Neue Pflanzen-Züchtungen für den Garten

IPM: beste Pflanzen-Neuheiten 2019 prämiert

Neue Pflanzen-Züchtungen für den Garten

58 neue Pflanzen-Züchtungen hatten sich in diesem Jahr um den begehrten Titel „IPM Neuheit 2019“ beworben. Eine fachkundige Jury hat daraus gestern Abend die besten Neuheiten in sieben Kategorien bestimmt. Auch einen Sonderpreis vergab die Expertenkommission.

Xerochrysum bracteatum ‘Granvia Gold’ kürten die Juroren zur „IPM Neuheit 2019“ in der Kategorie Beet- und Balkonpflanze. Die von MNP flowers eingereichte Strohblume unterscheidet sich durch ihre großen Blüten von anderen Sorten, der attraktive Kontrast zwischen grünem Laub und leuchtenden Blüten ergibt laut Jury eine „super Fernwirkung“.

Zudem zeichnet sich ‘Granvia Gold’ durch eine große Blütenfülle und langanhaltende Blüte aus. Durch die gute Verzweigung eignet sie sich auch als großer Solitär und ist überdies pflegeleicht, da sie zwar viel Wasser braucht, den Angaben zufolge aber kein Ausputzen nötig ist.

Frühjahrsblüher: Primula-Hybride ‘Belarina Candy Frost’ (Kientzler)

Kientzlers Primula-Hybride ‘Belarina Candy Frost’ machte in der Kategorie Frühjahrsblüher das Rennen als „IPM Neuheit 2019“. Der winterharte Dauerblüher ergänzt das Primelsortiment um eine besonders hochwertige Sorte, erläutert die Jury. Die attraktiven zweifarbigen, gefüllten Blüten gehen nicht komplett auf, der lange Flor im Frühling verspricht einen recht langen Verkaufszeitraum.

‘Belarina Candy Frost’ ist den Angaben zufolge vielseitig verwendbar und eignet sich sowohl als Solist, wie auch in Kombi-Pflanzungen. Mit ihrem nostalgisch-romantischen Look empfiehlt sich die Primula-Hybride zudem als Geschenk zum Valentinstag.

Blühende Zimmerpflanze: Euphorbia pulcherrima ‘Christmas Mouse’ (Selecta one)

Mit der an Mäuseohren erinnernden, ungewöhnlich weich anmutenden Form ihrer Blätter überzeugte die von Selecta one eingereichte Euphorbia pulcherrima ‘Christmas Mouse’ die Jury in der Kategorie Blühende Zimmerpflanze. Die frischgekrönte „IPM Neuheit 2019“ nimmt insbesondere Kinder als Zielgruppe ins Visier, wozu auch der an das Gedicht „Die Weihnachtsmaus“ angelehnte Sortenname passt.

„Eine neue Form, ein neues Produkt, ein neuer Impuls für einen der Bestseller der deutschen Topfpflanzen“, so das Fazit der Juroren.

Grüne Zimmerpflanze: Blechnum brasiliense ‘Copper Crisp’ (Cultivaris)

Dschungel-Feeling verbreitet Blechnum brasiliense ‘Copper Crisp’ – ob in Glasgärten, im Badezimmer oder ganz einfach im Wohnraum. Der von Cultivaris eingereichte und in der Kategorie Grüne Zimmerpflanze zur „IPM Neuheit 2019“ gewählte Zimmerfarn überzeugte die Jury unter anderem mit seinem roten Austrieb und den festen, stark gerüschten tiefgrünen Wedeln.

Mit der Zeit bildet die Tropenpflanze, die es gerne warm und geschützt vor direkter Sonne mag, den Angaben zufolge einen kleinen Stamm.

Gehölze: Pyracantha coccinea ‘Red Star’ (Plantipp)

Eine außergewöhnlich rote Beerenfarbe und deutlich weniger Dornen als üblich – mit diesen Attributen gewann Pyracantha coccinea ‘Red Star’ in der Kategorie Gehölze den Titel „IPM Neuheit 2019“.

Der von Plantipp BV eingereichte Feuerdorn blüht den Angaben zufolge im Juni und bildet einen dichten Beerenansatz, der im September ausfärbt und bis nach Weihnachten mit seinen Früchten begeistert.

Das vielseitig einsetzbare, auch als Zimmerpflanze attraktive immergrüne Gehölz ist nicht nur frosthart, sondern hat sich darüber hinaus auch im Dürresommer 2018 bewährt.

Stauden: Sempervivum ‘Chick Charms Gold Nugget’ (Plantipp)

Doppelsieg für Plantipp: Die ebenfalls von dem niederländischen Unternehmen eingereichte Sempervivum ‘Chick Charms Gold Nugget’ holte sich in der Kategorie Stauden den Titel als „IPM Neuheit 2019“. Der Sortenname kommt dabei nicht von ungefähr, denn die unkomplizierte und pflegeleichte Einsteigerpflanze macht mit gelb gefärbten, im Winter rot geflammten Blättern auf sich aufmerksam.

Vielseitig einsetzbar, macht sich ‘Gold Nugget’ sowohl im Garten als auch auf Terrasse und Balkon gut. Zudem braucht sie wenig Wasser und verträgt selbst volle Sonne – „der Klimawandel kann ihr gar nichts anhaben“, wie es heißt.

Kübelpflanzen: Vitex trifolia ‘Purpurea’ x Vitex agnus-astus ‘First Editions Flip Side’ (Bailey Nurseries)

Einfach in der Kultur, gut verzweigend und schnittverträglich ist Vitex trifolia ‘Purpurea’ x Vitex agnus-astus ‘First Editions Flip Side’, den die Jury in der Kategorie Kübelpflanzen als „IPM Neuheit 2019“ prämierte.

Der den Angaben zufolge besonders dankbare Mönchspfeffer ist eine leistungsstarke Kübelpflanze, aber auch eine ausgezeichnete Bienenweide im naturnahen Garten, die bis weit in den Herbst hinein blüht.

Sonderpreis der Jury: Mandevilla ‘Sundaville MiMi Yello’ (MNP flowers)

Einen Sonderpreis für Produktinnovationen vergab die Jury im diesjährigen Neuheitenschaufenster auf der IPM an die von MNP flowers eingereichte Mandevilla ‘Sundaville MiMi Yello’. Ihr fehlen zwar die für Mandevilla üblichen langen Ranken, dafür verzweigt sie den Angaben zufolge gut und zeichnet sich durch kompakten Wuchs aus. Ein Hingucker sind ihre Blüten in hellem Apricot.

Ihr kompakter Wuchs macht ‘Sundaville MiMi Yello’ auch als kleinere Pflanze interessant, zudem ist die Mandevilla vielseitig einsetzbar als Beet- und Balkonpflanze sowie auf Balkon und Terrasse. Sie verträgt sowohl volle Sonne als auch kurze Trockenphasen.

Publikumspreis für attraktivste Pflanzen-Neuheit

Im Neuheitenschaufenster des Zentralverbands Gartenbau (ZVG) in Halle 1A sind sämtliche „IPM Neuheiten 2019“ während der gesamten Messedauer zu sehen. Zudem sollen die jüngeren IPM-Besucher in diesem Jahr über den Publikumspreis für die attraktivste Pflanzen-Neuheit entscheiden, dessen Gewinner am Messe-Donnerstag, 24. Januar bekanntgegeben wird.

Источник: https://taspo.de/kategorien/ipm-beste-pflanzen-neuheiten-2019-praemiert/

Neue Pflanzen für moderne Gärten

Neue Pflanzen-Züchtungen für den Garten

Als Pflanzenzüchter in bereits zweiter Generation wird Rhododendronexperte Holger Hachmann, Inhaber der Baumschule Hachmann in Barmstedt, oft gefragt, ob es für ihn überhaupt noch Herausforderungen und Neues gäbe. Dabei erlebt er jeden Tag genau das: „Beim Entwickeln neuer Pflanzen gibt es so unglaublich viel Spannendes, gleichzeitig knifflige Schwierigkeiten und große Freuden.“

Die Blüten des Rhododendrons stellen je nach Pflanzenzüchtung verschiedene kraftvolle Farben zur Schau (Foto: Pixabay)

Für Holger Hachmann ist es der spannendste Beruf der Welt, denn von Pflanzenzüchtern werden sowohl unendliche Geduld und absolute Sorgsamkeit als auch Kreativität und viel Phantasie verlangt.

In einem strengen und arbeitsintensiven Selektionsprozess wird aus der Idee eines Baumschulers eine neue Pflanzensorte für unsere Gärten. Ziel ist es, während der mehrjährigen gründlichen Testphase möglichst alle Schwächen der Pflanzen zu erkennen und auszumerzen.

Dabei ist viel sorgfältige Handarbeit nötig. Ausgesuchte Pollen einer frischen Blüte werden per Hand auf die Nabe der Zielpflanze getupft. Die dann entstehenden Saatkapseln werden noch vor dem Aufplatzen geerntet, kühl und dunkel gelagert und im nächsten Frühjahr zum Keimen gebracht. Nach ca.

5 Jahren blühen die Rhododendren zum ersten Mal. Zu diesem Zeitpunkt sind von den ursprünglich rund 25.000 Sämlingen eines Züchtungsjahrganges lediglich ca. 60 Pflanzen übrig.

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Diese müssen sich in einem strengen Selektionsprozess mit harten Winterbedingungen und heißen Sommern mit Wassermangel und gelegentlicher Dürre beweisen. Die jungen Pflanzen sind auch gezwungen, etwaigen Schädlingen standzuhalten, da keine bzw. kaum Pflanzenschutzmittel verwendet werden.

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Diese sehr praxisnahe und harte Vorauslese bestehen nur absolut robuste und gesunde Pflanzen, von denen wiederum jedes Jahr nur die besten fünf Pflanzen für die Produktion ausgewählt werden.

Neben profundem Pflanzenwissen müssen Pflanzenzüchter über ein feines Gespür für aktuelle und vor allem zukünftige Trends verfügen, denn, so betont Baumschuler Hachmann: „In der Regel benötigt man – ausgehend von der ersten Idee – bis zu 15 Jahre, um mit einer neuen Sorte in die Produktion gehen zu können.

“ Damit sie mit der Pflanzenentwicklung aktuelle Nachfragen adäquat bedienen können, müssen die Züchter sowohl bei gärtnerischen Entwicklungen stets auf dem Laufenden bleiben als auch persönliche Vorlieben der Kunden kennen. So lehnen sich z.B.

die nachgefragten Farben oft an die aktuelle Textilmode an, so kann es derzeit nicht farbenfroh und kontrastreich genug sein. Die Grundanforderungen an die neuen Sorten sind dabei stets dieselben. So ist eine gute Winterhärte der Pflanzen essentiell.

Ebenso ist eine robuste Gesundheit selbstverständlich; die Pflanzen sollen später nicht von einem ständigen Pflanzenschutzmitteleinsatz abhängig sein. Wünschenswert ist eine lange Blütezeit mit reinen und kräftigen Farben.

Wichtig ist für die Pflanzenzüchter, rechtzeitig auf grundlegende Änderungen zu reagieren. So stellen sie sich bereits seit mehreren Jahren auf den Klimawandel ein und verwenden möglichst nur noch Sorten mit dickwandigen Blüten für die Zucht, da diese Hitze und Trockenheit besser überstehen.

Kontinuierliche Züchtung ermöglicht schnelle Reaktionen auf sich ändernde Anforderungen. So wurden z.B. die Privatgärten seit den 50er Jahren immer kleiner.

Niemand konnte und wollte mehr die großen, sehr ausladenden Rhododendren der Parks im eigenen Garten haben. Ein Glück, dass damals Holger Hachmanns Vater die kleinen und kompakten Yakushimanum-Sorten für sich entdeckt hatte und mit ihnen experimentierte.

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Dadurch war es nun möglich, auch kleinere Gärten und Terrassen mit den prachtvollen Gewächsen zu schmücken.

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„Zum Abschluss des praktischen Züchtungsprozesses gibt es natürlich immer noch das Problem, dem Kind einen Namen zu geben. Das ist manchmal das Schwerste.“ sagt Holger Hachmann und lacht. Vor einigen Jahren hatte er einen wunderschönen Rhododendron mit prachtvollen dunkelvioletten Blüten und purpurvioletter Mitte gezüchtet, aber ihm wollte partout kein passender Name dafür einfallen.

Die Namen sollen einzigartig und einprägsam sein, international funktionieren und der neuen Sorte – ihrer Qualität und Farbe – gerecht werden. Die junge Pflanze stand also namenlos im Schaugarten, bis eines Tages eine Gruppe schwedischer Pflanzenenthusiasten in die Baumschule kam. Da rief eine der Gartenliebhaberinnen beim Anblick der violetten Schönheit spontan: „What a dramatic dark!“.

Etwas Glück gehört manchmal eben dazu.

Die neue Pflasterverlegemaschine S19 PaveJet von Optimas kann bis zu 1.000 m² am Tag verlegen – Fahrer benötigt keine Hilfskraft – kann alle unterschiedlichen Betonsteine verlegen – Vierradantrieb und -Lenkung.

Die Optimas S19 Pflasterverlegemaschine packt die Steinlage bündig ein. Es bedarf keines Helfers mehr. (Foto: Optimas)

Es ist beeindruckend, mit welcher Geschwindigkeit und ohne zweiten Mann die neue S19 PaveJet von Optimas Pflaster verlegt. Hier im Neubaugebiet Triebseer Siedlung in Stralsund ist die S19 im Einsatz, um die Zufahrtswege zu und in diesem Neubaugebiet zu pflastern.

Die S19 PaveJet Pflasterverlegemaschine benötigt nur einen Mitarbeiter, nämlich den Fahrer, um pflastern zu können. Der Pflastergreifer Multi M6 mit Anlegehilfe greift eine Steinlage komplett, die Maschine saust zur Verlegestelle und packt die Steinlage dort bündig ein. Es bedarf keines Helfers mehr, um den Greifer richtig zu positionieren.

Diese Möglichkeiten haben zur Folge, dass an einem einzigen Arbeitstag bis zu 1000 m² Pflaster verlegt werden können.

Endlos Greifer-Drehgetriebe

Der Optimas-Pflastergreifer ist mit einem endlos Greifer-Drehgetriebe links/rechts ausgerüstet. Das hat zur Folge, dass gleich nach der Anfahrt zum Verlegeort oder zur Aufnahmestelle der Greifer so gedreht werden kann, dass das Aufnehmen bzw. Verlegen problemlosvonstatten geht.

Überdies hat man eine Aufnahmehöhe von bis zu 2,60 m. Das zeigt, wie flexibel die Optimas S19 PaveJet arbeiten kann. Und dies geschieht bei boden-schonendem Antrieb. Alle vier Räder sind gleichmäßig an der Lenkung beteiligt und werden hydrostatisch angetrieben und gebremst.

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Die 2-Achs–Drehschemel-Lenkung ist die Voraussetzung für das bodenschonende Befahren. Dazu ist natürlich auch genügend Kraft notwendig. Diese liefert ein wassergekühlter Viertaktmotor von 17,9 Kw/24,3 PS Stärke. Er ist auf speziellen Gummipuffern gelagert und der Motorraum mit einer besonderen Schalldämmung ausgestattet.

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Das ist gut für den Fahrer und natürlich auch für die Umwelt, in der sich die S19 PaveJet leise bewegen kann.

Spezialist für Pflasterverlegung

Die Firma Torsten Hensel Pflasterbau aus Dargun hat sich auf den Pflasterbau spezialisiert. 2004 gegründet, waren bei ihr von Anfang an Optimas- Maschinen im Einsatz. Und nun ist die neueste, die Optimas S19 PaveJet, hinzugekommen. Gerade bei großen Projekten, zum Beispiel bei 30.

000 m² Pflasterarbeiten auf einem Brauereigelände in Hamburg oder bei zahlreichen Straßenpflasterungen zeigte und zeigt sich immer wieder der Vorteil der Optimas-Technik. Und dies besonders auch im Hinblick auf die deutlich geringere körperliche Beanspruchung der Mitarbeiter.

Heute arbeiten knapp 20 Personen in der Firma im mecklenburgischen und schleswig-holsteinischen Raum.

Komfortabler Arbeitsplatz – Zentralschmieranlage

Der Fahrer der Optimas-Pflasterverlegemaschine hat einen komfortablen Arbeitsplatz. Dazu gehören ein luftgefederter Fahrersitz mit Sitzheizung, eine stufenlose Raumheizung, große Rückspiegel, beste LED-Beleuchtung und einfache und übersichtliche Joystickbedienung. Auch die Zentralschmieranlage erleichtert letztlich die Arbeit.

Was besonders auffällt ist, dass die Kabine außerordentlich geräumig ist.

Es geht hier also nicht mehr um einen Arbeitsplatz, in dem man sich ein wenig eingeengt/eingezwängt fühlt, sondern um einen großzügigen, komfortablen Arbeitsraum, bei dem man übrigens die große Frontscheibe versenken kann, um besser mit den Facharbeitern auf dem Baufeld kommunizieren zu können.

Multifunktionsmaschine

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, aber im Markt dann doch etwas Besonderes, ist der Optimas-Pflastergreifer Multi M6. Er ist auf alle Steinformen und -stärken oder Paketgrößen einstellbar. Der Multi M6 kann mit wenigen Handgriffen und ohne Spezialwerkzeug stufenlos den entsprechenden Anforderungen angepasst werden.

Das ist ein wirklich sehr großer Vorteil für das Bauen übers Jahr gesehen. Zudem kann die Optima S19 PaveJet mit verschiedenen Optimas-Anbaugeräten ausgerüstet werden, zum Beispiel mit einem Pflasterfugenfüllgerät, einer Vakuumeinheit, einer Kehrmaschine oder einem Bordsteingreifer.

Das macht aus einer Pflasterverlegemaschine eine Multifunktionsmaschine im Pflasterverlegesektor.

Von: Joachim Teubert

Video zu diesem Thema

Pflasterverlegemaschine Optimas S19 PaveJet

Источник: https://www.soll-galabau.de/aktuelle-news/ansicht-aktuelles/datum/2020/06/21/neue-pflanzen-fuer-moderne-gaerten.html

Pflanzenzüchtung kann jeder

Neue Pflanzen-Züchtungen für den Garten

Tschuldigung, liebe Frau(en), auch jede Frau kann natürlich Pflanzen züchten.

Zu Beginn muss ich die Bedeutung des Wortes “züchten” klären, so wie ich es in diesem Beitrag verwenden will; denn “züchten” kann sowohl den reinen Anbau, das Ziehen von Pflanzen bedeuten (was in dem Begriff “Anzucht” noch zum Ausdruck kommt) als auch das Entwickeln neuer Sorten, was gewöhnlich mit den Begriffen “Pflanzenzüchtung” oder “Pflanzenzucht” bezeichnet wird.

Was ich in diesem Beitrag deutlich machen will, ist dies: Pflanzenzüchtung ist nicht (allzu) schwer – jede*r Gärtner*in, jede*r Landwirt*in sollte das tun, wenn es irgendwie möglich ist.

Jetzt wird möglicherweise mancheine*r denken: Mein Gott, jetzt soll ich auch noch Pflanzenzüchtung betreiben, mir reicht doch schon die Arbeit, die ich habe – und braucht man dafür nicht eine wissenschaftliche Ausbildung?

Ja, was die “Arbeit” anbelangt, muss das natürlich jede*r selbst entscheiden, ob noch Kapazitäten brach liegen, ob genügend Lust und Zeit vorhanden sind, etwas mehr (oder anderes) zu tun; aber wissenschaftliche Vorbildung oder gar ein Studium ist auf keinen Fall nötig.

Da werden mir die professionellen Züchter*innen ganz sicher energisch widersprechen; doch es kommt auf den Standpunkt an – und den will ich im folgenden darlegen:

Wann betreibt man Pflanzenzüchtung?

Die erste Frage muss lauten: Was versteht man überhaupt unter Pflanzenzüchtung? Wann darf man sich Pflanzenzüchter*in nennen?

Als Antwort stelle ich eine andere Frage: Wurden unsere Kulturpflanzen – von A wie Ananas über K wie Kartoffel, M wie Mais und W wie Weizen bis Z wie Zitrone – zielgerichtet von Pflanzenzüchtern erzeugt? Oder wuchsen diese Nutzpflanzen in ihrer nutzbaren Form irgendwo in der Natur und ein Mensch musste sie “nur” finden, einsammeln und weiterhin anbauen?

Samengewinnung bei der Melone

Das Letztere ist richtig: Alle Kulturpflanzen wurden vom Menschen “gefunden” und danach gehegt und gepflegt.

Um aber diese “gefundenen” Nutzpflanzen jedes Jahr wieder anbauen zu können, musste man Samen (generative Vermehrung; Beispiel: Getreide) oder andere Teile der Pflanzen (vegetative Vermehrung; Beispiel: Kartoffel) auewahren und im nächsten Jahr wieder aussäen bzw. auspflanzen.

Ich glaube, dass die Menschen schnell bemerkt haben, dass sie bessere Ernten einfahren konnten, wenn sie ihre besten Pflanzen für die Vermehrung nutzten.
Ihre besten Pfanzen aber waren die, die unter den örtlichen Gegebenheiten am besten gediehen.

Durch eine solche, ständige Auswahl entstanden aber mit der Zeit lokal angepasste Sorten der Pflanzenarten, die genutzt wurden.

Es kam natürlich auch vor, dass hin und wieder unter den angebauten Pflanzen eine außergewöhnlich “bessere” gefunden wurde.

Alle Menschen haben gezüchtet, d. h., neue “Sorten” (Varietäten, Varianten) entwickelt/gefunden, die Samen von ihren besten Pflanzen gewonnen haben – und sie züchten auch heute noch, wenn sie Samen ihrer (besten) Pflanzen gewinnen.

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Züchten bedeutet also nichts anderes als das Auswählen (der besten Pflanzen) und das Gewinnen von Samen (dieser “Auserwählten”).

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Das Auswählen könnte man dabei auch noch weglassen; denn die Pflanzen, die überhaupt wachsen und Samen bringen, sind ja schon diejenigen, die an einen bestimmten Ort, seine Boden-, Klima und Anbaubedingungen am besten angepasst sind.

Die gezielte Auswahl der “Besten” aus diesen gut Gewachsenen verbessert und beschleunigt nur das Ergebnis, aber es ändert nichts am Prinzip: Man muss nur Samen von seinen Nutzpflanzen gewinnen, um als Züchter*in zu gelten, als Entwickler*in neuer Sorten.

Pflanzenzüchtung wird zur gewerblichen Tätigkeit

Pflanzenzucht umfasste jahrtausendelang sowohl das Anbauen von Pflanzen als auch die Entwicklung neuer Sorten. Alle Anbauer*innen waren früher zugleich auch Züchter*innen von Haus-, Lokal- und Regionalsorten, da sie ständig Samen von ihren Nutzpflanzen gewannen.

Wieso kam es aber dazu, dass “Pflanzenzucht” irgendwann nur noch den “Anbau von Nutzpflanzen” (ohne Saatgutgewinnung) bedeuten sollte, dass neben den Anbau die Pflanzenzüchtung trat?

Die Aufspaltung der Pflanzenzucht in Anbau und Züchtung begann, als dem Prozess der Auswahl eine größere Bedeutung beigemessen wurde, als sich dieser nicht mehr nur allgemein und unbewusst auf die Auswahl der augenscheinlich “Besten” beschränkte, sondern ganz bewusst einzelne Kriterien für die Auswahl zugrunde gelegt und diese möglichst exakt bewertet wurden.

So wurde z. B. der Ertragshöhe ein besonderes Gewicht beigemessen; dazu kamen weitere Kriterien, anhand derer die “besten” Pflanzen zur Saatgutgewinnung ausgewählt wurden, wie z. B. ihre Transportfähigkeit, ihr Aussehen, ob sie mit Maschinen zu ernten waren oder ob sie auf hohe Düngergaben positiv reagierten.

Handbuch Samengärtnerei: Inhaltsverzeichnis

Nachdem die Gesetzmäßigkeiten der Vererbung von Gregor Mendel entdeckt und 1866 veröffentlicht (und ca. 40 Jahre später von Carl Correns, Hugo de Vries und Erich Tschermak bekannt gemacht) wurden, konnten Pflanzen mit gewünschten Eigenschaften auch gezielt gekreuzt (gemischt) werden, um die Entstehung “besserer” Pflanzen(sorten) zu beschleunigen und sie nicht nur dem Zufall zu überlassen.

Der Prozess, der bisher “nebenbei”, neben dem Anbau der Nutzpflanzen ablief, nämlich Samen zu gewinnen und dabei (ungezielt) neue Sorten zu entwickeln, wurde nun eine eigene Profession, wurde ein hauptberuflich ausgeführter, gezielter Prozess, wurde “Züchtung” genannt.

Es fand eine Spezialisierung statt; das, was Jahrtausende eins war, wurde aufgespalten in verschiedene Tätigkeitsbereiche: in die Erzeugung von Pflanzenprodukten zur Nutzung (Anbauen), die Samengewinnung (Saatgut-Erzeugung/-Vermehrung) und die Züchtung (Entwicklung “besserer” Sorten).

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Durch diese Spezialisierung wurden zwar alle Bereiche effektiver: Der Anbau brachte höhere Erträge, die Planzensorten können weitaus schneller, in größerer Zahl und gesünder vermehrt werden, neue Sorten können in immer kürzerer Zeit und äußerst zielgerichtet erzeugt werden.

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Aber die Frage bleibt: Sind die Menschen, die diese drei Tätigkeiten in Personalunion ausführen, damit keine Pflanzenzüchter*innen mehr?

Wer eigenes Saatgut gewinnt, betreibt Pflanzenzüchtung!

Jeder Mensch, der Nutzpflanzen anbaut, die besten Pflanzen auswählt und von diesen Samen gewinnt, betreibt Pflanzenzüchtung, weil er in diesem Prozess nämlich neue Varianten entwickelt.

Jede*r kann also Pflanzen züchten. Das einzige, das mensch dazu tun muss, ist: Samen gewinnen, Samen ernten, Saatgut erzeugen (wie auch immer diese Tätigkeit im Deutschen benannt werden muss; im Englischen gibt es dafür den Ausdruck: “to save seeds”, Samen auewahren).

Wer heute allerdings das reine Anbauen von Pflanzen (ohne Samengewinnung) als Pflanzenzucht oder Pflanzenzüchtung bezeichnet, der liegt grundlegend falsch, genauso wie diejenige, die meint, Pflanzenvermehrung (Samengewinnung) sei keine Pflanzenzüchtung und beides strikt voneinander abgrenzt (wie das Constanze von Eschbach [2] in ihrem Buch “Meine eigene Samengärtnerei” tut); das sollte hoffentlich durch meine Ausführungen deutlich geworden sein.

Handbuch Samengärtneri: Inhaltsverzeichnis

Die Saatgutgewinnung ist in den meisten Fällen sehr einfach (Bohnen, Erbsen, Kürbis) und nur in manchen Fällen etwas schwieriger, aufwendiger, aber in allen Fällen ohne Probleme auszuführen: Manchmal muss man nur wissen, wie.

Dazu werde ich demnächst einen eigenen Beitrag verfassen; bis dahin verweise ich auf die ausgezeichneten (englisch-sprachigen) Webseiten “How To Save Seeds” sowie die Seed saving guidelines (Richtlinien zur Samengewinnung) der britischen “Heritage Seed Library”; außerdem stelle ich ein paar analoge Werke, Bücher genannt, zu diesem Thema zusammen (merkwürdigerweise ist die Samengewinnung im anglo-amerikanischen Raum viel weiter verbreitet als in Deutschland; man sieht aber an den Jahreszahlen der Buchveröffentlichungen ganz schön, dass das Thema auch in Deutschland an Bedeutung gewinnt).

Auf der Seite “Samen gewinnen” stelle ich kurze, übersichtliche Anleitungen zum Samenbau für die wichtigsten Gemüsearten zusammen; bis dahin sind dort einige Leitfäden für die Samengewinnung zu finden, die schon im Netz veröffentlicht wurden.

Nachfolgend noch einige Bücher zu dem Thema:

[1] Andrea Heistinger: Handbuch Samengärtnerei, Löwenzahn-Verlag 2004 und Ulmer Verlag, 2010 [2] Constanze von Eschbach: Meine eigene Samengärtnerei, Kopp Verlag, 2015 [3] Ulla Hasselmark: Meine fabelhafte Samengärtnerei, Bassermann Inspiration, 2013 [4] Marlies Ortner: Saatgut aus dem Hausgarten, Oeko-Buch Verlag, 2012 [5] Leroy: Gemüsesamen selbst gezogen, AT-Verlag, 2016 [6] Bernward Geier: Biologisches Saatgut aus dem eigenen Garten, Synthesis-Verlag, 1982 sowie Premio Verlag, 1996 [7] Marc Rogers: Gemüsesamen aus dem eigenen Garten, Zweitausendeins, 1984 [8] Paul Kaiser: Die Anzucht von Gemüsesamen für den eigenen Bedarf des Gärtners, Mittgard-Verlag, Reprint von 1905 [9] Anja Banzhaf: Saatgut – Wer die Saat hat, hat das Sagen, Oekom-Verlag, 2016, München (Leseprobe)

Источник: https://www.ichbindannmalimgarten.de/pflanzenzuechtung-kann-jeder/

Stecklinge ziehen: 5 Pflanzen, die du einfach züchten und vermehren kannst

Neue Pflanzen-Züchtungen für den Garten

Wozu neue Pflanzen im Baumarkt kaufen, wenn du auch selbst Stecklinge ziehen kannst? Mithilfe von Ablegern lassen sich Pflanzen vermehren und neue Jungpflanzen züchten. Erfahre hier, welche Pflanzen sich gut für Stecklinge eignen.

Als Stecklinge werden die Teile einer Pflanze bezeichnet, die man abtrennen kann, um aus ihnen neue Pflanzen heranzuziehen, da sie selbst eigene Wurzeln schlagen. Man nennt sie auch Ableger oder Setzlinge.

Es gibt verschiedene Arten von Stecklingen

Steckling im Topf. (Foto: CC0 / Pixabay / congerdesign)

Stecklinge unterscheidet man je nach dem, welcher Teil der Mutterpflanze verwendet wird, um eine neue Pflanze heranzuziehen. Folgende Arten gibt es:

  • Blattsteckling: Der Ableger besteht nur aus einem Blatt mit Stiel.
  • Kopfsteckling: Die Spitze der Pflanze dient als Steckling.
  • Wurzelsteckling: Hierbei wird ein Stück der Wurzel als Steckling verwendet (nur für sehr wenige Pflanzen geeignet).
  • Stammsteckling: Stamm mit einer geschlossenen Knospe wird als Setzling eingepflanzt.
  • Teilsteckling: Verwendung von Seitenteilen der Pflanze.

Generell eignen sich Kopf- und Blattstecklinge am besten für eine schnelle und einfache Vermehrung der Pflanzen.

Stecklinge ziehen: Welche Pflanzen-Ableger lassen sich gut vermehren?

Deinen Balkon oder Garten kannst du ganz leicht mit neu gezüchteten Jungpflanzen verschönern. (Foto: CC0 / Pixabay / alusruvi)

Viele Zimmerpflanzen sowie Kübel- und Gartenpflanzen lassen sich leicht mithilfe von Stecklingen züchten oder vermehren. Hierzu gehören vor allem:

  1. Ficus-Arten
  2. Oleander
  3. Hortensien
  4. Rhododendren
  5. Beerengewächse

Auch von zahlreichen Blumen, wie etwa Geranien, lassen sich leicht Ableger anpflanzen.

Etwas schwieriger zu züchten sind dagegen Laub- und Nadelhölzer, wie beispielsweise der Buchsbaum. Hier kann die Wurzelbildung der neuen Jungpflanzen teilweise bis zu einem Jahr dauern. Wenn du das erste Mal mit Stecklingen arbeitest, solltest du daher Pflanzen wählen, die sich leicht vermehren lassen.

Tipp: Wenn eine Pflanze nach dem Rückschnitt schnell wieder neue Triebe bildet, kannst du davon ausgehen, dass sie sich auch für die Anzucht aus Stecklingen eignet.

Bienenfreundliche Pflanzen für draußen sind insbesondere zahlreiche Wildblumen, Lavendel und Küchenkräuter (Basilikum, Thymian, Pfefferminze).

So ziehst du Stecklinge richtig

Küchenkräuter sind gut für die Vermehrung durch Stecklinge geeignet und lassen sich sowohl drinnen als auch draußen pflanzen.

(Foto: CC0 / Pixabay / B-linda)

  • Zunächst musst du darauf achten, die Stecklinge zum richtigen Zeitpunkt von der Mutterpflanze abzuschneiden.
  • Für die meisten Pflanzen ist das Sommerende dafür am besten geeignet (Juli bis August).
  • Zimmerpflanzen, die innerhalb der eigenen vier Wände überwintern, kannst du auch erst im Zeitraum von Januar bis März schneiden.

Wichtig: Der ideale Zeitpunkt fürs Schneiden kann von Pflanze zu Pflanze stark variieren.

Achte jedoch darauf nicht zu früh zu schneiden, da sonst die neuen Triebe zu dünn sind und schneller faulen können. Das Ausgangsmaterial für einen Steckling sollte eine gesunde Pflanze mit ein- bis zweijährigen Trieben sein.

  • Für das Anpflanzen der Stecklinge benötigst du nur ein paar kleine Töpfe und ungedüngte Anzuchterde.
  • Es kann auch sinnvoll sein, die Stecklinge in den ersten Wochen mit einer durchsichtigen Haube abzudecken, so dass sie nicht zu viel Feuchtigkeit über die Luft verlieren. Hierfür sind Anzuchtkästen gut geeignet. Du kannst stattdessen auch ein Glas umgekehrt über den Ableger stülpen. Abdeckungen solltest du gelegentlich öffnen, um Frischluft hineinzulassen.
  • Darüber hinaus solltest du die Pflanzen nicht zu dicht nebeneinander stecken (sie dürfen sich nicht berühren) und ihnen einen hellen, warmen Platz am Fenster verschaffen.

Oleander und andere Ficus-Arten lassen sich auch leicht in einem Glas mit Wasser vermehren. Dieses stellst du einfach auf die Fensterbank und tauschst das Wasser alle paar Tage aus, bis sich Wurzeln gebildet haben. Dann kannst du sie ebenfalls in einem Topf einpflanzen.

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Schlagwörter: Bienen Blumen Garten Gewusst wie Kräuter Pflanzen

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