Fenster austauschen: Was es kostet und was es bringt

Fensterdichtungen erneuern – welche Kosten fallen an?

Fenster austauschen: Was es kostet und was es bringt

Gerade bei kühleren Außentemperaturen sind undichte Fenster nicht nur ein Ärgernis, sondern echte Energieverschwender in Bezug auf die Heizkosten. Zugluft macht den Aufenthalt in jedem Raum unangenehm und Erkältungskrankheiten haben leichtes Spiel.

Der Wohnkomfort leidet deutlich darunter. Schnell wird jedem Hausbesitzer oder Mieter klar, dass die Fenster abgedichtet werden müssen. Im Übrigen gilt gleiches für Türdichtungen an Balkon- oder Terrassentüren.

  Mit dem folgenden Kostencheck bekommt man einen Überblick über die Kosten für den Eibau von Fensterdichtungen durch den Fachmann.

Was kostet die Erneuerung von Fensterdichtungen?

Ein Kostenbeispiel aus der Praxis
In einem Anbau-Schuppen soll ein Kunststofffenster mit einer Fenstergröße von 1,3 x 1,3 Meter abgedichtet werden. Dabei wird vom Fachmann die Einstellung des Fensters auf Korrektheit überprüft.

PostenKosten
Dichtungsmaterial18,20 Euro
Auswechseln der Dichtung32,50 Euro für 30 Minuten
Anfahrt23,00 Euro
Gesamtkosten73,70 Euro

Dieses Kostenbeispiel soll nur als Hinweis dienen. In anderen Fällen kann das Abdichten von einem Fenster sowohl günstiger als auch teurer sein.

Die Frage nach der Höhe der Kosten kann nicht pauschal beantwortet werden, denn es gibt die verschiedensten Arten Fensterdichtungen und von Türdichtungen.

Für das einfache Abdichten der Fugen zwischen den Fensterflügeln muss man mit Kosten von 30 bis 50 Euro je Fenster rechnen. Werden mehrere Fenster abgedichtet, verlangen Handwerker meist Pauschalpreise, die das Ganze deutlich günstiger machen.

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Bei einer Fensterdichtung nach RAL-Standard sieht das schon wieder anders aus. Hier muss man Kosten von 50 bis 100 Euro pro Fenster kalkulieren.

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Ein einzelnes Fenster vom Fachbetrieb abdichten zu lassen, ist in der Regel sehr teuer. Daher lohnt es sich gleich mehrere Fenster vom Fensterbauer mit Dichtungsmaterial abzudichten. Meist arbeiten die Handwerker dann mit einem niedrigeren Stundensatz oder einem Pauschalpreis.

Warum sollte man Fenster abdichten?

Meist reicht schon ein kleiner Luftzug und man fühlt sich unwohl in seiner Haut, was wiederum den Wohnkomfort nachhaltig beeinflusst. Es wird also Zeit die Dichtungen an Fenster und Fensterrahmen austauschen zu lassen.

Ob ein Fenster undicht ist, kann man ganz einfach auch auf technischem Weg feststellen. Dazu muss man nur eine brennende Kerze vor dem Fenster platzieren.

Sobald die Kerze zu flackern beginnt, kann man sicher sein, dass Zugluft eindringt.

Möchte man die exakte Stelle am Fensterrahmen finden, dann bewegt man langsam ein brennendes Feuerzeug am Fensterrahmen entlang, was zur Folge hat, dass man die undichte Stelle exakt lokalisieren kann.

Hat man die undichte Stelle gefunden oder kann schon bei genauerem Betrachten Schäden und poröse Stellen an den Dichtungen feststellen, wird es Zeit, dass man die Fenster mit Dichtband neu abdichtet.

Man kann dazu einen Fachbetrieb beauftragen oder das den Einbau und Austausch von Dichtungen in Eigenregie vornehmen.

Dichte Fenster garantieren Wohnkomfort. Schon ein leicht undichtes Fenster ist ein echter Energieverschwender, denn dadurch steigen die Heizkosten pro Jahr und pro Fenster um 10 bis 20 Euro. Auf die Gesamtzahl der Fenster im Haus gesehen, ist dies eine beachtliche Summe, die durch undichte Fenster verloren geht.

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Bevor man das Abdichten der Fenster plant und in Auftrag gibt, sollte man prüfen, ob die Fenster korrekt eingestellt sind, denn auch so kann es zu Undichtigkeiten kommen.

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Um die Dichtheit der Fenster zu überprüfen, kommt der sogenannte Anpressdruck zum Tragen. Dies bedeutet, dass man ein Blatt Papier zwischen Fensterrahmen und Fensterflügel einklemmt. Das Papier sollte sich bei geschlossenem Fenster nur schwer herausziehen lassen.

Diesen Test kann man sowohl bei Kunststofffenstern wie auch bei Holzfenstern durchführen.

Wovon hängt es ab, was Fensterdichtungen oder Türdichtungen kosten

Um die Kosten für Fensterdichtungen zu ermitteln, muss man eine Reihe von Faktoren in Betracht ziehen.

  • Die Fenstergröße
  • Welche Art von Abdichtung kommt zum Tragen
  • Welche Art von Dichtung wird verwendet
  • Wie sieht die Preisgestaltung des Fachbetriebs aus

Die Preise für das Abdichten der Fenster fallen je nach vorgefundenen Gegebenheiten deutlich unterschiedlich aus. Soll ein höherer Dichtstandard (luftdicht) erreicht werden, wie es bei RAL-Fenster der Fall ist, dann verursacht das auch immer höhere Kosten.

Welche Art von Dichtungen kann verwendet werden?

In erster Linie muss hier unter gewöhnlichen Fensterdichtungen, die meist aus thermoplastischen Elastomeren (TPE) bestehen und hochwertigen Fensterdichtungen (Spezialdichtung) aus anderen Materialien. Bei Letzterem kommt meist Silikon zum Einsatz.

Die einfachen Fensterdichtungen aus thermoplastischen Elastomeren (TPE) bekommt man günstig im Baumarkt. Für einen Meter zahlt man meist nur 1 Euro oder gar weniger. Bei hochwertigem Dichtmaterial aus Silikon (Spezialdichtung), welches heute als qualitativer Standard gilt belaufen sich die Kosten pro Meter auf 4 bis 5 Euro.

Beim Beispielfenster aus Kunststoff mit einer Fenstergröße von 1,3 x 1,3 Meter belaufen sich die Kosten für das Dichtmaterial auf ca. 20 bis 30 Euro. Möchte man dagegen ein Dachfenster abdichten, muss in aller Regel eine Spezialdichtung verwendet werden. Diese kostet meist rund 5 Euro pro laufendem Meter.

Fenster abdichten durch einen Fachbetrieb – mit welchen Kosten rechnen?

Hierbei muss man zu erst festlegen, welchen Dichtstandard man nach der Erneuerung des Dichtmaterials erreichen möchte.

Im Schnitt beträgt der Arbeitsaufwand für ein normal großes Fenster zwischen 30 Minuten und 1 Stunde. Üblicherweise bewegt sich der Stundensatz eines Fachmanns zwischen 40 und 50 Euro.

Dazu muss man noch die Kosten für die Anfahrt sowie das benötigte Material rechnen.

Soll ein Fenster nach dem RAL-Standard, also luftdicht im Nachhinein abgedichtet werden, muss man mit deutlichen höheren Stundensätzen rechnen.

Diese liegen meist bei 55 bis 60 Euro pro Stunde. Des Weiteren ist der Zeitaufwand beim Abdichten eines Fensters nach RAL-Standard deutlich höher. Handwerker planen für ein normal großes Fenster meist 1 bis 1,5 Stunden ein.

Auch hier kommen die Kosten für Anfahrt und Material dazu.

Die verschiedenen Abdichtmöglichkeiten bei Fenstern

Wenn es um das Abdichten von Fenstern geht, meint man meist das Erneuern des Dichtmaterials in der Fuge zwischen Fensterflügel und Fensterrahmen.

Es kann aber auch zu Undichtigkeiten zwischen Fensterrahmen und Glasscheibe kommen. Zumeist kommt dies bei Holzfenstern vor. Prinzipiell handelt es sich jedoch um ein Problem bei sehr alten Fenstern.

Bei den modernen Kunststofffenstern oder Fenstern aus Metall kann man dieses Schadenbild nahezu komplett ausschließen.

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Ist jedoch ein solcher Schaden aufgetreten, dann bedeutet dies, dass die Fenster neu eingekittet werden müssen. Das neu einkitten der Fenster ist auch für den Fachmann eine aufwendige Angelegenheit.

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Im Schnitt muss man mit einem Zeitaufwand von 1 Stunde bei einem normal großen Fenster rechnen. Auch hier beträgt der Stundensatz des Handwerkers zwischen 45 und 60 Euro.

Bei diesem Arbeitsschritt sind die Materialkosten sehr gering und beschränken sich meist nur auf ein paar Euro.

Das neu einkitten ist wie bereits erwähnt meist nur bei sehr alten Fenstern notwendig. Sehr oft wird diese Arbeit in Eigenregie übernommen, sodass nur die reinen Materialkosten anfallen.

Geld sparen, wenn man Fenster in Eigenregie abdichtet?

Als Heimwerker wird man kaum ein Fenster nach RAL-Standard abdichten können. Handelt es sich nur um das einfache Auswechseln von Fensterdichtungen, bekommt dies auch der Laie mit ein wenig Geschick gut hin. Bei letzterem muss man nur mit den reinen Materialkosten kalkulieren. Es handelt sich hier meist um 1 bis 5 Euro pro laufendem Meter Dichtmaterial.

Noch einfacher ist das Abdichten der Fenster, wenn man mit Acryl eine schmale Fuge von ein paar Millimeter entlang des Fensterrandes zieht. Wird dann das Fenster geschlossen, formt sich automatisch ein perfektes Dichtungsprofil.

Die Materialkosten sind in diesem Fall noch deutlich niedriger als bei der Verwendung von Dichtmaterial. Gerade bei einem alten Fenster, kann dies eine schnelle und effektive Methode des Abdichtens bei einer defekten Dichtung sein.

Auch bei einem verzogenen Fenster kann man mit dieser Methode eine gute Dichtigkeit erzielen.

Oftmals lohnt das Abdichten der Fenster durch den Fachmann, denn dieser arbeitet mit Spezialwerkzeugen, wie zum Beispiel einer Gehrungszange oder einer Dichtungszange, welches der Laie nicht in seinem Heimwerker-Equipment besitzt.

Welche Kosten fallen beim Fenster einstellen an?

In erster Linie hängt dies von der Fensterart ab. Meist erfolgen die Einstellarbeiten im Rahmen der Fensterwartung. Auf lange Sicht lohnt sich die regelmäßige Fensterwartung, denn schon kleinste Schäden können vom Fachmann erkannt und beseitigt werden.

Experten raten zu einer jährlichen Wartung der Fenster. Spätestens alle 2 bis 3 Jahre sollte die Wartung in Betracht gezogen werden. Dabei werden die Fenster überprüft, die Beschläge geölt, neu eingestellt und kleinere Reparaturen durchgeführt. Der Fachmann erkennt auf einen Blick, ob durch Kondenswasser Feuchtigkeit durch einen Spalt eindringt, was zu einem Verlust von Heizenergie führt.

Für die Fensterwartung muss man pro Fensterflügel mit Kosten von ca. 10 Euro rechnen. Durch die regelmäßige Wartung kann die Lebensdauer von Fenstern deutlich verlängert werden.

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Beauftragt man einen Fachmann mit dem Einstellen eines einzelnen Fensters, fallen in der Regel Anfahrt und zusätzlicher Zeitaufwand an.

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Bei der regelmäßigen Fensterwartung kann man sich diese Kosten meist sparen.

Zeitspanne zwischen dem Dichtungswechsel verlängern

Fensterdichtungen oder Türdichtungen sind meist sehr robust und wartungsarm. Dennoch benötigen sie regelmäßige Pflege. Experten sind sich sicher, dass Feuchtigkeit einer der größten Feinde von Fensterdichtungen ist. Trockene Fensterdichtungen halten meist über einen sehr langen Zeitraum.

Werden die Fensterdichtungen dagegen oft feucht, werden sie beim Trocknen leichter porös, brüchig und spröde. Sie verlieren an Elastizität. Dies bedeutet in der Folge, dass die Fensterdichtungen und Türdichtungen häufiger ausgetauscht werden müssen.

Aus diesem Grund sollte man feuchte Dichtungen möglichst immer mit einem Lappen trockenwischen.

Des Weiteren sollte man Fensterdichtungen regelmäßig säubern, da durch Verschmutzungen die Lebensdauer von Fensterdichtungen stark herabgesetzt wird. Zum Reinigen der Fensterdichtungen sollte man nur einen weichen Lappen sowie ein mildes Spülmittel verwenden. Aggressive Reiniger beschädigen die Fensterdichtungen.

Um Fensterdichtungen geschmeidig zu halten, sollte man sie regelmäßig nach dem Säubern mit etwas Silikonspray einsprühen. Rückstände des Silikonsprays lassen sich mit einem weichen Lappen entfernen.

Fensterbauer raten im Winter zu Silikonspray und im Sommer zu Talkumpuder. Beides ist hochwirksam und kann die Lebensdauer der Dichtungen deutlich verlängern.

Lohnen teure Silikon-Dichtungen?

In der Regel lohnt sich das Anbringen von Silikon-Dichtungen, denn diese verfügen über eine höhere Leistungsfähigkeit und sind somit belastbar und haben eine längere Lebensdauer.

Günstige TPE-Dichtungen aus Elastomeren entsprechen kaum noch den qualitativen Anforderungen.

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Auch wenn Silikon-Dichtungen bei Anschaffung deutlich teurer sind, macht sich dieses Mehr an Kosten im Laufe der Zeit bezahlt.

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Gerade bei Dachfenstern sollte man auf hochwertige Spezialdichtungen achten, denn durch eindringendes Wasser (Kondenswasser) und Feuchtigkeit kann es zu massiven Schäden kommen. Diese Schäden betreffen meist nicht nur das Fenster, sondern oft den gesamten Dachraum oder gar das komplette Haus.

Zusammenfassung

Gerade in der kühleren Jahreszeit machen sich undichte Fenster durch einen Verlust an Heizenergie schnell bemerkbar. Mit wenigen Handgriffen kann man neue Fensterdichtungen in Eigenregie einbauen oder einen Fachmann mit der Arbeit beauftragen. Richtige gepflegte Dichtungen an Fenster und Türen sind robust und wartungsarm.

Artikelbild: New Africa / Bigstock.com

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Источник: https://www.heimhelden.de/fensterdichtungen-erneuern-kosten

Fensteraustausch » Mit diesen Kosten ist zu rechnen

Fenster austauschen: Was es kostet und was es bringt

Bei alten Fenstern macht es häufig schon aus Energiespargründen Sinn, die Fenster auszutauschen. Welche Kosten Sie dabei erwarten und welche Kostenunterschiede es bei modernen Fenstern gibt, erklärt ausführlich der Kostencheck-Experte im Interview.

Frage: Rechnet sich ein Fensteraustausch überhaupt finanziell – oder legt man bei den Kosten zu?

Kostencheck-Experte: Das kommt ganz darauf an. In den meisten Fällen rechnet sich das Austauschen alter Fenster allein schon durch die möglichen Einsparungen bei den Heizkosten.

Wer 30 Jahre alte Fenster durch neue Energiesparfenster ersetzt, erspart sich Jahr für Jahr rund 10 % bis 15 % seiner Heizkosten. Damit bezahlen sich die neuen Fenster über einige Jahre hinweg gerechnet fast von selbst.

Fenster sind ganz wesentlich für die Energieverluste über die Gebäudehülle verantwortlich. Der Anteil an den Gesamtverlusten kann bis zu 25 % betragen. Wer hier also wirksam den Wärmeverlusten einen Riegel vorschiebt, spart in jedem Fall meist eine Menge Geld.

Umgekehrt ist es in anderen Fällen nicht immer wirtschaftlich, die Fenster auszutauschen, oft aber nötig. Beschädigte Fenster können zu Feuchteproblemen im Haus führen, wird die Außenfassade gedämmt, entstehen durch schadhafte oder mangelhafte Fenster oft Wärmebrücken.

Neue Fenster bieten dann nicht nur mehr Wohnkomfort, sondern oft auch die Sicherheit vor nachfolgenden möglichen Schäden.

Bei einem solchen „Ohnehin-Austausch“ sind die Kosten für die Fenster dann nicht der entscheidende Punkt, sondern vor allem die nötige bautechnische Verbesserung.

Frage: Was kostet das Austauschen von Fenstern im Allgemeinen?

500€ pro Fenster sind keine Seltenheit

Kostencheck-Experte: Das kann man pauschal auf keinen Fall sagen. Die Preise für neue Fenster können sehr unterschiedlich sein, dazu kommt auch, dass in jedem Haus eine unterschiedliche Zahl von Fenstern in oft unterschiedlichen Größen verbaut ist.

Grundsätzlich kann man aber als untere Preisgrenze von mindestens 500 EUR je Fenster bei einem Austausch ausgehen. Dabei ist das Standardmaß von 1,3 m x 1,3 m zugrunde gelegt. Größere Fenster kosten dann auch mehr, Fenster mit besonders hochwertiger Ausführung können inklusive aller Kosten auch leicht doppelt so teuer sein.

Insgesamt kommen bei einem Fensteraustausch also immer beträchtliche Kosten auf Sie zu, selbst wenn Hersteller oft mit sehr günstigen Ausgangspreisen locken. In der Praxis ist das dann oft kaum zu halten.

Hier ein kleines Kostenbeispiel aus der Praxis:

Wir lassen bei einem kleinen Einfamilienhaus 10 Fenster austauschen. Es handelt sich dabei um Doppelfenster im Maß 510 mm x 1.050 mm. Weil wir nicht so viel Geld ausgeben wollen, bestellen wir günstige Kunststofffenster, die aber dennoch einen hohen Wärmeschutz bieten. Auf Sonderausstattungen verzichten wir weitgehend und lassen nur ein Einbruchschutzpaket zusätzlich montieren.

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Hierbei handelt es sich natürlich lediglich um beispielhafte Kosten in unserem speziellen Fall. Bei anderen Fenstermodellen und bei abweichenden örtlichen Gegebenheiten können die Kosten auch deutlich unterschiedlich liegen.

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Unser Kostenbeispiel zeigt aber bereits deutlich, mit welchen Nebenkosten man insgesamt bei einem Fenstertausch rechnen muss. Der Fensterpreis allein stellt nur einen Bruchteil der Gesamtkosten dar – in unserem Fall rund die Hälfte. Für den Einbau der neuen und den Ausbau der alten Fenster muss man in vielen Fällen mindestens ebenso hohe Kosten mit einplanen.

Frage: Von welchen Faktoren hängen die Kosten für neue Fenster im Allgemeinen ab?

Kostencheck-Experte: Hier geht es zunächst einmal um die Kosten der Fenster selbst, die man betrachten muss. Sie hängen im Wesentlichen ab von

  • der Zahl der Fenster
  • der Fenstergröße
  • dem verwendeten Rahmenmaterial der Fenster
  • der verwendeten Verglasung
  • der technischen Ausführung der Fenster
  • der zusätzlichen Ausrüstung der Fenster (z. B. Schallschutzfenster, einbruchhemmende Ausrüstung aber auch fest montierte Insektenschutzgitter und Rollladen)

Daneben muss man die Kosten für den Einbau betrachten. Hier wird in den meisten Fällen nach Stunden gerechnet – die Kosten sind also stark abhängig vom Aufwand vor Ort.

Die Kosten in diesem Bereich setzen sich zusammen aus

  • Kosten für die Lieferung und den Einbau der Fenster
  • Kosten für das Ausbauen der alten Fenster
  • Kosten für die Entsorgung der alten Fenster
  • Anfahrtskosten und eventuell noch zusätzlich in Rechnung gestellte Kosten

Das kann von Betrieb zu Betrieb recht unterschiedliche Kosten verursachen, dazu kommt, dass der Einbauaufwand von Fenster zu Fenster auch recht unterschiedlich sein kann.

Frage: Inwieweit spielt die Fenstergröße für den Preis eine Rolle?

Kostencheck-Experte: Größere Fenster sind natürlich teurer. Allerdings ist es nicht so, dass doppelt so große Fenster dann auch gleich doppelt so teuer sind.

Wie sich die Größenunterschiede bei Fenstern auf den Preis auswirken, zeigt die nachstehende Tabelle:

Wir haben dabei völlig baugleiche Fenster in verschiedenen Größen miteinander verglichen. 1,3 m x 1,3 m gilt gewissermaßen als Standardmaß für Fenster – größere Fenstermaße sind dann häufig mit Aufpreisen versehen. Das hält sich aber – bezogen auf den Ausgangspreis – dann meist im Rahmen, wie man aus der Tabelle erkennen kann.

Frage: Welchen Einfluss hat dann das Rahmenmaterial auf den Preis der Fenster?

Holzfenster sind beliebt aber teuer

Kostencheck-Experte: Anders als die Fenstergröße ist der Einfluss des verwendeten Rahmenmaterials auf den Preis sehr groß.

Verwendet werden heute vor allem Kunststofffenster, Holzfenster und Aluminiumfenster, letztere allerdings eher selten. Eine wichtige Rolle spielen auch Holz-Aluminium-Fenster, die die Vorteile von beiden Materialien gewissermaßen in sich vereinen.

Betrachtet man das Preis-Leistungs-Verhältnis, dann sind die kostengünstigen Kunststofffenster mit Sicherheit der Gewinner. Sie sind robust und pflegeleicht und auch einigermaßen langlebig.

Holzfenster benötigen einen höheren und laufenden Pflegeaufwand, bei Aluminiumrahmen muss besonders auf die Dämmung geachtet werden, da sie von Natur aus nicht besonders gut wärmedämmend sind.

Holz und Aluminium gelten als höherwertige Rahmenvarianten. Geht man von einem gewöhnlichen Kunststofffenster aus, kann man – bei ansonsten gleicher Ausführung – mit deutlichen Aufpreisen bei den anderen beiden Materialien konfrontiert sein.

Die Mehrkosten basieren auf einem Vergleich von Fenstern in Standard-Größe (1,3 m x 1,3 m) und der jeweils einfachsten Rahmenausführung.

Für technisch besondere Ausführungen (sogenannte warme Kante, mehrkammerige Dämmsysteme, höherer Wärmeschutz des Rahmens) müssen bei Aluminiumfenstern und Holz-Alu-Varianten dann oft noch höhere Mehrkosten in Kauf genommen werden. Das gilt auch für besondere Designs und Ausführungen.

Bei Holzfenstern können höherwertige Holzarten (etwa Eukalyptus oder Mahagoni) noch deutlich höhere Mehrkosten gegenüber dem Kunststofffenster verursachen. Je nach verwendeter Holzart sind dann auch die Eigenschaften des Rahmens und der Pflegeaufwand für die Holzfenster unterschiedlich sein.

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Man erkennt aus der Tabelle bereits deutlich, dass bei einem einfachen Standardfenster die Wahl eines Aluminiumrahmens den Preis gegenüber einem Kunststofffenster mehr als verdoppeln kann.

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Ob dieser Mehrkostenaufwand die besseren Eigenschaften (noch höhere Lebensdauer, hoher Einbruchschutz und hohe Robustheit, Eleganz und Designvielfalt) beim Aluminiumfenster wert ist, muss jeder für sich beurteilen.

Frage: Der Rahmen ist also für den Preis eindeutig stark maßgeblich – wie sieht es mit der Verglasung aus?

Die Verglasung hat einen großen Einfluss auf den Preis

Kostencheck-Experte: Hier ist ebenfalls ein großer Einfluss auf den Preis der Fenster gegeben. Die Verglasung ist ja im Grunde das entscheidende Kriterium für ein Fenster.

Vielfach wird hier nur auf den U-Wert der Verglasung gesehen, den man aus verständlichen Gründen natürlich möglichst niedrig haben möchte, um möglichst viel Energie zu sparen.

Dieser U-Wert der Verglasung ist aber ohnehin nur eingeschränkt entscheidend, wichtiger ist der Gesamt-U-Wert des Fensters. Hierfür spielen der Rahmen und die Rahmenausführung eine nicht zu unterschätzende Rolle. Auch im Handel wird aber meist nur der U-Wert der Verglasung angegeben, da ein U-Wert von 0,6 oder 0,7 oft recht werbewirksam ist.

Bei der Verglasung kann man weiterhin unterscheiden zwischen zweifacher und dreifacher Verglasung. Dreifach-Verglasung ist in der Regel um rund 15 % bis 20 % teurer, stellt aber auch den aktuellen Stand der Technik dar.

Besonders energiesparende Fenster sind mit Edelgas im Scheibenzwischenraum befüllt und lassen damit kaum mehr Wärmeenergie nach draußen entweichen. Während man bei Zweifach-Verglasung meist U-Werte im Bereich von 1,1 erreichen kann, lassen sich durch moderne Dreiglas-Systeme U-Werte bis zu 0,4 realisieren. Unter 0,6 wird es aber meist empfindlich teurer.

Frage: Können auch noch andere Faktoren die Verglasung verteuern?

Kostencheck-Experte: Ja – sogar recht deutlich. Besserer Schallschutz, reflektierende Gläser, die als Sonnen- und Aufheizschutz fungieren oder spezielle Einbruchschutzverglasung können in diesem Bereich hohe Zusatzkosten verursachen.

In der nachstehenden Tabelle sind typische Aufpreise im Bereich der Verglasung einmal zusammengefasst:

Daneben können auch noch Sonderformen bei der Verglasung wie Selbstreinigungseffekt, Ornamentgläser oder Ähnliches weitere zusätzliche Kosten verursachen. Man kann dadurch den Preis von Fenstern also in ungeahnte Höhen treiben.

Frage: Was kosten Lieferung und Einbau von Fenstern?

Für den Ein- und Ausbau können Kosten von mehreren hundert Euro entstehen

Kostencheck-Experte: Hier wird beim Einbau meist nach zeitlichem Aufwand kalkuliert, oft gibt es aber auch vom Händler günstige Pauschalen für Lieferung und Einbau der Fenster.

Für gewöhnlich bewegen sich die Preise für den Einbau in einem Bereich von 100 EUR bis 350 EUR, das ist aber stark vom Anbieter abhängig.

Für Ausbau und Entsorgung Ihrer alten Fenster müssen Sie übrigens in der Regel zwischen 50 EUR und 100 EUR je Fenster rechnen.

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Wenn Sie mehrere Fenster austauschen lassen, wird oft ein günstigerer Pauschalpreis vereinbart – bei großen Fensterzahlen ist der Preis pro Fenster dann also häufig niedriger.

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Komplizierte Einbauanforderungen (etwa eine Fenstertür als Hebe-Schiebetür) können dann aber auch deutlich teurer sein.

Frage: Wann rechnet sich ein Fensteraustausch?

Kostencheck-Experte: Die möglichen energetischen Einsparungen kann man immer nur nach einer genauen Analyse vor Ort ermitteln.

Als groben Anhaltspunkt können Sie aber davon ausgehen, dass wenn der U-Wert der Fenster um 0,1 sinkt, sie etwa 1,2 Liter Heizöl oder rund 11,8 kWh Heizenergie einsparen können. Das ist allerdings nur ein sehr grober Anhaltspunkt.

Bei einem Tausch von 30 Jahre alten Fenstern lassen sich im Allgemeinen rund 10 % bis 15 % der Heizenergie sparen. Über den Daumen gepeilt lohnt sich das also meistens, um die Kosten für den Austausch auf kostengünstige Energiesparfenster innerhalb von 15 bis 20 Jahren zu amortisieren.

Wie gesagt ist das allerdings immer stark von der Situation im Einzelnen abhängig. Pauschal kann man das kaum angeben.

Источник: https://kostencheck.de/fenstertausch-kosten

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