Dachformen prägen die Architektur Ihres Hauses

Dachformen im Überblick

Dachformen prägen die Architektur Ihres Hauses

Neben den ästhetischen Gründen ist die Wahl einer Dachform eine Entscheidung für unterschiedliche Funktionen. Jede Dachform hat spezifische Auswirkungen auf den Wohnraum. Außerdem entscheidet die Dachform darüber, was Sie an dem Dach anbringen können.

  Satteldach

Bei einem Satteldach oder Giebeldach handelt es sich zwar um einen traditionellen Klassiker unter den Dachformen, sie sind aber auch in der modernen Architektur beliebt.

Innovative Gestaltungsweisen bietet Ihnen die Form genügend, sie ist aber vor allem sehr praktisch: Regen fließt problemlos an den Dachschrägen hinab und Schnee fällt schneller herunter.

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Die Dachschrägen sollten allerdings nicht zu steil sein, damit der Schnee nicht immerzu und in großen Mengen herabfällt. In regenreichen Gegenden ergibt eine steile Dachschräge jedoch Sinn.

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Auch in sonnigen Gebieten eignet sich das Satteldach besonders gut: Bringen Sie Solarkollektoren an den Dachschrägen an und nutzen Sie eine Solarthermie oder Photovoltaik-Anlage, sparen Sie eine Menge Energie.

  Flachdach

Gerade bei modernen Häusern wirkt ein Flachdach besonders elegant.

Die Flachdach-Form geht bereits bis in die Antike zurück und hat sich seitdem bewährt.

Früher kam es bei dieser Bauform häufig zu undichten Dächern und zur Bildung von Wasserpfützen, die auf einem flachen Dach nicht abfließen konnten. Inzwischen planen Architekten Abflusssysteme in das Dach mit ein, die diesen Effekt wieder ausgleichen.

Das Flachdach ist zudem kostengünstig und mutet modern an. Darüber hinaus bietet es Ihnen vielfältige Nutzungsmöglichkeiten:

  • Nutzung als Dachterrasse
  • Bepflanzung für einen Garten auf dem Dach
  • Einbau einer Licht- bzw. Glaskuppel, um die Wohnräume mit zusätzlichem Tageslicht zu versorgen

Mit einem Flachdach befinden sich im oberen Geschoss Ihres Gebäudes keine Dachschrägen. Sie können die Wohnfläche also vollständig in kompletter Höhe ausnutzen.

 Pultdach

Seinem Namen entsprechend neigt sich eine Seite wie ein Pult, während die andere Seite senkrecht nach unten geht. Früher verwendeten Bauherren diese Dachform für Lagerhäuser. Heutzutage ist es auch im privaten Hausbau üblich, das Dach auf diese Weise anzuschrägen.

Diese Form bietet im Obergeschoss mehr Wohnraum als das Satteldach, weil nur eine Seite des Daches geneigt ist. Wie beim Satteldach fließt das Regenwasser beim Pultdach problemlos ab. Schnee fällt an der geneigten sogenannten Traufseite ebenfalls nach unten.

Solaranlagen lassen sich leicht installieren und nutzen, sofern die Dachschräge beziehungsweise Traufseite Richtung Sonnenseite nach Süden ausgerichtet ist.

  Walmdach/Krüppelwalmdach

Das Walmdach ist zu allen Seiten in einem bestimmten Winkel geneigt. Das gilt sowohl für die Trauf- als auch für die Giebelseite. Durch die Bauweise ergibt sich über der Giebelseite eine Dachfläche, die als Walm bezeichnet wird.

Weil alle Seiten eine Neigung aufweisen, bietet das Dach keine Angriffsfläche für starke Stürme.

In der obersten Etage, direkt unter dem Dach, entstehen jedoch einschränkende Dachschrägen, die den Wohnraum stark verringern.

Das Krüppelwalmdach ist eine Form des Walmdaches. Auch als Schopfdach oder Halbwalmdach bezeichnet, wird es von Bauherren oft verwendet.

Sie legen die Walme wesentlich höher an als die Traufhöhe der seitlichen Dächer. Das führt dazu, dass keine extremen Schrägen im Dachgeschoss zu finden sind, die den Wohnraum einschränken.

Im Gegensatz zum Satteldach schützt der Dachüberstand hier auch die Giebelwand vor Regen und anderen Niederschlägen.

  Mansardendach/Zwerchdach

Das Mansardendach oder Zwerchdach nimmt sich drei Dacharten zum Vorbild, die die Bauform beeinflussen:

  • Pultdach
  • Walmdach
  • Satteldach

Die Dachseiten des Mansardendaches zeichnen sich durch eine bestimmte Neigung aus. Die Dachseiten und die Neigung werden allerdings unterbrochen, bevor sich der Neigungswinkel noch einmal verkleinert. Die Dachschräge wird an diesem Punkt also steiler.

Die Bauart des Mansarddachs gibt dem gesamten Gebäude eine äußerst extravagante Optik und eröffnet mehr Platz im Dachgeschoss, den Sie als Wohn- oder Lagerraum nutzen können. Achten Sie beim Knick, an dem sich der Neigungswinkel verringert, auf eine ausreichende und effektive Dämmung.

Kommen an dieser Stelle Lücken in der Dämmung zustande, verlieren Sie viel Innenwärme und die Energieeffizienz hat durch das Mansarddach zu leiden.

  Zeltdach (Pyramidendach)

Bei einem Zeltdach laufen mindestens drei gleich große Dachflächen aufeinander zu, woraus sich eine Pyramidenform ergibt.

Diese symmetrische Bauweise führt dazu, dass der Grundriss des Hauses ebenfalls symmetrisch quadratisch ausfallen muss. Aufgrund dieser Einschränkungen finden Sie diese Dachform nur noch selten bei Wohnhäusern vor.

Hierbei handelt es sich nicht unbedingt immer um eine praktische, sondern häufig um eine optische Entscheidung.

  Tonnendach (Spitztonnendach)

Spitztonnendächer finden sich nicht nur bei Garagen und Carports, sondern auch in älteren Innenstädten.

Das Tonnendach ist eine althergebrachte Dachform, die Architekten während der Industrialisierung zunehmend bei großen Lagerhallen, Bahnhöfen und inzwischen auch bei Einkaufszentren verwenden.

Bei Privathaushalten ergibt diese Bauweise vor allem bei Garagen und Carports Sinn. Zeichnet sich das Tonnendach durch einen halbrunden Bogen aus, laufen beim Spitztonnendach zwei Dachflächen spitz aufeinander zu.

Mit einem Tonnen- oder Spitztonnendach überdecken Sie große Flächen beziehungsweise große Gebäudehallen schnell und problemlos. Fans von ausgefallenen Designs erhalten darüber hinaus ein abwechslungsreiches Erscheinungsbild.

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Diese Variante weist statische Vorteile auf und zeichnet sich durch eine hohe Stabilität aus: Die statischen Kräfte werden hauptsächlich auf die Außenwände und die Querbalken übertragen.

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Durch diese Bauform kommt sehr viel Platz im Innenraum zustande, den Sie ausnutzen können. Allerdings ist diese Dachform nur schwer zu dämmen.

  Laternendach

Das Laternendach hat wie das Satteldach an den Seiten zwei Dachschrägen. Ein senkrechter Dachabschnitt unterbricht diese zwei abgeneigten Dachflächen und die Dachschräge setzt sich weiter unterhalb fort.

Durch diese spezielle Bauart gewinnen Sie zusätzlichen Wohnraum.

Außerdem können Sie weitere Fenster einbauen, wodurch das Lüften möglich wird und Sie Tageslicht in diesen extra Wohnraum einlassen können.

  Schleppdach

Schleppdach nennt man eine zusätzlich fortgeführte Dachform, die über den Rand einer Dachseite hinausgeht – das Dach wird also verschleppt. Sie können das Dach im selben Winkel wie die Dachfläche fortsetzen oder einen anderen Neigungswinkel wählen.

Die Konstruktion gestaltet sich entsprechend einfach, weil keine weiteren Konstruktionen und Arbeiten notwendig sind. Durch das Schleppdach ergeben sich zahlreiche Aus- und Anbaumöglichkeiten. Unter dem fortgeführten Dach entsteht zusätzlicher Raum, um etwa Ihr Auto, Fahrräder, Feuerholz oder Gartenwerkzeuge unterzustellen.

Oder nutzen Sie die überdachte Fläche, die das Schleppdach bietet, einfach als Terrasse, auf der Sie es sich an schönen und sonnigen Tagen bequem machen.

Vorschriften: Nicht jede Dachform ist erlaubt

Wenn Sie ein neues Haus bauen, müssen Sie sich nach den Vorschriften des regionalen Bauamtes richten. Das bedeutet, dass nicht jede Dachform erlaubt ist. So müssen die Dachflächen bzw. deren Form zu den Häusern in Ihrer Region beziehungsweise Wohngegend passen.

Finden Sie dort also hauptsächlich Satteldächer, dürfte Ihr zukünftiges Dach ähnlich aussehen. Planen Sie eine andere Dachform, stehen Ihnen möglicherweise mehrere Hürden im Weg. Das heißt auch, dass die Farbe des Daches ebenfalls nicht immer den Wünschen des Bauherrn entspricht.

Wer das Haus in einer weniger dicht besiedelten Gegend oder am Rand der Stadt baut, darf die Dachflächen häufig kreativer gestalten.

Источник: https://www.aroundhome.de/dachdecker/dachformen/

Ratgeber Bauen: Das Dach als prägendes Element • TINY and small HOUSES

Dachformen prägen die Architektur Ihres Hauses

Der Gesamteindruck eines Hauses entsteht vor allem durch die Dachform, die Proportionen des Gebäudes, die Fassadengestaltung und die Baumaterialien. Aus dem Zusammenspiel dieser Faktoren ergeben sich die in der Infografik von Homeday illustrierten “5 prägendsten Häuserstile in Deutschland”.

Auch wenn die Fassadengestaltung gerne dem jeweiligen, viel diskutierten Zeitgeist angepasst wird – man denke an die Eternitplatten-Manie in den 70er Jahren, genauso wie an den Ökotrend der letzten Jahre mit seinen Holzverschalungen oder den Isolierungswahn mit Ziel “Niedrigenergiehaus” – trotz allem wird die Dachform dauerhaft den Charakter des Gebäudes prägen.

Bei den Dächern, der von Homeday vorgestellten Beispiele für die fünf Hausstile, handelt es sich um ein

  • Satteldach (typisch für ein Fachwerkhaus)
  • Zwerchdach (typisch für ein Friesenhaus)
  • Mansarddach (typisch für ein Niederdeutsches Hallenhaus)
  • Walmdach oder Satteldach mit freiem bzw. Treppengiebel (typisch z.B. für ein Hamburger Altstadthaus)
  • Krüppelwalmdach (typisch für ein Bayerisches Landhaus)

 
Hinzu kommen weitere, prägnante und weit verbreitete Dachformen (die auch beim Design von Minihäusern Anwendung finden):

  • Pultdach und Schleppdach
  • Flachdach

 
Schauen wir uns die einzelnen Dachformen, ihre Umsetzung in der Tiny-House-Szene und die charakteristischen Merkmale der jeweiligen Dachform nun genauer an:

Satteldach

Das Satteldach ist hierzulande der Klassiker schlechthin. Schon kleine Kinder zeichnen Häuser mit dieser Dachform.

Variationen des Satteldachs entstehen (außer durch das Material zur Dachdeckung) durch den Einbau von Gauben und die unterschiedliche Dachneigung – bei einer Dachneigung unter 30° spricht man übrigens von einem “flachen Satteldach”, ab 45° von einem “Neudeutschen Dach”, bei 60° spricht man von einem “Altfränkischen oder Altfranzösischen Dach” und ab 62° von einem “Altdeutschen Dach”. Aspekte, die für das Satteldach sprechen, sind der einfache Auau und die große Stabilität.
Auf dem Pocket Shelter von Aaron Maret wurde die moderne Version eines Satteldachs – und zwar ohne Dachüberstand – installiert:

Zwerchdach

Unterscheiden lässt sich das Zwerchdach von einem Satteldach mit Gaube dadurch, dass der sogenannte Zwerchgiebel in der Flucht der Hauswand steht – die Hauswand geht also in die Front des Giebels über, im Gegensatz zur Gaube, die im bzw. auf dem Dach sitzt.

Das ähnelt insofern mehr dem Kreuzdach, bei dem es ebenfalls (statt an lediglich zwei Hausseiten) an drei oder vier Hausseiten Giebel gibt. Jedoch liegt der First des Zwerchgiebels niedriger als der Hauptfirst des Hauses.

Das Tiny House Essen’Ciel von Baluchon etwa ist mit einem Zwerchgiebel versehen:

Mansarddach

Sowohl ein Walm- als auch ein Satteldach kann als Grundlage für den Entwurf eines Mansarddachs (auch Mansardendach genannt) dienen; demzufolge wird zwischen einem Walm-Mansarddach und einem Sattel- oder Giebel-Mansarddach differenziert.

In beiden Fällen verlaufen die Dachflächen im oberen Bereich vom First aus ganz normal schräg nach unten, um dann abzuknicken und erheblich steiler bis runter zur Traufe zu führen.Die Geschichte der Mansarddächer geht auf den Architekten des Louvre, Pierre Lescot, zurück, der diese raumschaffende Dachform bereits im 16. Jahrhundert erstmalig verwirklichte.

Die französischen Architekten François Mansart und sein Großneffe Jules Hardouin-Mansart griffen diese Idee auf und verhalfen ihr durch ihre Prachtbauten zunächst in Paris zu enormer Popularität. Hintergrund dieser architektonischen Erfindung war das französische Steuerrecht: Die Grundsteuer wurde zu dieser Zeit nach Vollgeschossen bemessen.

In das Mansarddach konnte ohne steuerliche Berücksichtigung ein voll nutzbares Dachgeschoss eingebaut werden. Auch heute noch wird die (im Gegensatz zu einem Satteldach) bessere Nutzungsmöglichkeit des Dachgeschosses als Vorteil geschätzt.

Nachteilig ist die schlechte Ausgangslage zur Nutzung von PV-Anlagen, die komplexere Dachkonstruktion und die daraus folgenden höheren Herstellungskosten.

Das Runaway Shanty schmückt ein geräumiges Mansarddach:

Walmdach und Krüppelwalmdach

Als Walmdach wird ein Satteldach mit geneigten Giebelflächen (Walm) bezeichnet. Es reduziert die Angriffsmöglichkeit von Wind und Wetter und wird daher gerne im alpinen Raum sowie an der Küste verwendet. Diese Dachkonstruktion wirkt robust und imposant.

Von einem Krüppel-, Halb- oder Schopfwalm spricht man, wenn der Walm nicht bis zur Höhe der Traufe (d.h. bis zur Höhe der Dachrinne) heruntergezogen ist, der Giebel also nicht völlig abgewalmt ist und somit ein trapezförmiger Restgiebel erhalten bleibt.

Das Krüppelwalmdach wirkt anmutiger, weniger massig als ein Walmdach, und lässt durch das Mehr an Wandfläche auf der Giebelseite mit Einbau von Fenstern mehr Lichteinfall unter dem Dach zu.

Dieses Tiny House der Tiny House Manufaktur in Köln ist mit einem Krüppelwalmdach mit Gaube versehen:

Pultdach und Schleppdach

Theoretisch ist das Pultdach ein längs halbiertes Satteldach. Auch hier wird die obere Kante als First bezeichnet, die untere Kante, an der die Regenrinne befestigt wird, ist die Traufe. Vorteil des Pultdachs (im Gegensatz zu Dächern mit zwei Dachschrägen) sind die geringeren Raumeinbußen.

Im Vergleich zu Flachdächern punkten Pultdächer durch einen geringeren Wartungsbedarf, da Regenwasser gut abfließen kann und das Risiko von Leckagen gering ist.
Die Ursprünge der Pultdächer liegen im industriellen Architekturbereich. So wurden vor allem Lagerhallen mit Pultdächern konzipiert.

Auf Fabrikhallen mit größeren Grundflächen wurden pultdachartige Auauten zu sogenannten Shed- oder Sägezahndächern aneinander gereiht. In den vergangenen Jahren setzten sich Pultdächer – aufgrund ihrer Eignung zur Installation von PV-Anlagen – zunehmend auch beim privaten Hausbau durch.

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Das Schleppdach ist ein Pultdach, das entweder die Dachfläche des Haupthauses über einem Anbau nahtlos verlängert – das Hauptdach wird somit in diesem Bereich über seine Traufe erweitert – oder als Vordach angesetzt wird.

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Optisch werden Anbauten mittels eines Schleppdaches – besonders wenn die Dachneigung einheitlich fortgeführt wird – harmonisch integriert. Im modernen Hausbau werden Schleppdächer auch bei der Konstruktion von Carports verwendet.
Hier ein Beispiel für ein Tiny House mit Pult- und Schleppdach – ein Tiny House der Tischlerei Bock:

Flachdach

Ein Flachdach ist, wie der Name schon sagt, flach – zumindest fast: Bewährt hat sich ein Neigungswinkel von 2°-3° um Wasserschäden vorzubeugen. Flachdächer können begrünbar und begehbar angelegt und somit auch als Dachterrasse genutzt werden.

Ein weiterer Vorteil eines Flachdaches ist, dass die darunter liegende Etage nicht durch Dachschrägen eingeschränkt und so eine optimale Raumnutzung z.B. mit Stellmöglichkeiten für Schränke möglich wird.

Durch den Einbau normaler Fensterflächen ergibt sich außerdem eine bessere Versorgung mit Tageslicht als in Räumen mit Dachschrägen. Im Wohnhausbereich hat sich diese Dachform mit den kubischen Bauten im Bauhaus-Stil etabliert.

Das Basecamp Tiny House von Backcountry Tiny Homes ist teilweise mit einem Pultdach und Photovoltaikmodulen, teilweise mit einem Flachdach und aufgesetzter Dachterrasse versehen:

Bildquellen: Homeday (Bild 1 / Infografik), Aaron Maret (Bild 2),  Tiny Home Builders (Bild 3), Runaway Shanty (Bild 4), Tiny House Manufaktur (Bild 5), Tischlerei Bock (Bild 6), Backcountry Tiny Homes / Patrick Treadway Photography (Bild 7).

Источник: https://tiny-houses.de/dach-praegt-den-baustil/

Dachformen fürs Haus | Alle Dachvarianten in der großen Übersicht

Dachformen prägen die Architektur Ihres Hauses

Für jedes Haus gibt es die passende Dachform, die den optischen Gesamteindruck mitprägt. Hier eine Übersicht der gängigsten Dachformen beim Hausbau: Satteldach, Flachdach, Pultdach, Walmdach, Schleppdach, Krüppelwalmdach …

Jede Dachform hat ihre eigene Charakteristik. Gebaut werden kann ganz nach individuellem Geschmack. Aber es gibt auch ganz praktische Gründe für die eine oder andere Dachform.

Neben der Optik spielen auch Fragen nach dem Witterungsschutz, der Wärmedämmung und der Wäremeffizienz eine Rolle. Wie unterschiedlich Dächer sein können, wird besonders dann deutlich, wenn die Materialien variieren.

Schiefer, Ziegel, Zink und Lackierungen, Sonnenkollektoren oder Begrünungen – das alles hinterlässt andere Eindrücke. Dächer dienen schon lange nicht mehr nur dem Regenschutz.

Wer mehr über die Dachformen wissen will – hier gibt es sie alle inklusive Erläuterungen.

Die Dachform ist ein wichtiges architektonisches Merkmal. Neben den individuellen geschmacklichen Präferenzen, gibt es praktische Erwägungen, die für oder gegen bestimmte Dachformen sprechen. Hier ist ein Überblick mit Erläuterungen zu den unterschiedlichen Varianten und ihren Eigenheiten.

Es ist DER Klassiker unter den Dachformen: das Satteldach. Dabei handelt es sich um zwei schräge Dachflächen, die einander zugeneigt sind und an ihren oberen Kanten aufeinander treffen. Für kein anderes entscheiden sich private Bauherren häufiger.

Alle Satteldachhäuser

  • Die Konstruktion ist vergleichsweise einfach und daher weniger planungs- und kostenintensiv als manch andere Dachform
  • Regen kann durch die abschüssigen Flächen gut ablaufen
  • Es kann in vielen Varianten hergestellt werden – u.a. mit verschiedenen Dacheindeckungen, Gauben und Neigungswinkeln

TIPP: Im modernen Hausbau wird der Raum unter dem Dach gerne als Ersatz für den Keller verwendet. Wer den Platz zum Wohnen nutzen will, kann mit dem Einbau von Gauben für mehr Licht sorgen und gegebenfalls ein höher aufsitzendes Dach mit etwas geringerer Dachneigung wählen, um den Platzverlust einzugrenzen.

Es ist im Prinzip eine Erweiterung des Satteldachs – mit einem optisch spektakulären Schlüsselelement. Eine große, bis zur Außenwand reichende Gaube charakterisiert nicht nur das Zwerchdach, es ist obendrein ein ansprechendes Designmerkmal.

Alle Zwerchdachhäuser

  • Schaffung von zusätzlichem Raum
  • Mehr Lichteinfall durch die große Gaube
  • Großer Gestaltungsspielraum

TIPP: Viele Bauherren entscheiden sich für ein Haus mit Zwerchdach, weil es dem Gebäude eine individuelle Note verleiht und im Inneren für Behaglichkeit sorgt. Gleichwohl ist der Aufwand beim Bauen höher als beim Satteldach.

Das Schlepppdach hat ein Satteldach als Basis. Den Unterschied macht eine Erweiterung. Sie besteht in der deutlichen Verlängerung einer Neigungsfläche des Daches bis über die tragenden Außenwände hinaus.

Alle Schleppdachhäuser

  • Weitere Fläche unter dem Dachüberhang (Lagermöglichkeiten, Wintergarten)
  • Optische Aufwertung
  • Möglichkeiten für Kreativität

TIPP: Wer sich für ein Schleppdach entscheidet, möchte in der Regel gerne einen Stauraum für Geräte, Fahrräder oder Werkzeuge haben. Allerdings können auch bis zum Boden reichende Glaswände für mehr Licht sorgen und im Inneren einen gemütlichen Platz fürs Familiengeschehen schaffen. Der zusätzliche Platz bringt vielfältige Möglichkeiten.

Es ist eine Dachform mit einem sehr simplen Prinzip, aber wachsender Verbreitung. Das Pultdach besteht aus lediglich einer geneigten Fläche. Es ist somit einfach zu bauen und verhältnismäßig günstig.

Alle Pultdachhäuser

  • Ideal für die Montage von Photovoltaik (Nachhaltigkeit)
  • Architektonischer Hingucker
  • Bauprinzip spart Kosten

TIPP: Manche Pultdachhäuser wirken spektakulär einfach. Mag das Bauprinzip zwar recht simpel erscheinen, das Ergebnis zeugt jedoch von Individualität.

In Kombination mit einer Photovoltaikanlage entsteht meist ein förderfähiges Effizienzhaus. Das spart weitere Kosten und schont Ressourcen. In manchen Ausführungen ergeben sich innen recht hohe Decken.

Die kann sich besonders positiv auf das Wohnklima auswirken.

Das versetzte Pultdach ist ein ungewöhnlicher Eyecatcher aus zwei in der Höhe versetzten, geneigten Pultdächern. Auch als Doppelpultdach bekannt, ist es vergleichsweise günstig und bringt viel Platz unter dem Dach mit sich.

Alle Häuser mit versetztem Pultdach

  • Höchst individuelles, architektonisches Highlight
  • Simple und günstige Grund-Konstruktion
  • Optimal für Solaranlagen
  • Viel voll nutzbare Wohnfläche im Oberschoss

TIPP: Wer es ausgefallen und fortschrittlich mag, der wird das versetzte Pultdach schnell ins Herz schließen.

Dächer dieser Art wirken nicht nur von außen ausgesprochen modern, sondern sind auch von innen Garant für ein traumhaftes Wohnambiente. Der waagerechte Giebelstreifen eignet sich bestens für Fenster oder Oberlichter.

So entstehen auch im obersten Geschoss freundliche, lichtdurchflutete Räume, die sich voll nutzen lassen.

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Das Flachdach ist schräger als gedacht: Die deutsche DIN 18531 empfiehlt nämlich eine Mindestneigung von 1,1 Grad (2 Prozent), besser seien 2,9 Grad (5 Prozent), maximal sind 25 Grad erlaubt (44 Prozent).

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Die Neigung hat ihren Grund in den Witterungseinflüssen und soll stehendes Wasser verhindern. Die meisten Anbieter haben hierzu bereits hervorragende Planungsroutinen entwickelt. Moderne Technik hält das Flachdachhaus so dicht wie jedes andere Gebäude auch.

So feiert diese Dachform hierzulande ihre Renaissance – oft im edlen Bauhaus-Stil, als Bungalow oder Einfamilienhaus.

Alle Flachdachhäuser

  • Sehr gute Eignung für Solarthermie/Photovoltaik
  • Dachgarten/Dachterrasse für höhere Wohnqualität
  • Kein Flächenverlust durch Schrägen
  • Grünflachen auf dem Dach möglich
  • Bei guter Statik kann man aufstocken

TIPP: Die Entscheidung für ein Flachdach fällt in aller Regel sehr bewusst. Meistens ist die markante Architektur dafür ausschlaggebend. So können unabhängig von der Größe des Hauses traumhafte Dachterrassen und Gärten entstehen. Ein Flachdach ermöglicht zudem viele Varianten bei der Anordnung der Räume und der Aufteilung dieser – der Kreativität sind hier nahezu kaum Grenzen gesetzt.

Die Form des Zeltdaches ist außergewöhnlich. Mindestens drei, meistens aber vier Flächen laufen hier symmetrisch aufeinander zu und treffen oben an einem Firstpunkt zusammen. Am häufigsten findet man das Zeltdach bei modernen Stadtvillen, die ähnlich luxuriös wie das Dach selbst wirken. Bautechnisch anspruchsvoll, gehört das Zeltdach nicht gerade zu den günstigsten Dachformen.

Alle Zeltdachhäuser

  • Beeindruckend harmonische und elegante Optik
  • Viel Lichteinfall durch große Fensterfronten
  • Keine Sorgen bei Schnee und Regen
  • Viel Stauraum unter dem Dach
  • Gut geeignet für Photovoltaik (Neigung: > 25 Grad)

TIPP: Das Zeltdach verkörpert den Zeitgeist der Mittelmeer-Urlauber, die gerne das Flair der Adria oder der Toskana auch zu Hause haben möchten. So entstehen hierzulande viele stattliche Villen mit mal mehr, mal wengier mediterranen Anleihen.

Während das Satteldach aus zwei geneigten Flächen besteht, hat das Walmdach gleich vier davon. Die beiden weiteren Flächen an den Giebelseiten, sogenannten Walme, sind für Dachtypen dieser Art charakteristisch.

Alle Walmdachhäuser

  • Guter Schutz vor Wind und Wetter
  • Hervorragende Eignung für Photovolaik-Anlagen und Solarthermie
  • Dachverlängerung bis zum Boden schafft zusätzlichen Platz/Stauraum
  • Angenehme, ästhetische Form
  • Einfache Pflege

TIPP: Das Walmdach ist eine sehr solide Dachform, die auf viele Jahre hin wenige Probleme bereitet.

Die rund 30 Prozent höheren Kosten im Vergleich zum Satteldach können zum Beispiel bei geschicktem Einkauf der Dacheindeckung teilweise wett gemacht werden.

Gleichzeitig kann mit Photovoltaik/Solarthermie bei den Energiekosten gespart werden. Wer sich für das Walmdach entscheidet, bekommt die beste Kombination aus Zuverlässigkeit und Harmonie.

Das Krüppelwalmdach ist so etwas wie der „halbe Weg“ zwischen Walmdach und Satteldach. Denn bei dieser Variante sind die Walme nur an den Spitzen der Giebel geneigt.

Alle Häuser mit Krüppelwalmdach

  • Viel Nutzfläche unter dem Dach
  • Sehr guter Wetterschutz
  • Sehr robust
  • Geeignet für Photovoltaik und Solarthermie
  • Dachverlängerung bis zum Boden möglich

TIPP: Das Krüppelwalmdach ist verhältnismäßig kostenintensiv. Diese Kosten können aber beispielsweise durch eine Photovoltaikanlage wieder wett gemacht werden. Bei optimaler Ausrichtung des Daches ist es möglich, entsprechende Technik auf dem Krüppelwalmdach zu installieren. Des Weiteren lassen sich durch eine Verlängerung des Daches zum Boden zustätzliche Nutz- und Wohnflächen schaffen.

Ein Mansarddach zeichnet sich durch abgeknickte Dachflächen im Seitenbereich aus. Dabei hat die untere Dachfläche eine deutlich steilere Neigung als der obere Bereich. Entscheidend ist auch, dass bei Mansarddächern sowohl zwei als auch alle vier Seiten des Daches abgeknickt sein können. Gerade letzteres schafft einen herrschaftlichen und erhabenen Look.

Alle Mansarddachhäuser

  • Durch Knick in der Traufe meist mehr Wohnraum
  • Architektonischer Hingucker

TIPP: Die Entscheidung für ein Manssarddach fällt bewusst und ohne Rücksicht auf den Geldbeutel. Es ist geeignet für Bauherren, die Wert auf einen bestimmten Stil legen und dabei wenig Fläche durch die Dachkonstruktion verlieren möchten. Besonders am Knick kann das Manssarddach häufiger Wartungsarbeiten verursachen.

„Sein und Design“, dürfte das Motto für das Tonnendach lauten. Mit seiner Wölbung wie eine halbierte Tonne fristet es ein Dasein abseits des Mainstreams – genau das macht es interessant für Individualisten bzw. Menschen mit Hang zum Außergewöhnlichen.

Wegen der Krümmung wird die Verwendung von Ziegeln als Dacheindeckung ab einem bestimmten Winkel schwierig. Daher wird heute gerne auf kostenintensiven Kupfer, Titan oder Edelstahl gesetzt.

Von den Hausbaufirmen werden Tonnendächer meistens mit einer Villa darunter angeboten.

Alle Tonnendachhäuser

  • Wenig Raumverlust bei hohem Tonnendach
  • Außergewöhnliche Architektur
  • Angenehmes Raumgefühl im Inneren
  • Lichtreflexion des Dachmaterials sorgt für Kühle im Sommer
  • Gute statische Eigenschaften

TIPP: Das Tonnendach hat sein Zuhause meistens in der Industrie. Wer es sich für sein Eigenheim baut, muss mit hohen Kosten und intensiver Planung beim Schallschutz rechnen.

Besonders starker Regen kann das Leben unter einem Tonnendach zu einem akustischen Erlebnis der anderen Art werden lassen.

Sind diese Punkte berücksichtigt, kann man in einem Tonnendachhaus ein besonderes Ambiente zum Wohlfühlen geboten bekommen.

Bauweise Fertighaus[attention type=red]

Neben der Dachform ist auch der Grundriss eines Fertighauses heutzutage individuell anpassbar. Alle Informationen rund ums Fertighaus sowie Hausbeispiele und Fertighaushersteller finden Sie auf unserer Themenseite!

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Die Dachform ist ein entscheidender optischer und funktionaler Faktor beim Hausbau, das Dach prägt ein Haus maßgeblich. Über allem sollte bei der Planung das Aussehen des Daches stehen. Schließlich muss es zum Haustyp passen und diesen im Gesamtbild ergänzen.

Ein Bungalow mit einem Mansardendach ist nicht nur optisch fragwürdig, sondern auch im Hinblick auf die Funktionalität nicht unbedingt sinnvoll.

Schließlich bietet dieser Haustyp wegen der geringen Höhe schon gar nicht den erforderlichen Platz, den ein Mansardendach benötigen würde. Darüber hinaus ist entscheidend wie pflegeintensiv, witterungsbeständig und vor allem wie kostenintensiv ein Hausdach ist.

Mithilfe unserer Dachformen Übersicht kann man schon einmal vorläufig ermitteln, welches Dach am ehesten für das neue Eigenheim in Frage kommen könnte.

Wie viele Dachformen gibt es?

Exakt zu ermitteln, wie viele Dachformen es tatsächlich gibt, ist unmöglich. Unsere Übersicht gewährt allerdings einen groben Überblick zu den in unseren Breitengeraden meist genutzten Dächern.

Neben den hier vorgestellten Dächern gibt es zum Beispiel noch eher weniger genutzte Dacharten wie das Laternen-, Schmetterlings-, Graben- oder Turmdach. Des Weiteren verfügen die bekannteren Dacharten teilweise über dutzende Unterarten. Allein beim Satteldach kann man zwischen einem gothischen, altfränkischen, symmetrischen, asymmetrischen und einem Winkeldach unterscheiden.

Welche Dachform ist die günstigste?

Die günstigste Dachform ist wider Erwarten nicht das allseits beliebte Satteldach, sondern das heutzutage immer noch eher selten auftretende Pultdach.

Die Dachform wurde früher vorwiegend bei Industriegebäuden und Kirchenschiffen verwendet. Heute kann es eine durchaus innovative Alternative zu den klassischen Hausdächern darstellen. Im Gegensatz zum Satteldach besitzt es beispielsweise keine sogenannte Mittelpfette. Zudem eignet es sich in den meisten Fällen perfekt für den Einsatz von Photovoltaikanlagen.

Häuser mit vielen unterschiedlichen Dachformen gibt es in allen Bauweisen. Renommierte Anbieter versenden ihre hochwertigen Kataloge gratis und unverbindlich.

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Источник: https://www.musterhaus.net/dachformen

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