Haustiere in der Mietwohnung: Das ist erlaubt

Haustiere in der Mietwohnung: Was muss ich rechtlich beachten? ⋆ RECHTschützer

Haustiere in der Mietwohnung: Das ist erlaubt

Ob Hund, Katze oder Wellensittich: Wer in einer Mietwohnung lebt und Tieren ein Zuhause geben möchte, muss Einiges beachten. Denn das deutsche Mietrecht ist sehr streng, wenn es darum geht, Tiere in der Wohnung oder im Haus zu halten – gerade, wenn es andere Mieter stören könnte.

Aber keine Sorge! Wir klären auf, welche Tiere du als Mieter bedenkenlos und ohne Zustimmung des Vermieters in der Wohnung halten darfst und welche nicht.

Dazu haben wir uns den fachkundigen Rat von Rechtsanwalt Henning Meyersrenken von der Kanzlei Meyersrenken & Rheingantz aus Köln eingeholt.

Haustierhaltung: Was ist erlaubt?

„Das deutsche Mietrecht macht einen Unterschied zwischen verschiedenen Arten von Tieren. So werden sogenannte Kleintiere, wie zum Beispiel Kaninchen, Fische, Meerschweinchen, Hamster und Wellensittiche als harmlos eingestuft.

Sie dürfen problemlos und ohne die Zustimmung des Vermieters in der Wohnung/im Haus gehalten werden“, so Rechtsanwalt Henning Meyersrenken.

Denn, wie mir der Experte erklärt, geht man bei solchen Tieren davon aus, dass sie weder die Wohnung beschädigen noch mit ihrer Lautstärke die Nachbarn stören.

„Hier orientiert sich ‚klein‘ nicht unbedingt an der Größe, die Gattung spielt eine entscheidende Rolle: Chihuahuas, zum Beispiel, sind trotz ihrer geringen Größe immer noch Hunde und bedürfen einer Erlaubnis des Vermieters – genau wie bei Katzen. Auch Papageien wird man nicht als ‚große Wellensittiche‘ ohne Erlaubnis durchgehen lassen können.“

Hund oder Katze in der Mietwohnung: Muss der Vermieter zustimmen?

Hunde und Katzen sind der Deutschen liebste Haustiere. Allein 2018 hielten über acht Millionen Haustierbesitzer einen Hund. Bei Katzen ist die Anzahl nochmal höher. Doch insbesondere in Mietwohnungen bzw.

-häusern ist es mit der Haltung von Hund oder Katze nicht ganz so einfach wie bei Kleintieren, weiß auch Rechtsanwalt Henning Meyersrenken: „Generell und ohne besondere Begründung darf der Vermieter die Tierhaltung von Hund und Katze nicht verbieten – erst recht nicht im Mietvertrag.

Jedoch darf man als Mieter auch nicht ohne Rücksicht auf andere Mieter Haustiere halten.

Ist der eigene Hund beispielsweise über das normale Maß hinaus besonders laut oder gar gefährlich, muss im Zweifel das Gericht entscheiden, wer das schwerwiegendere Bedürfnis hat: der Haustierbesitzer oder die anderen Mieter, die sich gestört fühlen.

“ Der Anwalt rät, in jedem Fall mit dem Vermieter zu sprechen, wenn man einen Hund oder eine Katze in der Wohnung halten möchte. Im Idealfall fragt man auch bei den weiteren Mietern im Haus nach, wie sie zur Tierhaltung stehen und ob ein Haustier ein Problem darstellen würde. Auch wenn man die Erlaubnis der Nachbarn nicht braucht, bringt ein offenes Gespräch häufig Klarheit.

Schlange, Spinne und Co.: Was ist in der Wohnung erlaubt?

Ich persönlich könnte mich nicht an Vogelspinnen, Gift- oder Würge-Schlangen oder anderen Reptilien als Haustiere erfreuen. Aber das ist wohl – wie so oft – Geschmacksache. Wer eine Leidenschaft für außergewöhnliche Haustiere hat, muss jedoch um Erlaubnis fragen.

„Als Mieter einer Wohnung oder eines Hauses muss man den Vermieter fragen, ob er die Haltung von gefährlichen Tieren erlaubt“, stellt Rechtsanwalt Henning Meyersrenken klar. „Auf der sicheren Seite ist man als Mieter, wenn die Parteien die Erlaubnis schriftlich festhalten, zum Beispiel im Mietvertrag.

“ Doch selbst, wenn der Vermieter die Haltung solch gefährlicher Tiere erlaubt hat, braucht der Besitzer laut Landesstraf- und Verordnungsgesetz eine Halteerlaubnis.

Übrigens können auch bestimmte Hunderassen zu den „gefährlichen“ Haustieren zählen, wenn sie im jeweiligen Bundesland als „Kampfhund“ gelistet sind. Jedes Bundesland hat eigene sogenannte Hundelisten, die man im Internet einsehen kann.

Tierhaltung im Mietvertrag: Was sagt das Mietrecht?

„Seit 2013 dürfen Vermieter die Haustierhaltung nicht grundsätzlich mehr im Mietvertrag verbieten“, erklärt Rechtsanwalt Henning Meyersrenken. Hierzu zählen allerdings die gängigen Haustiere, wie Katzen oder Hunde. Kleintiere sind ja ohnehin immer in der Wohnung erlaubt.

Wer als Mieter eine Katze oder Hund halten möchte, braucht dennoch die Zustimmung des Eigentümers. Hat der Vermieter sachliche Gründe gegen die Haustierhaltung in der Wohnung, muss sich der Mieter wohl oder übel damit abfinden.

„Der Vermieter muss bestimmte Kriterien abwägen, so wie Rasse und Größe des Tieres, Anzahl der Tiere und auch seine bisherige Haltung gegenüber der Tierhaltung anderer Mieter“, so der Rechtsexperte.

Steht im Mietvertrag ausdrücklich, dass Haustiere in der Wohnung bzw.

im Haus erlaubt sind, ist jedoch Vorsicht geboten: „Wenn per Mietvertrag Haustiere erlaubt sind, sind damit NICHT per se alle Arten von Tieren gemeint“, warnt Rechtsanwalt Henning Meyersrenken.

„Diese Klausel meint die üblichen Haustiere, wie Katze oder Hund. Auch ist üblicherweise von einem Haustier auszugehen. Die generelle Gestattung erlaubt nicht eine ganze Horde von Hunden oder Katzen.“

„Ne, doch nicht“: Wenn der Vermieter seine Erlaubnis zurückzieht

Es gab schon Fälle, in denen der Vermieter zunächst seine Erlaubnis für die Haustierhaltung in der Mietwohnung gegeben hat und diese dann später wieder zurückgezogen hat. Das ist nicht nur für den Halter nervenaufreibend, sondern auch für das Tier. Doch rechtlich ist das unter bestimmten Umständen in Ordnung.

Rechtsanwalt Henning Meyersrenken erklärt, wann: „Gibt es einen triftigen Grund dafür, dass das Haustier nicht mehr in der Wohnung gehalten werden kann, zum Beispiel, wenn es für andere Bewohner des Hauses gefährlich ist oder stark und störend dauerhaft bellt, darf der Vermieter seine Erlaubnis zur Haustierhaltung zurückziehen.

Außerdem muss der Mieter, also der Halter des Tieres, dafür sorgen, dass sein Haustier aus der Wohnung entfernt wird.“

Streit mit dem Vermieter vermeiden: So klappt’s mit dem Haustier in der Mietwohnung

Wie Rechtsanwalt Henning Meyersrenken erklärt hat, braucht man die Erlaubnis des Vermieters, wenn man sich einen Hund oder eine Katze in der Mietwohnung anschaffen möchte.

Damit es hier nicht zum Streit kommt und das Tier im schlimmsten Fall wieder abgegeben werden muss, hat der Rechtsexperte ein paar Tipps: „Wie so oft im Leben hilft es, miteinander zu reden. Bevor das Haustier in der Wohnung einzieht, sollte man das Gespräch mit dem Vermieter suchen.

Am besten nimmt man sich einen Zeugen mit und lässt sich idealerweise die Erlaubnis fürs Haustier nochmal schriftlich geben. Hinweise zur Tierhaltung geben oft auch schon der Mietvertrag oder die Hausordnung.

[attention type=yellow]

Und was viele nicht wissen: Der Vermieter ist verpflichtet, seine Mieter gleichberechtigt zu behandeln. Hat der Nachbar also zum Beispiel auch einen Labrador, darf der Vermieter ein ähnliches Tier nicht verbieten.“

[/attention]

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Haustier in der Wohnung zuzulegen, sollte sich das gründlich überlegen. Nicht nur im eigenen Interesse, sondern gerade im Interesse des Tieres.

Und selbst wenn der Vermieter die Dogge in der Einzelzimmer-Mietwohnung erlaubt, heißt das noch lange nicht, dass dies auch eine artgerechte Haltung ist.

Wer sich aber der Verantwortung bewusst ist, wird sicherlich auch viel Freude mit dem neuen Familienmitglied haben.

Источник: https://www.roland-rechtsschutz.de/blog/haus-mieten/haustiere-in-der-mietwohnung-was-muss-ich-rechtlich-beachten

Sind Haustiere immer willkommen?

Haustiere in der Mietwohnung: Das ist erlaubt
Das Mietrecht regelt, welche Haustiere gehalten werden dürfen.

Tiere gehören für viele Menschen zu den wichtigsten Begleitern im Leben.

Da ist es selbstverständlich, dass sie diese auch bei sich wohnen haben wollen. In einer Mietwohnung kann das jedoch zu einigen Schwierigkeiten führen.

Das Mietrecht hat für Haustiere in einer Mietsache Regelungen, die es zu beachten gilt.

Ob im Mietvertrag Haustiere grundsätzlich ausgeschlossen werden können, was der Bundesgerichtshof (BGH) diesbezüglich entschieden hat und was Mieter in diesem Zusammenhang beachten sollten, betrachtet der folgende Ratgeber näher.

Mieter und Haustiere: Rechtliche Grundlagen

Kann ein Vermieter Tiere verbieten?

Kann ein Vermieter Haustiere in der Mietwohnung verbieten? Sind Haustiere in Mietwohnungen überhaupt erlaubt? Diese Fragen stellen sich viele, die eine Wohnung mieten und mit Haustieren einziehen möchten. Oft bestehen Unsicherheiten darüber, was das Mietrecht bezüglich der Haustiere in den Mietsachen bestimmt. So sind sich potentielle Mieter meist nicht sicher, ob sie trotz ihrer Haustiere die Wohnung mieten können.

Eindeutige Entscheidungen gibt es bezüglich allgemeiner Klauseln, in denen Vermieter die Tierhaltung ausschließen.

Der Bundesgerichtshof hat bereits 1993 entschieden, dass eine generelle Mietvertragsklause, die Haustiere in der Mietsache grundsätzlich ausschließt, nicht zulässig ist (BGH VII ZR 10/92).

Ein absolutes Haustierverbot ist im Mietvertrag also nicht möglich. Das bedeutet jedoch nicht, dass alle Tiere in einer Wohnung gehalten werden dürfen.

Tierhaltung ist im Mietrecht in der Regel von der Art der Tiere abhängig. Das Mietrecht teilt Haustiere in Gruppen ein.

Zu den sogenannten Kleintieren gehören beispielsweise Wellensittiche, Hamster, Mäuse, Meerschweinchen oder Fische. Die zweite Gruppe bilden Hunde und Katzen.

Nach dem Urteil von 1993 dürften Kleintiere in einer Mietwohnung ohne vorherige Erlaubnis des Vermieters gehalten werden.

Haustierverbot in einer Mietwohnung: Wann ist das dennoch möglich?

Vermieter: Ein pauschales Haustierverbot kann er nicht verhängen.

Tiere in der Mietwohnung sind immer dann erlaubt, wenn es sich um die zuvor benannten Kleintiere handelt. Doch auch hier gibt es einige Ausnahmen. So sind beispielsweise Papageien, Frettchen und Ratten dem Vermieter zu melden und eine Genehmigung von diesem einzuholen.

Gleiches gilt für Exoten wie Echsen, Schlangen oder Vogelspinnen. Auch hier ist in der Regel die Erlaubnis des Vermieters notwendig, denn gefährliche Arten müssen vom Vermieter nicht geduldet werden, auch wenn Terrarien in der Mietwohnung erlaubt sind.

In diesem Fall bestimmt nicht das Mietrecht über die Haustiere direkt, sondern Vermieter oder in einem Streitfall der Richter je nach Einzelfall. Ebenso geschieht dies bei der Haltung von Hunden und Katzen.

Tiere im Mietrecht: Das Besondere an Hunde und Katzen

Auch wenn der BGH die Klauseln sowie ein generelles Haustierverbot im Mietrecht für nicht zulässig erklärt hat, können Vermieter weiterhin im Einzelfall entscheiden. So sind Zusätze im Mietvertrag, die die Zustimmung des Vermieters zur Haltung von Katzen und Hunden erforderlich machen, weiterhin gültig.

Im Mietrecht kann die Haustierhaltung in der Mietwohnung von der Zustimmung des Vermieters abhängen.

Gemäß den Urteilen des BGH und dem Mietrecht dürfen Haustiere durch Vermieter nur mit einer Begründung abgelehnt werden. Die Zustimmung dürfen Vermieter also nicht grundlos verweigern.

Haben bereits andere Mieter Haustiere, bedarf es einer nachvollziehbaren Begründung, warum neue Mieter ein Tierverbot für diese Mietwohnung erhalten.

Im Zweifel sollten sich Vermieter von einem Anwalt für Mietrecht beraten lassen.

[attention type=red]

Vermieter können das Vorhandensein einer Tierhaftpflichtversicherung zur Bedingung für eine Genehmigung machen. So sind etwaige Schäden abgesichert und im Schadensfall entstehen keine Streitigkeiten darüber, wer für die Kosten aufkommt. Das Mietrecht schreibt für Haustiere eine vorhandene Versicherung jedoch nicht vor.

[/attention]

Im Ernstfall gilt, dass sich Mieter an die Hausordnung und den Mietvertrag halten müssen, wenn es darum geht, Tiere zu halten. Ist im Mietvertrag bestimmt, dass Mieter ihre Haustiere dem Vermieter melden müssen, gilt dies in der Regel für alle Tiere, die nicht zu den Kleintieren zählen.

Mietrecht: Haustiere in der Wohnung

Hat der Vermieter Haustiere in der Mietwohnung erlaubt, sollten sich Mieter an bestimmte Regelungen halten. Lärm, Dreck oder Geruchsbelästigungen sollten vermieden werden. Auch hier kann der Vermieter eine Klausel bezüglich der Haustiere in den Mietvertrag aufnehmen und bestimmen, welche Verhaltensweisen nicht akzeptiert werden.

Eine Mietvertragsklausel kann Haustiere unter bestimmten Bedingungen erlauben.

Halten sich Mieter nicht an Vorgaben oder die Rücksichtnahmepflicht in einem Miethaus, kann das auch zu einem Widerruf der Erlaubnis führen. Gemäß Mietrecht können Haustiere bzw.

die Genehmigung des Vermieters zur Haltung dieser widerrufen werden. Hierfür muss jedoch ein triftiger Grund vorliegen.

Ist der Hund zum Beispiel ständig zu laut oder haben andere Mieter eine Katzenhaarallergie, kann die Erlaubnis für den Mieter zur Haustierhaltung wieder zurückgenommen werden.

Ähnlich kann es auch aussehen, wenn die Mieter aufgrund der Tiere Schäden verursachen. Wird eine Katzenklappe oder eine Hundetür ohne Genehmigung des Vermieters eingebaut, kann das sowohl Schadensersatzansprüche nach sich ziehen als auch den Widerruf der Genehmigung. Ein Grund den Mietvertrag zu kündigen, ist das in der Regel jedoch nicht.

Haustiere in der Eigentumswohnung

Wie sieht das eigentlich im Mietrecht aus, wenn Haustiere in einer Eigentumswohnung gehalten werden? Auch hier gilt laut Mietrecht, das Haustiere nicht generell verboten werden dürfen. Sowohl Eigentümer als auch Mieter dürfen hier nicht benachteiligt werden.

(59 Bewertungen, Durchschnitt: 4,25 von 5)
Mietrecht: Sind Haustiere immer willkommen? 4.25 5 59 Loading…

Источник: https://www.mietrecht.com/haustiere/

Haustiere in der Mietwohnung: Das ist erlaubt – DAS HAUS

Haustiere in der Mietwohnung: Das ist erlaubt

Foto: Shutterstock/Joana Lopes

Wenige Themen sind so streitanfällig wie die Frage, welche Tiere der Mieter in der Mietwohnung halten darf. Kleintiere wie Hamster, Fische, Meerschweinchen oder Wellensittiche muss der Vermieter erlauben. Bei der Haltung von Hunden oder Katzen kommt es darauf an, was im Mietvertrag steht beziehungsweise den individuellen Fall betrifft.

Ob Mieter Tiere halten dürfen, richtet sich in erster Linie nach dem Mietvertrag. Grundsätzlich verbieten darf der Vermieter Hunde und Katzen aber nicht (BGH, Urteil vom 20.3.2013, Aktenzeichen VIII ZR 168/12).

Seit diesem Urteil können sich viele nun den Wunsch nach einem Tier erfüllen. Eine generelle Erlaubnis besteht dennoch nicht.

Vielmehr müssen die Interessen abgewogen werden – die des Mieters, der Nachbarn und der anderen Hausbewohner.

Schon vor Jahren entschied der BGH gegen ein unbeschränktes Tierhaltungsverbot. Sonst wären ja auch Wellensittich oder Hamster verboten, die weder Geräusch noch Geruch verursachen noch die Wohnung abnutzen. Bei auf Blindenhunde angewiesenen Mietern beispielsweise würde die Klausel im Vertrag ebenfalls kippen. Ein Verbot darf nur bei nachvollziehbaren Gründen ausgesprochen werden.

Auch müssen Vermieter die Tierhaltung nun dulden, wenn diese die Wohnung nicht beeinträchtigt und keine andere Personen gefährdet oder stört.

So dürfen etwa zwei Katzen in der Wohnung gehalten werden, wenn eine Belästigung des Vermieters oder anderer Mitmieter ausscheidet (AG München, 26.7.2012, Aktenzeichen 411 C 6862/12).

[attention type=green]

Liegen allerdings konkrete Klagen oder Schäden vor, kann der Vermieter vor Gericht erwirken, dass das Tier ausziehen muss.

[/attention]

In den meisten Verträgen ist ein so genannter Erlaubnisvorbehalt enthalten. Ohne Grund darf der Vermieter dann die Katzen- oder Hundehaltung nicht verbieten. Im Prinzip kommt es daher immer auf den Einzelfall an. Und: Es gilt der Gleichbehandlungsgrundsatzfür den Mieter. Ein Vermieter darf nicht dem einen Mieter etwas verbieten, was er einem anderen erlaubt hat.

Hält der Mieter ein Tier entgegen den Regelungen im Mietvertrag, wird es schwierig für den Vermieter. Denn er kann kaum vom Mieter verlangen, dass dieser das Tier wieder abschafft. Dies gelingt ihm nur, wenn es handfeste Gründe gibt, etwa bei der Haltung eines Kampfhundes in einem Mehrparteienhaus. Hat ein Vermieter Einwände gegen die Tierhaltung eines Mieters, so muss er diese möglichst bald anbringen. Schreitet er erst nach längerer Duldung ein, so kann der Mieter die Langmut auch als stillschweigende Genehmigung werten (Landgericht Frankenthal, 2, S239/89). 

Der Vermieter besitzt kein Mitspracherecht, wenn ein Tier aus Therapiegründen gehalten wird.

 Das Amtsgericht Münster wies zum Beispiel einen Vermieter, der einem querschnittsgelähmten Jungen die Hundehaltung verbieten wollte, mit der Begründung ab, die Beziehung zu den Tieren diene der psychischen Stabilisierung des Jungen (Amtsgericht Münster, 48 C 140/91).

Ähnlich entschied das Berliner Landgericht: Ein zwölfjähriges Mädchen durfte seine Katze behalten, weil das Tier nach Ansicht der Richter eine wichtige Rolle spiele, um die Verhaltensauffälligkeiten des Kindes zu mildern (Landgericht Berlin, 64 S 447/93).

Selbstverständlich haftet der Mieter für Schäden, die seine Tiere verursachen.

Sei es, dass der Teppichboden unter den scharfen Krallen einer Hauskatze gelitten hat oder die Wände durchfeuchtet sind, weil der Echsenfreund seinen Lieblingen ein artgerechtes Biotop angelegt hat.

Letzteres ist sicher ein Fall von vertragswidrigem Gebrauch der Wohnung, da von einem erhöhten Verschleiß der Räume ausgegangen werden muss.

Foto: iStock/Corinna Thalies-Feht

Fische, Vögel, Hamster und Co genießen das Kleintierprivileg. Kompliziert wird es nur, wenn es sich um Exoten handelt.

[attention type=yellow]

Harmlose Schlangen oder Echsen können mittelbar Ärger mit dem Nachbarn verursachen – vor allem, wenn durch die Anzucht ihrer bevorzugten Nahrung (Kleinnager) Geruchs- oder Lärmbelästigung entsteht.

[/attention]

Die Haltung gefährlicher, von Natur aus wild lebender Tiere bedarf einer Genehmigung der Ortspolizeibehörde. Neben Gift- und Würgeschlangen, Krokodilen, Skorpionen, Giftspinnen und sonstigen exotischen Raubtieren gehören auch einige Affenarten dazu.

Ausnahme Kragenechsen

Manchmal kann der erste Eindruck allerdings auch täuschen: Bartagamen zum Beispiel sind vorwiegend in Australien beheimatete Kragenechsen, die bei Gefahr eine imposante Halskrause aufstellen und so leicht den Eindruck vermitteln, gefährlich zu sein. Aber der Schein trügt. Auch sie genießen das Kleintierprivileg.

Solange die Nachbarn nicht beeinträchtigt und die Wohnung beschädigt würde, sei gegen die Echsen nichts einzuwenden, entschied das Amtsgericht Essen (9 C 109/95). Dies galt auch für eine Mieterin, die in ihrer 3-Zimmer-Wohnung fünf Chinchillas hielt.

Solange diese in sauberen Käfigen untergebracht seien, sei gegen die Tierhaltung nichts einzuwenden, entschied das Amtgericht Hanau (90 C 1294/99).
 

Ekel ist kein Argument

Wenn von einer im Terrarium gehaltenen Schlange keine besonderen Gefahren ausgehen, kann nach dem Urteil des Amtsgerichts Bückeburg (Aktenzeichen 73 C 353/99) der Vermieter nicht verlangen, dass das Tier abgeschafft wird, auch wenn andere Mitmieter sich ekeln. Denn ein Vermieter darf sich nicht zum Anwalt von überempfindlichen Mietern machen.

Foto: MasterLu/Fotolia.de

Exotische Vögel unterliegen besonderen Bestimmungen. Ziervögel sind jedoch Kleintiere, die niemanden stören – wenn man es nicht übertreibt. Papageiengeschrei sei schlimmer als Verkehrslärm, urteilte das Landgericht Nürnberg-Fürth.

Die durchdringenden Schreie exotischer Papageien in einem Reihenhausgarten müssen von Nachbarn nicht den ganzen Tag über geduldet werden. Das menschliche Ohr empfinde die ungewohnten Schreie von Papageien als besonders unangenehm, „lästiger noch als den gewöhnlichen, eher monotonen Verkehrslärm“, befanden die Richter.

Sie verordneten den Vögeln daher ein befristetes „Gartenverbot“: Die Besitzerin darf den Käfig künftig nur vormittags von neun bis zwölf Uhr und nachmittags von 16 bis 17 Uhr auf der Terrasse abstellen (Landgericht Nürnberg-Fürth, 11 S 8784/96).

Werden Kakadus in einer Voliere im Garten gehalten, können Nachbarn bei Lärmbelästigungen eine Begrenzung des Aufenthalts im Freien auf eine Stunde täglich verlangen (Landgericht Zwickau, 6 S 388/00).

Sonderfall Züchter

Von dem Lärm, den 30 Wellensittiche und acht große Sittiche im Garten eines Vogelzüchters machten, fühlte sich der Nachbar so gestört, dass er beim Oberlandesgericht Hamm klagte. Er bekam Recht, die Voliere musste weg.

Für alle exotischen Tiere braucht man meist eine CITES-Bescheinigung – das amtliche Dokument, das einen legalen Import oder die genehmigte und kontrollierte Nachzucht artenschutzrechtlich geschützter Tiere beweist.

CITES steht für Convention of the International Trade with Endangered Species of Wild Flora and Fauna, auch Washingtoner Artenschutzabkommen genannt. Exoten ohne Urkunde können von den Behörden beschlagnahmt werden. Die Auskunft, ob man für ein Tier eine Bescheinigung braucht, erteilt das Personal in Zoofachgeschäften.

[attention type=red]

Das Bundesamt für Naturschutz (Konstantinstr. 110, 53179 Bonn) verschickt kostenlos die „Fibel zum Artenschutz“.

[/attention]

Nach der ersten Bestürzung über den Verlust stellt sich bald die Frage: Wohin mit dem verstorbenen Gefährten?

Begräbnis im eigenen Garten

Tote Tiere, die nach der Einschläferung beim Tierarzt verbleiben, werden der Tierkörperverwertung übergeben. So will es der Gesetzgeber. Für die meisten Tierhalter kommt dies jedoch nicht in Frage. Ein Begräbnis im eigenen Garten ist nach dem „Tierkörperbeseitigungsgesetz“ erlaubt, wenn
 

  • das Grundstück nicht in einem Wasserschutzgebiet oder in dessen Nähe liegt,
  • die Grabstelle nicht an öffentliche Plätze oder Wege grenzt.
  • Der Tierkörper muss so vergraben werden, dass er mit einer ausreichenden, mindestens 50 Zentimeter starken Erdschicht, gemessen vom Rand der Grube an, bedeckt ist.
  • Das Haustier darf nicht an einer ansteckenden Krankheit verendet sein.

Gemeinden können weitere Einschränkungen erlassen. Am besten erkundigen Sie sich deshalb vor der Bestattung bei der zuständigen Behörde. Vor dem Begräbnis sollten Sie Ihre Nachbarn darüber informieren und sie am besten gleich auf das Gesetz hinweisen. Wer den Garten nur gemietet hat, braucht eine Erlaubnis des Vermieters.

Keine amtlichen Verbote und Einschränkungen bestehen, wenn das Tier im Krematorium eines Friedhofs verbrannt wird. Fragen Sie die Friedhofsverwaltung in Ihrem Ort, ob sie Einäscherungen von verstorbenen Haustieren vornimmt. Die Urne dürfen Sie ohne Einschränkung im Garten vergraben.

Kosten

Eine Sammeleinäscherung kostet bei kleinen Haustieren wie Vögel, Hamster oder Meerschweinchen etwa 20 Euro pro Tier, bei größeren Hunden liegt der Preis bei zirka 155 Euro. Die Einzelverbrennung von Kleintieren kommt auf rund 75 Euro, bei großen Hunden können die Kosten bis zu 250 Euro betragen.

Tierfriedhöfe

Eine Alternative zur Einäscherung ist die Bestattung auf Tierfriedhöfen, von denen in Deutschland mittlerweile mehr als 100 existieren.

Источник: https://www.haus.de/leben/haustiere-der-mietwohnung-das-ist-erlaubt

Heimtextilien
Schreibe einen Kommentar

;-) :| :x :twisted: :smile: :shock: :sad: :roll: :razz: :oops: :o :mrgreen: :lol: :idea: :grin: :evil: :cry: :cool: :arrow: :???: :?: :!: