Mit behindertengerechten Personenaufzügen für Barrierefreiheit sorgen

Barrierefreiheit in der Kirche

Mit behindertengerechten Personenaufzügen für Barrierefreiheit sorgen

Der Wunsch nach barrierefreier Nutzung der Gotteshäuser bedarf fast immer einer Kompromisslösung mit der Denkmalpflege. Welche Bauten denkmalgeschützt werden, legt die Untere Denkmalbehörde der Kommune fest. Jedes Bundesland hat ein eigenes Denkmalschutzgesetz. Die evangelische Kirche besitzt ca. 75 000 Gebäude. Nahezu 25 000 Gebäude stehen unter Denkmalschutz.

Knappe kirchliche Mittel müssen gut geplant werden, nicht nur zur Erhaltung der Bausubstanz, sondern auch zur Verwirklichung einer inklusiven Gesellschaft.

Auch das Kfw Kreditprogramm 147 fördert Investitionen in die soziale Infrastruktur, wenn sie einem gemeinnützigen Zweck dienen.

Barrierefreie Zugänglichkeit betrifft nicht nur Menschen mit Handicap, sondern vorwiegend ältere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Junge Familien mit Kinderwagen haben ebenfalls Probleme mit Barrieren, Stufen, schweren Türen…

Ebenso einzubeziehen sind die Belange von Sehbehinderten und Hörbehinderten.

Was ist zu tun?

Bauliche Maßnahmen

Jedes Bundesland verfügt über eine Landesbauordnung mit Paragrafen zum Barrierefreien Bauen. Genauere Hinweise zur Planung finden sich in den Normen zum Barrierefreien Bauen.

Im Oktober 2010 wurde die Norm DIN 18040-1 Barrierefreies Bauen – Planungsgrundlagen – Teil 1: Öffentlich zugängliche Gebäude verabschiedet. Die Norm gilt für Neubauten.

Sie sollte aber sinngemäß für die Planung von Umbauten oder Modernisierungen angewendet werden.

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Bei der Planung und Durchführung von Baumaßnahmen zur Schaffung von barrierefreien Kirchen und Gemeinderäumen kommt es darauf an, kostengünstige Lösungen zu finden. Bestandsbauten barrierefrei umzugestalten, kann mit einem erheblich höheren Kostenaufwand verbunden sein.

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Sehr aufwendig kann die barrierefreie Umgestaltung von Kirchen sein, die denkmalgeschützt sind. Oft ist der Einbau eines Aufzuges mit einem nicht zu vertretenen Mehraufwand verbunden oder ist technisch nicht möglich. Der Anbau eines Aufzuges an eine denkmalgeschützte Fassade wird u. U. nicht von der zuständigen Behörde genehmigt werden.

Auch bei großzügigen Treppenanlagen im Kirchenraum und am Kirchengebäude können evtl. aus Denkmalschutzgründen keine barrierefreien Zugänge geschaffen werden. Man sollte aber im Rahmen der finanziellen und technischen Möglichkeiten versuchen, den Eingangsbereich sowie den Zugang zu den Andachts- und Gemeinderäumen barrierefrei zu gestalten.

Bauherren wird empfohlen, für die barrierefreie Gestaltung Experten zu konsultieren.

Nachfolgend werden Gestaltungshinweise in Anlehnung an die DIN 18040 gegeben.

Parkplätze, Haupteingänge und Nebeneingänge, Rampen

Parkplätze für Kirchgänger mit Behinderungen, insbesondere für Gehbehinderte und Rollstuhlbenutzer, sind in der Nähe des Eingangs einer Kirche oder eines Gemeindehauses anzuordnen.

Oft hängt davon ab, ob eine Teilnahme am Gottesdienst überhaupt möglich ist. Die Parkflächen betragen für PKW 350 x 500cm und für einen Kleinbus für Behinderte 350 x 750cm.

Es sind auch Parkplätze für Behindertenfahrzeuge mit ausreichender Bewegungsfläche für den Heckeinstieg vorzusehen.

Die Wege zum Eingang der Kirche müssen für ALLE sicher passierbar sein.

Die größte Bewegungsfläche benötigen Personen mit Rollstuhl. Gehwege müssen deshalb 150cm breit für die Nutzung mit dem Rollstuhl oder mit Gehhilfen sein.

Nach 15m Länge ist für die Begegnung von Personen mit dem Rollstuhl eine Fläche von 180 x 180cm vorzusehen. Gehwege und Erschließungsflächen müssen eine feste und ebene Oberfläche haben.

Gehwege dürfen keine größere Querneigung als 2,5% und keine Längsneigung von mehr als 3% haben. Bei einer Länge der Wege bis zu 10m ist auch eine Längsneigung von 4% möglich.

Auch sehbehinderte Menschen, also sehr oft ältere Menschen, müssen sicher den Weg zur Kirche finden.

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Deshalb ist für Menschen mit Sehbehinderungen oder mit kognitiven Einschränkungen der Eingangsbereich kontrastreich zu gestalten, sowie ausreichend zu beleuchten.

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Für blinde Menschen ist die taktile Erfassbarkeit der Gehwege, des Eingangs mittels Bodenindikatoren und baulichen Elementen, oder mittels akustischer Informationen zu sichern.

Zugänge sind barrierefrei, wenn sie stufenlos und schwellenlos erreichbar sind, vor Eingangstüren eine ausreichende Bewegungsfläche und keine größere Querneigung als 2,5% und Längsneigung als 3% haben. Bei stärkerer Neigung der Erschließungsflächen sind Rampen oder Aufzüge anzuordnen.

Rampen müssen verkehrssicher sein. Deshalb sind beidseitige Handläufe und Radabweiser erforderlich. Die maximale Neigung darf 6% nicht übersteigen, damit auch Rollstuhlbenutzer ohne fremde Hilfe in die Kirche gelangen können. Eine Querneigung ist nicht zulässig.

Die Entwässerung der Rampen, die im Freien angeordnet sind, ist zu gewährleisten. Die nutzbare Breite der Rampe muss mindestens 120cm betragen. Eine Rampenlänge darf höchstens 6m betragen. Danach oder nach einem Richtungswechsel ist ein Podest von 150 x 150cm vorzusehen.

Diese Bewegungsfläche ist auch zu Beginn und am Ende der Rampe erforderlich.

Rampen überwinden keine nennenswerten Höhenunterschiede. Mit zwei Längen (einschließlich der Bewegungsflächen erreicht man eine Gesamtlänge von 16,50m) sind maximal 72cm Höhenunterschied zu überwinden.

Ist kein Platz für Rampen in der Freifläche vorhanden, kann alternativ eine Hebebühne oder ein Treppenplattformlift gewählt werden. Die Maße entsprechen den Anforderungen der Aufzüge.

Gänge, Flure, Verkehrsflächen, Türen

Alle Verkehrsflächen innerhalb der Gotteshäuser erfordern auch eine nutzbare Breite von 150cm, Durchgänge von 90cm. Nach höchstens 15m ist eine Begegnungsfläche für Rollstuhlbenutzer von 180 x 180cm vorzusehen. Großflächig verglaste Wände an Verkehrsflächen müssen eine Sicherheitsmarkierung haben, damit Sehbehinderte nicht zu Schaden kommen.

Türen müssen deutlich erkennbar, leicht zu öffnen und zu schließen, sowie sicher zu passieren sein. Deshalb sollten Gebäudeeingangstüren vorrangig automatisch zu öffnen und zu schließen sein. Karusselltüren und Pendeltüren sind keine barrierefreien Zugänge und als einziger Zugang unzulässig.

Untere Türanschläge und Türschwellen sind wegen Stolperfallen zu vermeiden, da Rollstuhlbenutzer erst mit fremder Hilfe durch diese Türen kommen. Drückergarnituren sollen in 85cm Höhe angeordnet werden und greifsicher für sehbehinderte und motorisch eingeschränkte Menschen sein. Drehgriffe und eingelassene Griffe sind ungeeignet.

Für ausreichende Bewegungsfläche vor und hinter den Türen ist zu sorgen.

Treppe, Aufzug

Treppen sind für Menschen mit leichten Gehbehinderungen sowie mit Sehbehinderungen und Hörbehinderungen barrierefrei nutzbar, wenn sie gerade Läufe, Setzstufen und beidseitig durchgehende Handläufe haben. Eine gute Erkennbarkeit der Treppenelemente ist erforderlich.

Bewährt haben sich hierbei eingelassene Stufenvorderkantenmarkierungen. Aufgesetzte (geklebte) Markierungen eignen sich schlecht beim Einsatz von Treppensteigern. Für blinde Menschen sind vor Beginn und Ende einer Treppe Aufmerksamkeitsfelder wichtig, die taktil erfassbar sind.

Aufzüge sichern eine vertikale barrierefreie Verbindung. Vor Aufzügen ist eine Wartefläche von 150 x 150cm vorzusehen. Sie darf sich mit Verkehrswegen und anderen Bewegungsflächen überlagern, wenn Sie das Vorübergehen am wartenden Rollstuhl ermöglicht, z.B. durch Verbreiterung um 90cm. Gegenüber von abwärtsführenden Treppen ist ein 300cm Abstand erforderlich.

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Die Mindestfahrkorbfläche beträgt 140 x 110cm. Vorzugsweise ist ein waagerechtes Bedienungstableau in 85cm Höhe anzuordnen, das auch für sehbehinderte und blinde Kirchgänger nutzbar ist.

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Ein Rückspiegel gegenüber der Aufzugstür und ein durchgehender Handlauf an den Aufzugswänden sowie eine akustische Ansage erlauben den Kirchgängern mit motorischen und sensorischen Einschränkungen die sichere Benutzung des Aufzuges.

Es gilt das 2-Sinne-Prinzip, die gleichzeitige Vermittlung von Informationen für mindestens 2 Sinne.

Alternativ und kostengünstiger sind Hebebühnen oder Treppenplattformlifte.

Orientierung, Ausstattung, Kommunikation

Orientierungshinweise müssen für ALLE leicht erfassbar sein, auch für Sehbehinderte und Hörbehinderte. Informationen können visuell, auditiv und taktil gestaltet werden. Es gilt, wie bereits erwähnt, das 2-Sinne-Prinzip.

Es wird empfohlen, die Verkehrsflächen in der Außenanlage und im Innern der Kirche mit einem einheitlichen Informationssystem und Leitsystem auszustatten. Dabei ist aber zu beachten, dass Ausstattungselemente im Eingangsbereich nicht die nutzbare Breite der Verkehrsflächen einengen.

Sie müssen für Blinde mit dem Langstock als Hindernis ertastbar sein.

Türöffneranlagen und Klingelanlagen, Gegensprechanlagen und Notrufanlagen sind entsprechend zu berücksichtigen.

Brandschutz

In Brandschutzkonzepten sind die Belange von Menschen mit motorischen und sensorischen Einschränkungen in Abstimmung mit der örtlichen Feuerwehr zu berücksichtigen. Optische Rettungszeichen können mit zusätzlichen Sprachdurchsagen ergänzt werden.

Bestuhlung

Die Zugänglichkeit und der Aufenthalt im Kirchenschiff sowie in den Gemeinderäumen und im Andachtsraum ist für ALLE zu sichern. Es sind ausreichende Bewegungsflächen mit Wendemöglichkeit für Rollstuhlbenutzer vorzusehen. Die dafür erforderliche Fläche beträgt 150 x 150cm.

Für Rollstuhlbenutzer sollten im Kirchenschiff mit Reihenbestuhlung auch Flächen für eben diese und ihre Begleitung vorgesehen sein. Diese „Sitzflächen“ dürfen aber den anderen Kirchgängern nicht die Sicht nehmen.

Die Begleitperson sollte direkt neben dem Rollstuhlbenutzer einen Sitzplatz bekommen.

Standflächen mit rückwärtiger bzw. frontaler Anfahrbarkeit müssen mind. 130cm tief und 90cm breit sein. Die Bewegungsflächen zur Standfläche müssen mind. 150cm breit sein. Standflächen mit seitlicher Anfahrbarkeit müssen mind. 150cm tief und 90cm breit sein. Die seitliche Verkehrsfläche muss mind. 90cm breit sein.

In den Gemeinderäumen sollten auch unterfahrbare Tische mit einer Maximalhöhe von 85cm vorhanden sein. Für sehbehinderte und ausländische Kirchgänger sind gut lesbare, evtl. mehrsprachige Gesangbücher anzubieten.

Die Anforderungen der Kleinwüchsigen und Kinder, aber auch der gehbehinderten und großwüchsigen Kirchgänger sollten bei der Bestuhlung des Andachtsraumes ebenso beachtet werden. So beanspruchen Kleinwüchsige eine größere Sitzhöhe. Großwüchsige benötigen eine größere Beinfreiheit.

Ausstattungselemente im Andachtsraum sind so zu gestalten, dass blinde oder sehbehinderte Personen die Ausstattungselemente rechtzeitig als Hindernis wahrnehmen können.

Informationshilfen und Kommunikationshilfen

Für Menschen mit sensorischen Einschränkungen müssen Hilfen für eine barrierefreie Informationsaufnahme zur Verfügung stehen, wie z.B.

  • visuelle Beeinträchtigungen: Schriftgrößen, Leuchtdichte und Kontraste,
  • taktile Beeinträchtigungen: Material, Oberfläche, tastbare Schrift und Zeichen,
  • auditive Beeinträchtigungen: Schallpegel, Störgeräuschabstand, automatische Pegelanpassung, Sprachausgabe, Hörunterstützungsanlagen.

Schwerhörigkeit ist nicht vom Alter abhängig. In großen Räumen kann das gesprochene Wort trotz Hörgerät nicht mehr verständlich aufgenommen werden. Störgeräusche können nur teilweise von modernen Hörhilfen ausgeblendet werden. Taube Menschen können nur optisch kommunizieren.

Unabhängig von technischen Lösungen sollte undeutliches, schnelles oder leises Sprechen vermieden werden.

Nach § 6 (3) BGG7 haben hörbehinderte Menschen das Recht die Deutsche Gebärdensprache zu verwenden bzw. andere geeignete Kommunikationshilfen. Anforderungen an verschiedene Beschallungssysteme (induktive, über Funk oder infrarote) regelt die DIN 18041.

Sanitäranlage

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Pro Sanitäranlage muss mindestens eine Toilette behindertengerecht ausgestattet werden. Türen müssen nach außen aufschlagen und von außen entriegelt werden können.

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Vor allen Sanitärobjekten muss eine Bewegungsfläche von 150 x 150cm vorgesehen werden. Die Bewegungsflächen dürfen sich überlagern.

Das WC-Becken muss beidseitig anfahrbar sein, dafür werden Bewegungsflächen rechts und links neben dem WC von 90cm Breite erforderlich. Die Tiefe des WC-Beckens muss mind. 70cm betragen.

Detaillierte Planungsanforderungen an die Ausstattung von Behinderten-Toilettenanlagen enthält die DIN 18040, Teil 1.

Checkliste zur barrierefreien Begehung Ihrer Kirche

Источник: https://nullbarriere.de/barrierefreiheit-in-kirchen.htm

Behindertengerechter Personenaufzug – Preise vergleichen

Mit behindertengerechten Personenaufzügen für Barrierefreiheit sorgen

Ein Personenaufzug sollte im besten Fall immer barrierefrei gestaltet sein, damit jeder selbstständig Höhenunterschiede in Gebäuden überwinden kann. Dabei sollten Sie darauf achten, dass Aufzüge immer stufenlos erreichbar sind und einen ebenso stufenlosen Zugang zu allen Gebäudeteilen ermöglichen.

Barrierefreie Zugänge zu den Aufzügen müssen garantiert sein.

Welche Vorschriften müssen beachtet werden?

Um den Bedürfnissen von Rollstuhlfahrern oder anderweitig eingeschränkten Personen gerecht zu werden, muss ein barrierefreier Fahrstuhl gewisse Rahmenbedingungen erfüllen.

In Deutschland wird die Barrierefreiheit von Aufzügen in verschiedenen Normen und Richtlinien geregelt, beispielsweise mit der Norm DIN EN 81-70.

Diese Norm definiert eine Reihe von Merkmalen, die ein behindertengerechter Aufzug erfüllen muss. Dabei wird zwischen drei Aufzugtypen unterschieden:

Kabinengrößen barrierefreier Aufzüge nach der Norm DIN EN 81-70

Typ 1Typ 2Typ 3
Tragkraft: bis 450 kgFahrkorbbreite: 1.000 mmFahrkorbtiefe: 1.250 mmBenutzung durch einen RollstuhlfahrerTragkraft: bis 630 kgFahrkorbbreite: 1.100 mmFahrkorbtiefe: 1.400 mmBenutzung durch einen Rollstuhlfahrer + eine BegleitpersonTragkraft: bis 1.275 kgFahrkorbbreite: 2.000 mmFahrkorbtiefe: 1.400 mmBenutzung durch einen Rollstuhlfahrer + mehrere Begleitpersonen

Einzuhaltende DIN-Normen

Sobald Aufzüge gemäß der Landesbauordnung barrierefrei oder rollstuhlgerecht gebaut werden sollen, ist die Norm DIN EN 81-70 verbindlich. Zudem ist sie Bestandteil der neuen NormenDIN 18040-1 und DIN 18040-2 für barrierefreies Bauen in öffentlichen Gebäuden und Wohnungen.

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Um als barrierefrei eingestuft zu werden, müssen Aufzugsanlagen einige Voraussetzungen innerhalb und außerhalb der Kabine erfüllen. Wir zeigen Ihnen anhand eines Planungsbeispiels, auf welche Besonderheiten beim Bau behindertengerechter Aufzüge zu achten ist:

  Fläche vor dem Aufzug

Barrierefreiheit beginnt bereits mit dem Bereich unmittelbar vor dem Fahrstuhl. Dieser sollte mindestens 150 mal 150 Zentimeter betragen, um eine ausreichende Bewegungsfreiheit zu garantieren.

Grenzt der Wartebereich vor dem Aufzug an abwärtsführende Treppen, sollte die Bewegungsfläche auf mindestens 200 Zentimeter Tiefe vergrößert werden, um die Absturzgefahr zu verringern.

  Bedienelemente am Aufzug

Die Ruftaste des Fahrstuhls sowie eine tastbare Stockwerksnummerierung sollten in einer Höhe von 90 bis 110 Zentimetern und mit einem Seitenabstand von 50 Zentimetern zur Raumecke oder zu einer eventuell vorhandenen Möbelierung installiert werden.

Alle Bedienelemente des Aufzugs sind auf einem abgeschrägten Tableau anzuordnen, damit sie gut erreichbar sind, auch bei Bewegungseinschränkungen der Arme oder Hände.

In 150 Zentimetern Höhe wird eine optische und akustische Stockwerksanzeige angebracht.

Die mechanischen Tasten in der Fahrstuhlkabine müssen einen farblichen Kontrast zum Hintergrund aufweisen, ausreichend groß sein und einen fühlbaren Höhenunterschied zum Untergrund haben, um sehbehinderten Personen die Bedienung zu erleichtern. Die Schriftzeichen auf den Tasten müssen groß und mithilfe von Relief- oder Punktschrift angebracht werden, damit Sie auch für Blinde gut lesbar sind.

  Fahrstuhltür

Die Mindestbreite für die Aufzugstür beträgt 90 Zentimeter, damit auch Rollstuhlfahrern mit zum Teil erschwerter Steuerung des Rollstuhls eine ungehinderte Einfahrt ermöglicht wird.

In Gebäuden mit großen Besucherzahlen ist eine Breite der Tür von 110 Zentimetern für Aufzügevorgesehen. Als Türart sind ausschließlich Schiebe- und Teleskoptüren zu verwenden.

Wichtig: Die Kabine des Fahrstuhls muss ohne Barriere mit einem Rollstuhl oder einer anderen Gehhilfe befahrbar sein.

  Fahrstuhlkabine

In diesem Beispiel ist die Kabine 110 Zentimeter breit, 140 Zentimeter tief und bietet Platz für einen Rollstuhl und eine Begleitperson. Das entspricht dem zweiten Aufzugstyp aus der Norm DIN EN 81-70.

Die Kabine ist mit einer umlaufenden Griffstange ausgerüstet, die den Fahrgästen Sicherheit gibt. Die Griffstange hat einen Umfang von vier Zentimetern und befindet sich bestenfalls in einer Höhe von 90 Zentimetern.

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In der Fahrkabinenecke kann ein Klappsitz installiert sein, der älteren oder gehbehinderten Personen eine Sitzgelegenheit bietet. Gegenüber der Tür sollte sich ein großflächiger Spiegel zur besseren Orientierung und Koordination in der Kabine befinden.

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Die Fahrgäste werden über eine optische Anzeige sowie eine akustische Ansage über Stockwerk und Fahrtrichtung informiert. Die Beleuchtung innerhalb der Fahrstuhlkabine ist blendfrei.

Um als behindertengerecht eingestuft zu werden, muss Ihr Aufzug einige Auflagen erfüllen.

Preise und Kosten für einen Behindertenaufzug

Die Preise für behindertengerechte Personenaufzüge variieren und hängen von unterschiedlichen Faktoren ab:

  • Materialien
  • Antriebsart
  • Ausstattung
  • Förderhöhe
  • Haltepunkte
  • Tragkraft

Behindertenlifte sind je nach Situation und Anforderungen meist individuell anzufertigen und an den vorhandenen Raum anzupassen. Als Richtwert für einen senkrechten Behindertenaufzug für ein Einfamilienhaus mit zwei bis drei Etagen gilt ein Kaufpreis von ungefähr 40.000 bis 50.000 Euro. Meist ist auch der Einbau im Preis inbegriffen. 

Förderungen für Behindertenaufzüge

Informieren Sie sich vor dem Neukauf eines Behindertenlifts über finanzielle Fördermöglichkeiten. Ab der Pflegestufe zwei sind Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro von der Pflegekasse möglich.

Eine weitere Möglichkeit ist der zinsgünstige Kredit 159 der Kreditanstalt für Wiederauau. Diese unterstützt Sie bei Ihrem Projekt mit bis zu 50.000 Euro für Baumaßnahmen, die der Barrierefreiheit entsprechen.

Dazu gehören auch der Einbau, die Nach­rüstung oder Ver­besserung von Aufzugs­anlagen.

Den passenden Anbieter finden

Der Kauf eines behindertengerechten Personenaufzugs sollte gut geplant sein. Aroundhome unterstützt Sie bei der Suche nach dem optimalen Anbieter für Ihre Bedürfnisse. Anhand Ihrer Vorstellungen stellen wir Ihnen kostenlos und unverbindlich* bis zu drei Angebote von geprüften Fachfirmen aus Ihrer Region zusammen. 

Источник: https://www.aroundhome.de/personenaufzug/behindertengerecht/

barrierefreier und behindertengerechter Aufzug

Mit behindertengerechten Personenaufzügen für Barrierefreiheit sorgen

Barrierefreiheit bedeutet, dass Gegenstände, Medien und Einrichtungen so gestaltet werden, dass sie von jedem Menschen unabhängig von einer eventuell vorhandenen Behinderung uneingeschränkt benutzt werden können.

Menschen, die viele oder schwere Lasten zu tragen haben oder körperlich beeinträchtigte Personen – alters-, unfall- oder krankheitsbedingt – stehen oft vor besonderen Herausforderungen, wenn es um die mühelose Bewegung in Gebäuden geht.

Für den Aufzug gilt die ÖNorm EN81-70 (teilweise ÖNorm B1600) und umfasst folgende Bereiche:

Körperbehinderung

  • Eingeschränkte Mobilität
  • Eingeschränkte Ausdauer
  • Eingeschränkte Geschicklichkeit

Sensorische Behinderung

  • Sehbehinderung
  • Hörbehinderung
  • Sprachbehinderung

Geistige Behinderung

Norm-Rollstuhl:

Bei der Planung geht man vom Norm-Rollstuhl mit 700x1200mm aus.
Faltrollstühle sind kleiner.

barrierefreier Aufzug mind. :

Fahrkorb KB x KT = 1100 x 1400 mm und automatische Fahrkorb,- und Schachttüren mit TB = 900 mm ausgestattet. Dieser Aufzug entspricht einem 8 Personen-Aufzug mit ca. 630 kg Tragkraft.  Für die barrierefreie Erschließung von Sportstätten empfiehlt sich eine Türbreite von 1.000 mm zu wählen, da Sportrollstühle durch die Schrägstellung der Räder eine größere Spurweite haben.

Planungsgrundriss 110×140 einseitig
Planungsgrundriss 110×140 Durchlader

In Ausnahmefällen wird ein Aufzug mit Fahrkorb KB x KT = 1000 x 1250 mm (Typ1 nach B1600 mit 800mm-Türen) akzeptiert.

Achtung: Gemäß EN81-70:2018 ist eine Kabinengröße beim Typ 1 von KB x KT = 1000 x 1300 mm vorgesehen.

Übereck-Beladung:
Die neue EN81-70:2018 schreibt eine Kabinengröße (Typ 4) von KB x KT = 1400 x 1600 mm vor.

Achtung: Für die Planung sollte bereits mit den Maßen der EN81-70 geplant werden, da die B1600 ( KB x KT = 1500 x 1500 mm ) asap nachgezogen wird.

Planungsgrundriss Ecklader 140×160

Aufzüge müssen stufenlos erreichbar sein (bei Gruppen min. ein Aufzug).

Aufzüge dürfen nicht durch Fahrtreppen oder Fahrsteige ersetzt werden.

Die freie Fläche vor dem Aufzug sollte min. 1,5 m betragen (2,0 m bei gegenüberliegenden Stiegenläufen).

Die Bedienelemente in den Haltestellen müssen in einer Höhe zwischen min. 900mm und max. 1100mm angeordnet sein. Im Fahrkorb ist die Lage der Bedienelemente  in einer Höhe zwischen min. 900mm und max. 1200mm anzuordnen. Die Bedienelemente sind mind. taktil (möglichst auch mit Braille) und einem maximalem Kontrast zum Hintergrund zu gestalten. Sensortasten sind zu vermeiden.

Der Haupthalt sollte erkennbar und erhöht sein (z.B. grüner Ring).

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Notruftaster mit Glockensymbol in Gelb. Befehlsgeber zum Öffnen der Tür mit Symbol. Befehlsgeber zum Schließen der Tür mit Symbol.

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  Etagentaster im Kabinentableau möglichst mit Ziffern (keine Buchstaben sondern -1,0,1,2,3,..), da dies die internationalen Beszeichnungen sind.

Dies stellt gerade in Österreich eine Schwierigkeit dar, da hier eine andere Tradition herrscht. Beide Möglichkeiten sind zulässig.

Spiegel vis a vis der Fahrkorbtüre, damit der Rollstuhlfahrer verkehrt aus dem Aufzug fahren kann und sieht, was sich hinter ihm befindet (bei Durchlader an der Seitenwand). Auf blendfreie Beleuchtung bei den Bedienelementen ist zu achten.

 An einer Seitenwand muss ein Handlauf gegenüber dem Fahrkorbtableau angebracht werden.

 Sehbehinderte Fahrgäste benötigen hörbare Signale beim Öffnen der Türen und eine Sprachansage der Zielhaltestelle in der Kabine (wobei dies im Wohnhaus oft kontraproduktiv ist und dann deaktiviert wird, weil es die Nachruhe stört).

Die Anhaltgenauigkeit des Aufzuges liegt bei +/-10 mm. Beim Beladen und Entladen kann es zu einer Stufenbildung kommen. Bei +/-20 mm muss der Aufzug nachregulieren. Anmerkung: Bei der Auswahl des Aufzuges ist auf die Nachregulierung zu achten.

Manchmal kann es sinnvoll sein, die Aufzugskabine mit einem Klappsessel auszustatten. Auf die Einschränkung der Kabine ist zu achten:

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Leider wird oft bei der Planung nur der Rollstuhlfahrer berücksichtigt und alle anderen Gruppen nicht. Kostensparend können sinnvolle Maßnahmen fast ohne Mehrkosten im Vorfeld durch planerische Maßnahmen ausgeschrieben werden.

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Wenn Personen mit anderen Behinderungen, wie z. B. Blinde das Gebäude nutzen, so sind taktile Beschriftungen und/oder eine zusätzliche Braille-Beschriftung sinnvoll. Bei der großen Gruppe von Gehörlosen können visuelle Maßnahmen (Symbole für Wählen/Sprechen) und/oder ein Ringschleifenverstärker zum Notrufsystem helfen.

Bei Ringschleifenverstärker beim Notruf ist ein Hinweissymbol anzubringen.

Lichtreflexionen – die Gestaltung der Kabine:
Bei der Gestaltung der Kabine und Auswahl der Materialien ist auf die Gruppe der schlecht Sehenden Rücksicht zu nehmen. Das Tableau soll sich von der Wand abheben und erkennbar sei.

Pulttableau sind in der ÖNorm EN81-70 nicht vorgeschrieben: 

Download: Checkliste Barrierefreiheit

Download: MA37 Anforderungen an die Barrierefreiheit

Aufzugstypen gemäß EN81-70:2018:

Fahrkorb BxT:1000 x 1300 mm
lichte Türbreite:800 mm
Nutzer:Rollstuhlbenutzer ohne Begleitperson1 Rollstuhlbenutzer mit einem Hand-Rollstuhl nach EN 12183 oder einem elektrisch angetriebenen Rollstuhl der Klasse A nach EN 12184 ohne BegleitpersonPersonen mit Gehhilfen (z. B. Gehstock) und für Personen mit sensorischen und geistigen Behinderungen
Nutzungsart:bestehende Gebäude mit Platzmangel
Fahrkorb BxT:1100 x 1400 mm
lichte Türbreite:900 mm
Nutzer:Rollstuhlbenutzer mit einer Begleitperson1 Rollstuhlbenutzer mit einem Hand-Rollstuhl nach EN 12183 oder einem elektrisch angetriebenen Rollstuhl der Klassen A oder B nach EN 12184Personen mit Gehhilfen (z. B. Gehstock, Krücken oder Rollgestelle)ev. muss der Fahrkorb wegen zu geringer Wendefläche rückwärts verlassen werden
Nutzungsart:Mindestgröße für den Neubau
Fahrkorb BxT:1100 x 2100 mm
lichte Türbreite:900 mm
Nutzer:Rollstuhlbenutzer mit mehreren Begleitperson1 Rollstuhlbenutzer mit einem Hand-Rollstuhl, auch mit Rollstuhl-Zuggerät nach EN 12183 oder einem elektrisch angetriebenen Rollstuhl der Klassen A, B oder C nach EN 12184Transport Krankentrage (s.a. Landesbauordnungen)
Nutzungsart:Fahrkörbe in Gebäuden, Außenanlagenfür alle Rollstuhlklassen, Kinderwagen, Fahrräder
Fahrkorb BxT:1600 x 1400 mm
Fahrkorb BxT:1400 x 1600mm
lichte Türbreite:900 mm
Nutzer:Rollstuhlbenutzer mit mehreren Begleitperson1 Rollstuhlbenutzer mit einem Hand-Rollstuhl nach EN 12183 oder einem elektrisch angetriebenen Rollstuhl der Klassen A oder B nach EN 12184
Nutzungsart:Mindestgröße für Übereckanordnung der Türen
Fahrkorb BxT:2000 x 1400 mm
Fahrkorb B T:1400 x 2000 mm
lichte Türbreite:1100 mm
Nutzer:Rollstuhlbenutzer mit mehreren Begleitperson1 Rollstuhlbenutzer mit einem Hand-Rollstuhl, auch mit Rollstuhl-Zuggerät nach EN 12183 oder einem elektrisch angetriebenen Rollstuhl der Klassen A, B oder C nach EN 12184

Источник: https://aufzugsberatung.com/artikel/barrierefrei/

Behindertengerechter Personenaufzug – Worauf man achten sollte

Mit behindertengerechten Personenaufzügen für Barrierefreiheit sorgen

Körperlich eingeschränkte Menschen können nicht einfach die Treppe nehmen, sondern bedürfen diverser Hilfsmittel zur Überwindung von Höhen. Am komfortabelsten ist dabei die Nutzung eines behindertengerechten Personenaufzugs, der eine barrierefreie Nutzung garantiert und bestenfalls Teil eines barrierefreien Lebensraumes ist.

Eine barrierefreie Gestaltung von Personenaufzügen ist zwar nicht immer nötig, jedoch bietet es sich an, den Aufzug behindertengerecht zu bauen, weil dies schließlich eines der Hauptargumente für einen Personenaufzug ist – neben der Zeitersparnis, dem Prestige und dem Komfort versteht sich.

Die Bezeichnung „barrierefrei“ kann wörtlich verstanden werden: Eine barrierefreie Wohnung zeichnet sich demnach dadurch aus, dass es für ältere oder behinderte, körperlich eingeschränkte Menschen keinerlei Barriere im Alltag gibt, die bei irgendwelchen Tätigkeiten zum Hindernis werden würden.

Hinsichtlich des Aufzuges muss also sichergestellt sein, dass dieser sich auch mit einem Rollstuhl befahren lässt.

Im Kontext betrachtet heißt das zusätzlich, dass der Aufzug an einer geeigneten Stelle positioniert werden muss. Es bringt demnach nichts, den Aufzug beispielsweise hinter eine Stufe zu setzen – stattdessen sollte der Aufzug sich auf derselben Ebene befinden, wie der Eingang des Gebäudes.

Anforderungen an einen behindertengerechten Personenaufzug im Detail

In Deutschland ist es per Gesetz geregelt, welche Maße ein Aufzug entsprechend seiner Klassifizierung haben muss.

Diese Regelungen finden sich unter anderem in der Norm DIN EN 81-70, aber auch in den Landesgesetzen hierzu, welche wiederum Vorrang haben(!) – die folgende Regelung kann also durch das Gesetz des jeweiligen Bundeslandes übertuscht werden. Nach der DIN Norm muss ein behindertengerechter Personenaufzug diese Spezifikationen erreichen oder übertreffen:

  • Handelt es sich um einen behindertengerechten Aufzug vom Typ 1, so muss die maximale Tragkraft 450 Kilogramm betragen, die Breite des Fahrstuhlkorbes betrögt dann genau einen Meter. Außerdem ist die Fahrzeugkabine 1,25 Meter tief.
  • Ist es ein Aufzug des Typs 2, so erhöht sich die Tragkraft auf maximal 630 Kilogramm, während die Maße der Fahrzeuggondel weiter wachsen: Die Breite klettert auf einen Wert von 1,1 Metern, die muss maximal 1,4 Meter sein.
  • Der Aufzug des dritten Typs ist die Königsklasse im Bereich gesetzlich geregelter behindertengerechter Personenaufzüge: Mit einer Tragkraft von bis zu 1,275 Tonnen, einer Fahrkorbbreite von 2 Metern und einer Tiefe von 1,4 Metern, ist dieser Personenaufzug rein vorschriftsmäßig quasi das „non plus Ultra“.

Diese Normungen sind in erster Linie dafür gedacht, eine Regelung für barrierefreies Bauen und den damit verbundenen Mehrwert darzustellen: Wenn also eine Immobilie als „barrierefrei“ ausgezeichnet ist, dann nicht nur, weil der Investor oder der Makler diesen Zusatz als Verkaufsförderung einsetzt, sondern weil sie es nach diversen gesetzlichen Vorgaben, unter anderem auch der eben genannten DIN bezüglich eines Personenaufzuges, tatsächlich ist. Die DIN EN 81-70 (Personenaufzüge) ist ein Bestandteil der beiden Normen DIN 18040-1 und DIN 18040-2, die wiederum das barrierefreie Bauen öffentlicher Wohnungen und Gebäude regelt.

Welche Merkmale hat ein behindertengerechter Aufzug?

Aufzugsanlagen werden dann als barrierefrei ausgezeichnet, wenn sie die DIN EN 81-70 beziehungsweise das jeweilige Landesgesetz erfüllen. Neben den Maßen und der Tragkraft kommt es aber auch auf andere Dinge an, die in dieser Regelung Erwähnung finden – entweder als Pflicht oder Empfehlung:

  • Um beim Betreten bzw. Befahren des Aufzuges keine Probleme zu haben, sollte dieser Bereich mindestens 1,5 mal 1,5 Quadratmeter groß sein. Befindet sich direkt im Anschluss eine Treppe, sollte die Fläche auf 2 mal 2 Quadratmeter erhöht werden.

    Außerdem empfiehlt es sich, auf Rutschfestigkeit unmittelbar vor dem Aufzug zu achten: Ein kleiner, fest installierter Teppich oder ein nicht-glatter Boden sind hier die beste Wahl.

    Der Teppich sollte auf keinen Fall einfach so vor den Fahrstuhl gelegt werden, ansonsten besteht die Gefahr, dass er beim Einsteigen verrutscht und die Türe blockiert.

  • Neben den durch die DIN EN 81-70 vorgegebenen Maßen sollte die Kabine auch mit einer Griffstange ausgerüstet sein, die die Kabine umläuft. Auf diese Weise können sich Nutzer wirklich überall festhalten und haben schon durch die Existenz der Haltestange ein Gefühl von Sicherheit.

    Die Stange sollte sich auf einer Höhe von etwa 90 Zentimetern befinden, um sowohl von sitzenden als auch stehenden Personen genutzt werden zu können. Die maximale Höhe für den Einbau beträgt 110 Zentimeter. In einer Ecke des Aufzuges sollte sich eine Sitzmöglichkeit in Form eines Klappsitzes befinden.

    Ein Spiegel gegenüber der Tür dient zur besseren Orientierung innerhalb der Kabine und sorgt zudem für eine optische Vergrößerung des Raumes.

    Die Kontrolle bei der Einfahrt und der Ausfahrt wird dadurch ebenfalls verbessert, gegebenenfalls empfiehlt es sich auch, außerhalb der Kabine gegenüber der Tür einen Spiegel anzubringen.

    Eine optische Anzeige des Stockwerks ist bei einem Aufzug das Minimum, wenn es um Barrierefreiheit geht sollte allerdings auch akustisch über die Fahrtrichtung und das Stockwerk informiert werden.

    Auch die Beleuchtung des Fahrstuhls sollte durchdacht werden: Helles, angenehmen Licht, am besten von multiplen Lichtquellen um den Schattenwurf zu mindern, ist hier angesagt – wichtig ist auch, dass das Licht nicht blendet. Meist sind die Lichtquellen deshalb an der Decke installiert. Noch besser ist eine indirekte oder flächige Beleuchtung. Weiterhin sollte der Kabinenboden rutschfest sein, beispielsweise durch entsprechend geformten Stahl, Stein oder durch einen fest installierten Teppich.

  • Das Portal zur Fahrstuhlkabine und damit zum nächsten Stockwerk bildet die Fahrstuhltür. Hinsichtlich der Mechanik komm nichts anderes in Frage als eine Schiebetür oder eine Teleskoptür (dabei handelt es sich im Grunde auch um eine Schiebetür).

    Es ist wichtig, dass der Spalt zwischen Fahrstuhlkabine und Stockwerk möglichst klein ist und sich die beiden Ebenen auf einer Höhe befinden – die mechanischen Toleranzen sind am besten möglichst gering und überschreiten hinsichtlich des Haltemaßes nicht die Differenz von +/- einem Zentimeter.

    Nur so ist ein sicheres und barrierefreies Ein- und Aussteigen zu gewährleisten. Die Türbreite sollte mindestens 90 Zentimetern betragen, in von Personen stärker frequentierten Gebäuden sind es 110 cm. Wenn sich die Türe öffnet, insbesondere aber wenn sie sich schließt, sollte akustisch davor gewarnt werden.

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    Eine hochwertige Sensorik, die für ein weiches Öffnen und Schließen der Türen sowie für die Detektion selbst kleiner, die Türe blockierenden Elemente zuständig ist, ist eine Selbstverständlichkeit. Nur so ist ein hohes Maß an Sicherheit Gewährleistet.

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    Ein jeder kennt hier das Beispiel mit der Hundeleine, die noch zwischen den Aufzugstüren ist und nicht erkannt wird: Modernde Sensoren können auch solch dünne Elemente entdecken.

  • Um den Aufzug auch von einer niederen Höhe aus rufen zu können, sollten die Bedienelemente in einer entsprechenden Höhe angebracht werden (wie auch bei der Haltestange sind 90 – 110 Zentimeter hier ein guter Richtwert).

    Außerdem sollten sie großflächig und deutlich beschriftet sein (darunter fällt auch Blindenschrift), bestenfalls sind sie zudem aktiv beleuchtet. Eine akustische und optische Stockwerksanzeige des Fahrstuhls ist auch außen vorgesehen, am besten bei einer Einbauhöhe von etwa 150 cm.

    Es sollte außerdem darauf geachtet werden, dass die Bedienelemente beim Blick auf den Aufzug deutlich gekennzeichnet sind – sie sollten sich also mindestens farblich, besser noch räumlich von der direkten Umgebung abheben, damit sie auch von Menschen mit Sehschwierigkeiten ertastet werden können.

    Die Wand um die Elemente herum sollte in diesem Zuge möglichst frei sein: Auf diese Weise entscheidet sich auch, auf welche Seite der Türe die Bedienelemente montiert werden sollten.

  • Damit die Bedienelemente gut erreichbar sind – auch für Menschen mit Behinderung – sollten sie in einer Höhe von 90 bis 110 Zentimetern, eventuell auf einer schrägen Tafel und mit mindestens 50 Zentimetern Abstand zur nächsten Ecke, angebracht werden.

    Wie auch außen müssen die einzelnen Schaltflächen groß und sehr gut beschriftet sein (auch mit Blindenschrift!), in der Regel sind sie aktiv beleuchtet. Sie sollten ebenfalls eine andere Farbe als die direkte Umgebung haben und sich baulich von der Tafel abheben, damit sie ertastet werden können.

    [attention type=green]

    Ein Alarm-knopf bzw. eine Ruftaste für Notfälle sollte ebenfalls eingebaut werden, hier sollte man wiederum besonders darauf achten, dass diese Taste sich von allem anderen in der Kabine abhebt, auch von den anderen Tasten.

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    Nur so wird verhindert, aus Versehen den Alarmknopf zu betätigen, zugleich wird aber auch sichergestellt, diese Taste zu finden.

Bezugsquellen und Kosten

Barrierefreie Aufzüge werden nicht von jedermann angeboten, dennoch sollten die meisten Hersteller „normaler“ Aufzüge auch behindertengerechte Modelle anbieten, da der Mehraufwand im Vergleich zu anderen Branchen (Hausbau, Autos, …) lange nicht so hoch ist. Trotzdem kosten barrierefreie Aufzüge teilweise deutlich mehr als ein Grundmodell. Die Preise der Aufzugsanlagen variieren stark und hängen von vielen Faktoren ab:

  • Jede zusätzliche Haltestation bedarf einer Türe und entsprechenden Bedienelementen und hebt somit den Kaufpreis der Anlage.

  • Je höher der Aufzug tragen soll, desto mehr kostet er auch. Höhe und Haltepunkte sind nicht konstant voneinander abhängig, sondern hängen von der Bausubstanz ab. Beispiel: In einem Altbau ist der Aufzug durch die höheren einzelnen Stockwerke bei der gleichen Anzahl der Haltepunkte höher und kostet demnach mehr.

  • Relativ viel im Preis macht die Schwierigkeit des Einbaus aus. Bestenfalls wird der Aufzug schon während dem Bau des Gebäudes geplant und eingebaut oder wenigstens für den Einbau in der Zukunft vorgesehen. Ein nachträglicher Einbau in ein Gebäude ohne Fahrstuhlschacht ist sehr teuer.

  • Technisch gesehen werden für eine höhere Tragkraft ein stärkerer Motor und vor allem eine stärkere Konstruktion benötigt – das hebt den Preis.

  • Mit der Größe des Aufzuges ist die Grundfläche der Aufzugskabine gemeint: Diese wirkt sich auch auf die Breite des Schachtes aus und kann demnach ziemlich ins Geld gehen. Aufzüge müssen übrigens nicht immer senkrecht nach oben gehen sondern können auch schräg verlaufen – diese Sonderanfertigungen sind kostspielig.

  • Wie bei nahezu jedem Produkt spielen die Ausstattung und das Design des Fahrstuhls eine direkte Rolle in der Preisbildung: So kosten besondere Materialien ebenso Aufpreis wie ein besonders designter Aufzug.

  • Man möchte meinen, in der Preisbildung der unterschiedlichen Marken stecken alle vorigen Punkte in einem drin, doch manchmal ist das nicht richtig: Ein IPhone kostet in der Produktion schließlich auch nur einen Bruchteil des Endpreises. Auch bei Aufzügen kommt es also auf die Marke und das damit verbundene Prestige an.

Was kostet ein behindertengerechter Aufzug denn nun?

Die Kosten eines behindertengerechten Aufzuges lassen sich im Voraus zwar nicht genau angeben, trotzdem ist selbst aus dem Stand heraus die Angabe eines Kostenbereiches möglich: Ein senkrechter, behindertengerechter Aufzug für ein Einfamilienhaus (etwa zwei oder drei Etagen) kostet in etwa 50.000 Euro. Beim Neukauf gewährt der Anbieter zudem meist mehr als die vorgeschriebenen zwei Jahre Garantie. Die Montage ist im Regelfall im Preis inbegriffen.

Wie kann man den Kaufpreis möglichst gering halten?

Es sollte vor dem Kauf genauestens eingeschätzt werden, welche Anforderungen an den Aufzug gestellt werden. Die Auswahl des Aufzuges bzw. dessen Machart sollte demnach nach folgendem Motto getroffen werden: „So viel wie nötig, aber so wenig wie möglich“.

Ein weiteres Mittel, um preisgünstig an einen Aufzug zu kommen, sind gebrauchte Modelle. Diese kosten nur etwa die Hälfte von einem Neubau, doch fehlt meist die Garantie. Reparatur und Wartung sowie Prüfung muss der Eigentümer also aus eigener Tasche bezahlen.

Hinsichtlich der Zertifizierung sollte insbesondere bei gebrauchten Aufzügen auf das TÜV-CE Siegel geachtet werden. Beim Kauf eines Gebrauchten Aufzuges spielt auch die Verhandlungssicherheit eine große Rolle. Hierzu ist es am besten, sich um die folgenden Details Gedanken zu machen:

  1. Wurden am Lift bereits Reparaturen durchgeführt?
  2. Wie lange ist die bisherige Betriebszeit?
  3. Gibt es einen Notstoppmechanismus?
  4. Ist die Elektrik trotz des Alters auf einem angemessenen Stand?
  5. Wurde der Aufzug einmal saniert?

Förderung für einen behindertengerechten Aufzug

Recht interessant sind auch die Fördermöglichkeiten – so greifen sie zwar eher selten, doch sorgen sie für eine erhebliche Ersparnis. Von der Pflegekasse sind hier Zuschüsse von bis zu 2500 Euro möglich, insofern die Einstufung in eine Pflegestufe erfolgt ist. Die KfW (Kreditanstalt für Wiederauau) fördert die Baumaßnahmen außerdem mit bis zu 50.000 Euro.

Laufende Kosten

Ein Aufzug ist als mechanische Konstruktion leider nicht für die Ewigkeit gebaut und läuft nicht ohne Strom. Für eine Aufzuganlage fallen demnach Wartungs- und Reparaturkosten sowie Stromkosten an. Diese sollten in die Kostenberechnung, insbesondere wenn die finanzielle Realisierung des Aufzuges auf einem Kredit basiert, miteinbezogen werden.

Источник: https://www.personenaufzuege.com/ratgeber/behindertengerechter-personenaufzug/

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