Das müssen Sie bei der Lage der Treppen beachten

DIN 18065 & Bauordnungen

Das müssen Sie bei der Lage der Treppen beachten

Treppen und Geländer werden nach DIN 18065 Gebäudetreppen geplant und errichtet.

DIN 18065 wird als allgemein anerkannte Regel der Technik angesehen und befasst sich sowohl mit der Konstruktion als auch der Ausführung von Gebäudetreppen.

In Bezug auf Details wie die Laureite, den Auftritt oder die Steigung liefert DIN 18065 wichtige Anhaltspunkte. Treppengeländer sind ebenfalls mit Angaben versehen.

DIN 18065 ist in den meisten Bundesländern in der Liste der technischen Baubestimmungen enthalten und damit auch öffentlich rechtlich eingeführt.

In mehreren Bundesländern sind jedoch Treppen in Gebäuden mit bis zu zwei Wohnungen und Treppen innerhalb einer Wohnung von der Verbindlichkeit ausgenommen. Ergänzt wird DIN 18065 durch die Landesbauordnungen.

Sollten sich DIN-Norm und Landesbauordnung widersprechen, so gilt primär die Landesbauordnung. Die DIN-Norm gilt nicht für Rolltreppen, Freitreppen im Gelände oder einschiebbare Treppen, wie sie häufig bei Dachböden zu finden sind.

Ebenfalls in den Bauordnungen der Länder enthalten sind die allgemeinen Anforderungen für Brüstungen. Häufig sind die konkreten Bestimmungen zu Brüstungen und Geländern in den Verwaltungsvorschriften, Durchführungsverordnungen oder auch Arbeitsblättern von Landesstellen enthalten.

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In der DIN 18065, Ausgabe März 2015, gab es Neuerungen zur Sicherheit bei Treppenstufen und zur Sicherheit gegen das Überklettern durch Kleinkinder. Außerdem ist das Zusammenspiel mit der Barrierefreiheit, mit Betrachtungen zum Denkmalschutz und zur Frage von konkreten Gefahren und Bestandsschutz zu beachten.

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Im Baurecht unterscheidet man bei Treppen zwischen notwendigen und nicht notwendigen Treppen. Notwendige Treppen sind baurechtlich unverzichtbar und müssen die Vorgaben einhalten, während an die nicht notwendigen Treppen weniger Vorgaben gestellt werden.

Handläufe

DIN 18065 regelt die Eigenschaften von höhenversetzten bzw. unterbrochenen Handläufen an Treppen. Grundsätzlich sollten die Treppenhandläufe in Gebäuden durchgehend ausgeführt werden.

Bei den besagten Wohngebäuden mit bis zu zwei Wohnungen oder Treppen innerhalb einer Wohnung dürfen die Handläufe an den Ecken im Bereich der Wendelung unterbrochen sein. Hierbei gilt, dass der lichte Abstand einer solchen Handlaufunterbrechung zwischen 5 und 20 Zentimeter betragen darf.

Der Höhenversatz der Handläufe an der Oberkante darf maximal 20 Zentimeter betragen, die Höhe des ankommenden Handlaufs darf nicht über dem weiterführenden Handlauf liegen.

Handlauf muss nicht bis zum Ende der Treppe reichen

Wichtig: Der Handlauf hat nach DIN 18065 (anders, als in DIN 18040 – Barrierefreiheit) nicht die Aufgabe, das Ende der Treppe zu signalisieren.

So entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe im Prozess zwischen einer auf der Treppe gestürzten Frau und dem Verkehrssicherungspflichtigen. Die Frau übersah auf einer Treppe die letzte Stufe, weil der Handlauf bereits vorher endete.

Ein Fehltritt führte zum Bruch beider Fußgelenke. Das Gericht entschied, dass der Benutzer der Treppe vorsichtig sein müsse und wies die Klage zurück.

Beim Bau von Treppen, Geländern, Brüstungen bzw. allgemein Absturzsicherungen müssen für jede Fragestellung sowohl die Bauordnung als auch die Liste der technischen Baubestimmungen, die Verwaltungsvorschriften, offizielle Kommentare, Normen und Rechtsprechung für jede Fragestellung in Kombination beurteilt werden.

Treppengeländer

Das Bauordnungsrecht gibt eine Mindesthöhe für Treppengeländer von 90 cm vor, wenn die mögliche Absturztiefe 12 Meter nicht überschreitet. Darüber liegt die Mindesthöhe des Geländers bei 110 cm.

Bei Treppen und Brüstungen ist durch entsprechend gestaltete Absturzsicherungen dafür zu sorgen, dass Kleinkinder nicht durch Überklettern, Durchklettern oder Durchfallen zu Schaden kommen.

DIN 18065 gibt für Treppen eine Geländerhöhe in Gebäuden im Allgemeinen von 70 Zentimetern hierfür als Erschwernis vor. Diese Vorgabe gilt allerdings nicht für Wohngebäude mit bis zu zwei Wohnungen und Treppen innerhalb von Wohnungen.

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Der lichte Abstand von Geländerteilen darf in einer Richtung nicht mehr als 12 Zentimeter betragen. Auch um mindestens 15 Zentimeter nach innen gezogene Handläufe sind möglich.

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Bezüglich der Brüstungshöhen beurteilen die Obersten Baubehörden mehrheitlich eine Höhe von 60 Zentimetern in der Regel als sicher gegen das Überklettern, bei Badewannenablagen etc. sind Einzelfallbeurteilungen vorzunehmen.

Sicherheit für Kleinkinder

Grundsätzliche Sicherheitsmaßnahmen, um Kleinkindern ein Überklettern bzw. ein mögliches Durchstürzen oder Durchklettern zu erschweren, sind

  • Vertikale Geländerstäbe (Abstand < 12 cm)
  • Schiffsgeländer (um 15 cm nach innen geführter Handlauf)
  • horizontale Geländerstäbe mit einem Abstand von maximal 20-25 mm
  • vorgestellte (Glas-)Platten

Die Höhe der Absturzsicherungen in Wohngebäuden ist abhängig von der potenziellen Absturzhöhe genormt. Ab einer Absturzhöhe von 12 Metern muss die Geländerhöhe in den meisten Bundesländern 90 Zentimeter betragen, ansonsten 80 cm.

Ausnahmen sind Baden-Württemberg mit 80, sowie Bayern, Brandenburg und Bremen mit 110 Zentimetern.

Die Geländerhöhe beträgt bei besagter Absturzhöhe in der Regel 110 Zentimeter, Ausnahmen sind auch hier Baden-Württemberg und Bremen mit 90 Zentimetern.

Treppenstufen / Treppenmaße

Auch für Steigung und Auftritt von Treppenstufen legt DIN 18065 strikte Mindest- und Maximalmaße fest. Toleranzen sind nicht zugelassen.

Für eine baurechtlich notwendige Treppe in einem Mehrfamilienhaus muss die nutzbare Laureite mindestens 100 Zentimeter betragen, die Stufenhöhe muss mindestens 140 und maximal 190 Millimeter betragen.

Die Auftrittsfläche ist von 260 bis 370 Millimetern vorgegeben. Bei einer baurechtlich nicht notwendigen Treppe sind Abweichungen möglich.

Die Treppe in einem Mehrfamilienhaus muss eine nutzbare Laureite von mindestens 100 cm aufweisen.

Treppenart Nutzbare Laureite Steigung Auftritt
Baurechtlich notwendige Treppemin. 100 cmmin. 140 mm, max. 190 mmmin. 260 mm, max. 370 mm
Baurechtlich nicht notwendige Treppemin. 50 cmmin. 140 mm, max. 210 mmmin. 210 mm, max. 370 mm

Steigungen und Auftritte dürfen maximal um 5 Millimeter von der nächsten Stufe abweichen, aber niemals die Grenzwerte über- bzw. unterschreiten. Den üblichen Weg, den die Benutzer der Treppe wählen, bezeichnet man als Treppenlauflinie.

Obwohl für Neubauten bei Mehrfamilienhäusern eine Mindesttreppenlaureite von 100 Zentimetern vorgegeben ist, gibt es natürlich auch ältere Treppen mit einer geringeren Breite.

Bei nutzbaren Treppenlaureiten von bis zu 100 Zentimetern hat der Gehbereich eine Breite von 2/10 der nutzbaren Laureite und liegt im Mittelbereich der Treppen. Bei Wendeltreppen kann die Lauflinie außerhalb der Mitte liegen.

Kriterien für sichere Benutzung von Treppen

  • die Gleichmäßigkeit der Stufen
  • die Oberflächenbeschaffenheit
  • die Sichtbarkeit der Kanten
  • ein Handlauf
  • die richtigen Maße der Stufen und die Schrittmaßregel (bedingt)
  • eine entsprechende Beleuchtung, mögliche Hindernisse und Kennzeichnungen
  • das Schuhwerk des Benutzers
  • eventuelles Tragen von Lasten durch den Benutzer
  • der körperliche und geistige Zustand des Benutzers

Denkmalschutz, Bestandsschutz und konkrete Gefahren

Unterliegen Treppen oder Absturzsicherungen dem Denkmalschutz, müssen individuelle Beurteilungen durchgeführt werden, da hier häufig der Bestandsschutz geltend gemacht wird. Beim formellen Bestandsschutz ist die Anlage genehmigt, beim materiellen Bestandsschutz hat die Anlage zum Zeitpunkt der Errichtung dem geltenden Recht entsprochen.

Voraussetzungen für den Bestandsschutz sind:

  • die Situation entsprach zur Bauzeit den damals geltenden Anforderungen
  • die Nutzung ist rechtmäßig
  • es liegt keine erhebliche Gefahr vor (aus heutiger Sicht)

Wann der Bestandsschutz verloren geht:

  • bauliche Änderungen führen dazu, dass die rechtliche Idendität verloren geht
  • die Nutzung ändert sich
  • die bauliche Substanz ist verbraucht

Eine konkrete Gefahr führt dazu, dass der Bestandschutz nicht mehr gegeben ist und entsprechende Maßnahmen ergriffen werden müssen. In diesem Fall darf die Bauaufsichtsbehörde Forderungen stellen.

Als konkrete Gefahr wird eine Sachlage gekennzeichnet, in der bei ungehindertem Ablauf des objektiv zu erwartenden Geschehens mit hinreichender Wahrscheinlichkeit ein Schaden an geschützten Rechtsgütern in absehbarer Zeit zu erwarten ist.

Unter Berücksichtigung von Denkmalschutz, Bestandsschutz, Verhältnismäßigkeit und möglicher Abweichungen müssen das Bauwerk, die Nutzung, die Zahl der betroffenen Personen, der Grad der Wahrscheinlichkeit des Schadens und die zeitliche Nähe der Gefahr im jeweiligen Einzelfall gewürdigt werden.

Zum Vortrag: Treppen, Brüstungen, Geländer

Источник: https://www.tuvsud.com/de-de/indust-re/bautechnik-info/allgemeine-bautechnik/treppen-bruestungen-gelaender/din-18065

Welche Lage eignet sich für welche Treppenart?

Das müssen Sie bei der Lage der Treppen beachten
Mit einer Freitreppe gelangen Sie schnell in den Garten und können den Außenbereich auch noch aufhübschen.

Treppen, die sich außerhalb von Gebäuden befinden und mindestens drei Stufen besitzen, werden als Außentreppen bezeichnet.

Sie führen zum Beispiel von einem Stockwerk in das nächste oder vom Erdgeschoss zu einem Kellerzugang. Möchten Sie von einem Balkon direkt in den Garten gelangen, benötigen Sie ebenfalls eine Außentreppe. Es gibt sie in unterschiedlichen Bauformen, wie der Freitreppe, der Eingangstreppe oder der Gartentreppe.

Beträgt das Steigungsverhältnis weniger als 1:6, spricht man von einer Treppenrampe.

Treppen im Außenbereich, die als Gebäudetreppen dienen, unterliegen der Norm DIN 18065. Sie müssen deshalb darauf achten, dass die Stufen rutschhemmend sind und das Material verschiedenen Witterungen standhalten kann. Wenn für die Entwässerung der Stufen ein Funktionsgefälle notwendig ist, darf dieses maximal drei Prozent betragen.

Die Steigung einer Außentreppe beträgt oft 16/31, 15/33, 14/35 oder 12/39 Zentimeter. Dabei bezeichnet die erste Zahl die Steigungshöhe und die zweite die Auftrittstiefe. Ob und wann ein Zwischenpodest notwendig ist, hängt von der Treppenneigung ab.

  • Bei einer mittleren Treppenneigung von 24 bis 36 Grad muss das Zwischenpodest nach spätestens 18 Stufen (laut DIN 18065 Gebäudetreppen) erfolgen.
  • Ist die Treppenneigung größer als 36 Grad, muss das Zwischenpodest spätestens nach einer Steigungshöhe von drei Metern erfolgen.

  Die Freitreppe: Ein echter Hingucker

Folgende Merkmale kennzeichnen eine Freitreppe:

  • Sie befindet sich im Außenbereich.
  • Sie ist nicht überdacht.
  • Die Symmetrieachse der Treppe verläuft senkrecht auf die Gebäudefassade zu.

Eine Freitreppe muss also nicht zwangsweise senkrecht auf ein Gebäude zulaufen. Auch Formen, bei denen zwei Treppen links und rechts parallel zur Fassade verlaufen, werden als Freitreppe bezeichnet.

Solche Freitreppen findet man häufig an großen öffentlichen Gebäuden wie einer Kirche, einem Theater, einem Schloss, einem Tempel oder einem Denkmal.

Dient die Freitreppe als einziger Zugang zum Gebäude, unterliegt sie der DIN 18065 für Gebäudetreppen.

  Treppen für Balkon, Garten und Terrasse

Das Wetter ist schön und Sie möchten so schnell wie möglich in den Garten? Das ist nicht nur im Erdgeschoss möglich. Aus den oberen Stockwerken heraus verkürzt eine Balkontreppe den Weg.

Sie ist direkt in die Brüstung des Balkons integriert und verfügt in der Regel über ein Metallgerüst. Die Treppenstufen sind entweder aus Holz oder ebenfalls aus Metall gefertigt.

Ein Handlauf erleichtert das Hinabsteigen.

Mit einer Balkontür sichern Sie Ihren Balkonzugang ab und bewahren zum Beispiel Ihre Kinder oder auch Hunde davor, unerlaubt hinabzusteigen.

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Zunehmender Beliebtheit erfreut sich die Holzterrasse. Oftmals ist der Unterbau etwas höher gestaltet, sodass eine Veranda entsteht. Der Zugang zum Pflanzenteil des Gartens erschließt sich über eine Terrassentreppe. Eine abgerundete Optik erreichen Sie, wenn die Treppenstufen im gleichen Stil der Terrasse gestaltet sind.

[/attention] Eine Holzveranda mit angedockter Außentreppe sorgt für einen mediterranen Look im Garten.

Wunderschön wirkt eine Gartentreppe aus Naturstein. Sie fügt sich perfekt in die grüne Umgebung ein. Wenn Sie die Treppe mit einem Mäuerchen seitlich begrenzen, können Sie dort eine zusätzliche Bepflanzung mit Sukkulenten oder Kräutern planen.

  Die Eingangstreppe als schmückender Hauszugang

Bei Gebäuden, deren Erdgeschoss höher liegt als die Straße, benötigen Sie eine Eingangstreppe. Dieses gleicht die unterschiedlichen Niveaus aus. Eingangstreppen werden häufigin massiver Bauform aus Beton gegossen oder gemauert. Daneben können Sie auch verschraubte Modelle aus Holz oder Metall erwerben.

Auch Eingangstreppen aus Naturstein können sehr edel wirken.

Eingangstreppen bestehen oft nur aus drei oder vier Stufen und haben meist kein Geländer. Bei der Gestaltung der Eingangstreppe gilt es zu berücksichtigen, von wie vielen Seiten sie begehbar sein soll. Das hat Einfluss auf die Form der Treppe:

  • Möchten Sie eine Treppe, die von drei Seiten begehbar ist, dann eignen sich halbrunde oder ovale Formen besonders gut. Moderner wirken eckige Formen.
  • Von zwei Seiten sind viele halbrunde Treppen begehbar. Dreieckige Treppenformen sind ebenfalls beidseitig zugänglich.
  • Eine Treppe, die nur von einer Seite begehbar ist, kann auf dem Absatz beziehungsweise Podest in verschiedenen Formen ausgestaltet sein.

Um die Eingangstreppe vor Witterung zu schützen, installieren Sie ein weit vorgezogenes Vordach. So vermeiden Sie Glätte durch Nässe, Schnee und Eis.

Sicherheitsvorschriften für Innentreppen

Alle Treppen, die von Gebäudeteilen allseitig vollständig umschlossen sind, nennt man Innentreppen. Im Eigenheimbau mit bis zu zwei Vollgeschossen müssen Innentreppen nicht allseitig umschlossen sein. Die DIN 18065 unterscheidet nicht prinzipiell zwischen Innen- und Außentreppen, sondern differenziert nur, ob Treppen mit einem Gebäude konstruktiv verbunden sind oder nicht.

In Ihrem eigenen Haus können Sie auch Holz für Ihre Innentreppen verwenden.

In der Landesbauordnung wird zwischen notwendigen Treppen und nicht notwendigen Treppen unterschieden.

 Notwendige Innentreppen unterliegen strengen Vorschriften der einzelnen Landesbauordnungen, da sie im Gefahrenfall als Fluchtwege dienen oder von Rettungskräften benutzt werden.

Deshalb müssen Innentreppen in Geschosswohnbauten Auflagen zum Brandschutz erfüllen. Im Eigenheimbau gelten abgeschwächte Vorschriften, die auch Holztreppen zulassen.

  • Je nach Anzahl der Bewohner gelten unterschiedliche Anforderungen an die Anzahl und Breite von notwendigen Treppen.
  • Zusätzlich müssen notwendige Treppen auch in angemessener Entfernung von nicht mehr als 35 Metern von jedem Punkt des Hauses erreichbar sein.
  • Besitzt das Gebäude mehr als drei Vollgeschosse, schreibt die Landesbauordnung ein allseits umschlossenes Treppenhaus mit Fenster an der Gebäudeaußenseite vor.
  • In Hochhäusern benötigt man zwei getrennte Treppenhäuser mit einer Laureite von mindestens 1,25 Metern. Liegt der Ausgang in einem Gebäudeteil unter 22 Metern Höhe, müssen nicht beide Treppenhäuser bis ins Erdgeschoss führen.

Nicht notwendige Treppen unterliegen keinen so strengen Regeln. Es handelt sich hierbei um zusätzliche Treppen, die im Gefahrenfall nicht als Fluchtweg dienen. Das Steigungsverhältnis darf über 45 Grad liegen und eine Laureite von 50 bis 80 Zentimeter ist zulässig.

Источник: https://www.aroundhome.de/treppen/lage/

10 Tipps zur Treppenplanung

Das müssen Sie bei der Lage der Treppen beachten
Hier trägt eine Wandscheibe die filigrane Kragtreppe, deren Wange in der Wand verschwindet. Foto: Buedenbender Hausbau

Sie verbinden verschiedene Ebenen miteinander und sind als Nutz- oder Gestaltungselemente vielfältig umsetzbar. Welche Aspekte bei der Planung sicherer, komfortabler und schöner Treppen zu beachten sind, verraten diese 10 Tipps

Gut belichtet

Bei einer sicheren Treppe werden die Stufen durch Tageslicht und Leuchten erhellt. Lichtschalter am Anfang und Ende der Treppe sind optimal. Die Leuchten sollten parallel zum Treppenverlauf platziert sein, jeweils über den Antritten und Podesten und auf keinen Fall blenden.

Die Allgemeinbeleuchtung muss gleichmäßig und so gesetzt sein, dass sie vom oberen Treppenabsatz nach unten leuchtet und für kurze, weiche Schatten sorgt, damit sich die Stufen deutlich voneinander absetzen.

Harte Schlagschatten durch Strahler stören: Gibt es zu viel Licht aus falscher Richtung, fehlen Schatten und die Stufen setzen sich nicht gut erkennbar voneinander ab.

Material aus denen Treppen sind

Die Materialwahl der Treppe hat erheblichen Einfluss auf ihre Gesamterscheinung: Holz wirkt warm, Glas schafft Leichtigkeit und eine filigrane Anmutung und Metall oder Stahl können dem Raum einen modernen, puristischen Industrial-Look verleihen.

Werden verschiedene Materialien miteinander kombiniert, können schöne, individuelle Gestaltungen entstehen.

Denn neben den Materialien Holz, Beton und Stahl für die Tragkonstruktion kommen weitere für die Geländer, Handläufe und Stufenbeläge hinzu, die das gestalterische Spektrum erweitern: Zu letzteren gehören keramische Fliesen und Naturstein.

Bei beiden ist besonders auf deren rutschhemmende Eigenschaften zu achten. Auch bei Faltwerktreppen aus Holz oder gegossenen Betontreppen, bei denen Tritt- und Setzstufen eine Einheit bilden, ergeben sich schöne Gestaltungsmöglichkeiten.

Separat platziert

Teenager und erwachsene Kinder werden es sehr zu schätzen wissen, wenn ihr Kommen und Gehen nicht jedes Mal unter Beobachtung steht – und dies wird am besten mit einem Treppenhaus erreicht. Ist die Treppe abgerückt vom Eingangsbereich in einer Nische untergebracht, spart man vor der Haustür Platz.

Wird das Treppenhaus zudem durch Türen abgetrennt, bietet es zudem Schutz vor Geräuschen und Zugluft, die bei offenen Konstruktionen über mehrere Geschosse entstehen kann. Für einen wirklich gesonderten und geschlossenen Aufgang in das jeweils andere Geschoss sollte man sorgen, wenn sich hier eine Einliegerwohnung befindet, also getrennte Parteien das Haus gemeinsam bewohnen.

Nur so ist die Privatsphäre aller Bewohner gewährleistet.

Auch interessant: 10 Tipps für die Treppengestaltung >>

Ist die Geschosstreppe wie hier in einer großzügigen Nische platziert, bildet die Treppe einen eigenen Raum. Foto: Baumeisterhaus

Schön im Wohnraum

Eine der ersten Fragen bei der Treppenplanung lautet: Wo soll die Treppe liegen, wo ist genügend Platz für die gewünschte Treppenart und -form? Kommt sie offen im Wohnraum unter oder sollte sie lieber separat in der Diele eingeplant werden? Wer sich für die Lage im Wohnbereich entscheidet, sollte sich darüber im Klaren sein, dass dieser dadurch zur Erschließungsfläche wird. Hier kann es – wenn zum Beispiel Kinder und Jugendliche im Haus leben – zu regelrechtem Durchgangsverkehr kommen. Durch die offene Gestaltung rücken bei dieser Variante Erd- und Obergeschoss optisch und akustisch näher zusammen. Die Treppe wird bewusst zur Komponente des Wohnraums, kann Raumteiler und Möbelstück darstellen – mit zum Beispiel zusätzlicher Staufläche – und durch abgestimmte Form- und Materialwahl schmückendes Gestaltungselement sein.

Ohne Barrieren

Es kann Zeiten im Leben geben, in denen schon die kleinste Stufe zum großen Hindernis wird. Sei es nach einem Unfall oder im Alter: Für Menschen mit körperlichen Einschränkungen sind Treppen schier unüberwindbar.

Wer nicht direkt im Neubau einen kompletten Aufzug einbauen lassen möchte, aber dennoch für den Notfall gerüstet sein will, plant am besten von vornherein den nötigen Platz ein.

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Bei einem Personenaufzug heißt das, in Diele oder Flur auf allen Geschossen Platz für den späteren Schacht vorzusehen und diesen – selbst bei zwischenzeitlicher Nutzung beispielsweise als Abstellkammer – bei der Fußbodenheizungsverlegung auszusparen.

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Da ein privater Personenlift mit circa 20  000 Euro relativ kostspielig ist,bietet sich auch die Alternative an, einen Treppenlift nachzurüsten. Die Preise liegen hier für geradläufige Treppen bei circa 3   000 Euro, für gewendelte bei 6   000 Euro plus Montage.

Raumwunder

Gibt es keine Kellertreppe, bleibt die Fläche unter der Treppe oft ungenutzt. Der Raum wird verschenkt.

Dabei geht es auch ganz anders: Ob als clevere Einbaulösung, kompletter Vorratsschrank, offenes Regal oder als Platz für Garderobe und Schuhschrank – der Raum unter der Treppe kann auf vielfältige Weise klug genutzt werden.

Auch die Wandfläche neben der Treppe kann, sofern keine Fenster vorhanden sind, als schmuckes Regal dienen oder man spart sich eine Wand von vornherein und plant stattdessen gleich eine trennende Regalwand: sieht gut aus und schafft zusätzliche, praktische Staufläche.

Formenvielfalt

Je nach Form braucht eine Treppe unterschiedlich viel Fläche: Spindeltreppen können wahre Platzsparer sein, nehmen als Haupttreppe aber ähnlich viel Raum wie eine halbgewendelte Treppe ein. Einläufige, gerade und Podesttreppen brauchen den meisten Platz .

Während Treppen, denen weniger Raum zugestanden wird, steiler und unkomfortablerausfallen, haben geradläufige Treppen den Vorteil, dass sie bequemer und sicherer zu begehen sind. Das liegt daran, dass bei ihnen alle Stufen an beiden Seiten gleich tief sind.

Auch viertel- und halbgewendelte Treppen sind gut begehbar und kommen je nach Breite mit sechs bis neun Quadratmetern aus. Eine geradläufige Treppe benötigt etwa zwölf Qudartmeter Platz.

Spindeltreppen kommen mit geringer Stellfläche aus, haben einen offenen Charakter und lassen sich wie ein schönes Möbelstück gekonnt in Szene setzen. Foto: Treppen Intercon

Leisetreter

Trittschall lässt sich auf Treppen nicht vermeiden. Doch es gibt effektive konstruktive Maßnahmen, mit denen sich seine Ausbreitung reduzieren lässt, sodass er nicht mehr als störend empfunden wird.

Wichtig ist die schalltechnische Entkopplung der Treppe, indem die Schallübertragung von den Treppenläufen auf die ­Podeste, Wände und Decken soweit wie möglich unterbunden wird. Dies geschieht durch schalldämmende Elemente zwischen Stufen und Holmen.

Eine weitere Maßnahme sind spezielle Befestigungen und entsprechende Auflager am An- und Austritt sowie federnd gelagerte Wandanker. Für letztere kommen feste, aber elastisch verformbare Kunststoffe zum Einsatz, die eine wirksame Schall­entkopplung erzielen.

Damit kann die Ausbreitung von Trittschall in den angrenzenden Wänden und Decken effektiv verringert werden.

Safety first

Treppen können besonders für Kinder und ältere Menschen zu Gefahren- und Unfallquellen werden. Wichtig sind daher griffige, am besten sogar beidseitige Geländer und Handläufe. Sie tragen wesentlich zum sicheren Begehen einer Treppe bei.

Freie Seiten müssen mit einem mindestens 90 Zentimeter hohem Geländer gesichert werden, ansonsten kann – etwa zugunsten der Optik – im Privathaus auf einen Handlauf verzichtet werden.

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Bei Geländerstäben darf der Abstand immer nur so groß sein, dass Kinder weder hindurchfallen können, noch ihre Köpfchen zwischen den Stäben stecken bleiben können, und liegt damit bei maximal zwölf Zentimetern.

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Kanten und Überstände, die zu Stolperfallen werden können, am besten vermeiden und auf eine schutzhemmende Oberfläche achten. Ungefährlicher als offene sind geschlossene Treppen mit Setzstufen. Mit Kleinkindern empfiehlt sich zudem eine Kinderschutztür. Achten Sie auf das CE-Prüfsiegel: Es steht für die Einhaltung europäischer Sicherheitsstandards.

Bequemer Aufstieg

Ein gleichbleibender Stufenzuschnitt bei geradläufigen Treppen erleichtert das Begehen und schafft so Sicherheit. Zwar sind gewendelte Treppen, sofern sie nicht zu eng geplant sind, ebenfalls gut begehbar, doch wenn man zum Beispiel einen sperrigen Wäschekorb oder ein schlafendes Kleinkind auf dem Arm trägt, ist das Gehen auf einer geraden Treppe noch komfortabler.

Auch ein Wendepodest, das die Treppe nach ein paar Stufen quasi unterbricht, erleichtert das Erklimmen des Obergeschosses – nicht nur für Kinder und ältere Menschen. Das Podest bietet Platz und damit sicheren Raum zum Verschnaufen.

Die Laureite der Treppe sollte im Wohnhaus mindestens 80 Zentimeter betragen – noch besser sind 90 oder 100 Zentimeter, damit man bei Gegenverkehr nicht ausweichen oder warten muss.

Zwar nimmt eine gerade Treppenform etwas mehr Platz in Anspruch als gewendelte, sie bietet aber auch sehr komfortables Begehen und damit Sicherheit für Jung und Alt. Foto: Fuchs Treppen

auch interessant: Treppenplanung: So geht es sicher aufwärts >>

Источник: https://www.hausbauhelden.de/ratgeber-innenausbau/10-punkte-zur-treppenplanung/

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