Mit Rollstuhlrampen und Rampensystem zu mehr Mobilität und Barrierefreiheit

Rollstuhlrampen

Mit Rollstuhlrampen und Rampensystem zu mehr Mobilität und Barrierefreiheit

Eine Wohnung barrierefrei auszustatten, kann einen Umzug ins Seniorenheim oft für längere Zeit hinausschieben.

Selbst stark Gehbehinderte können ein selbstbestimmtes Leben führen, wenn Tür- und Bodenschwellen, Stufen oder Absätze sie in ihrer Bewegung nicht einschränken.

Ein auf die Bedürfnisse angepasstes Hilfsmittel löst dieses Problem ganz pragmatisch: die Rollstuhlrampe. Wir stellen Ihnen die verschiedenen Arten vor, informieren Sie über Kosten und Zuschüsse und geben wie immer viele nützliche Tipps.

Eine Rollstuhl-Rampe sorgt für Zugang © RioPatuca Images, fotolia.com

Rollstuhlrampen Übersicht

Egal, wo eine Rampe für Rollstühle zum Einsatz kommt: Gemäß ihrer Konstruktion werden grundsätzlich zwei Typen unterschieden: Flächenrampen und Schienenrampen.

Eine Flächenrampe besteht aus einer durchgehenden Fläche, ist in der Regel breit und stabil und ermöglicht Rollstuhlfahrern ein komfortables Hinauf- und Hinunterfahren.

Bei einer Schienenrampe muss der Abstand zweier relativ schmaler Schienen genau dem der Rollstuhlräder entsprechen. Das exakte Platzieren ist nicht ganz einfach, dafür punkten diese Rollstuhlrampen mit einem deutlich geringeren Gewicht.

Arten von RollstuhlrampenHinweis: Auch Senioren mit einer fahrbaren Gehhilfe können Nutznießer einer Rollstuhlrampe sein. Da Schienenrampen für Rollator & Co. nicht geeignet sind, kommen allerdings nur Flächenrampen in Betracht.[attention type=yellow]

Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal ist die Form, die immer dem Hindernis angepasst sein muss: Die klassische Rampe verwandelt Treppen, Hauseingänge und hohe Bordsteine in eine komfortable Auffahrt für Rollstuhlfahrer.

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Die Bezeichnung Auffahrrampe ist daher ebenfalls geläufig. Keile helfen beim Überwinden einer Stufe und sind damit quasi Mini-Auffahrrampen.

Brücken bilden einen Bogen über ein Hindernis und „überbrücken“ es damit.

Tipp: Für welche Konstruktion Sie sich entscheiden, hängt nicht nur vom Einsatzort, sondern auch vom Platzangebot ab. Am besten, Sie lassen sich von einer Fachkraft beraten.

Wir haben die Rollstuhlrampen zu zwei Gruppen zusammengefasst. Lesen Sie im Folgenden, welche fest zu installierende Rollirampen und welche mobilen Rampensysteme es gibt, was sie kosten und warum die Zuschüsse unterschiedlich gehandhabt werden.

Hinweis: Achten Sie darauf, dass die Fahrfläche auch bei Nässe rutschfest ist. Flächenrampen aus Metall sind daher meist geriffelt oder genoppt, Holz- und Verbundstoff-Rampen oft mit einer dünnen Gummischicht ausgestattet.Damit die Fahrfläche auch bei Nässe rutschfest ist, sind Flächenrampen aus Metall meist geriffelt oder genoppt © ivallis111, stock.adobe.com

Feste Rollstuhlrampen

Für Umbaumaßnahmen im eigenen Haus brauchen Senioren natürlich keine Genehmigung. Anders sieht es bei einer Mietwohnung aus.

Wer diese Wohnung barrierefrei ausstatten möchte, muss für die Wohnraumanpassung eine Genehmigung des Vermieters einholen.

Dies gilt für eine fest installierte Rollstuhlrampe genauso wie für den Einbau einer bodengleichen Dusche. Wenn die Rampe beim Auszug wieder ausbaut wird, dürfte dies jedoch kein Problem sein.

Ein Stufenkeil, der einfach nur vor den Absatz gestellt wird, erfordert keine Genehmigung des Vermieters © Stanislav Samoylik, stock.adobe.com

Viele Einbaurampen werden lediglich mit einigen Schrauben im Boden verankert.

Sie erlauben Rollstuhlfahrern, Hindernisse wie Treppen, Bordsteine, Schwellen vor dem Eingang des Hauses, eines Ladengeschäfts oder der Terrassentür zu überwinden.

Unebene Wege im Garten werden bestens befahrbar, schwere Rollstühle mit wenig Krafttaufwand in einen Wagen verfrachtet. Praktisch für jeden Einsatzort gibt es eine Spezialkonstruktion.

Hinweis: Vor der Montage sollten Sie sicherstellen, dass die Kanten der Rampe wackelfrei und rutschsicher auf dem Untergrund aufliegen.

Mit den folgenden Hilfsmitteln wird Ihr Umfeld stationär barrierefrei:

  • Flächenrampen fest: Dem Eingang zum Haus, zur Apotheke und zum Ladengeschäft sind häufig Stufen oder Bordsteine vorgelagert. Hier ist eine dauerhafte Lösung gefragt. Mit ihrer durchgehenden Fahrfläche sind feste Flächenrampen ideal für die Räder von Rollstühlen, Rollatoren und anderen fahrbaren Gehhilfen. Besonders stabile Ausführungen eignen sich sogar zum Befahren durch die schweren Elektromobile. Feste Flächenrampen haben immer auch seitliche Aufkantungen, damit der Rollstuhl nicht abdriften kann. Die Preise liegen bei ca. 180 Euro (Kunststoff) und 600 Euro (Leichtmetall). Soll ein Geländer angebracht sein, muss mit zusätzlichen 300 Euro gerechnet werden.

Rollstuhlrampe mit Geländer © Svt, stock.adobe.comTipp: Ein Geländer gibt Halt und ein sicheres Gefühl. Vor allem Personen mit Gleichgewichtsstörungen freuen sich, einen Handlauf umfassen zu können.

  • Schienenrampen starr: Der größte Vorteil von Schienenrampen ist ihr geringeres Gewicht. Daher werden sie selten stationär, sondern fast ausschließlich unterwegs eingesetzt. Beim Preis jedoch siegen starre Schienenrampen: je nach Länge 200-350 Euro für ein Paar aus Aluminium.
  • Stufenrampen: Aufgrund ihrer Keilform heißen Stufenrampen auch Keilbrücken. Sie werden vor einem Bordstein oder einer Stufe im Boden angedübelt und bilden so eine schiefe Ebene. Nicht geeignet für mehrere Stufen. Preis: ca. 360 Euro. Einfache Versionen, die nur vor die Stufe gestellt werden, kosten etwa 200 Euro.

Tipp: Nicht immer ist der Eingangsbereich auf geradem Wege erreichbar. Hier helfen Rampensysteme, die abgewinkelt zusammengesetzt werden können.Mehrteilige Rampensysteme sind besonders flexibel. Ideal für Rollstühle und Rollatoren – aber auch für Kinderwagen und Gepäckstücke mit Rollen © markobe, stock.adobe.com

  • Schwellenrampen: Da sie eine Türschwelle überbrücken, lautet die korrekte Bezeichnung eigentlich Schwellenbrücken. Geläufig sind beide Namen. Im Unterschied zur Keilbrücke führt eine Schwellenbrücke nach dem höchsten Punkt wieder nach unten. Knifflig wird es, wenn der Boden auf der einen Seite tiefer liegt als auf der anderen. Für Terrassen und Balkone gibt es daher spezielle Klapprampen: Sie werden im Außenbereich fest installiert; das kleinere Teilstück wird dann bei Bedarf in den Innenbereich geklappt. Diese Terrassenbrücken sind die teuersten ihrer Gattung: ca. 600 Euro. Einfache Alu-Schwellenbrücken für die Wohnung kosten um 200 Euro. Zwei schwellenhohe und korrekt platzierte Gummikeile reichen oftmals schon als Brücke aus: Schwellenkeile, je nach Höhe ca. 15-35 Euro pro Stück.
  • Rollstuhlrampe für Fahrzeuge: Mit diesen für Fahrdienste und Transportunternehmen entwickelten Auffahrrampen können Sie auch einen eigenen Wagen für den Transport eines Rollstuhls ausrüsten. Eine Klapprampe wird mit Schrauben fest am Wagenboden verankert. Bei einer Einbaurampe erlauben fest verbaute Führungsschienen das Ausfahren der Rampe. Die Rollstuhlrampe wird also immer im Auto mitgeführt. Die Anschaffungskosten liegen zwischen etwa 500 Euro für einfache Schienenmodelle und 2.500 Euro für Premium-Flächenmodelle.

Rollstuhlrampen, wie Fahrdienste sie verwenden, werden auch im privaten Einsatz immer beliebter. © grejak, stock.adobe.comTipp: Eine preiswerte Alternative ist eine gemauerte Rampe. Überlassen Sie dies aber einer Fachkraft, wenn Sie Schwierigkeiten haben, die ideale Steigung zu berechnen. Zu beachten ist auch, dass das Entfernen einer gemauerten, betonierten oder auch gepflasterten Rampe sehr aufwändig und kostenintensiv ist.

Mobile Rollstuhlrampen

Sie können zusammengeklappt, gefaltet, ausgezogen und mitgenommen werden: Mobile Rollstuhlrampen sind perfekt für den „ambulanten“ Einsatz – und damit sowohl zuhause als auch unterwegs ein nützliches Hilfsmittel. Mobile Rampen sind in der Regel leicht, gut transportabel und flexibel in der Anwendung. Folgende Arten werden angeboten:

  • Mobile Flächenrampen: Die mobilen Schwestern der festen Flächenrampe sind verkleinerbar und oft aus einem leichteren Material. Das Angebot reicht von Aluminium in Gitterkonstruktion über Glasfaserkunststoff (GFK) bis zu ultraleichtem Karbon. Es gibt Klapprampen und Teleskoprampen, die zum Verstauen kürzer werden, sowie Faltrampen, die sich bei gleicher Länge etwa 15 cm schmal machen können. Einige Modelle sind sogar in zwei Richtungen verkleinerbar. Einfache Mobilrampen liegen preislich bei etwa 120 Euro, ausgeklügelte mit bis zu 900 Euro deutlich höher. Ist Karbon das bevorzugte Material, können 1.500 Euro und mehr anfallen.

Tipp: Mobile Rampen sind häufig nur etwa 70 cm breit. Das kann für das Befahren mit einem Rollstuhl knapp werden. Messen Sie daher vor dem Kauf die Breite an den Außenkanten der Rolliräder und rechnen Sie 10 cm hinzu. Für Rollatoren reicht auch ein schmales Modell aus.

  • Kofferrampe: Diesen zusätzlichen Namen tragen alle mobilen Flächenrampen mit einem seitlich angebrachten Handgriff, an dem eine einzelne Person sie wie ein Gepäckstück tragen kann. Deshalb kommt es gerade bei einer Kofferrampe auf ein geringes Gewicht an. Die Preise entsprechen denen der mobilen Flächenrampen.

Tipp: Bei einem sehr kleinen Faltmaß lassen sich Kofferrampen häufig direkt im Rollstuhl verstauen.

  • Mobile Schienenrampen: Auch die meisten Schienenrampen können sich für den Transport handlich klein machen. Auf dem Markt existieren klappbare Schienenrampen, die ein- oder mehrfach in ihrer Länge gefaltet werden, und Teleskopschienenrampen, bei denen die Schienen ineinandergeschoben bzw. ausgezogen werden. Letztere haben einen weiteren Vorteil: Sie lassen sich der jeweiligen Situation besonders gut anpassen, weil sie in der Länge noch variabler sind. Mobile Schienenrampen werden oft in einer Transportasche geliefert. Die Preise liegen zwischen etwa 130 und 600 Euro.

Hinweis: Nicht alle Schienenrampen sind für Elektromobile und elektrische Rollstühle geeignet. Diese haben recht breite Reifen und oft eine geringe Bodenfreiheit. So können sie leicht in den Schienenkanten hängenbleiben.

Kassen-Zuschüsse für Rollstuhlrampen

Je nachdem, ob die Maßnahme der Behandlung einer Krankheit dient oder die Person das Hilfsmittel dauerhaft benötigt, kommt als Leistungsträger die Krankenversicherung oder die Pflegeversicherung in Betracht.

Kostenbeteiligung der Krankenkasse © Stockfotos MG, fotolia.com

Auch die Übernahme der Kosten gestaltet sich grundlegend verschieden:

  • Kostenübernahme durch die Krankenkasse: Angenommen, eine Person hat einen Schlaganfall erlitten und ist vorübergehend auf einen Rollator angewiesen. Es existieren jedoch Barrieren in der Wohnung, die in dieser Zeit ein unüberwindbares Hindernis darstellen. Dann wird die Krankenkasse eine Rollstuhlrampe genehmigen. Die Bezeichnung der Produktgruppe 22 im Hilfsmittel-Verzeichnis des GKV-Spitzenverbands lautet Mobile Rampe zum Befahren mit Rollstühlen und Gehhilfen und verweist damit bereits auf die Einschränkung: Für die fest verbauten Modelle ist eine andere Kasse zuständig. Wie für alle Hilfsmittel muss auch für die mobile Rampe ein ärztliches Rezept eingereicht werden. Welches Modell die Krankenkasse dann genehmigt, hängt von den Erfordernissen ab. Hierbei kann das Hilfsmittelverzeichnis eine Orientierungshilfe sein.

Bei nur temporärem Bedarf an Rollstuhlrampe ist die Krankenkasse zuständigTipp: Um zunächst verschiedene Systeme auszuprobieren, bietet sich das Mieten einer Rollstuhlrampe an. Rechnen kann sich dies auch, wenn das Hilfsmittel nur vorübergehend gebraucht wird. Für eine wöchentliche Miete von Rollstuhlschienen muss man mit ca. 10 Euro rechnen.

  • Kostenübernahme durch die Pflegekasse: Angenommen, die genannte Person ist dauerhaft auf einen Rollator oder Rollstuhl angewiesen und bereits als pflegebedürftig eingestuft. Dann werden ihr Leistungen der Pflegekasse zugesprochen. Die Höhe des Zuschusses ist unabhängig vom Pflegegrad und beträgt einmalig bis zu 4.000 Euro. Voraussetzung ist die Umbaumaßnahme bzw. die Verbesserung des Wohnumfelds des/der Versicherten. Eine Einbaurampe kostet zwar selten 4.000 Euro, sind jedoch mehrere Rampen erforderlich oder muss beispielsweise zusätzlich eine Tür verbreitert werden, ist der Betrag schnell erreicht. Für die Genehmigung reicht i.d.R. die Empfehlung des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) aus.

Hinweis: Für feste Rampen im Auto gibt es leider keine Fördermöglichkeiten durch die Kranken- und Pflegekassen.

Eine Rollstuhlrampe ist das ideale Hilfsmittel, wenn Gehbehinderte eine Schwelle oder wenige Stufen überwinden möchten. Die Beweglichkeit zwischen zwei Etagen kann eine Rampe jedoch nicht bieten. Damit Senioren lange in ihrer gewohnten Umgebung bleiben können, lohnt sich gegebenenfalls die Anschaffung eines Treppenlifts.

Источник: https://www.mobil-bleiben.de/hilfsmittel/rollstuhlrampen/

Rollstuhlrampe für Senioren – Barrierefreie Rampen für Rollstühle

Mit Rollstuhlrampen und Rampensystem zu mehr Mobilität und Barrierefreiheit
Zum überwinden kleinerer Hindernisse im Haushalt eignen sich kleine und mobile Rohlstuhlrampen – Foto: Laures/Bigstock

Senioren oder Menschen mit einer körperlichen Behinderung wissen die Vorzüge von Rollstuhlrampen zu schätzen, denn sie ermöglichen mehr Mobilität im Rollstuhl. Aber nicht jedes Modell eignet sich für alle Treppen oder Hauseingänge. Doch welches Produkt ist für die baulichen Begebenheiten und die eigenen Bedürfnisse geeignet? Hier finden Sie die Antwort.

Die verschiedenen Arten an Rampen für den Rollstuhl

Eine Rollstuhlrampe hat die Aufgabe, bestehende Höhenunterschiede auszugleichen und so ein barrierefreies Wohnen zu gewährleisten. Je nach Ausführung unterscheidet man zwischen Flächenrampen und Schienenrampen.

Bei der Kaufentscheidung sollten Sie auf weitere nützliche Eigenschaften achten, die den Alltag erleichtern können.

So kann die Rampe für den Rollstuhl oder den Rollator zum Beispiel zusammenklappbar oder faltbar sowie ausziehbar und somit in der Länge variabel sein.

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Wird die Rampe stationär für einen festen Standort benötigt, spielt das Gewicht keine große Rolle. Die Hauptsache ist jedoch, dass das verwendete Material sehr robust, rutschfest und belastbar sowie insgesamt standfest ist. Wenn die Rollstuhlrampe im Freien genutzt werden soll, eignen sich besonders Materialien, die witterungsbeständig und dennoch leicht zu reinigen und pflegen sind.

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Eine ganz entscheidende Rolle spielt die Steigung, die für ein unfallfreies Benutzen auch vom Gesetzgeber festgelegt ist. Je höher die Treppe, der Absatz oder die Schwelle ist, desto länger muss also auch die Rampe sein.

Denn die Steigung sollte nicht mehr als 6% betragen. Nur so kann der Rollstuhlfahrer sie ohne Hilfe einer Begleitperson bewältigen.

Dies gilt besonders auch für elektrische Rollstühle, da diese über sehr wenig Bodenfreiheit verfügen und bei einer zu starken Neigung zu kippen drohen.

Zuletzt aktualisiert am 2021-02-27 um 10:33 . Wir weisen darauf hin, dass sich hier angezeigte Preise inzwischen geändert haben können. Alle Angaben ohne Gewähr.

Typische Einsatzbereiche für Rollstuhlrampen:

  • für Türschwellen bei Eingangstüren, Balkontüren, oder Terrassentüren
  • für Treppenstufen
  • für Bodenschwellen
  • für Bordsteinkanten
  • für den einfacheren Einstieg in die Dusche
  • für den einfachen Einstieg ins Kfz
  • für den einfachen Einstieg in öffentliche Verkehrsmittel
  • und viele mehr

Einzelheiten der Rampen Vorgaben sind u.a.:

  • die Rampe darf maximal 6 % Steigung haben
  • es soll eine seitliche Aufkantung in einer Höhe von 10 cm (sogenannte Radabweiser) enthalten sein. Gilt nicht für Wände.
  • die Rampe soll beidseitige Handläufe, 3 bis 4,5 cm Durchmesser, sowie 85 cm bis 90 cm Höhe enthalten
  • es soll eine Bewegungsfläche von mindestens jeweils 150 cm x 150 cm am Anfang und Ende der Rampe zur Verfügung stehen
  • die Rampe soll Zwischenpodest von mindestens 150 cm ab einer Rampenlänge von 6 Metern enthalten
  • bei Rampen im Freien muss der reibungslose Ablauf von Wasser gewährleistet sein

Auswahlkriterien für die Rollstuhlrampe

Wer sein Wohnen barrierefrei gestalten möchte, sollte also einiges beachten, bevor er sich eine Rollstuhlrampe für den Hauseingang oder ansonsten unüberwindbare Schwellen anschafft. Stellen Sie sich folgende Fragen und suchen Sie Ihr Modell dementsprechend aus:

Ist genügend Platz, um eine sanfte Steigung zu gewährleisten? Beachtet werden sollte auch, dass bei einer Rollstuhlrampe für Treppen, beispielsweise in einem Treppenhaus, genügend Freiraum für den Fluchtweg verbleiben muss.

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Bei 20 Personen, die das Haus bewohnen, muss die ungehinderte Breite des Flures mindestens 1 Meter betragen, bei Mietshäusern mit 200 Menschen sind es schon 1,20 Meter. Je nach Bauart kann die Rollstuhlrampe als Hindernis gelten und muss somit im Ernstfall wieder entfernt werden.

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Vor dem Kauf und Einbau sollten Sie sich daher genau über die baulichen Bestimmungen informieren. Weiterhin gelten für den öffentlichen Bereich und für Mietwohnungen die DIN-Norm Nr. 18040 (siehe auch hier).

2. Wie hoch ist die Steigung, die bewältigt werden muss?

Eine wichtige Frage ist: Wie hoch ist der zu überwindende Übergang? Soll nur eine Türschwelle überwunden werden oder eine Treppe? Nicht jede Rampe ist für jedes Hindernis geeignet.

Bei einem Vergleich im Internet können Sie sich die unterschiedlichen Modelle und ihre individuellen Eigenschaften anschauen und ein optimales Produkt finden. In der Produktbeschreibung können Sie neben der Größe und Belastbarkeit auch die Verwendungsart und die Rutschfestigkeit erfahren.

Da der minimale empfohlene Steigungsgrad 6% (also 1:6) betragen sollte, benötigen Sie für einen Höhenunterschied von bereits 36 cm oder 2 Treppenstufen eine Rampe von 6 Metern Länge.

3. Soll die Rampe stationär oder mobil eingesetzt werden?

Inzwischen werden Modelle angeboten, die auch mobil eingesetzt werden können und so noch mehr Bewegungsfreiheit garantieren. Diese Rollstuhlrampen bestehen aus einem leichten, aber stabilem Material und können zusammengeklappt oder gefaltet werden.

Dadurch passen sie in einen Kofferraum. Eine geriffelte, gelochte oder Anti-Haft-Beschichtung verhindert auch bei feuchtem Wetter ein Durchdrehen der Räder.

Oder wird die Rampe lediglich als fest montierte Rollstuhlrampe für Treppenstufen und Bodenschwellen genutzt?

4. Für wen ist die Rollstuhlrampe gedacht?

Steht immer eine Begleitperson zur Verfügung, die notfalls einspringen kann, wenn der Rollstuhl seitlich vom Wege abzukommen droht? Wenn nicht, lieber ein Modell mit einer seitlichen Sicherung in Form einer Schiene verwenden.

Источник: https://www.rollstuhl-senioren.de/rollstuhlrampe-fuer-senioren-barrierefreiheit-eigenen-4-waenden/

Im Rampenlicht: Mobile Rollstuhlrampen

Mit Rollstuhlrampen und Rampensystem zu mehr Mobilität und Barrierefreiheit

Zu Fuß nimmt man sie kaum wahr: Schwellen, ein paar Stufen am Eingang und andere unebene Übergänge. Rollstuhlfahrer können diese Hürden ganz schön ausbremsen, und es gibt sie in Massen. – Eine Behinderung, die heilbar ist: mit Rampen.

Das Hilfsmittelverzeichnis des Spitzenverbandes der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) führt (externer Link) 94 verschiedene mobile Rampensysteme (Stand: September 2020): Das spiegelt nicht zuletzt die Vielzahl von Barrieren wider, mit denen mobilitätseingeschränkte Leute jeden Tag konfrontiert sind. Die zu beseitigen, ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Dem Einzelnen bleibt vorerst nur, wenigstens sein eigenes Zuhause so barrierefrei wie möglich zu gestalten. Mobile Rampen lassen sich ggf. auch mitnehmen.

Sicher von Ebene zu Ebene

Die Norm DIN 18040-1 beschreibt den Standard für Rampen im öffentlichen Bereich (BKB Bundeskompetenzzentrum Barrierefreiheit, 2015). Ihre Anwendung wird in den technischen Baubestimmungen der Bundesländer geregelt.

Steigung

Nach DIN-Norm darf eine öffentliche Rampe maximal 6 % Steigung haben. Im privaten Bereich ist die DIN-Norm nicht verbindlich. Aber auch hier gibt es Erfahrungswerte. Das Portal nullbarriere.de empfiehlt folgende Werte für die Steigung von Rollstuhlrampen:

  • Rollstuhlrampen für Selbstfahrer: 6 %
  • Kräftige Selbstfahrer: 6 % bis 10 %
  • Es wird von einer kräftigen Person geschoben: 12 % bis 20 %
  • Es wird von einer schwachen Person geschoben: max. 12 %
  • Elektroantrieb (Steigung lt. Bedienungsanleitung): bis ca. 20 %

Zu dieser Einteilung hat nullbarriere.de auch das Verhältnis von Rampenlänge und Stufenhöhe je nach Steigung (6 %/12 %/20 %) aufgeführt. Welche Steigung für den individuellen Gebrauch geeignet ist, sollte in einem Praxistest zuvor erprobt werden.

(nullbarriere.de – barrierefrei behindertengerecht planen – bauen – wohnen, 2015)

Rollrampe mit Handlauf (Copyright: AHA! Effekt-Technik Vertrieb GmbH Köln)

Antirutschbeläge

Neben der geeigneten Steigung wird die Sicherheit auch durch Antirutschbeläge wie ein rutschhemmendes Lochprofil oder Gummierung einer Rampe gewährleistet.

Längskanten

Je nach Bedarf können sogenannte „Radabweiser“ die Kanten begrenzen. Damit sind hochstehende Längskanten gemeint, die die Räder des Rollstuhls führen und vor dem Abrutschen bewahren. Im öffentlichen Bereich sind sie Pflicht und müssen 10 cm hoch sein. Für Rampen im privaten Bereich besteht dazu keine Verpflichtung. Meist bieten Hersteller Varianten mit und ohne Radabweiser an.

Mobile Rampen für jede Lebenslage

In Abhängigkeit von Steigung, Stufenhöhe und Rollstuhlmodell gilt es die genau passende individuelle Lösung für jeden Höhenunterschied zu finden. Dafür sollten Betroffene sich umfassend beraten lassen.

Die im Hilfsmittelverzeichnis der GKV aufgeführten Hilfsmittel dienen lediglich als Richtschnur und Auslegungshilfe. Sie bedeuten keinen Ausschluss von der Leistungspflicht für nicht genannte Rampensysteme.

Entscheidend ist immer, ob ein Hilfsmittel medizinisch notwendig ist.

Einteilige Rampen/Brücken

Starre Rampen zur Überbrückung von Türschwellen haben zwei oder drei unterschiedlich lange Schenkel. Sind sie zweischenklig, kann der kurze Schenkel auf der Schwelle aufliegen oder leicht schräg darüber verlaufen, sodass er nur mit der abschließenden Kante aufliegt.

Einteilige Rampen mit drei Schenkeln verlaufen wie eine Brücke über das Hindernis bzw. liegen mit dem Mittelteil auf.

Zweiteilige Rampen

Während die einteilige Rampe auf eine bestimmte Ebene führt, leitet die zweiteilige Rampe auch wieder hinab. Sie eignet sich z. B. für Podeste, breite Schwellen o. ä. Eine zweiteilige Rampe besteht also aus zwei starren separaten Rampen für dieselbe Höhe, die gegenüberliegend genutzt und einzeln entfernt werden können, z. B. um eine Tür zu schließen.

Dreiteilige Rampen

Dreiteilige Rampen besitzen im Gegensatz zur zweiteiligen Rampe noch ein verbindendes Mittelstück. Dadurch sind sie für alle Schwellenarten geeignet.

Rampensystem von excellent Systems A/S; gesehen bei T-RV, Rheinstetten

Rampensysteme

Rampensysteme eigenen sich, um unterschiedliche Höhen flexibel ausgleichen zu können. Versatzstücke lassen sich auch übereinander schichten; so kann ist System für verschiedene Barrieren einsetzbar.

Doppelrampen

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Die Doppelrampe besteht aus zwei Schienen, die mit Abstandhaltern parallel nebeneinander laufen und in unterschiedlichen Längen und Spurbreiten sowie mit verschiedenen Beschichtungen erhältlich sind (siehe 1. Foto). Die Abstandhalter können dem jeweiligen Rollstuhl flexibel angepasst werden.

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Teleskoprampen

Viele Hersteller bieten ausziehbare Doppelrampen in verschiedenen Spurbreiten.

Klapprampen

Sie können je nach Modell mittig in Längsrichtung oder quer bzw. in mehreren Abschnitten zusammengeklappt werden. Klapprampen in Leichtbauweise mit Tragegriffen eignen sich am besten für den Transport.

Breite zusammenklappbare Rampe von Guldmann, Hilfsmittelnr. 22.50.01.0015

Rollrampen

Rollrampen in verschiedenen Breiten lassen sich durch ihre kettenartige Konstruktion aufrollen und so ggf. platzsparend verstauen.

„Roll-A-Ramp“, in Deutschland vertrieben von AHA! Effekt-Technik Vertrieb GmbH Köln; Hilfsmittelnummer 2250010043, -44, -45 sowie -49

Stege

Stege entsprechen der DIN-Forderung nach beidseitigen Handläufen. So finden Nutzer eine zusätzliche Begrenzung, die ggf. mehr Sicherheit bietet. Im öffentlichen Raum müssen diese Handläufe einen Durchmesser von 3 bis 4,5 cm haben, 85 bis 90 cm hoch sein und mit einer Rundung nach unten oder zur Seite abschließen.

Wer übernimmt die Kosten?

Betroffene müssen nicht wissen, ob die Krankenversicherung oder die Pflegeversicherung oder ein anderer Rehaträger als Kostenträger für mobile Rampen infrage kommt: Sie können ihren Antrag an einen Rehaträger richten, von dem sie vermuten, dass er zuständig ist. Falls z. B.

die Krankenkasse das nicht ist, muss sie den Antrag innerhalb von 2 Wochen an die zuständige Stelle weiterleiten (Zuständigkeitsprüfung; § 14, 9. Sozialgesetzbuch) – es sei denn, es besteht auch gegenüber allen anderen Leistungsträgern kein Anspruch. Das gilt im Übrigen für alle Anträge an Sozialleistungsträger.

Siehe auch: Medizinische Hilfsmittel; Medizinische Hilfsmittel beantragen (1)

Mobile Rampen für Deutschland

„Tausendundeine Rampe“ empfahl der Sozialhelden e. V. schon 2012 ganz Deutschland und verteilte einige Hundert mithilfe von Spenden an öffentliche Einrichtungen, vor allem in der Gastronomie. Mittlerweile kann man die mobile „Wheelramp“ auch kaufen. Siehe: Auf neuen Wegen mit Wheelramp.

Источник: https://www.der-querschnitt.de/archive/19329

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