Zur Sicherheit braucht es dazu Prüfungen durch zugelassene Überwachungsstellen; eine vor Inbetriebnahme und wiederkehrende in regelmäßigen Abständen.

Damit die Bremsbacken auch wirklich greifen, wenn es drauf ankommt.

Wie bei allen Ein- oder Umbauten gilt, dass sie in Mietwohnungen und Mietshäusern in Absprache mit dem Vermieter zwar in der Regel eingebaut werden dürfen, der Vermieter kann aber verlangen, dass mit dem Auszug der alte Zustand wieder hergestellt werden muss.

Eine Aufzugsanlage lohnt sich deshalb eher im Eigenheim und kann ggf. auch bezuschusst werden, wenn ein behinderter Bewohner durch sie z. B. unabhängiger von Pflege wird oder der Aufzug nötig wird, um selbstständig zur Arbeit zu kommen.

Voraussetzung ist, dass es keine günstigere und ebenso effektive Maßnahme gibt. Daher sind es in aller Regel Treppenlifte, die bei ausreichender Begründung bewilligt werden.

Eine Übersicht über Urteilen zu Treppenliften und Aufzugsanlagen als Hilfsmittel hat die Online-Datenbank Rehadat. (Siehe auch: Finanzierung von barrierefreiem Wohnraum)

Pro- und Contra eigener Personenaufzug

Die Vorteile eines privaten Lifts

  • Gute Bedienbarkeit
  • Sicherheit
  • Überwindbarkeit auch größerer Höhendifferenzen
  • Komfort
  • Gestaltungsmöglichkeiten: Glas, pulverbeschichtete Aluminiumbereiche, Granit u. a.
  • Treppen bleiben frei

Mit geringen Kosten kann der private Personenaufzug nicht punkten. Der vergleichsweise hohe Aufwand des Einbaus bedingt auch erhebliche Kosten. Hersteller von Personenaufzügen liefern zum Teil Schachtgerüste aus Aluminiumprofilen.

„Die Schachtgrubentiefe beträgt bei Geschwindigkeiten größer als 0,2 Meter pro Sekunde mindestens 1.000 Millimeter. Bei Geschwindigkeiten bis zu 0,2 Metern pro Sekunde kann diese unter bestimmten Voraussetzungen deutlich verringert werden“ (Leben&Weg 6/2014).

Liegt der Antrieb direkt unter der Kabine, ist kein Maschinenraum nötig.

Auf der Contra-Liste stehen zudem Lieferfristen und erforderliche Serviceleistungen, die auch nach dem Einbau weiterhin nötig sind. Das Schweizer Zentrum für Hindernisfreies Bauen (ZHB) empfiehlt deshalb ein Serviceabonnement mit dem Hersteller abzuschließen.

Der gesamte Einbau braucht Zeit: Neben der Lieferfristen muss auch die Notwendigkeit zur Bewilligung als Zeitfaktor eingerechnet werden.

Einen Aufzug nachrüsten

Manchmal ist die Freude über einen vorhandenen Personenaufzug von kurzer Dauer: Entweder er stoppt so ungenau, dass Stufen zwischen Kabinenboden und Hausflur oder Wohnbereich entstehen, oder die Türen stammen von Anno dazumal und verbreiten mit Dreh- und Faltkonstruktionen 50er-Jahre Charme. Mit dem Rolli, Kinderwagen und Co. leider mühsam bis unbrauchbar.

Für solche Fälle gibt es z. T. nachrüstbare elektronische Schiebetüren mit Lichtschranken. Auch die Steuerung des Antriebs kann ggf. ausgetauscht werden, sodass ein Lift genau dort zum Stehen kommt, wo es erwünscht ist.

Explizit barrierefrei: Die DIN EN 81-70

Die Zugänglichkeit von Aufzügen für Personen mit Behinderungen ist in Deutschland in der Norm DIN EN 81-70 geregelt.

Sie geht über die allgemeinen Sicherheitsanforderungen hinaus und ist grundsätzlich verbindlich, wenn Aufzugsanlagen gemäß der Landesbauordnung als rollstuhlgerecht und/oder barrierefrei auszuzeichnen sind.

Im privaten Bereich sind diese Anforderungen nicht bindend und auch nicht unbedingt sinnvoll, weil sie unterschiedliche Einschränkungen berücksichtigen.

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Für Aufzugstyp bis 450 kg Traglast (also für bereits bestehende Gebäude mit Platzmangel) legt die Norm z. B. eine Kabinengröße von mindestens 1 m x 1,3 m mit einer lichten Türbreite von mindestens 80 cm fest – gedacht ist dieser Lift u. a. für Rollstuhlbenutzer ohne Begleitperson. Für Rollstuhlnutzer mit Begleitperson werden 1,1 m x 1,4 m mit einer Türbreite von mindesten 90 cm genannt.

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Bei größeren Fahrstühlen verändern sich die Maße und Höchsttraglasten entsprechend, im privat genutztem Wohnbereich sei es bei Kenntnis des Krankheits- und Behinderungsbildes und geeigneter Rollstuhlart jedoch „durchaus möglich geringere Abmessungen zu wählen“. Für detailliertere Informationen siehe externer Link Zugänglichkeit von Aufzügen für Personen mit Behinderungen.

Behindertenaufzüge

Zu den sogenannten „Behindertenaufzügen“ zählen Plattformlifte, die z. B. gelegentlich in Museen, Behörden oder anderen öffentlichen Gebäuden zu finden und nur mithilfe von Mitarbeitern zu benutzen sind.

Das liegt auch an der Maschinenrichtlinie 2006/42/EG, die vorschreibt, dass solche Aufzüge ausschließlich von Menschen mit Behinderung und ihren Begleitpersonen benutzt werden dürfen.

Sie müssen deshalb regelrecht „verschlüsselt“ werden.

Man unterscheidet zwischen Senkrecht- und Schrägaufzügen. Beide sind außen und innen nutzbar und dürfen nicht schneller als 0,15 m pro Sekunde fahren. Außerdem sind sie im öffentlichen und privaten Raum prüfpflichtig, wenn sie eine Absturzhöhe von 3 m überschreiten. Die Plattform nennt sich im Behördendeutsch „Lastaufnahmemittel“, denn die Kabine muss nicht zu allen Seiten geschlossen sein.

Im Gegensatz zum Aufzug für alle braucht der Behindertenaufzug aber eine Totmannsteuerung: Mann tot = Steuerung tot, soll heißen, dass der Aufzug nur auf Knopfdruck fährt. Dazu muss entweder ein Schlüsselschalter, ein Bedienhebel oder eine Fernbedienung während der gesamten Fahrt aktiviert werden.

Vorteile eines Behinderten-Senkrechtaufzuges

  • Geringere Anschaffungskosten im Vergleich zum Personenaufzug
  • Bei ausreichend Platz ist die Anpassung vergleichsweise einfach.
  • Niedrigere Kosten für Betrieb und Wartung im Vergleich
  • Innen und außen einsetzbar

Wieder anders sind sogenannte Hebelifte zu behandeln.

Sie schaffen eine senkrechte Hubhöhe von bis zu drei Metern und können als mobile Hilfe auch ohne Strom mit einer mechanischen Pumpe betrieben werden.

Während der Aufzug noch über eine Kabine verfügt, reicht bei Hubliften im privaten Bereich ein Sicherheitsbügel aus. Im öffentlichen Raum wird eine kontaktgesicherte Tür verwendet.

www.paranet.ch/spv

www.nullbarriere.de

Siehe auch: Wohnen mit Treppenlift; Die Treppe, die zum Lift wird

Источник: https://www.der-querschnitt.de/archive/20519

BetrSichV | Aufzüge

Aufzüge nachrüsten: Wie einfach ist es wirklich?

Betreiber müssen ihre gesamte Dokumentation an die neue Struktur anpassen. Leichter wird hingegen das Archivieren der Prüerichte, denn sie müssen nicht mehr in Papierform auewart werden. Es reicht, wenn sie elektronisch vorliegen.

Alle Aufzüge müssen nun verbindlich eine Prüfplakette tragen, die Aufschluss über Monat und Jahr der nächsten Prüfung gibt. Außerdem schreibt die Verordnung vor, dass bis spätestens Ende 2020 alle Aufzüge zur Personenbeförderung mit einem Notrufleitsystem ausgestattet werden müssen.

Zudem ist für jede Aufzugsanlage ein sogenannter Notfallplan anzufertigen.

Änderungen bei Prüfpflichten und Prüfzuständigkeiten

Die Prüfung vor Inbetriebnahme war früher nur auf bestimmte Aufzugsanlagen anzuwenden. Inzwischen gilt sie für alle Aufzugsanlagen mit Personenbeförderung. Auch bei den wiederkehrenden Prüfungen gibt es Änderungen.

Alle Aufzugsanlagen müssen spätestens alle zwei Jahre einer Hauptprüfung unterzogen werden. Das betrifft zum Beispiel auch Bauaufzüge mit Personenbeförderung. Dabei wird, wie zuvor schon, die gesamte elektrische Anlage geprüft.

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Jetzt muss genau in der Mitte, zwischen zwei Hauptprüfungen, also spätestens nach einem Jahr, eine Zwischensprüfung stattfinden.

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Alle Prüfungen, also Prüfungen vor Inbetriebnahme sowie die wiederkehrenden Haupt- und Zwischenprüfungen dürfen nur durch eine zugelassene Überwachungsstelle wie TÜV SÜD erfolgen. Das hat den Vorteil, dass alle Prüfungen von neutraler und unabhängiger Seite durchgeführt werden, ohne wirtschaftliches Interesse an Reparaturen und Instandhaltungsarbeiten.

Das Wichtigste auf einen Blick

Inbetriebnahmeprüfung

Seit dem 1. Juni 2015 gilt, dass neue Aufzugsanlagen nicht mehr nach, sondern vor der Inbetriebnahme durch eine zugelassene Überwachungsstelle geprüft werden müssen. Es gibt keine Übergangsfrist (sechs Monate) bis zur Anmeldung bei einer Überwachungsstelle mehr.

Prüfintervalle

Die zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS) ist berechtigt, die Frist für die wiederkehrende Prüfung zu verkürzen, wenn der Zustand der Anlage dies erforderlich macht. Aufzüge müssen maximal nach 2 Jahren wieder geprüft werden, kürzere Intervalle verursachen entsprechend höhere Kosten.

Inaugenscheinnahme

Betreiber sind verpflichtet, ihre Anlagen einer regelmäßigen Inaugenscheinnahme und Funktionskontrolle zu unterziehen.

Notrufleitsystem

Aufzüge mit Personenbeförderung müssen über ein Notrufleitsystem (2-Wege) verfügen und im Zweifel nachgerüstet werden. Die Übergangsfrist gilt bis 2020, doch im Falle eines Schadens haftet der Betreiber auch schon vorher.

Notfallplan

Auch der Notfallplan ist verbindlich. Dieser muss konkrete Informationen enthalten, darunter eine Anleitung zur Notbefreiung und Hinweise zur Ersten Hilfe. Auch Informationen, wer der verantwortliche Arbeitgeber ist und welche Personen Zugang zu sämtlichen Anlagenteilen haben bzw. im Notfall eine Befreiung vornehmen können, müssen enthalten sein.

Prüfplakette

Die Prüfplakette ist Pflicht. Der Betreiber ist verantwortlich, dass diese im Fahrstuhl angebracht wird. Auf der Plakette wird der nächste Prüftermin und die festlegende Stelle aufgeführt.

Spezielle Pflichten beim Betrieb von Aufzugsanlagen

Die BetrSichV legt fest, welche Aufzüge als überwachungsbedürftige Anlagen gelten und damit weiteren Vorschriften unterliegen.

Aufzugsanlagen ohne Personenbeförderung sind zwar keine überwachungsbedürftigen Anlagen, aber in der Regel Arbeitsmittel.
Sie sind daher als solche prüfpflichtig.

Prüfungen, Fristen, Zuständigkeiten

Die Prüffrist wurde für alle überwachungsbedürftigen Aufzugsanlagen vereinheitlicht und auf maximal zwei Jahre festgelegt (Hauptprüfung). Damit also auch für Aufzüge nach Maschinenrichtlinie (bisher vier Jahre). In der Mitte zwischen zwei Hauptprüfungen muss eine Zwischenprüfung stattfinden.

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Bei Aufzügen, die nach Aufzugsrichtlinie gebaut wurden (z.B. der klassische Personenaufzug), muss nach erfolgreich bestandenem Konformitätsbewertungsverfahren nun auch – wie bei allen anderen Aufzugsanlagen – eine Prüfung vor Inbetriebnahme erfolgen. Somit wurde auch hier für eine Vereinheitlichung von Aufzügen nach Maschinen- und Aufzugsrichtlinie gesorgt.

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Zudem ist, wie bisher, die überwachungsbedürftige Aufzugsanlage nach einer Änderung („Umbau“) zu prüfen.

Alle Prüfungen obliegen einer zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS), z.B. TÜV SÜD Industrie Service.

Prüfplakette

Im Fahrkorb ist eine Prüfplakette anzubringen, aus der sich der Monat und das Jahr der nächsten Prüfung und der „prüfenden Stelle“ ergibt.

Instandhaltung

Die „Instandhaltung“ ist jetzt „verpflichtend“ vorgeschrieben. Dies stellt zwar keine grundsätzliche Neuerung dar, wird aber nun als „Ordnungswidrigkeit“ geahndet, wenn diese nicht erfolgt. Damit werden der Wartung und Instandhaltung zusätzliches Gewicht verliehen.

Notrufsystem, Notfallplan

Neu ist zudem, dass alle Aufzüge nach Aufzugsrichtlinie bis 2020 mit einem Zwei-Wege-Kommunikationssystem ausgerüstet sein müssen. Ebenso muss bei Aufzügen nach Maschinenrichlinie die Personenbefreiung unter allen Umständen sichergestellt sein.

Ergänzt wird diese Maßnahme mit einem für jede Anlage erforderlichen Notfallplan (siehe Seitenende). Nach Anhang I, 4.1 der BetrSichV müssen im Notfallplan u.a. Angaben zu den Personen, die Zugang zu allen Einrichtungen der Anlage haben, enthalten sein.

Somit muss für die Notbefreiung von eingeschlossenen Personen der Zugang zu allen Schachtzugangstüren sowie den Einrichtungen für die Notbefreiung möglich sein. Führt der Zugang zu den Schachttüren durch Privatwohnungen (z.B. Penthouse), sind geeignete Lösungen zu schaffen. Solche Lösungen können z.B.

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ein zusätzlicher Schlüsseltresor oder die Hinterlegung eines Schlüssels bei einem Sicherheitsunternehmen sein. Die alleinige Angabe „Personenbefreiung durch die Feuerwehr 112“ im Notfallplan ist nicht ausreichend.

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Weitere Voraussetzungen und Anforderungen sind in der TRBS 2181 – Schutz vor Gefährdungen beim Eingeschlossensein in Personenaufnahmemitteln – enthalten.

Dokumentation

Das Archivieren der Prüerichte kann jetzt ausschließlich in elektronischer Form erfolgen (z. B.über Netinform).

Источник: https://www.tuvsud.com/de-de/indust-re/betriebssicherheitsverordnung-info/betriebssicherheitsverordnung-aufzug

Nachrüsten von Aufzügen – Preise vergleichen

Aufzüge nachrüsten: Wie einfach ist es wirklich?

Nahezu jedes Gebäude lässt sich auch nachträglich mit einem Aufzugssystem ausstatten. Dabei ist es irrelevant, ob es sich um ein Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus oder Bürogebäude handelt.

Auch das Alter und die Höhe der Häuser spielen dabei keine Rolle. Verfügt Ihr Gebäude bereits über einen Fahrstuhl, könnte eine Modernisierung verschiedene Vorteile mit sich bringen.

In den letzten Jahren kamen einige Neuerungen in den Bereichen Energieeffizienz und Steuerungsoptimierung auf den Markt.

Vorteile eines Personenaufzugs in Ihrem Gebäude

Ein Aufzug ist nicht nur von Vorteil, wenn in Ihrem Gebäude gehbehinderte Menschen wohnen. Gemäß DIN 18040-1 ist die Einrichtung schwellen- und stufenloser Zugänge in öffentlichen Gebäuden sogar gesetzlich vorgeschrieben. Weitere Gründe für die Nachrüstung eines Personenaufzugs sind:

  Barrierefreiheit

  • Entweder aus aktuellem Anlass, beispielsweise für eine rollstuhlfahrende Person, oder
  • perspektivisch für uneingeschränkte Mobilität im Alter.

  Erhöhung des Gebäudewerts

  • Zum einen erhöht ein Personenaufzug den Wert für den Wiederverkauf,
  • zum anderen führt ein Aufzug zur Steigerung des Mietwerts.

  Verbesserung der Wohnqualität

  • Erleichterung des Transports von Kinderwagen oder schweren Einkäufen in höhere Stockwerke

  Unser Tipp:

In öffentlichen Gebäuden ist der barrierefreie Zugang sogar gesetzlich vorgeschrieben.

So können Sie nachrüsten

Ist in Ihrem Haus noch kein Fahrstuhl vorhanden, stehen Ihnen mehrere Möglichkeiten zum Nachrüsten zur Verfügung. Ein Fachmann kommt gern zu Ihnen nach Hause und berät Sie bezüglich Ihrer individuellen Möglichkeiten. Folgende Aufzuglösungen gibt es:

  Außen am Gebäude

Ob in Treppenhäusern von Mehrfamilienhäusern oder in Foyers von Bürokomplexen – nicht immer ist innerhalb des Gebäudes ausreichend Platz für einen Aufzug.

Daher ist es auch möglich, Schachtgerüste in Form von Außenaufzügen an der Außenwand des Gebäudes zu montieren. Bei dieser Lösung entfallen die Treppenhausdurchbrüche.

Optisch lassen sich die Gerüste in jedes Gebäudekonzept integrieren.

Schachtgerüste bekommen Sie mit oder ohne Verkleidung. Der Einbau hat keinen Einfluss auf die Statik des Gebäudes, da die Schachtgerüste selbsttragend konstruiert sind.

Die Variante ohne Verkleidung ist preiswert und nutzt jeden zur Verfügung stehenden Millimeter.

Verkleidungen bekommen Sie in den gängigen Aufzugsmaterialien: pulverbeschichteter Stahl, Edelstahl mit Spiegel- oder Ornamenteffekten, Kupfer, Messing, Aluminium oder Glas.

  Passend nach Maß

Da die meisten Gebäude, die ohne einen Fahrstuhl geplant und gebaut wurden, nicht auf einen nachträglichen Einbau eines Aufzugssystems ausgerichtet sind, stellen sich die Aufzughersteller auf individuelle Maße ein.

So sind die Grundrisse der Personenaufzüge flexibel gestaltbar und finden auch für den kleinsten Raum eine Liftlösung.

Der kleinste heute hergestellte Aufzug hat eine Grundfläche von unter einem Quadratmeter und schafft immerhin noch ein Gesamtgewicht von 130 Kilogramm.

  Für Rollstuhlfahrer

Aufzüge für Rollstuhlfahrer müssen eine bestimmte Größe haben und auch die Fläche vor dem Aufzug darf gewisse Maße nicht unterschreiten. Geregelt werden diese Vorgaben durch die DIN 18025-1/2.

 Die angegebenen Maße des Fahrkorbs bezeichnen die tatsächliche Nutzfläche. Daneben sind auch die Maße für die Planung von Haltestangen, Steuerung und Bedienvorrichtungen geregelt.

Fachfirmen für Personenaufzug in Ihrer Region.

Wir finden passenden Fachfirmen für Sie.

Die Einbauzeit beträgt in der Regel zwei bis vier Wochen. Meistens werden Schachtgerüst und Kabine parallel montiert. Das ist zeitsparend und kommt vor allem den Mietern oder Angestellten zugute.

Für einen nachträglichen Einbau eignen sich besonders maschinenraumlose Aufzüge, denn hierbei befindet sich der Antrieb direkt an der Kabine oder ist in dem Gegengewicht integriert.

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Dadurch haben Sie auf kleinstem Raum flexible Gestaltungsmöglichkeiten.

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Planen Sie mit einem Aufzug nachzurüsten, sollten Sie folgende Fragen beantworten:

  • Wie groß muss die Kabine sein?
  • Welche Traglast ist notwendig?
  • Besteht auf allen Ebenen ein Zugang?
  • Wie hoch ist die maximale Förderhöhe?
  • Bei anvisierter Außenmontage: Sind Zugangswege vorhanden oder realisierbar?

Möglichkeiten der Modernisierung eines existierenden Aufzugs

Bei der Modernisierung haben Sie zwei Möglichkeiten: Entweder Sie erneuern nur einzelne Komponenten oder Sie entscheiden sich für einen Komplettaustausch. Dieser ist ratsam, wenn die Komponentenerneuerung teurer ausfallen würde als der Neubau. Für folgende Bauteile lohnt meist eine Modernisierung:

  1. Antrieb

Überprüfen Sie Bremsen, Tragseile, Gegengewicht, Schacht und Maschinenraum. Auch die Antriebsart sollten Sie überdenken. Bewegt sich Ihr Personenaufzug mit einem Seilantrieb, kann ein alter Trommelaufzug durch einen moderneren Treibscheibenaufzug ersetzt werden.

  2. Steuerung und Elektrik

Sind der Schalter, die Verkabelung und Überwachungselektronik auf dem neuesten Stand? Beispielsweise kann ein Gurt aus mehreren dünnen Stahlseilen direkt über die Antriebswelle gelegt werden, wodurch verlustreiche Reibung zwischen Motor und Antriebswelle wegfällt und Energiekosten eingespart werden.

  3. Kabine

Für einen Lift im öffentlichen Gebäude sind schwellen- und stufenlose Zugänge gesetzlich vorgeschrieben. Möchten Sie den Lift außerdem behindertengerecht gestalten, sind die Vorgaben der DIN EN 81-70 „Zugänglichkeit von Aufzügen für Personen mit Behinderungen“ zu beachten.

  4. Aufzugstüren

Beachten Sie, dass eine Sicherheit durch Lichtschranken gewährleistet werden muss. 

Vor allem in hochfrequentierten Gebäuden sollte ein modernes Betriebssystem gewählt werden.

Neubau oder Modernisierung?

Um die effizienteste Lösung für Ihr Aufzugssystem zu finden, sollten Sie eine Bedarfsanalyse durchführen. Dabei überprüfen Sie, wenn möglich mit einem Sachverständigen, Ihre Aufzugsanlage und entscheiden, ob eine Modernisierung oder ein Neubau besser geeignet wäre. Folgende Aspekte sollten überprüft werden:

  • Energieeffizienz: Wie viel Strom verbraucht Ihr Aufzug? Moderne Fahrstühle verbrauchen nur etwa halb so viel Energie wie die Modelle vor 20 Jahren.
  • Sicherheit: Besitzt Ihr Aufzug bereits Lichtschranken? Diese gehören zum heutigen Standard dazu.
  • Zugänglichkeit: Alte und schwere Drehtüren erschweren den Ein- und Ausstieg in den Aufzug.
  • Erscheinungsbild: Passt Ihr Aufzug nach der Renovierung noch in das Erscheinungsbild Ihres Gebäudes?

  Unser Tipp: 

Kosten und Finanzierungsmöglichkeiten

Die Kosten für Aufzugsanlagen sind stark von der Anlagengröße, der Antriebsart und der zu überwindenden Höhe abhängig. Rechnen Sie je nach Ausstattung mit Kosten ab 20.000 Euro, inklusive der Montagekosten.

Soll der Einbau aufgrund pflegebedürftiger Personen stattfinden, fördert die Pflegekasse einen Fahrstuhl mit einer Summe von bis zu 4.000 Euro. Voraussetzung ist die Pflegestufe zweioder höher.

Für andere Liftprojekte bietet auch die Kreditanstalt für Wiederauau (KfW) Förderprogramme an, die Sie je nach Fokus Ihres Bauprojekts in Anspruch nehmen können. Mit dem KfW-Kredit 159 sichern Sie sich bis zu 50.000 Euro für alle Umbaumaßnahmen zur Reduzierung von Barrieren.

Dazu zählen auch der Einbau, die Nachrüstung oder Verbesserung von Aufzugsanlagen.

Eine geeignete Fachfirma finden

Lassen Sie sich beraten, welche Modernisierungsmaßnahmen sich für Sie lohnen. Denken Sie über den nachträglichen Einbau einer Aufzugsanlage nach, dann planen Sie diese mit einem Fachmann.

Aroundhome hilft Ihnen bei der Vorauswahl verschiedener Aufzugsfirmen. Füllen Sie einfach unseren Fragebogen aus und fordern Sie kostenlos und unverbindlich bis zu drei Angebote verschiedener Anbieter an.

Sie entscheiden, welches Angebot das richtige für Sie ist.

Источник: https://www.aroundhome.de/personenaufzug/nachruesten/

Einen Aufzug nachrüsten

Aufzüge nachrüsten: Wie einfach ist es wirklich?

Ein Aufzug gehört mittlerweile zur Standardausstattung vieler Mehrfamilienhäuser, auch wenn bei einem Großteil der Bauten in Deutschland noch Nachholbedarf besteht.

Er trägt erheblich zur Steigerung des Wohnwertes bei, da schwere und sperrige Lasten – Einkaufstüten, Sprudelkisten oder Kinderwägen beispielsweise – fortan nicht mehr mühselig die Treppe hinaufgetragen werden müssen.

Wer bei seinem Gebäude Modernisierungsbedarf sieht, kann heutzutage schnell und meist auch recht günstig einen neuen Aufzug einbauen lassen oder das bestehende Modell auf den aktuellen technischen Stand bringen bzw. einen Aufzug einfach nachrüsten.

Bestandteile eines Personenaufzugs

Ein Personenaufzug ist für sich betrachtet eine recht komplexe Anlage. Damit man sich ein besseres Bild der einzelnen Komponenten machen kann, haben wir die wichtigsten Bestandteile einer Aufzugsanlage dargestellt. Ob es sich lohnt, einen bestehenden Aufzug zu modernisieren oder einen neuen Aufzug zu installieren, muss im Einzelfall geklärt werden.

1. Antrieb des Aufzugs

Der Antrieb bei einem Seilaufzug besteht aus dem Tragseil mit Gegengewicht, den Bremsen sowie einem Maschinenraum plus

Aufzugsschacht. Sollten Sie sich für einen neuen Aufzug entscheiden, ergeben sich folgende Vorteile:

  • Bessere Raumnutzung bzw. Platzeinsparung
  • Weniger Geräuschbelastung durch bessere Dämmmaßnahmen
  • Effizientere Auslastung durch moderne Steuerung
  • Mehr Sicherheit

2. Aufzugssteuerung & Elektrik

Ein moderner Aufzug überzeugt nicht zuletzt durch eine ausgeklügelte elektrische Steuerung und die damit einhergehende Sicherheit sowie Komfort. Durch die modernisierung der Steuerung und Elektrik ergeben sich folgende Vorteile:

  • Verringerung der Unfallgefahr
  • Bessere Steuerung des Verkehrsflusses
  • Höhere Energieeffizienz
  • Sanfte Beschleunigung und softes Bremsen des Aufzugs
  • Bessere Fehler- und Störanalyse

 3. Aufzug-Kabine

  • Behindertengerechte Ausstattung nach Norm ( EN 81-70)
  • Modernes, digitales Display (hauptsächlich in öffentlichen Gebäuden & Bürogebäuden)
  • Ansprechendes Erscheinungsbild
  • Hohe Sicherheit durch integrierte Fotozellen bzw.

    Lichtschranken

  • Nahezu geräuschloses Öffnen und Schließen der Aufzugstüren
  • Weniger störanfällig durch moderne Steuertechnik

Bei der Nachrüstung stehen Hausbesitzern zwei Möglichkeiten offen. Zum einen können sie den Aufzug in das Treppenhaus im inneren des Gebäudes integrieren.

Die Integrierung einer Aufzuganlage beispielsweise in das Treppenauge geradläufiger Treppen nutzt vorhandenen Platz sinnvoll aus und spart wertvolle Zeit.

Statt auf jeder Etage die Decke durchbrechen zu müssen, wird im Treppenauge ein Stahlgerüst aufgestellt, das lediglich an den Etagen direkt mit dem Gebäude verbunden wird. Dies führt zu einer nur sehr geringen Beeinflussung der Statik des gesamten Bauwerks.

Moderne Aufzugssysteme sind mittlerweile so flexibel, dass sie auch auf Grundflächen von unter einem Quadratmeter problemlos sinnvoll integriert werden können.

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Selbst unter diesen extremen Bedingungen erreichen sie noch eine Traglast von bis zu 140 Kilogramm, was in der Regel ausreicht, um mindestens eine erwachsene Person zu befördern.

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Falls auch oder insbesondere Rollstuhlfahrer mit dem Aufzug transportiert werden sollen, was vor allem in öffentlichen Gebäuden der Fall ist, die einen barrierefreien Zugang ermöglichen müssen, sind genaue lichte Mindestmaße bei der Konstruktion des Fahrstuhlkorbes einzuhalten. Diese werden durch die DIN 18025-1/2 Aufzug geregelt, welche auch genaue Angaben zu der Anbringung des Bedientableaus und der Haltestangen sowie den innen und außen angebrachten Bedienvorrichtungen macht.

Sollte es aus Platzgründen nicht möglich sein, eine Aufzuganlage im Inneren eines Gebäudes nachträglich einzubauen, empfiehlt sich die Installation an der Fassade des Gebäudes.

Auch hierbei wird ein selbsttragendes Stahlgerüst genutzt, welches im Anschluss entweder blickdicht mit Edelstahl, Aluminium und ähnlichen Materialien oder alternativ mit Glas verkleidet werden kann, was optisch in der Regel für einen Hingucker sorgt und das Gebäude von außen deutlich moderner erscheinen lässt.

Auch diese Variante nimmt nur an den Aus- und Einstiegspunkten auf den Etagen Einfluss auf die Statik des Gebäudes, welcher in der Regel aber zu vernachlässigen ist.

Was weiterhin beachtet werden muss

Die Frage, ob die Installation eines Fahrstuhls im Inneren des Gebäudes möglich oder doch nur an der Außenfassade sinnvoll ist, ist nur eine von vielen, die man sich vor dem Einbau stellen muss. Im Zuge der Entscheidungsfindung müssen auch diese Punkte besonders beachtet werden:

  • Notwendige Größe der Kabine
  • Minimale Traglast
  • Maximale Förderhöhe
  • Zugangsmöglichkeit auf allen Etagen
  • Zugangsmöglichkeit im Außenbereich

Modernisierungsmöglichkeiten vorhandener Aufzugsanlagen

Oftmals verfügen ältere Gebäude bereits über eine bestehende Aufzuganlage, deren Modernisierung bei der Renovierung des gesamten Komplexes meist ebenfalls sinnvoll ist.

Zum einen aus dem Grund, da besonders an der Fassade angebrachte Aufzüge optisch nicht mehr in das neue Erscheinungsbild passen, und zum anderen, weil modernisierte Anlagen wegen der aktuellen Technik weniger Strom benötigen und somit effizienter arbeiten.

Unbedingt in eine Bedarfsanalyse investieren

Ob man die bestehende Anlage komplett austauschen muss oder nur einige Teile ersetzt werden müssen, kann nur von einem Sachverständigen geklärt werden.

In einer Bedarfsanalyse stellt dieser fest, ob sich die eingebaute Technik dahingehend optimieren lässt, dass der Personentransport zu den einzelnen Etagen schneller stattfinden kann, ob die Sicherheitseinrichtungen noch aktuellen Standards entsprechen und ob sich beim Thema Energieeffizienz noch etwas einsparen lässt.

Intelligente Technik spart bares Geld

Besonders bei der Energieeffizienz haben so gut wie alle älteren Aufzugmodelle deutliches Entwicklungspotenzial. Dies beginnt bereits beim Einsatz der richtigen Leuchtmittel.

Moderne LEDs benötigen deutlich weniger Strom als alte Birnen, haben eine deutlich höhere Lebensdauer und halten ständiges An- und Abschalten problemlos aus.

Über eine intelligente Standby-Automatik können neben der Beleuchtung auch die Frequenzregelung und die Steuerung so weit heruntergefahren werden, dass die gesamte Anlage in verkehrsarmen Zeiten nur rund die Hälfte der Energie benötigt.

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In Gebäuden mit mehreren Fahrstuhlschächten lohnt sich der Einsatz einer intelligenten Zielwahlsteuerung. Diese koordiniert immer den nächstgelegenen Fahrstuhl zum wartenden Passagier und verhindert so Leerfahrten der Kabinen über mehrere Etagen.

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Moderne Antriebsanlagen sind deutlich kleiner als ältere Modelle und können in der Regel meist direkt im Schacht installiert werden. Auf diese Art und Weise spart man sich den Wartungsraum und ein zusätzliches Verlegen von Kabeln.

Dazu verursachen moderne Anlagen weniger Reibungsverlust als alte, seilbetriebene Aufzüge, wodurch der Energieverlust nochmals um rund 20% minimiert wird.

Eine Modernisierung der Aufzugsanlage minimiert zudem die Ausfallzeiten, sorgt für mehr Laufruhe und ist schlussendlich deutlich sicherer für den Anwender und Wartungs- und Reinigungskräfte.

Bei Aufzügen, die mehr als 100.000 Fahrten im Jahr zurücklegen, werden mittlerweile spezielle Energierückgewinnungssysteme eingesetzt, die die durch das Bremsen entstehende Abwärme sinnvoll nutzen und in das Hausnetz einspeisen können.

Die Installation eines regenerativen Antriebes lohnt sich in der Regel aber nur in öffentlichen Gebäuden und großen Bürogebäuden.

Kleine bis mittelgroße Wohnanlagen erreichen meist nicht die nötige Anzahl an Fahrten, die einen Einbau wirtschaftlich sinnvoll machen.

Alle Komponenten der Aufzugsanlage überprüfen

Bei der Bedarfsanalyse werden alle Komponenten einer eingehenden Prüfung unterzogen, dazu gehören auch die Türen, Steuerungs- und Bedienelemente, Sicherheitseinrichtungen und die Kabine.

Insbesondere ein Austausch der Kabinentüren kann zu einer Erhöhung der Sicherheit aller Fahrgäste beitragen.

Moderne Lichtschranken erkennen in einem Bruchteil einer Sekunde, ob sich noch jemand oder etwas im Einstiegsbereich befindet, öffnen bei Bedarf selbst die Türen und senken so die Verletzungsgefahr. Durch leises Schließen wird die Lärmbelästigung für Bewohner angrenzender Wohnungen minimiert.

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Steuerungs- und Bedienelemente können dahingehend optimiert werden, dass sie einerseits – wie oben bereits erwähnt – bei Nicht-Betrieb in den Standby-Modus versetzt werden und andererseits auch von Menschen im Rollstuhl noch gut erreicht werden können. Zudem senkt eine Modernisierung die Ausfallzeiten. Der Komfort der Passagiere wird durch ein sanftes An- und Abfahren gewährleistet.

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Auch die Kabinen bieten zunächst ungeahntes Optimierungspotenzial. Bereits das Entfernen von alten Graffiti, Kaugummiresten und anderen Spuren des Vandalismus sorgt für ein deutlich angenehmeres Gefühl bei der Fahrt.

Bei einem Austausch der gesamten Kabine kann auf die Verkleidung im Sinne der Wärmeisolation geachtet werden.

Speziell bei an der Außenseite des Gebäudes angebrachten Anlagen wird so ein Wärmeverlust vermindert, der ansonsten bei jedem Öffnen der Türen entstehen würde.

Hinsichtlich der Barrierefreiheit muss auf die Vorgaben der Aufzugsrichtlinie DIN EN 81-70 wert gelegt werden. Diese beschreibt den Grad der Zugänglichkeit, der gewährleistet sein muss, damit auch Rollstuhlfahrer und Menschen mit Behinderungen die Anlage problemlos nutzen können.

Modernisierungs- und Neuinstallationskosten für Aufzüge im Vergleich

Eine pauschale Aussage darüber zu treffen, wie viel der Neubau oder die Modernisierung einer Aufzuganlage kostet, ist nahezu unmöglich. Der Preis ist von unzähligen Faktoren abhängig:

  • Förderhöhe
  • Nennlast
  • Zusätzliche Ausstattung
  • Kabinengröße
  • Geschwindigkeit
  • Antriebsart
  • Ort der Installation

Zur Berechnung der genauen Kosten sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden, der alle Faktoren berücksichtigen und anschließend einen recht genauen Preis nennen kann.

Dabei sollte beachtet werden, dass zu den reinen Materialkosten zusätzlich noch Kosten für die Installation und die anschließende Wartung und Reinigung hinzukommen.

Sowohl Mieter als auch Vermieter sollten dabei beachten, dass sich eine Installation oder Modernisierung einer Aufzuganlage auf die Mietkosten niederschlagen kann.

Preise für das Nachrüsten eines Aufzugs zu vergleichen zahlt sich aus

Um beim Bau- oder Renovierungsvorhaben nicht zu viel bezahlen zu müssen, lohnt es sich, die Aufzugspreise verschiedener Anbieter zu vergleichen.

In der Regel können diese auch individuelle Lösungen für Gebäude anbieten, die nur begrenzten Platz für einen Aufzug bereithalten. Nicht selten lohnt sich auch das Nachfragen nach gebrauchten Systemen.

Diese sind deutlich günstiger als neue Anlagen und bieten dennoch ähnlich viel Sicherheit und Komfort, da sie vor dem Einbau komplett gewartet und generalüberholt wurden.

Источник: https://www.personenaufzuege.com/ratgeber/einen-aufzug-nachruesten/

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