Möglichkeiten für Treppenlifte in Mietshäuser

Treppenlifte auch in Mietshäusern möglich – aber oft kostspielig

Möglichkeiten für Treppenlifte in Mietshäuser
Wenn jede Stufe zur Qual wird, können Treppenlifte helfen. Der Einbau ist in den meisten Treppenhäusern möglich; sogar in Mietshäusern sind die Besitzer verpflichtet, den Lift zuzulassen. Die Kosten muss der Bewohner aber selbst tragen – und die können je nach Treppe sehr hoch sein.

Berlin.

 Ein Schlaganfall, Arthrose oder einfach Altersschwäche können Stufen und Treppen zum unüberwindbaren Hindernis machen. Wer nicht den ersten Stock räumen oder gar das geliebte Zuhause verlassen will, braucht einen Treppenlift. Der befördert entlang der Treppe eine Person nach oben oder herunter.

Für Rollstühle bieten Treppenlifte keinen Platz. Betroffene benötigen deshalb einen Plattformlift, erklärt Peter Burk, der für die Stiftung Warentest ein Buch über altersgerechtes Umbauen geschrieben hat.

Dabei werde der Rollstuhl samt Person auf eine Plattform gefahren und entlang der Treppe transportiert. Sitzlifte lassen sich nach Angaben Burks in fast jedes Treppenhaus installieren.

Dagegen benötigen Plattformlifte deutlich mehr Platz – meist zu viel für schmale Treppen.

Treppenlifte gibt es laut Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ab 3500 Euro, die teuersten können bis etwa 15.000 Euro kosten. Auch für ein und dasselbe Modell kann der Preis variieren, denn etwa an gewendelten Treppen kostet der Einbau deutlich mehr. Die jährlichen Wartungs- und Servicekosten liegen bei 200 bis 300 Euro.

Bauvorschriften einhalten

Vor dem Einbau sollten sich Bewohner zuerst bei einer neutralen Wohnberatungsstelle über die Möglichkeiten informieren, raten die Verbraucherschützer. Der Betroffene müsse sicher und bequem in und aus dem Treppenlift kommen. Die Anlage sollte man ohne fremde Hilfe bedienen können.

Und sie hat am besten einen Notfallalarm sowie eine Notabsenkung, die der Fahrer selbst betätigen kann. „Das Fahren mit einem Treppenlift ist sehr gewöhnungsbedürftig, auch das Ein- und Aussteigen“, warnt Fachautor Burk.

Deshalb sei es notwendig, vor dem Kauf verschiedene Systeme auszuprobieren.

Gerade im Alter können Treppen zum unüberwindbaren Hindernis werden. Doch Treppenlifte kosten bis zu 15.000 Euro.

Wer im Eigenheim wohnt, kann bauliche Änderungen ziemlich problemlos vornehmen. Allerdings muss der Bauherr die im jeweiligen Bundesland geltenden Bauvorschriften einhalten, betont die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen.

Stabiler Handlauf an Treppen reicht oft schon aus

„Der Vermieter darf den Einbau eines Treppenlifts in einem Mehrfamilienhaus nicht verweigern, wenn ein Mieter aus körperlichen Gründen seine Wohnung über das Treppenhaus nicht mehr erreichen kann“, sagt Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Der Vermieter könne dies nur verbieten, wenn der Einbau die Sicherheit der anderen Bewohner auf der Treppe gefährde. Die Kosten müsse der Mieter allerdings selbst tragen. Und für den Einbau könne der Vermieter eine zusätzliche Kaution verlangen.

Nicht jeder braucht im Alter gleich einen Treppenlift.

„Ein beidseitiger griffsicherer Handlauf an der Treppe kann in vielen Fällen die Mobilität und Selbstständigkeit erhalten“, sagt Antje Ebner, Geschäftsführerin des Deutschen Instituts für Treppensicherheit (DIT) in Augsburg.

Der Handlauf sollte auf einer Höhe von 85 Zentimetern montiert sein und 30 Zentimeter weit waagrecht über den Anfang und das Ende der Treppe hinausragen. „Das bietet beim Betreten und Verlassen der Treppe zusätzlichen sicheren Halt“, sagt Ebner.

Steigung bei Rampen beachten

Glatte Stufen können ohne großen Aufwand mit rutschhemmenden Belägen überzogen werden, erläutert Susanne Woelk von der Aktion Das sichere Haus in Hamburg. Auf Steinstufen seien vor allem Gummistreifen geeignet, auf Holzstufen Teppichmatten.

Die Beläge sollten keine Falten schlagen. Sinnvoll sind laut Woelk nachts leuchtende Sicherheitsstreifen, mindestens auf der ersten und letzten Stufe. So erkenne man den Beginn und das Ende der Treppe gut und verfehle im Dunkeln die Stufen nicht.

Der Sitz kann bei manchen Treppenliften – hier von ThyssenKrupp Encasa – platzsparend hochgeklappt werden.

Kleine Treppen am Hauseingang können mit Rampen überwunden werden, erläutert Thomas Molt vom Regionalbüro Kappeln (Schleswig-Holstein) des Verbandes Privater Bauherren. „Die Rampe darf aber nur eine Steigung von sechs Prozent haben.

“ Um mit einem Rollstuhl sicher darüber fahren zu können, müsse sie mindestens 150 mal 150 Zentimeter groß sein.

„Hilfreich ist dann auch eine automatisierte Haustür, die man per Fernbedienung öffnen kann“, empfiehlt der auf barrierefreies Bauen und Umbauen spezialisierte Architekt. (dpa)

Источник: https://www.derwesten.de/wohnen/treppenlifte-auch-in-mietshaeusern-moeglich-aber-oft-kostspielig-id8022783.html

Treppenlift in Mietshaus: Was muss beachtet werden? ⋆ CityNEWS

Möglichkeiten für Treppenlifte in Mietshäuser
Treppenlift in Mietshaus: Muss der Vermieter den Einbau dulden und was ist zu beachten?
copyright: Envato / tommyandone

Bereitet einem das Treppensteigen Schmerzen oder ist es überhaupt nicht mehr möglich, droht der Umzug in eine neue, barrierefreie Wohnung.

Jedenfalls dann, wenn das Haus, in dem sich der private Wohnraum befindet, über keinen Aufzug verfügt. Doch eine neue und vor allem bezahlbare Bleibe ist weder in Köln noch in anderen Teilen Deutschlands schnell gefunden. Außerdem möchte man die gewohnte Umgebung im Alter nicht mehr unbedingt verlassen.

So stellt sich die Frage: Darf ich auf den Einbau eines Treppenliftes drängen, damit ich im Alter in meiner Wohnung bleiben kann?

Medizinische Notwendigkeit entscheidet

Ob der Vermieter bzw. die Eigentümergemeinschaft den Einbau untersagen kann oder nicht, hängt maßgeblich von der Notwendigkeit der Mobilitätshilfe ab. Ist diese gegeben, müssen Eigentümer die bauliche Veränderung dulden.

Diverse Gerichtsurteile bestätigen dies. Gleiches gilt übrigens für andere, barrierefreie Umbauten innerhalb der eigenen Wohnung wie beispielsweise das Badezimmer.

Die Kosten sind in beiden Fällen jedoch von der Mietpartei zu tragen.

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So ganz ohne Einschränkungen geht es nicht. Zum einen kann der Vermieter darauf bestehen, dass die Veränderungen nach dem Auszug rückgängig zu machen. Dazu können Eigentümer auch eine Sonderkaution als Sicherheit für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes verlangen.

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Zum anderen schreibt der Gesetzgeber in Häusern mit mehr als zwei Wohneinheiten oder über 400 Quadratmetern Wohnfläche eine Mindestlaureite von 80 bis 100 cm vor, die durch die Mobilitätshilfe im Haushalt nicht bedeutend unterschritten werden darf.

Fluchtweg nicht beeinträchtigen

Hintergrund: Trotz der baulichen Veränderung muss die Treppe im Notfall als Fluchtweg dienen können.

In Häusern mit nur ein bis maximal zwei Wohneinheiten, werden in der Regel 70 cm Mindestlaureite akzeptiert.

Kann die Mobilitätshilfe an einem zusätzlichen, nicht notwendigen Aufstieg montiert werden, reichen auch 50 cm Mindestlaureite – vorausgesetzt, die Vorrichtung selbst erfordert nicht mehr Raum.

Treppenlifte für Rollstuhlfahrer

Ein Treppenlift für Rollstuhlfahrer muss besonders hohen Ansprüchen und Qualitätsmerkmalen standhalten.

copyright: Envato / AnnaStills

Besonders hoch sind die Ansprüche an einen Treppenlift, wenn dieser samt Rollstuhl befahrbar sein soll. Während der klassische Sitz für Rollstuhlfahrer ungeeignet ist, bieten sich hier Plattform-Modelle an.

Bei schwierigen Platzverhältnissen können auch Senkrechtlifte eine Alternativ darstellen, da hier keine Führungsschienen benötigt werden.

Mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Die Preisspanne bei Treppenliften reicht von 4.000 bis 15.000 Euro und mehr. Dabei ist der klassische Sitz für gewöhnlich die preiswerteste Variante. Doch selbst hier sind zweistellige Beträge möglich.

Einen sehr großen Anteil am Endpreis machen die Führungsschienen aus. Müssen diese maßgefertigt werden, etwa wenn Kurven zu berücksichtigen sind oder der Einbau über mehrere Etagen erfolgen muss, wird es automatisch teurer.

Und Modelle für den Außenbereich sind kostenintensiver als vergleichbare Ausführungen für innen.

Fördermittel und gebrauchte Treppenlift-Modelle als Alternative

Komplett aus der eigenen Tasche muss man die Vorrichtung aber eher selten bezahlen Hauptansprechpartner für eine Förderung ist die Pflegekasse. Diese beteiligt sich zwar nicht direkt an den Kosten, unterstützt notwendige, barrierefreie Umbauten jedoch einmalig mit bis zu 4.000 Euro pro Person. Pro Haushalt sind sogar 16.000 Euro Förderung möglich.

Neben dem Pflegekassenzuschuss können sowohl Mieter als auch Vermieter Zuschüsse bei der KfW beantragen. Zur Wahl stehen ein besonders zinsgünstiger Kredit sowie eine direkte Förderung altersgerechter Modernisierungen von bis zu 6.250 Euro, die nicht zurückgezahlt werden muss.

Sparen kann man auch mit dem Kauf eines gebrauchten Liftes. Sofern keine Führungsschienen maßgefertigt werden müssen, sind hier bis zu 25 Prozent Ersparnis möglich. Verschiedene Anbieter können bei der Auswahl preiswerter Alternativen beraten.

Häufig helfen sie zudem auch bei der Beantragung von Fördermitteln. Der Eigenanteil kann außerdem zumeist in Raten beglichen werden, um die finanzielle Belastung etwas zu reduzieren.

Jedoch sollte man bei dieser Option unbedingt Wert auf einen seriösen Anbieter legen.

Источник: https://www.citynews-koeln.de/treppenlift-in-mietshaus-was-muss-beachtet-werden-_id67905.html

Treppenlift-Einbau im Mehrfamilienhaus

Möglichkeiten für Treppenlifte in Mietshäuser

Wer in einem Mietverhältnis oder in einer Eigentümergemeinschaft lebt und einen Treppenlift benötigt, muss zahlreiche Fragen mit allen Beteiligten klären.

Denn das Treppenhaus sollte im optimalen Fall nicht nur barrierefrei sein, sondern vor allem im Notfall die nötige Sicherheit für alle Mieter bieten.

Wir erläutern, wie sich die Rechtslage darstellt und welche Besonderheiten Mieter und Vermieter beachten müssen.

Treppenlift © Ingo Bartussek, stock.adobe.com

In Deutschland werden die Menschen immer älter. Gerade für vermietete Objekte im Mehrfamilienhaus ergeben sich damit wichtige Fragen rund um das Thema Barrierefreiheit. Und die betreffen nicht nur die Wohnung, sondern auch den Zugang zur Wohnung, zum Beispiel in einem Mehrfamilienhaus.

Ein Beispiel: Ein Mieter kann aufgrund seiner Mobilitätseinschränkungen seine Wohnung in den oberen Etagen nicht mehr erreichen und im Treppenhaus ist kein Aufzug vorhanden. Dann stellt der Einbau eines Treppenlifts eine Möglichkeit dar, das Treppenhaus barrierefrei zu machen.

Der Mieter hat aufgrund des Mietrechts und den Bestimmungen im Bürgerlichen Gesetzbuch unter gewissen Umständen ein Recht darauf.

Treppenlift Einbau: Unterschied Eigentümer und Mieter

Barrierefreiheit im Mehrparteienhaus: Zustimmung aller Eigentümer nötig

Das Thema Barrierefreiheit ist für den Mieter in Deutschland zunächst deutlich geregelt, zum Beispiel im Bürgerlichen Gesetzbuch:

  1. Der Mieter kann vom Vermieter die Zustimmung zu baulichen Veränderungen oder sonstigen Einrichtungen verlangen, die für eine behindertengerechte Nutzung der Mietsache oder den Zugang zu ihr erforderlich sind, wenn er ein berechtigtes Interesse daran hat. Der Vermieter kann seine Zustimmung verweigern, wenn sein Interesse an der unveränderten Erhaltung der Mietsache oder des Gebäudes das Interesse des Mieters an einer behindertengerechten Nutzung der Mietsache überwiegt, dabei sind auch die berechtigten Interessen anderer Mieter in dem Gebäude zu berücksichtigen.
  2. Der Vermieter kann seine Zustimmung von der Leistung einer angemessenen zusätzlichen Sicherheit für die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands abhängig machen. § 551 Abs. 3 und 4 gilt entsprechend.
  3. Eine zum Nachteil des Mieters von Absatz 1 abweichende Vereinbarung ist unwirksam.

Treppenlift im Mehrfamilienhaus Voraussetzungen

Mieter haben wie im BGB beschrieben einen Anspruch auf einen barrierefreien Zugang zu ihrer Wohneinheit in einem Mehrfamilienhaus. Sofern der Vermieter auch Eigentümer des gesamten Hauskomplexes ist, kann er alleine über den Einbau des Treppenlifts entscheiden. Dem Einbau muss er dann zustimmen, wenn seine Interessen nicht stärker wiegen als die des Mieters.

Als Eigentümer einer einzelnen Wohneinheit im Mehrfamilienhaus kann der Vermieter allerdings nicht alleine über den Einbau eines Treppenlifts entscheiden.

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Der Einbau bedarf der Zustimmung der gesamten Eigentümergemeinschaft, weil es sich beim Treppenhaus um ein gemeinschaftliches Eigentum handelt. Hier gelten die Regelungen aus dem Wohnungseigentumsgesetz (WEG Recht).

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Ob letztlich die Argumente der Eigentümergemeinschaft oder des Mieters einer Wohneinheit stärken gewichten, müssen heute nicht selten Gerichte entscheiden.

Tipp: Günstigste Treppenlifte finden, Angebote vergleichen und sparen.

Der Treppenlift im Mehrfamilienhaus: Sicherheit aller Mieter geht vor

Ein eingebauter Treppenlift darf die eigentliche Nutzung der Treppe nicht einschränken. Vor allem im Mehrfamilienhaus muss die Treppe als Rettungsweg nutzbar sein und über entsprechende Mindestlaureiten verfügen, die dauerhaft nicht unterschritten werden dürfen.

Die Sicherheit aller Mieter im Brand- oder Notfall steht hier ganz klar im Vordergrund und kann gegen den Einbau eines Treppenliftes führen. Die rechtlichen Regelungen lassen sich den Landesbauordnungen (LBO) einsehen, die baulichen Bestimmungen regelt die DIN 18065.

Mehrfamilienhäuser mit mehr als zwei Etagen benötigen eine Mindestlaureite von einem Meter. Kleinere Wohneinheiten kommen mit 70 Zentimeter aus. Bei Nichtnutzung sollte der sich der Treppenlift immer im zusammengeklappten Zustand befinden und darf nicht aus brennbarem Material bestehen.

Dazu muss der Handlauf für alle Mieter zu jeder Zeit gut erreichbar sein.

Treppenlift bei Wohneigentümergemeinschaften

Wer trägt die Kosten für den Treppenlift im Mehrfamilienhaus?

Auch wenn der Hausbesitzer oder die Eigentümergemeinschaft dem Einbau eines Treppenliftes zustimmt: Die Umbaumaßnahmen, die damit einhergehen, sind vom Mieter selbst zu tragen – übrigens inklusive eines späteren Rückbaus, der vom Eigentümer gefordert werden kann. Auch darf der Vermieter eine zusätzliche Kaution verlangen, um sich vor baulichen Schäden abzusichern. Zum Glück gibt es aber auf dem Markt zahlreiche Möglichkeiten, über die der Mieter finanzielle Unterstützung zur Finanzierung des Treppenlifts erhalten kann.

Tatsächlich können aber auch gute Gründe dafürsprechen, den Einbau eines Treppenlifts als Eigentümer oder als Eigentümergemeinschaft zu finanzieren. Denn ein Treppenlift bringt auch einen Mehrwert für die Immobilie. Letztlich profitieren Sie bei Neuvermietungen durch höhere Mieteinnahmen dadurch. Bedenken Sie dabei auch, dass Sie solche Investitionen steuerlich abschreiben können.

Источник: https://www.sanier.de/barrierefrei/treppenlifte/treppenlift-einbau-im-mehrfamilienhaus

Einbau von Treppenliften für Mieter/Wohnungseigentümer – Rechtslage

Möglichkeiten für Treppenlifte in Mietshäuser

Im Zuge einer Neuregelung der Mietreform wurde unter Anderem bestimmt, dass ein Mieter von einem Vermieter unter ganz bestimmten Voraussetzungen die Zustimmung zu Veränderungen baulicher Natur verlangen kann. Diese Änderungen betreffen in erster Linie die Möglichkeit der behindertengerechten Nutzung von den Wohnräumlichkeiten und müssen entsprechend auch erforderlich sein.

Die rechtlichen Vorgaben

Rechtlich gesehen stehen die rechtlichen Vorgaben für den Einbau eines Treppenlifts auf drei Säulen

  • Das Mietrecht (Barrierefreiheit)
  • Das Wohnungseigentumsrecht (bauliche Veränderungen sowie Mehrheitsbeschluss)
  • öffentliches Baurecht (Baugenehmigung)

Unabhängig davon, ob der Vermieter der Mietpartei nur die Einbaumaßnahme des Treppenlifts gestattet oder ob diese Maßnahme von dem Vermieter selbst durchgeführt wird, kommt ein Vermieter immer mit diesen drei Säulen in Berührung.

Barrierefreiheit in der Wohnung – Rechtslage zum Einbau von Treppenliften für Mieter – Foto: style-photographs/Bigtsock

Die Voraussetzungen für einen Anspruch eines Mieters

Damit sich aus dem Wunsch eines Mieters ein Anspruch ergibt müssen folgende Voraussetzungen vorliegen

  • ein berechtigtes Interesse muss vorliegen
  • der Mieter muss eine Behinderung haben
  • ein Einbau muss erforderlich sein

Der Nachweis des berechtigten Interesses ist vom Mieter zu erbringen.

Der Mieter muss eine Behinderung haben

Im Fall der Barrierefreiheit einer Wohnung definiert der Gesetzgeber die Behinderung sehr weitläufig. Dementsprechend wird jede dauerhafte erhebliche Bewegungseinschränkung oder Bewegungsunfähigkeit als Behinderung angesehen. Es ist absolut unerheblich, ob

  • der Mieter einen Behindertenausweis besitzt
  • die Behinderung bereits vor dem Mietbeginn vorlag

Auch der Grund für die Behinderung ist im Hinblick auf den Anspruch unerheblich. Der Anspruch ist jedoch personenbezogen und gilt nur für den Mieter.

Die Erforderlichkeit des Einbaus

Der Einbau eines Treppenlifts muss zwingend erforderlich sein. Dies ist dann der Fall, wenn die Barrierefreiheit der Wohnräumlichkeiten auch beim Zugang nicht gegeben ist und der Mieter gesundheitlich nicht in der Lage ist, eine Treppe zu nutzen.

Hierfür ist als Nachweis ein ärztliches Attest des Mieters erforderlich. In der gängigen Praxis führt dies sehr häufig zu Meinungsverschiedenheiten, aber der Gesetzgeber sagt sehr deutlich aus, dass dem Mieter auch große Mühen zum Erreichen der Wohnräumlichkeiten zugemutet werden können.

Ist es dem Mieter möglich, die Räumlichkeiten zu erreichen, besteht keine Erforderlichkeit zum Einbau.

Ein Vermieter kann nur dann seine Zustimmung verweigern, wenn ein berechtigtes Interesse an einer unveränderten Wohnerhaltung besteht und dieses Interesse dem Interesse des Mieters überwiegt.

Im Zuge einer ausführlichen Interessenabwägung wird dies festgestellt. In der gängigen Praxis wird hierfür die anwaltliche Hilfe benötigt und wir stehen sehr gern diesbezüglich zur Verfügung.

Kosten für den Einbau eines Treppenlifts stellen kein Argument dar, da ein Mieter ohnehin zur Kostenübernahme verpflichtet ist.

Vielmehr ist ein Vermieter dazu berechtigt, seine Zustimmung von einer angemessenen Sicherheitsleistung eines Mieters abhängig zu machen. Die Sicherheitsleistung ist für die etwaigen Kosten eines potenziellen Rückbaus gedacht und muss in voller Höhe zusätzlich zur vereinbarten Mietkaution erbracht werden. Ein Mieter hat keinen Anspruch auf eine Ratenzahlung.

Die schriftliche Vereinbarung empfiehlt sich

Eine wichtige Entscheidung wie der Einbau eines Treppenlifts sollte auf gar keinen Fall lediglich mündlich zwischen den Parteien geregelt werden. Eine schriftliche Vereinbarung ist auf jeden Fall ratsam und diese Vereinbarung sollte gewisse Punkte enthalten:

  • die Kosten (Kostenvoranschlag von einer Anbieterfirma incl. Bauartbeschreibung sowie Verankerung nebst elektronischer Versorgung)
  • der Einbautermin
  • die Verpflichtung der Mietpartei, eine entsprechende Baubehördenbescheinigung / Genehmigung bzw. einen Nachweis, dass die Erlaubnis obsolet ist, vorzulegen
  • die Verpflichtungserklärung der Mietpartei, entsprechende Wartungsarbeiten an dem Treppenlift sowie die Sicherheit zu gewährleisten
  • die Höhe der erforderlichen Kaution zum Rückbau

Optional dazu kann auch eine Erklärung aufgenommen werden, dass die Mietpartei eine Haftpflichtversicherung abschließt. Ebenso optional kann sich ein Vermieter auch das Recht einräumen lassen, den Treppenlift nach Beendigung des Mietverhältnisses von dem Mieter gegen eine Bezahlung übernehmen zu dürfen.

Sonderfall Eigentumsgemeinschaft

Da ein Einbau von einem Treppenlift auf der Grundlage des Wohnungseigentumsgesetz – kurz WEG – eine baurechtliche Veränderung darstellt, ist es zwingend erforderlich, dass die Eigentümergemeinschaft informiert und von ihr eine Genehmigung eingeholt wird.

In der gängigen Praxis wird ein Treppenlift bei einem Mehrparteienhaus im Treppenhaus verbaut, sodass alle im Haus lebenden Parteien davon betroffen sind. Der Eigentümer einer einzelnen Wohneinheit ist dementsprechend nicht dazu berechtigt, eine derartige Entscheidung alleinig zu treffen.

Für derartige Fälle gibt es regelmäßig stattfindende Eigentümerversammlungen, auf denen der Fall zur Sprache kommen kann. Sollte die Sache jedoch besonders eilig sein, so kann auch eine außerordentliche Eigentümerversammlung anberaumt werden.

Hat ein Mieter einen Anspruch auf Einbau des Treppenliftes durch den Vermieter, wenn dieser erforderlich ist? Foto: babi00/Bigstock[attention type=green]

Üblicherweise wird für die Entscheidung einer baulichen Veränderungsmaßnahme Einstimmigkeit bei dem Beschluss von der Eigentümergesellschaft erforderlich. Sollte jedoch ein Eigentümer zum Einbau von einem Treppenlift aufgrund des Anspruchs eines Mieters gesetzlich verpflichtet werden, so kann in der Eigentümerversammlung auch eine andere Regelung gelten.

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Schon vor dem Inkrafttreten der Mietreform gab es diesbezüglich auch gerichtliche Entscheidungen. Die Verweigerung der Zustimmung der anderen Eigentümer zum Einbau eines Treppenlifts wurde von den Gerichten mehrheitlich als Diskriminierung behinderter Menschen angesehen, da auch Menschen mit Behinderung die Möglichkeit des Erreichens der Wohnung haben müssen.

Sollten Sie als Eigentümer / Vermieter einer Wohnung mit einem derartigen Fall konfrontiert sein, so handeln Sie auf jeden Fall mit Bedacht.

Auch wenn die Zeit vermeintlich drängen mag ist es enorm wichtig, dass sämtliche Entscheidungen eine gesetzliche Grundlage haben und dass die erforderlichen Genehmigungen vorliegen.

Bei einer Eigentümergemeinschaft ist die Erlaubnis eine Grundlage, damit die bauliche Veränderung durchgeführt werden darf. Nun ist es bedauerlicherweise in der gängigen Praxis nicht selten der Fall, dass sich die Eigentümer untereinander nicht persönlich kennen bzw.

keine gemeinschaftlichen Ansichten teilen. Da jedoch jeder Eigentümer gegenüber seinen Mietern entsprechende gesetzliche Verpflichtungen hat, ist es sehr häufig erforderlich, dass anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen wird.

Wir verfügen über ein großes Team an kompetenten Anwälten, die sich sehr gern mit Ihrer Angelegenheit beschäftigen. Neben einer umfassenden rechtlichen Beratung bieten wir Ihnen selbstverständlich auch außergerichtlichen und gerichtlichen Beistand an.

Wir übernehmen nach einer umfassenden Einschätzung der allgemeinen Lage auf Ihren Wunsch hin die Kommunikation mit allen Beteiligten an, sodass Sie sich als Eigentümer damit nicht zu belasten brauchen.

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Sehr gern setzen wir auch eine entsprechende Vereinbarung mit Ihrem Mieter auf, die alle wichtigen Punkte im Hinblick auf den Einbau von einem Treppenlift vollumfänglich regelt.

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Wir verstehen uns als starker Partner an Ihrer Seite und verfügen im Hinblick auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen, die mit einer derartigen Baumaßnahme im Zusammenhang stehen, über sehr viel Erfahrung.

Sehr gern können Sie uns für ein erstes Beratungsgespräch kontaktieren, in welchem Sie uns die Einzelheiten Ihres Falls schildern können. Wenn es anschließend zu einer Mandatierung kommen sollte werden wir alle erforderlichen Schritte für Sie einleiten und selbstverständlich stehen wir im Fall einer Eigentumsgemeinschaft auch gern in der jeweiligen Eigentümerversammlung als Beistand an Ihrer Seite.

Niemand möchte gern die Person sein, welcher die Diskriminierung behinderter Menschen vorgeworfen wird. In diese Ecke sollten Sie sich als Vermieter bzw. Eigentümer gar nicht erst drängen lassen und wir helfen Ihnen gern bei Ihrem Fall.

Источник: https://www.mietrechtsiegen.de/einbau-von-treppenliften-fuer-mieterwohnungseigentuemer-rechtslage/

Treppenlift im Mietshaus – barrierefrei durchs Leben

Möglichkeiten für Treppenlifte in Mietshäuser

Der Einbau eines Treppenlifts ist in der Regel auch in Mietshäusern unter Berücksichtigung der Auflagen problemlos möglich. Eine Kostenübernahme für den Treppenlift durch den Vermieter darf allerdings nicht erwartet werden. Wie Sie am besten vorgehen und welche Finanzierungsmöglichkeiten Sie haben erfahren Sie im Folgenden:

Barriere-Reduzierung im Mietshaus

Der Umbau zur Reduzierung von Barrieren im Haushalt ist auf dem Vormarsch, da die meisten Menschen planen, auch im Alter in ihrem gewohnten Umfeld zu leben. Die Planung dieser Maßnahmen im Eigenheim ist unproblematisch.

Doch wie gestaltet sich der Einbau eines Treppenlifts für Personen, die in Mietshäusern wohnen? Umfragen zufolge wohnten im Jahr 2018 etwa 7,8 Millionen Menschen über 59 Jahre in Deutschland zur Miete. Das entspricht 38,8 Prozent dieser Altersgruppe.

Wenn Sie nicht warten möchten, bis Ihr Vermieter eigenständig einen Treppenlift im Haus installiert, haben Sie unter bestimmten Bedingungen die Möglichkeit selbstständig zu handeln.

Auch im Mietshaus ist eine Barrierereduzierung durch einen Treppenlift möglich.

Rechtliche Voraussetzungen für Treppenlifte im Mietshaus

Auch Personen, die zur Miete wohnen haben einen Anspruch auf die Gewährung der Barrierefreiheit in ihrem Mietshaus beispielsweise durch den Einbau eines Treppenlifts. Die erforderlichen Voraussetzungen sind nach § 554a des BGB (Bürgerliches Gesetzbuch) geregelt:

  • Der Mieter kann vom Vermieter einfordern, dass dieser den barrierefreien Zugang und die behindertengerechte Nutzung des Mietobjekts gewährleistet.

Voraussetzung ist ein berechtigtes Interesse, also etwa eine körperliche oder eine andere Einschränkung des Mieters, aus der sich die Notwendigkeit ergibt, auf das Hilfsmittel angewiesen zu sein.

Absprache & weitere Bestimmungen zum Einbau

Wohnen Sie nicht allein in dem Mietshaus müssen neben dem Vermieter auch die restlichen Mietparteien mit den baulichen Veränderungen durch den Einbau eines Treppenlifts einverstanden sein. Darüber hinaus müssen einige Bestimmungen beachtet werden, um die Sicherheit im Treppenhaus trotz des Lifteinbaus zu gewährleisten:

  • Fluchtwege und andere Hilfsmittel dürfen durch den Treppenlift nicht versperrt werden.
  • Die Treppe muss auch nach dem Einbau noch mindestens einen Meter breit sein. Hierfür empfiehlt sich ein Lift mit hochklappbarer Sitzfläche.
  • Der Treppenlift muss jederzeit vor unbefugter Benutzung gesichert werden.
  • Der Handlauf der Treppe muss noch uneingeschränkt nutzbar sein. 
  • Der Treppenlift sollte aus nicht brennbarem Material bestehen, um Brandlasten zu vermeiden.

Überprüfen Sie am besten im Vorfeld die Gegebenheiten. Können alle Voraussetzungen in Ihrem Mietshaus berücksichtigt werden? Müssen mit dem Einbau des Treppenlifts weitere bauliche Maßnahmen vorgenommen werden, informieren Sie sich rechtzeitig über die Tragweite.

Unauffällig schmiegt sich ein einfacher Treppenlift an jede Treppe.

Auch bei einer Zustimmung des Vermieters zum Einbau des Treppenlifts im Mietshaus, hat der Mieter alle im Zusammenhang mit dem Treppenlift anfallenden Kosten selbst zu tragen. Diese variieren je nach Liftart, Treppenform und Anzahl der Etagen, die überwunden werden müssen.

  Unser Tipp:

Die Kosten für einen Treppenlift können schnell in die Höhe steigen. Damit Sie sich dennoch den Traum von mehr Bewegungsfreiheit erfüllen können, gibt es mehrere Finanzierungsmöglichkeiten für Treppenlifte:

  • Zum Einen haben Sie die Möglichkeit, einen Zuschuss über die Pflegekasse zu beantragen. Dieser kann bis zu 4.000 Euro für Treppenlifte betragen.
  • Die Kreditanstalt für Wiederauau (KfW) fördert auch Mieter beim Einbau mechanischer Systeme zur Überwindung von Treppen, wie etwa Treppenlifte. Mit dem Kredit 159: „Altersgerecht Umbauen“ bekommen Sie finanzielle Unterstützung in höhe von 50.000 pro Wohnung.

Bevor Sie einen Kauf abschließen, lohnt es sich mehrere Angebote einzuholen. Gegebenenfalls kommt für Sie auch ein Treppenlift zur Miete in Frage? Diese Variante ist meist kostengünstiger und einfacher in der Organisation, da Montage und Wartungsservice enthalten sind.

Источник: https://www.aroundhome.de/treppenlift/mietshaus/

Voraussetzungen für den Treppenlift-Einbau

Möglichkeiten für Treppenlifte in Mietshäuser

Einbau des Treppenlifts

In der Regel ist der Einbau eines Treppenlifts in den meisten Wohnungen oder Häusern aus technischer Sicht problemlos möglich.

Ob Sie bei sich zu Hause einen Treppenlift zur Mobilitätsunterstützung installieren dürfen, hängt zunächst vom Erhalt einer Baugenehmigung ab. Für diese müssen vor Ort sowohl die baulichen als auch die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sein.

Dabei spielt es keine Rolle, ob es um den Einbau im Eigenheim, der Mietwohnung oder im Treppenhaus des Mehrfamilienhauses geht.

Auf dieser Seite finden Sie alle notwendigen Informationen und Kriterien, ob Ihr Wohnbereich die Einbauvoraussetzungen für einen Treppenlift erfüllt, auf welche bauaufsichtlichen Anforderungen Sie achten müssen und welche Vorschriften in Mietimmobilien gelten.

Die folgende Tabelle zeigt Ihnen, wie viel Platz die verschiedenen Lifttypen während der Nutzung bzw. im Ruhezustand benötigen:

Lifttypen Fahrbereiter Treppenlift Zusammengeklappter Treppenlift  
Sitzlift ca. 50-60 cm ca. 30 cm
Hublift ab ca. 60-90 cm ca. 40 cm
Plattformlift ab ca. 60-90 cm ca. 40 cm

Die Treppenform spielt hinsichtlich der Einbauvoraussetzungen keine große Rolle. Egal ob es sich um eine kurvige Treppe, eine gerade Treppe oder andere Treppenformen handelt: Ein Treppenlift kann auf nahezu jeder Treppenart realisiert werden, da die Schienen individuell an die vorherrschende Treppensituation angepasst werden.

Am unkompliziertesten ist der Einbau eines Treppenlifts bei einem geraden Treppenverlauf. Bei Kurventreppen und anderen Treppentypen wie Wendel- oder Podesttreppen sind die Voraussetzungen auch gegeben – jedoch gestaltet sich die Montage, aufgrund der speziell angefertigten Schienen etwas aufwendiger.

  • Einbau auf jeder geraden Treppe möglich
  • Treppenlänge: keine Einschränkungen
  • Etagenanzahl: keine Einschränkungen

Bei Kurventreppen werden die Schienen, auf denen der Lift geführt wird, entsprechend dem Kurvenverlauf gebogen. Je nach Platz wird der Treppenlift innen am Geländer oder außen an der Wand angebracht. Der Lift fährt sicher durch Ecken und Kurven. Am Sitz selbst ändert sich nichts.

Bei der Treppenart spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Treppe im Innen- oder im Außenbereich handelt. Wichtig bei der Montage im Außenbereich: Lift, Technik und Schienensystem müssen witterungsbeständig und robust sein.

Aus diesem Grund ist die Elektronik bei Außenliften gut vor Wind und Wetter geschützt. Die Bedienelemente und Schalter befinden sich in einer wasserabweisenden Kapsel, die Antriebselektronik ist versiegelt und die Sitzbezüge sind feuchtigkeitsresistent und aus einem UV-beständigen Material.

Ob Holz, Beton, Stein, Marmor, Stahl, Granit oder gemauerte Ziegel – das Material der Treppe, des Bodens und der Wände spielt für den Einbau ebenfalls keine große Rolle.

Mit heutigen Bohrtechniken und Befestigungsmöglichkeiten lässt sich eine Treppenliftanlage auf jedes Treppen-, Wand- oder Bodenmaterial montieren.

Ihr Treppenlift-Anbieter prüft bei Ihnen vor Ort die Belastbarkeit des Materials und klärt, an welcher Stelle der Treppenlift montiert werden kann. 

Die Anzahl der Etagen ist für den Einbau eines Treppenliftes irrelevant. Generell können Treppenlifte über eine bis hin zu über sieben Etagen geführt werden.

Die Antriebs- und Führungsschiene wird immer entsprechend der Treppenlänge und Etagenanzahl konstruiert.

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Auch wenn eine maximale Etagenanzahl keine Voraussetzung für den Einbau eines Treppenlifts darstellt, so können Sie davon ausgehen, dass sowohl die Kosten als auch der Aufwand mit der Länge der Schienen steigen werden.

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Besonders relevant für den Einbau eines Treppenlifts ist die Treppenbreite.

Regelungen zum Einbau von Treppenliften finden Sie in den Landesbauordnungen (LBO) und in der DIN 18065 (technische Baubestimmungen).

Dabei unterscheiden sich die Mindestanforderungen an die Treppenbreite in Mehrfamilienhäusern von den Anforderungen im Eigenheim. In Mehrfamilienhäusern müssen Sie die Vorschriften der LBO zwingend einhalten.

Diese unterscheidet zwischen kleineren Wohngebäuden mit zwei oder weniger Wohnungen und Gebäuden im Allgemeinen. Für Letztere gelten meist strengere Anforderungen als für kleine Wohngebäude.

Die nutzbare Mindestlaureite darf durch den Treppenlift nicht (dauerhaft) unterschritten werden. Bei schmal geschnittenen Treppen muss zwingend ein zusammenklappbarer Lift installiert werden, um den gesetzlichen Anforderungen gerecht zu werden. Modelle mit Klappmechanismus lassen sich nach der Benutzung platzsparend einklappen, um die Laufwege wieder zu vergrößern.

Generell ist der zusammengeklappte Lift etwa 30–35 cm breit. Damit genügend Platz vorhanden und die Treppe für jede Person uneingeschränkt nutzbar bleibt, muss diese – in Mehrfamilienhäusern und öffentlich zugänglichen Gebäuden – laut Bauaufsicht mindestens eine nutzbare Mindestlaureite von 80–100 cm aufweisen.

Insbesondere in Mehrfamilienhäusern oder Mietshäusern ist es Voraussetzung, dass die Treppe für andere Bewohner immer frei bleibt.

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Diese Vorschrift ist nicht nur relevant für eine komfortable Nutzung des Treppenhauses, sondern dient maßgeblich zur Einhaltung der Brandschutzvorschriften: Im Falle eines Feuers darf ein Treppenlift die Treppe als Fluchtweg keinesfalls versperren.

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Das Baurecht unterscheidet zwischen notwendiger und zusätzlicher Treppe. Durch die notwendige Treppe erhalten die Bewohner Zugang zu ihren Wohnräumen. Im Falle eines Notfalls oder Feuers dient die notwendige Treppe als Rettungs- und Fluchtweg. Daher muss diese eine größere Mindestbreite aufweisen, als eine zusätzliche Treppe.

ArtMindestlaureite
Wohngebäude mit zwei oder weniger Wohnungen70 cm (notwendige Treppe)/50 cm (zusätzliche Treppe)
Gebäude > 400 m² Wohnfläche oder mehr als zwei Etagen100 cm (notwendige Treppe)/50 cm (zusätzliche Treppe)
  • Die Fluchtwegbreite muss eingehalten werden.
  • Der Brandschutz darf nicht beeinträchtigt werden.
  • Die Funktion der Treppe muss als Teil eines Flucht- und Rettungsweges erhalten bleiben.
  • Die Verkehrssicherheit der Treppe darf nicht beeinträchtigt werden.
  • Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestlaureite einer Treppe von 100 cm darf nicht wesentlich unterschritten werden.

    Das bedeutet: Eine untere Einschränkung des Lichtraumprofils, also der Platz, der vorhanden sein muss, damit die Treppe ungehindert passiert werden kann, von höchstens 20 cm Breite und höchstens 50 cm Höhe ist hinnehmbar.

    Das gilt allerdings nur, wenn die Treppenlauflinie oder der Gehbereich nicht verändert wird. 

  • Der Treppenhandlauf muss nutzbar sein.
  • Der Treppenlauf darf durch den parkenden Treppenlift nicht behindert werden.

  • Der Treppenlift muss im Notfall per Hand in die Ruheposition geschoben werden.
  • Der Treppenlift muss aus nicht brennbaren Materialien bestehen.
  • In Mehrfamilienhäusern muss der Treppenlift gegen die missbräuchliche Nutzung ausreichend gesichert werden.
  • Bei Nichtbenutzung muss sich der Lift in Parkposition befinden.
  • Führt der Sitzlift über mehrere Etagen und beträgt die Restlaureite weniger als 60 cm, muss in jeder Etage eine Wartefläche vorhanden sein.
  • Eine Restlaureite von 60 cm muss vorhanden sein, wenn der Treppenlift ohne Passagiere und mit hochgeklapptem Sitz unterwegs ist.

Als Mieter haben Sie einen Anspruch auf einen barrierefreien Zugang zu Ihrer Wohnung (§ 554a Abs. 1 BGB).

Der Vermieter ist verpflichtet, einen nachträglichen Einbau eines Treppenlifts zu dulden, wenn Sie als Mieter nicht mehr fähig sind, das Treppenhaus ohne fremde Hilfe zu benutzen, um Zugang zu Ihrer Wohnung zu erlangen.

Dieses berechtigte Interesse müssen Sie jedoch nachweisen – etwa durch eine körperliche Behinderung oder andere Einschränkungen.

Für die Kosten muss jedoch nicht der Vermieter aufkommen. Hier sind Sie als Mieter in der Pflicht. Dazu gehören nicht nur die Anschaffungskosten und Kosten für den Einbau, sondern auch für den späteren Rückbau.

Zudem darf der Vermieter eine zusätzliche Kaution veranschlagen, um eventuelle Schäden nach dem Rückbau abzusichern.

Wichtig zu beachten: Unter bestimmten Voraussetzungen kann der Vermieter dem Einbau des Treppenlifts widersprechen. Möglich wären Bedenken in puncto Sicherheit: Würde der Lift die anderen Hausbewohner bei der Nutzung der Treppe gefährden, darf der Hauseigentümer sein Veto einlegen.

Auch ein Interesse an der unveränderten Erhaltung der Mietsache selbst ist denkbar. Kann der Vermieter dieses nicht nur nachweisen, sondern ist es größer als Ihr Interesse an einem barrierefreien Zugang, kann er die Zustimmung zum Liftbau verweigern.

Sind Sie Besitzer einer Eigentumswohnung, müssen Sie sich zunächst das Einverständnis der Eigentümergemeinschaft einholen.

Da es sich beim Einbau eines Treppenlifts um eine bauliche Veränderung im Sinne des Wohneigentumsgesetzes handelt, muss die Mehrheit der Stimmberechtigten auf der Eigentümerversammlung Ihrem Wunsch zustimmen.

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Spricht sich die Eigentümergemeinschaft gegen den Einbau des Treppenlifts aus, dürfen Sie diesen zunächst nicht durchführen. Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie Ihren Anspruch auf einen Treppenlift jedoch vor Gericht einklagen. Dabei wird Ihr Einzelfall geprüft und juristisch bewertet.

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Sind Sie der Hauseigentümer und möchten in Ihrer selbstgenutzten Immobilie einen Treppenlift einbauen lassen, können Sie dies in der Regel ohne Zustimmung von Dritten tun. Voraussetzung: Der Einbau findet im Innenbereich Ihres Hauses statt, keine weiteren Parteien sind betroffen oder beeinträchtigt und die baulichen Mindestanforderungen sind gegeben.

Wie breit muss eine Treppe für einen Treppenlift sein?

In Wohngebäuden mit zwei oder weniger Wohnungen muss eine Treppenbreite von mindestens 70 cm gegeben sein. In Wohngebäuden mit mehr als zwei Wohneinheiten darf eine Mindestlaureite von 100 cm durch die Führungskonstruktion des Treppenlifts nicht wesentlich unterschritten werden. Generell sollten auf schmalen Treppen spezielle Liftlösungen mit klappbarem Sitz gewählt werden.

Welchen Platzbedarf hat ein Treppenlift?

Wie viel Platz ein Treppenlift benötigt, hängt ganz vom Lifttypen ab. Ein klassischer Sitzlift benötigt fahrbereit zur Nutzung etwa 50 – 60 cm. Zusammengeklappt im Ruhezustand werden nur etwa 40 cm Platz eingenommen.

Kann ein Treppenlift im Mehrfamilienhaus installiert werden?

Ein Treppenlift kann auch im Mehrfamilienhaus eingebaut werden. Allerdings gelten hier spezielle bauliche und rechtliche Auflagen.

Bei einer Eigentumswohnung muss das Einverständnis der Eigentümergemeinschaft eingeholt werden.

In einem Mietshaus ist der Einbau für den Mieter nur unter Nachweis eines berechtigten Interesses – etwa einer körperlichen Behinderung – auf Kosten des Mieters möglich.

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Источник: https://www.treppenlift-ratgeber.de/einbau-technik/einbau-des-treppenlifts/voraussetzungen.html

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