Modernes Leben auf dem Land

Progressive Provinz: Was das moderne Landleben braucht

Modernes Leben auf dem Land

Nach der Urbanisierung ist vor dem Landidyll. Immer mehr Menschen zieht es wieder in Kleinstädte und Dörfer. Wie sich Kommunen für das moderne Leben rüsten.

Vom Land in die Stadt – und wieder zurück

Urbanisierung ist einer der Megatrends, die für nachhaltige Veränderung sorgen. Und allseits ist bekannt, dass vor allem viele junge Leute ihrer ländlichen Heimat den Rücken zukehren und sich ins vermeintlich aufregendere Stadtleben stürzen.

Doch inzwischen ist noch eine andere Bewegung erkennbar.

Denn immer häufiger treibt es eben diese Menschen wieder zurück aufs Land – und auch den ein oder anderen eingefleischten Städter reizt mittlerweile der Gedanke an das idyllische Leben fernab vom Warten auf die S-Bahn und Hupkonzerten an Kreuzungen.

Sei es aufgrund des doch nicht so berauschenden City Life, sich verändernden Lebensumständen oder dem Wunsch, Landluft zu schnuppern.

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Die Gründe mögen vielfältig sein, doch die Konsequenz bleibt dieselbe: Der ländliche Raum muss auf den Zuzug vorbereitet sein. Und daran scheint es derzeit noch zu hapern.

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Welche Voraussetzungen erfüllt sein sollten und wie das Leben auf dem Land moderner wird.

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Kleinstadtcharme jetzt auch modern

Städte gelten nach wie vor als Lebensraum der Zukunft voller Innovation, Dynamik sowie individueller und wirtschaftlicher Entfaltungsmöglichkeiten. Doch auch ländliche Räume bieten Zukunftspotenzial.

Natürlich braucht es die ein oder andere Neuerung, um den wachsenden Anforderungen des alltäglichen Lebens gerecht zu werden. Diese stehen allerdings bereits in den Startlöchern.

Wachsende Mobilität, die Etablierung digitaler Netzwerke und die Förderung ökonomischer Möglichkeiten sind in ländlichen Regionen auf dem Vormarsch. Was den provinziellen Aufschwung vorantreibt.

1. Digitale Infrastruktur

Mit den wachsenden Möglichkeiten der Digitalisierung steigen auch die Anforderungen an die notwendige Infrastruktur. Und diese ist in ländlichen Regionen vielerorts nicht uneingeschränkt vorhanden.

Aber genau dort sind die digitalen Technologien von Vorteil, können sie doch Distanzen überbrücken. Zusätzlich steigern sie die Effizienz, verbessern die Vernetzung und machen die Verfügbarkeit beständig.

Kurzum: Sie reduzieren die strukturellen Nachteile des Landlebens.

Verlassen viele Menschen ländliche Gebiete, um in Großstädten ihre beruflichen Chancen zu verbessern, hat spätestens 2020 unmissverständlich gezeigt, dass die meisten von uns ihre Arbeit unabhängig vom Standort erfüllen können.

Von gemeinsamer Dokumentenbearbeitung über Online-Plattformen bis zu firmenübergreifenden Video Calls: Distanz ist keine Hürde mehr – oder sollte es zumindest nicht sein.

Dafür muss das einwandfreie Funktionieren dieser Dienste mithilfe einer zuverlässigen, leistungsfähigen und flächendeckenden Breitbandinfrastruktur gewährleistet sein.

So können Angestellte einer großen städtischen Firma zukünftig aus dem Home Office in pittoresker Lage arbeiten. Und auch das ökonomische Wachstum von Unternehmen scheitert nicht an strukturellen Faktoren.

Der Einsatz digitaler Technologien ermöglicht Firmen dann beispielsweise die Erschließung von Kunden in abgelegenen Dörfern durch das Anbieten virtueller Beratungsgespräche – und erspart dem Dorewohner den Anfahrtsweg.

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2. Optimierte Logistik und Nahversorgung

Von der Digitalisierung profitiert auch die Logistik. Denn diese steht in ländlichen Räumen vor besonderen Herausforderungen. Verbunden mit der geringen Siedlungsdichte ergeben sich weite Distanzen von den Lagerzentren zum Zustellort und zwischen den einzelnen Kunden.

Dennoch erwarten diese, ihre Lieferungen ebenso schnell zu erhalten, wie es in Städten typisch ist. Die Digitalisierung logistischer Prozesse bietet deswegen große Chancen, um eine vernetzte und umweltfreundliche Logistik zu schaffen.

Digitale Anwendungen sorgen für eine effiziente Routenplanung und Prognosen für bessere Planbarkeit.

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Weitere Innovation bringen digitale Logistiknetzwerke. Denn Lebensmittellieferdienste, die sich mancher Kleinstadtbewohner wünschen würde, sind nach wie vor am stärksten in Ballungszentren vertreten. So ermöglicht beispielsweise die Idee der Smart Regions ihren Kunden, Waren bei lokalen Einzelhändlern via Online-Plattform zu bestellen.

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Andere Nutzer der Plattform stellen diese Lieferungen zu und erhalten dafür eine Provision. Damit können Warenströme bedarfsgerecht und kostengünstig optimiert werden. Alternativ bieten auch digitale Dorfläden besonders für Dörfer ohne Supermarkt eine verbesserte Nahversorgung.

Ein kleiner Store mit Selbstbedienungskasse und Zutritt per Kundenkarte schafft so neue Lebensqualität.

Gibt es jedoch den klassischen Dorfladen im Zentrum, kann dieser zugleich als lokaler Logistikknoten fungieren. Kleinere Waren werden dann von Logistikunternehmen zum Laden gesendet, wo sie entweder von den Kunden abgeholt oder über ein autonomes Auslieferungssystem an die Adressierten weitergeleitet werden.

3. Innovative Mobilitätskonzepte

Kleinstädte und Dörfer können nicht mit dem öffentlichen Verkehrsnetz aufwarten, das Großstädte zu bieten haben. Und das müssen sie auch gar nicht. Dennoch sollten moderne Mobilitätskonzepte auch für Menschen auf dem Land verfügbar sein.

Während es in Ballungsgebieten von Sharing-Angeboten regelrecht wimmelt, lässt sich in vielen Kleinstädten davon nur träumen. Dabei gibt es gerade dort, wo die Alternativen deutlich geringer sind, enormes Potenzial. Denn der eingeschränkte öffentliche Nahverkehr lässt ein eigenes Auto oft zur Notwendigkeit werden.

Doch das hat und will schließlich nicht jeder. Sharing-Anbieter für E-Bikes und elektrische Roller sollten ihre umweltfreundlichen Flotten für die Letzte Meile daher auch in abgelegenen Regionen ausbreiten. So ging Share2move bereits 2018 mit dem ersten ländlichen Elektroroller-Sharing Deutschlands im Emsland an den Start.

Reservierung, Buchung und Entriegelung erfolgen dabei ausschließlich per App.

Mobilität und Digitalisierung werden zudem bei Ruussen mit flexiblen Fahrplänen inklusive Fahrgast-App vereint. Door2door beispielsweise unterstützt mit Kleinbussen Kommunen und Verkehrsunternehmen bei der Schließung von Lücken im öffentlichen Personennahverkehr.

Mit Blick auf die Zukunft sehen Experten auch im autonomen Fahren Chancen für den ländlichen Raum. So seien fahrerlose Busse mit festen Routen möglich.

Diese könnten durch weitere automatische Fahrzeuge auf der Letzten Meile ergänzt werden. Die Möglichkeiten sind ebenso groß wie der Bedarf.

Kommunen und Staat müssen daher aktiv werden, um das Potenzial der aussichtsreichen Innovationen dort zu etablieren, wo es gebraucht wird.

Innovative Entwicklungen in der Mobilität und Logistik zeigt die Hypermotion noch bis zum 10. Dezember 2020 mit virtuellen Inhalten ihres digitalen Events.

Artikelbild: Eyeem

Источник: https://www.businessinsider.de/gruenderszene/sponsored-post/progressive-provinz-was-modernes-landleben-braucht-hypermotion-2020-12484/

Das neue Landleben: Leben und Arbeiten auf dem Land

Modernes Leben auf dem Land

Derzeit leben zwei Drittel der Menschen in Deutschland in Städten, weltweit bald 80 Prozent in Ballungsgebieten; Tendenz steigend.

Die Jobs der Zukunft entstehen in den Ballungszentren – und wo die Arbeit ist, da ziehen auch die Menschen hin. Schlechte Karten für das Landleben – könnte man meinen.

Aber, entsteht da gerade eine Gegenbewegung für ein neues Landleben? Die Anzeichen mehren sich.

Landleben: Digitalisierung eröffnet neue Möglichkeiten

Vergangenen Sommer las man im Tagesspiegel über Start-ups mit Stallgeruch und in der Süddeutschen Zeitung über Städter und warum sie aufs Land ziehen. Hintergrund der Berichterstattung war eine Studie des Berlin Instituts für Bevölkerung und Entwicklung in Zusammenarbeit mit dem gemeinnützigen Verein Neuland 21 mit dem Titel „Urbane Dörfer.

Wie digitales Arbeiten Städter aufs Land bringen kann.“ Diese befasst sich mit alternativen Wohn- und Arbeitsformen auf dem Land, besonders in den Regionen Ostdeutschlands, die seit Jahren, ja Jahrzehnten mit Bevölkerungsschwund zu kämpfen haben. Von Vergreisung und einem Sterben der Dörfer ist die Rede.

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Die meisten – vor allem jungen Bewohner – wandern ab in die Städte. Dorthin, wo sie Arbeitsplätze finden. Auf der anderen Seite stehen junge Stadtbewohner, von denen laut Umfrage des Berlin Instituts 60 Prozent im Grünen wohnen und arbeiten wollen und dafür neue Ideen generieren und umsetzen wollen.

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Die Digitalisierung und die neuen, flexiblen Arbeitsformen, die sie mit sich bringt, eröffnet hier ganz neue Möglichkeiten.

Landluft macht frei

Entscheidendes Kriterium für das neue Landleben: Die Doppelhaushälfte in der Neubausiedlung ist nicht das Modell, das die Vordenker anstreben.

Kollektive, Kommunen oder Genossenschaften sind die Organisationsformen, die sie bei Wohnen, Arbeiten und Besitzverhältnissen anstreben.

Ein urbanes Leben im gewohnten Kiez – nur mit Wald und Wiese drum herum sozusagen. Freiheit und Selbstbestimmung in Berufs- und Privatleben.

So sind die urbanen Dörfler auch vermehrt Freelancer,Freiberufler und Kreative – Menschen, die in Organisation und Inhalt ihrerArbeit ein hohes Maß an Eigenständigkeit anstreben und verwirklicht haben.Menschen, die die Möglichkeit des zeit- und ortsungebundenen Arbeitens, die dieDigitalisierung mit sich bringt, nutzen können.

Stadtleben vs. Landleben: Ist die Urbanisierung nachhaltig?

In der Tat kann man sich fragen, ob das Wohnen und Arbeitenin den Ballungszentren nachhaltig ist und langfristig eine Zukunft hat. Vorallem vor dem Hintergrund von

  • Platzmangel und Wohnungsnot in den Städten, die sich trotz des demografischen Wandels wohl noch weiter verschärfen wird. Zuwanderung und steigender Wohnraumbedarf pro Person bei gleichzeitig sinkender Haushaltsgröße sind die Ursachen.
  • In den Ballungszentren München, Frankfurt am Main, Stuttgart und Berlin werden die Miet- und Kaufpreise für Immobilien von einem ohnehin schon sehr hohen Niveau noch weiter steigen. Ein Großteil des Einkommens (jeder 6te Haushalt zahlt mehr als 40% des Nettoeinkommens dafür) muss schon heute für Miete aufgewendet werden – Tendenz steigend.
  • Schlechte Luftqualität durch Feinstaubbelastung, überhöhte Stickoxidwerte, kaum Naturausgleich, Lärm durch überdimensionierten Verkehr lassen das Wohnen in den Städten zur Gesundheitsgefahr werden.

Das neue Landleben: Projekte

Neben Neuland 21 gibt es weitere Initiativen, die das Landleben in die Zukunft führen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie auf gemeinschaftliches Zusammenleben setzen und Wohnen und Arbeiten miteinander verbinden.

Exemplarisch stelle ich hier die Initiative Nowpow in Nordrhein-Westfalen, Schloss Blumenthal in Bayern und das Kodorf in Wiesenburg vor. Wohlwissend, daß es noch viele spannende Beispiele mehr gibt.

Ich freue mich natürlich sehr über Eure Erfahrungen und Ergänzungen mit weiteren Beispielen.

Nowpow

Das Konnektiv Nowpow hat bereits einen Kreativort im Bergischen Land geschaffen, an dem miteinander Bekannte und Unbekannte gemeinsam arbeiten (Co-Working) und leben.

Nun will sich das Konnektiv vergrößern und ein altes Landgut erwerben – gemeinsam mit einem Immobilieninvestor.

Hier soll das Projekt des gemeinschaftlichen Lebens und Arbeitens jenseits der Stadt fortgesetzt werden, für das die Initiative noch Partner sucht – Botschafter, Nutzer, Gestalter und Investoren sind willkommen.

Bei Nowpow dreht sich alles um Innovationen. In der freien Atmosphäre, die die Querdenker des Konnektivs bieten, entstehen neue Ideen und Möglichkeiten des Zusammenarbeitens, der Unternehmenskultur und des Team-Buildings.

Schloss Blumenthal

Noch enger ist das Zusammenleben bereits auf Schloss Blumenthal. Ein Ort den ich in meiner Jugend sehr oft besucht habe. Meine damalige Schule war nur wenige Kilometer entfernt. Die denkmalgeschützte Anlage wurde im 16.

Jahrhundert erbaut, war im Besitz des Deutschherren-Ordens und der Fugger.

Die Mehrgenerationen-Gemeinschaft aus 43 Erwachsenen und 18 Kindern betreibt dort ein Hotel, eine Gaststätte, einen Biergarten, eine solidarische Landwirtschaft und bietet Raum für Tagungen und Seminare sowie zahlreiche Events.

Alle Entscheidungen werden von den Bewohnern, von denen ein Teil Eigentümer, ein Teil Mieter sind, gemeinsam getroffen. Jeder Blumenthaler soll und darf seine Fähigkeiten und Kompetenzen für die gemeinsame Vision, die auf den Säulen Soziales, Ökonomie, Kunst und Kultur, Gesundheit und Bewusstsein fußt, einbringen.

KoDorf

Das KoDorf möchte die Annehmlichkeiten von Stadt und Land miteinander vereinen. Naturnähe und gute Infrastrukturanbindung in einem. Das Projekt, das derzeit Flächen in ganz Deutschland sucht und erwirbt, baut eigene Dörfer: Ansammlungen von kleinen Häusern und großzügigen Gemeinschaftsflächen.

Co-Workingspace, Gemeinschaftsküche zum gemeinsamen Kochen und Essen, Werkstätten, Yoga-Räumen, Kita und Hofladen – wie die Flächen genau genutzt werden, entscheiden die Bewohner gemeinschaftlich. Jede Partei baut ihr eigenes Haus – damit kommt das Projekt ohne Investoren aus. Jeder beteiligt sich mit seinem eigenen Kapital und wird dadurch zum Mitunternehmer.

Auch hier stehen also gemeinsame Verantwortung und Gestaltung im Vordergrund.

Neues Landleben: Welche Rahmenbedingungen sind nötig?

Die vorgestellten Projekte zeigen: Es tut sich was in den Köpfen der Menschen. Der Run auf die Städte scheint zumindest hinterfragt zu werden.

Aber um das Landleben für noch mehr Menschen attraktiv zu machen und die Chancen, die die Digitalisierung für den ländlichen Raum und das Arbeiten auf dem Land jenseits des Kuhstalls möglich und attraktiv zu machen, bedarf es auch der entsprechenden politischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen.

Vor knapp drei Jahren hat die Bertelsmann Stiftung dazu eine Studie mit dem Titel „Digitale Zukunft auf dem Land“ veröffentlicht. Darin schreiben die Autoren:

„Die geringere Bevölkerungsdichte auf dem Land ist Segen und Fluch zugleich.

Auf der einen Seite führt sie zu den von den Einwohnern geschätzten Vorteilen der Beschaulichkeit, der Übersichtlichkeit und einer naturnahen Umgebung, die einen Gewinn an Lebensqualität darstellen, auf der anderen Seite oft zu langen Pendelwegen, weniger sozialer und technischer Infrastruktur mit leistungsschwachen Internet-Verbindungen.“

Bertelsmann-Studie “Digitale Zukunft auf dem Land”[attention type=yellow]

Der flächendeckende Ausbau von Breitband-Verbindungen ist einewichtige Voraussetzung, um Arbeiten und Leben auf dem Land zu ermöglichen.

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Denndie Digitalisierung ermöglicht erst das Zusammenarbeiten auf Distanz –unabhängig von gemeinsamen physischen Orten.

Texte lassen sich gemeinsambearbeiten, Videotelefonie ermöglicht Besprechungen, große Datenmengen lassensich sicher und schnell übertragen.

Neben den technischen Möglichkeiten gilt es jedoch auch, seitens der Kommunen eine Unterstützungskultur zu etablieren für diejenigen, die sich für die Neuentdeckung des ländlichen Raumes engagieren und rechtliche Hürden abzuschaffen, statt, wie so oft, dem Neuen mit Misstrauen und Skepsis zu begegnen.

Damit nicht nur Freiberufler, sondern auch klassisch Angestelltedie Möglichkeiten des Landlebens besser nutzen können, müssen die Arbeitgeberund Unternehmen ihren Mitarbeitern mehr Freiräume einräumen: Homeoffice stattPräsenzkultur sind gefragt. Zudem müssen Unternehmen die entsprechenden Toolsbereitstellen, um virtuelle Zusammenarbeit und sichere Datenübertragung zugewährleisten. Agile und selbstorganisierte Prozesse erhöhen ebenfalls den Gradder Selbstbestimmung.

Arbeit und Leben verbinden – mit Purpose

Der neue Wunsch nach einem integrierten Leben und Arbeiten auf dem Land fügt sich ein in den Wunsch vieler hochqualifizierter Fachkräfte nach einem ganzheitlichen Sinn ihrer Tätigkeit – auch Unternehmen definieren sich immer mehr über Purpose und weniger über Umsatz und Gewinn um jeden Preis.

Es liegt damit nahe, Leben und Arbeiten wieder näher zusammenzubringen, statt die Sphären strikt voneinander zu trennen.

Gleichzeitig steht in den alternativen Wohn- und Arbeitsprojekten auf dem Land stets der ganze Mensch mit seinen Fähigkeiten und Kompetenzen im Mittelpunkt; Fähigkeiten, die er sowohl in seiner Erwerbsarbeit als auch in der Gestaltung der Projekte und seiner Umgebung einbringen soll und kann. Für viele der neuen Landbewohner ist das Zusammenarbeiten und -leben daher eine Antwort auf die Suche nach Sinn – im Arbeits- und im Privatleben.

Wie sieht das bei Ihnen aus – wo und wie wollen Sie wohnen und arbeiten?

Quelle Titelbild: Walter Sturn unsplash

Источник: https://stephangrabmeier.de/das-neue-landleben/

Modernes Leben und Wohnen: Handbuch mit zukunftsorientierten Wohnmodellen für junge Erwachsene am Land

Modernes Leben auf dem Land

STEINBACH AN DER STEYR. Das Regionalforum Steyr-Kirchdorf beschäftigt sich gemeinsam mit der OÖ. Zukunftsakademie und der Kunstuniversität Linz seit einem Jahr mit der Frage, wie sich junge Erwachsene ein modernes Leben und Wohnen am Land vorstellen. Nun sollen in einem Projekt passende Wohnmodelle erarbeitet werden.

Um dem Wegzug junger Erwachsener entgegen zu wirken, hat sich die Region Steyr-Kirchdorf bereits 2014 gemeinsam mit der OÖ. Zukunftsakademie dem Thema „Weggehen. Zurückkommen. Verbunden bleiben.“ gewidmet und das Wanderungs- und Bleibeverhalten junger Menschen in peripheren ländlichen Regionen analysiert.

Drei Gründen für ein Weggehen, Dableiben und Zurückkommen am Land

„Wir haben in fünf ausgewählten Gemeinden eine Umfrage gemacht und junge Erwachsene nach deren Gründen für ein Weggehen, Dableiben und Zurückkommen am Land gefragt. Wir haben festgestellt, wie die Lebensplanung dieser Menschen aussieht.

Es wurde deutlich, dass es drei Gründe für einen Wegzug aus ländlichen Regionen gibt: das Fehlen eines Arbeitsplatzes, geringe Ausbildungsmöglichkeiten und mangelnde Wohnangebote“, berichtet Landtagsabgeordneter, Bürgermeister Christian Dörfel (ÖVP), Obmann vom Regionalforum Steyr-Kirchdorf.

 Die Wohnformen im ländlichen Raum werden den Wünschen und Bedürfnissen von jungen Erwachsenen im Alter zwischen 20 und 35 Jahren oftmals nicht gerecht.

Der Landflucht mit modernen Wohnmodellen entgegenwirken

Damit die Gemeinden hier konkret gegensteuern und der „Landflucht“ junger Menschen bewusst entgegenwirken können, wurde das Handbuch „Modernes Leben und Wohnen – Zukunftsorientierte Wohnmodelle für junge Erwachsene im ländlichen Raum“ erarbeitet.

„Wir versuchen der Landflucht rechtzeitig entgegenzuwirken und Gemeinden, Hauseigentümern und jungen Menschen Beispiele zu geben, dass sie ihren Traum vom Wohnen verwirklichen können“, so Dörfel. Damit sollen Denkanstöße geliefert werden, damit sich die Gemeinden Gedanken machen. Viele Bauernhäuser, große Häuser im Ortszentrum oder Gewerbebetriebe stehen leer oder sind untergenutzt.

„Wir wollen zeigen, welche Möglichkeiten es gibt. Es soll dann eine Eigendynamik der Gemeinden entstehen“, erklärt der Obmann.

21 Inspirierende Wohnmöglichkeiten für junge Erwachsene

In dem Handbuch sind 21 Wohnmodelle aufgeführt.

Ob der „Wohnjoker Kalkbreite“, das „Wohn-Loft“ im Supermarkt oder das Coworking & Cohousing Projekt „SMARTUP“ – diese neuen, zum Teil auch städtischen Ansätze lassen sich in einer ländlichen Region wie Steyr-Kirchdorf sehr gut umsetzen.

Vor allem für die Belebung der Ortszentren mit jungen Erwachsenen sind innovative Ansätze geeignet. Hier bieten leerstehende oder untergenutzte Häuser eine gute Möglichkeit, neue Wohnmodelle umzusetzen.

So vielfältig kann das Wohnen sein

„Es geht uns darum zu zeigen, wie vielfältig das Wohnen sein kann“, berichtet Johann Lefenda, Leiter der OÖ Zukunftsakademie, welche die Abteilung „die Architektur“ der Kunstuniversität Linz beauftragte, visionäre Modellprojekte, zukunftsorientierte Lösungen und inspirierende Ideen zu recherchieren. Für die Studie wurden zahlreiche in- und ausländische Beispiele gesichtet und anschaulich auereitet. Johann Lefenda, Leiter der OÖ Zukunftsakademie, ist überzeugt: „Es ist essentiell für die Zukunft ländlicher Regionen, jungen Erwachsenen ein attraktives Lebensumfeld zu bieten. Die OÖ. Zukunftsakademie möchte mit diesem Projekt Handlungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene aufzeigen und Gemeinden in ganz Oberösterreich dazu motivieren, innovative Wohnmodelle für junge Erwachsene zu forcieren.“

Bedürfnisse junger Erwachsener

„Wir sind bei der Recherche von den Bedürfnissen der jungen Erwachsenen ausgegangen“, berichtet Richard Steger von der Kunstuniversität Linz.

Steger bezieht sich auf Bedürfnisse wie günstige Miete, rasche Verfügbarkeit, geringe Verbindlichkeit, individuelle Förderungen, hohe Flexibilität, Gemeinschaft und Nachhaltigkeit, Mobilität und Freizeitangebote.

„Im Handbuch wird jedes Projekt einleitend mit einer kurzen Geschichte beschrieben. Diese Fallbeispiele sind meistens frei erfunden, aber sehr realitätsnahe“, erklärt Richard Steger.

Präsentation des neuen Handbuchs

Am 15. Mai werden ab 18 Uhr in der Nachhaltigkeitsschmiede Steinbach/Steyr die OÖ. Zukunftsakademie und das Regionalforum Steyr-Kirchdorf das neue Handbuch präsentieren. Richard Steger von der Kunstuniversität Linz wird die 21 Projekte zum Leben und Wohnen junger Erwachsener im Überblick vorstellen.

Und Christian Dörfel wird als Obmann des Regionalforums Impulse für Gestaltungs- und Umsetzungsmöglichkeiten von Wohnmodellen in Gemeinden präsentieren.

 Eingeladen sind alle Gemeinden, die ein Wohnmodell für junge Erwachsene in ihrer Gemeinde entwickeln möchten, junge Erwachsene, die ihre Ideen einbringen und konkret die geplanten Wohnmodelle in den Gemeinden mitgestalten wollen und Hausbesitzer, die ihr Objekt als Wohnmöglichkeit für junge Erwachsene nutzen möchten.

Start eines innovativen Agenda 21-Modellprojekts mit interessierten Gemeinden

„Auf Basis des neuen Handbuches können wir gemeinsam innovative Wohnmodelle aufgreifen und mit den interessierten Gemeinden so weiterentwickeln, dass sie gut zur Region passen“, erklärt Sonja Hackl, Regionalmanagerin für Nachhaltigkeit & Umwelt und Projektleiterin. „Das Regionalforum Steyr-Kirchdorf wird als Projektträger mit ausgewählten Gemeinden zwei Wohnmodelle aus dem neuen Handbuch umsetzen. Welche zwei Modelle das sein werden, hängt von den Bedürfnissen und Wünschen der Gemeinden ab“, so Hackl weiter.

Johannes Brandl von der SPES Zukunftsakademie wird dieses Agenda 21-Projekt moderierend und inhaltlich begleiten: „Die Gemeinden werden dabei unterstützt, wie sie das Modell auf die jeweiligen Rahmenbedingungen ihrer Gemeinde hin umsetzen können.“ Die konkreten Planungen am Objekt müssen die Gemeinden wie bisher mit ihren Architekten und Ortsplanern vor Ort konkretisieren.

Im Sommer 2018 endet das Agenda 21-Projekt des Regionalforum Steyr-Kirchdorf. Die beteiligten Gemeinden, jungen Erwachsenen und Hausbesitzer werden dann der Region ihre Konzepte für die Wohnmodelle junger Erwachsener präsentieren.

Handbuch nach der Präsentation online

Das Handbuch wird nach der Auftaktveranstaltung auf der Homepage der OÖ. Zukunftsakademie unter www.ooe-zukunftsakademie.at verfügbar sein.

Источник: https://www.tips.at/nachrichten/kirchdorf/land-leute/391634-modernes-leben-und-wohnen-handbuch-mit-zukunftsorientierten-wohnmodellen-fuer-junge-erwachsene-am-land

Urbanisierung: Die Stadt von morgen

Modernes Leben auf dem Land

In den hoch urbanisierten Räumen verändert sich auch das Verständnis von Landschaft.

Landschaft ist kein unberührter Naturraum vor den Toren der Städte, sondern wird ein wichtiger Bestandteil mitten in der Stadt, der zu einer hohen Lebensqualität und einem besseren Stadtklima Intelligente Stadtkonzepte und smarte Designs vereinen die Potenziale von Natur und Technik beiträgt.

Mit den zukünftigen klimatischen Veränderungen stehen Städte vor neuen Herausforderungen: Beton und Asphalt verwandeln sich im Sommer zu Hitzespeichern, und die zunehmend heftigeren Regenfälle bringen Abwassersysteme an ihre Grenzen. Intelligente Stadtkonzepte und smarte Designs vereinen die Potenziale von Natur und Technik.

Grüne Fassaden regulieren die Temperatur in der Stadt und verbessern die Luftqualität. Smarte Materialien und Oberflächen erzeugen Energie. Alte Industrieanlagen und nicht mehr benötigte Infrastrukturen, wie die ehemalige Highline in New York, werden zu grünen Naherholungsräumen.

Die steigende Wasserqualität ermöglicht spontanen Badespaß mitten in der Stadt. Kopenhagen, die grüne Hauptstadt Europas 2014, hat durch seine Umweltpolitik und die Verschmelzung von Landschaft und Stadt ein Höchstmaß an Lebensqualität geschaffen – und ist damit als Standort für Unternehmen und die Creative Class äußerst attraktiv.

Ecopolis

Um die Relativität von Zahlen aufzuzeigen, geben Städte ein hervorragendes Beispiel ab: Flächenmäßig bedecken sie lediglich zwei Prozent der Erdoberfläche. Dabei verbrauchen sie aber 75 Prozent der weltweit benötigten Energie und produzieren 80 Prozent aller Treibhausgase.

Mit neuen technischen Entwicklungen und klimapolitischen Vorgaben wird es möglich sein, den Energieverbrauch der Städte drastisch zu verringern und sie teilweise sogar zu Energieerzeugern zu machen. Gerade Dörfer und Kleinstädte werden in Zukunft einen Teil der benötigten Energie für Großstädte erzeugen.

Die Eigentumsverhältnisse beeinflussen diesen Trend: Eigenheimbesitzer sanieren energetisch und verwandeln ihre Häuser zu kleinen Kraftwerken. Steigende Energiekosten sind dabei ein wichtiger Treiber. Windkraft- und Solaranlagen können in der nahen Umgebung installiert werden.

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Die überschüssige Energie dieser Dörfer wird dann über das Smart Grid in die Städte der Umgebung geleitet.

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Der neue Lokalismus gewinnt nicht nur bei der Energiegewinnung an Relevanz. Auch die Lebensmittelproduktion findet teilweise direkt vor der Haustür statt. Schon jetzt zeigt sich: Kaum noch eine Metropole, in der nicht gesät, gejätet und geerntet wird.

Auf Flachdächern, Brachen und städtischen Restflächen verwandeln sich städtische Areale in grüne Oasen. Getrieben vom Wunsch nach öko-korrekten Lebensmitteln, gedeihen rund um das Urban Gardening neue Businessmodelle.

Noch sind große Urban Farms, die als grüne, hochtechnisierte Hochhäuser in den Städten hell erleuchtet Lebensmittel produzieren, ferne Zukunftsvision.

Erste kleine, innovative Initiativen aber machen schon jetzt urbane Agrarwirtschaft sichtbar: Speisepilze gedeihen in den Kellern von Wohnhäusern, und in Containerfarmen werden in einem symbiotischen Nährstoffkreislauf Fische gezüchtet und Gemüse angebaut – mit einem erheblichen Entwicklungspotenzial, das neue Märkte schafft.

Silver City

Die Städter werden weltweit älter. Das Statistische Bundesamt prognostiziert für Deutschland 2050, dass über 30 Prozent der Gesamtbevölkerung 65 Jahre oder älter sein werden. Dabei ist der demographische Wandel kein europäisches Phänomen.

Auch im Power-Staat China stellt die zunehmende Alterung neue Herausforderungen für die Zukunft. Bis zum Jahr 2050 wird sich die Zahl der über 64-jährigen Chinesen auf 335 Millionen verdreifachen. Eine alternde Stadtbevölkerung verlangt neue Versorgungsstrukturen und Mobilitätskonzepte.

Das Universal Design der Mobilitätsgestaltung, also ein Design, das unabhängig von körperlicher und geistiger Konstitution leicht bedien- und benutzbar ist, wird der Schlüssel zu einem urbanen Leben. Mit dem demographischen Wandel in den Städten wachsen auch die Märkte für zahlreiche mobile Dienst-, Versorgungs- und Serviceleistungen.

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Wer nicht mehr alles alleine kann, aber weitestgehend unabhängig leben möchte, braucht Hilfe – ganz gleich ob beim Einkaufen oder beim Reisen.

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Aber auch neue Wohnformen werden sich etablieren. In den USA ist das bereits ein Phänomen im suburbanen Raum. Dort gibt es schon Wohnsiedlungen im Ausmaß von ganzen Dörfern, die 65+ zur Einzugsbedingung machen. In Europa zählt man aber auf das Konzept der Altersmischung.

Integrative Wohnhäuser für Jung und Alt sollen auch allein lebenden älteren Menschen Austausch und Kontakt bieten. Auch das urbane Freizeitangebot wird sich vermehrt an den Bedürfnissen der Älteren ausrichten.

Das heißt aber mitnichten, dass es nur noch Kurse für Aqua-Gymnastik und Bingo-Abende geben wird. Altern bedeutet längst nicht mehr Ruhestand: Die „neuen“ Alten sind fitter als jede Generation vor ihnen, technisch bewandert und voller Tatendrang.

Sie haben noch ausreichend Zeit, das Leben aktiv zu gestalten. Das wird auch das Stadtleben positiv beeinflussen.

Источник: https://www.zukunftsinstitut.de/artikel/urbanisierung-die-stadt-von-morgen/

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