Papier selber schöpfen

Papierschöpfen – DIY-Anleitung für Einsteiger

Papier selber schöpfen

In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie Sie in wenigen Schritte einen Papierbogen selbst herstellen können. Das Papierschöpfen ist eine einfache Möglichkeit, Zeitungspapier wieder zu verwenden und gleichzeitig kreative Geschenke herzustellen.

Selbst gebastelte Karten erfreuen sich bei den Beschenkten einer großen Beliebtheit und werden dem Anlass entsprechend gestaltet.

Lesen Sie, wie Sie zunächst einmal den Schöpfrahmen basteln, welche Materialien Sie benötigen und welche Arbeitsschritte notwendig sind.

Das Papierschöpfen ist bereits seit langem bekannt und wird dazu genutzt aus Altpapier neue Papierbögen herzustellen. Im Grunde genommen ähnelt das Verfahren der industriellen Herstellung von Recyclingpapier. Allerdings werden bei den gewerblichen Abläufen häufig noch chemische Substanzen eingesetzt oder es wird ein Reinigungsprozess durchlaufen.

Diese Schritte dienen dazu, das Papier aufzuhellen und von unerwünschten Fremdkörpern zu befreien. Bei der heimischen Herstellung wird auf diesen Schritt jedoch verzichtet, da es sich um ausgewähltes Zeitungspapier handelt und der dunkler wirkende Farbton erwünscht ist. Selbstverständlich können Sie das Recyclingpapier in jeder gewünschten Farbe färben.

Ob Einsteiger oder Profi – Sie haben viele verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten.

Umweltfreundlichkeit des Papierschöpfens und die Eignung für Einsteiger

Das Schöpfen ist umweltfreundlich, da Sie keine chemischen Stoffe hinzusetzen und Altpapier zur Herstellung verwenden. Sie erhalten in wenigen Schritten eine kreative Geschenkkarte und können die Herstellung auch zusammen mit Kindern durchführen. Der Schwierigkeitsgrad ist mittelmäßig, sodass auch Einsteiger schnell Erfolge verzeichnen.

Die Herstellung vom Papierschöpfrahmen

Sie haben die Wahl, ob Sie den Papierschöpfrahmen selbst herstellen oder im Fachhandel fertig kaufen möchten. Im Folgenden finden Sie eine ausführliche Anleitung, wie Sie den Rahmen mit wenigen Handgriffen bauen können:

Dieses Material benötigen Sie zum Bauen:

  • Holzleisten in der passenden Größe (in Abhängigkeit von der gewünschten Rahmengröße)
  • Leim
  • Winkel oder Holzstücke
  • eventuell Schrauben
  • Drahtgitter
  • Tacker
  • eventuell Moosgummistreifen oder Filzstreifen

Das Grundprinzip des Schöpfrahmens

Der Rahmen besteht aus einem Formrahmen und einem Siebrahmen. Die Aufgabe vom Formrahmen ist es, eine Begrenzung für die Papiermasse darzustellen. Somit wird gewährleistet, dass eine verhältnismäßig gerade Papierkante zustande kommt.

Der Siebrahmen weist die gleiche Größe wie der Formrahmen auf und ist mit einem Drahtgitter ausgestattet. Möglich ist auch eine Konstruktion als ein Rahmen, hierbei besteht allerdings die Gefahr, dass die Ränder später nicht so gerade werden.

Die Abmessungen der Leisten bestimmen

Die Länge der Holzleisten hängt von dem gewünschten Format des Papiers ab. Für eine Grußkarte oder einen kleinen Brief ist beim Rahmen eine Fläche von rund 25 x 15 Zentimetern gut geeignet. Für die Breite sollten Sie eine Größe von 2 Zentimetern auswählen, für die Höhe sind 3 Zentimeter perfekt. Notfalls klappt es auch mit schmaleren Holzleisten.

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Wir haben uns für eine Rahmengröße von 22 cm x 30 cm entschieden und nur für einen Siebrahmen – das Papierformat, welches am Schluss geschöpft werden kann, wird dann etwas kleiner als DIN A4. Die ausgefransten Ränder sind erwünscht und wirken antik.

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Der Zusammenbau

  • Setzen Sie die Leisten stumpf aneinander.

Achten Sie darauf, dass sich keine Splitter vom Holz lösen. Hierfür können Sie die Schnittkanten und die Oberfläche bei Bedarf glätten. Verwenden Sie hierfür Schmirgelpapier mit einer feinen Körnung.

Sie können entweder Holz in einer Naturfarbe verwenden oder dieses zuvor in der gewünschten Farbe streichen. Achten Sie darauf, wasserfeste Farbe zu nutzen, da der Rahmen später mit Feuchtigkeit in Berührung kommt.

Lassen Sie die gestrichenen Leisten anschließend ausreichend trocknen.

  • Verleimen Sie die Leisten miteinander.

Hierbei ist es hilfreich, wenn eine zweite Person Ihnen beim Zusammenbau behilflich ist. Achten Sie darauf, dass die Leisten gerade aufeinander treffen und fixieren Sie sie bei Bedarf durch Klebestreifen.

Achtung: Wenn Sie zum Fixieren Klebestreifen verwenden, stellen Sie sicher, dass sich diese leicht wieder ablösen lassen, ohne das Holz oder die Lackierung zu beschädigen.

  • Schrauben Sie an den Ecken Winkel aneinander, sodass der Rahmen mehr Stabilität erhält. Oder Sie nehmen übrig gebliebene Holzstücke der Holzleisten als Verbindungsstücke.

Sie können die Winkel bereits jetzt anschrauben, auch wenn der Leim noch nicht getrocknet ist. Die Winkel stabilisieren den Rahmen, sodass der Leim in Ruhe trocknen kann und verleihen dem Rahmen auch später noch Stabilität.

Tipp: Sie haben die Auswahl aus Metallwinkeln und lackierten Winkeln. Da der Rahmen im Gebrauch mit Feuchtigkeit in Berührung kommt, müssen Sie in jedem Fall auf die Wasserfestigkeit achten. Durch einen Anstrich nach Fertigstellung des Baus, können Sie für zusätzlichen Schutz sorgen.

  • Bespannen Sie einen der beiden Rahmen mit dem Drahtgitter.

Sie können das Gitter beispielsweise mit Hilfe von Schrauben fixieren. Legen Sie das Gitter hierfür an die gewünschte Position und setzen Sie die Schrauben so an, dass der Kopf über ein Stück der Gitterquadrate reicht.

Das Metall wird dadurch auf dem Holz festgehalten und kann sich nicht mehr verschieben. Verwenden Sie mehrere Schrauben an unterschiedlichen Stellen und sorgen Sie dadurch für einen festen Halt.

Für die Befestigung können Sie auch einen Tacker verwenden.

Tipp 1: Gitter werden entweder in der passenden Größe angeboten oder können als Meterware gekauft werden. Wenn Sie das Gitter abgeknipst haben, müssen Sie darauf achten, dass die Stäbe spitz sind. Haben Sie das Gitter auf dem Holz befestigt, dann decken Sie die Ecken mit Stoff ab oder kleben Sie sie ab, sodass keine Spitzen verbleiben.

Tipp 2: Achten Sie in jedem Fall auf eine kleine Maschengröße, damit die Fasern gut hängen bleiben.

Tipp 3: Achten Sie darauf, dass das Gitter straff am Rahmen befestigt wird. Sollte das Gitter durchhängen, dann wird das Papier ungleichmäßig dick, da sich in der Mitte mehr Papierfasern sammeln als an der Seite.

  • Bringen Sie am Formrahmen gegebenenfalls eine Abdichtung an. Dadurch werden ausgefranste Papierränder verhindert. Kleben Sie hierfür Moosgummi-Streifen mit einer Stärke von rund 5 Millimetern an den Formrahmen.

Das Papierschöpfen – die Anleitung

Im Folgenden finden Sie eine Anleitung zum Schöpfen. Wenn Sie den Rahmen fertig gestellt haben, dann können Sie mit der Anleitung Schritt für Schritt das Papier herstellen.

Dieses Material benötigen Sie zum Schöpfen:

  • Altpapier (verwenden Sie beispielsweise alte Zeitungen)
  • Wasser
  • Messbecher
  • Schöpfrahmen
  • Handrührgerät
  • kleine Kunststoffwanne (ca. 40 cm x 40 cm)
  • Rührlöffel
  • Wischtücher
  • Nudelrolle oder Teigrolle

Die Anleitung: So gehen Sie beim Papierschöpfen vor

1. Schritt: Die Tageszeitung in kleine Stücke zerreißen
Sie benötigen für den Anfang 2 Doppelseiten der Zeitung. Reißen Sie diese in kleine Stücke, wobei eine Größe von rund 3 Zentimetern optimal ist.

Tipp: Die Stücke müssen nicht gleichgroß sein, sodass ein Auseinanderreißen ausreichend ist.

2. Schritt: Die Papierstücke einweichen lassen
Füllen Sie den Messbecher mit rund 0,75 Litern Wasser auf. Geben Sie nun die Papierstückchen in den Becher und lassen Sie sie kurz einweichen.

Nehmen Sie heiße Wasser aus dem Wasserkocher, so geht das Einweichen noch schneller.

3. Schritt: Den Papierbrei herstellen
Nehmen Sie nun das Handmixgerät und verrühren Sie die Papierstücke mit dem Wasser. Im Allgemeinen sollte eine Rührzeit von rund 3 Minuten ausreichend sein. Es entsteht ein einheitlicher Papierbrei, der nun weiter verarbeitet werden kann.

4. Schritt: Die Plastikwanne vorbereiten
Befüllen Sie die Plastikwanne mit rund 5 Litern Wasser.

5. Schritt: Den Papierbrei verdünnen
Geben Sie nun den Papierbrei in die Wanne. Verrühren Sie die Masse mit dem Rührlöffel, sodass sie sich gut verteilt.

6. Schritt: Der Schöpfrahmen
Handelt es sich um einen zweiteiligen Schöpfrahmen, dann legen Sie diesen zunächst einmal übereinander. Stellen Sie den Rahmen senkrecht auf den Boden der Wanne.

7. Schritt: Das Anheben vom Sieb
Heben Sie das Sieb langsam aus dem Wasser. Achten Sie hierbei auf eine waagerechte Haltung über der Wanne. Das überschüssige Wasser tropft ab und die Papierfasern verbleiben auf dem Sieb.

Tipp: Sie müssen das Sieb gerade halten, damit sich die Fasern möglichst gleichmäßig auf dem Sieb verteilen. Würden Sie das Gitter schief halten, dann würde sich die Masse ungleichmäßig verteilen und das Papier würde eine unterschiedliche Dicke aufweisen. Durch leichtes Rütteln des Siebs können Sie die Fasern noch ein wenig verteilen.

8. Schritt: In diesem Schritt ist es am einfachsten, wenn Ihnen eine zweite Person behilflich ist. Mit einem Tuch wischt der Helfer von unten über das Sieb. Das Ziel ist es, überschüssiges Wasser aufzusaugen.

Tipp: Sie können mit dem Tuch auf der Oberfläche entlang wischen, um eventuelle Wasseransammlungen zu verhindern. Außerdem können Sie dadurch die Oberfläche noch ein wenig glatt ziehen.

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Tipp: Dieser Vorgang muss sehr gewissenhaft und mehrfach hintereinander durchgeführt werden. Drücken Sie das Tuch zwischendurch aus, damit es wieder trocken wird. Je mehr Wasser in diesem Schritt aufnehmen, desto kürzer wird die spätere Trocknungszeit. Gleichzeitig erhält die Masse Stabilität.

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9. Schritt: Nehmen Sie nun den oberen Teil des Siebes ab. Stellen Sie den Papierschöpfrahmen zusammen mit den Papierfasern auf ein Wischtuch und kippen Sie das Sieb um. Halten Sie den Rahmen fest und reiben Sie mit dem Tuch von oben das Sieb trocken.

Tipp: Legen Sie unter das Wischtuch einen Papierstapel zur Stabilisierung und zum Auffangen der Feuchtigkeit. Achten Sie auf eine gerade Oberfläche der Unterlage, damit das Papier die richtige Form erhält.
(Bild von der Papiermasse wie sie zum Trocknen hingelegt wurde)

10. Schritt: Heben Sie nun das Sieb langsam hoch. Beginnen Sie auf einer Seite mit dem Anheben und arbeiten Sie sich Stück für Stück vor. Achten Sie darauf, dass die feuchte Papiermasse auf dem Tuch verbleibt.

11. Schritt: Decken Sie die Papiermasse mit einem Wischtuch und einer Zeitungsseite ab.

12. Schritt: Nutzen Sie die Nudelrolle, um weiteres Wasser aus der Masse zu pressen. Arbeiten Sie hierbei nur mit leichtem Druck.

13. Schritt: Lassen Sie den Papierboden nun trocknen. Sie können das Blatt entweder hinlegen oder aufhängen.

Tipp: Befindet sich im Papierbogen noch viel Feuchtigkeit, dann ist es besser, das Blatt zunächst einmal im Liegen zu trocknen.

Tipp: Sie können den Papierbogen auch vorsichtig bügeln, dann reduziert sich die Trocknungszeit deutlich. Nach wenigen Minuten ist das Papier trocken und kann weiter verarbeitet werden. Legen Sie zwischen das Bügeleisen und das Papier ein Tuch, ansonsten würde das nasse Papier am Bügeleisen festkleben.

So arbeiten Sie in das Material Dekorationsartikel ein

Sie können das Papier entweder nach dem Trocknungsvorgang oder auch schon währenddessen dekorieren. Wenn Sie beim Schöpfvorgang kleine Dinge einarbeiten, dann entsteht ein ganz besonderer Effekt, da sich die Zugaben im Papier befinden. Legen Sie hierfür kleine Objekte auf den Papierbrei, welcher sich noch auf dem Sieb befindet. Unter anderem eignen sich hierfür:

  • getrocknete Blütenblätter
  • Gewürze (beispielsweise Zimt zur Weihnachtszeit, da dieser einen weihnachtlichen Duft versprüht)
  • Bilder aus der Zeitung
  • Stücke von bunten Servierten oder farbige Pappe
  • bunte Perlen

Tipp: Ein besonders natürlich wirkendes Design entsteht, wenn Sie die Bilder oder die Papierstückchen nicht ausschneiden sondern herausreißen. Die Bilder verbinden sich mit der Papiermasse und erzeugen einen harmonischen Effekt.

Das Dekorieren des Papiers

Auch nach dem Trocknungsvorgang haben Sie zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten:

  • bekleben Sie die Oberfläche mit Glitzersteinen
  • basteln Sie kleine Figuren und setzen Sie diese auf das Papier
  • kleben Sie Schleifen oder Blumen auf
  • wählen Sie für das Beschreiben eine besonders schöne Schrift aus
  • kleben Sie Fotos auf

Das Färben des Papiers

Sie können den Papierbogen in verschiedenen Farben färben. Hierfür setzen Sie der Masse vor dem Sieben die entsprechende Farbe bei.

Achten Sie allerdings darauf, dass der Papierbogen bereits Farbpigmente enthält und somit auf die neue Farbe oftmals nicht wie gewohnt reagiert. Die Farben vermischen sich und es können spannende Effekte entstehen.

Wählen Sie außerdem eine ungiftige Farbe aus, da somit die Umwelt und Ihre Gesundheit geschont werden.

Tipp: Wenn Sie als Basis für das Schöpfen helle Papierbögen verwenden, dann ist das Färben vom Material später einfacher.

Tipps für Schnellleser:

  • Papierschöpfrahmen bauen
  • 2 Doppelseiten Zeitungspapier verwenden
  • Zeitung in 3/4 Liter Wasser auflösen
  • Masse durchrühren
  • in Wanne mit 5 Litern Wasser auflösen
  • Papierfasern mit Sieb abschöpfen
  • Wasser abtropfen lassen
  • Wasser mit Tuch aufnehmen
  • Papiermasse auf Wischtuch trocknen lassen
  • Trocknungszeit durch Bügeleisen verkürzen
  • Papier dekorieren
  • während des Schöpfvorganges Dekoration einarbeiten
  • Bauen vom Rahmen und Schröpfen für Einsteiger geeignet

Источник: https://www.talu.de/papierschoepfen-anleitung/

Papier Schöpfen Anleitung – Stelle dein eigenes Büttenpapier her

Papier selber schöpfen

In gefühlt jedem Beitrag auf Selberbuchbinden steht: Papier ist der essenzielle Grundstoff für das Binden von Büchern. Und einer der Vielfältigsten. 

Doch wie wird Papier gemacht? Was für Techniken gibt es und warum ist gutes Papier, vor allem Büttenpapier mitunter so teuer. Am einfachsten gelangst du zur Antwort dieser Fragen, wenn du selber ausprobierst dein Papier zu machen. Denn dann merkst du welche Kunstfertigkeit das Schöpfen von Papier verlangt. Deswegen gibt es nun hier die Papier Schöpfen Anleitung von Selberbuchbinden. 

Du kannst nicht erwarten, dass du blütenweißes Schreibpapier auf Anhieb selber schöpfst, aber du wirst beim Ausprobieren jede Menge Spaß haben, deiner Kreativität freien Lauf lassen und vielleicht die Natur genießen. Diese Anleitung ist super geeignet, um sie mit Kindern zu machen. 

Zeitaufwand

Mindestens ein Tag mit Vorbereitungen und Schöpfen. Eine Papier-Schöpfen-Session kann gerne auch ein Wochenende beschlagnahmen.

Werkzeuge, die zum Papier schöpfen brauchst

  • Schöpfsieb 
  • Wanne, die ungefähr doppelt so groß wie dein Schöpfsieb ist
  • Presse, die groß genug für deine Bretter ist
  • Leinentücher oder Filz, die ungefähr rundum 2-3 cm größer sind als dein Schöpfsieb
  • 2 Bretter, die ungefähr rundum 2-3 cm größer sind als dein Schöpfsieb
  • Mixer
  • Wäscheständer
  • Bügeleisen
  • eventuell Handtücher

Material, das du zum Papier schöpfen brauchst

  • Zellstofffasern ( in der Anleitung siehst du Papierfasern aus Baumwolle, es geht aber auch Zeitungspapier, Altpapier) 
  • Wasser
  • Kaolin 
  • eventuell Pigmente
  • eventuell gepresste Blätter
  • Karton zum Trocknen

Arbeitsplatz, den dir für die Papier schöpfen Anleitung brauchst

Zum Papier schöpfen benötigst du ein bisschen Platz. Du musst die verschiedenen Stadionen neben einander auauen, damit du reibungslos einen Handgriff nach dem anderen machen kannst. Abhängig ist der Platzbedarf von der Größe des Papiers, dass du schöpfen möchtest.

Als erste Station hast du die Wanne mit der Pulpe und dem Schöpfsieb. Danach brauchst du Platz für deine Filze und die Bretter, damit du das Sandwich für die Presse bauen kannst, die die nächste Station bildet.

Für das Trocken brauchst du genug Platz für den Wäscheständer oder um den Karton auszulegen. 

Tipp: Am Besten und wenn vorhanden schöpfst du das Papier im Garten oder auf der Terrasse. Beim Pressen des Papier quillt jede Menge Wasser heraus, was in einem Raum eher ungünstig ist.

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Wenn du draußen keine Möglichkeit hast oder das Wetter nicht mitspielt, kannst du dir bei an Station zwei und drei Handtücher bereitlegen, um das überschüssige Wasser aufzunehmen. Achte jedoch drauf, dass deine Arbeitsfläche das Wasser ab kann.

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Wenn Wasser in Holz einzieht, gibt es unschöne Flecken und eine aufgerauhte Oberfläche. 

Papier aussuchen

Es gibt Papierfasern zu kaufen, die speziell zum Papier schöpfen auereitet sind. Diese können aus Baumwolle – diese verwende ich auf den Bildern -, Altpapier oder anderen Zellstofffasern bestehen. Du kannst deine Fasern aber auch aus Pflanzen oder Altpapier selber sammeln und herstellen. 

Pulpe herstellen

Die Fasern, die du kaufst, kommen entweder als Platte oder Schnipseln zu dir. Wie die selbst gesammelten Fasern musst du diese in Wasser aufweichen, um sie zerkleinern zu können.

Dafür füllst du deinen Rohstoff in die Wanne mit Wasser und lässt sie erstmal quellen.

Dabei sollen sich die Fasern mit Wasser vollsaugen; es reicht, wenn dein Rohstoff knapp mit Wasser bedeckt ist und für ein paar Stunden oder über Nacht ruht.

Danach kannst du sie in 2 – 3 cm kleine Stücke zerreißen, damit du später gut mit dem Mixer durch die Masse kommst. Wenn die Fasern innen noch trocken sind, warte bis sie sich vollständig vollgesaut haben.

Zuletzt kommt der Mixer zum Einsatz. Egal ob Stabmixer – füll deine Pulpe dafür in eine hohes Gefäß – oder Standmixer, mit der elektrischen Zerkleinerung kommst du viel weiter als mit der Zerkleinerung per Hand.

Hier musst du jedoch beachten, dass du die Zusammensetzung der Tinte bei bedrucktem Altpapier nicht kennst.

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Diese Farben können giftig sein, also musst du den Mixer danach sorgfältig reinigen oder nicht mehr für die Zubereitung von Lebensmitteln verwenden.

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Je feiner du deine Pulpe, so heißt dein Faserbrei in der Fachsprache, zerkleinerst, desto feiner wird dein Papier. Deswegen lohnt es sich für diesen Arbeitsschritt ein bisschen mehr Zeit einzuplanen und deine Fasern mehrmals klein zu mixen.

Beimengungen hinzufügen

Fügst du deine Pulpe deine Beimengungen bei.
Kaolin ist dabei ein Standard, denn es fügt einem Papier ein strahlendes Weiß und eine glattere Oberfläche zu, da es sich zwischen die Fasern legt und Zwischenräume auffüllt. 

Darüber hinaus kannst du Farbe, Pigmente oder Pflanzenfasern hinzufügen, um sie in das Papier einzuschöpfen.
Ganze Blätter oder Blüten kannst du auflegen, kurz bevor du das Papier schöpfst. 

Papier schöpfen

Achte drauf, dass dein Sieb vor dem Schöpfen sauber ist, denn das Muster des Gitters inklusive eventueller Unregelmäßigkeiten bleibt auf deinem Papier bestehen, auch wenn es getrocknet ist. Diese Eigenart kannst du dir zu Nutze machen, wenn du ein Wasserzeichen machen möchtest, doch unbeabsichtigt ist, es nicht so schön. 

Um nun einen Papierbogen aus deinem Papierbrei zu schöpfen, führst du deinen Sieb mit dem Rahmen – wenn du einen hast – in einem steilen Winkel in die Pulpe bis es unter der Wasseroberfläche ist. Dann hebst du das Sieb waagerecht an und aus dem Wasser.

Der Papierbrei zwischen Schöpfrahmen und Wasseroberfläche bleibt dabei im Sieb hängen und bildet zukünftig dein Papierbogen. Nun kannst du den Schöpfrahmen ein paar Mal hin und her wiegen, um den Brei gleichmäßig zu verteilen.

Lass das Wasser gut abtropfen, aber berühre die Faserschicht nicht.

Wenn du keine gleichmäßige Verteilung hinbekommen hast oder du zu wenig oder zu viel Fasern auf deinem Sieb hast, kannst du den Brei erneut in die Pulpe entlassen und von Vorne beginnen. 

Papier gautschen

Gautschen bezeichnet das Pressen deines Papierbogens zwischen den Tüchern oder Filzen. Es gibt spezielle Gautschfilze.

Wenn du einen Rahmen für dein Sieb hast, nimmst du ihn nun ab. Dann kannst du dein Tuch oder Filz auf das Sieb legen und leicht andrücken. Danach drehst du Sieb und Filz gemeinsam um und nimmst langsam das Sieb ab.

Das Sieb ersetzt du durch den zweiten Filz (oder Tuch) und packst beides zwischen die Bretter.

Pressen und Ablegen

Dein Brett-Tuch-Papier-Sandwich kommt nun in die Presse (wenn du keine Presse hast, kannst du dich drauf stellen). Dabei quillt überschüssiges Wasser aus den Fasern und sie werden zu einer Papierschicht verdichtest.

Wenn du genug Tücher oder Filze hast, kannst du erstmal stapeln und mehrere Papiere gleichzeitig in die Presse geben, was den Prozess beschleunigt und eine schöne Routine erzeugt. 

Trocknen lassen

Wenn nicht nimmst du den Filz oder das Tuch aus der Presse und lagerst das Papier auf einen Karton um. Dafür hebst du den oberen Filz ab und legst den unteren mit dem anhaftenden Papier mit diesem nach unten auf den Karton. Dann löst du vorsichtig den Rand des Papiers vom Filz und ziehst auch diesen komplett weg. Das Papier liegt nun auf dem Karton und kann dort trocknen.

Wenn das Papier gut angetrocknet ist, die Oberfläche fühlt sich nur noch leicht feucht und nicht mehr nass an, kannst du das Papier auch vom Karton abnehmen und über zwei Schnüre des Wäscheständers zum Trocknen aufhängen.

Wenn du genug Tücher oder Filze hast, kannst du diese einfach aufhängen, sobald du die Presse voll hattest.

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Sobald die Oberfläche der Papier sich trocken anfühlen kannst du sie aufeinander stapeln und noch mal in die Presse geben. Dafür nimmst du sie von den Karton oder Tüchern. Presse sie nicht fest ein, sondern gib schwachen Druck drauf. Dann legt sich das Papier plan und glatt aus. 

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Alternativ kannst du es glätten.

Glätten

Für das Glätten deines Papiers kannst du ein Bügeleisen verwenden. Dafür legt du leicht angetrocknetes Papier zwischen zwei Leinen- oder Baumwolltücher. Das Bügeleisen sollte eine mäßige Temperatur haben. Zwischen den Tüchern bügelst du das Papier mit gleichmäßigen Bewegungen. Dabei verdampft die restliche Feuchtigkeit und das Papier wird schön glatt.

Nun hast du dein eigenes Papier hergestellt. Die Technik lädt ein weiter zu experimentieren. Über das Farben deinese Papiers und das Einschöpfen von Blättern gibt es noch jede Menge andere Erweiterungen. Alleine das Schöpfen von Papier mit Wasserzeichen ist wieder eine ganz eigene Herausforderung. Heute bietet der 3D-Druck die Möglichkeit individuelle Schöpfsiebe herzustellen.   

Probiere es selber aus und schöpfe eigenes Papier für dein nächstes Buchbinde-Projekt. Verwende den Hashtag #selberbuchbindenprojekt um das Foto deines geschöpften Papiers mit allen Selberbuchbinder*innen zu teilen. 

Источник: https://www.selberbuchbinden.de/blog/papier-schoepfen-anleitung/

DIY Papierschöpfen mit Blüten und Kaffee

Papier selber schöpfen

[Werbung mit Gala von Eduscho]

Habt ihr schon einmal selber Papier geschöpft? Ich habe mich am Wochenende an dieses Projekt gemacht und mir tolles und ganz individuelles Briefpapier hergestellt. Ich verrate euch, wie es geht, welche Materialien ihr braucht und wie ihr hübsche Blüten und sogar Kaffee dekorativ einsetzen könnt.

Handgeschöpftes Papier mit Blüten, Blättern und Kaffee

Beim Kaffeetrinken im Garten kam mir neulich die Idee, meinen Schöpfrahmen wieder aus dem Schrank zu holen und mein eigenes Papier herzustellen.

Vielleicht sogar mit den Blüten des duftenden Flieders, der gerade an der Terrasse blüht? Oder mit den zarten Blättern des Farns? Das wäre wundervoll, dachte ich! Und als mir der Kaffeeduft um die Nase wehte und ich sogleich an meine Tipps für Kaffeesatz dachte, kam mir die Idee zum Kaffee-Papier.

Wie gut, dass ich heute wieder meinen wundervollen Partner Gala von Eduscho dabei habe, der mich diesmal mit der Sorte “Caffè Variation” begleitet. Die Komposition aus feinsten Arabica- und kräftigen Robustabohnen sorgt für ein harmonisches Geschmackserlebnis. Die Bohnen sind perfekt für den Kaffee-Vollautomaten und wurden speziell für den besten Kaffee-Milch-Genuss entwickelt.

Ich finde die Idee zu einem schönen Briefpapier oder für feine Karten gerade ganz besonders passend, denn so können wir in diesen Zeiten einen ganz lieben und individuellen Gruß versenden. Ein paar liebe Zeilen auf einzigartiges Papier geschrieben und verschickt, machen sicher große Freude! Vielleicht steht darauf ja bald schon eine Einladung für das nächste Kaffeedate zu zweit?

Grundanleitung für handgeschöpftes Papier:

Ihr braucht folgende Materialien:

Eierkarton weiß oder

Küchenpapier/Toilettenpapier (für ein schönes weißes Papier)

Schöpfrahmen *

eine Wanne * (ich habe diese Box genutzt)

Pürierstab

Handtücher, wasserdichte Unterlage, Kochlöffel

Eimer oder Schüssel für die Pulpe

Und für die Dekoration: Blüten (frisch oder getrocknet), Gräser oder Farne und natürlich die Caffè Variation von Gala von Eduscho

So wird’s gemacht:

  1. Zuerst zerreisst ihr die Eierkartons in kleine Stücke, vermischt sie mit reichlich warmen Wasser, bis die Masse schön breiig ist und lasst die Masse über Nacht quellen. Für ein rein weißes Ergebnis verwendet ihr weißen Küchenkrepp oder Toilettenpapier.

    Anschließend püriert ihr die Masse mit einem Pürierstab, bis die Masse eine feine Struktur hat. Das ist jetzt die sogenannte Pulpe, aus der das Papier entsteht.

  2. Eine Box oder Wanne zur Hälfte mit Wasser füllen und eine Portion der Pulpe in das Wasser geben und umrühren.

    Zügig den Schöpfrahmen schräg in das Wasser geben und nach unten tauchen. Langsam nach oben heben und gut abtropfen lassen.

Nun geht es an das Dekorieren des Papiers:

Die Blüten sollten am besten noch in die sehr feuchte Masse gestreut werden. Indealerweise sogar in die Wanne streuen. Das hängt ganz davon ab, wie ihr das spätere Ergebnis haben möchtet. Probiert es einfach aus.

  1. Blüten von Flieder, Margeriten, Gänseblümchen oder anderen blühenden Blumen auf die Masse geben. Die Blüten sollten nicht zu groß sein. Ihr könnt sie frisch oder getrocknet aufstreuen. Auch Teeblüten eigenen sich hervorragend. Mit Gräsern, Farn und feinen Blättern lassen sich ebenfalls schöne Papiere gestalten
  2. Den Schöpfrahmen mit der fertigen, abgetropften Masse schnell auf ein ausgelegtes Handtuch drehen und mit einem Tuch die restliche Feuchtigkeit abtupfen.
  3. Nun vorsichtig und langsam den Schöpfrahmen abheben
  4. Das Papier auf dem Stoff trocknen lassen. Idealerweise in der Sonne. Oder ihr hängt das Papier auf einer Wäscheleine zum Trocknen auf. Dann sollte es aber nicht mehr zu nass sein, sonst reißt es ein.
  5. Nach dem Trocknen glättet ihr die Papiere entweder zwischen schweren Buchseiten oder ihr bügelt sie zwischen zwei Tüchern glatt. Aber Vorsicht: Weiße Blüten werden schnell braun durch die Hitze – also gut aufpassen.

Handgeschöpftes Papier mit Kaffeesatz verzieren:

So, nun komme ich endlich zum versprochenen Papier im Kaffee-Look. Ich bin richtig begeistert von dem Ergebnis. Mein Papier hat jetzt lauter kleine Pünktchen, und besonders die Kombination mit den Blüten und dem Farn finde ich einfach wunderschön!

Die Handhabung ist genau wie oben beschrieben. Mein TIPP: am besten funktioniert es, wenn ihr den Kaffeesatz direkt in die Pulpe gebt! Streut ihr ihn später drauf, verbindet er sich nicht mehr so gut mit dem Papier. Außerdem ist das Bild nicht mehr so gleichmäßig. Also, den Kaffeesatz gleich mit in die Wanne zur Pulpe geben. Ein bis zwei Esslöffel reichen aus.

Das ist doch das perfekte Papier für das nächste Kaffeedate, auf das wir hoffentlich nicht mehr lange warten müssen. Bis dahin verschicken wir einfach ein paar liebe “Kaffee-Karten” mit aufmunternden Worten an unsere Lieben.

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Heute dachte ich auch, das Papier wäre ein tolles Einschlagpapier für ein selbstgemachtes Rezeptbuch voller toller Kuchen-Rezepte zum Kaffee!

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Habt ihr schon einmal Papier selber geschöpft? Welche Dekoration könntet ihr euch dabei vorstellen? Erzählt mir gerne davon!

Und schaut gerne auf Instagram vorbei, dort findet ihr weitere Inspirationen von Gala von Eduscho  Oder ihr pinnt euch die Rezepte direkt von Pinterest oder schaut einmal hier vorbei.

Alles Liebe

Evi

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit meinem Partner Gala von Eduscho entstanden.

Verlinkt im Creadienstag

Источник: https://mrsgreenhouse.de/handgeschoepftes-papier-mit-blueten-und-kaffee

Papier – selbst herstellen und färben

Papier selber schöpfen

Das Papier hat einen entscheidenden Einfluß auf das Druckergebnis. Rembrandt verwendete dickeres Japanpapier. Picasso druckte einige Radierungen auf Pergament, Whistler verwendete für seine Drucke teilweise seidiges Chinapapier.
In der Regel verwendet man jedoch weiße, wenig geleimte Büttenpapiere.

Von Hand geschöpftes, halb- oder ungeleimtes Papier dehnt sich am wenigsten aus. Für Kontrolldrucke können Sie auch Ingres-Papier verwenden. Es gibt spezielles Kupferdruckbütten bzw. Kupferdruckkarton.

Kupfertiefdruckkarton hat ein Papiergewicht von 150-350g/m2. Für den Auflagendruck wird häufig die schwere und teure Qualität mit 250-350 g/m2 verwendet.

Handgeschöpfte Büttenpapiere sind bis zu einem Gewicht von 1350 g/m² erhältlich.

Papierherstellung – Fabrication du papier aus: Leçons élémentaires de chimie (B.Bussard, H.Dubois), 1906,(PD) via Commons.wikimedia.org

Fabriano-Papier zählt zu den edleren und teureren Qualitäten, da es zu einem Gutteil aus Baumwolle besteht. Picasso druckte teilweise auf Pergament. Echtes Pergament ist jedoch wegen des Preises nur für Luxusabzüge zu empfehlen.

Es gibt ein ungeschriebenes Gesetz: Büttenpapiere werden nicht geschnitten, sondern gefaltet und gerissen. (Die sinnliche Ästhetik eines gerissenen Blattes gegenüber einem kalt geschnittenen Blatt macht aber jedes Gesetz überflüssig.)

In Malergeschäften oder Baumärkten sind lange Metalllineale und Tapetenmesser erhältlich, mit denen das Papier gut gerissen werden kann. Handelsübliche Büttenformate sind 78 x 106 cm und 56 x 78 cm. Diese Formate haben jeweils 4 echte Büttenränder.

Bau eines Papierschöpfsiebes

Einfache Variante:Kaufen Sie– billige Leinwände auf Keilrahmen im 1€-Shop– Fliegengitter (Metall oder Kunststoff)– selbstklebendes Türdichtungsband– Bilderrahmen aus Holz oder KunststoffPro Schöpfrahmen verwenden Sie idealerweise zwei Rahmen.

Entfernen Sie die Leinwand und bespannen den Rahmen mit Fliegengitter. Dieses können Sie bei Holzrahmen festtackern oder mit Reißnägeln befestigen, bei Kunststoffrhmen kann doppeldeitiges Teppichklebeband Verwendung finden.

Der zweite Rahmen wird ringsum mit Türdichtungsband beklebt.

Zum Papierschöpfen legen Sie beide Rahmen aufeinander wodurch der Papierbrei nicht über den Rand abfließen kann. Das Wasser fließt durch das Gitter ab und die Fasern bleiben auf dem Gitter. Wenn Sie den “Dichtungsrahmen” abheben, steht die Papierschicht in gleichmäßiger Höhe auf dem Schöpfrahmen.

Bau einer Papierpresse

Mit Mehrschichtplatten und einem Wagenheber lässt sich eine recht gute Papierpresse herstellen:

Papierpresse – Selbstbau © Wolfgang Autenrieth – eigene Skizze

Auswahl der Grundstoffe

Grundstoffe zur Papierherstellung sind: eine zerfaserte Baumwollwindel als Grundlage und zerkochtes Schreibmaschinenpapier, dazu 80% Wasser.

Achten Sie bei der Auswahl auf holz- und säurefreie Grundstoffe (siehe oben: Holz- Ligningehalt bestimmen), falls Sie Ihre Radierungen für spätere Generationen erhalten wollen.

Schlechte Papierqualitäten sorgen zur Zeit in vielen Bibliotheken für immense Kosten, weil die Bücher zerfallen.

Technische Herstellung:

Der Faserbrei wird zu 99% mit Wasser vermischt und auf das Sieb gespritzt oder aus dem Brei geschöpft. Die Fasern lagern sich neben- und übereinander ab und verfilzen. Das Wasser läuft ab, mechanischer Druck verringert den Wasseranteil auf 50%. Über Trockenzylinder wird das Restwasser verdampft.

Altpapier

Nehmen Sie zum Ansetzen des Papiers kein Zeitungspapier. Das Papier ist säurehaltig, nicht zur Lagerung bestimmt und nicht lichtecht.

Die Radierungen, die Sie auf derartigem Papier drucken, haben durch den Säuregehalt des Papiers nur eine begrenzte Haltbarkeit, vergilben sehr schnell und bekommen Stockflecken.

Geeignetes, noch nicht bedrucktes Papier wird in Buchdruckereien zum Altpapier gegeben. Fragen Sie dort mal nach.

Naturfasern

An Stelle von Altpapier können Sie zur Papierherstellung auch: Lauch, Heu, Gras, Stroh, Blaukraut, Zwiebeln, Bananenschalen, Dill, Kümmel usw. als Fasergrundlage verwenden. Diese Materialien, besonders Gras, müssen Sie jedoch erst mindestens eine Stunde kochen, um die Fasern aufzubrechen.

Servietten etc

Alte Papierservietten und Tempotaschentücher oder Haushaltstücher lösen sich sehr leicht in Fasern auf.Sie können mit diesen Fasern rote, gelbe oder violettblaue Papiere sehr leicht herstellen.

Achtung!

Auf Begriffe wie Lichtechtheit und Beständigkeit müssen Sie bei derartigen Ausgangsmaterialien jedoch verzichten.

Bei billigem, holzhaltigen Papier kann es keine Lichtechtheit geben, auch die in Servietten enthaltenen Farbstoffe entsprechen niemals den Beständigkeitsgraden der Wollskala.

Herstellen des Faserbreies

Zunächst wird das Papier mit der Papierschneidemaschine in kleine Fetzen geschnitten. Besonders leicht tun Sie sich mit Papier aus dem Reißwolf oder Aktenvernichter. Diese werden in heißem, kochendem Wasser eingeweicht.

Nach einigen Stunden Einweichprozess verwende ich zum “Zerhäckseln” der Papierschnipsel einen Eimer und eine Bohrmaschine mit Rühraufsatz (zum Gips- oder Zementmischen).

Der dicke Brei bleibt danach zum Einweichen über Nacht stehen.

Die “Feinzerfaserung” geschieht mit einem etwas stärker verdünnten Brei am nächsten Tag mit alten Küchenmixern.

Pürierstäbe sind ebenfalls möglich, sind jedoch erst in der Endphase – wenn die Papierschnipsel sich bereits zerfasert haben – geeignet. Sonst überhitzen sie und haben nur noch Schrottwert.

Füllen Sie dann eine große Wanne mit Wasser und geben etwas Faserbrei dazu (es muss eine sehr dünne Mischung geben – ca 95%-98% Wasseranteil).

Papier aus Lumpen (Hadern)

Schwierig, langwierig und teuer:
Am besten geeignet sind alte, echte Leintücher von denen man sich ungern trennt. Ersatzweise können Sie auch aus Baumwolle sein. Sie zerschneiden diese in 1×1 cm große Stücke, entfernen Nähte und ähnliches.

Bedecken Sie diese Flocken gerade mit Wasser, geben 4 Teelöffel Ätznatron pro Liter Wasser dazu und kochen das Ganze 8 Stunden lang. Rühren Sie ab und zu um, damit der Brei nicht anbrennt.

Leeren Sie die entstandene Brühe ab und neutralisieren sie mit Salzsäure. Waschen Sie den Brei mehrmals aus.

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Die feuchte Masse „rösten“ Sie mehrere Wochen auf einem Steinboden oder in einer E-Mailschüssel, d.h. Sie lassen den Brei verfaulen.

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Nach dem Faulvorgang waschen Sie nochmals gründlich aus. Dabei geht (leider) ein Gutteil der Fasern verloren. Nun muss der Brei noch zermahlen werden, entweder in einem Mixer, im Fleischwolf oder Mörser, was alles nicht sehr gut funktioniert.
Appetitlich, nicht?….

Herstellung eigener Wasserzeichen

Die Herstellung eigener Wasserzeichen ist nicht besonders kompliziert, wenn Sie das Papier selbst schöpfen. Sie biegen dazu Formen, Buchstaben oder Figuren aus nicht rostendem Stahl und nähen diese auf das Schöpfsieb. Setzt sich die Papiermaische auf dem Sieb ab, ist sie an diesen Stellen dünner und Sie sehen nach dem Trocknen im Gegenlicht das helle Wasserzeichen.

Kupferdrähte eines alten Elektrokabels sind geeignet, die Drähte dürfen sich jedoch nicht kreuzen, weil die Erhebung dann zu dick würde und ein Loch im Papier entstünde. Als Gestaltungshilfe zeichnen Sie das Wasserzeichen auf ein Blatt Papier und kleben dieses von unten mit Tesa gegen das Sieb.

Dann legen Sie die Drähte von oben exakt darauf und nähen sie mit dünner Perlonschnur fest.

Papierformate

Sie können Formate bis A3 selbst schöpfen. Für größere Formate benötigen Sie Kraft und Geschick. Außerdem müssen Sie ab A4 das Sieb mit Querstreben oder Querdrähten gegen Durchhängen sichern, sonst wird das Papier in der Mitte viel dicker als am Rand.

Zusatzbemerkung: Selbstgeschöpftes Papier lässt sich in freien Formen herstellen, die Form ist nur abhängig vom Schöpfrahmen und der ebenen Siebfläche.

Aus Moosgummi können Sie mit einem Skalpell leicht Formen herausschneiden, in denen sich die Papiermaische sammelt.

Glätten des Papiers

Reiben Sie mit einem Achat, Flint oder Speckstein über das Papier, so wird es glatter.

Modellgips

Modellgips erhöht stark das Weiß des Papiers und verbessert die Griffigkeit. Auch das Trocknen wird beschleunigt.

Titanweiß

Titanweiß ist ein sehr guter Füllstoff und bewirkt hohe Opazität und sehr reines Weiß.

Harzseife

Zutaten:

  • 20-30g Kolophonium
  • 2,5-4g Ätznatron
  • 30-40 g Alaun
  • 0,3 l Wasser

Kolophoniumharz in Ätznatron- oder Sodalauge verseift ergibt sogenannte Harzseife. Diese Harzseife wurde mit Wasser zu „Harzleim mild aufgekocht und der Papierfaserlösung zugeben. Durch Zusetzen von Papiermacheralaun flockte das Harz aus und lagerte sich an der Faser an.“

Ätznatron und Alaun werden in 0,3 Liter Wasser 3-4 Stunden lang gekocht. Der so entstandene Harzleim wird mrt einem Liter Wasser zu Harzleimseife aufgekocht und dem Papier-Dickstoff unter ständigem Rühren zugegeben. Nun löst man den Alaun in einem Glasgefäß in 250 ml warmem Wasser auf, verdünnt mit einem weiteren Liter Wasser und gibt ihn ebenfalls dem Dickstoff zu.

Mit Wasserstoffperoxid

Das Papier kann mit ein- bis zweiprozentiger Wasserstoffperoxidlösung gebleicht werden. Wasserstoffperoxid ist nur in Verdünnung erhältlich. Die Konzentration muss umgerechnet werden.

Mit Wäschebleicher

Wäschebleicher muss nach dem Bleichen gut ausgespült werden.

Holzgehalt bestimmen

Wozu das gut sein soll?
Lignin ist in billigen Papieren dafür verantwortlich, dass sich das Papier unter Sonneneinstrahlung braun verfärbt. Sie sollten nur ligninfreies oder zumindest ligninarmes Papier verwenden, damit die Drucke auch nach Jahren noch gut aussehen und nicht altern.

Der Holzgehalt des Papiers kann mit folgender Lösung bestimmt werden:

Zutaten:

  • 1 g Phloroglucin
  • 50 cm3 Spiritus
  • 20 cm3 Salzsäure

Hinweis: Tauchen Sie das Papier in diese Lösung. Falls Lignin enthalten ist, färbt sich das Papier rot.

Formschnitt

Wer sagt, dass Radierungen einen Büttenrand brauchen? Besonders bei ungewöhnlichen Plattenformen können Sie das Papier exakt auf Plattengröße zuschneiden. Nehmen Sie die Platte als Schablone, legen das feuchte Papier darunter und schneiden die Kontur mit dem Federmesser nach.

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Источник: https://wp.radiertechniken.de/werkzeuge/papier/

Papier selber von Hand schöpfen

Papier selber schöpfen

Seit es den Computer gibt, schreiben wir immer seltener auf Papier. Dennoch ist das Papier nicht mehr wegzudenken: Wir drucken, zeichnen und malen darauf. Doch wie wird das feine Material hergestellt? Finden Sie mit dieser Schritt für Schritt-Anleitung heraus und schöpfen Sie es mit eigenen Händen.

Ein Gastbeitrag von Yvonne Tschopp*

Eine schöne Freizeitbeschäftigung für die ganze Familie: Selber Papier schöpfen lernen. (Bild: Micromoth/rgbstock)

Sie haben gebrauchtes Papier? Perfekt! Werfen Sie es nicht weg, sondern machen Sie neues Papier daraus. Bevor Sie loslegen können, müssen Sie noch einige Dinge besorgen und vorbereiten. Sobald Sie alles Wichtige haben, können Sie zu Hause leicht eigenes Papier schöpfen.

Das brauchen Sie

  • 8 Holzleisten, Grösse frei wählbar
  • 8 Eckwinkel
  • Schrauben
  • 1 Sieb
  • Farbloses Öl oder Lack
  • Altpapier (Zeitungen, Kopierpapier, Geschenkpapier)
  • Küchenmixer
  • 1 Becken
  • 2 Bretter
  • Filz oder Molton
  • Blätter, Blüten
  • Bügeleisen
  • Messing- oder Kupferdraht

Vorbereitung für das Papier schöpfen

Der Rohstoff für Ihr eigenes Papier ist Altpapier. Die endgültige Farbe entsteht dann aus der Mischung der verwendeten Papierabfälle. Wegzulassen sind alle Fremdstoffe wie Heftklammern, Klebebänder, Alufolien oder Kuvertfensterfolien. Zerreissen Sie das Altpapier in kleine Stücke, die Sie über Nacht in Wasser einweichen. Diese brauchen Sie später für den Papierbrei.

Die Schöpfform besteht aus einem Siebrahmen mit dem darauf befestigten Schöpfsieb und einem Formrahmen, der den Papierbrei auf dem Sieb begrenzt und so die fertige Grösse des Papiers bestimmt.

Für die Schöpfform nehmen Sie 8 Holzleisten, die Sie zu zwei separaten Rahmen mit Eckwinkeln verschrauben. Beide Rahmen können Sie mit Öl oder farblosem Lack behandeln.

Ein nicht rostendes Sieb mit etwa 10 – 20 Maschen pro Zentimeter spannen Sie auf den einen Rahmen und befestigen es mit Schrauben oder einem Bostitch.

Für den Papierbrei geben Sie portionenweise weiche Schnitzel in einen Küchenmixer, der zu Dreiviertel mit Wasser gefüllt ist, um sie zu einem Brei zu zerfasern. Mahlgrad und Verdünnung beeinflussen das Volumen und die Struktur des geschöpften Papiers.

Die Bütte ist ein Becken, in das die Schöpfform eingetaucht wird. Als Startmenge geben Sie einen Liter voll Papierbrei und 10 Liter warmes Wasser in das Becken und mixen es nochmals kräftig durch.

Schöpfrahmen und Schöpfsieb liegen auf der Bütte zum Papierschöpfen bereit. (Bild: zVg/Atelier Weiss- und Schwarzkunst)

Anleitung zum Papierschöpfen

1. Schritt: Haben Sie alles vorbereitet, können Sie mit dem Papier schöpfen starten. Rühren Sie die Brühe vor jedem Schöpfen mit der Hand auf. Legen Sie den Formrahmen auf den Siebrahmen und halten Sie beides gut zusammen.

Tauchen Sie mit einer schöpfenden Bewegung ein und heben es waagrecht aus der Bütte raus. Eine gleichmässige Schüttelbewegung während des Abfliessens des Wassers fördert die Verteilung der Fasern.

Wenn das Wasser nur noch tropft, heben Sie den Formrahmen ab und halten den Siebrahmen schräg, bis das Restwasser abgelaufen ist.

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2. Schritt: Zum Gautschen – so nennt man den Prozess, bei dem man das geschöpfte Papier löst – benötigen Sie ein Brett, das grösser ist als das gegautschte Papier. Auf das Brett legen Sie einen gut angefeuchteten Filz (oder Molton).

Den Siebrahmen legen Sie mit dem Papier nach unten auf den Filz, pressen den Rahmen auf den Filz und heben ihn anschliessend mit einer leicht rollenden Bewegung ab. Darüber legen Sie wieder einen Filz.

Je nachdem, wie viel Papier Sie machen möchten und wie viel Brei Sie bereits verbraucht haben, füllen Sie den Papierbrei in der Bütte wieder auf und beginnen bei Punkt 1.

3. Schritt: Mit einer Bücherpresse, Schraubzwinge oder mit Gewichten pressen Sie das fertig gegautschte Papier zwischen den Filzen flach.

4. Schritt: Zum Trocknen heben Sie die möglichst gut ausgepressten Papiere vorsichtig vom Filz ab und hängen diese auf eine Leine oder legen sie auf eine flache Unterlage.

5. Schritt: Zum Glätten ist eine Bügelpresse oder ein Bügeleisen praktisch. Zuunterst legen Sie einen trockenen Filz, darüber das Büttenpapier und schliesslich zuoberst ein handelsübliches Kopierpapier. Achtung: die Bütten vertragen keine grosse Hitze.

Tipp 1: Gestalterisch sind auf den frisch gegautschten Bögen Blätter, Blüten, Federn und Fäden hübsch. Legen Sie Ihre Auswahl auf den Büttenbogen und gautschen Sie einen zweiten dünnen Bogen darüber, damit alles hält.

Tipp 2: Wenn Sie Lust haben, Ihr Papier zu kennzeichnen, dann erstellen Sie ein eigenes Wasserzeichen. Dieses können Sie aus einem weichen Messing- oder Kupferdraht biegen.

Zum Formen des Drahtes kann man als Vorlage beispielsweise einen Guetzli-Ausstecher verwenden. Anschliessend nähen Sie die Form mit einem dünnen Draht auf das Sieb auf, um das Wasserzeichen auf die Bütte zu bringen.

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Wenn Sie das fertige selbst geschöpfte Papier gegen das Licht halten, ist das Zeichen sichtbar.

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* Die Gastautorin Yvonne Tschopp ist Mitglied des Vereins Weiss- und Schwarzkunst. Sie ist gelernte typografische Gestalterin und arbeitete mehrere Jahre in typografischen Ateliers und in der Druckvorstufe bei Zeitungsverlagen. Der Verein Weiss- und Schwarzkunst bietet im eigenen Atelier in Hochdorf (LU) Kurse rund um das Kunsthandwerk mit Papier an.

Der Verein bietet neben den Handwerkskursen auch Führungen durch die traditionelle Buchdruckwerkstatt an, wo man alles über die Handsetzerei und Zeilengiessmaschine lernt. Die Mitarbeiter  von Weiss- und Schwarzkunst kommen aus der grafischen Branche und kommen aus unterschiedlichen Generationen.

Mit dem Verein wollen sie das alte Wissen rund ums Papier und die Papierverarbeitung aufrechterhalten und weitervermitteln.

Источник: https://www.familienleben.ch/freizeit/basteln/papier-selber-von-hand-schoepfen-5455

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