Ein Haus trotzt dem Lärm

Contents
  1. Lärmdämmung: So schützen Sie Heim und Nerven
  2. Info: Was bedeutet die Einheit Dezibel?
  3. Tipp 1: Schon bei der Besichtigung genau hinhören
  4. Tipp 2: Schallschutzfenster und -türen einbauen
  5. Tipp 3: Wände und Decken gegen Lärm dämmen
  6. Tipp 4: Mit einer Lärmschutzwand im Garten entspannen
  7. Tipp 5: Teppichböden den Schall schlucken lassen
  8. Tipp 6: Prüfen, ob Sie Unterstützung vom Staat bekommen können
  9. Lärmbelästigung in Wohnungen: Was können Mieter tun?
  10. Lärmbelästigung: Was kann ich als Mieter tun, wenn die Kinder der Nachbarn laut sind und Krach machen?
  11. Lärmbelästigung: Darf man in einem Mietshaus Musik machen?
  12. Lärmbelästigung in Mietwoh­nungen: Was sind die allge­meinen Ruhezeiten?
  13. Lärmbelästigung: Nachbar stellt Fernseher zu laut oder duscht nachts
  14. Lärmbelästigung: Muss man als Mieter knackende Heizungen akzep­tieren?
  15. Lärm in Mietwoh­nungen: Wie kann man dagegen vorgehen?
  16. Mietrecht: Muss man eine Lärmbelästigung beweisen?
  17. Lärmbelästigung: Welche Regeln gelten bei knarrenden Dielen und lauten Schritte?
  18. Miete mindern wegen Baulärm im oder vor dem Haus?
  19. Gelten frühmorgens startende Schul­busse als nächtliche Ruhestörung?
  20. Jahrelanger Baulärm: Mieter sind besser dran als Eigentümer
  21. Hochbetten der Kinder aus der Verankerung gerüttelt
  22. Familie überlegt wegzuziehen
  23. Mieterin ohne Recht auf Mietminderung
  24. Für Mietminderung gibt es keine Gesetze – nur Referenzurteile
  25. Niemals einfach nur die Miete nicht bezahlen
  26. Baulärm – Lärm durch Bauarbeiten oder Sanierung
  27. Der Vermieter saniert oder baut um
  28. Baulärm durch andere Mieter
  29. Ruhe im Haus – Maßnahmen zur Schalldämmung
  30. Während des Baus einer Immobilie
  31. 1.      Wände, Decken und Dach
  32. 2.      Rohre und Leitungen
  33. 3.      Treppen
  34. Schalldämmung im fertigen Haus
  35. 1.      Böden
  36. 2.      Fenster und Türen
  37. 3.      Wände und Decken
  38. Kleine Tipps und Tricks zur Schalldämmung

Lärmdämmung: So schützen Sie Heim und Nerven

Ein Haus trotzt dem Lärm

Es wird immer lauter um uns herum. Autos, Züge, Flugzeuge, Baustellen – der Lärmpegel nimmt nicht nur in städtischen Gebieten immer weiter zu. Dazu kann Lärm von Nachbarn kommen, der Sie auch in Ihrem Zuhause nicht zur Ruhe kommen lässt.

Statistiken zeigen, wie groß das Problem geworden ist. Laut einer Umfrage des Bundesumweltamtes fühlen sich 76 Prozent der Menschen durch Straßenlärm gestört. Knapp 60 Prozent geben an, von den Nachbarn gestört zu werden.

Dabei ist Lärm ein ernst zu nehmendes Problem.

Die möglichen Auswirkungen gehen nicht nur auf die Ohren, sondern auch auf Herz und Kopf: Menschen mit regelmäßiger, hoher Lärmbelastung haben ein erhöhtes Risiko bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen.

der Menschen in Deutschland fühlen sich von Straßenlärm gestört.

Der Schutz vor Schall ist also wichtig für Ihr Wohlbefinden. Am einfachsten wäre es, aktiven Schallschutz zu betreiben, also die Quellen der Lärmbelästigung zu beseitigen oder wenigstens einzudämmen.

Auch wenn in diesem Bereich in den vergangenen Jahren viel passiert ist, nimmt die Lärmbelastung insgesamt weiter zu.

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Deshalb bleibt oft nichts Anderes übrig, als passiven Schallschutz zu betreiben und das Eigenheim gegen den Schall zu schützen.

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Für jeden ist es wichtig, dass wenigsten die eigenen vier Wände die Ruhe bieten, die Sie brauchen. Deshalb haben wir für Sie sechs Tipps zusammengestellt, die Ihnen beim Schutz gegen den Lärm helfen sollen.

Info: Was bedeutet die Einheit Dezibel?

Lärm- und Geräuschpegel werden zumeist in der Dezibel-Skala (dB) angegeben. Diese bezieht nicht nur die reine Lautstärke, sondern auch unser Empfinden mit ein.

Flüstern und Atmen liegen beispielsweise bei rund 10 bis 20 dB, ein normales Gespräch bei etwa 50 dB.

Darüber wird es für das menschliche Ohr schnell unangenehm: Ein Motorrad mit 70 dB, ein Presslufthammer in zehn Meter Entfernung mit 90 dB und eine Kreissäge bei 100 dB werden von den meisten als störend empfunden.

Tipp 1: Schon bei der Besichtigung genau hinhören

Am besten, Sie machen sich schon vor dem Einzug in die neue Behausung ein Bild davon, wie laut es ist oder werden kann. Besonders, wenn Sie sich von Lärm schnell gestört fühlen.

Dabei kann der erste Eindruck täuschen: Eine Straße kann ruhig erscheinen, aber im Berufsverkehr viel befahren und laut sein. Wie laut die Nachbarn sind, lässt sich bei einer Besichtigung nicht genau sagen.

Achten Sie aber darauf, ob die Wände und Gänge besonders hellhörig sind.

Machen Sie deshalb einen Spaziergang durch die Nachbarschaft und versuchen Sie, potenzielle Lärmquellen aufzuspüren. Am besten ist es, wenn Sie das Objekt mehrmals, zu unterschiedlichen Tageszeiten und Wochentagen besichtigen.

Wichtig sind Zeiträume, in denen Sie selbst zuhause sind und nicht von Lärm gestört werden wollen. Möglicherweise können Sie schon vor dem Bezug der Immobilie in den Lärmschutz investieren – zum Beispiel in Schallschutzfenster.

Tipp 2: Schallschutzfenster und -türen einbauen

Eine Art der Lärmschutzmaßnahme ist der Einbau von Schallschutzfenstern. Es gibt sechs verschiedene Klassen von Schutzfenstern, die in der VDI-Richtlinie 2719 festgelegt sind. Die einfachsten Fenster dämmen bis etwa 29 Dezibel, die höchste Klasse hält über 50 Dezibel ab.

Wenn Sie sich über den Einbau eines Fensters mit Schallisolierung informieren, sollten Sie klären, welche Art von Dämmung für Sie geeignet ist. Dazu benötigen Sie ein Schallpegelmessgerät. Wenn Sie an Ihrem offenen Fenster unter 29 Dezibel messen, reicht meist ein Einfachfenster. Bei höherer Belastung brauchen Sie entsprechend besser isolierte Installationen.

Beim Einbau von Schallschutzfenstern ist wichtig, dass nicht nur neue Scheiben eingebaut werden. Effektiver Lärmschutz funktioniert als Zusammenspiel von Scheiben, Rahmen, Dichtung und Mauerwerk. Diese sollten aufeinander abgestimmt werden.

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Sie sollten bedenken, dass nur geschlossene Fenster vor Lärmbelästigung schützen. Das hört sich selbstverständlich an, kann aber große Konsequenzen für das Raumklima haben.

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Zumeist reicht es, sich beim Lüften auf Stoßlüften zu beschränken. Allerdings kann sich das in heißen Sommern schwierig gestalten.

Falls Wohnen und Schlafen grundsätzlich nur bei geschlossenen Fenstern möglich ist, sollten Sie über den Einbau eines Schalldämmlüfters nachdenken.

Der Einbau von Lärmschutztüren kann ebenfalls helfen, den Lärmpegel in Haus oder Wohnung zu senken. Türen werden in drei Schutzklassen eingeteilt, die unterschiedlich stark Lärm abhalten. Die höchste Klasse 3 hält bis zu 42 dB ab und kommt beispielsweise in Arztpraxen zum Einsatz. Die Schutzklasse 1 schützt vor Schall bis zu 32 dB.

Als Lärmschutzmaßnahmen können übrigens auch Rollläden und Vorhänge dienen. Diese sind günstiger, aber auch weniger effizient als Schallschutzfenster und -türen.

Tipp 3: Wände und Decken gegen Lärm dämmen

Bei Wänden und Decken gilt: Viel hilft viel. Je massiver und schwerer eine Wand, desto mehr Schall hält sie ab. Hohlräume in den Wänden können sich deshalb nachteilig auswirken. Das Nachrüsten der Wände ist prinzipiell möglich, sollte aber von Fachleuten durchgeführt werden.

Aufpassen sollten Sie bei einer nachträglichen Dämmung zum Zwecke der energetischen Sanierung. Diese kann sich sowohl positiv als auch negativ auf den Lärmschutz auswirken.

Oft wird außen ein relativ lockerer Dämmschutz eingezogen und dafür die Dicke des Außenputzes reduziert.

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Weil der Außenputz eine höhere Dichte hat, kann es also sein, dass der Schall schlechter abgehalten wird als vor der Dämmung.

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Falls Sie sich gegen Lärm von oben schützen wollen, können Sie eine schallschluckende Zwischendecke einziehen. Dabei wird mit Trockenbauplatten eine schallabsorbierende Schicht unter die eigentliche Decke gehängt. Es geht dadurch meist nur wenig Höhe im Raum verloren.

Ebenso ist es möglich, auf dem oberen Stockwerk eine Trittschalldämmung einzubauen. Dabei handelt es sich um eine bis zu fünf Millimeter dicke schallabsorbierende Zwischenschicht, die unter den Boden gelegt wird.

Tipp 4: Mit einer Lärmschutzwand im Garten entspannen

Nicht nur in Ihren vier Wänden, sondern auch im Garten ist Lärmdämmung ein wichtiges Thema. Denn nur in Ruhe können Sie die Zeit hinter oder vor Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung richtig genießen. Gerade wenn es darum geht, Straßenlärm abzuhalten, ist für viele Gartenbesitzer eine Lärmschutzwand das Mittel der Wahl. Diese bestehen aus Holz, Beton, Ziegel, Kunststoff oder Glas.

Während sich Hecken eher schlecht als Lärmschutzmaßnahme eignen, kann für einen größeren Garten ein Lärmschutzwall eine Alternative sein. Dieser besteht aus Erde oder bepflanzbaren Betonelementen.

Ob Lärmschutzwand oder -wall: Beides ist relativ hoch und dient zugleich als Sichtschutz.

Tipp 5: Teppichböden den Schall schlucken lassen

Eine praktische und günstige Variante des Lärmschutzes ist das Legen von Teppichboden. Teppich schluckt aufgrund seiner Struktur Schall und ist deshalb gut geeignet.

Das gilt übrigens auch, wenn Sie Ihre Nachbarn ein wenig entlasten wollen. Ein Teppich im Kinderzimmer ist nicht nur schön für die Kleinen, sondern schont auch die Nerven.

Tipp 6: Prüfen, ob Sie Unterstützung vom Staat bekommen können

Unter Umständen bekommen Sie staatliche Beihilfe bei nachträglichen Lärmschutzmaßnahmen.

Bei einer größeren Veränderung können bis zu 75 Prozent Ihrer Ausgaben erstattet werden, die Ihnen beispielsweise durch den Einbau von Schallschutzfenstern entstehen.

Sie können diese geltend machen, wenn in Ihrer Nähe eine neue Straße gebaut wird oder sich sonst etwas an der Verkehrsführung ändert, wodurch Sie stark beeinträchtigt werden. Für die Erstattung wenden Sie sich an die Straßenbauverwaltung.

Außerdem unterstützt die KfW bei Sanierungsmaßnahmen mit Zuschüssen und günstigen Krediten, sofern auch energetische Gesichtspunkte berücksichtigt werden.

Источник: https://www.sparkasse.de/themen/sanierung-modernisierung-renovierung/laermschutz.html

Lärmbelästigung in Wohnungen: Was können Mieter tun?

Ein Haus trotzt dem Lärm

In Mietshäusern ist es selbst­verständlich, dass man Geräusche aus den Wohnungen seiner Nachbarn hört. Diese Geräusche sind praktisch nicht zu vermeiden und rechtlich zulässig.

Von Lärmbelästigung spricht man dann, wenn der Lärm aus der Nachbar­wohnung so groß ist, dass Mieter ihre Wohnung dauerhaft nicht mehr nutzen können.

Aber dies ist eher eine Faust­regel, denn was unter Lärmbelästigung fällt, zeigt sich oft erst im Einzelfall.

Lärmbelästigung: Was kann ich als Mieter tun, wenn die Kinder der Nachbarn laut sind und Krach machen?

Lärm ist nicht gleich Lärm. Der Gesetzgeber betont, dass etwa der Lärm von Baustellen oder Clubs nicht mit dem Lärm von Kindern vergleichbar ist. Daher können Mieter zwar unter Umständen gegen Clubs vorgehen, aber nicht gegen den Lärm, den die Kinder ihrer Nachbarn machen.

Störungen durch ein schreiendes Baby zum Beispiel müssen Mieter hinnehmen, auch in den nächtlichen Ruhezeiten nach 22.00 Uhr. Den Lärm von Kleinkindern oder Kita-Kindern müssen Mieter ebenfalls tolerieren. Anders sieht die Rechtslage aber aus, wenn es sich um ältere Kinder oder um Jugendliche handelt.

Wenn diese zu Hause etwa Fußball spielen oder von Möbeln springen, kann man als Mieter dagegen vorgehen.

Lärmbelästigung: Darf man in einem Mietshaus Musik machen?

Mieter müssen das Musizieren ihrer Nachbarn an einigen Stunden am Tag akzep­tieren – außer in den allge­meinen Ruhezeiten. In den allge­meinen Ruhezeiten darf man nur in Zimmer­lautstärke musizieren oder anderem nachgehen. Dabei ist der Begriff Zimmer­lautstärke wörtlich zu nehmen: Geräusche müssen so leise sein, dass sie außerhalb eines Zimmers nicht zu hören sind.

Mehr zum Thema Hausmusik erfahren Sie in diesem Beitrag.

Lärmbelästigung in Mietwoh­nungen: Was sind die allge­meinen Ruhezeiten?

Die allge­meinen Ruhezeiten sind bundesweit nicht einheitlich geregelt. Sie unter­scheiden sich also je nach Bundesland und reichen üblicher­weise von 22.00 Uhr nachts bis 6.00 Uhr/7.00 Uhr morgens. Die Mittagsruhe reicht je nach Bundesland von 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr oder von 13.00 bis 15.00 Uhr.

Lärmbelästigung: Nachbar stellt Fernseher zu laut oder duscht nachts

Mieter haben ein Recht darauf, Fernsehen zu schauen. Das sollte aber in Zimmerlautstärke geschehen. Allerdings kann es in hellhörigen Mietshäusern vorkommen, dass Fernsehen bei Zimmerlautstärke schon zu laut ist und Mieter den Ton des Gerätes mitbekommen.

„Zieht jemand in ein hellhöriges Haus ein, muss er in Kauf nehmen, dass er etwas mehr von seinen Nachbarn mitbekommt, als ihm manchmal vielleicht lieb ist“, sagt die Berliner Rechtsanwältin Beate Heilmann von der Arbeitsgemeinschaft Mietrecht und Immobilien im Deutschen Anwaltverein (DAV).

„Dass die Schallisolierung nicht so gut ist, kann jemand anhand des Baujahres erkennen oder hätte es zumindest vermuten müssen.“ Mieter haben in solchen Fällen kaum eine Handhabe.

Demgegenüber müssen Mieter langes Baden oder ausgie­biges Duschen ihres Nachbarn nach 22.00 Uhr nicht tolerieren. Nur wenn der Nachbar etwa von seiner Nacht­schicht kommt und körperlich hart gearbeitet hat, darf sie oder er auch in der Nachtruhe lange baden oder duschen. Das müssen Mieter hinnehmen.

Lärmbelästigung: Muss man als Mieter knackende Heizungen akzep­tieren?

Permanent knackende Heizungen müssen Mieter nicht hinnehmen. Knackende Heizungen können einen Mangel der Mietsache darstellen und der Vermieter könnte daher verpflichtet sein, diesen Mangel abzustellen. Der Vermieter muss den Geräuschen in jedem Fall nachgehen und diese abstellen.

Von permanent lauter Musik oder lauten Partys belästigte Mieter sollten zunächst mit dem dafür verant­wort­lichen Nachbarn sprechen und versuchen, das Problem mit ihm zu lösen.

Helfen Gespräche nicht, stehen Mietern verschiedene Möglich­keiten offen: Sie können etwa auf Unter­lassung klagen.

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In den Situa­tionen selbst dürfen Mieter die Polizei rufen. Diese kann zum Beispiel die Musik­anlage beschlag­nahmen, wenn  der Nachbar der Auffor­derung der Polizei nicht gefolgt ist, die Musik leiser zu stellen, und die Beamten daher wiederholt anrücken müssen.

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Bei Lärmbelästigung durch feiernde Nachbarn empfiehlt es sich auch deshalb, die Polizei zu rufen, weil man so Zeugen für die Lärmbelästigung hat und diese so dokumen­tieren kann. Mieter sind nämlich verpflichtet, Lärmbelästigungen nachzu­weisen (siehe weiter unten).

Da Lärmbelästigung einen Mietmangel darstellen kann, können sich betroffene Mieter beim Vermieter beschweren und eine Mängelbe­sei­tigung verlangen. „Der Vermieter muss dann mit dem Lärmver­ur­sacher sprechen und dafür sorgen, dass der Krach aufhört“, sagt Mietrechts­ex­pertin Heilmann. „Das kann bis zur frist­losen Kündigung des Störers gehen.“

Lärm in Mietwoh­nungen: Wie kann man dagegen vorgehen?

Viele der im Abschnitt zuvor beschrie­benen Maßnahmen  wie das Gespräch mit dem Nachbarn, die Klage auf Unter­lassung, die Beschwerde beim Vermieter können Mieter auch dann nutzen, wenn sie ganz generell von Lärmbelästigung betroffen sind.

Darüber hinaus kann es aber auch hilfreich sein, sich an eine Rechtsanwältin oder an einen Rechtsanwalt für Mietrecht zu wenden und sich von dieser oder diesem beraten zu lassen. Zum Beispiel über das Thema Mietminderung bei Lärmbelästigung.

Denn rechtlich gesehen berechtigt ein Mietmangel nach § 536 des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) dazu, eine Miete zu mindern und dabei einen Teil seiner Bruttowarmmiete einzubehalten.

Die Mietminderung setzt aber voraus, dass man dem Vermieter den Mangel angezeigt hat.

Mietrecht: Muss man eine Lärmbelästigung beweisen?

Mieter, die sich vom Lärm eines Nachbarn gestört fühlen, sind dazu verpflichtet, diesen nachzu­weisen. Dazu müssen sie anders als früher aber kein Lärmpro­tokoll mehr führen – jeden­falls nicht bei dauer­haftem Krach.

Anders sieht es bei kurzfris­tigen Störungen aus. „Bei solchen Belästigungen kann es sinnvoll sein, ein Lärmpro­tokoll zu führen – gerade auch, weil der Grad der Störungen schwanken kann“, sagt Rechtsanwältin Beate Heilmann. Sie empfiehlt Mietern, die Lärmbelästigung zusätzlich von Zeugen bestätigen zu lassen.

Lärmbelästigung: Welche Regeln gelten bei knarrenden Dielen und lauten Schritte?

Der Bundes­ge­richtshof (BGH) hat sich in der Vergan­genheit mehrfach mit dem Thema Lärmbelästigung in Miets­woh­nungen befasst.

Dabei haben die Richter zum Beispiel beim Thema knarrende Dielen in der eigenen Wohnung 2004 betont: Mieter müssen einen knarrenden Parkett­boden tolerieren, zumindest dann, wenn sie in einer unsanierten Altbau­wohnung leben und das Knarren sich im „üblichen Rahmen“ hält.

Schließlich sei es Standard, dass man nicht völlig geräuschfrei über einen Dielen­boden laufen könne, so die Richter des BGH. Daher können Mieter ihren Vermieter nicht dazu zwingen, die Dielen auszut­au­schen (AZ: VIII ZR 281/03).

Miete mindern wegen Baulärm im oder vor dem Haus?

Wird ein Wohnhaus saniert oder moder­ni­siert, haben Mieter je nach Umfang der Bauar­beiten einen Anspruch darauf, ihre Miete zu mindern. Bei Baustellenlärm vor dem Haus ist das auch möglich – selbst wenn der Vermieter für den Lärm vor dem Haus nicht verant­wortlich ist. Die finan­zi­ellen Einbußen durch den Baulärm kann sich der Vermieter von dem Auftrag­geber der Baustelle zurückholen.

Aller­dings haben Richter in der Vergan­genheit in puncto Mietmin­derung wegen Baulärm von außen auch schon anders geurteilt. So hat zum Beispiel das Amtsge­richt Berlin-Charlot­tenburg entschieden, dass Mieter mit solchem Lärm in der Nachbar­schaft leben müssen – zumindest, wenn abzusehen gewesen sei, dass etwa die Baulücke neben dem eigenen Haus irgendwann bebaut wird (AZ: 202 C 180/13).

Gelten frühmorgens startende Schul­busse als nächtliche Ruhestörung?

Auch Verkehrslärm kann sehr störend sein, vor allem, wenn er einem frühmorgens den Schlaf raubt. Der Ansicht war auch ein Mann, der 200 Meter entfernt von einer Schul­bus­hal­te­stelle lebte.

Nachts wurden zwei der Halte­buchten als Nacht­standort für Busse genutzt. Der Anwohner beschwerte sich wiederholt über den Lärm, den die Busse verur­sachten.

Diese würden häufig nachts gestartet, das sei laut und störte ihn in seiner Nachtruhe.

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Das Verwaltungsgericht Neustadt an der Weinstraße entschied jedoch gegen den Anwohner, seine Klage wegen des Lärms und der Lärmbelästigung war erfolglos (Entscheidung vom 15. Dezember 2016, AZ: 3 K 778/16.NW). Darauf weist die Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins (DAV) hin.

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In der Tat sei es zwar verboten, so die Richter, Kraft­fahr­zeuge mit einer Gesamt­masse über 7,5 Tonnen nachts und an Sonn- und Feier­tagen innerhalb geschlos­sener Ortschaften in reinen Wohnge­bieten zu parken.

Nach einer Ortsbe­sich­tigung zeigten sich die Richter jedoch überzeugt, dass das Grundstück des Klägers nicht mehr zu diesem allge­meinen Wohngebiet gehöre. Entscheidend sei dafür die Entfernung zwischen Halte­buchten und Grundstück. Diese belaufe sich auf rund 200 Meter.

Das Anwesen liege damit außerhalb des Schutz­be­reichs. Der Anwohner muss die Lärmbelästigung hinnehmen.

Источник: https://anwaltauskunft.de/magazin/wohnen/mieten/laermbelaestigung-in-wohnungen-was-koennen-mieter-tun

Jahrelanger Baulärm: Mieter sind besser dran als Eigentümer

Ein Haus trotzt dem Lärm

Niemand wünscht sie sich und doch kann sie jeden heimsuchen: eine Baustelle vor der eigenen Haustür.

Sie sind die Schattenseite des seit Jahren anhaltenden Bau-Booms, denn ein Haus zu bauen, das macht viel Dreck und Lärm.

Als Eigentümer hat man allerdings kaum eine Chance auf Ausgleichszahlungen, als Mieter schon eher. Zwar nicht gegen den Krach, aber vielleicht ein bisschen gegen den Ärger.

Hochbetten der Kinder aus der Verankerung gerüttelt

Susanne Ahrens ist mit so einer Situation seit mittlerweile mehreren Jahren konfrontiert. Sie besitzt im Münchner Gärtnerplatzviertel eine Wohnung. Das Haus in dem ihre Wohnung liegt war Wand an Wand mit dem mittlerweile abgerissenen Nachbargebäude. Mit Presslufthämmern seien dafür die Ziegel zweigeteilt worden, erzählt sie. Allein dieser Arbeitsschritt habe Monate gedauert.

„Und die beiden Zimmer unserer Kinder grenzen an diese Außenwand und haben jetzt wirklich auch fette Risse. Und die haben beide ein Hochbett. Diese Hochbetten sind beide in der Wand reinverankert und die sind halt beide aus der Wand rausgerüttelt. Das war so der Auftakt in unser Baustellenleben.“ Susanne Ahrens, Wohnungseigentümerin

Familie überlegt wegzuziehen

Direkt neben ihrer Wohnung entsteht hier seit zweieinhalb Jahren ein neuer Wohnkomplex: 28 Einheiten – wie es so schön heißt – sonnendurchflutet, luftig und hochpreisig. Dagegen hat Ahrens erstmal nichts.

Sie hat auch nicht grundsätzlich etwas gegen Lärm – vor ihrem Fenster verläuft eine vielbefahrene Straße – aber der Neubau von vier Häusern, inklusive dreistöckiger Tiefgarage ist doch sehr nervenaufreibend.

Ahrens und ihre Familie überlegen mittlerweile sehr ernsthaft, umzuziehen.

Mieterin ohne Recht auf Mietminderung

Drei Stockwerke tiefer und im Hinterhaus wohnt Lena Seidl. Die Pianistin und Klavierlehrerin hat vor zwei Jahren die kleine Parterrewohnung bezogen. Damals war die Baustelle schon da.

„Ich muss sagen, die Bauarbeiter sind wirklich gut drauf. Also die singen, die machen gute Stimmung und ich glaube nicht, dass das so ein Block wird, sondern dass da so ein bisschen ein Innenhof kommt, dass die das ganz gut gemacht haben“ Lena Seidl, Mieterin

Ja, es ist laut, erzählt Seidl. Und auch bei ihr gibt es Risse in der Wand.

Müsste das alles nicht ausreichen, um Anspruch auf eine Mietminderung zu haben? Leider nein, sagt Anja Franz vom Mieterverein München. Und zwar weil Lena Seidl in die Wohnung gezogen ist, als die Baustelle schon da war.

Für Mietminderung gibt es keine Gesetze – nur Referenzurteile

Grundsätzlich gelte aber: In dem Moment, wo die Wohnqualität beeinträchtigt sei, habe der Mieter das Recht, die Miete zu mindern. „Weil der Vermieter mir die Wohnung nicht mehr so zur Verfügung stellt, wie es ursprünglich ausgemacht war“, so Franz.

Allerdings gebe es für die Anlässe und Höhe der Mietminderung keine klaren Gesetze, sondern nur Rechtsprechung, an der man sich orientieren kann. Je größer die Beeinträchtigung ist, desto mehr kann die Miete reduziert werden.

Ein Beispiel: ein Baugerüst mit Plastikplane direkt vor dem Wohnzimmerfenster. Im Winter können Mieter sich die Verhandlungen um eine Mietminderung vermutlich gleich sparen, weil das Gerüst keinen Einfluss auf die Wohnqualität hat.

Im Sommer hingegen ist das etwas anderes. Das gleiche Gerüst macht es dann unmöglich, die Fenster zu öffnen, sodass man bei Hitze kaum noch in der Wohnung bleiben kann.

Dann können Mieter mit etwa 50 Prozent Minderungsforderung in die Verhandlung gehen.

Niemals einfach nur die Miete nicht bezahlen

Und wie macht man das nun? Anja Franz sagt: Auf keinen Fall einfach die Miete einbehalten – denn dann darf der Vermieter kündigen. Am besten sei eine Absprache.

Vor allem aber müsse der Vermieter zuerst schriftlich darüber informiert werden, dass Bauarbeiten begonnen hätten.

Und dann könne man sich beispielsweise darauf einigen, dass für die gesamte Dauer der Bauarbeiten die Miete um 20 Prozent gesenkt wird. Damit seien dann Phasen mit mehr und auch mal mit weniger Lärm abgegolten.

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Alles andere, so Franz, sei aufwendig und kann auch zu Ärger führen, dessen sollten beide Seiten sich bewusst sein.

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Lena Seidl aus der Erhardtstraße möchte keinen Ärger mit ihrer Vermieterin, sagt sie.

Sie hofft einfach auf die Fertigstellung des Rohbaus – und tröstet sich solange mit ihren viel lauteren beruflichen Stationen in Holland und Ägypten: „Da ist sowieso die Lärmempfindlichkeit der Leute nicht ganz so hoch wie hier in Deutschland. Also ich bin deshalb nicht ganz so lärmempfindlich vielleicht auch.“

Источник: https://www.br.de/nachrichten/wirtschaft/jahrelanger-baulaerm-mieter-sind-besser-dran-als-eigentuemer,S2eYIDM

Baulärm – Lärm durch Bauarbeiten oder Sanierung

Ein Haus trotzt dem Lärm

Lärm macht krank. Lärm mindert den Wohnwert einer Wohnung. Gerade Baulärm ist ein typischer Minderungsgrund.

Dabei kommt es nicht darauf an, ob die Lärmquelle in der Wohnung des Nachbarn liegt, der Vermieter saniert oder gegenüber eine Großbaustelle eingerichtet wird, für die der Vermieter selbst nichts kann (BayObLG WuM 1987, 112).

Allein maßgeblicher Gesichtspunkt ist, dass der vertragsgemäße Gebrauch der gemieteten Wohnung nicht möglich ist und der Mieter für die Miete keinen entsprechenden Gegenwert erhält.

Baulärm ist Gegenstand einer Unzahl von Gerichtsentscheidungen.

Alle sind einzelfallbedingt, so dass es maßgeblich auf die Umstände und die zeitlichen und örtlichen Gegebenheiten ankommt. Pauschale Wertungen sind nicht möglich.

In den Gerichtsentscheidungen geht es meist nicht nur Baulärm, sondern auch um die mit der Bautätigkeit verbundene Staub- und Schmutzbelastung und sonstige Umstände.

Gelegentliche Beeinträchtigungen sind regelmäßig ortsüblich oder gehören zum allgemeinen Lebensrisiko. Sie sind immer hinzunehmen. Die Höhe der Minderung richtet sich danach, inwieweit die Wohnung noch gebrauchstauglich ist. Zumutbarkeit, Ruhezeiten und Ausmaß sind ebenso entscheidungserheblich.

Der Vermieter saniert oder baut um

Setzt der Vermieter neue Fenster ein, dämmt die Fassade oder erneuert die Installation, entsteht Baulärm.

Auch wenn der Mieter den Modernisierungsmaßnahmen zugestimmt hat oder diese dulden muss, ist sein Minderungsrecht nicht ausgeschlossen (LG Mannheim WuM 1986, 139).

Er kann die Miete mindern, wenn er die Wohnung während der Bauarbeiten lärmbedingt ganz oder teilweise nicht nutzen kann oder erheblicher Baulärm die Wohnqualität beeinträchtigt.

Kernsanierung mehrerer Etagen im Haus, Einsatz von Presslufthammer und Abrissbirne, 18 Monate Dauer: 20 % Mietminderung (KG Berlin 8 U 3422/06)

Bohr- und Hammergeräusche im Haus: 15 % (AG Hamburg, WuM 2007, 621).

Stemmarbeiten im Gebäude: 10 % (KG Berlin NZM 2000, 40).

Dachgeschoßausbau, Baulärm, Schmutz, Baugerüst: 22 % (LG Berlin MM 1994, 396).

Baulärm durch andere Mieter

Renoviert ein Mieter seine Wohnung, gehört es allgemein zur vertragsgemäßen und üblichen Nutzung, soweit sich die Arbeiten im Rahmen halten und möglichst außerhalb der Ruhezeiten ausgeführt werden.

Auch Baulärm in der Nachbarschaft berechtigt zur Mietminderung. Soweit bei Mietvertragsabschluss die Baustelle bereits vorhanden war, muss der Mieter nur die für eine Neubaustelle übliche Belästigung akzeptieren. Übermäßiger Baulärm, der Fenster öffnen unzumutbar macht oder abends und am Wochenende erfolgt, berechtigt hingegen zur Mietminderung (LG Darmstadt WuM 1984, 245).

Hätte ein Mieter bei Vertragsabschluss mit Baulärm bereits rechnen müssen, genügt nicht die Kenntnis einer Baustelle allein. Er muss auch wissen, in welchem Umfang in Bezug auf Dauer und Ausmaß er durch die Baustelle beeinträchtigt werden wird (LG Mannheim WuM 2000, 185).

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Ein Orientierungsansatz kann sein, inwieweit der Vermieter selbst gegen Lärmbeeinträchtigungen vorgehen kann oder ob er sie dulden muss oder ob der Lärm durch zumutbare Maßnahmen verringert werden kann.

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Wird durch den Baulärm die ortsübliche Benutzung des Grundstücks über das zumutbare Maß hinaus beeinträchtigt, hat der Vermieter gegen den Verursacher selbst einen Ausgleichsanspruch (LG Hamburg NJW-RR 1999, 378).

Kürzt der Mieter berechtigtermaßen die Miete (im Fall 20 % wegen einer benachbarten Baustelle), kann der Vermieter seinen Schaden an den Verursacher weiterreichen. Allerdings kann er Mieter auch dann mindern, wenn der Vermieter die Beeinträchtigungen entschädigungslos hinnehmen muss (BayObLG NJR-RR 1987, 971).

Der Mieter soll auch mindern können, wenn er tagsüber oder während der gesamten Bauzeit abwesend ist. Der Vermieter könne nicht einwenden, der Mieter habe die Mietsache ohnehin nicht genutzt (BGH NJW 1987, 432, Entscheidung ist fragwürdig).

Baulärm durch den Abriss zweier Häuser in der Nachbarschaft: 20 % (AG Berlin-Schöneberg NJWE 1997, 75).

Großbaustelle 100 m gegenüber Arztpraxis: 10 % (OLG München 3U 3422/06).

Fenster öffnen und normale Unterhaltung ausgeschlossen, Erschütterungen in der Wohnung. 25 % (LG Darmstadt 39 C 1706/81).


Pumpen einer Baustelle, Überschreiten der Grenzwerte in der Nachtzeit: keine Mietminderung, da Bautätigkeit nur im Herbst und Winter, Anwohnern sei zumutbar, Fenster nachts geschlossen zu halten, so dass Grenzwerte in den Wohnungen nicht überschritten werden (BGH VIII ZR 22/11).

Großbaustelle in Innenstadtlage, zum Teil nachts: 12 % (LG Frankfurt ZMR 2007, 699).

Neubau einer ICE-Bahnstrecke in Gebiet mit bestehender Lärmbelastung: 10 % (LG Kassel NJW-RR 1989, 1292); ICE-Neubaustrecke Köln-Frankfurt mit Lärmvorbelastung: 15 % (LG Siegen WuM 1990, 17). 4. Elbtunnelröhre, EG-Wohnung 10 m vor Bauzaun: 35 % (LG Hamburg, WuM 2001, 444).

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Baulärm von gegenüber liegendem Neubaueinkaufszentrum: 20 % (LG Hamburg NJW-RR 1999, 378).

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Baulärm im Neubaugebiet nach 17:00 Uhr und an Wochenenden: 25 % (AG Darmstadt WuM 1984, 245).

Источник: https://www.mietminderung.org/mietminderung-baulaerm/

Ruhe im Haus – Maßnahmen zur Schalldämmung

Ein Haus trotzt dem Lärm

Auch in den eigenen vier Wänden herrscht nicht immer Stille – und das nicht nur durch den eigenen Lärm. Die Nachbarn machen trotz höflicher Bitten ständig Radau und ringsumher scheint es nichts als Baustellen zu geben. Hier lässt sich aber, teilweise ohne großen Aufwand, einiges dagegen unternehmen. Wir haben einige Maßnahmen für euch zusammengestellt.

Schalldämmung im Haus kann manchmal auch viel Arbeit sein

Während des Baus einer Immobilie

Viele Lärmschutzmaßnahmen lassen sich nur schwer nachträglich ausführen. Wer sich wirklich effektiv gegen Lärm schützen will, sollte am besten schon während des Baus auf eine gute Lärmdämmung achten. Schritte zum Schutz vor Geräuschen werden in verschieden Bereichen unternommen.

1.      Wände, Decken und Dach

Hier ist es besonders hilfreich, wenn schon während des Baus an Lärmschutz gedacht wird. Geräusche werden nämlich besonders gut von dicken und massiven Wänden oder Decken abgehalten. Wände sollten aus Beton, Vollziegeln oder Kalksandstein gebaut werden und biegeweiche Vorsatzschalen (Außenverkleidungen) aufweisen. Auch Decken sollten am besten mehrschalig aufgebaut werden.

Auch beim Bau des Daches solltet ihr an Lärmschutz denken. Gegen extremen Lärm, wie er zum Beispiel bei nahe gelegenen Flughäfen auftritt, lohnt es sich, das Dach in Massivbauweise zu planen. Hier kann aber auch mit einer schallisolierenden Dämmung gearbeitet werden.

2.      Rohre und Leitungen

Auch bei Rohren und Leitungen ist es schwer, nach dem Bau des Hauses nachzubessern. Wenn hier nicht richtig isoliert wurde, macht sich das später zum Beispiel durch Gluckern bemerkbar. Schon beim Einbauen sollten deshalb alle Rohre mit Dämmmaterialien ummantelt werden. Vorteilhaft ist es auch, wenn die Rohre keinen Kontakt zur Bausubstanz haben.

3.      Treppen

Auch die Treppen sind allzu oft eine Lärmquelle. Hier helfen Dämmungen zwischen Trittstufen und Trägern (Holmen). Zusätzlich hilft eine Entkopplung der Decken- und Wandauflager.

Schalldämmung im fertigen Haus

Hierunter fallen Vorkehrungen, die zwar nicht schon während des Baus erledigt werden müssen, die aber trotzdem eher aufwändig sind.

Wer also schon beim Errichten des Hauses an diese Schritte denkt, spart sich später viel Arbeit. Wer Schwierigkeiten hat, herauszufinden woher der Lärm in seiner Wohnung kommt, kann einen Fachmann bemühen.

Er kann dann auch gleich vor Ort passende Maßnahmen gegen den Lärm vorschlagen.

1.      Böden

Böden mit schlechter Lärmdämmung stören nicht nur die Bewohner des unteren Stockwerks. Laute oder deutliche Schrittgeräusche können auf Dauer als sehr störend empfunden werden. Hier helfen schwimmende Estriche, also solche, bei denen keine schallübertragende Verbindung zum restlichen Gebäude besteht.

Bei Parkett und Laminat sollte unbedingt eine Trittschalldämmung unter dem Bodenbelag verlegt werden. Allerdings kann auch der Bodenbelag selbst bereits so gewählt werden, dass Schall gedämmt wird. Hauptsächlich sind hier elastische Bodenbeläge ratsam.

(Zum Beispiel Kork oder Linoleum) Aber auch Teppichböden helfen bei der Schalldämmung.

2.      Fenster und Türen

Hier liegt eine der Hauptlärmquellen, wenn es um Geräusche geht: Außenlärm. Um den Lärm zu dämmen, der durch die Fenster dringt, empfiehlt es sich spezielle Schallschutzfenster einzubauen. Schallschutzfenster werden in Deutschland in sechs verschiedene Klassen eingeteilt.

Welche Klasse sich lohnt, kann jeder selbst nach eigenen Präferenzen entscheiden. Generell reicht ein Fenster mit Lärmschutzklasse 1 für eine normale Wohnstraße aus. Eine Aufstellung zu den Lärmschutzklassen bietet Fenster1.de. Bei der Lärmdämmung am Fenster solltet ihr auf jeden Fall auch an die Rolladenkästen denken.

Um eine gute Lärmdämmung zu gewährleisten, müssen auch diese gegen Lärm isoliert werden.

Bei Türen gilt: Schwere Türen dämmen den Schall besser als Leichte. Auch ist es von Vorteil, wenn die Türen gut schließen, also von Boden bis Decke reichen.

3.      Wände und Decken

Wer die Wände nicht schon beim Bau des Hauses auf Lärmschutz ausgelegt hat, das Haus nicht selbst gebaut hat oder in einer Wohnung wohnt, kann trotzdem noch einiges gegen den Lärm ausrichten. Im Handel sind zum Beispiel Gipskartonplatten erhältlich, mit sich die Wände verkleiden lassen können.

Der Raum zwischen Platten und Wand wird dabei zusätzlich zur Isolierung mit Schall dämmenden Materialien ausgefüllt. Noch weniger Aufwand entsteht, wenn die Wände zum Beispiel mit Tapete oder speziellem Putz verkleidet werden. Gegen Lärm der durch die Decke dringt lassen sich ähnliche Schritte durchführen.

Auch hier gibt es im Baumarkt Platten, die an der Decke montiert werden können.

Kleine Tipps und Tricks zur Schalldämmung

Da nicht immer große Renovierungsmaßnahmen durchgeführt werden können, haben wir für euch noch ein paar kleine Tipps zusammengesucht. Dabei geht es vor allem um die Inneneinrichtung. So können zum Beispiel Teppiche und Vorhänge Schall schlucken.

Dabei sind vor allem lockere Gewebe hilfreich. Auch textilbezogene Möbel sorgen für Ruhe. Bei all diesen Vorkehrungen ist aber zu bedenken: Mit mehr Aufwand, wird auch mehr erreicht.

Das heißt mit Vorhängen und Teppichen ist zwar schon geholfen, trotzdem bewirken aber zum Beispiel Gipsverkleidungen an den Wänden mehr.

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Trotzdem kann sich jeder auch mit geringen Mitteln zu ein bisschen Stille verhelfen. Also legt los und schafft euch eure eigene Ruheoase!

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Bildquelle: © panthermedia.net, Kzenon

Источник: https://stadtlandflair.de/unser-zuhause/ruhe-im-haus-massnahmen-zur-schalldaemmung/

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