Holzfassade: Altes Haus mit neuem Gesicht

Altes Haus im neuen Kleid – bauhandwerk

Holzfassade: Altes Haus mit neuem Gesicht

Ordentlich „eins drauf bekommen“ hat eine ältere Doppelhaushälfte in Rheinfelden. Die Familie mit zwei kleinen Mädchen brauchte nach einigen Jahren einfach mehr Platz und wünschte sich eine bessere Wohnqualität.

So wurde in das Siedlungshaus von 1952 kräftig investiert. Der alte Gebäudebestand konnte zum Teil umgebaut und saniert werden. 70 Quadratmeter neuer Wohnraum wurde durch zwei Dachaufstockungen zusätzlich geschaffen.

Das alte Haus bekam ein komplett neues Gesicht und einen richtig guten Wärmeschutz.

Bestandaufnahme und Sanierungsziele

Der Primärenergiebedarf der alten Doppelhaushälfte von Familie Wittmann war mit rund 38000 kWh/a für 120 Quadratmeter Wohnfläche recht hoch. Die Wände waren im Winter kalt und so auch das Raumklima nicht optimal.

Der Wohnraum wurde zudem langsam knapp und sollte erweitert werden. Ein Durchlauoiler für Heizung und Warmwasser war überfordert und brachte auch mal kaltes Wasser während des Duschens.

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Zudem wird die ländliche Lage durch eine recht stark befahrene Straße an der Nordseite ab vier Uhr morgens gestört.

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Daher waren die Kernziele der Sanierung direkt festgelegt: Mit der Erhöhung des Schallschutzes über die Dämmung und neue Fenster sollte ein Kälteschutz im Winter und ein Hitzeschutz im Sommer erreicht werden. Darüber winkte durch die moderne Energietechnik und die Wohnraumgewinnung insgesamt eine Verbesserung der Wohnqualität.

Holzfaserdämmplatten überzeugten bei der Planung

Auf einer regionalen Messe zum Thema Bauen kam der erste Kontakt mit dem Unternehmen Gutex. Schon auf dieser Messe überzeugte der ökologische Holzfaserdämmstoff mit der Produktion im und Rohstoffen aus dem Schwarzwald die Familie Wittmann. „Besonders beeindruckend war für uns der Hitzeschutz der Holzfaserdämmung, der dort am Modell verdeutlicht wurde“, sagt Ralf Wittmann rückblickend.

Zusammen mit einem Energieberater entstanden die ersten Ideen zur Sanierung des Hauses. Der Energieberater Martin Mosch machte Vorschläge zum Energie-Gesamtkonzept. Gestaltung und Detailplanung übernahm die Architektin Monika Süssle. Die Familie entschied sich für die Gesamtsanierung, „jetzt richtig investieren und dann die nächsten 30 Jahre schön leben“, so lautete das Motto.

Sanierung des Bestands, Aufstockung mit Flachdach

Beide Dachstühle, im Haupthaus und im Anbau, waren im Urzustand so nicht nutzbar. Beide Dächer sollten deshalb aufgestockt werden und als vollwertiger Wohnraum zu Verfügung stehen.

Nach Norden sollte dabei das Satteldach bestehen bleiben. Im Süden schaffen zwei neue Flachdächer Raum für Spiel- und Schlafzimmer. In dem selbsttragenden Dachstuhl stören keine Wände oder Stützbalken mehr.

Der Raum ist offen und geräumig.

Der Gebäudebestand wurde so saniert, dass der Energieverbrauch (berechnet nach EnEV 2009) einem Effizienzhaus 100 entspricht. Die Aufstockung konnte wie ein Neubau ausgeführt werden und erreicht damit Passivhausstandard.

Alle Fenster sind neu und dreifachverglast. Eine neue Gasbrennwertheizung ist gekoppelt mit einem 750 Liter Pufferspeicher und einer zehn Quadratmeter großen thermischen Solaranlage.

Diese wurde auf dem oberen Flachdach mit direkter Südausrichtung aufgeständert.

Dämmtechnische Verbesserung des Gebäudebestands

Zur nachträglichen Dämmung des alten Ziegelverbandes wurde auf das bestehende Mauerwerk die Thermowall-Dämmung mit einem speziellen Klebe- und Spachtelputz aufgeklebt und danach verdübelt.

Die Holzfaser-Außendämmung wurde dann entsprechend der Herstellerangaben mit Grundputz, Armierung und Feinputz in weiß gestaltet. Mit der Kombination aus Wärmedämm-Verbundsystem und dreifachverglasten Fenstern fühlen sich die alten Wände im Winter nicht mehr kalt an.

Auch bestehende Zuglufterscheinungen konnten so ausgeschaltet werden.

Aufstockung auf Neubauniveau

Das bestehende Satteldach und das Pultdach des Anbaus wurden für die Sanierung komplett entfernt. Auf dem Haupthaus wurde die Seitenwand zur anderen Doppelhaushälfe hochgemauert. Die restlichen Wände und das Flachdach entstanden als Holzständerkonstruktion.

Die Installationsebene ist mit Thermoinstal von Gutex ausgeführt. Hierbei werden die Leitungskanäle mit einer Oberfräse herausgenommen. Der Rest der Installationsebene trägt mit zur Dämmung bei.

Im Gefach wurde mit flexiblen Dämmplatten aus Steinwolle gedämmt, um – im Vergleich zur Holzfaserdämmung – eine geringere Auauhöhe zu erhalten.

Fassadengestaltung mit neuartiger Holzfaserdämmplatte

Auf der Holzständerkonstruktion brachten die Zimmerer eine neue Holzfaserdämmplatte für hinterlüftete Fassaden an. Die Platten mit ihrer speziellen Nut- und Federverbindung greifen exakt ineinander. Sie werden durch eine Lattung mit Schrauben in der Holzkonstruktion befestigt.

Die beien Flachdächer sind vom Auau her prinzipiell gleich. Die Unterschiede liegen in Anschlussdetails. Die Decken bestehen aus einer rechtwinkligen Holzkonstruktion ohne Gefälle. Das im Regelwerk vorgegebene Gefälle von 1 Prozent wird über eine in der Platte integrierte Gefälledämmung erreicht.

Diese Gefälledämmung mit Gutex-Thermoflat in 160 mm Stärke auf dem Flachdach wurde von Gutex zum ersten Mal angewandt. Die Platten wurden nach Plan des Architekten exakt vorbereitet.

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Durch eine genaue Beschriftung erfolgte die Verlegung für den Zimmermann einfach und präzise. Die kostenintensive Abschrägung der Unterkonstruktion wurde so überflüssig. Als regensichere Auflage kam eine Kunststoffdachbahn von Sarnafil zum Einsatz.

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Die Flachdachauflage bildet ein Kies-Sand-Gemisch. Der Gesamtauau hat eine Dämmschicht von 320 mm.

Wärmedämmung auf dem Schrägdach der Nordseite

Im Schrägdach wurde eine Zwischensparrendämmung aus Mineralwolle eingebracht. Vollflächig auf die Sparren ist die regensichere Unterdeckplatte Ultratherm in 120 mm Stärke verlegt. So haben alle Dach- und Wandflächen den besonderen Hitzeschutz im Sommer durch die Holzfaserdämmung erhalten.

Auf der straßenzugewandten Seite war zusätzlich der hohe Schallschutz der Holzfaserdämmung ein entscheidendes Argument bei der Materialwahl. Der Dachauau mit Ultratherm-Platte hat einen Schallschutzwert von RW,R = 50 dB. Das relativ hohe Gewicht und die poröse Faserstruktur reduzieren den Lärm stark.

Den Unterschied zu anderen Dämmmaterialien spürten die Baubeteiligten schon während der Bauphase. Wenn es unter anderen Dächern schon 35° C hatte, war es unterm neuen Flachdach wesenlich angenehmer. Der Bauherr war begeistert. „Es fühlt sich super an“, erzählt Ralf Wittmann rückblickend. Das gute Wohngefühl wird zudem durch den Lichteinfall über die Südfenster in den Dachraum verstärkt.

Große Zufriendenheit mit neuem Wohngefühl

Nach der Fertigstellung brachten auch die ersten zwei kälteren Monate rundum Zufriedenheit mit der neuen, gemütlichen Wohnsituation.

Die Wände waren nicht mehr kalt und während des milden Oktobers hat die thermische Solaranlage fast komplett den Bedarf an Warmwasser und Heizenergie abdecken können.

Und die neuen Fenster und die schallschluckende Fassaden- und Dachdämmung halten die Lärmbelastung von der Straße niedrig.

Die Wärmedämmung auf den Flachdächern wurde mit Holzfaserplatten mit integriertem Gefälle erreicht

Der sehr gute Hitzeschutz der Holzfaserdämmplatten erfuhren die Bauherrenfamilie schon während der Bauphase

Bauherr Familie Wittmann, 79618 Rheinfelden

Architektin Dipl. Ing. Freie Architektin (FH) Monika Süssle, Rheinfelden

Energieberatung Dipl. Ing. Martin Mosch, Energieberater

Holzbau Zimmerei Michael Steinebrunner, Häg-Ehrsberg

Dämmung Gutex Holzfaserplattenwerk, Waldshut-Tiengen 

Primärenergiebedarf nach EnEV für das Sanierungsobjekt Qp 95,7 kWh/(m2a)

Transmissionswärmeverlust HT nach EnEV für das Sanierungsobjekt 0,294 W/(m2K)

Gebäudenutzfläche 122 m²

Heizleistung 10,4 kW

Primärenergiebedarf 37820 kWh/a

Endenergie 29367 kWh/a

Energiekosten rund 2272,00 €

U-Wert Außenwand 1,58 W/m2 K

U-Wert Dach 0,57 W/m2K

U-Wert Kellerdecke 0,68 W/m2K

Fenster 2-fach Verglasung U-Wert 1,4 W/m2K

Gebäudenutzfläche 122 m²

Heizleistung 4,5 kW

Primärenergiebedarf 11675 kWh/a

Endenergie 8743 kWh/a

Energiekosten rund 818,00 €

U-Wert Außenwand 0,25 W/m2K

U-Wert Kellerdecke 0,29 W/m2K

Fenster 3-fach Verglasung Ug-Wert 1,0 W/m2K

Источник: https://www.dach-holzbau.de/artikel/bhw_Altes_Haus_im_neuen_Kleid_3042135.html

Ein Holzhaus wird gedämmt

Holzfassade: Altes Haus mit neuem Gesicht
Das Forsthaus vor der Sanierung. (Alle Abb.: Gutex)

Die doppelten Fenster sind mit Holzsprossen und original alten Beschlägen attraktiv, aber unter heutigen Gesichtspunkten der Energieeinsparung und Energieeffizienz nicht mehr tragbar.

Die Elektrik war offen über der Holzwand verlegt und geheizt wurde mit einer mittelgroßen Kunst in Ess- und Wohnzimmer, unterstützt durch weitere 4 kleine Öfen im Ober- und Dachgeschoss sowie im Keller. Zwischenzeitlich waren mehrere Nachtspeicheröfen in den Hauptaufenthaltsräumen installiert worden.

Ein Konzept aus Stückholzheizung im Keller unterstützt durch Warmwasserkollektoren auf dem Dach überzeugte bei der Entscheidung zur neuen Heizung.

Der Grundgedanke bei der Sanierung war, möglichst viel Altes zu bewahren und den Charakter des Hauses zu belassen. Daher ging die Baufamilie zuerst von einer Innendämmung aus. Die befragten Malerfachbetriebe stellten die Umsetzbarkeit der Wiederherstellung der Holzfassade in Frage.

Wenn, dann wäre diese nur mit unverhältnismäßig viel Aufwand zu realisieren gewesen. In folgenden Gesprächen mit Energieberater, Architekt und Dämmspezialist fiel dann die Entscheidung für eine zweischichtige Dämmung der Fassade von außen. Dafür durften die schönen Holzinnenwände bleiben.

Lediglich in Bereichen der elektrischen Neuverlegung fanden Veränderungen statt.

Gefachdämmung mit Holzfaserdämmplatten.

Die neue hinterlüftete Holzfassade

Die Abrissarbeiten von Teilen der Außenwand mussten stückweise stattfinden, da der Holzauau auch tragende Funktion erfüllte. Zur Dämmung klemmten die Zimmerleute die elastische Holzfaserdämmplatte in die entstandenen Gefache ein. Die flächige Auringung von OSB-Platten übernimmt einerseits statische Funktion und dient gleichzeitig als Luftdichtung.  

Dämmung der hinterlüfteten Holzfassade.

Als zweite Dämmebene kam „Gutex Multitherm“ zum Einsatz. Dieser diffusionsoffene Holzauau sorgt für ein gutes Raumklima, Hitzeschutz und eine gute Wärmedämmung. Abschließend soll eine unbehandelte Holzschalung das Haus schmücken.

Neuer Dachauau

Im 50° steilen Dach war eine grundlegende Sanierung notwendig. Die Baufamilie wollte hier möglichst viel Holz verwenden. Zumal die Holzfaserdämmung im Dach einen Hitzeschutz im Sommer bietet.

So erreicht der neue Dachauau eine Phasenverschiebung von 14,1 Stunden. Das heißt, in den Schlafräumen unterm Dach kommt erst mit einer Zeitverzögerung von 14,1 Std.

ein geringer Teil der Mittagshitze an.

Die neue Dachdämmung führt zu einer Phasenverschiebung von 14,1 Stunden.

Zur Erhöhung der Tragkraft des Daches mussten einige Balken erneuert und Stützstreben verstärkt werden. Die Biegung des Daches kann allerdings nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Verstärkung dient lediglich der Stabilisierung auf dem bestehenden Niveau.

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Aufgrund des sehr steilen Daches wurde auch hier abschnittweise gearbeitet. Die Nut- und Federverbindung der Dämplatten ermöglichten ein genaues verlegen. So konnten die einzelnen Teilstücke direkt mit dampfdiffusionsoffener Folie und Lattung fertiggestellt werden.

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Zum Abschluss wurde in einem Tag das Dach mit Tonziegeln eingedeckt.

Holzdecken zwischen Keller und Erdgeschoss:

Die Außenwände des kellers waren zum Erdreich schlecht gedämmt. Um hier ein Aufsteigen der Kälte von unten in die bewohnten Räume zu vermeiden wurde eine zweilagige Dämmung aus Holzfasern an der Kellerdecke angebracht.

Die kapillare Aktivität der Holzfaser sorgt für eine gleichmäßige Verteilung möglicher Feuchtigkeit im Dämmstoff.

Zudem kann die Holzfaserdämmplatte bis zu 20% ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne an Dämmwirkung zu verlieren.

Objekt:Forsthaus von 1926 in Bad Säckingen
Architekt:Martin Lauber, Rüttehof 28, 79736 Rickenbach
Energieberatung:oachim Zipfel, Energieluchs GmbH, Schloßbergstraße 8a, 79725 Laufenburg
Holzbau:Holzbau Merkle, Hennematt 13, 79736 Rickenbach
Dämmung:Gutex Holzfaserplattenwerk, H. Henselmann GmbH Co KG, Gutenburg 5,79761 Waldshut-Tiengen, www.gutex.de

Freistehendes Einfamilienhaus mit einer Nutzfläche von 183 m², ohne kontrollierte Be- und Entlüftung.

Die neue Heizung ist als Biomasse-Wärmeerzeuger (Stückholzheizung) mit solarer Heizungsunterstützung und

402 Liter Pufferspeicher konzipiert. Zur Warmwassererzeugung wird die Stückholzheizung durch einen

bivalenten Solarspeicher mit 1230 Litern unterstützt. Die alten Holzfenster mit einem U-Wert von 5,00 W/m²K

wurden ausgebaut und durch neue ersetzt. Die 34 m² neuen Holzfenster haben einen U-Wert von 0,90 W/m²K.

Die Sanierung reduziert den berechneten Energieverbrauch des Gebäudes um 70%.

Der voraussichtliche Endenergiebedarf für das Gebäude liegt damit bei 22.500 kWh/Jahr.

Der Primärenergiebedarf sinkt auf 32 kWh/m² pro Jahr.

Dachauau von innen nach außen:

Gipskartonplatten → Konstruktionsholz → GUTEX Holzfaserdämmplatte (GUTEX Thermoflex) 140 mm → GUTEX Holzfaserdämmplatte (GUTEX Ultratherm) 100 mm → Unterspannbahn (Luftdichtungsbahn) → Hinterlüftungsebene (Konterlattung und Lattung) →Dachziegelsteine aus Ton

U-Wert vor der Sanierung: 2,36 W/m²K; U-Wert nach der Sanierung: 0,17 W/m²K

Phasenverschiebung: 14,1 Std.

Außenwand von außen nach innen:

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Konstruktionsholz → GUTEX Holzfaserdämmplatte (GUTEX Thermoflex) 80 mm → OSB-Platte → GUTEX Holzfaserdämmplatte (GUTEX Multitherm) 100 mm → Hinterlüftungsebene 30 mm → neue Holzschalung

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U-Wert vor der Sanierung: 0,68 W/m²K; U-Wert nach der Sanierung: 0,21 W/m²K

Phasenverschiebung: 11,8 Std.

Kellerdecke von oben nach unten:

Konstruktionsholz → Schaumlava (lose Schüttung) → nackte Bitumenbahn → Konstruktionsholz → GUTEX Holzfaserdämmplatte (GUTEX Thermoflex) 60 mm → GUTEX Holzfaserdämmplatte (GUTEX Multitherm) 100 mm

U-Wert vor der Sanierung: 1,05 W/m²K; U-Wert nach der Sanierung: 0,22 W/m²K

www.gutex.de/

Источник: https://www.bauenimbestand24.de/ein-holzhaus-wird-gedaemmt/150/13564/

Holzfassaden als Gesicht des Holzhauses

Holzfassade: Altes Haus mit neuem Gesicht

Die Fassade ist das Gesicht eines Bauwerks und ein wichtiger Bestandteil der architektonischen Aussage. Der Begriff stammt vom lateinischen Begriff „facies“ ab, der ebenfalls Gesicht oder Angesicht bedeutet.

Als repräsentativer Teil des Gebäudes prägt der Stil der Fassade das Erscheinungsbild und bestimmt den Charakter eines Hauses entscheidend mit. Gerade bei einem Holzhaus bietet die Fassadengestaltung mit Holz die Möglichkeit, das Innenleben des Gebäudes widerzuspiegeln.

Gleichwohl kann die Fassade eines Holzhauses auch in Putz, Klinker, Holz-Putz-Kombinationen ausgeführt werden oder mit Faserzementplatten oder Fassadenplatten verkleidet werden.

Fassaden aus Holz

Holzfassaden liegen im Trend. Sie wirken optisch modern und natürlich, darüber hinaus sorgen Holzfassaden für ein klares und ausdrucksstarkes architektonisches Statement für Nachhaltigkeit.

Das ökologische Baumaterial schützt nicht nur das Klima, es besitzt auch eine lange Lebensdauer und bietet als Außenhülle viele Gestaltungsoptionen. Das Aussehen einer Holzfassade hängt ebenso von der gewählten Holzart wie von der Montageart ab.

Außerdem hat die Wahl der Oberflächenbehandlung Einfluss auf den Look der Fassade. Je nach Geschmack können Fassadenhölzer waagerecht (horizontal) oder senkrecht (vertikal) montiert werden, aber auch schräge Fassadenprofile aus Holz sind nicht ausgeschlossen.

Die optischen Effekte ähneln der alten Modeweisheit aus der Textilbranche. Längsstreifen machen dünn, waagerechte Streifen lassen das Haus breiter wirken.

Holzfassaden werden in der Regel als vorgehängte und hinterlüftete Fassaden konstruiert. Sie sind somit keine tragenden Bauteile.

Zwischen der Fassade aus Holz und der tragenden Außenwand besteht ein Hohlraum, in dem Luft zirkulieren kann, damit anfallende Feuchtigkeit abtrocknet und der Feuchtehaushalt reguliert wird.

Die Fassadenverkleidung wird dabei nicht direkt auf die tragenden Wände angebracht, sondern auf eine Unterkonstruktion (Konterlattung bzw. Tragelattung) montiert.

Profilarten bei Holzfassaden

Grundsätzlich lassen sich Holzfassaden in offene und geschlossene Fassaden unterteilen. Geschlossene Holzfassaden, wie zum Beispiel eine Nut-Feder-Schalung, lassen sich recht schnell montieren, sind zudem blick- und schlagregendicht.

Hingehen bieten offene Holzfassaden einen riesigen Spielraum für die individuelle Gestaltung und weisen eine hohe Luftumspülung auf, was nicht nur zu einem schnellen Abtrocknen von Feuchtigkeit beiträgt, die zugige Luft verdirbt auch Insekten wie Wespen den Spaß am Nestbau.

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In welchen Abständen die Holzleisten zueinander liegen und welche Breite die einzelnen Leisten besitzen, ist bei einer offenen Holzfassade frei wählbar.

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Neben einem sehr eleganten Fassadenbild haben offene Holzfassaden den Vorteil, dass Abschlüsse an Fenstern und Türen genauer ausgeführt werden können.

Beispiele für geschlossene Holzfassaden

Das Nut und Feder-Prinzip dürfte als Steckverbindung von Dielen-, Parkett- oder Laminatböden bekannt sein. Nach dem gleichen System können Holzfassaden montiert werden.

Die Bretter weisen jeweils eine Nut genannte Vertiefung auf, in der die Feder oder Spundung des nächsten Brettes formschlüssig hineinpasst.

Die Nut-Feder-Schalung kann waagerecht oder senkrecht montiert werden und bietet eine dichte, geschlossene Fassadenansicht.

Boden-Deckel-Schalung

Holzfassaden als senkrechte Boden-Deckel-Schalung finden sich zum Beispiel häufig bei klassischen Schwedenhäusern. Bei dieser Art der Holzfassade werden zunächst Bretter mit einem definierten Abstand zueinander als Boden angebracht.

Eine weitere Reihe von Brettern wird überlappend über die Bodenbretter montiert, sodass die Zwischenabstände der Bodenbretter geschlossen werden. Auf diese Weise stellen die unteren Bretter den Boden für die oberen Bretter dar, die als Deckel fungieren.

Im Ergebnis entsteht so eine Anordnung im Wechsel der Tiefe von hervortretenden und dahinterliegenden Fassadenbrettern.

Stülpschalung

Eine Holzfassade als Stülpschalung wird waagerecht angebracht.

Bei einer Stülpschalung überdeckt das oben liegende Brett das darunterliegende um ein paar Zentimeter, etwa so wie sich die Schuppen eines Fisches gegenseitig überdecken.

Diese Anordnung von überlappenden Schrägen schützt vor dem Eindringen von Regen und lässt diesen schnell ablaufen. Zum Schutz vor starken Witterungseinflüssen wird diese Fassadenart besonders gerne gewählt.

Schindelfassade

Eine Schindelfassade ist eine sehr alte Form der Fassadenverkleidung und erweckt meist einen rustikalen, urigen Eindruck. Als Fassadenart kommen Schindelfassaden häufiger im Alpenraum vor.

Sie bestehen aus gespaltenen Holzschindeln, die als kleine Platten überlappend montiert werden können.

Die Plättchen oder Holzschindel können unterschiedliche Formen besitzen und somit auch verschiedene Fassadenoptiken erzeugen.

Offene Holzfassaden

Eine offene Leistenfassade, auch Leistenschalung bzw. Lamellenschalung genannt, verleiht dem Haus einen sehr zeitgemäß-modernen Look. Leistenfassade können vertikal oder horizontal montiert werden und bestechen bei beiden Ausführungen durch puristische Eleganz.

Die Leisten oder schmalen Bretter werden bei dieser Fassadenart mit einem leichten Abstand zueinander angebracht, damit Fugen entstehen. Typisch für eine Leistenfassade ist ein gewollter Kontrast von Licht und Schatten, der je nach Fugenbreite unterschiedlich stark akzentuiert werden kann.

Topaktuell sind daher Anordnungen, die wie ein transparenter Schleier wirken und über der tragenden Wand liegen. Dabei erweckt die Fassade einen fast schwebenden Eindruck.

Im Zusammenhang mit offenen Leistenfassaden aus Holz fällt häufig auch das Stichwort Rhombusleisten. Rhomben sind Leisten bzw.

Bretter, die nicht rechtwinklig sind, sondern leicht geneigt sind und das Profil eines Parallelogramms aufweisen. Von der dadurch entstehenden schrägen Oberfläche kann Wasser gut abfließen.

Der Clou bei dieser formschönen Fassadenverkleidung aus Holz ist aber ein besonders hübscher Licht-Schatten-Effekt.

Holzarten für eine Fassadengestaltung

Heimische Nadelhölzer wie Lärche, Douglasie, Kiefer oder Tanne und Fichte können grundsätzlich für die Fassade eingesetzt werden, wobei vor allem Lärche, Kiefer und Douglasie aufgrund ihrer Robustheit geschätzt werden. Das heimische Holz der Fichte ist recht günstig und als behandelte Variante für ein schönes Fassadenbild gut geeignet.

Sehr beliebt aufgrund einer besonders hohen Robustheit ist das dichte und harte Holz der sibirischen Lärche als Fassadenholz.

Durch einen hohen Harzgehalt ist die sibirische Lärche sehr witterungsbeständig und weist eine ideale Beschaffenheit für die Verwendung als Fassadenholz auf, aber die Herkunft des Holzes und die Länge der Transportwege entscheiden über eine positive Klimabilanz natürlich mit.

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Auch dauerhafte Laubhölzer wie Eiche oder die sehr resistente Robinie lassen sich für den Fassadenbau nutzen.

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Sehr beliebt unter Designliebhabern und Architekten ist in jüngster Zeit auch die Verwendung der Weißtanne, die im süddeutschen Raum beheimatet ist und eine sehr edle, matt-helle Anmutung besitzt.

Das Holz der Weißtanne ist sehr astarm und hat dadurch den Vorteil einer geradefasrigen und homogenen Struktur, da keine Harzgänge oder Harzgallen die Optik stören.

Als trendig und schick gilt auch Zedernholz aus Kanada, das sich besonders für unbehandelte Holzfassaden gut eignet.

Das Holz der Zeder ist allerdings recht hochpreisig und weist ähnlich wie die sibirische Lärche einen langen Transportweg auf.

Tropenhölzer wie Meranti punkten durch ihre Robustheit und Wetterbeständigkeit, sollten aber trotz der Möglichkeit einer FSC-Zertifizierung schon aufgrund der weiten Transportwege möglichst vermieden werden.

Oberflächenbehandlung von Holzfassaden

Witterungseinflüsse wie Feuchtigkeit, UV-Strahlung, Temperaturschwankungen oder Pilze setzen dem Holz mit der Zeit zu. Abgestimmt auf die baulichen Gegebenheiten und den Standort des Hauses lässt sich das Holz durch verschiedenste Behandlungen schützen, damit es über viele Jahre einen schönen Ausdruck behält.

Unbehandelte Fassaden

Je nach Geschmack lassen sich Holzfassaden mit oder ohne speziellen Oberflächenschutz gestalten. Eine unbehandelte Holzfassade wird nach einige Zeit durch die Einflüsse der Witterung natürlich vergrauen. Auf diese Weise entsteht eine silbergraue Patina.

Die
Holzfassade altert gewissermaßen mit dem Haus und mit seinen Bewohnern mit. Ein entscheidender Vorteil einer unbehandelten Holzfassade ist die nahezu gegen Null tendierende Pflegebedürftigkeit.

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Ein Nachteil ist hingegen, dass unbehandelte Holzfassaden nicht einheitlich vergrauen. Es kann Jahre dauern, bis alle Flächen eine einheitliche, silbergraue Patina aufweisen.

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Besonders unterhalb von Dachüberständen oder unter den Fenstern wird die Wirkung der Witterungseinflüsse erst mit einer gewissen Verzögerung das gewünschte Fassadenbild erzeugen.

Vorvergraute Holzfassaden

Spezielle Vergrauungslasuren nehmen den natürlichen Alterungsprozess einer unbehandelten Holzfassade vorweg und geben der Fassade eine besonders ebenmäßige und elegante Erscheinung.

Man spricht hier auch von vorbewitterten oder vorpatinierten Fassaden, die der gesamten Fassade eine naturgraue Optik verleihen, weil auch jene Bereiche in Grau gehalten sind, die von den natürlichen Witterungseinflüssen ausgespart werden.

Eine Vergrauungslasur simuliert quasi vom ersten Tag an den natürlichen Alterungsprozess einer Holzfassade.

Mit einer offenporigen Lasur wird eine Holzfassade gegen den natürlichen Vergrauungsprozess geschützt. Zudem bleibt die natürliche Maserung sichtbar.

Lasuren sind immer pigmentiert und können in den verschiedensten Farbtönen gewählt werden, müssen aber von Zeit zu Zeit nachbehandelt werden.

Wie groß oder klein dieser Zeitraum ist, hängt von der Stärke der Witterungseinflüsse und der Qualität der verwendeten Lasur ab. Tipp: Je hochwertiger die Lasur, desto weniger oft muss nachbehandelt werden.

Unterschieden wird zwischen durchscheinenden Dünnschicht- oder Mittelschichtlasuren und den lackähnlichen Dickschichtlasuren, die einen sichtbaren Film auf der Oberfläche bilden und die natürliche Maserung überdecken. Dünnschichtlasuren erhalten hingegen die natürliche Maserung der Holzstruktur.

Lacke für die Holzfassade

Das Lackieren einer Holzfassade ist eine weitere Möglichkeit, um dem Holz eine Schutzhaut zu geben. Lacke geben der Fassade ein gleichmäßiges Gesamtbild, überdecken aber die natürliche Maserung.

Beim Streichen mit einem deckenden Lack steht also die gleichmäßige Optik des Fassadenholzes im Vordergrund, eine Lasur wirkt dagegen im Holz und verschließt die Oberfläche. Doch egal, ob Lack oder Dickschichtlasur, je dicker die Auftragsstärke ist, desto leichter platzt aufgrund der natürlichen Holzausdehnung die Farbe ab.

Bei konventionellen Lacken kann die Oberfläche rissig und spröde werden, weil Feuchtigkeit eindringt, aber nicht mehr herauskann. Deshalb sollten diffusionsoffene Produkte gewählt werden, damit das Holz „atmen“ kann.

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Ein Vorteil ist aber sicherlich der dauerhafte Schutz, denn einer Lackierung muss erst nach circa acht bis 15 Jahren erneuert werden. Ein bekanntes Beispiel für eine Lackierung ist das „Schwedenrot“, das gerne bei Holzhäusern im skandinavischen Stil verwendet wird.

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Источник: https://fair-trade-haus.de/blog/natuerliche-holzfassaden/

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