Cocooning in Corona-Zeiten: Zuhause ist es am schönsten!

Einzelhandel : Cocooning in Coronazeiten lässt Umsätze mit Möbeln explodieren

Cocooning in Corona-Zeiten: Zuhause ist es am schönsten!

Düsseldorf Für den Design- und Einrichtungshändler Manufactum hätte die Coronakrise zur echten Bedrohung werden können. Wochenlang waren die Geschäfte geschlossen. In den unsicheren Zeiten hätte man auch denken können, dass den Kunden anderes wichtiger ist als „die guten Dinge“ aus Holz, Schildpatt oder Bakelit, die der Retrospezialist so führt.

Doch weit gefehlt. Schon nach kurzer Zeit waren die fehlenden Umsätze aus den Läden durch steigenden E-Commerce kompensiert. Die Kunden rissen sich geradezu um Designmöbel oder handgefertigte Lampen.

„Obwohl die Warenhäuser zwischenzeitlich geschlossen waren, hat das Unternehmen im Zeitraum März bis Juni ein deutlich zweistelliges Umsatzwachstum in den Sortimenten Garten, Möbel und Sport erzielt“, berichtet Marcus Ackermann, Vorstand des Mutterunternehmens Otto Group.

Ein ähnliches Phänomen zeigt sich auf der Plattform Otto.de, mit einem Umsatz von 3,5 Milliarden Euro Deutschlands zweitgrößter Onlinehändler nach Amazon.

Dort seien die Umsätze bei Möbeln, Gartenartikeln und Sportgeräten „deutlich zweistellig, in einigen Teilsortimenten sogar dreistellig im Vergleich zum Vorjahr gestiegen“, freut sich Ackermann.

Die Kunden gäben deutlich mehr Geld für die Ausstattung ihres Hauses und Gartens, aber auch für ihr Wohlbefinden aus als vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie.

Wie Manufactum und Otto geht es zahlreichen Händlern, die Produkte zur Verschönerung des eigenen Heims anbieten. Während allgemein eher die Konsumzurückhaltung ausgebrochen ist, erlebt die Einrichtungsbranche seit Kurzem eine unverhoffte Sonderkonjunktur.

„Cocooning“, also das Einigeln im gemütlichen Zuhause, ist das Wort der Stunde.

„Schon seit Jahren ist zu beobachten, dass sich die Menschen verstärkt in die eigenen vier Wände zurückziehen, um es sich dort gemütlich zu machen und der manchmal rauen Realität zu entfliehen“, sagt Jan Kurth, der Geschäftsführer des Verbands der deutschen Möbelindustrie. Durch die Coronakrise habe sich diese Tendenz noch verstärkt.

Einsparungen beim Urlaubsbudget

Das hat einen einfachen Grund. „Das soziale Leben findet derzeit überwiegend daheim statt – etwa beim gemeinsamen Kochen mit Freunden oder bei Spieleabenden mit der Familie“, erklärt Kurth. Viele Menschen hätten während des Lockdowns ihre Wohnung renoviert und in neue Möbel investiert. Und Kurth ist sich sicher: „Dieser Cocooning-Trend wird Bestand haben.“

Das bestätigt auch eine frisch veröffentlichte Konsumentenumfrage der Unternehmensberatung Accenture mit dem vielsagenden Titel „Jahrzehnt des Zuhauses“. So gehen 69 Prozent der Befragten davon aus, dass sie in den nächsten sechs Monaten den größten Teil ihrer sozialen Kontakte entweder bei sich zu Hause, bei einem Freund oder virtuell pflegen werden – mit Folgen für ihr Konsumverhalten.

Einsparungen im Bereich Urlaub und Freizeit würden für andere Segmente genutzt, erläutert Accenture-Geschäftsführer Thomas Täuber. „Die zunehmende Bedeutung des eigenen Zuhauses inklusive Heimarbeitsplatz schlägt sich auch im Umsatz für Renovierung und Neueinrichtung nieder“, sagt der Handelsexperte.

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Das Heim werde zum „sicheren Zufluchtsort“, so die Erkenntnis der Studie. Die sei ein „Weckruf für Unternehmen“, die sich auf diese neue Nachfrage einstellen müssen, wenn sie von diesem Boom profitieren wollten.

[/attention] Rückzug in die eigenen vier Wände

Die Möbelbranche profitiert von dem pandemiebedingten Trend.

(Foto: mauritius images / Westend61)

Dabei entfaltete sich der Nestbautrieb der Deutschen in der Coronakrise eher in Wellen als schlagartig. Gut ablesen lässt sich das an den Google-Trends, die angeben, wie häufig bestimmte Schlagworte in die Suchmaschine eingegeben wurden.

Im März noch lagen die Werte für Suchworte wie „Möbel“ oder „Gartenmöbel“ unter denen des Vorjahres. Eine allgemeine Schockstarre hatte angesichts des Ausbruchs der Pandemie auch die Konsumenten erfasst.

Im April dann kam die erste Welle, spätestens im Mai setzte der Boom ein.

Wie stark der Wunsch der Deutschen ist, ihre eigenen vier Wände neu zu gestalten und sich behaglich einzurichten, zeigt auch ein Blick in die Suchanfragen bei Ebay. So ist beispielsweise die Zahl der Anfragen für „neue Betten“ in der Coronakrise um 345 Prozent gestiegen.

Mike Klinkhammer, Advertising Sales Director bei Ebay, sieht einen deutlichen „Trend zum Cocooning“, der auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen werde. „Insbesondere, da sich der diesjährige Urlaub für die meisten Deutschen wohl ebenfalls ins eigene Zuhause verlagern dürfte“, beobachtet Klinkhammer.

Filialhandel litt unter Lockdown

„Wie in der Krise 2008/2009 beobachten wir auch in diesem Jahr wieder einen Cocooning-Effekt, der aktuell allerdings noch viel intensiver ausgeprägt ist als beim letzten Mal“, bestätigt Jürgen Schuster, Geschäftsführer der Raumschmiede GmbH, die mehrere Onlinehändler im Segment Möbel und Freizeit betreibt. Seine Möbelhandelsplattform Piolo.de hat die Umsätze im April und Mai gegenüber dem Vorjahr vervierfacht.

Ähnliches erlebt der Fachhändler Gartenmoebel.de. Im April beispielsweise haben dort doppelt so viele Kunden den Onlineshop besucht wie im Vorjahr, der Umsatz war sogar dreimal so hoch. Im Gesamtjahr 2020 rechnet das Unternehmen nun mit einem Wachstum von 100 Prozent statt der vorher anvisierten 40 Prozent.

Das Unternehmen, das Birgit und Aron Holtermann 2004 in Xanten am Niederrhein gegründet haben, hatte sich glücklicherweise rechtzeitig auf den Boom vorbereitet. So hat der Händler eine eigene Logistik mit zwei Lagerstandorten aufgebaut, wovon er während des Lockdowns massiv profitiert hat, weil alle Waren jederzeit verfügbar waren.

Von der Corona-Sonderkonjunktur profitierten aber nicht alle Möbel- und Deko-Händler gleich.

„Durch den Lockdown und die Einschränkung des physischen Einkaufserlebnisses verzeichnen stationäre Händler Umsatzrückgänge von 30 bis 40 Prozent“, schränkt Handelsexperte Täuber ein.

„Online-Möbelhändler hingegen konnten allein im Frühjahr – bezogen aufs Vorjahr – bis zu 25 Prozent Wachstum erzielen.“

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Langsam erfasst der Boom aber nun auch den Filialhandel. So rechnet die deutsche Möbelindustrie über die gesamte Branche gerechnet in diesem Jahr nur noch mit einem Minus von fünf Prozent – trotz wochenlanger Geschäftsschließungen.

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„Erfreulich entwickelt sich derzeit insbesondere die Nachfrage nach Ess- und Wohnzimmermöbeln sowie nach Küchen“, sagt Verbandsgeschäftsführer Kurth.

„Im Fokus stehen außerdem Einrichtungsgegenstände für das Homeoffice sowie Outdoor-Möbel für Terrasse und Garten.“

Mehr: Für den Einzelhandel ist die Krise nicht ausgestanden.

Источник: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/einzelhandel-cocooning-in-coronazeiten-laesst-umsaetze-mit-moebeln-explodieren/26113622.html

Wohn- und Lifestyle-Trend Cocooning in Corona Zeiten hoch im Kurs

Cocooning in Corona-Zeiten: Zuhause ist es am schönsten!

Am 11. März 2020 wurde der Ausbruch des Coronavirus SARS-CoV-2 von der WHO als Pandemie eingestuft. Bereits davor und erst recht nach diesem einschneidenden Ereignis überschlugen sich die Ereignisse weltweit.

Seitdem leben wir in Deutschland mit einer gewissen Grundangst vor einer Corona-Infektion mit SARS-CoV-2 und einer Erkrankung an der darauf basierenden Lungenkrankheit COVID-19.

(Lesen Sie hierzu auch: Die Chronik der Corona-Krise – MDR.de)

Es gab einen umfassenden Lockdown mit in unserem Land, dessen Folgen noch immer nachwirken. Für unser gesellschaftliches Leben gibt es neue (Hygiene-)Regeln, so ist für uns das Tragen von Masken in vielen öffentlichen Bereichen zu etwas Alltäglichem geworden.

Eine Normalität wie vor der „Entdeckung“ und weltweiten Verbreitung von SARS-CoV-2 ist aktuell und auf absehbare Zeit undenkbar geworden. Viele Branchen und Wirtschaftzweige leiden noch immer unter der Corona-Krise, wie sich z. B.

an der großen Demonstration der Veranstaltungsbranche in Berlin in dieser Woche zeigt.

Hamsterkäufe bestimmter Hygieneartikel und Grund-Nahrungsmittel gab es in Deutschland vor allem im März und April 2020. – Klopapier, Nudeln, Reis, Mehl oder Hefe wurden zwischenzeitlich zur Mangelware. Waren diese Artikel in einem Geschäft erhältlich, musste man damit rechnen, dass man nur eine bestimmte Menge einkaufen durfte, damit möglichst viele Kunden „zum Zug kommen“ konnten.

Lernen und Arbeiten verlagerte sich während des Lockdowns zunehmend in die eigenen vier Wände. – Schlagwörter hier: Homeschooling / Distanzlernen und Home-Office / Telearbeit. Für die meisten Betroffenen – Kinder wie Erwachsene – absolutes Neuland, so dass zunächst einmal brauchbare Organisationsstrukturen gefunden werden mussten.

Der Sommerurlaub 2020 lief für die meisten dann auch anders als geplant ab. So blieben viele im eigenen Land. Campen in all seinen Facetten vom feststehenden Wohnwagen bis hin zum Luxus-Wohnmobil avancierte zum absoluten Trend, so dass die Nachfrage an geeigneten Objekten zwischenzeitlich kaum zu befriedigen war.

Ebenfalls hoch im Kurs zu Corona-Zeiten – insbesondere bei Menschen, die in Stadtwohnungen leben – sind Kleingärten.

Diese kleinen Gartenflächen, welche meist auch noch über ein kleines Gartenhaus und weitere Annehmlichkeiten wie einen gemütlichen Sitzplatz verfügen, bezeichnet man auch als Schrebergärten. Betrieben werden Kleingarten-Anlagen zumeist von Vereinen.

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Eine eigene Parzelle ist ein Rückzugsort, der einem zudem eine gewisse Autonomie durch den Anbau von eigenem Obst und Gemüse ermöglicht. (Lesen Sie hierzu auch: Run auf Kleingärten – Corona treibt uns ins Grüne – WDR.de)

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Insgesamt kann man feststellen, dass wir aufgrund von Corona in 2020 bereits wesentlich mehr Zeit als üblich im eigenen Heim und ggf. Garten verbracht haben.

Hinsichtlich der anstehenden kälteren Monate des Jahres sowie der zu erwartenden Grippewelle und ggf.

einer erneuten stärkeren Verbreitung von SARS-CoV-2 ist davon auszugehen, dass das Zuhause auch in der kommenden Zeit einer der wichtigsten Aufenthaltsorte für uns sein wird.

Im Zusammenhang mit der coronabedingt deutlich erhöhten Aufenthaltsdauer in unseren eigenen vier Wänden sowie ggf. im heimischen Garten hat auch das so genannte Cocooning verstärkt an Bedeutung gewonnen.

In unserem News-Artikel erklären wir Ihnen, was Cocooning überhaupt ist, informieren über Hintergründe und geben Tipps. Lesen Sie jetzt außerdem, worauf es beim Cocooning ankommt und was es mit dem Begriff Homing auf sich hat.

Was ist Cocooning?

Der Ausdruck Cocooning geht auf den englischen Begriff cocoon zurück, was sich mit Kokon, Puppe oder Gespinst übersetzen lässt. Dabei muss man eigentlich unweigerlich an einen Schmetterling bzw. an die Larve des Schmetterlings – die Raupe denken.

Bevor aus der Raupe ein (wunderschöner) Schmetterling wird, zieht sich diese nämlich zurück in einen Kokon, den sie sich selbst spinnt.

Innerhalb dieses Kokons überdauert die Raupe eine ganze Zeit, bevor sie als bereits fertig verwandelter Schmetterling die Enge dieser selbstgebauten sicheren Behausung verlässt.

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Cocooning als englischer Begriff lässt sich übrigens mit sich einspinnen oder verpuppen übersetzen.

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Bezogen auf das Wohnen wurde Cocooning schon Anfang der 1980er Jahre zu einer weit verbreiteten Wendung, mit welcher man das Zurückziehen oder Einigeln in die eigenen vier Wände bezeichnete. – Wie die Raupe verlassen wir beim Cocooning die Außenwelt und bleiben alleine oder mit wenigen ausgewählten Sozialkontakten innerhalb des selbst gestalteten Lebensraumes.

Üblicherweise handelt es sich beim Cocooning um einen freiwillig angetreten Rückzug aus der „Öffentlichkeit“ ins „Private“, wobei Einrichtung und Gestaltung einer möglichst wohnlich-gemütlichen Behausung von großer Bedeutung sind. Man schafft sich quasi eine Blase, in die die Unannehmlichkeiten der äußeren Welt nicht hineingelangen können sollen.

Beim Cocooning geht es aber nicht nur darum, sich in die eigenen vier Wände zurückzuziehen und diese möglichst angenehm zu gestalten, sondern auch um ein Lebensgefühl bzw. eine bejahende Einstellung zum Leben und den Wunsch nach Genuss. – Zeit zuhause wird mit Zeit für sich selber haben bzw. Zeit für die engste Familie haben, verbunden.

Cocooning und Corona

Auch, wenn der Lockdown aktuell beendet ist, gibt es dennoch die starke Tendenz mehr Zeit im Schutz der eigenen vier Wände zu verbringen. Hinzukommt, dass viele Freizeitaktivitäten coronabedingt momentan entweder gar nicht oder nur mit Einschränkungen möglich sind.

Nun hatten wir auch schon mit den ersten Vorboten des Herbstes in Form von stärkeren Winden und nasskaltem Wetter zu tun. Die Tage sind  ebenfalls bereits wieder kürzer geworden, wir bekommen weniger Licht und sind dafür mehr mit der Dunkelheit konfrontiert.

Das Zusammenspiel aus andauernder Corona-Gefahr und dem jahreszeitlichen Wechsel in die kalte, dunkle Jahreshälfte ist Grund genug, jetzt wieder mehr Wert auf das Cocooning zu legen.

Es ist nicht verwunderlich, dass es in den Baumärkten während der ganzen Corona-Krise meist immer noch gut zu tun gab (abgesehen natürlich von den Schließungstagen während des Lockdowns), die Menschen arbeiten aktiv an der Gestaltung Ihrer Zuhause.

Dafür werden Materialien im Baumarkt beschafft und neue Möbel im stationären Handel oder online gekauft.

Wenn man schon gezwungen ist, mehr Zeit daheim zu verbingen, will man es wenigstens schön haben. Dafür wird renoviert, viel gemacht und getan.

Was ist Homing?

In den 2010ern gewann das Cocooning in einer neuen Ausprägung erneut an Bedeutung. Im Mittelpunkt des neuen Wohngefühls stand immer noch das eigene Zuhause.

Es diente aber nicht mehr zur engen Abschottung vor der Außenwelt, sondern wurde wesentlich offener gesehen. Die Wohnung wurde zu einer Art sozialem Lebensmittelpunkt, welcher mit viel Individualität und Hingabe gestaltet wurde.

Statt von Cocooning war im Zusammenhang mit dieser neuen geselligeren Auslegung die Rede vom Homing (engl. home für Zuhause).

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Zog man sich in den 1980ern gerne komplett zurück, wollte man in den 2010ern alles andere als allein sein.

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Familie und Freunde einzuladen, gehörte zum neuen Wohn-Lebensgefühl Homing absolut dazu und Besuch war jederzeit herzlich willkommen. Gemeinsam verbrachte man dann Zeit im eigenen Zuhause bzw.

in den vier Wänden der Person, die man selbst gerade besuchte. Als Zeitvertreib wurde beispielsweise gemeinsam gekocht, DVD geschaut oder zusammen gespielt.

Im Zusammenhang mit Corona ist Homing insbesondere zu Zeiten des Lockdowns keine Option gewesen. Jetzt zu etwas beruhigteren Zeiten, muss man sich gut überlegen, wie viele Sozialkontakte man pflegen will und ob es sinnvoll ist, dieses innerhalb der eigenen Behausung zu tun.

Wie funktioniert Cocooning?

Auch wenn der Ausdruck Cocooning zumeist im Zusammenhang mit dem Wohnen und Einrichten genannt wird, handelt es sich dabei nicht um einen Wohnstil oder Einrichtungsstil. Es gibt für das Cocooning keine Einrichtungleitlinien oder Vorgaben. Zielsetzung beim Cocooning ist es vielmehr ein gemütliches Umfeld zu kreieren, in dem man Geborgenheit, Ruhe und Entspannung findet.

Um den Räumen der Wohnung Nüchternheit und Kälte zu nehmen, empfiehlt es sich, Wohntextilien wie Vorhänge, Teppiche und Dekorationsstoffe einzusetzen. Ebenfalls hilfreich ist der Einsatz von Naturmaterialien wie Holz, Wolle oder Leder.

Auch durch die Farbwahl kann man eine behaglich-warme Atmosphäre im Zimmer schaffen. Dazu bieten sich Farben wie Gelb oder Rot hat.

– Beim Einsatz von Rot sollte man allerdings auf einen eher reduzierten Einsatz und eine mildere Nuancen achten, da ein zu kräftiges Rot auf großen Flächen aggressiv machen kann, was für Entspannung und Wohlbefinden eher kontraproduktiv wäre.

Hier ist die Wahrnehmung allerdings oft subjektiv, so dass man die Farben für die eigenen vier Wände anhand der eigenen Präferenzen treffen sollte. – Eine Person empfindet z. B. die Farbe Blau als kalt und abweisend, während sich einer andere Person bei einer blauen Raumgestaltung erfrischt und wohl fühlt.

Gute Inspirationen für eine Cocooning-taugliche Einrichtung bietet der skandinavische Wohnstil Hygge. – Informationen hierzu finden Sie in unserem Ratgeber-Artikel: Wohnzimmer im Hygge Stil einrichten. Schöne passende Möbel und Einrichtungsgegenstände finden Sie im Online-Shop unter: Skandinavische Möbel.

Источник: https://www.wohnen.de/magazin/cocooning-in-corona-zeiten.html

Unsere Top 10 Wohntrends in Corona Zeiten

Cocooning in Corona-Zeiten: Zuhause ist es am schönsten!

Seit Monaten verbringen wir an einem Ort besonders viel Zeit: In unserem Zuhause. Egal ob wir arbeiten, schlafen, lesen, essen oder uns einfach nur entspannen – in Zeiten von Corona und Lockdowns spielen unsere vier Wände noch eine viel wichtigere Rolle als sonst.

Daher richten wir unser Augenmerk in den kommenden Monaten auf eine besonders schöne und wohnliche Gestaltung unserer Wohn-, Arbeits- und Schlafräume.

Nach unseren Westwing Style Experten ist die Umgestaltung und Anpassung Ihrer Räume ganz leicht – daher: 1, 2, 3 und los geht’s!

Vor allem unsere Wohnräume sind mittlerweile viel mehr als nur (Wohn-) Zimmer: Hier wird nicht mehr nur entspannt, sondern meist auch gearbeitet, gegessen oder auch Sport gemacht.

Zeit Ihr Wohnzimmer etwas flexibler zu gestalten. Fleißige Bücherwürmer können sich zum Beispiel auch eine gemütliche Leseecke einrichten.

Was Sie dafür brauchen? Einen gemütlichen Lesesessel, eine hübsche Steh- oder Tischlampe sowie eine Decke und kuschelige Dekokissen.

Weitere Lese-Tipps:

  • Wohnküche
  • Spielecke für Kinder
  • Wohn-Schlafzimmer
  • Wohn-Esszimmer

2. Cocooning, Hygge & Co.: Das neue Wohlfühlen

Damit wir uns in unserem Zuhause so richtig wohlfühlen können, brauchen wir vor allem vier Dinge: Farben, Textilien, Deko und Licht. Angesagte Wohnstile wie Cocooning und Hygge erleben ein neues Revival und liegen derzeit absolut im Trend.

Cooles Grau, verträumtes Blau oder pastelliges Lavendel – zurückhaltende Farben verschönern unsere Räume und bringen Ruhe und Ausgelassenheit. Vervollständigt wird das „Cozy-Puzzle“ mit kuscheligen Decken und indirekter Beleuchtung.

Chunky Knits sowie Duftkerzen und Raumdüfte bringen Entspannung.  

3. Der neue Design-Anspruch: Einfach und funktional

Einfach heißt nicht gleich ungemütlich. Ganz im Gegenteil – es geht sogar darum unsere Räume mit wenigen Möbeln, Textilien, Lampen und Dekoration so ordentlich und wohnlich wie möglich zu gestalten.

Weiße Leinen-Bettwäsche ist zum Beispiel schön schlicht und schön kühlend auf Ihrer Haut im Sommer. Pflanzen bringen etwas Farbe in Ihre Räume und verbessern zugleich die Luftqualität.

Eine Bettbank im Schlafzimmer ist zum Beispiel auch eine schöne Dekorationsvariante, die zugleich als Ablage dient.

Deko-Tipp: Sie wissen nicht in welchen Farben Sie Ihre Deko gestalten sollen? Unsere Style Experten empfehlen sich zum Beispiel an den Farben der Bilder in Ihren Räumen zu orientieren.

4. Ordnung ist das A & O

Damit unser Zuhause ganz Zen sein kann, brauchen wir vor allem eines: Ordnung. Achten Sie darauf, nur das Nötigste herumliegen zu haben. Verstauen Sie den Rest ordentlich in Schubladen, Schränken und Sideboards. Wenn alles an seinem Platz ist, fällt es Ihnen nämlich viel leichter zu entspannen. Investieren Sie also in kluge Stauraum Möglichkeiten.

Lese-Tipps:

  • Tipps für den Frühjahrsputz
  • Aufräumtipps
  • Richtig ausmisten

5. Nachhaltigkeit ist in

Wer möchte nicht gerne etwas nachhaltiger leben? Während Themen wie Minimalismus und Zero Waste immer beliebter werden, wird umweltbewusstes “Natürlich Wohnen” zu einem wirklich großen Trend.

Sie müssen auch nicht von heute auf morgen Ihren kompletten Lebensstil umwerfen. Sie können schon ein paar kleine Tipps & Tricks aus unseren Artikeln anwenden und nach und nach in Ihr Leben integrieren.

6. Home Office

Viele von uns arbeiten aktuell zeitweise oder sogar jeden Tag von Zuhause aus. Während wir im Schlafzimmer vor allem Dunkelheit brauchen um richtig gut schlafen zu können, benötigen wir an unserem Arbeitsplatz vor allem eins: Ausreichend Licht. Erfahren Sie in unserem Home Office Artikel noch weitere Tipps & Tricks für Ihr perfektes Arbeitszimmer im eigenen Zuhause!

7. Meet me outdoor!

Egal ob großer Garten oder kleiner Stadtbalkon – Außenbereiche sind aktuell so wertvoll wie noch nie. Denn wenn das Wetter schön ist, sind sie eine willkommene Abwechslung. Hier genießen wir zum Beispiel unseren Morgen-Kaffee oder abends entspannt ein Gläschen Wein mit Freunden oder der Familie. Was wir jetzt noch brauchen? Gemütliche Outdoormöbel, Deko und Außenleuchten!

Lese-Tipps:

  • Gartengestaltung
  • Terrassengestaltung
  • Balkon dekorieren

8. Herzstück im Zuhause: Die Küche

So sehr wir es auch lieben auswärts zu essen, ab und zu – und vor allem in Corona Zeiten – schätzen wir es, Zuhause zu kochen und mit Freunden und der Familie zu essen. Denn, Zuhause schmeckt es eben doch am besten! Daher schlagen wir vor, der Küche ein kleines Make-Over zu verpassen. Mit hübscher Küchendekoration wird Ihre Küche zum Herzstück in Ihren vier Wänden!

Lese-Tipp: Entdecken Sie auch unsere besten Küchentipps!

9. Staycation

Unser Urlaub gestaltet sich in diesem Jahr etwas anders. Viele Reiseziele sind noch ungewiss und auch das Reisen selbst per Flugzeug & Co. steht immer wieder auf der Kippe. Deswegen liegt unser Fokus in 2020 auf “Urlaub Zuhause” – und wir können versprechen, der lässt sich ebenfalls sehr schön genießen. Entdecken Sie unsere besten Tipps zu Staycation!

10. Well-Being

Es ist einfach, es kostet wenig Geld und die Möglichkeiten sind endlos: Nehmen Sie sich mehr Zeit für sich und entspannen Sie Zuhause. Denn wenn wir zu gestresst sind, schüttet unser Körper das sogenannte Cortisol aus, welches uns ganz schön aus dem Gleichgewicht bringen kann.

Deshalb ist es so wichtig sich ab und zu etwas Zeit für sich zu nehmen. Ein Entspannungsbad nehmen, eine Teezeremonie abhalten oder vielleicht zwischendurch ein paar Entspannungübungen machen – das kann wirklich wahre Wunder wirken.

In unserer “Well-Being”-Kategorie finden Sie noch weitere Ideen zum Entspannen!

Wir hoffen wir konnten Sie mit unseren Home & Living Trends für den August inspirieren. Werfen Sie gerne auch einen Blick in unsere Trend-Kategorie und bleiben Sie immer up to date!

Источник: https://www.westwing.de/inspiration/trends/einrichtungstrends/trend-report-august-unsere-top-10-wohntrends-in-corona-zeiten/

Zuhause wegen Corona: Cocooning im Castle 2.0

Cocooning in Corona-Zeiten: Zuhause ist es am schönsten!

Wattekugeln, 200 Millimeter im Durchmesser, weiß, Artikelnummer 21-2660202, gibt es noch. Modelliermasse und Malstifte sind ebenfalls vorhanden. Das ist die gute Nachricht vom vergangenen Samstag aus einem Supermarkt, der im Münchner Osten als Drehort für die Eberhofer-Krimis bekannt ist.

Dass aber die Kartoffeln ausverkauft sind und sich ungewohnt viele Menschen behandschuht, maskiert und nervlich angespannt durch die übervollen Gänge winden – das ist die schlechte Nachricht. Krimis sind derzeit kaum nötig, um einen Thrill zu erzeugen, der zwischen Sorge und Hysterie nistet.

Es wäre naiv, wenn man nicht annähme, dass dem Bastelbedarf in absehbarer Zeit genau das droht, was das Sortiment zwischen Kartoffeln und Klopapier schon partiell ereilt hat. Nämlich zur mitunter seltsamen Zutat der Existenzsicherung zu werden. Das gilt vor allem auch ab diesem Montag, wenn bundesweit die Schulen und Kitas geschlossen bleiben.

Im Internet kursieren Tipps, mit welchen Basteleien man die Kinder „bespaßen“ kann. Wobei die Betreuungsfrage abseits vom Fun auch einen ernsten Hintergrund hat. Viele Menschen haben jetzt ein nicht eben kleines Problem, das sich auch auf die Größe des für die nächsten Wochen womöglich zum alternativlosen Habitat werdenden Lebensraumes bezieht.

Wer der allwissenden Suchmaschine im Internet die Frage stellt, was sich in genau zwei Wochen, also in der maximalen Frist, da sich die Symptome der Infektion zeigen würden, basteln und bauen lässt, wird überrascht von den Findigkeiten.

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Das Maß der Inkubation, 14 Tage höchstens, reicht angeblich für den Bau einer Konzertgitarre per Onlinekurs. Man kann zu Hause im Garten aber auch einen Carport realisieren oder einen Teppich für die Wohnung weben.

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Die Tipps, wie man das Zuhausesein drinnen bewältigt in einer Gegenwart, da das Draußen entgegen der boomenden Outdoor-Kultur als toxisch erscheint, gehen im Moment sozusagen viral.

Das Leben im gefeierten öffentlichen Raum wird in den Pausemodus versetzt

Manches davon ist albern, vieles aber ist hilfreich. Die Menschheit ist seit jeher ideenreich darin, das Gefäß von Zeit und Raum zu füllen.

Die Kulturgeschichte der Bespaßung, die in Wahrheit etwas Existenzielles meint, reicht von den Erzählungen der Höhlenmalerei bis zu jenen Geschichten, die man sich jetzt online erzählen lassen kann.

Bei der Gelegenheit: Es ist schön, dass es Literatur, Film und Musik gibt. Man erinnert sich dankbar daran, dass es auch ein freudvolles Leben im Ohrensessel der Künste geben kann.

Das ist ein Trost, sollte in Deutschland, wie bereits in anderen Ländern Europas geschehen, aus dem Gebot sozialer Distanz ein Verbot der Begegnung werden.

Das Leben im gefeierten öffentlichen, mittlerweile aber als Seuchentransmissionsriemen beargwöhnten Raum wird vom Stadion über das Klassenzimmer bis zum Büro in den Pause-Modus versetzt. Was nun nötig ist: Das ist die Kunst des gelassenen Zuhauseseins. Es ist die Stunde des Blaise Pascal.

Der Philosoph meinte schon vor Jahrhunderten: „(…) alles Unglück der Menschen kommt davon her, daß sie nicht verstehn sich ruhig in einer Stube zu halten“.

Was im 17. Jahrhundert als Kritik am „mannigfaltigen Hin- und Hertreiben der Menschen“ formuliert wurde, ist von großer Aktualität.

„My home is my castle“: Der Kalenderspruch vom trauten Heim, Glück allein, der einem in der Moderne einer kosmopolitisch sich beschreibenden Erlebnis-Kultur konsumorientiert raumgreifender Mobilität bald peinlich wurde als naturwidrige, antinomadische Stubenhockerei, kommt jetzt als Castle 2.0 zurück. Die eigenen vier Wände werden zur letzten Bastion.

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Die Stube ist nicht mehr der Ort, der zum Auruch mahnt in die Welt hinein, sondern sie ist der letzte Hort. Der Hortus conclusus, ein gärtnerisches Bildmotiv der Kunstgeschichte, hat sein Comeback als Rettungskapsel.

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In Italien begegnen die Menschen der Zwangspause des öffentlichen Lebens mit enormer Disziplin, Solidarität und kreativen Aktionen. Getrübt wird die tröstliche Stimmung durch eine schlechte Nachricht der Europäischen Zentralbank.   Von Oliver Meiler

Der Rückzug ins Innerliche erinnert an die Zeit des Biedermeier. Damals, im frühen 19.

Jahrhundert nach dem Ende der napoleonischen Kriegswirren und angesichts einer ersten Ahnung global beunruhigender Fliehkräfte, entwickelte sich die Tugend des Privatisierens.

Hausmusik, Literatur, Kulinarik, Spiel und die genau in dieser Zeit erblühende Wohnkultur formulierten lange vor dem Phänomen des „Cocooning“ erste Antworten auf eine zunehmend als desorientiert empfundene Welt.

Zwar war der biedermeierliche Rückzug ins Private eine Folge der krisengeschüttelten Epoche zuvor, zwischen Wiener Kongress und bürgerlicher Revolte, während heute die Besinnung auf die Privatsphäre nicht nur Krisenfolge, sondern auch Vorbeugung und, wenn das Wohnzimmer zur Krankenstätte wird, hoffentlich auch Heilung meint. Insofern unterscheidet sich das je eigene Idyll beträchtlich vom kollektiven Zwang zur Isolation. Die Sorge aber, die dem Kontrollverlust im großen Maßstab und der Masse einen viel kleineren, überschaubaren, beherrschbaren Raum und das Individuum entgegensetzt, bildet dennoch einen gemeinsamen Nenner.

Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er ist aber auch in der Lage, mit sich allein zu sein

Wenn heute aus Italien die spontan sich ergebenden Hauskonzerte von Balkon zu Balkon, die auf herumgereicht werden wie Botschaften der Hoffnung, an die Hausmusik vor 1848 erinnern, ist das jedenfalls kein Zufall.

Das feinsinnige Biedermeiersofa war freiwillig das, was die bisweilen maßlosen XXXL-Sofalandschaften nun auch verordnet sein können: Rückzugsorte der Privatheit, Burgen und Kastelle des Individuums.

Der Ikea-Spruch lässt sich unter den Zynismen der Corona-Angst so umformulieren: Wohnst du noch oder überlebst du schon?

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Dazu passt die Studie „The Indoor Generation“. Sie wurde vor zwei Jahren vom dänischen Bauprodukte-Hersteller Velux veröffentlicht.

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Ergebnis: Es gibt „eine wachsende Zahl von Menschen, die im Vergleich zu früheren Generationen den weitaus größten Teil ihrer Zeit in geschlossenen Räumen verbringen – aktuell 90 Prozent ihres Lebens“.

Britische Meinungsforscher meinten zudem, dass sich eine große Mehrheit von 77 Prozent ihrer realen „Indoor-Existenz“ gar nicht wirklich bewusst sei.

Es fordert zwar ein wenig Geduld, ist aber eigentlich eine gute Idee: Singen und fideln in häuslicher Isolierung.   Von Johan Schloemann

Die Wattekugel, 200 Millimeter im Durchmesser, weiß, Artikelnummer 21-2660202, ist so oder so nicht nur ein Instrument selbstgebastelter Ablenkung.

Zur Wohnung geworden inmitten von Ausgangssperren und Seuchenangst wird die Wattekugel zwischen Quarantäne und Exekutivgewalt auch zum Panikraum der Gesellschaft.

Wobei es nun in den nächsten Wochen entscheidend darauf ankommt, die Panik diesem Raum schleunigst wieder auszutreiben.

Noch vor dem drohenden Lagerkoller könnte, ja müsste man aus dem erzwungenen Rückzug aus dem öffentlichen Raum eine reanimierte Kunst der privaten Entäußerung machen.

Nicht als Burg, als Gefängnis oder als Biohazard-Zone sollte die Wohnung dienen, sondern idealerweise als wiederzuentdeckender Sehnsuchtsort eines Lebensglücks, das nicht allein der Gemeinschaft und der Kommunikation, sondern eben auch dem Ich, der Familie und der Konzentration zu verdanken ist. Gedanklich kann man vom Sofa aus herrlich weit und abenteuerhaft reisen. Die Stille kann auch ein seltenes Wunder sein.

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Der Mensch ist ein soziales Wesen. Er ist aber auch in der Lage, mit sich allein zu sein. Für einige Zeit käme es auf diese Tugend an, die in digitalisierten, also ubiquitären, gnadenlos kommunikativen und ausufernd geselligen Räumen möglicherweise in Vergessenheit geraten ist.

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Denkwürdig: Wie der analoge, aber gleichfalls grenzenlose Krankheitserreger strukturell der digitalen Allraumwerdung entspricht. Vielleicht ist es ja sogar ein Vorteil, dass die Indoorgeneration von über Lieferando bis Amazon die nötigen Kulturtechniken schon längst verinnerlicht hat.

Nicht jeder Mensch teilt indessen die Sehnsucht nach der Einöde. Was der eine als Wohltat der Einsamkeit empfinden mag, kann der andere als Folter der Isolation durchleiden.

Doch wer jetzt für absehbar nicht in die Unendlichkeit ragende Zeiträume die Kunst des Zuhauseseins als Kunst und nicht lediglich als Elend begreift, der wird sich nach der Krise, die noch nicht das Weltende markiert, auch wieder auf den öffentlichen Raum der Begegnungen freuen.

Gemeint ist ein geselliger Raum der Gemeinsamkeit, der in Würde und jenseits seiner zuletzt so radikal ökonomistisch und penetrant lautstark betriebenen Eventisierung schließlich wieder als das Raumwunder erscheinen darf, das Aristoteles einst im Blick hatte.

Der Philosoph bemaß seinerzeit das Ideal öffentlicher Versammlungsräume mithilfe der Reichweite der menschlichen Stimme. In digitalen Zeiten ist diese Reichweite scheinbar unendlich geworden.

In Krisenzeiten dagegen erinnert man sich wieder an die zivilisatorische Kraft einer Welt, die nicht nur die Masse, sondern auch das Individuum, nicht nur die Fülle, sondern auch die Leere kennt.

Источник: https://www.sueddeutsche.de/kultur/coronavirus-zuhause-daheim-1.4845039

Cocooning by Corona: 5 Dinge, die du jetzt zuhause erledigen kannst

Cocooning in Corona-Zeiten: Zuhause ist es am schönsten!

Vor zwei Wochen hast du noch gejammert, du kämst wirklich zuhause zu nichts und seist ja so im Stress. Plopp: Corona, #StayHome, ein Meer an Zeit. Oder eher ein dunkler, tiefer Abgrund voll mit Langeweile? Das kommt ganz darauf an, was du daraus machst.

#StayHome

Da momentan jegliche Outdooraktivitäten mit sozialen Kontakten flachfallen, und man ja so viel wie möglich zuhause bleiben soll, musst du Kreativität in den eigenen vier Wänden walten lassen.

Wir ziehen uns also auf zwei Ebenen zurück ins Innenleben: einmal in die Wohnung, die sicher auch die eine oder andere Aufhübschung vertragen kann, und einmal in uns selbst. Denn: Ein wenig Seelenpflege schadet den meisten von uns sicherlich auch nicht.

Damit kann es also beginnen, das diesjährige Großreinemachen, jetzt sogar zweigleisig. Profitieren werden davon

  • dein Zuhause und
  • dein Seelenfrieden.

Wahre Putzteufel wissen es eh schon lange, doch auch allen anderen sei gesagt: Putzen kann durchaus eine äußerst befriedigende Wirkung haben. Man muss da gar nicht pathetisch werden: Es ist einfach eine überschaubare, konkrete Arbeit, deren Effekt und Erfolg man direkt im Anschluss sieht. Und das macht irgendwie zufrieden; so ist der Mensch nun mal gestrickt.

1. Frühjahrsputz

Sitzt man nun tagein, tagaus in den eigenen vier Wänden, fallen einem plötzlich sehr viele Dinge auf, über die man vorher großzügig hinweggesehen hat. Und daraus resultieren jede Menge Arbeitsaufträge, die da wären:

  • Fenster putzen
  • Vorhänge waschen
  • Die klitzekleinen Fugen im Bad säubern
  • Küchenschränke feucht auswischen
  • Heizkörper sauber machen
  • Kühlschrank abtauen und putzen …

Mag sein, dass viele jetzt die Augen verdrehen bei dieser unattraktiven Liste. Aber abwarten: Den Fenstern ist es schließlich egal, ob sie an Tag 2 der Homeofficezeit im engagierten Meister-Proper-Wisch-Modus oder an Tag 12 aus Verzweiflung geputzt werden…

Bildquelle: www.istockphoto.com / Vasyl Dolmatov

2. Home Styling

Jetzt, wo alles glänzt und blinkt, könnte man durchaus auch mal wieder mehr positive Energie in die eigenen vier Wände bringen. Es muss ja nicht Feng-Shui sein, aber ein bisschen Möbel rücken lässt ganz neue Eindrücke entstehen.

Willst du professionell an die Sache herangehen, zeichnest du den Grundriss deines Zimmers, in dem du umräumen möchtest, auf Millimeterpapier auf. Nun misst du deine festen Möbelstücke wie Bett, Schrank, Sofa o. ä.

, die wieder Platz im Zimmer finden sollen, ab und überträgst ihre Abmessungen in einem passenden Maßstab ebenfalls auf Millimeterpapier.

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Dann schneidest du Mini-Bett, Mini-Schrank und Mini-Sofa aus und kannst diese nun munter in deinem Grundriss herumschieben und so deren optimale, neue Position finden.

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Und das ist übrigens auch der perfekte Zeitpunkt, um auszumisten: Gerade jetzt, wo alle ständig daheim sind, muss Platz geschaffen werden. Da können der eine oder andere hässliche Stuhl oder Beistelltisch doch gleich mal in den Keller wandern.

3. Soulfood kochen

Einkaufen gehen ist ja Gott sei Dank erlaubt, und deshalb kannst du für deine nächste Supermarkt-Shoppingliste auch durchaus mal etwas mehr Hirnschmalz aufwenden.

Suche dir ein abgefahrenes Rezept heraus, das du immer schon mal kochen wolltest, kaufe dafür ein und reserviere dir einen Abend (momentan hast du ja die Auswahl) für eine gemeinsame Koch-Session mit deinen Liebsten.

Dadurch hast du zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: Die Zeit vergeht beim Kochen wie im Flug und du hältst mit einem leckeren Menü Leib und Seele zusammen. Übrigens: Ab Woche 3 im Homeoffice startet unsere Reihe mit den Diättipps…

4. Musik, Musik, Musik

„Musik ist ein kleiner Einblick ins Paradies“, soll einmal ein schlauer Mann gesagt haben. Und für viele ist die Musik in Krisenzeiten tatsächlich so etwas wie ein heilsamer Rettungsanker. Wer ein Instrument beherrscht oder gerne singt, hatte vielleicht in den letzten Tagen sowieso schon den Drang verspürt, Musik zu machen – vielleicht auch nach langer Zeit wieder mal.

Musizieren hat gerade jetzt einen wunderbaren Effekt: Man ist konzentriert bei der Sache und erschafft dabei etwas, was – im Idealfall – der Seele guttut.

Bei wem die musikalischen Kenntnisse eher Gefahr laufen, seelische Verletzungen hervor zu rufen, dem sei geraten, auf die passive Seite zu wechseln. Egal welcher Musikgeschmack deiner ist: Höre bewusst deine Lieblingsstücke, vor allem auch, ohne dabei etwas anderes zu machen.

Dann wirst du feststellen, dass Musik es schafft, Emotionen auszulösen – und die sollten ja auch mal rausgelassen werden.

Bildquelle: www.istockphoto.com / DeanDrobot

5. Bücher: In die Reihe!

Ein Glückspilz, wer in diesen Zeiten seinen Heimarbeitsplatz vor einem vollen Bücherregal aufschlagen kann.

Eine große Bibliothek ist jetzt ein wahrer Schatz: Nicht nur, dass viele Bücher im Wohnzimmer gut aussehen, nein, sie laden auch dazu ein, mal wieder zuzugreifen.

Ein Bücherregal ist ja immer auch so etwas wie eine Schatztruhe mit Juwelen aus der eigenen Vergangenheit.

Unterziehst du es einem genaueren Blick, so fällt dir sicherlich mindestens zu jedem zweiten Buch eine Anekdote oder eine Erinnerung ein an die Zeit, in der du es gelesen hast. Vielleicht findest du jetzt auch die Zeit, mal wieder Ordnung in deine Büchersammlung zu bringen. Hierbei gibt es ja ganz unterschiedliche Ansätze, nach denen man seine Bücher im Regal sortieren kann. Hier ein paar Anregungen:

A: Typ Harmonie-Hansel
Die Bücher werden farblich nach ihren Buchrücken sortiert, sodass sich harmonische Farbverläufe von Sonnengelb über Frühlingsgrün bis hin zu Himmelblau ergeben. Das kann einen positiven Nebeneffekt auf Farbgestaltung und Raumgefühl im Zimmer haben. Allerdings steht dann halt auch der Prag-Reiseführer zwischen der Urlaubs-Lovestory und der Feuerbach-Biografie.

B: Typ Blender
Die seichten Romane und billigen Schmonzetten werden in die zweite Reihe verfrachtet. Vorne glänzen fremdsprachige Klassiker und intelligente Sachbücher zur aktuellen Weltpolitik. Aber Achtung: Vorher die Folie entfernen!

C: Typ Korinthenkacker
Wer nach diesem Schema Ordnung in sein Bücherregal bringt, wendet ganz einfach die alphabetische Sortiermethode an.

Alle Bücher werden in der alphabetischen Reihenfolge nach Autorenname eingeräumt.

Das wirkt jetzt etwas kleinkariert, hat aber den Vorteil, dass man Jesper Juuls Erziehungsratgeber „Grenzen, Nähe, Respekt“ auch sofort zur Hand hat, wenn man ihn braucht. Nämlich: jetzt.

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Veronika schreibt für ihr Leben gern, denn Sprache ist ihre Leidenschaft. Für sie ist es immer wieder faszinierend, was man mit Sprache alles bewegen kann.

Sie liebt es, sich mit Menschen auszutauschen, andere Standpunkte zu erfahren und auch mal den Blickwinkel zu wechseln. Für das Careeasy Karriere-Magazin von stellenanzeigen.

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