Lohnt sich die Anschaffung einer Infrarotheizung wirklich?

Infrarotheizung – mit welchen Kosten müssen Sie rechnen?

Lohnt sich die Anschaffung einer Infrarotheizung wirklich?

Wenn die alte Heizung ausgetauscht werden muss oder bei einem Neubau die Entscheidung für das passende Heizsystem ansteht, stellt sich für Hausbesitzer die Frage, auf welche Art der Wärme sie setzen möchten. Dabei ist ein Blick auf die Anschaffungs- und Installationskosten ein wichtiges Kriterium für die Entscheidung.

Wer auf Wartungskosten verzichten möchte und für Anschaffung und Installation der Heizkörper nicht viel Geld investieren möchte, sollte einen Blick auf die Infrarotheizung werfen. Die Elektroheizung schlägt alle anderen Heizsysteme bei den Anschaffungskosten. Allerdings kann die Infrarotheizung mit hohen Kosten für den Stromverbrauch zu Buche schlagen.

Deshalb sollte man vor der Entscheidung genau durchrechnen, ob sich die Anschaffungskosten in Relation zu den Betriebskosten auch wirklich rechnen.

In unserem Ratgeber erfahren Sie, was eine Infrarotheizung kostet, wie Sie Ihren Heizwärmebedarf und die Stromkosten berechnen können und mit welchen Tipps Ihre Infrarotheizung Sie mit angenehmer Wärme im ganzen Haus statt mit hohen Stromrechnungen überrascht.

Infrarotheizung: So hoch sind die Anschaffungskosten

Im Vergleich zu anderen Heizsystemen fallen bei einer Infrarotheizung deutlich geringere Anschaffungskosten an. Da für die Installation der Wärmewellenheizung keine Verlegung von Leitungen und Heizungsrohren notwendig ist, ist hauptsächlich für den Kauf der Infrarot Heizkörper mit Kosten zu rechnen.

Ausschlaggebend für die Preise einer Infrarotheizung sind vor allem die Größe der Heizung, die Leistung und die Art des Thermostats. Im Durchschnitt kostet die Anschaffung zwischen 100 und 1.000 Euro pro Raum je nach Modell und Leistung.

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Für Wohnungen fallen die Kosten meist etwas niedriger aus als beim Haus, da hier aufgrund der niedrigeren Quadratmeter-Zahl weniger Heizelemente benötigt werden. Geht man davon aus, dass man für die Ausstattung für 3 Zimmer einer 80 qm² Wohnung sechs Infrarot-Heizkörper benötigt, liegen die Kosten insgesamt bei etwa 3.000 Euro.

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Im Vergleich zur Installation anderer Heizsysteme, wie z. B. einer Wärmepumpe mit Anschaffungskosten von ca. 20.000 Euro oder einer konventionellen Heizung mit Montage der Heizkörper für mindestens 8.000 Euro, ist die Infrarotheizung in der Anschaffung sehr günstig.

Höhere Kosten für Sondermodelle

Bei Infrarotheizungen gibt es verschiedene Ausführungen, die sich auch preislich unterscheiden.

Während bei einer Infrarot Fußbodenheizung die Kosten eher gering ausfallen, entstehen beispielsweise für die Anschaffung einer Natursteinheizung höhere Kosten als für eine Standard-Wärmewellenheizung.

Heizelemente mit hochwertigen Steinplatten sind deutlich teurer als beispielsweise Quarzstrahler, die auch mit hoher Leistung von 1.000 bis 2.000 Watt meist nicht mehr als 100 Euro kosten.

Doch nicht nur die Materialien der Infrarotpaneele bestimmen die Kosten, sondern auch die geplante Installationsvariante. Die Wärmewellenheizung lässt sich z. B. auch in als Spiegel oder Bild getarnt an Wänden einsetzen – für diese Sonderformen der Infrarot Wandheizung liegen die Preise jedoch nochmals deutlich höher, da hier auch die Montage etwas komplexer ist.

Strompreis, Heizwärmebedarf & Bauart entscheiden bei der Infrarotheizung über die Betriebskosten

Die Höhe der Betriebskosten für die Infrarotheizung – also die Kosten für den verbrauchten Strom – ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Eine große Rolle spielt die Dämmung des Hauses, der Zustand der Fenster und Außenwände sowie der Standort.

Bei Neubauten oder Passivhäusern kann der Einsatz einer Infrarotheizung durch den guten Dämmzustand zu einigen Einsparungen bei den Heizkosten führen.

Denn in einem gut gedämmten Gebäude wird nicht nur weniger Wärme benötigt, sondern diese wird auch über längere Zeit im Haus gespeichert.

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In einer schlecht gedämmten Altbauwohnung dagegen ist der Heizwärmebedarf sehr groß, was bei der Infrarotheizung die Stromkosten in die Höhe treibt. Wer über den Einbau einer Infrarotheizung nachdenkt, sollte sein Haus oder seine Wohnung daher unbedingt hinsichtlich dieser Faktoren prüfen. Hierfür bietet sich das Hinzuziehen eines Energieberaters an.

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Dieser kann neben der Prüfung der baulichen Gegebenheiten auch eine Berechnung des Wärmebedarfs durchführen, um zu kalkulieren, wie hoch bei der geplanten Infrarotheizung die Kosten pro m² ausfallen würden. Dafür sind neben dem Heizwärmebedarf der aktuelle Strompreis pro Kilowattstunde, die Heizrate und die Größe der zu beheizenden Räume wichtige Kennzahlen.

So lässt sich kalkulieren, ob sich die Anschaffung einer Infrarotheizung lohnt.

Um für die Infrarotheizung Verbrauch und entsprechend die Kosten für den benötigten Strom zu berechnen, benötigt man den aktuellen Strompreis in Cent pro kWh und die Leistung des Heizkörpers. Bei der Berechnung ist es jedoch wichtig, zu berücksichtigen, dass nicht alle Räume im Haus gleich beheizt werden.

Wird also nicht nur in einem Raum eine Infrarotheizung genutzt, müssen Kosten und Verbrauch für jeden Raum einzeln bestimmt werden. Für die Berechnung der Kosten muss natürlich auch der Stromverbrauch berechnet werden. Dieser setzt sich zusammen aus der Heizdauer und der Leistung der Infrarotheizung in Watt.

Daraus ergibt sich folgende Formel:

Stromverbrauch = Betriebsdauer x Leistung

Für die Berechnung des Verbrauchs wird in der Regel die kumulierte Heizdauer genutzt. Heizt man einen Raum z. B.

über acht Stunden, dann ist die Infrarotheizung durch die automatische Steuerung über das Thermostat nicht die vollen acht Stunden in Betrieb, sondern schaltet sich zwischenzeitlich aus.

Rechnet man die tatsächliche Laufzeit der Heizung zusammen, erhält man die kumulierte Heizdauer, auch Heizrate genannt.

Um für die Infrarotheizung in einem Raum die Stromkosten zu berechnen, müssen die entsprechenden Werte in die folgende Formel eingesetzt werden:

Heizdauer x Leistung der Infrarotheizung/1.000 x Preis pro kWh

Die Rechnung lässt sich anhand des folgenden Beispiels nachvollziehen:

  • Kumulierte Heizdauer an einem Tag: 8 Stunden
  • Leistung der Infrarotheizung: 500 Watt/1.000 = 0,5 Kilowattstunden (kWh)
  • Strompreis pro Kilowattstunde: 0,30 Euro

Das ergibt 8 Stunden x 0,5 kWh x 0,30 Euro = 1,20 Euro

Möchte man wissen, wie hoch mit der Infrarotheizung die Kosten im Monat für den verbrauchten Strom sind, multipliziert man dieses Ergebnis mit 30. Daraus ergeben sich monatliche Stromkosten von 36 Euro.

Um herauszufinden, was das Heizen mit der Infrarotheizung an Kosten pro Stunde verursacht, wird der Strompreis pro kWh mit der Leistung der Heizung multipliziert, also z. B.

30 Cent x 0,5 kWh = 15 Cent pro Stunde.

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Fallen bei der Infrarotheizung Kosten für Wartung & Instandhaltung an?

Ein großer Vorteil der Infrarotheizung ist, dass keine Wartungskosten anfallen. Zwar sollte wie bei allen Elektrogeräten auch bei der Infrarotheizung die Funktion in regelmäßigen Abständen geprüft werden, aber Zusatzkosten, die bei anderen Heizsystemen anfallen (z. B.

durch Schornsteinfeger), sind nicht zu erwarten. Dies gilt jedoch nur, wenn die Infrarotheizung nicht als Ergänzung zu anderen Heizsystemen verwendet wird.

In diesem Fall muss für die primäre Heizung mit entsprechenden Wartungskosten für Schornsteinfeger, Entlüftung oder das Auffüllen von Wasser gerechnet werden.

Kosten im Vergleich: Infrarotheizung vs. Gasheizung

Die Frage nach dem passenden Heizsystem für ein Haus stellt sich nicht nur bei einem Neubau, sondern wird auch für die Besitzer älterer Häuser irgendwann zum Thema. Denn ältere Heizsysteme sollten im Sinne von energieeffizientem Heizen umgerüstet oder ausgetauscht werden.

Dabei stellt sich natürlich die Frage, welche Heizung am besten geeignet ist. Da hierbei auch die Kosten eine ausschlaggebende Rolle spielen, ist die Infrarotheizung durch ihre geringen Anschaffungskosten eine attraktive Möglichkeit.

Doch wie schneidet die Elektroheizung ab im Vergleich zur Gasheizung?

Im Vergleich zur Infrarotheizung sind die Kosten für die Anschaffung einer Gasheizung oder auch einer Gas-Wärmepumpe deutlich höher. Allerdings ist sie in Hinblick auf die auch in Zukunft steigenden Stromkosten insgesamt doch günstiger als die Infrarotheizung. Allerdings kann eine Infrarotheizung als Ergänzung die Kosten pro Jahr für Heizung und Wärme senken.

5 Tipps zum Kosten sparen bei der Infrarotheizung

Wer Vor- und Nachteile der Infrarotheizung abgewogen und sich für das Heizen mit Strahlungswärme entschieden hat, kann mit ein paar Tipps seine Stromkosten senken.

  1.  Mehrere kleine Heizpaneele pro Raum statt ein großes
    Die richtige Anzahl der Heizpaneele spielt beim Heizen mit Infrarot eine wichtige Rolle für die Kosten. Denn wird zum Heizen eines Raumes lediglich ein einzelnes, großes Heizelement genutzt, verteilt sich die Wärme nicht im ganzen Raum. Das führt zur sogenannten Zonenerwärmung. Diese wirkt sich nachteilig aus, da Stellen, die weiter entfernt vom Heizpaneel sind, nicht ausreichend erwärmt werden können. Das führt zu einem erhöhten Wärmebedarf, um die gleiche Temperatur im gesamten Raum zu erreichen, wodurch Stromkosten und -verbrauch steigen. Sinnvoller ist die Verteilung mehrerer kleiner Heizpaneele, um den Raum gleichmäßig zu erwärmen. So lassen sich durch die richtige Positionierung der Infrarotpaneele Kosten langfristig reduzieren.  
  2. Die richtige Positionierung der Heizkörper
    Neben der passenden Anzahl an Heizelementen ist auch die Positionierung der Infrarot-Heizkörper wichtig, damit die Strahlungswärme sich gleichmäßig verteilt, und der Verbrauch an Strom nicht höher ist als notwendig. Deshalb ist es wichtig, die Heizkörper nicht in direkter Nähe zu Vorhängen oder Möbeln zu positionieren. Denn dadurch wird die Strahlung der Wärmewellenheizung gestört und die thermische Energie nicht im Raum verteilt. Ist der Stromverbrauch besonders hoch, lohnt es sich, die Positionen der Heizelemente zu überprüfen. Wer sich mit der richtigen Positionierung der Infrarotheizung beschäftigt, wird die Erfahrung machen, dass sich die Stromkosten damit entsprechend senken lassen.
  3. Temperatursteuerung durch geeignete Thermostate
    Um mit einer Infrarotheizung effizient zu heizen und die Stromkosten gering zu halten, sollte die Temperatur über programmierbare Thermostate gesteuert werden, statt die Heizung manuell an- und abzuschalten. Mit dem passenden Thermostat für die Heizung ist diese nur dann in Betrieb, wenn die Wärme wirklich gebraucht wird, was unnötigen Verbrauch an Strom und Energie verhindert.
  4. Photovoltaik-Anlage mit Infrarotheizung kombinieren und Kosten einsparen
    Die Vernetzung einer Infrarotheizung mit einer eigenen Photovoltaik-Anlage ist nicht nur nachhaltiger, sondern auch kostengünstiger. Denn als Hausbesitzer sind sie durch den eigens erzeugten Solarstrom unabhängig von den aktuellen Strompreisen. Das sorgt dafür, dass die Nutzung der Infrarotheizung keine zusätzlichen Stromkosten verursacht. Außerdem ist die Wärme aus Solarstrom natürlich deutlich umweltschonender. Möchten Sie eine Photovoltaik-Anlage mit einer Infrarotheizung verbinden, können Sie für die Installation der Anlage eine Photovoltaik Förderung in Anspruch nehmen.
  5. Infrarotheizung als ergänzende Heizung
    Um beim Heizen mit Strom und Infrarot die Stromkosten möglichst gering zu halten, bietet es sich an, die Infrarotheizung als Zusatzheizung einzusetzen. Durch die günstigen Anschaffungskosten kann sich die ergänzende Nutzung einer Infrarotheizung finanziell eher lohnen als die Kosten für die erhöhte Heizleistung eines anderen Heizsystems. Um die Stromkosten und den -verbrauch möglichst niedrig zu halten, sollte die Infrarotheizung nur in gut gedämmten Häusern und Wohnungen als Hauptheizung genutzt werden. Um eine Infrarotheizung klimafreundlich als Ergänzung zu einem anderen Heizsystem zu nutzen, versorgt energis Sie mit bestem Strom im Saarland aus erneuerbaren Energien. 

Wann lohnt sich die Anschaffung einer Infrarotheizung?

Neben Vorteilen wie den geringen Anschaffungs- und Wartungskosten hat eine Infrarotheizung Nachteile wie die hohen Betriebskosten durch das Heizen mit Strom.

So lange für die Elektroheizung kein Ökostrom aus Photovoltaikanlagen oder Windkraft genutzt wird, ist die Infrarotheizung abgesehen von den finanziellen Aspekten leider nicht besonders ökologisch. Dies ist jedoch kein Grund, auf eine Infrarotheizung zu verzichten.

Richtig eingesetzt, kann eine Elektroheizung mit Infrarotstrahlen sich trotzdem lohnen, z. B. wenn sie nur kurzzeitig genutzt wird als Ergänzung zu einem anderen Heizsystem.

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Denn in diesem Fall wirkt sich die Infrarotheizung mit geringen Anschaffungskosten deutlich günstiger aus als die zeitweise höheren Heizkosten durch die erhöhte Heizleistung des Standard-Systems. Diese ergänzende Nutzung kann z. B.

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als Handtuch- oder Fußbodenheizung im Bad erfolgen, wo schon eine kurze Aufheizung genügt, um Handtücher zu trocknen oder den Fußboden zu erwärmen. Alternativ lohnt sich der Einbau einer Infrarotheizung auch in einem Gästezimmer oder in Ferienwohnungen oder -häusern, die nur gelegentlich genutzt werden. In diesem Fall rechnet sich die Infrarotheizung besonders durch die kostengünstige Anschaffung und Montage. Gleichzeitig sind die Energiekosten für die Infrarotheizung bei gelegentlicher Nutzung durchaus vertretbar.

Источник: https://www.energis.de/ratgeber/strom/infrarotheizung_kosten

Nachhaltig heizen mit Strom: Lohnt sich eine Infrarotheizung?

Lohnt sich die Anschaffung einer Infrarotheizung wirklich?

In Zeiten, in denen immer mehr Strom nachhaltig produziert wird und der Trend generell weggeht von fossilen Brennstoffen, geraten Infrarotheizungen wieder ins Blickfeld. Diese werden mit Strom betrieben. Sie haben viele Vorteile, aber auch ein paar gravierende Nachteile.

Wir erklären euch, in welchen Fällen Infrarot-Heizkörper ökologisch und wirtschaftlich sinnvoll sind und für wen sie sich nicht eignen. Außerdem listen wir auf, mit welchen Kosten ihr rechnen müsst, wenn ihr euch für diese Art des Heizens mit Strom entscheidet.

Was ist eine Infrarotheizung?

Infrarotheizungen erzeugen aus Strom Wärmewellen, die nicht die Luft, sondern Möbel, Decken und Wände oder Personen direkt erwärmen. Da eine Infrarotheizung beispielsweise den Boden direkt erhitzt, statt über den Umweg durch die Luft, wird der Raum direkt warm. Der Fachmann spricht hier von „Strahlungswärme“.

Die Erwärmung erfolgt dabei schneller als mit einer herkömmlichen Konvektionsheizung, die die Raumluft aufheizt. Zudem bleibt die Wärme länger erhalten und die Luft wird nicht so trocken.

Infrarotheizungen werden als Decken- oder Wandplatten produziert. Sie bestehen im Grundsatz aus einem flächigen Heizelement mit einer wärmeabstrahlenden Front- und einer isolierten Rückseite.

Querschnitt durch eine Infrarotheizung. Die Heizkörper sind oft nur wenige Zentimeter dick. © OHLE INFRAROTHEIZUNGEN

Vorteile von Infrarotheizungen

Infrarotheizungen haben eine Reihe von Vorteilen gegenüber anderen Heizungssystemen:

  • Niedrige Investitionskosten im Vergleich zu anderen Heizungssystemen.
  • Geringe Installationskosten.
  • Geringe Kosten für die Wartung (kein Schornsteinfeger nötig).
  • Wenig Platzbedarf.
  • Sie benötigen weit weniger Energie und Ressourcen bei der Herstellung als andere Heizungstechnik.
  • Infrarotheizungen können sehr schnell die Temperatur im Raum verändern.
  • Sie liefern eine Wärme, die meist als behaglich empfunden wird.
  • Sie erzeugen ein gesundes Raumklima, denn es entstehen keinerlei Luftverwirbelungen. Damit ist die Staubbelastung in der Raumluft äußerst gering. Dies ist vor allem für Allergiker ein wichtiger Aspekt.
  • Große Designvielfalt.
  • Infrarotheizungen können schlicht weiß sein. © Ohle Infrarotheizungen
  • Sie können aber auch mit Motiven bedruckt werden und sehen dann an der Wand aus wie ein Bild. © Ohle Infrarotheizungen
  • Es gibt sogar Modelle, die gleichzeitig als Tafel dienen, wie dieses von Redwell. © Redwell
  • Und auch runde Infrarotheizungen sind möglich. © Redwell
  • Es gibt auch Modelle aus Keramik und solche, die verspiegelt sind. © Etherma

Nachteile von Infrarotheizungen

Allerdings gibt es auch Nachteile dieser mit Strom betriebenen Heizungen:

  • Hohe Betriebskosten: Da Strom teuer ist und auch in Zukunft wohl immer teurer werden wird, sind die Betriebskosten einer Infrarotheizung ziemlich hoch.
  • Geringe Energieeffizienz: Um ein Zimmer mit Strom auf eine bestimmte Temperatur zu bekommen, ist immer mehr Energie notwendig als mit jeder anderen Heizungsform.

Wie viel Leistung benötigt eine Infrarotheizung?

Wie viel Leistung ein Infrarot-Heizkörper haben sollte, hängt davon ab, wie hoch der zu beheizende Raum ist, wie gut er gedämmt ist und wie viele Außenwände er hat. Auch die Art der Fenster spielt eine Rolle.

Als Richtwert könnt ihr von folgenden Werten ausgehen:

  • sehr gut gedämmtes Haus: 50 Watt pro Quadratmeter bei einer Außenwand, 80 Watt pro Quadratmeter bei vier Außenwänden.
  • mittelgut gedämmtes Haus: 70 Watt bis 100 Watt pro Quadratmeter.
  • ungedämmte Räume: 90 Watt bis 120 Watt pro Quadratmeter.

Mehrere kleine Infrarotheizungen liefern dabei mehr Wärme als wenige große. Zwei Infrarot-Heizkörper mit je 400 Watt bringen mehr Heizleistung als einer mit einer Leistung von 800 Watt.

Was kostet das Heizen mit Infrarotheizung?

Um die Kosten einer Infrarotheizung zu ermitteln, muss man nicht nur die Investitionskosten, sondern auch die Betriebskosten berücksichtigen.

Investitionskosten einer Infrarotheizung

Die Anfangsinvestition ist verglichen mit beispielsweise einer Wärmepumpe gering.

Die mittleren Kosten einer Infrarot-Platte für einen 20 Quadratmeter großen Wohnraum liegen zwischen 550 und 700 Euro. Je mehr Watt eine Infrarotheizung hat, desto teurer ist sie:

  • Ein Infrarot-Heizkörper mit 200 bis 500 Watt kostet etwa 100 bis 300 Euro.
  • Ein Gerät mit 500 bis 1.000 Watt kostet etwa 300 bis 600 Euro.
  • Für 1.000 bis 1.500 Watt müsst ihr mit etwa 600 bis 800 Euro rechnen.

Betriebskosten einer Infrarotheizung

Anders sieht es mit den Betriebskosten aus. Unter Laborbedingungen hat das Forschungs-Projekt „IR Bau“ ergeben, dass eine an der Decke aufgehängte Infrarotheizung 2,9-mal so viel Strom verbraucht wie ein Luft-Wasser-Wärmepumpensystem mit wasserbetriebener Fußbodenheizung.

Umgerechnet auf reale Bedingungen gehen die Forscher davon aus, dass eine Infrarotheizung rund dreimal so viel Strom verbraucht wie eine Wärmepumpenheizung.

Konkret gestalten sich der Stromverbrauch und die Betriebskosten wie folgt:

Um einen 15 Quadratmeter großen Raum zu beheizen, benötigt ihr eine Infrarotheizung mit etwa 600 Watt. Wird diese Heizung eine Stunde lang betrieben, dann verbraucht sie 0,6 Kilowattstunden Strom.

Geht man nun davon aus, dass täglich acht Stunden lang geheizt wird und das an 180 Tagen im Jahr, dann entstehen bei einem durchschnittlichen Strompreis von 30,91 Cent pro Kilowattstunde jährlich Kosten in Höhe von 267 Euro für die Beheizung eines 15 Quadratmeter großen Raums.

Betrieb einer Infrarotheizung mit Photovoltaik-Anlage und Stromspeicher

Die Stromkosten für eine Infrarotheizung sind also ziemlich hoch. Man kann sie allerdings senken, indem man Strom von der hauseigenen Photovoltaikanlage für den Betrieb der Infrarotheizung nutzt. Nur steht dieser leider ausgerechnet dann, wenn man ihn benötigt – nämlich an trüben, kalten Tagen – nicht ausreichend zur Verfügung.

Ihr braucht also noch einen Stromspeicher. Der wiederum ist noch recht teuer und schmälert so den Kostenvorteil bei Anschaffung und Installation einer Infrarotheizung. Wobei es derzeit beim Kauf eines Stromspeichers in einzelnen Bundesländern Förderungen gibt.

Eine Kombination aus Infrarotheizung, Photovoltaikanlage und Stromspeicher in gut gedämmten, eher kleineren Häusern kann zu konkurrenzlos niedrigen Betriebskosten führen und sich wirtschaftlich rechnen, auch gegenüber einer Wärmepumpe. Vorteilhaft für die Umwelt wäre eine solche Kombination obendrein.

Was kostet eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher und Infrarotheizkörpern?

Wie hoch die Investitionskosten für ein solches System sind, hängt natürlich sehr von den individuellen Gegebenheiten wie Zahl der Zimmer, Wohnfläche, Dämmung und vielem mehr ab.

Als groben Richtwert müsst ihr für eine Photovoltaikanlage mit Stromspeicher für ein Einfamilienhaus mit etwa 16.000 Euro rechnen. Dazu kommen die Kosten für die Infrarotheizkörper. Diese liegen für ein Haus zwischen 6.000 und 12.000 Euro.

Insgesamt kostet ein solches Heizsystem also mindestens 22.000 Euro.

Woran erkenne ich eine gute Infrarotheizung?

Viele Anbieter verwenden den Begriff „Infrarotheizung“ missbräuchlich für Heizungen, die eigentlich gar keine Infrarot- sondern konventionelle Elektroheizungen sind.

Experten wie Professor Peter Kosack von der Technischen Universität Kaiserslautern schätzen, dass 50 Prozent und mehr der als Infrarotheizungen angebotenen Geräte in Wahrheit einfache Konvektionsheizungen mit schlechten Wirkungsgraden sind.

Keine verbindlichen Richtlinien

Das Problem: Es gibt bis heute keine verbindliche Richtlinie, welche Art von Heizung sich als Infrarotheizung bezeichnen darf. Eine entsprechende Norm soll aber noch 2020 in Kraft treten. Sie hat zwar nur den Rang einer fachlichen Empfehlung, vergleichbar mit einem Qualitätssiegel. Doch wer dieses Siegel erlangen möchte, muss seine Produkte zwingend prüfen lassen.

Der Strahlungswirkungsgrad ist ausschlaggebend für die Effizienz der Infrarotheizung. Er bestimmt, wie viel Prozent der zugeführten elektrischen Energie an den Raum als Strahlungswärme abgegeben wird.

Entscheidend für den Strahlungswirkungsgrad ist, dass die IR-Heizung hinten optimal gedämmt ist. Die Position im Raum hat auch einen Einfluss, ideal ist es, wenn die Infrarotheizung an der Decke hängt.

Wichtigstes Qualitätsmerkmal: Der Strahlungswirkungsgrad

Wissenschaftler von der TU Kaiserslautern sind der Ansicht, dass Elektroheizungen mit einem Strahlungswirkungsgrad von weniger als 40 Prozent keine Infrarotheizungen sind. Wenn Hersteller mit einem Strahlungswirkungsgrad von mehr als 60 Prozent werben, dann ist das wissenschaftlich haltlos und unseriös, denn diese sind physikalisch gar nicht möglich.

Sobald eine verbindliche Norm festgelegt ist, könnt ihr vor dem Kauf erkennen, wie hoch der Strahlungsanteil einer Infrarotheizung ist. Zur Zeit könnt ihr euch daher nur auf die Aussagen der Hersteller verlassen.

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Einen Anhaltspunkt für seriöse Anbieter gibt es aber: Die Mitglieder der IG Infrarot müssen die Eigenschaften ihrer Produkte zertifizieren lassen. Grundlage ist der Entwurf für die Norm, die gerade erarbeitet wird (Normenentwurf VDE 60675 : AK 513.4.8.)

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Weitere Qualitätskriterien sind zum Beispiel die Aufheizzeit, die Regelbarkeit sowie die Oberflächentemperatur der IR-Platten. Sie sollte sich im Wohnbereich zwischen 85 und 105 Grad Celsius bewegen, um die Räume effizient beheizen zu können.

Auf was muss man bei der Installation eines Infrarot-Heizkörpers achten?

Bei der Installation hat sich die Deckenmontage bewährt, da dadurch die konvektive Wärmeabgabe (also die über die Luft) reduziert und der Strahlungswirkungsgrad erhöht wird. Die erforderliche Raumhöhe sollte mindestens 2,70 Meter betragen, damit zwischen Infrarotheizung und Mensch genügend Abstand ist.

Generell sind Infrarotheizungen nur für Räume geeignet, deren Wände gedämmt sind und viel Wärme speichern können.

Entscheidend für Raumtemperatur und Wirkungsgrad ist das, was an Strahlung auf welche Oberflächen auftrifft und von dort als Wärme in den Raum reflektiert wird.

Gebäude beziehungsweise Räume, deren Wände aus massivem Holz bestehen, sind zum Beispiel nahezu ideal für den Einsatz von Infrarotheizungen, da sie trocken sind und über eine hohe, natürliche Wärmedämmwirkung verfügen.

Problematisch beziehungsweise kontraproduktiv sind hingegen feuchte Bausysteme. Ebenso sind dicke Beton- oder mächtige Ziegelsteinwände weniger geeignet, da sie die Strahlungsenergie geradezu verschlucken und einen hohen Strahlungsaufwand mit ebensolchen Stromkosten erfordern.

Am günstigsten ist die Deckenmontage, außerdem empfiehlt es sich, mehrere kleine statt eines großen Infrarot-Heizkörpers zu installieren. © Vitramo

Für wen eignet sich eine Infrarotheizung?

Da Infrarotheizungen sehr viel Strom verbrauchen können, sind sie nicht für jedes Gebäude geeignet.

Eine Infrarotheizung eignet sich derzeit nicht wirklich für die Grundbeheizung eines Gebäudes, das dauerhaft bewohnt wird. Es sei denn, sie wird zusammen mit einer Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher betrieben.

Wenn man die Investitionskosten, die man mit der Anschaffung einer Infrarot-Heizung spart, in eine Photovoltaikanlage steckt, dann erhält man ein Heizungssystem, das zwar ineffektiver Wärme, aber dafür eine große Menge regenerativen Strom erzeugt. Und das rechnet sich wirtschaftlich, denn damit erreicht ihr einen Autarkiegrad von bis zu 60 Prozent pro Jahr. Zudem ist ein solches Heizungssystem auch nachhaltig.

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Je kleiner und desto besser gedämmt ein Haus ist, desto größer sind die wirtschaftlichen Vorteile einer Infrarot-Heizung.

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Dennoch könnt ihr mit Infrarotheizungen auch dann Heizenergie und Kosten sparen, wenn ihr keine Photovoltaikanlage habt – wenn ihr beispielsweise die Zentralheizung auf eine relativ niedrige Raumtemperatur stellt und dann zusätzlich räumlich und zeitlich gezielt einen Infrarotstrahler verwendet.

Das macht beispielsweise im Badezimmer Sinn (etwa in Form eines beheizten Spiegels) oder am Sitzplatz im Wohnzimmer. Zudem können sich Infrarotheizungen dann lohnen, wenn ihr damit Räume oder Häuser beheizen wollt, die nur selten genutzt werden. Zum Beispiel ein Gästezimmer oder ein Wochenendhäuschen.

Infrarotheizungen können sich auch für Altbauten eignen, in denen alte Nachtspeicheröfen ersetzt werden sollen.

Allerdings sollte vor dem Einbau einer Infrarotheizung immer eine Berechnung durch einen Energieberater gemäß EnEV durchgeführt werden.

Laut Peter Kosack von der TU Kaiserslauten sind in etwa einem Drittel der Bestandswohngebäude Einsparungen von 20 bis 30 Prozent im Vergleich zu Nachtspeicheröfen möglich.

Источник: https://wohnglueck.de/artikel/infrarotheizung-nachteile-vorteile-kosten-44584

Infrarotheizung: Vorteile, Nachteile & Eigenschaften

Lohnt sich die Anschaffung einer Infrarotheizung wirklich?

Wie Sonnenstrahlen an einem warmen Wintertag, so fühlt sich die Wärme einer Infrarotheizung an. Das liegt an ihrem Wirkungsprinzip. Auch in einigen weiteren Punkten kann die Elektroheizung überzeugen und erfüllt unter bestimmten Voraussetzungen sogar die Vorgaben der EnEV. Doch nicht immer lohnen sich Spiegelheizung, Marmorheizung und Co.

Grundsätzlich lassen sich zwei Wirkungsweisen von Heizungen unterscheiden: Bei der einen wird Konvektionswärme erzeugt, die die Luft erwärmt. Nach diesem Prinzip arbeiten handelsübliche Heizkörper. Bei der anderen entsteht Strahlungswärme. Letzteres Prinzip kennt man von der Sonne.

Selbst bei niedrigen Temperaturen wird die Strahlungsenergie der Sonne als angenehm warm empfunden. Sobald eine Wolke die Sonne verschattet, fühlt es sich trotz gleichbleibender Temperatur deutlich kühler an.

Dieses Prinzip der Strahlungswärme nutzen auch Kachelöfen, Wandheizungen und Infrarotheizungen.

Was sind Infrarotheizungen?

Wie auch eine Nachtspeicherheizung wird die Infrarotheizung ans Stromnetz angeschlossen, es handelt sich also um eine klassische Elektroheizung.

Infrarotheizungen im Wohnbereich können sowohl an der Wand als auch an der Decke angebracht werden. Ihre Wärme strahlen sie in den gesamten Raum ab.

Dabei erwärmen sie allerdings nicht die Raumluft, sondern Gegenstände und Menschen, die sich im Raum befinden.

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Weil Infrarotstrahler sehr heiß werden können, sind sie in schützende Gehäuse eingebaut. Diese sind in der Regel sehr viel flacher als die von konventionellen Heizkörpern und dadurch sehr platzsparend.

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Zudem bietet das Gehäuse vielfältige Gestaltungsmöglichkeiten: Die Infrarotheizung kann in einen Spiegel integriert werden, mit einem individuellen Fotomotiv bedruckt sein oder als Marmorheizung in einer Natursteinplatte verschwinden.

Man spricht dann auch von einer Bildheizung oder einer Spiegelheizung.

Rotlichtlampen emittieren sichtbares Rotlicht, überwiegend jedoch Infrarotstrahlen. Infrarot sind Strahlen, die in einem bestimmten Spektralbereich liegen.

Sie sind für das menschliche Auge nicht sichtbar, mit bestimmten Kameras können sie aber eingefangen werden. Infrarotstrahlen erwärmen nicht die Umgebungsluft, sondern den Körper und fördern die Durchblutung des Gewebes.

Das soll gegen Muskelverspannungen, Bronchitis und vieles andere helfen.

Besonders effizient heizen infrarotbasierte Heizungen zum Beispiel als Deckenstrahler in Hallen mit hoher Raumhöhe. Denn hier würde sich bei einer Konvektionsheizung ein hoher Anteil der Wärme im oberen Bereich des Raumes sammeln, wo sie niemandem nutzt.

Doch auch bei Wohngebäuden tritt dieser Effekt auf, insbesondere in Altbauten mit hohen Decken. Für diesen Einsatzzweck gibt es die Strahler auch in Kugelform. So können sie dekorativ von der Decke baumeln und ihre Strahlungswärme rundum an den Raum abgeben.

Bei einer Infrarotheizung im Wohnbereich handelt es sich praktisch immer um eine Elektroheizung.

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Grundsätzlich gibt es aber auch gasbetriebene Infrarotheizungen, etwa für Camping-Anwendungen oder – wegen der niedrigeren Betriebskosten – im gewerblichen Bereich, also zum Beispiel für Hallen.

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Im Wohnbereich sind solche Systeme kaum anzutreffen, da hier dann Gasrohre neu verlegt werden müssten und höhere Sicherheitsanforderungen einzuhalten wären.

Voraussetzungen für den Betrieb einer Infrarotheizung

Die baulichen Voraussetzungen für den Einbau von Infrarotheizgeräten, die mit Strom betrieben werden, sind denkbar gering: Es genügt die Möglichkeit, die Geräte ans Stromnetz anzuschließen. Manche Geräte haben einen normalen Schuko-Stecker, andere werden vom Elektriker ans Netz angeschlossen.

Neue Kabel und Sicherungen müssen nur dann installiert werden, wenn die bisherige Auslegung des Stromkreislaufs in der Wohnung unterdimensioniert ist. Ältere Elektroinstallationen, bei denen der Stromkreislauf fürs ganze Haus nur an wenigen schwachen Sicherungen hängt, sind oft nicht ausreichend dimensioniert.

Im Zweifel sollte man einen Elektriker fragen.

Für die Wand- oder Deckenmontage liefern die Hersteller spezielle Systeme. Gerade bei einer Natursteinheizung sollte die Traglast der Wand im Blick behalten werden.

Für den Anschluss an die Elektrik muss der Fachmann ans Werk – ansonsten ist eine Infrarotheizung jedoch sehr schnell aufgehängt, wie dieses Video zeigt.

Elektroheizung: Umwelt und die EnEV

Elektrischen Heizsystemen wird eine schlechte Energieeffizienz nachgesagt. Dabei arbeiten moderne Heizgeräte mit einem sehr hohen Wirkungsgrad.

Das Problem liegt eher in der Energieerzeugung: Denn der deutsche Strom stammt noch nicht überwiegend aus regenerativen Quellen, sondern wird fast zur Hälfte in Braun- und Steinkohlekraftwerken erzeugt, die oft nur einen Wirkungsgrad von 30 bis 40 Prozent haben.

In Neubauten ist der Betrieb von Elektroheizungen als wichtigste Heizung deshalb nicht immer ohne weiteres möglich. Um der Energieeinsparverordnung Folge zu leisten, gilt: Ein gut gedämmtes Einfamilienhaus, das jährlich einen Heizenergiebedarf von 10.

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000 Kilowattstunden hat, erfüllt die Vorgaben der EnEV in der Regel, wenn es zum Beispiel mit einer Kombination aus Erdgas und Sonnenenergie beheizt wird. Soll aber in dieses Haus eine Infrarotheizung installiert werden, ergibt sich bei einem Primärenergiefaktor von 1,8 ein Primärenergiebedarf von 18.000 Kilowattstunden.

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Um die EnEV-Vorgaben zu erfüllen, muss dieses Haus dann zum Ausgleich noch bedeutend besser gedämmt werden, als es den Mindestvorgaben der EnEV entspricht. Das bedeutet: Mehr Kosten für die Dämmung, weniger für die Heizung.

Ob die Infrarotheizung im Neubau langfristig wirtschaftlicher ist als zum Beispiel die in der Anschaffung wesentlich teurere Gasheizung mit Solarunterstützung, muss für den jeweiligen Einzelfall berechnet werden.

Für Altbauten sind die Regeln weniger streng. Hier gilt: Werden alte Nachspeicheröfen ersetzt, darf sich der Energieverbrauch nicht verschlechtern. Neue Infrarotheizkörper können daher in den meisten Fällen eingebaut werden.

Kosten: Anschaffung und Heizkosten

Infrarotheizungen sind bedeutend günstiger als konventionelle Zentralheizungen. Anschlussfertige Infrarotheizkörper werden in der Regel mit Leistungen zwischen rund 200 Watt und 1,4 Kilowatt angeboten.

Ein Heizmodul mit 600 Watt, das zum Beispiel für einen 10 bis 15 Quadratmeter großen Raum reichen sollte, kostet je nach Design und Hersteller rund 200 bis 500 Euro. Hinzu kommen noch ab rund 30 Euro für ein Raumthermostat.

Ist mehr Komfort erwünscht, etwa Funktechnik oder Unterputzmontage, muss man hierfür auch mit über 100 Euro rechnen.

Im Vergleich zum Beispiel zu einer Brennwert-Gaszentralheizung mit Solarunterstützung fällt damit nur ein Bruchteil der Kosten an. Solche Systeme können schnell so viel kosten wie ein Mittelklasse-Auto.

Über die Unterhaltskosten von Strom-Infrarotheizungen gibt es kontroverse Diskussionen: In einem Forschungsbericht der Technischen Universität Kaiserslautern unter der Projektleitung des Ingenieurs Peter Kosack heißt es, dass eine Infrarotheizung eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Heizsystemen sein kann.

Sie eignen sich für Altbauten, in denen alte Nachspeicheröfen ersetzt werden sollen. Kosack warnt allerdings: „Für jede Immobilie sollte vor Einbau einer Infrarotheizung eine Berechnung gemäß EnEV durchgeführt werden“. Denn Infrarotheizungen eignen sich dem Experten zufolge nicht für jeden Altbau.

Lediglich bei etwa einem Drittel der Bestandwohngebäude sind Einsparungen von 20 bis 30 Prozent im Vergleich zu Nachspeicheröfen möglich, so Kosack.

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Kosack warnt zudem davor, dass manche Hersteller Aussagen seiner Studie verfälscht in ihrer Werbung verwenden. Schätzungsweise mehr als 90 Prozent der als Infrarotstrahler oder Infrarotheizung angebotenen Produkte strahlen gar nicht infrarot, sondern seien konventionelle Konvektions-Elektro-Direktheizungen. Und diese sind dem Wissenschaftler zufolge oft weniger effizient.

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Allerdings: „In Altbauten mit einem Feuchtigkeitsproblem sind solche Direktheizungen oft die bessere Alternative zu einer Infrarotheizung“, so Kosack. Durch ihre direkte Wärmestrahlung können sie schimmelgefährdete Nischen besser austrocknen.

Eine – allerdings noch nicht abschließende – Liste mit nach dem Industriestandard Paneia zertifizierten Infrarotheizungen gibt es beim Deutschen Verband Infrarotheizung.

Selbst wenn man von einer hohen Effizienz von Infrarotheizungen ausgeht, gilt es, folgendes zu bedenken: heizen mit Strom ist im Betrieb relativ teuer.

Eine Kilowattstunde Gas kostete im Jahr 2018 rund 6,5 Cent, für eine Kilowattstunde Strom sind rund 30 Cent zu zahlen, so eine Studie eines großen Online-Verbraucherportals. Allerdings bieten einige Stromanbieter Sondertarife für Stromheizungen an, die einige Cent günstiger als dieser Durchschnittswert sind.

Die enorme Diskrepanz zwischen den Kilowatt-Preisen von Strom und Gas lassen sich dadurch trotz der hohen Effizienz von Infrarotheizungen oft nicht ausgleichen.

Fazit: Gründe, die für und gegen eine Infrarotheizung sprechen

Als Ersatz für Nachtspeicheröfen haben sich Infrarotheizungen wegen ihres günstigen Preises und der schnellen Installation gewisse Marktanteile erkämpft. Doch nicht in allen Fällen sind die Geräte die beste Wahl – ein Überblick über die Vor- und Nachteile:

Pro:

  • Infrarotheizgeräte können als Ersatz für alte Nachspeicheröfen dienen, denn alle Anschlüsse sind schon vorhanden.
  • Sie sind erheblich günstiger in der Anschaffung als Öl- oder Gaszentralheizungen.
  • Eine Elektroheizung ist wartungsfrei – keine Inspektionen, keine Kosten für den Schornsteinfeger.
  • Sie werden nach dem Anschalten sehr schnell warm.

Contra:

  • Oft höhere Heizkosten als bei Wärmepumpen, Öl- oder Gasheizungen.
  • Integration von Solarthermie nicht möglich. Solare Nutzung nur mittels Fotovoltaik und Batteriespeicher denkbar: Investitionskostenvorteile wären dann aber dahin.
  • Infrarotheizplatten können bei Volllast ziemlich heiß werden.
  • Die von vielen Herstellern behauptete Umweltfreundlichkeit ist angesichts des deutschen Strommixes mit viel Kohle schwer zu halten.

Ob eine Infrarotheizung eine sinnvolle Alternative zu anderen Heizsystemen ist, hängt von vielen Faktoren ab. Interessenten sollten sich von einem Energieberater oder Architekten beraten lassen.

Als schnelle Zusatzheizung zum Beispiel fürs Bad, eignen sich Infrarotsysteme aber durchaus.

Auch in einem kleinen Bad kann eine Infrarotheizung durchaus Sinn machen, weil sie als Spiegelheizung viel Platz sparen kann.

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Источник: https://www.bauen.de/a/infrarotheizung-wann-sich-eine-solche-elektroheizung-lohnt.html

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