Cocooning in Corona-Zeiten: Zuhause ist es am schönsten!

Freizeit Ideen: Zu Hause bleiben – so geht’s!

Cocooning in Corona-Zeiten: Zuhause ist es am schönsten!

Das Haus nicht verlassen und es sich in den eigenen Wänden bequem machen – das mag für die einen nach einem gelungenen Wochenende klingen, doch für andere stellt sich die Frage, wie diese freie Zeit optimal zu nutzen ist.

Dafür gibt es kein Patentrezept – aber eine Menge Freizeit Ideen. Probieren Sie doch einfach etwas Neues aus, für das sonst einfach die Zeit fehlt – für sich alleine, im Online-Austausch oder im Kreis der „Kernfamilie“.

Handlettering – Schönschreiben will gelerntsein

Das weckt Erinnerungen an die Grundschulzeit: Damals wurden Buchstaben in Druck- und später in Schreibschrift kopiert. Sie können aber auch in ihrer schönsten Variante gelernt werden – das ist gleich eine gute Übung für die nächste Geburtstagskarte. Aufwärmübungen und Handlettering-Alphabete gibt es auf der Internetseite für Lettering und Grafik-Design von Papier-Liebe.

Fürs Handlettering eigenen sich vor allem Pinsel und Pinselstifte. Wenn diese aber nicht vorhanden sind, sind auch andere Stifte nutzbar. Wichtig ist, die Linien, die nach unten gehen, breiter zu machen.

Handlettering – Schönschreiben will gelernt sein

Freizeit Ideen: Mehr als Malen

Nicht jeder hat dasZeichentalent in die Wiege gelegt bekommen – und trotzdem kann (fast) jeder zeichnenlernen. Hier sind drei Punkte besonders wichtig: Übung, Übung und noch mehrÜbung.

Mit Stift und Papier ausgestattet finden sich im eigenen Zuhause viele Motive, die nur darauf warten, abgebildet zu werden. Wer jetzt motiviert ist und nur noch Basiswissen benötigt, findet auf der Internetseite von Malen-Lernen eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für gelungene Zeichnungen. 

Es braucht nicht viel – nur Stift und Papier – und schon kann losgelegt werden. (Photo © Syda Productions / adobe)

Wohlfühlfaktor: Sauberkeit

Wer kennt den Begriff „Cocooning“? Abgeleitet von dem englischen Wort cocoon, übersetzt Kokon, steht es für den Rückzug aus der Umwelt in die eigenen vier Wände – passt also perfekt in die aktuelle Situation. Die richtige Grundlage ist hier wichtig: Putzen und Aufräumen klingt im ersten Moment nicht so spaßig.

Doch da der Großteil der Zeit nun im eigenen Zuhause verbracht wird, lohnt es sich, hier zu investieren. Haushaltsspiele, wie das Sockenpuzzle auf Zeit, erleichtern es außerdem, die nötige Motivation zu finden. Auf diesem Weg wird das Aufräumen zu einer von vielen attraktiven Freizeit Ideen.

Tipps für den Frühjahrsputz und nachhaltige DIY-Putzmittel gibt es hier.

Ordnung und Sauberkeit sind die Grundlage für schöne Zu-Hause-Tage. (Photo © BestForYou / adobe)

Erinnerungen schaffen – diese Zeit gehtvorbei – alles wird gut 

Wenn die Wohnung herausgeputzt wurde, sollte dies auch gewürdigt werden. Durch Home-Fotografie können die Wohnung und natürlich auch die BewohnerInnen zudem richtig in Szene gesetzt werden.

Einfach der Kreativität freien Lauf lassen und ablichten, was vor die Linse kommt – das eigene Zuhause, die Familie und dank Timerfunktion den Fotografen und die Fotografin selbst. Ein kleiner Tipp am Rande: Im Tageslicht sehen wir oft am besten aus. 

FaNicht nur der Urlaub ist zum Fotos-Machen da – auch der Alltag und die neue Art der gemeinsamen Zeit kann festgehalten werden. (Photo © Jacob Lund / adobe)

Freizeit Ideen: Fit bleiben nicht vergessen

Auch wenn Fitnessstudios und Sportclubs aktuell ihre Türen nicht geöffnet haben, sollte die eigene Bewegung nicht außer Acht gelassen werden. Da sich der Großteil des Alltags in der eigenen Wohnung oder dem Eigenheim abspielt, kann es schnell zu einem Bewegungsmangel kommen. Ein Spaziergang in der Mittagspause kann hier außerdem Wunder bewirken.

Und auch über einen Spaziergang hinaus gibt es Freizeit Ideen, mit denen zudem an der eigenen Traumfigur gearbeitet werden kann.

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Mithilfe der 5 Tibeter, einer kraftbringenden Abfolge von Yogaübungen, oder mit High Intensity Interval Training (HIIT), das in kurzer Zeit den Puls nach oben schnellen lässt.

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Im Internet finden sich zudem eine Vielzahl von Workouts, die uns in diesem Frühling fit halten.

Es gibt eine Vielzahl von Online-Sportsessions – jetzt muss nur noch der innere Schweinehund überwunden werden. (Photo © Jacob Lund / adobe)

Essen macht glücklich

Und auch in der Küche hört es mit der Kreativität nicht auf. Neue Rezepte auszuprobieren macht Spaß und darüber hinaus den Gaumen glücklich. Und dafür braucht es nicht viele Zutaten. Gekocht wird mit dem, was in den Vorratsschränken zu finden ist.

Dabei hilft die zutatenbasierte Rezeptsuche: Dank Restgourmet, Chefkoch und Co. gibt es für jedes Lebensmittel eine Verwendungsmöglichkeit. Einfach Lebensmittel in die Suchmaske eingeben und herausfinden, welche Gerichte damit zubereitet werden können. Zudem wagen wir uns auf diesem Weg auch gleich an neue Rezepte. Übrigens: Improvisieren ist natürlich auch erlaubt!

Mehl, Butter, Zucker, Obst – Oft braucht es gar nicht viele Zutaten. (Photo © petrrgoskov / adobe)

Neue Sprachen lernen als Highlight unter den Freizeit Ideen

Wen das Fernweh packt, derkann sich in aller Ruhe auf die nächste Reise vorbereiten – und zwarsprachlich. Wer sich im Urlaub mit Einheimischen nicht nur mit Händen und Füßenaustauschen kann, der lernt Land und Leute besser kennen.

Online-Sprachkurse wie Babbel & Co. für Anfänger und Fortgeschrittene ermöglichen das Sprachenlernen übers Smartphone. Und wem hier der Dialog fehlt, der findet zudem bei Tandem-Plattformen GesprächspartnerInnen, mit denen das Gelernte anzuwenden ist. Der Austausch findet dann natürlich online – über Videochat oder Telefonie – statt.

Neue Leute kennenlernen – das geht auch, ohne das Haus zu verlassen. (Photo © rh2010 / adobe)

Den Geist fit halten

Viele SchülerInnen undStudierende lernen es jetzt kennen: Das Lernen, ohne auch nur einen Fuß in dieSchule oder Universität zu setzen. Aber auch für diejenigen, die keinePrüfungen mehr ablegen müssen, bietet das Internet viele Möglichkeiten für diepersönliche Weiterentwicklung.

Es gibt Online-Angebote für jedes Interessengebiet. Egal ob Programmieren mit Programmierkursen und -tutorials des Suchportals Edukatico, Gitarrespielen mit Lernvideos von Justin Guitar oder Angelknoten-Knüpfen mit der App Fishing Knots. Die Zeit zu Hause ist sinnvoll nutzbar, um sich und die eigenen Ziele in den Fokus zu rücken.

Das Internet macht es möglich – viele Kurse und Coachings können auch online durchgeführt werden. (Photo © astrosystem / adobe)

Buchclub 4.0

Mehr lesen – ein klassischer Silvester-Vorsatz für das kommende Jahr. Nach wenigen Monaten ist der Plan oft schon über Bord gegangen.

Die freie Zeit bietet sich demnach nun an, um sich diesen wieder in Erinnerung zu rufen.

Wem alleine die Motivation fehlt, der kann einen digitalen Buchclub ins Leben rufen – zudem ein guter Anlass für den regelmäßigen Austausch mit den Liebsten, die man gerade nicht zu Gesicht bekommt.

Natürlich hat nicht der gesamte Freundeskreis die gleichen Bücher vorrätig. Lieferdienste machen es aber möglich. Die Berliner Buchhandlung Uslar & Rai bietet zum Beispiel einen Lieferservice mit dem Fahrrad an.  

Mit einer Tasse Tee und einem guten Buch ist Entspannung vorprogrammiert – später können die Inhalte online diskutiert werden. (Photo © petrrunjela / adobe)

Quality-Time auf dem Bildschirm

Spieleabende, Kochabende oder gemeinsame Dinner – viele Verabredungen sind durch die räumliche Trennung nicht wie geplant durchzuführen. Doch auch wenn sie nicht wie geplant durchführbar sind, ist eine Absage nicht notwendig. Mit den Liebsten Zeit verbringen, das geht außerdem auch über den Bildschirm.

Verabredungen können weiterhin via Videotelefonie durchgeführt werden. Nur muss sich jeder selbst verpflegen.

er Vorteil eines digitalen Kochabends: Jeder kann sein eigenes Lieblingsgericht kochen. (Photo © vadosloginov / adobe)

Titel-Photo @ floraldeco

Источник: https://www.gewobag.de/sowohntberlin/freizeit-ideen/

Zuhause wegen Corona: Cocooning im Castle 2.0

Cocooning in Corona-Zeiten: Zuhause ist es am schönsten!

Wattekugeln, 200 Millimeter im Durchmesser, weiß, Artikelnummer 21-2660202, gibt es noch. Modelliermasse und Malstifte sind ebenfalls vorhanden. Das ist die gute Nachricht vom vergangenen Samstag aus einem Supermarkt, der im Münchner Osten als Drehort für die Eberhofer-Krimis bekannt ist.

Dass aber die Kartoffeln ausverkauft sind und sich ungewohnt viele Menschen behandschuht, maskiert und nervlich angespannt durch die übervollen Gänge winden – das ist die schlechte Nachricht. Krimis sind derzeit kaum nötig, um einen Thrill zu erzeugen, der zwischen Sorge und Hysterie nistet.

Es wäre naiv, wenn man nicht annähme, dass dem Bastelbedarf in absehbarer Zeit genau das droht, was das Sortiment zwischen Kartoffeln und Klopapier schon partiell ereilt hat. Nämlich zur mitunter seltsamen Zutat der Existenzsicherung zu werden. Das gilt vor allem auch ab diesem Montag, wenn bundesweit die Schulen und Kitas geschlossen bleiben.

Im Internet kursieren Tipps, mit welchen Basteleien man die Kinder „bespaßen“ kann. Wobei die Betreuungsfrage abseits vom Fun auch einen ernsten Hintergrund hat. Viele Menschen haben jetzt ein nicht eben kleines Problem, das sich auch auf die Größe des für die nächsten Wochen womöglich zum alternativlosen Habitat werdenden Lebensraumes bezieht.

Wer der allwissenden Suchmaschine im Internet die Frage stellt, was sich in genau zwei Wochen, also in der maximalen Frist, da sich die Symptome der Infektion zeigen würden, basteln und bauen lässt, wird überrascht von den Findigkeiten.

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Das Maß der Inkubation, 14 Tage höchstens, reicht angeblich für den Bau einer Konzertgitarre per Onlinekurs. Man kann zu Hause im Garten aber auch einen Carport realisieren oder einen Teppich für die Wohnung weben.

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Die Tipps, wie man das Zuhausesein drinnen bewältigt in einer Gegenwart, da das Draußen entgegen der boomenden Outdoor-Kultur als toxisch erscheint, gehen im Moment sozusagen viral.

Das Leben im gefeierten öffentlichen Raum wird in den Pausemodus versetzt

Manches davon ist albern, vieles aber ist hilfreich. Die Menschheit ist seit jeher ideenreich darin, das Gefäß von Zeit und Raum zu füllen.

Die Kulturgeschichte der Bespaßung, die in Wahrheit etwas Existenzielles meint, reicht von den Erzählungen der Höhlenmalerei bis zu jenen Geschichten, die man sich jetzt online erzählen lassen kann.

Bei der Gelegenheit: Es ist schön, dass es Literatur, Film und Musik gibt. Man erinnert sich dankbar daran, dass es auch ein freudvolles Leben im Ohrensessel der Künste geben kann.

Das ist ein Trost, sollte in Deutschland, wie bereits in anderen Ländern Europas geschehen, aus dem Gebot sozialer Distanz ein Verbot der Begegnung werden.

Das Leben im gefeierten öffentlichen, mittlerweile aber als Seuchentransmissionsriemen beargwöhnten Raum wird vom Stadion über das Klassenzimmer bis zum Büro in den Pause-Modus versetzt. Was nun nötig ist: Das ist die Kunst des gelassenen Zuhauseseins. Es ist die Stunde des Blaise Pascal.

Der Philosoph meinte schon vor Jahrhunderten: „(…) alles Unglück der Menschen kommt davon her, daß sie nicht verstehn sich ruhig in einer Stube zu halten“.

Was im 17. Jahrhundert als Kritik am „mannigfaltigen Hin- und Hertreiben der Menschen“ formuliert wurde, ist von großer Aktualität.

„My home is my castle“: Der Kalenderspruch vom trauten Heim, Glück allein, der einem in der Moderne einer kosmopolitisch sich beschreibenden Erlebnis-Kultur konsumorientiert raumgreifender Mobilität bald peinlich wurde als naturwidrige, antinomadische Stubenhockerei, kommt jetzt als Castle 2.0 zurück. Die eigenen vier Wände werden zur letzten Bastion.

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Die Stube ist nicht mehr der Ort, der zum Auruch mahnt in die Welt hinein, sondern sie ist der letzte Hort. Der Hortus conclusus, ein gärtnerisches Bildmotiv der Kunstgeschichte, hat sein Comeback als Rettungskapsel.

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In Italien begegnen die Menschen der Zwangspause des öffentlichen Lebens mit enormer Disziplin, Solidarität und kreativen Aktionen. Getrübt wird die tröstliche Stimmung durch eine schlechte Nachricht der Europäischen Zentralbank.   Von Oliver Meiler

Der Rückzug ins Innerliche erinnert an die Zeit des Biedermeier. Damals, im frühen 19.

Jahrhundert nach dem Ende der napoleonischen Kriegswirren und angesichts einer ersten Ahnung global beunruhigender Fliehkräfte, entwickelte sich die Tugend des Privatisierens.

Hausmusik, Literatur, Kulinarik, Spiel und die genau in dieser Zeit erblühende Wohnkultur formulierten lange vor dem Phänomen des „Cocooning“ erste Antworten auf eine zunehmend als desorientiert empfundene Welt.

Zwar war der biedermeierliche Rückzug ins Private eine Folge der krisengeschüttelten Epoche zuvor, zwischen Wiener Kongress und bürgerlicher Revolte, während heute die Besinnung auf die Privatsphäre nicht nur Krisenfolge, sondern auch Vorbeugung und, wenn das Wohnzimmer zur Krankenstätte wird, hoffentlich auch Heilung meint. Insofern unterscheidet sich das je eigene Idyll beträchtlich vom kollektiven Zwang zur Isolation. Die Sorge aber, die dem Kontrollverlust im großen Maßstab und der Masse einen viel kleineren, überschaubaren, beherrschbaren Raum und das Individuum entgegensetzt, bildet dennoch einen gemeinsamen Nenner.

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er ist aber auch in der Lage, mit sich allein zu sein

Wenn heute aus Italien die spontan sich ergebenden Hauskonzerte von Balkon zu Balkon, die auf herumgereicht werden wie Botschaften der Hoffnung, an die Hausmusik vor 1848 erinnern, ist das jedenfalls kein Zufall.

Das feinsinnige Biedermeiersofa war freiwillig das, was die bisweilen maßlosen XXXL-Sofalandschaften nun auch verordnet sein können: Rückzugsorte der Privatheit, Burgen und Kastelle des Individuums.

Der Ikea-Spruch lässt sich unter den Zynismen der Corona-Angst so umformulieren: Wohnst du noch oder überlebst du schon?

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Dazu passt die Studie „The Indoor Generation“. Sie wurde vor zwei Jahren vom dänischen Bauprodukte-Hersteller Velux veröffentlicht.

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Ergebnis: Es gibt „eine wachsende Zahl von Menschen, die im Vergleich zu früheren Generationen den weitaus größten Teil ihrer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen – aktuell 90 Prozent ihres Lebens“.

Britische Meinungsforscher meinten zudem, dass sich eine große Mehrheit von 77 Prozent ihrer realen „Indoor-Existenz“ gar nicht wirklich bewusst sei.

Es fordert zwar ein wenig Geduld, ist aber eigentlich eine gute Idee: Singen und fideln in häuslicher Isolierung.   Von Johan Schloemann

Die Wattekugel, 200 Millimeter im Durchmesser, weiß, Artikelnummer 21-2660202, ist so oder so nicht nur ein Instrument selbstgebastelter Ablenkung.

Zur Wohnung geworden inmitten von Ausgangssperren und Seuchenangst wird die Wattekugel zwischen Quarantäne und Exekutivgewalt auch zum Panikraum der Gesellschaft.

Wobei es nun in den nächsten Wochen entscheidend darauf ankommt, die Panik diesem Raum schleunigst wieder auszutreiben.

Noch vor dem drohenden Lagerkoller könnte, ja müsste man aus dem erzwungenen Rückzug aus dem öffentlichen Raum eine reanimierte Kunst der privaten Entäußerung machen.

Nicht als Burg, als Gefängnis oder als Biohazard-Zone sollte die Wohnung dienen, sondern idealerweise als wiederzuentdeckender Sehnsuchtsort eines Lebensglücks, das nicht allein der Gemeinschaft und der Kommunikation, sondern eben auch dem Ich, der Familie und der Konzentration zu verdanken ist. Gedanklich kann man vom Sofa aus herrlich weit und abenteuerhaft reisen. Die Stille kann auch ein seltenes Wunder sein.

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Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er ist aber auch in der Lage, mit sich allein zu sein. Für einige Zeit käme es auf diese Tugend an, die in digitalisierten, also ubiquitären, gnadenlos kommunikativen und ausufernd geselligen Räumen möglicherweise in Vergessenheit geraten ist.

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Denkwürdig: Wie der analoge, aber gleichfalls grenzenlose Krankheitserreger strukturell der digitalen Allraumwerdung entspricht. Vielleicht ist es ja sogar ein Vorteil, dass die Indoorgeneration von über Lieferando bis Amazon die nötigen Kulturtechniken schon längst verinnerlicht hat.

Nicht jeder Mensch teilt indessen die Sehnsucht nach der Einöde. Was der eine als Wohltat der Einsamkeit empfinden mag, kann der andere als Folter der Isolation durchleiden.

Doch wer jetzt für absehbar nicht in die Unendlichkeit ragende Zeiträume die Kunst des Zuhauseseins als Kunst und nicht lediglich als Elend begreift, der wird sich nach der Krise, die noch nicht das Weltende markiert, auch wieder auf den öffentlichen Raum der Begegnungen freuen.

Gemeint ist ein geselliger Raum der Gemeinsamkeit, der in Würde und jenseits seiner zuletzt so radikal ökonomistisch und penetrant lautstark betriebenen Eventisierung schließlich wieder als das Raumwunder erscheinen darf, das Aristoteles einst im Blick hatte.

Der Philosoph bemaß seinerzeit das Ideal öffentlicher Versammlungsräume mithilfe der Reichweite der menschlichen Stimme. In digitalen Zeiten ist diese Reichweite scheinbar unendlich geworden.

In Krisenzeiten dagegen erinnert man sich wieder an die zivilisatorische Kraft einer Welt, die nicht nur die Masse, sondern auch das Individuum, nicht nur die Fülle, sondern auch die Leere kennt.

Источник: https://www.sueddeutsche.de/kultur/coronavirus-zuhause-daheim-1.4845039

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