Begriffserklärungen zum barrierefreien Wohnen

Contents
  1. Barrierefreiheit im Wohnungsbau – Begriffe
  2. Doch was verbirgt sich hinter diesen Begriffen?
  3. Was bedeutet dies konkret für potentielle Käufer oder Mieter einer Wohnung?
  4. Barrierefrei und rollstuhlgerecht: Was diese Begriffe bedeuten
  5. Die gesetzliche Definition vom Begriff Barrierefreiheit
  6. Die Bedeutung von Begriffen wie schwellenarm, altersgerecht, barrierefrei und rollstuhlgerecht
  7. Barrierefrei und rollstuhlgerecht
  8. Kriterien für eine barrierefreie Wohnung
  9. Der Unterschied zwischen barrierefrei und rollstuhlgerecht
  10. Senioren- und altengerecht
  11. Barrierearm, schwellenarm und barrierereduziert
  12. Behindertengerecht
  13. Die wichtigsten Aspekte bei barrierefreiem Wohnraum
  14. Eingang
  15. Flächen
  16. Bad
  17. Küche
  18. Rollstuhlgerecht oder barrierefrei – das müssen Sie wissen
  19. Rollstuhlgerecht: Definition und Abgrenzung
  20. Eigenschaften einer rollstuhlgerechten Wohnung
  21. Rollstuhlgerechte Wohnung: Worauf Sie bei der Suche achten sollten
  22. Diese Blogbeiträge könnten Sie auch interessieren:
  23. Unterschied zwischen barrierefrei, rollstuhlgerecht und seniorengerecht
  24. Rollstuhlgerecht und barrierefrei in der Norm zum barrierefreien Bauen
  25. Vorhandensein eines Rollstuhlabstellplatzes:
  26. Rollstuhlgerechte Wohnräume und Ausstattung:
  27. Rollstuhlgerechtes Bad:
  28. Tipps für die Praxis
  29. Barrierefreiheit – Was heißt das?
  30. Der Terminus „Barrierefreiheit“ ist gesetzlich definiert
  31. Barrierefrei ist nicht gleich rollstuhlgerecht
  32. Merkmale einer barrierefreien Wohnung
  33. öffentlicher Bereich der Wohngebäude
  34. privater Wohnbereich
  35. Unterschiede zwischen einer barrierefreien und einer Rollstuhlgerechten Wohnung
  36. Genau auf die Bezeichnungen achten

Barrierefreiheit im Wohnungsbau – Begriffe

Begriffserklärungen zum barrierefreien Wohnen

Wohnungsvermieter und -verkäufer haben den Markt der bewussten Nutzer entdeckt. Diese wünschen sich eine Wohnung, die ihnen einen möglichst langen Verbleib in den eigenen vier Wänden – auch mit den ersten Einschränkungen – garantiert.

So liest man in Wohnungsanzeigen viele unterschiedliche Begriffe: Seniorengerecht, altengerecht, barrierereduziert, barrierearm, barrierefrei, rollstuhlgerecht, behindertengerecht, schwellenarm … und noch vieles mehr wird dort angepriesen.

Doch was verbirgt sich hinter diesen Begriffen?

Vorab: Die Begriffe „altengerecht“, „seniorengerecht“, „barrierearm“, „schwellenarm“, „barrierereduziert“ etc. sind nicht gesetzlich definiert.

Hinter einer „seniorengerechten“ beziehungsweise „altengerechten“ Wohnung verbirgt sich in der Regel eine ganz normale Wohnung.

Obwohl die Adjektive suggerieren, dass man in diesen Wohnungen bis ins hohe Alter, trotz eventuell vorhandener körperlichen Einschränkungen, gut leben kann, hat man keinen Anspruch auf eine besondere Ausstattungsqualität.

Dies wurde mittlerweile in diversen Gerichtsurteilen bestätigt: s.

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OLG Koblenz 10 U 1504/09, hier heißt es in der Urteilsbegründung: „Der Begriff 'seniorengerecht' ist kein Rechtsbegriff und kann nicht als gleichbedeutend mit dem Begriff 'behindertengerecht' angesehen werden. Nicht jeder Mensch fortgeschrittenen Alters ist (…) als körperlich behindert anzusehen und auf Rollstuhl oder Rollator angewiesen.“

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Bei einer „barrierearmen“, „schwellenarmen“ oder „barrierereduzierten“ Wohnung ist vielleicht eine bodengleiche Dusche oder ein Aufzug vorhanden. Das war es aber dann meist schon.

Ob an ausreichende Bewegungsflächen in den Räumen oder Türdurchgangsbreiten gedacht wurde, ist völlig unklar.

Auch hier gilt, dass es sich um undefinierte Begriffe handelt und man deshalb keinen Anspruch auf bestimmte Ausstattungsmerkmale der Wohnung hat.

Eine „behindertengerechte“ Wohnung hingegen ist immer an die individuellen Bedürfnisse einer bestimmten einzelnen Person angepasst. Angesichts der Vielzahl an möglichen „Behinderungen“, beinhaltet der Begriff daher keine allgemein gültigen Ausstattungskriterien und ist in Wohnungsanzeigen völlig fehl am Platz.

Doch wie verhält es sich nun mit den Begriffen „barrierefrei“ und „rollstuhlgerecht“?

Das sind die einzigen Begriffe, die eine bestimmte Ausstattungsqualität garantieren. Diese sind in der DIN 18040 genau definiert. Für den Wohnungsbau gilt dabei die DIN 18040 „Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 2: Wohnungen“.

Während im öffentlichen Bereich der Begriff „barrierefrei“ automatisch auch immer die Rollstuhlgerechtigkeit mit einschließt, ist dies im Wohnungsbau nicht so.

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Im Wohnungsbau entspricht nur bei der Infrastruktur des Gebäudes „barrierefrei“ auch „rollstuhlgerecht“. D.h. überall im öffentlichen Bereich und auf dem Weg bis hinter die Wohnungseingangstür werden z.B.

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Bewegungsflächen von 150 cm x 150 cm und lichte Türdurchgangsbreiten von 90 cm etc. gefordert.

Innerhalb der Wohnung wird dann in der DIN 18040-2 differenziert zwischen

„barrierefrei nutzbaren Wohnungen“ und dem höheren Standard

„barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbare Wohnungen“.

Man geht dementsprechend in einer barrierefreien Wohnung nicht von einer Rollstuhlnutzung aus. Wenn diese Bedingungen erfüllt werden sollen, dann muss eine Wohnung nicht nur „barrierefrei“, sondern „barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar“ sein.

Die Rollstuhlgerechtigkeit beinhaltet alles, was die Barrierefreiheit auch fordert. Darüber hinaus sind bei der Rollstuhlgerechtigkeit noch weitere Anforderungen zu erfüllen. So wird z.B. durch die sog. „R – Anforderungen“ der DIN 18040-2 dem höheren Raumbedarf eines „Norm-Rollstuhlfahrers“ Rechnung getragen.

Bei einer barrierefreien Wohnung reicht dementsprechend eine lichte Türdurchgangsbreite von 80 cm aus, wo hingegen für eine Rollstuhlnutzung laut DIN 90 cm gefordert sind. Bezüglich der Bewegungsflächen ist für Rollstuhlgerechtigkeit eine Fläche von 150 cm x 150 cm (z.B. vor allen Sanitärobjekten, Türen etc.

) nachzuweisen, für Barrierefreiheit einer Wohnung genügt eine Fläche von 120 cm x 120 cm.

Was bedeutet dies konkret für potentielle Käufer oder Mieter einer Wohnung?

Die einzigen Begriffe, die eine bestimmte Ausstattungsqualität beinhalten sind „barrierefrei“ oder „rollstuhlgerecht“.

Ist im Kaufvertrag eine barrierefreie oder sogar rollstuhlgerechte Wohnung vereinbart, muss die Wohnung nach DIN 18040-2 geplant und gebaut sein.

Sogar das Werben für eine barrierefreie Wohnung verpflichtet den Verkäufer oder Vermieter zur Einhaltung der entsprechenden Ausstattungsqualität laut DIN.

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Bei allen anderen Wohnungsanzeigen mit undefinierten Begriffen, wie z.B. „seniorengerecht“ oder „barrierearm“ sollten im Vorgespräch mit dem Verkäufer oder Vermieter alle gewünschten Ausstattungsmerkmale geklärt werden.

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Bei allen Wohnungen muss bei der Besichtigung genau hingesehen werden, ob die versprochenen Kriterien auch baulich umgesetzt wurden.

Da der Laie in der Regel die baulichen Notwendigkeiten nicht so genau abschätzen kann, empfiehlt es sich, spätestens bei der Wohnungsbesichtigung einen fachkundigen Berater hinzuzuziehen.

Es ist dringend angeraten, vorher genau zu prüfen, ob die Wohnung dem versprochenen Standard und/oder den individuellen Anforderungen entspricht. Dies ist gut investiertes Geld im Vergleich zu einem unnötigen erneuten Umzug bzw. der späteren Erkenntnis, dass z.B.

das Bad im Bedarfsfall mit einem Rollator oder Rollstuhl leider nicht nutzbar ist.

TIPP:

Um im Nachhinein komplizierte und langwierige Rechtssstreitigkeiten zu vermeiden, sollte immer detailliert im Kaufvertrag / Mietvertrag festgeschrieben werden, welche Punkte der DIN 18040-2 umgesetzt wurden. Somit werden zur Zufriedenheit aller von vorne herein alle Unklarheiten bezüglich des Standards der Barrierefreiheit ausgeschlossen.

Bitte füllen Sie diese Anfrage nur aus, wenn Sie innerhalb der nächsten 6 Monaten eine wirkliche Bauabsicht haben.

Источник: https://nullbarriere.de/barrierefreie-wohnung-mieten.htm

Barrierefrei und rollstuhlgerecht: Was diese Begriffe bedeuten

Begriffserklärungen zum barrierefreien Wohnen

Aktualisiert am 18. Juni 2020 von Ömer Bekar

Damit eine Wohnung barrierefrei und rollstuhlgerecht ist, muss sie festgelegte Standards erfüllen.

Wenn es um ein selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden auch im Alter oder nach einer Erkrankung geht, führt letztlich kein Weg am Thema “Barrierefreies Wohnen” vorbei.

Nur: Wann ist eine Wohnung barrierefrei? Welche Kriterien gelten für eine behindertengerechte Wohnung? Gibt es einen Unterschied zwischen barrierefrei und rollstuhlgerecht? Und was bedeutet es, wenn eine Wohnung mit Begriffen wie seniorengerecht, barrierearm oder barrierereduziert beworben wird? In diesem Beitrag ordnen wir die Begriffe ein und informieren über die geltenden Normen.

Viele Menschen setzen sich erst dann bewusst mit dem Thema Barrierefreiheit auseinander, wenn sie älter werden oder die Gesundheit nicht mehr richtig mitspielt. Gehstörungen, ein reduziertes Sehvermögen oder Probleme mit dem Gleichgewicht führen dazu, dass sich die Anforderungen an das Wohnumfeld verändern.

Ist die Wohnung überhaupt erreichbar, wenn der Bewohner auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen ist? Kann er sich problemlos in den Räumen bewegen? Kommt er an Lichtschalter, Türklinken und Fenstergriffe heran? Wie sieht es mit dem Badezimmer aus? Wo lauern Stolperfallen? All das sind Dinge, die bei einer barrierefreien Wohnung eine Rolle spielen.

Die gesetzliche Definition vom Begriff Barrierefreiheit

Im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) ist eine allgemeine Definition dafür verankert, was Barrierefreiheit bedeutet. In § 4 BGG heißt es dazu:

Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.

Das Gesetz macht aber keine konkreten Angaben dazu, welche baulichen Merkmale und welche Ausstattung vorhanden sein müssen, damit eine Wohnung barrierefrei und rollstuhlgerecht ist. Diese Aufgabe übernehmen stattdessen DIN-Normen.

Die Bedeutung von Begriffen wie schwellenarm, altersgerecht, barrierefrei und rollstuhlgerecht

In Immobilienanzeigen tauchen viele verschiedene Begriffe auf. So ist darin die Rede, dass eine Wohnung zum Beispiel seniorengerecht, barrierereduziert, schwellenarm oder behindertengerecht ist. Solche Adjektive vermitteln den Eindruck, dass die Wohnung oder das Haus auf die Bedürfnisse von Menschen ausgerichtet ist, die schon älter sind oder ein Handicap haben.

Verbindliche Regeln und klar definierte Kriterien gibt es aber nur für die Begriffe barrierefrei und rollstuhlgerecht. Alle anderen Beschreibungen lassen viel Spielraum zu.

Barrierefrei und rollstuhlgerecht

Damit ein Gebäude als barrierefrei und rollstuhlgerecht bezeichnet werden darf, müssen bestimmte Kriterien erfüllt sein. Die vorgeschriebenen Ausstattungsmerkmale sind in der DIN 18040 definiert. Sie legt fest, welche Vorgaben bei einem barrierefreien Bauen, Planen und Wohnen gelten. Dabei bezieht sich

In der DIN 18040-3 geht es dann noch um die Normen für den öffentlichen Verkehrs- und Freiraum.

Bei Wohnungen unterscheidet die DIN 18040-2 aber zusätzlich zwischen dem öffentlichen Bereich von Wohngebäuden und den Wohnungen als solches. Für diese beiden Bereiche ist der Begriff Barrierefreiheit etwas unterschiedlich definiert:

  • öffentlich zugängiger Bereich von Wohngebäuden: Mit Blick auf die Infrastruktur beinhaltet Barrierefreiheit, dass das Gebäude auch für Rollstuhlfahrer zugänglich ist. Barrierefrei und rollstuhlgerecht sind hier deshalb gleichbedeutend. Dabei beziehen sich die Vorgaben auf die Zufahrtswege, die Garagen, die Flure und den Bereich bis unmittelbar nach der Wohnungstür.
  • privater Wohnbereich: Für die Wohnungen selbst gibt es zwei Standards. So wird zwischen Wohnungen, die barrierefrei nutzbar sind, und Wohnungen, die uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar sind, unterschieden. Barrierefrei und rollstuhlgerecht ist hier also nicht unbedingt das Gleiche.

Ist eine Wohnung als barrierefrei ausgezeichnet, heißt das nicht automatisch, dass sie für einen Rollstuhlfahrer geeignet ist. Andersherum ist eine Wohnung, die als uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbar gekennzeichnet ist, immer auch barrierefrei. Wer auf Wohnungssuche ist, sollte deshalb je nach Bedarf darauf achten, dass die Wohnung barrierefrei und rollstuhlgerecht ist.

Kriterien für eine barrierefreie Wohnung

Eine barrierefreie Wohnung muss gemäß DIN 18040-2 unter anderem folgende Standards aufweisen:

  • In den Räumen, im Flur und auf dem Balkon muss es 120 x 120 cm große Bewegungsflächen geben.
  • Die Bodenbeläge müssen fest verlegt und rutschhemmend sein. Außerdem brauchen sie Kontraste und dürfen weder blenden noch spiegeln.
  • Fenster und Türen müssen sich einfach öffnen und schließen lassen. Dabei müssen Türen mindestens 80 cm breit und 205 cm hoch sein. Die Türklinke muss sich auf einer Höhe von 85 cm befinden. Handelt es sich um eine Glastür, ist eine Sicherheitsmarkierung auf Augenhöhe erforderlich. Schwellen sollte es nicht geben, auch nicht beim Übergang auf den Balkon oder die Terrasse. Im Bereich der Türen und Fenster müssen zudem Bewegungsflächen vorhanden sein.
  • Bedienelemente wie Lichtschalter oder Steckdosen müssen einen Abstand von 50 cm zu Raumecken oder Begrenzungen haben. Und sie sollten sich in einer Höhe von 85 cm befinden. Gleiches gilt für Haltesysteme.
  • Im Badezimmer ist zwischen der Toilette und der Wand ein Mindestabstand von 20 cm vorgeschrieben. Der Waschplatz muss auch im Sitzen genutzt werden können und ausreichend Freiraum für die Beine bieten. Die Dusche muss bodeneben sein und braucht einen rutschhemmenden Belag. Außerdem muss es möglich sein, nachträglich eine Badewanne einzubauen.
  • Die Arbeitsflächen in der Küche müssen unterfahrbar sein und Geräte wie der Herd, die Spülmaschine oder der Kühlschrank auch im Sitzen genutzt werden können. Gleichzeitig sollte die Küche über Eck angeordnet sein und ausreichend große Bewegungsflächen bieten. Auch eine helle Beleuchtung ist Pflicht.

Obwohl es klare Vorgaben gibt, erfüllen nicht alle Wohnungen, die als barrierefrei beworben werden, die Standards. Ratsam ist deshalb, im Mietvertrag festzuhalten, welche Punkte der DIN 18040-2 umgesetzt wurden und welche nicht. So lassen sich Missverständnisse und Streitigkeiten vermeiden.

Der Unterschied zwischen barrierefrei und rollstuhlgerecht

Damit eine Wohnung barrierefrei und rollstuhlgerecht ist, muss sie zusätzlichen Anforderungen gerecht werden. Zu den Merkmalen, die für eine barrierefreie Wohnung gelten, kommen also weitere Kriterien dazu.

So schreibt die DIN zum Beispiel vor, dass die Türen in einer rollstuhlgerechten Wohnung nicht 80 cm, sondern 90 cm breit sein müssen.

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Während in einer barrierefreien Wohnung 120 x 120 cm große Bewegungsflächen ausreichen, sind in einer rollstuhlgerechten Wohnung 150 x 150 cm große Bewegungsflächen notwendig.

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Auch für die Küche, das Bad und die Flächen vor und neben Möbeln gelten spezielle Regeln.

Senioren- und altengerecht

Für Beschreibungen wie seniorengerecht oder altengerecht gibt es keine gesetzliche Definition.

Deshalb kann eine Wohnung, die gerade einmal Haltegriffe im Badezimmer hat, schon als seniorengerecht beworben werden.

Oft sind solche Wohnungen aber gar nicht besonders ausgestattet, sondern befinden sich lediglich im Erdgeschoss oder in einer Lage mit Ärzten, Apotheken und Geschäften in der Nähe.

Trotzdem ist es zulässig, damit zu werben, dass eine Wohnung für Senioren gut geeignet ist. Denn weil Adjektive wie senioren- oder altengerecht nicht verbindlich definiert sind, muss die Wohnung auch keine besonderen Merkmale aufweisen.

Es gibt sogar Gerichtsurteile, die das bestätigen. So hat zum Beispiel das Oberlandesgericht Koblenz geurteilt, dass seniorengerecht nicht gleichbedeutend sein muss mit behindertengerecht. Denn längst nicht jeder Senior hat körperliche Einschränkungen oder braucht eine Gehhilfe, nur weil er vielleicht schon älter ist (Az. 10 U 1504/09, Urteil vom 25.02.11).

Barrierearm, schwellenarm und barrierereduziert

Diese Begriffe sind ebenfalls nicht verbindlich definiert. Deshalb kann es sein, dass eine Wohnung, die laut Anzeige schwellenarm oder barrierereduziert ist, über einen Aufzug zu erreichen ist, eine bodengleiche Dusche hat oder über einen eingebauten Treppenlift verfügt. Es kann aber genauso gut sein, dass nur die Schwellen zwischen den einzelnen Räumen sehr niedrig gehalten sind.

Darüber, ob die Wohnung barrierefrei und sogar rollstuhlgerecht ist, sagen solche Beschreibungen nichts aus. Und in der Praxis wird das auch eher selten der Fall sein. Denn wenn Barrierefreiheit gegeben wäre, würde der Vermieter vermutlich damit werben.

Behindertengerecht

Eine behindertengerechte Wohnung berücksichtigt die individuellen Bedürfnisse des Bewohners. Das kann bedeuten, dass ein Rollstuhlfahrer die Wohnung uneingeschränkt nutzen kann, weil die Türen breit genug sind, die Bewegungs- und Wendeflächen ausreichen und das Bad eine Nutzung ohne fremde Hilfe ermöglicht.

Allerdings muss das so nicht der Fall sein. Denn ein Handicap kann in unzähligen Formen und Ausprägungen auftreten. Aus diesem Grund ist es nicht möglich, eine Standardausstattung festzulegen, die jeder denkbaren Behinderung gerecht wird.

Die wichtigsten Aspekte bei barrierefreiem Wohnraum

Wenn es um barrierefreie und rollstuhlgerechte Wohnungen geht, ist das Angebot auf dem Immobilienmarkt nicht allzu groß. Und wenn es solche Wohnungen gibt, dann sie oft recht teuer. Deshalb kann es durchaus Sinn machen, über einen Umbau der bisherigen Wohnung nachzudenken. Zumal nicht immer gleich große Bauarbeiten notwendig sind. Mitunter reichen schon kleinere Maßnahmen aus.

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Bei der Einschätzung, ob eine Wohnung das Potenzial für einen alters- oder behindertengerechten Umbau bietet, sollte ihr vor allem folgende Dinge bedenken:

Eingang

Damit der Bewohner ohne Schwierigkeiten in seine Wohnung gelangt, ist ein möglichst barrierearmer Eingang wichtig. Das fängt mit einer vernünftigen Beleuchtung an.

Ein stabiles Geländer an der Treppe sorgt für Trittsicherheit, ansonsten erweisen Rampen und Lifte gute Dienste.

Ist der Bewohner auf den Rollstuhl angewiesen, sollten sich außerdem die Klingel und der Briefkasten in einer problemlos erreichbaren Höhe befinden.

Flächen

Innerhalb der Wohnung sollte es Flächen geben, die groß genug sind, damit sich der Bewohner mit einem Rollator oder dem Rollstuhl gut bewegen kann. Außerdem sollten die Türen breit genug sein oder zumindest verbreitert werden können. Um Stufen und Schwellen zu überwinden, sollte die Möglichkeit bestehen, eine Rampe oder einen Treppenlift einzubauen.

Bad

Beim Badezimmer ist zum einen wichtig, dass der Bewohner die sanitären Anlagen gut und sicher erreicht. Zum anderen sollte er das Waschbecken, die Toilette und die Dusche auch dann alleine nutzen können, wenn er sich nur eingeschränkt bewegen kann oder im Rollstuhl sitzt.

Daher ist es grundsätzlich eine Überlegung wert, die Badewanne gegen eine Dusche auszutauschen. Möchte der Bewohner nicht auf Vollbäder verzichten, kann ein Badewannenlift die optimale Lösung bieten. Haltegriffe an den Wänden und rutschfeste Bodenbeläge verhelfen zu seinem sicheren Stand.

Das Waschbecken kann mit einer Vorrichtung ausgestattet werden, durch die es in der Höhe verstellt und nach vorne herausgefahren werden kann. Auf diese Weise können alle Bewohner den Waschplatz nutzen. Griffstangen und ein erhöhter Toilettensitz erleichtern die Nutzung des WCs.

Küche

Barrierefrei und rollstuhlgerecht wird die Küche, wenn die Möbel und Geräte so angeordnet werden können, dass sie auch vom Rollstuhl aus bequem zu erreichen sind. Das setzt voraus, dass der Raum groß genug ist.

Denn zum einen braucht es Platz, um auf unterfahrbare Arbeitsflächen und Geräte umzurüsten. Zum anderen muss sich der Bewohner bewegen können. Außerdem kann es notwendig werden, zusätzliche Schränke aufzustellen, die die Hängeschränke ersetzen.

Eine Wohnung barrierefrei und rollstuhlgerecht umzubauen, kostet natürlich Geld. Denn auch wenn ihr Vieles selber machen könnt, sind geeignete Materialien und Einrichtungsgegenstände nicht billig.

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Hat der Bewohner einen Pflegegrad, beteiligt sich aber unter Umständen die Pflegekasse an den Kosten.

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Reduziert der Umbau Barrieren und erleichtert er dadurch sowohl die Lebenssituation als auch die Pflege, gibt es einen einmaligen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro. Weitere 4.

000 Euro kann die Pflegeversicherung gewähren, wenn sich die Situation ändert und weitere Umbaumaßnahmen notwendig werden.

Kredite und Zuschüsse gibt es außerdem auch von der KfW-Förderbank. Allerdings müssen die Umbaumaßnahmen dazu führen, dass ein barrierefreier Wohnraum im Sinne der DIN-Normen entsteht. Und ihr müsst zuvor ein Angebot von einem zertifizierten Handwerksbetrieb einholen und diesen Kostenvoranschlag zusammen mit dem Antrag bei der KfW einreichen.

Источник: https://www.bauplan-bauanleitung.de/barrierefrei-und-rollstuhlgerecht/

Rollstuhlgerecht oder barrierefrei – das müssen Sie wissen

Begriffserklärungen zum barrierefreien Wohnen

Rollstuhlgerecht, barrierefrei, seniorengerecht – diese Begriffe tauchen vor allem bei der Wohnungssuche immer wieder auf und werden dabei häufig synonym verwendet. Es gibt allerdings wichtige Unterschiede. Und diese sollten Sie kennen, wenn Sie auf der Suche nach einer Wohnung sind, die für die Nutzung mit einem Rollstuhl geeignet ist.

An dieser Stelle geben wir Ihnen einen Überblick darüber, worauf Sie achten sollten und welche Eigenschaften eine rollstuhlgerechte Umgebung erfüllen muss.

Rollstuhlgerecht: Definition und Abgrenzung

Viele Betroffene gehen davon aus, dass der Begriff Barrierefreiheit auch Rollstuhlfahrer inkludiert – das ist aber nicht grundsätzlich der Fall.

Die Anforderungen an Barrierefreiheit sind im Behindertengleichstellungsgesetz (BGG) definiert. Das BGG gilt in erster Linie für alle Anstalten, Behörden und Körperschaften des Bundes. Es regelt die Durchführung entsprechender Maßnahmen, die jeden Lebensbereich für alle Menschen – ob mit oder ohne Behinderung, ob schwanger oder alt – gleichermaßen zugänglich macht.

Hier gilt: Barrierefreiheit im öffentlichen Raum bezieht Rollstuhlfahrer mit ein.

Auf das private (Wohn-)Umfeld trifft das hingegen leider nicht zu. Die Anforderungen an diesen Bereich sind anders – barrierefrei bedeutet hier nicht gleich rollstuhlgerecht.

Regelung nach DIN 18040

Was als barrierefrei und was als rollstuhlgerecht gilt, wird durch das Deutsche Institut für Normen festgelegt. Die Empfehlungen zum barrierefreien Bauen belaufen sich auf:

  • DIN 18040-1 für öffentliche Gebäude
  • DIN 18040-2 Wohngebäude
  • DIN 18040-3 öffentlicher Verkehrs- und Freiraum

DIN 18040-2 unterscheidet dabei zwischen öffentlich zugänglichen Bereichen und privaten Wohnbereichen. Genau wie bei DIN 18040-1 gilt im öffentlichen Bereich: Barrierefreiheit bezieht Rollstuhlfahrer mit ein. Im Wohnbereich selbst gelten andere Bestimmungen und ein rollstuhlgerechter Wohnraum bringt über die Barrierefreiheit hinaus weitere Anforderungen mit sich.

Das bedeutet: Eine barrierefreie Wohnung ist nicht unbedingt rollstuhlgerecht. Ist eine Wohnung hingegen rollstuhlgerecht, ist sie immer auch barrierefrei.

Eigenschaften einer rollstuhlgerechten Wohnung

Eine als rollstuhlgerecht deklarierte Wohnung erfüllt grundsätzlich die Standards einer barrierefreien Wohnung. Darüber hinaus wurden einige dieser Anforderungen angepasst. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die grundlegendsten Eigenschaften.

Im privaten Wohnbereich müssen unter anderem folgende Vorkehrungen getroffen werden:

Bewegungsflächen

  • entsprechen in jedem Raum den Maßen 150 x 150 cm

Fenster

  • Höhe des Griffs zwischen 0,85 cm bis 1,05 cm oder alternativ ein automatisches System
  • müssen leicht zu öffnen und zu schließen sein

Türen

  • 90 cm breit und 2,05 cm hoch
  • Türspion 1,20 m hoch
  • Türdrücker auf einer Höhe von 85 cm
  • vor und hinter den Türen gibt es eine Bewegungsfläche

Einrichtung der Küche

  • vor den Möbeln 150 cm Raum
  • Arbeitsplatte, Spüle und Herd müssen unterfahrbar sein

Rollstuhlgerechtes Bad

  • Maße der Toilette: 70 cm tief
  • neben dem Klo 90 cm und 30 cm Platz
  • WC mit klappbaren Stützen und Rückenstütze
  • Duschfläche: 150 x 150 cm
  • Dusch-Klappsitz, Stützgriffe, entsprechende Duscharmatur
  • Waschbecken: unterfahrbar, Breite von mindestens 90 cm und Tiefe von 55 cm, Vorderkante darf maximal 80 cm hoch sein
  • Badewanne muss nachträglich aufstellbar oder mit Lift nutzbar sein

Auf der offiziellen Seite des Deutschen Institutes für Normen können Sie alle weiteren Maße und Richtlinien zu rollstuhlgerechten Wohnungen einsehen.

Rollstuhlgerechte Wohnung: Worauf Sie bei der Suche achten sollten

Wenn Sie auf der Suche nach einer rollstuhlgerechten Wohnung sind, sollten Sie deshalb immer auch genau auf diese Bezeichnung achten. Wir fassen die Begrifflichkeiten aber gerne noch einmal übersichtlich für Sie zusammen:

  • In einer rollstuhlgerechten Wohnung werden zum einen die Normen der Barrierefreiheit eingehalten. Zum anderen ist sie mit den entsprechenden Maßen ausgestattet, die sich an den speziellen Anforderungen für Rollstuhlfahrer orientieren.
  • Gilt eine Wohnung als behindertengerecht, ist sie an die jeweiligen Bedürfnisse des Bewohners angepasst. Die Ausstattungsmöglichkeiten sind in diesem Punkt so vielfältig wie die Art der Behinderung.
  • In Wohnungsanzeigen werden häufig die Begriffe senioren- oder altengerecht verwendet. Diese sind allerdings nicht gesetzlich definiert, weshalb sie keine festgelegten Ausstattungsmerkmale mit sich bringen. Im Grunde kann also jede Wohnung mit diesen Attributen beschrieben werden. Häufig ist das der Fall, wenn die Wohnung beispielsweise Haltegriffe im Bad vorzuweisen hat oder in der Nähe zu Ärzten liegt.
  • Ebenfalls gerne verwendete Begriffe sind barrierenreduziert oder schwellenarm, die ebenfalls nicht festgelegt sind. Die Auslegung ist daher flexibel: Vielleicht erwartet Sie eine ebenerdige Dusche, vielleicht ein Aufzug, vielleicht eine Wohnung mit wenigen Schwellen.

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Unterschied zwischen barrierefrei, rollstuhlgerecht und seniorengerecht

Begriffserklärungen zum barrierefreien Wohnen

Auf dem Wohnungsmarkt sind Senioren mittlerweile eine begehrte Zielgruppe, denn ihr Anteil an der Bevölkerung steigt mit der wachsenden Lebenserwartung und dem Rückgang an Geburten in Deutschland weiter an.

Entsprechend häufig werden Immobilien mit Attributen wie seniorengerecht oder altersgerecht versehen, um sie für diese potenziellen Mieter oder Käufer im hohen Lebensalter attraktiv zu machen. Wer eine solche Wohnung mietet oder erwirbt, hat allerdings noch längst keinen Anspruch auf eine barrierefreie Gestaltung, wie sie die Norm zum barrierefreien Bauen vorsieht.

Seniorengerecht oder altersgerecht heißt nicht, dass die Wohnung komplett frei von Barrieren ist, sondern ist ein kaum definierter Begriff, der nicht selten lediglich als Verkaufsargument genutzt wird. Der Begriff Barrierefreiheit hingegen ist im § 4 des deutschen Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) genau definiert.

Was im Bereich Bauen und Wohnen konkret als barrierefrei gilt, legt die Norm zum barrierefreien Bauen fest, macht dabei allerdings einen Unterschied zwischen barrierefrei und rollstuhlgerecht.

Seniorengerecht als Verkaufsargument © magele picture, fotolia.com

Rollstuhlgerecht und barrierefrei in der Norm zum barrierefreien Bauen

Die Norm zum barrierefreien Bauen hat die Barrierefreiheit baulicher Anlagen im Sinne des deutschen Behindertengleichstellungsgesetzes (BGG) § 4 zum Ziel. Frei formuliert sind bauliche Anlagen demnach barrierefrei, wenn sie für behinderte Menschen genauso und ohne Einschränkungen nutzbar sind wie für Menschen ohne Behinderungen.

Die Norm unterscheidet zwischen dem öffentlichen Bereich und privat genutzten Wohnungen. Für den öffentlichen Bereich orientieren sich die Anforderungen an den Fähigkeiten von Menschen mit starken körperlichen Einschränkungen, etwa Rollstuhlfahrern und Blinden.

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Im Abschnitt über Barrierefreiheit im Wohnungsbau hingegen bietet die Norm zwei verschiedene Standards an: »Barrierefrei nutzbare Wohnungen« und den höheren Standard »barrierefrei und uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbare Wohnungen«.

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Anforderungen für diesen Standard sind in der Norm gesondert mit einem »R« gekennzeichnet und erfüllen automatisch alle Anforderungen der Barrierefreiheit, gehen aber was den Platzbedarf von Bewegungsflächen, die Nutzbarkeit von Bedienelementen und die Ausstattung von Sanitärräumen betrifft, darüber hinaus.

Rollstuhlgerechtes Bad © Jörg Lantelme, fotolia.com

Vorhandensein eines Rollstuhlabstellplatzes:

Gefordert wird ein Rollstuhlabstellplatz vor der Wohnung in einer Mindestgröße von 150 cm x 180 cm mit einer davor angeordneten Bewegungsfläche der gleichen Größe. Ein elektrischer Anschluss zur Batterieaufladung von Elektrorollstühlen muss in diesem Bereich ebenfalls vorhanden sein.

Rollstuhlgerechte Wohnräume und Ausstattung:

In jedem Raum muss mindestens eine Bewegungsfläche von 150 cm x 150 cm vorhanden sein. Auch zwischen Möbeln und in den Bereichen vor und hinter Türen sind diese Flächen notwendig.

Das Achsmaß von Bedienelementen sollte grundsätzlich eine Höhe von 85 cm über dem Fußbodenbelag betragen. Tür- und Fenstergriffe müssen auf einer Höhe zwischen 85 cm bis 105 cm angeordnet werden, um aus dem Rollstuhl heraus erreichbar zu sein.

Für die Küche ist eine Übereckanordnung von Herd, Spüle und Arbeitsplatte zu empfehlen.

Rollstuhlgerechtes Bad:

Vor den Sanitärobjekten ist jeweils eine Bewegungsfläche anzuordnen. Die einzelnen Bewegungsflächen dürfen sich überlagern.

Für das WC-Becken und den Waschtisch gelten besondere Bedingungen hinsichtlich der Abmessungen und Anordnung. Das Waschbecken muss unterfahrbar sein.

Weiterhin sind beidseitig des WC Stützklappgriffe erforderlich und müssen auch im Duschbereich nachgerüstet werden können.

Tipps für die Praxis

In der Praxis, beispielsweise bei der Wohnungssuche, kann es einen entscheidenden Unterschied machen, ob eine Wohnung als seniorengerecht, barrierefrei oder rollstuhlgerecht ausgewiesen ist.

Gleiches gilt für den Hauskauf und den Neubau von barrierefreien Immobilien.

Sicherheit kann sich der Bauherr, Käufer oder Mieter nur verschaffen, in dem er vorher genau formuliert und abklärt, welchen Standard er verlangt.

Auf jeden Fall gilt: Verkäufer oder Vermieter, die mit einer barrierefreien Wohnung werben, müssen auch die in der Norm geforderten Ausstattungsqualitäten in dem jeweiligen Objekt bieten.

Und ist mit einem Bauträger, der das eigene Haus errichten soll, vereinbart, dass die Anforderungen der Norm zum barrierefreien eingehalten werden sollen, muss dieser dies ebenfalls konsequent umsetzen. Es sei denn, es sind Ausnahmen festgelegt.

Soll der höhere Standard »rollstuhlgerecht« erreicht werden, muss auch dies explizit vereinbart werden.

Hinweis: Es macht immer Sinn, ob als Mieter, Käufer oder Bauherr, mit den Grundrissen des Objekts eine Wohnberatungsstelle aufzusuchen, um die Barrierefreiheit des Objektes prüfen zu lassen, oder zur Wohnungsbesichtigung einen Fachmann für Barrierefreiheit mitzunehmen.

Источник: https://www.barrierefreie-immobilie.de/ratgeber/unterschied-zwischen-barrierefrei-rollstuhlgerecht-und-seniorengerecht/

Barrierefreiheit – Was heißt das?

Begriffserklärungen zum barrierefreien Wohnen

Wer seinen Alltag auch im hohen Alter selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden verbringen möchte, wird früher oder später auf den Begriff „Barrierefreiheit“ stoßen. Doch was bedeutet „barrierefrei“ genau und welche Kriterien müssen in Haus und Wohnung erfüllt sein, um als barrierefrei eingestuft zu werden? Für diese Termini gibt es genaue Vorschriften.

Der Terminus „Barrierefreiheit“ ist gesetzlich definiert

Zumeist werden Menschen erst im höheren Alter mit dem Thema „Barrierefreiheit“ konfrontiert. Leiden Betroffene beispielsweise an Seh-, Geh- oder Gleichgewichtsstörungen, muss das Wohnumfeld diesen Anforderungen angepasst werden. Eingänge oder höhere Etagen müssen für den Rollstuhl oder Rollator zugänglich sein.

Flure und Räumlichkeiten müssen breit genug sein, um mit den Gefährten darin wenden zu können. Stolperfallen sind passé. Außerdem sollten Fensterriegel oder Steckdosen einfach erreichbar sein. Gemäß Behindertengleichstellungsgesetz, dem BGG, existiert eine klare Definition von Barrierefreiheit.

Gemäß §4 BGG bedeutet Barrierefreiheit folgendes:

„Barrierefrei sind bauliche und sonstige Anlagen, Verkehrsmittel, technische Gebrauchsgegenstände, Systeme der Informationsverarbeitung, akustische und visuelle Informationsquellen und Kommunikationseinrichtungen sowie andere gestaltete Lebensbereiche, wenn sie für Menschen mit Behinderungen in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe auffindbar, zugänglich und nutzbar sind. Hierbei ist die Nutzung behinderungsbedingt notwendiger Hilfsmittel zulässig.“

Dieser Gesetzestext legt jedoch nicht fest, durch welche exakten architektonischen Besonderheiten und Ausstattungselemente eine Wohnung als barrierefrei gilt. Diese Aufgabe wird durch DIN-Normen übernommen.

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Immobilienmakler bestätigen, dass insbesondere bei Beschreibungen von Immobilien Termini wie „behindertengerecht“, „barrierefrei“, „barrierearm“, „altengerecht“ oder „seniorengerecht“ verwendet werden.

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Sämtliche dieser Begriffe suggerieren, dass Wohnsituationen der beschriebenen Häuser und Wohnungen den Bedürfnissen von Personen mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit angepasst sind. Jedoch sind nur die Bezeichnungen „rollstuhlgerecht“ sowie „barrierefrei“ tatsächlich einer gesetzlichen Definition unterlegen. Diese zwei Begriffe sind exakt definiert.

Vermittelt ein Immobilienmakler Häuser oder Wohnungen mit diesen Kennzeichnungen, sind spezielle Ausstattungsmerkmale gemäß DIN 18040 garantiert. Diese DIN legt spezielle Normen für ein barrierefreies Wohnen, Planen und Bauen fest. Eine dieser Normen ist die DIN 18040-1, die sich auf eine barrierefreie Konzeption öffentlicher Gebäude bezieht.

Die DIN 18040-2 normiert wiederum die barrierefreie Konzeption von Wohnbauten. Wohngebäude werden zusätzlich zwischen öffentlich zugänglichen Arealen von Wohnhäusern sowie den eigentlichen Wohnungen differenziert. Für diese beiden Bereiche gelten partiell verschiedene Definitionen einer Barrierefreiheit.

Barrierefrei ist nicht gleich rollstuhlgerecht

Der öffentliche Bereich der Wohngebäude muss eine Zugänglichkeit für Rollstuhlfahrer ermöglichen, so dass automatisch der Terminus „rollstuhlgerecht“ verwendet werden kann. Diesem Anspruch müssen alle Flure, Garagen, Zufahrtswege sowie der Bereich bis zur Eingangstür der Wohnung entsprechen.

Der private Wohnbereich wird in zwei Standards untergliedert – dem uneingeschränkt mit einem Rollstuhl nutzbaren sowie der klassischen barrierefrei nutzbaren Wohnobjekt. Dementsprechend ist eine als barrierefrei deklarierte Immobilie nicht zwangsläufig rollstuhlgerecht.

Aus dieser Differenzierung leitet sich ab, dass die Anforderungen eines rollstuhlgerechten Objekts über die architektonischen Grundlagen einer barrierefreien Wohnung hinausgehen. Muss eine barrierefreie Wohnung eine Türdurchgangsbreite von „nur“ 80 Zentimetern aufweisen, steigert sich dieser Wert bei einer rollstuhltauglichen Immobilie auf 90 Zentimeter.

Bei einer barrierefreien Wohnung müssen die Bewegungsflächen mindestens 120 x 120 Zentimeter groß sein. Diese Abmessungen steigern sich bei einer rollstuhlgerechten Unterkunft auf 150 x 150 Zentimeter.

Merkmale einer barrierefreien Wohnung

Hier gibt es die wichtigsten Merkmale einer barrierefreien Wohnung gemäß DIN 18040-2 im Überblick:

öffentlicher Bereich der Wohngebäude

  • Treppen mit beidseitigem Handlauf sind geradläufig mit Kantenmarkierung konzipiert
  • Gehwege sind befahrbar, mit Orientierungshilfen ausgestattet, gut beleuchtet und schwellenlos; Breite mindestens 1,20 Meter
  • Rampen mit einer maximalen Steigung von 6 Prozent sind mit Radabweisern und beidseitigem Handlauf ausgestattet; Breite mindestens 1,20 Meter
  • mindestens 1,10 x 1,40 Meter große Aufzüge besitzen Sitzgelegenheit, Spiegel, Ansagen und akustische Signale

privater Wohnbereich

  • mindestens 1,20 x 1,20 Meter große Bewegungsflächen
  • Türen sind 2,05 Meter hoch und 0,80 Meter breit; Türdrücker auf Höhe von 85 Zentimetern; Bewegungsfläche vor bzw.

    hinter Tür

  • Bodenbeläge sind kontrastrierend und nicht spiegelnd konzipiert, rutschhemmend und fest verlegt
  • Küche mit Herd- und Kühl-Gefrierkombination, im Sitz gut erreichbare Spülmaschine, unterfahrbare Arbeitsfläche, Schranklift und helle Beleuchtung
  • Bad mit 70 Zentimeter tiefem WC mit Höhe zwischen 46 und 48 Zentimetern; unterfahrbarer Waschtisch mit gut erreichbarer Armatur; barrierefreie Vorwandinstallation für Rückenlehne und Stützklappgriffe
  • Fenster und Türen sind einfach zu schließen und zu öffnen; Glastüren sind auf Augenhöhe mit Sicherheitsmarkierung gekennzeichnet
  • Wohn- und Schlafräume mit Bewegungsflächen von 90 bzw. 120 Zentimetern neben dem Bett

Unterschiede zwischen einer barrierefreien und einer Rollstuhlgerechten Wohnung

Eine rollstuhlgerechte Wohnung verfügt nicht nur über barrierefreie Merkmale, sondern wird durch weitere Charakteristika ergänzt. Folgende Auflistung dient als kurzer Überblick:

  • Küche
  • barrierefrei: 1,20 Meter Mindesttiefe vor Küchenmöbeln; übereckte Anordnung von Spüle, Herd und Arbeitsplatte
  • rollstuhlgerecht: 1,50 Meter Mindesttiefe vor Küchenmöbeln; unterfahrbarer Herd, Spüle sowie Arbeitsplatte
  • WC
  • barrierefrei: Abstand zur Wand mindestens 20 Zentimeter
  • rollstuhlgerecht: 70 Zentimeter tief; 46 bis 48 Zentimeter hoch; 90 bzw. 30 Zentimeter Platz daneben
  • Duschbereich
  • barrierefrei: Bodenbereich ist niveaugleich konzipiert; mit rutschhemmendem Bodenbelag
  • rollstuhlgerecht: Dusch-Klappsitz; nachrüstbare hochklappbare Stützgriffe; mit erreichbarer Einhebel-Duscharmatur

Diese Kennzeichnen verschaffen nur eine kleine Übersicht über unterschiedliche Ansprüche an eine barrierefreie oder rollstuhlgerechte Wohnung.

Weiterhin sollten Wohnungssuchende bedenken, dass andere Begriffe wie „altengerecht“ oder „seniorengerecht“ keiner gesetzlichen Definition unterliegen.

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Oft ist Wohnraum mit diesen Bezeichnungen ein einfaches Wohnobjekt, in dessen Nähe bestenfalls eine seniorenfreundliche Infrastruktur (beispielsweise eine Apotheke) existiert.

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Wer auf Nummer sicher gehen möchte und eine Wohnung sucht, die tatsächlich barrierefrei ist, sollte sich bei Bedarf der Unterstützung von einem Immobilienmakler bedienen. Immobilienmakler sind Spezialisten die bestens mit dem Immobilienmarkt vertraut sind. Stuft ein seriöser Immobilienmakler ein Objekt als barrierefrei ein, sind alle wichtigen Anforderungen in dieser Immobilie auch erfüllt.

Genau auf die Bezeichnungen achten

Dennoch sind derartige Bezeichnungen zulässig, da die Begriffe nicht exakt definiert sind. Ähnliches gilt für die Termini „schwellenarm“, „barrierereduziert“ oder „barrierearm“.

Die unzureichende Definition dieser Begriffe führt dazu, dass Besichtigungen der als „schwellenarm“ oder „barrierereduziert“ gekennzeichneten Objekte nur mit wenigen Merkmalen der klassischen barrierefreien Wohnung ausgestattet sind.

Möglicherweise sind eine bodengleiche Dusche oder geringe Schwellen die einzigen Kennzeichen, die auf das senioren- oder behindertengerechte Konzept hinweisen.

Deshalb ist es wichtig, bei einer Wohnungs- oder Hausbesichtigung (Tipps für die Immobilienbesichtigung) die Augen offen zu halten und sich im Zweifelsfall durch eine beratende Person unterstützen zu lassen. Erfüllen die Immobilien hingegen alle wichtigen Anforderungen an Mobilität, einen barrierefreien Hauseingang, barrierefreies Bad sowie die Küche steht einem Einzug gewiss schon bald nichts mehr entgegen.

Источник: https://www.immobilienmakler.de/index.php/ratgeber/barrierefreiheit

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