Ein Baudenkmal wurde behutsam erweitert

Wohnanlage Gern 64, München

Ein Baudenkmal wurde behutsam erweitert

Das 1907 am Münchener Dom-Pedro-Platz nach Planungen des Architekten Hans Grässel errichtete Baudenkmal „Haus Heilig Geist“ verfügte ursprünglich über eigene Stallungen, Wirtschaftsgebäude und eine ebenfalls als Denkmal gelistete Gartenanlage.

Im Zuge einer Gesamtsanierung wurden die beiden östlichen Flügel des Seniorenheims für eine Wohnnutzung umgerüstet.

Am Standort der baufällig gewordenen, ungenutzten Stallgebäude entstand ein neues Wohngebäude, das gemeinsam mit dem Altbau nunmehr einen allseitig baulich gefassten Hofraum bildet.

Standort (Google-Maps)

Konzept / Leitidee

Der denkmalgeschützte Ziergarten des Altbaus wurde behutsam an die neuen Nutzungsanforderungen angepasst, wobei die grundlegende Geometrie erhalten blieb und sich darauf auauend eine Gesamtanlage entwickelt, die auch den östlich anschließenden Neubau einbezieht. Verbindende Bauteile, wie der umlaufende Betonrahmen des Rasenforums und die historischen Zaun- und Maueranlagen in den Vorgärten, fügen die beiden Teilbereiche zu einem Ganzen zusammen.

Bestehende bauliche Elemente – Brunnenschalen, Vasen, Mauern und Zäune – kontrastieren und bereichern die neuen Gestaltungselemente von zurückhaltender, geradliniger Geometrie.

Funktionsbereiche / Erschließung / Barrierefreiheit

Eine Besonderheit der Anlage ist das Miteinander verschiedenster Wohn- und Nutzungsformen auf engstem Raum. Die Palette reicht von der luxuriösen Loftwohnung bis hin zu geförderten Wohnangeboten und Kindertagesstätten.

Nach Außen hin fügt sich die Anlage durch einen dem Umfeld angepassten Vorgarten in das Stadtbild ein. Im Norden entsteht durch Einschnitte in der übermannshohen Einfriedungsmauer eine geschützte, einem Patio ähnliche Eingangssituation. Üppige Vegetation und eine farblich dem Altbau angepasste Gestaltung der Mauer sorgen für eine einladende Atmosphäre.

Während der historische Gartenbereich zurückhaltend mit wenigen Vegetationselementen gegliedert ist und den angrenzenden Eigentumswohnungen einen Blick ins Grüne bietet, konzentrieren sich intensivere Nutzungsangebote auf das Zentrum des Hofes. Das Rasenforum mit umlaufender Sitzmauer wird von den Anwohnern gern und intensiv genutzt.

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Gelegen an einer öffentlichen Wegeverbindung, ist der Spielplatz das kommunikative Zentrum der Anlage. Gelbe Spielobjekte setzen kräftige Farbakzente, die sich gegenüber den starken Fassaden gut behaupten, und auch in den Sondernutzungsflächen der Kinderkrippe und des Kinderhortes wiederkehren.

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Ein Großteil der Spielgeräte wurde individuell konzipiert und den spezifischen örtlichen Anforderungen maßgeschneidert angepasst. Zu den Herausforderungen gehörten dabei das begrenzte Raumangebot und weitere einschränkende Rahmenbedingungen.

Einfache, robuste Formen fügen sich selbstverständlich in die Gesamtkomposition ein und werden auch von Eltern und Erziehern gern zum Aufenthalt genutzt.

Ökologie / Vegetation

Für das Funktionieren einer innerstädtischen Wohnanlage mit knapp 200 Einheiten ist ein ausreichendes Angebot an Stellplätzen unabdingbar.

Dieses ist vollständig in einer zweigeschossigen Tiefgarage abgedeckt, die der U-Form des Neubaus folgt.

Für das im Zentrum des Hofes angepflanzte Wäldchen besteht damit ein direkter Anschluss an gewachsenen Boden und damit beste Bedingungen, künftig einen räumlichen Schwerpunkt zu bilden.

Eine schnellere atmosphärische Wirksamkeit entfalten die flächigen Staudenpflanzungen in den Vorgärten und Eingangsbereichen der Anlage. Mit jahreszeitlich wechselnden Blühschwerpunkten verleihen sie den gebäudenahen Zonen ein freundliches, gartenartiges Ambiente – bei einer Anlage dieser Größe grundlegend für das Heimatgefühl der Anwohner.

Wirtschaftlichkeit / Nachhaltigkeit

Neben der Wiederverwendung bzw. dem Erhalt historischer Bauelemente wurde bei der Auswahl aller Materialien Wert auf eine langfristige Haltbarkeit bei vertretbaren Investitionskosten geachtet.

Die anthrazitfarbigen Betonfertigteile der Sitz- und Stützmauern weisen ein gegenüber hellerem Beton deutlich günstigeres Alterungsverhalten auf. Sie korrespondieren mit den dunkelfarbigen Fensterpaneelen der Fassade des Neubaus.

Für befahrene Bereiche (Feuerwehr) kam eine Asphalt-Einstreudecke zum Einsatz, die sich durch eine kostengünstige Bauweise auszeichnet, dabei optisch eine Einheit mit den angrenzenden wassergebundenen und geschotterten Flächen herstellt.

Besonderheit / Alleinstellungsmerkmal

Neubau trifft auf altehrwürdiges Gemäuer – großformatigen Bauteilen und klaren Linien stehen üppige Staudenteppiche und frische Farbigkeit zur Seite.

Die Freianlagen reagieren mit zurückhaltender Farbigkeit auf die Vorgaben der Architektur: Belagsflächen und bauliche Elemente sind in dunklen Grautönen gehalten und bilden gemeinsam ein starkes Passepartout für die kontrastierenden Architekturen von Denkmal und Neubau. Anthrazitfarbene Betonteile wiederholen die Farbigkeit der neuen Fassade, während Holzebenen und cremeweiße Mauerflächen die Verbindung zum Altbau aufrechterhalten.

Projekt Wohnanlage Gern 64, München Neuhausen-Nymphenburg

Auftraggeber GEWOFAG München, mit Stadt München, Sozialreferat und Schulreferat

Landschaftsarchitektur el:ch landschaftsarchitekten

Beteiligte Fachplaner W|G|P Architektur und Stadtplanung, München (WA1, Neubau); Franke Rössel Rieger Architekten, München (WA3, Sanierung Altbau); Pfarré Lighting Design, München (Lichtplanung); Großberger Beyhl Partner, München (Ausschreibung)

Projektdauer 2007 – 2010

Fläche 7.500 qm

Kosten 155 € brutto/qm
(inkl. Kindertagesstätten und Spielplatz)

Bildnachweise el:ch landschaftsarchitekten

Источник: https://www.draussen-im-zentrum.de/erweitert/gern-64/

Umbau, Ausbau, Erweiterung eines denkmalgeschützten Mehrfamilienhauses in Fürth

Ein Baudenkmal wurde behutsam erweitert

077 – Planungs- und Ausführungszeit 2011 – 2012, Fürth

Ich möchte Ihnen im folgenden Text mein Projekt näher bringen, das ich nach dem Beenden meines Studiums alleine betreuen werde. Mein Chef meinte, ich möge den Text doch selber entwerfen – es sei mein Projekt.

Gesagt, getan! Eine aufgegebene Gaststätte, fünf kleine Wohnungen ohne ansprechenden Grundriss sowie ein Dachboden, der als Abstellraum genutzt wurde – diese Grundlagen boten sich uns, als wir Architekten mit unserem Projekt „Anger Sieben“ in Fürth starteten.

„Anger Sieben“, der Projekttitel beschreibt die Lage des Bauvorhabens in der Angerstrasse 7, mitten in der belebten Altstadt Fürths, nahe dem bekannten Grünen Markt und dem Kunst-, Kultur– und Kneipenviertel St. Michael. Das Objekt wurde 1887 als dreigeschossiges Neurenaissance-Mietshaus mit Mansarddach erbaut.

Das Haus gliedert sich durch verschiedene Fassadenmaterialien in zwei Gebäudeteile, die Fassade an der Straßenecke Anger- und Ammonstraße besteht aus Sandstein, die Fassade zur Ammonstraße aus Rotbackstein. Fast schon logisch, dass dieses Füther Altstadthaus unter Denkmalschutz steht.

Denkmalschutz vereint mit gemütlichem Wohnen – Appartements und moderne Wohneinheiten

Als Ziel hat sich unser Architekturbüro Blauhaus Architekten hochwertiges Wohnen in ruhiger Altstadtnähe gesetzt. Urbaner Luxus mitten in Fürth. Die alte Gaststätte wird umgenutzt, die kleinen Wohnungen zu großzügigen 4-Zimmer-Appartements mit offenem Grundriss umgeplant. Insgesamt entstehen so fünf großzügige Wohneinheiten mit Wohnflächen zwischen 100 und 115 qm.

Der Wohnraum wird durch eine neue Balkonanlage im Hinterhof in Südlage erweitert. Nutzungseinheit: Die Nutzungseinheiten eines Gebäudes bestehen aus einer oder mehreren Räumlichkeiten, die von anderen Nutzungseinheiten durch einen eigenen Zugang vom Treppenhaus oder Flur abgetrennt sind. Nutzungseinheiten können Wohnungen oder Büros, sowie Praxen oder Geschäfte sein.

Ein besonderes Schmankerl entsteht im ehemaligen Dachboden. Der Dachstuhl musste aufgrund starker Feuchtigkeitsschäden neu aufgebaut werden. Dadurch bot sich unserem Architekturbüro die Möglichkeit den Wohnraum zu erweitern, indem  dieser um etwa acht Zentimeter angehoben wurde.

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Auf der Südseite erhält die Dachgeschosswohnung drei Gauben, ausgebildet als französische Balkone. Statt eines Balkons wird hier eine großzügige Dachloggia mit Blick über das Fürther Altstadtviertel errichtet. Eine weitere kleine Loggia wird die nördlichen Dachflächen zieren, hier kann der Bewohner den Blick über St.

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Michael und die Pegnitzauen schweifen lassen.

Königsdisziplin für Architekten – Sanieren unter Denkmalschutz

Auf die Erhaltung oder Wiederherstellung der denkmalgeschützten Bauteile wird allergrößter Wert gelegt.

So wird die Granittreppe mit dem filigranen Geländer saniert, die alten Dielenböden werden wieder aufgearbeitet, die denkmalgeschützten Türen und Zargen restauriert, die Dachdeckung wird in Naturschiefer ausgeführt und neue Fenster wurden nach denkmalschutzrechtlichen Auflagen gefertigt. Die EnEV Einhaltung ist selbstverständlich.

Durch die enge Zusammenarbeit, fast schon freundschaftliche Verbindung von Bauherr und Architekt, bin ich überzeugt, dass das Projekt „Anger Sieben“ nach Fertigstellung die Fürther Altstadt um tolle neue Wohneineinheiten bereichern wird. Und auch ich bin um einige Erfahrungen in meiner Heimatstadt reicher.

Mehrfamilienhaus unter Denkmalschutz – Umnutzung, Nutzungsvielfalt, Nutzungseinheit

Das Wohnhaus in der Angerstraße ist ein Baudenkmal in der Fürther Innenstadt.

Fürth zeichnet sich durch seine 2064 Baudenkmälern als Stadt mit dem größten relativen Denkmalbestand (im Verhältnis zur Bevölkerungszahl) aller Großstädte Bayerns und viertgrößter in Deutschland aus. Zum Erhalt dieses Erbes hat sich Oberbürgermeister Dr.

Thomas Jung eingesetzt und 2011 wurde das Programm zur Städtebauförderung „Stadt- und Ortsteile mit besonderem Entwicklungsbedarf – die Soziale Stadt“ umgesetzt.

Ziel der Maßnahmen der Städtebauförderung ist es, insbesondere durch Ausbau der kommunalen Infrastruktur, durch Sanierung und Modernisierung sowie zweckentsprechende Umnutzung des Altbaubestandes die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass eine attraktive und vitale Nutzungsvielfalt in der Innenstadt erhalten bleibt.

Das Mehrfamilienhaus in der Angerstraße viel genau in dieses Schema und wurde von der Förderung unterstützt; innerhalb von 12 Monaten sind hier vier Wohnungen mit je durchschnittlich 100 m² entstanden.

Die schnelle Baudurchführung gelang mit einem besonderen Konzept; Planung, Genehmigungsanträge und Ausschreibungen liefen parallel zum Bau, was am Ende zu einem wirtschaftlichen Ausgang des Vorhabens verhalf.

Das Gebäude wird mit einer Niederbrennwerttechnik betrieben und ist, aufgrund des Denkmalschutzes, mit einem ökologischen Innendämmsystem ausgestattet, um die Optik der alten Fassade unberührt zu lassen. Die Fassade ist straßenseitig Naturstein- und Klinkersichtig. Alle Materialien sind ökologisch und umweltfreundlich, die Dämmung erfolgt diffusionsoffen, die Putze sind Kalkputze und Silikat Farben.

Der Umbau entpuppte sich als voller Erfolg; die hochwertigen, hellen und freundlichen Mietwohnungen wurden innerhalb von vier Wochen vermittelt. Anger Sieben – Der Projekttitel ist Programm. Das 1887 erbaute, dreigeschossige Haus liegt zentral in der Fürther Innenstadt, nahe des Grünen Marktes und der Fürther Kneipenmeile Gustavstraße, in der Angerstraße.

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Das Mietshaus mit 6 Wohneinheiten, einer Gaststätte und einem bis dato ungenutzten Dachraum bot sich an, um den Fürther Bürgern offenes, modernes Wohnen in einer der schönsten Ecken der Stadt zu ermöglichen.

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Die alte Gaststätte wurde umgenutzt, die kleinen Wohnungen zu großzügigen 4–Zimmer–Appartements mit offenem Grundriss umgeplant. Es entstehen fünf großzügige Wohneinheiten mit Wohnflächen zwischen 100 und 115 qm.

Unser Planungsauftrag beinhaltet die denkmalgerechte Sanierung des Gebäudes – Ziel: hochwertigen Wohnraum schaffen:

  1. Zusammenlegen der 6 Wohneinheiten im 1. bis 3. OG zu drei großzügigen Wohnungen.
  2. Umnutzung der ehemaligen Gaststätte im Erdgeschoss in eine Einheit zum kombinierten Wohnen und Arbeiten.
  3. Neuerrichtung des Dachstuhls aufgrund des desolaten Zustands mit Ausbau des Dachgeschosses zu einem kleinen lichtdurchfluteten Dach-Loft.
  4. Anheben des Dachstuhls im Zuge der Neuerrichtung.
  5. Dämmung und Neueindeckung des Daches mit Schiefer und Restaurierung der bauzeitlichen Gauben an den denkmalgeschützten Straßenfassaden.
  6. Denkmalgerechte Restaurierung der bauzeitlichen Bauteile, wie z.B.

    Hauseingangstüren und Innentüren, Überarbeiten der historischen Granittreppe und des Geländers. Die neuen Türen und Fenster wurden dem historischen Vorbild nachempfunden.

  7. Dämmen der straßenseitigen Sandstein- und Ziegelfassaden mit hochwertiger ökologischer Innendämmung und Anbringung eines Wärmedämmverbundsystems an den Hoffassaden.

  8. Errichtung einer Balkonanlage, Herstellen von zwei Dachloggien.
  9. Instandsetzung des Kellergeschosses, Einbau einer Niedertemperaturheizung, Neuerrichtung einer Mülltonnenstation und Herstellen eines Fahrradabstellbereiches.

Planung und Bauzeit liefen einher, so dass sich uns so manche Schwierigkeit in den Weg stellte.

Dennoch konnten Planung, Genehmigung, Ausschreibung und Ausführung innerhalb eines Jahres realisiert werden.

Noch einige Fakten zum Anger Sieben:

  • Baujahr 1887
  • Neurenaissance
  • Wohnflächen nach Umbau: 500 qm
  • Planungs- und Bauzeit: 12 Monate
  • Verbaut wurden
  • 10 Tonnen Kalkputz
  • 2,1 Tonnen Sanierputz
  • 300 qm Innendämmung
  • 160 qm Wärmedämmverbundsystem
  • 170 qm Schieferdeckung
  • 1.200 kg Stahl (Statik)
  • 5 m³ Holz (Dachstuhl)
  • 70 Fenster

(Die Bruttobaukosten Kostengruppe 300 und 400 nach DIN 276 lagen bei ca. 1.100 Euro/qm vermietbare Fläche).

Источник: https://www.blauhaus.net/projekte/umbau-ausbau-erweiterung-denkmalschutz-mehrfamilienhaus-wohneinheit-nutzungseinheit/

Heimtextilien
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