Bioenergie

Bioenergie und Biogas – Definition & Entstehung | EnBW

Bioenergie

Für die EnBW ist Bioenergie ein weiterer Schritt hin zu einem wirkungsvollen Klimaschutz. Neben dem bereits hohen Anteil an emissionsfreier Stromerzeugung aus Wasserkraft und Windkraft spielt auch die Bioenergie eine immer wichtigere Rolle: Die EnBW erzeugt Strom und Wärme in Biomasseheizkraftwerken und bietet ihren Kunden Bioerdgas als erneuerbare Alternative zu Erdgas an.

Strom und Wärme aus Bioenergie

Bioenergie wird aus dem Rohstoff Biomasse, also aus Pflanzen, Bioabfällen, Holz oder Gülle gewonnen. Bioenergie ist das Multitalent unter den erneuerbaren Energien, denn sie liefert umweltschonend sowohl Strom und Wärme als auch Treibstoff.

Grundsätzlich lässt sich Biomasse in feste, flüssige und gasförmige Biomasse unterteilen:

  • Feste Biomasse wie Holz oder Stroh wird durch Verbrennung zur Strom- und Wärmeerzeugung im privaten, kommunalen und industriellen Bereich eingesetzt.
  • Flüssige Biomasse wird vor allem von Pflanzenölen aus Raps, Palmen oder Sonnenblumen gewonnen, die im Straßenverkehr sowie in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen eingesetzt wird.
  • Gasförmige Biomasse, sprich Biogas, wird durch die Vergärung von Bioabfällen, Nutzpflanzen wie Mais und pflanzlichen oder tierischen Reststoffen gewonnen. Biogas wird in der Regel in Blockheizkraftwerken zu Strom und Wärme umgewandelt. Es kann aber auch zu Bioerdgas veredelt und ins Erdgasnetz eingespeist werden.

Biomasse gehört anders als Kohle, Erdöl und Erdgas zu den nachwachsenden Rohstoffe, und die daraus gewonnene Bioenergie hat eine ausgezeichnete CO₂-Bilanz: Bei der Verbrennung von Biomasse, Biogas oder Bioerdgas wird etwa nur so viel CO₂ freigesetzt, wie der Atmosphäre beim Pflanzenwachstum entzogen wurde.

So entsteht Biogas

Biomasse, das sind Nutzpflanzen wie Mais, Pflanzen- und Bioabfälle sowie tierische Reststoffe wie Mist und Gülle. Sie werden in einem Fermenter durch Bakterien vergoren.

Bei diesem Prozess entsteht ein Biogasgemisch, welches in der „Kuppel“ des Fermenters gesammelt wird. Zum anderen entstehen Gärreste, die dann als fast geruchsneutraler Dünger wieder der Landwirtschaft zur Verfügung stehen.

Das Biogasgemisch kann direkt vor Ort in einem Blockheizkraftwerk (BHKW) genutzt werden, um Strom und Wärme zu erzeugen.

Bioerdgas: „veredeltes“ Biogas

Statt es vor Ort in einem Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umzuwandeln, kann das Biogas auch in einer Gasauereitungsanlage zu Bioerdgas veredelt werden. Dazu wird es von Schwefelwasserstoff, Kohlendioxid und Spurengasen gereinigt und besteht zum Schluss zu mehr als 96 Prozent aus Methan.

Durch die Auereitung und Einspeisung von Biogas in das Erdgasnetz kann der Nutzungsgrad dieses vielseitigen Energieträgers in vielen Fällen deutlich gesteigert werden.

Wird Biogas in einem Blockheizkraftwerk genutzt, entstehen je nach Leistung und Auslegung rund ein Drittel an Strom, jedoch rund zwei Drittel an Wärme, die häufig nicht vollständig am ländlichen Standort der Biogasanlage genutzt werden kann.

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Wird Biogas als auereitetes Bioerdgas in das Erdgasnetz eingespeist, kann es in dieser Form bedarfsgerecht zu den Verbrauchern transportiert und vollständig genutzt werden.

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Dieser Filmbeitrag wurde von filstalwelle TV im Auftrag vom Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Göppingen (AWB) erstellt. Wir danken für die freundliche Genehmigung diesen Beitrag verwenden zu dürfen.

Größter Bioerdgasproduzent in Baden-Württemberg

Die EnBW ist der größte Bioerdgasproduzent in Baden-Württemberg und betreibt fünf Bioerdgasanlagen an folgenden Standorten:

  • Laupheim-Burgrieden (Eigentümer Erdgas Südwest GmbH)
  • Blaufelden-Emmertsbühl (Eigentümer EnBW AG)
  • Riedlingen (Eigentümer Erdgas Südwest GmbH)
  • Geislingen-Türkheim (Eigentümer EnBW AG)
  • Weikersheim (Eigentümer EnBW AG)

Mit diesen fünf Anlagen können wir jährlich bis zu 160 Millionen kWh Bioerdgas produzieren – eine Menge, die ausreicht, um mindestens 8.000 Haushalte mit Bioerdgas zu versorgen. Das von uns auereitete Bioerdgas bieten wir unseren umweltbewussten Kunden in verschiedenen Produktvarianten an.

Zum Gas-Tariffinder

Sie fragen – wir antworten

Biogas wird gewonnen, indem man Biomasse in luftdichten Tanks, sogenannten Fermentern, unter Ausschluss von Sauerstoff mittels Mikroorganismen (Bakterien) vergärt. Das entstehende Rohbiogas wird in der „Kuppel“ des Fermenters gesammelt. Entweder wird es nun vor Ort in einem BHKW (Blockheizkraftwerk) in Ökostrom und Wärme umgewandelt oder weiter auereitet zu Bioerdgas.

Bioerdgas ist die erneuerbare Alternative zu fossilem Erdgas. Um Bioerdgas herstellen zu können, benötigt man zuerst einmal Biogas. In einer Biogasauereitungsanlage wird dann das Biogas „gereinigt“, d.h. von Kohlendioxid, Wasserdampf und Schwefelwasserstoff getrennt. Nach der Auereitung hat es Erdgasqualität und kann in das vorhandene Erdgasleitungsnetz eingespeist werden.

Bioerdgas kann im bestehenden Erdgasnetz zu den Verbrauchern transportiert werden.

Die Verwendungsmöglichkeiten erstrecken sich von der Stromerzeugung, über die Wärmeerzeugung bis hin zur Verwendung als Kraftstoff für Erdgasfahrzeuge.

Dabei hat Bioerdgas gegenüber anderen erneuerbaren Energien den Vorteil, dass es gute Speichermöglichkeiten gibt und somit bedarfsgerecht und flexibel Strom und Wärme erzeugt werden können.

Beim Vergärungsprozess von Biomasse entsteht zum einen Biogas, zum anderen Gärreste. Diese sind jedoch keinesfalls als „Abfall“ zu bezeichnen, denn sie können von der Landwirtschaft weiterverwendet werden.

Zunächst werden Sie im Gärrestelager zwischengelagert, ehe sie als fast geruchsneutraler Dünger wieder der Landwirtschaft zur Verfügung stehen.

Dabei kann dieser hochwertige organische Dünger den normalerweise benötigten Mineraldünger, der aus Erzen, Salzen, Gas und Öl gewonnen wird, ergänzen und meist komplett ersetzen.

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Die EnBW forscht zusammen mit Wissenschaftlern der Uni Hohenheim und dem Karlsruher Institut für Technologie KIT bereits nach Alternativen bei der Zusammensetzung der Biomasse. Dabei wurden auch schon verschiedene Anbauszenarien für Baden-Württemberg mit einem Pflanzengemisch identifiziert, das auch wirtschaftlich zu Biogas umgewandelt werden kann.

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In diesen Szenarien spielt ein streifenweise gemischter Anbau aus speziellen Fruchtfolgen in Verbindung mit Dauerkulturen eine große Rolle. Anhand eines Feldversuchs in der Region Biberach werden unter Mitwirkung der Landwirtschaft die Potenziale momentan ermittelt.

Weiterhin erforscht die EnBW neue Möglichkeiten, noch stärker Reststoffe für die Biogaserzeugung zu nutzen.

Bioerdgas ist ein Baustein in unserem Engagement für eine zukunftsfähige, klimaschonende Energieversorgung. Das Potenzial ist sicher noch ausbaufähig, wird aber auch an ökologische und ökonomische Grenzen stoßen. Wir setzen deshalb auf den Ausbau verschiedener erneuerbarer Energien und investieren zum Beispiel auch in Wind- und Wasserkraft.

Unser Bioerdgas wird auf zwei Arten erzeugt. Zum einen basiert die Herstellung auf der Vergärung von Bioabfällen. Als Bioabfall in diesem Sinne gelten alle, in der Bioabfallverordnung als Bioabfall, bezeichneten Reststoffe.

Dazu zählen unter anderem Küchenreste, überlagerte Lebensmittel und viele mehr.

Zum anderen Teil wird es aus Energiepflanzen wie Mais in der Form von Ganzpflanzensilage (gesamte Maispflanze gehäckselt), Getreide in derselben Form sowie Grünschnitt von Wiesen und Feldern oder Gülle gewonnen.

Beim Wechsel zu Bioerdgas entstehen für Sie keinerlei Kosten. Sie bezahlen lediglich wie gewohnt die Kosten aus Ihrem Tarif, die sich unter anderem aus dem Gaspreis zusammensetzen.

Das Bioerdgas wird direkt nach der Auereitung in das bestehende Erdgasnetz eingespeist und kann in bestehenden Geräten wie etwa einer Gasbrennwerttherme zur Wärmeerzeugung verwendet werden.

Es erfordert keine teuren Umbauten oder spezielle Heizsysteme.

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Für EnBW Kunden gibt es unseren Bioerdgas 10 Tarif. Dabei wird dem Erdgas 10 % Bioerdgas beigemischt. Um Ihren Gasanbieter zu wechseln und die Verfügbarkeit für Ihren Wohnort abzuklären sowie für nähere Informationen besuchen Sie unsere Bioerdgas-Tarifseiten.

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Источник: https://www.enbw.com/erneuerbare-energien/bioenergie/

Bioenergie

Bioenergie
26.06.2020 562 mal als hilfreich bewertet  

Der Begriff „Bioenergie“ umfasst unterschiedlichste Rohstoffe, Technikpfade und Anwendungsbereiche. So kann Bioenergie zum Beispiel aus eigens landwirtschaftlich angebauten Pflanzen (z.B. Mais, Weizen, Zuckerrübe, Raps, Sonnenblumen, Ölpalmen)

  • aus schnellwachsenden Gehölzen, die auf landwirtschaftlichen Flächen angebaut werden (sogenannte Kurzumtriebsplantagen),
  • aus Holz aus der Forstwirtschaft oder aber
  • aus biogenen Abfall- und Reststoffen aus Land- und Forstwirtschaft, Haushalten, Industrie  gewonnen werden.

Die Rohstoffe können regionaler Herkunft sein oder über globale Handelsströme zu uns gelangen.

Bioenergie kann gasförmig als Biogas oder Biomethan zur Verfügung gestellt werden. Sie kann aber auch flüssig zum Beispiel als reines Pflanzenöl für Heizkraftwerke oder als Biokraftstoff eingesetzt werden. Oder sie liegt in fester Form zum Beispiel als Scheitholz, Holzhackschnitzel und -pellets oder Strohpellets vor.

Die Vielfalt der Rohstoffe und Umwandlungstechniken ermöglicht einen Einsatz der Bioenergie in allen energierelevanten Sektoren: als Treibstoff im Verkehr (für Benzin, Diesel, Gas und Elektrofahrzeuge), zur Erzeugung von Heizwärme in Haushalten, von Prozesswärme in der Industrie und zur Stromerzeugung, wobei die Strom- und Wärmeproduktion gekoppelt erfolgen kann.

Und letztlich muss mit Blick auf die internationale Debatte in traditionelle und moderne Nutzungsformen unterschieden werden.

Traditionell ist die einfache, überwiegend ineffiziente energetische Nutzung von Holz, Holzkohle, land- und forstwirtschaftlichen Reststoffen und Dung.

Vor allem in den sogenannten Entwicklungsländern stellt dies häufig den einzigen Zugang zu Energie dar, insbesondere zum Kochen. Den aktuellen Stand zur Nutzung der Bioenergie in Deutschland finden Sie im Artikel „Erneuerbare Energien in Zahlen“

Die Umweltfreundlichkeit von Bioenergie pauschal zu bewerten, ist angesichts ihrer Vielfältigkeit nicht sinnvoll. Vielmehr ist eine Betrachtung des jeweiligen Einzelfalls nötig.

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Grundsätzlich konkurriert die energetische Nutzung von Biomasse mit anderen Verwendungsmöglichkeiten. Eigens auf fruchtbaren Ackerflächen angebaute „Energiepflanzen“ stehen in direkter Konkurrenz zur Nahrungs- und Futtermittelproduktion, aber auch zu einer stofflichen Nutzung, zum Beispiel für biobasierte Kunststoffe oder Chemikalien.

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Die drastische Steigerung der Nachfrage nach Anbaubiomasse verändert die globale Landnutzung. Die Ausweitung der Bioenergienutzung in den Industrieländern ist jedoch nicht der einzige Nachfragetreiber.

Sie wird von einer steigenden Nachfrage nach tierischen Produkten und entsprechendem hohen Futtermittelbedarf in Schwellenländern begleitet.

Hinzu kommen die wachsende Bevölkerung und ein zunehmendes Interesse der chemischen Industrie an biogenen Rohstoffen.

Preisschwankungen und -spitzen bei Nahrungs- und Futtermitteln treten infolge von akuten Knappheiten auf, die beispielsweise durch Missernten entstehen. Dies gefährdet insbesondere die Versorgung besonders verwundbare Bevölkerungsgruppen und Staaten.

Langfristig führen Bevölkerungszunahme, steigender Fleischkonsum in Schwellenländern, Klimawandel und auch Bioenergie sehr wahrscheinlich zu Preissteigerungen bei Agrarrohstoffen. Diese Preissteigerungen werden im Hinblick auf die globale Hungerproblematik kontrovers diskutiert.

Einerseits ist es unter bestimmten Voraussetzungen möglich, dass dadurch der ländliche Raum in Entwicklungs- und Schwellenländern seine Einkommenschancen verbessert. Andererseits kann es aber auch zu Verdrängungen von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern und extensiven Nutzungsformen kommen.

Zudem löst die gesteigerte Nachfrage eine Ausweitung der landwirtschaftlichen Produktionsfläche aus, die zu einem Verlust wertvoller Ökosysteme, wie Wälder, artenreiches Grünland oder Moore, führen kann. Auch eine Intensivierung der landwirtschaftlichen Produktion kann mit ökologischen Kosten verbunden sein.

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Wenn diese beispielsweise mit einem sehr hohen Einsatz von synthetischen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, einem Humusabbau einhergeht oder dem Verlust von landschaftlichen Elementen, die für die biologische Vielfalt wertvoll sind.

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Diesen Themenkomplex und Handlungsansätze zur Problemmilderung hat das Umweltbundesamt ausführlich im Positionspapier „Globale Landflächen und Biomasse nachhaltig und ressourcenschonend nutzen“ erörtert.

 

Die Erneuerbare-Energien-Richtlinie 2009/28/EG legt für flüssige Bioenergieträger verbindliche Nachhaltigkeitsanforderungen und eine Zielvorgabe von zehn Prozent erneuerbarer Energien im Verkehr bis zum Jahr 2020 fest. Nur Biokraftstoffe, die diese Kriterien erfüllen, dürfen Mitgliedsstaaten auf ihre Verpflichtungen zum Anteil erneuerbarer Energien anrechnen. Dies gilt auch für Importe.

Gemäß Artikel 3 Absatz 4 der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie 2009/28/EG muss jeder Mitgliedsstaat der Europäischen Union die Einhaltung der Zielvorgaben und die Anwendung der vorgegebenen Berechnungsmethoden gewährleisten.

Die Einhaltung der Verpflichtung ist durch die Mitgliedsstaaten durch regelmäßige Fortschrittsberichte im Rahmen der Erneuerbare-Energien-Richtlinie sowie durch regelmäßige Übermittlung von Daten an Eurostat nachzuweisen.

An dieser Stelle wird die entsprechend genutzte Berechnungsmethode in Übereinstimmung mit besagter EU-Richtlinie bereitgestellt.

Die Richtlinie enthält unter anderem die Bestimmung, dass Biomasse nicht von Flächen stammen darf, die durch Rodung oder Drainage von Moorböden erschlossen wurden oder die als Grünland mit hoher Biodiversität einzustufen sind.

Außerdem müssen die Biokraftstoffe mindestens 35 Prozent Treibhausgase gegenüber der fossilen Referenz einsparen. Diese Einsparverpflichtung wird sukzessive verschärft.

Deutschland hat die EU-Richtline 2009 in nationales Recht umgesetzt.

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Neben diesen verbindlichen Vorgaben existieren freiwillige Initiativen für eine nachhaltigere Nutzung von Bioenergie.

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Das sind unter anderem der Prozess zur Erarbeitung der Norm ISO 13065 „Nachhaltige Bioenergie“ und die Global Bioenergy Partnership (GBEP).

Dort wurden Nachhaltigkeitsindikatoren international vereinbart. An beiden Prozessen beteiligt sich das UBA mit Expertinnen und Experten.

Zu den Chancen und Grenzen der Zertifizierung der Nachhaltigkeit des Anbaus von Biomasse, insbesondere in der energetischen Nutzung, hat das Umweltbundesamt in seiner Studie „Globale Landflächen und Biomasse nachhaltig und ressourcenschonend nutzen“ Stellung genommen.

 

Unter indirekten Landnutzungsänderungen (englisch: indirect land use change; kurz iLUC oder iluc), werden Verdrängungseffekte verstanden, die durch eine zusätzliche Nachfrage (beispielsweise nach Bioenergieträgern) ausgelöst werden.

Wegen der zusätzlichen Rohstoffnachfrage wird die vorangegangene Produktion (zum Beispiel von Nahrungsmitteln) auf andere Flächen verdrängt, wenn die Nachfrage nach den zuvor angebauten Produkten bestehen bleibt. Dies führt andernorts zur Erschließung neuer Anbauflächen, die im iLUC-Konzept der „neuen“ Nachfrage zugerechnet werden.

Da die Umwandlung natürlicher Ökosysteme in Ackerflächen unter anderem mit zusätzlichen Treibhausgasemissionen verbunden ist, muss eine vollständige Treibhausgasbilanz diese indirekten Emissionen einbeziehen.

Es ist weitgehend anerkannt, dass der iLUC-Effekt ein bedeutender Faktor für die Ökobilanz von Biokraftstoffen ist. Allerdings ist seine genaue Bestimmung seiner Größenordnung und die damit zusammenhängenden Emissionen nur über komplexe Modellrechnungen möglich, deren Methodik kontrovers diskutiert wird.

Flächeneffizienz erneuerbarer Energien – Schlusslicht Bioenergie

Beim Vergleich der verschiedenen Techniken zur Nutzung erneuerbaren Energien ist die jeweilige Flächeninanspruchnahme ein wichtiges Kriterium. Denn insbesondere fruchtbare Flächen sind zunehmend knappe Ressourcen mit entsprechendem Konfliktpotenzial.

Verschiedene Studien, wie die „Langfristszenarien und Strategien für den Ausbau der erneuerbaren Energien“, haben gezeigt, dass Wind- und Solarenergie der Biomasse in der Flächeneffizienz um ein Vielfaches überlegen sind. Dies gilt auch für die Umwandlung des Wind- und Solarstroms in chemische Energieträger wie Methan oder Wasserstoff.

Aufgrund des enormen Flächenbedarfs kann die Anbaubiomasse auch künftig rein rechnerisch nur sehr gering zur Energieversorgung beitragen.

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Doch es gibt neben der konfliktbehafteten Anbaubiomasse andere Biomassequellen, die zum Teil sogar ökologisch günstige Nebeneffekte haben.

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Beispielsweise liefert die Vergärung von Gülle nicht nur Energie, sondern wandelt die Gülle in einen bodenverträglicheren Dünger um.

Auch die energetische Nutzung von Grünschnitt aus der Landschaftspflege, biogenen Siedlungs- und Industriebfälle ist nicht mit gravierenden ökologischen und sozioökonomischen Risiken verbunden – sofern bestimmte Voraussetzungen eingehalten werden.

Die Potenziale für Energie aus biogenen Abfall- und Reststoffen sind insgesamt relativ klein. Sie können jedoch in der Transformation in ein neues Energiesystem eine durchaus relevante Funktion einnehmen. Allerdings kann es auch hier zu Nutzungskonkurrenzen kommen, was eine Abwägung im Einzelfall erfordert.

Vorrang für stoffliche Nutzung

Aufgrund der zahlreichen Risiken und Nachteile der Nutzung von Energie aus Anbaubiomasse im großen Maßstab empfiehlt das Umweltbundesamt, deren energetische Nutzung nicht auszuweiten und stattdessen der stofflichen Nutzung den Vorrang einzuräumen. Diese Empfehlung haben wir im Positionspapier „Globale Landflächen und Biomasse nachhaltig und ressourcenschonend nutzen“ dargelegt.

 

Die Bioenergie stellt derzeit den mengenmäßig größten Anteil unter den erneuerbaren Energien in Deutschland zur Verfügung. Somit stellt sich die Frage, ob die Energiewende ohne einen Ausbau der Bioenergie auf Basis von Anbaubiomasse möglich ist.

Für den Strombereich haben wir in der Studie „Energieziel 2050: 100% Strom aus erneuerbaren Quellen“ gezeigt, dass eine regenerative Stromversorgung ohne Bioenergie im Jahr 2050 möglich ist.

Im Wärmebereich können enorme Einsparpotenziale durch Gebäudesanierungen erschlossen werden und der verbleibende Bedarf ebenfalls durch Solar- und Geothermie, regenerativen Strom, Wasserstoff oder Methan gedeckt werden.

Und auch im Verkehr ist eine regenerative, treibhausgasneutrale Energieversorgung prinzipiell ohne Biokraftstoffe möglich. Der Land-, Schiffs- und Flugverkehr kann durch einen Kraftstoffmix versorgt werden. Dieser Mix kann erneuerbaren Strom sowie im begrenzten Umfang flüssige Biokraftstoffe aus Alt- und Reststoffen enthalten.

Außerdem kann gasförmiger oder flüssiger Kraftstoff genutzt werden, der mit erneuerbarer Energie aus atmosphärischem CO2 (PtG bzw. PtL) hergestellt wird. Für diesen Weg wären jedoch auch bei effektiver Umsetzung von Energiesparmaßnahmen Importe von Strom, Wasserstoff beziehungsweise Kohlenwasserstoffen in großem Umfang erforderlich.

Diese können und sollten aus regenerativen Quellen stammen.

Zusammenfassend bedeutet dies, dass der Erfolg der Energiewende nicht an den Ausbau der Bioenergie gebunden ist.

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Holz gilt gemeinhin als ein klimafreundlicher Brennstoff. Dies trifft jedoch nur dann zu, wenn höchstens so viel Holz aus dem Wald entnommen wird wie im gleichen Zeitraum nachwächst. Auch leistet die stoffliche Nutzung von Holz einen größeren Beitrag zum Klimaschutz, da hierbei ebenfalls fossile Alternativen ersetzt werden können.

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Wenn Stamm- und Schwachholz energetisch genutzt werden, sollte dies so effizient und emissionsarm wie möglich geschehen.

Insbesondere die üblichen, „traditionellen“ Kleinfeuerungsanlagen stoßen heute jedoch noch viel gesundheitsschädlichen Feinstaub aus. Dies kann durch eine moderne Anlagentechnik reduziert werden.

Das Umweltzeichen „Blauer Engel” kennzeichnet Pelletöfen und Pelletheizkessel, die deutlich weniger Feinstaub und andere Emissionen als herkömmliche Produkte ausstoßen.

Mehr Informationen zum umweltfreundlichen Heizen mit Holz bietet der Ratgeber zum richtigen und sauberen Heizen.

 

In Biogasanlagen wird Biomasse  mit Hilfe von Bakterien unter Ausschluss von Sauerstoff (anaerob) abgebaut, wobei Biogas entsteht. Je nach eingesetzten Material produzieren die Bakterien Biogas mit einem Methangehalt von 50 bis 75%. Die Gärreste können als Dünger in der Landwirtschaft verwertet werden.

Aus dem Rohbiogas können direkt vor Ort in einem Blockheizkraftwerk Strom und Wärme gewonnen werden oder es kann auf Erdgasqualität auereitet und in das Erdgasnetz eingespeist werden, wodurch es ortsunabhängig im Strom- Wärme. und Verkehrssektor genutzt werden kann.

Die Stromerzeugung aus Biogas wird durch das Erneuerbare-Energien Gesetz (EEG) gefördert. In den Jahren 2007 – 2014 kam es zu einem starken Zubau der Biogasanlagen. Mit EEG 2014 wurde die Förderung für Biogasanlagen gesenkt.

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Seit Inkrafttreten des EEG 2017 müssen sich Biogasanlagen größer als 150 kW an Ausschreibungen beteiligen, um eine Finanzierung des produzierten Stroms nach dem EEG zu erlangen.

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Seitdem ist der Zubau von Biogasanlagen sehr stark zurückgegangen.

Ende 2016 wurden in Deutschland rund 8.700 Biogasanlagen inklusive Betriebsstätten mit Auereitung zu Biomethan betrieben (DBFZ 2017). Den aktuellen Stand zur Rolle von Biogas bei der Stromerzeugung in Deutschland finden Sie im Artikel „Erneuerbare Energien in Zahlen“.

Die anlagenbezogenen Umweltprobleme bei der Produktion von Biogas und die immissionsschutzrechtlichen Anforderungen an Biogasanlagen sind im Artikel „Biogasanlagen“ zu finden.

Источник: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/bioenergie

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