Passivhaus mit Teich

Den Gartenteich schon beim Hausbau mit einplanen

Passivhaus mit Teich

Ein schöner Garten und ansprechende Außenanlagen gehören zum Hausbau einfach mit dazu. Wer gern am Wasser wohnt, kann seinen Garten mit einem kleinen Biotop aufhübschen und Fischen, Fröschen, Wasserläufern und Libellen einen Lebensraum schaffen. Dabei macht es Sinn, bereits bei der Hausplanung den Teich mit zu berücksichtigen.

Welche Arten von Teichen gibt es?

Ein plätschernder Teich wirkt beruhigend und schafft ein positives Klima rund ums Haus. Grundsätzlich können Teiche in folgende Kategorien eingeteilt werden:

  • Bauchlauf durch den Garten
  • Fischteich
  • Koiteich
  • Miniteich
  • Pflanzteich
  • Schwimmteich
  • Zierteich

Pflanz- oder Fischteiche können auch Schwimmteiche sein, wogegen Miniteiche allein wegen ihrer Größe und Koiteiche wegen der Empfindlichkeit der Tiere nicht zum Schwimmen geeignet sind. Miniteiche, die gern auf dem Balkon in einer Zinkwanne drapiert werden, sind im Garten seltener zu finden. Doch gerade kleine Gärten profitieren von ihrer eindrucksvollen Zierde.

So lange ein Teich unter 7000 Liter Wasservolumen umfasst und in einem geschlossenen Bebauungsgebiet angelegt wird, ist er grundsätzlich genehmigungsfrei. Genehmigungen müssen nur dann eingeholt werden, wenn:

  • das vorgegebene Volumen überschritten wird,
  • die Tiefe des Grundwassers mit der Grabung erreicht wird,
  • der Teich von einem bestehenden Bach gespeist und durchlaufen wird,
  • die Baubehörde andere Vorgaben macht

Da die Regelungen von Bundesland zu Bundesland variieren, sollten Häuslebauer sich zusätzlich bei der zuständigen Behörde absichern. Ein Anruf bei der Gemeinde oder beim Bauamt kann für Aufklärung sorgen.

Wie pflege ich einen Teich?

Ein Teich benötigt mit moderner Technik nur wenig wöchentliche Pflege, weil eine Pumpe mitsamt Filter die „Klärarbeiten“ übernimmt. Dementsprechend sollten Sie regelmäßig den Filter reinigen und bei Bedarf austauschen.

Hinzu kommen die Herausforderungen der vier Jahreszeiten.

Im Frühjahr heißt es meist säubern und neu bepflanzen, im Sommer müssen Temperaturen und Werte überwacht und im Herbst müssen die Weichen für den Winter gestellt werden.

Denn in der klirrenden Kälte schaltet das Leben im Biotop einen Gang zurück und Sie müssen darauf achten, dass genügend Sauerstoff für Fische in den Teich gelangt. Die Oberfläche sollte also nicht vollständig zufrieren, sodass die Luft weiterhin diffundieren kann.  Im Frühjahr beginnt schließlich alles wieder von vorne.
Tipp: Damit der Teich auch im Winter ausreichend Sauerstoff bekommt, können Sie ein Bündel Schilfrohre zusammen binden und dieses vertikal in den Teich setzen. Dabei sollten die Rohre ca. 10 cm über der Wasseroberfläche hinausragen. Über die Öffnungen kann der Sauerstoff dann einfach durch die hohlen Schilfrohre hindurch in den Teich gelangen.

Wie groß sollte ein Teich mindestens sein?

Die Größe des Teichs bestimmt, welcher Fischbesatz sich darin wohl fühlt – die Nährstoffe im Wasser müssen schließlich für die Anzahl der Fische ausreichen.

Beabsichtigen Sie einen Koiteich, müssen für jeden Fisch in etwa 1000 Liter Wasser eingeplant werden, also 7000 Liter für 7 Fische. Ein Goldfisch hingegen ist mit schon mit etwa 50 Litern zufrieden, so dass bei einem Teich von 7000 Litern etwa 140 Goldfische Platz finden.

Ein Schwimmteich muss gesondert berechnet werden, da hier die Fische zusätzlichen Rückzugsraum benötigen.

Wie groß darf ein Teich maximal sein?

Die Grenzen für die Größe eines Teichs setzen nur der Garten und die Vorgaben der jeweiligen Bauordnung . Generell gilt: Je größer der Teich ist, desto unempfindlicher ist er für Temperaturschwankungen und wechselnde Wasserwerte. Kleine Teiche benötigen also insgesamt mehr Pflege und mehr Technik, um gesunde Wasserwerte zu erhalten, die Pflanzen und Fischen gut tun.

Wo platziere ich den Teich am besten?

Die Standortwahl ist essentiell, um gesunde Wasserwerte und Temperaturen zu erhalten. Besonders bei Fischbesatz ist es deshalb wichtig, dass ungefähr ein Drittel der Wasseroberfläche im Schatten liegt, jedoch nicht durch fallendes Laub im Herbst beeinträchtigt wird.

Ansonsten ist ein halbsonniger Standort zu empfehlen.

Besonders bei frisch angelegten Gärten sollte das Wachstum der Bäume mit einbezogen werden, die mit ihrer Krone später möglicherweise den Teich überragen könnten oder die Teichwand durch ihre Wurzeln beschädigen.

Wie errichte ich einen Teich auf einem Hanggrundstück?

Auch in Hanglage kann ein Teich errichtet werden. Am besten wird der Teich in diesem Fall am niedrigsten Punkt des Hangs angelegt und zur Talseite hin mit einer Stützmauer als Teichrand abgeschlossen.

In diesem Fall ist die Verwendung eines Fertig-Teichbeckens nicht empfehlenswert, weil die Hanglage die natürliche Optik beinträchtigt. Ein Bachlauf hingegen ist bei einem natürlichen Gefälle ideal.

Er kann dann am tiefsten Punkt in das Becken münden.

Was kostet der Teichbau?

Die Kosten für den Teichbau variieren stark. Zu kalkulieren sind in jedem Fall folgende Eckpunkte:

  • Aushub
  • Folie und Vlies oder Becken
  • Technik (Heizung und Pumpe)
  • Pflanzen
  • Fische

Da beim Hausbau ohnehin meist ein Bagger vor Ort ist, kann dieser den Aushub gleich mit übernehmen. Die Folie muss dann entsprechend der gewünschten Teichgröße kalkuliert werden. Da es in die Tiefe geht, beträgt diese grob gerechnet zwei bis drei Mal mehr Fläche, als die Wasseroberfläche haben sollte.

Das Gleiche gilt für das Vlies, das unter der Teichfolie für eine dünne Isolierung sorgt. Beides zusammen kostet zwischen 5 und 15 € pro Quadratmeter verlegter Folie. Bei den Fertigbecken kommt es auf die Größe und Qualität an. Ein Fertigteichbecken aus GFK mit 11.000 Litern kostet beispielsweise um die 2500 €.

Die Pumpe liegt je nach Teichgröße zwischen 150 und 450 €. Für Pflanzen und Fische sind je nach Art und Menge ebenfalls noch einmal 200 – 500 € zu kalkulieren, vorausgesetzt es handelt sich nicht um einen Koiteich, da bei diesen edlen Fischen die Preise ungleich höher liegen.

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Die Heizung für den Teich kann übrigens beim Hausbau direkt mit an die des Einfamilienhauses angeschlossen werden, so dass Sie hier Kosten bei der Planung einsparen.

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KostenpunktePreis
Teichfolie5 bis 15 Euro pro Quadratmeter
Fertigbecken aus GFK (11.000 l)2.500 Euro
TeichpumpeZwischen 150 und 450 Euro
Fische je nach Art200  bis 500 Euro

Kann der Teichbau selbst übernommen werden?

In der Tat stellt der Teichbau in Eigenregie kein Problem dar, so lange bei Bedarf der Rat eines Fachmannes eingeholt wird. Besonders bei der Verlegung der Teichfolie ist Vorsicht gefragt, da sich hier Fehler am gravierendsten bemerkbar machen und der Teich verunreinigt und vor allem undicht werden könnte.

Was sollte ich beim Teich sonst noch beachten?

  • Wichtig zu wissen ist, dass ein Teich mehr Tiere als nur die eigenen Fische anlockt. Drum herum entsteht ein ganzes Biotop, dem beispielsweise auch Frösche und Libellen angehören.
  • Frösche quaken und kommen zur Laichzeit gerne zurück. Die Nachtaktivität der Tiere sorgt möglicherweise für unruhige Nächte.
  • Kleine Kinder können bereits in niedrigen Tiefen ertrinken – hier sollten Familien an eine entsprechende Sicherung denken.
  • Fischreiher und Katzen bedienen sich gerne an Gartenteichen. Entsprechende Vorsichtsmaßnahmen wie akustische Bewegungsmelder können sie allerdings abschrecken.

Sollten Sie sich dennoch für einen Pool entscheiden, empfehlen wir Ihnen unseren Ratgeber zum Thema Hausbau mit Pool.

(Bildmaterial: © Bernd / PIXELIO, © Rainer Sturm / PIXELIO, © unsplash) 08.12.2016 | HausXXL

Источник: https://www.haus-xxl.de/ratgeber/den-gartenteich-schon-beim-hausbau-mit-einplanen-600

Leben im Passivhaus

Passivhaus mit Teich

Keine Heizung, dafür aber eine Lüftungsanlage – kann man in so einem Haus komfortabel wohnen? Der Alltag in einem Passivhaus unterscheidet sich von jenem in einem Haus mit konventioneller Bauweise.

Gleichzeitig können jedoch sämtliche Heizkosten eingespart werden, sodass es sich langfristig auszahlt, in den Bau eines Passivhauses zu investieren.

Wie es sich in einem Passivhaus lebt und worauf Häuslebauer achten sollten.

Ein Passivhaus ist ein Gebäudetyp, der so gut wie keine zusätzlichen Energiequellen benötigt, um im inneren eine angenehme Temperatur zu erreichen. Die Bewohner sparen dadurch bares Geld.

„Passiv“ werden diese Gebäude genannt, weil der überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus passiven Quellen kommt – also beispielsweise Sonneneinstrahlung sowie Abwärme von Personen und technischen Geräten.

Die Gebäudehülle selbst ist dabei weitgehend luftdicht – die Lüftung erfolgt über ein spezielles Belüftungssystem, das zwar Abluft nach außen ableitet, die Wärme aber ins Haus zurückführt.

Frischluft wird durch Lüftungsanlagen zugeführt und durch einen Wärmetauscher, der die im Haus vorhandene Abwärme nutzt, auf Raumtemperatur erwärmt.

Bei Bedarf wird über die Lüftungsrohre auch geheizt, indem beispielsweise durch eine elektrische Heizung die ausströmende Luft darin zuvor erwärmt wird. Eine klassische Heizung kann so im Passivhaus überflüssig werden, was sich äußerst positiv auf die Energiebilanz auswirkt.

Eine besondere Wärmedämmung sowie spezielle Wärmeschutzfenster sorgen zusätzlich dafür, dass das Haus so wenig Wärme wie möglich verliert.

Passivhausstandard: So definiert sich das Energiesparhaus

Das Passivhaus Institut in Darmstadt hat für ein Passivhaus spezielle Rahmenbedingungen festgelegt. Ein Wohngebäude ist demnach nur dann ein Passivhaus, wenn:

  • Es weitgehend unabhängig von Energieträgern ist. Das heißt, der Energiekennwert für Heizwärme liegt in Passivhäusern bei maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, die Heizwärmelast beträgt maximal zehn Watt pro Quadratmeter. Das entspricht etwa 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter.
  • Das Haus nahezu luftdicht ist. Die mittlere Luftwechselrate n50 liegt in Passivhäusern bei 0,6 h−1. Das bedeutet: Bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal (Pa) wird die Luft im Gebäude in einer Stunde nur 0,6 mal durch Luftundichtigkeiten ausgetauscht.
  • Die Anlagen im Haus kaum Energie verbrauchen. Der Energiekennwert der gesamten Primärenergie inklusive Haushaltsstrom liegt bei maximal 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

Kurzum: In einem Passivhaus geht es darum, möglichst unabhängig von Energieversorgern zu sein. Hierzu wird das Haus weitgehend luftdicht gebaut, geheizt werden muss gar nicht bis wenig und der Stromverbrauch ist gering. Die Gebäudehülle und die Gebäudetechnik haben natürlich nicht nur Auswirkungen auf den Energieverbrauch, sondern auch auf das Leben in einem Passivhaus.

Leben im Passivhaus – daran sollten Hausbesitzer denken

In einem Passivhaus wohnt es sich anders als in einem Haus in herkömmlicher Bauweise  – wer ein Passivhaus plant, wird seinen Alltag in der neuen Bleibe ein wenig anpassen müssen. 

Lüften muss nicht mehr sein

Passivhäuser werden luftdicht gebaut – das schreckt viele potenzielle Häuslebauer ab, weil sie an der Behaglichkeit des Raumklimas zweifeln. Doch die extrem dichten Wände und Fenster sorgen vor allem dafür, dass die Wärmedämmung nicht mehr von Kaltluft durchströmt werden kann, wie das oft bei anderen Haustypen der Fall ist.

„Der Luftaustausch findet vor allem in älteren Gebäuden häufig über Ritzen und Fugen statt“, sagt Susanne Theumer, Architektin und Energieberaterin beim Passivhaus Institut. Undichte Häuser nachträglich abzudichten führe aber dazu, dass die Bewohner richtig lüften müssten. „Wer ein Gebäude im Passivhaus-Standard baut, hat immer gute Luft“, so Theumer.

Für ausreichend frische Luft sorgt beim Passivhausstandard die Lüftungsanlage. Der Luftwechsel sei effizienter und regelmäßiger als bei der Lüftung durchs Fenster. Dennoch: „Fenster können in einem Passivhaus genau wie in einem konventionellen Haus geöffnet werden. Es ist nur nicht mehr zwingend nötig“, so Theumer.

Falls die Raumluft sich einmal zu trocken anfühlt, lässt sich das über eine Einstellung des Lüftungsgeräts regulieren.

Eine Heizung ist im Passivhaus oft nicht nötig

Gewöhnungsbedürftig dürfte für viele Bewohner von Passivhäusern zunächst auch sein, dass sich die Temperatur nicht über eine klassische Heizanlage regulieren lässt. Ein gewöhnliches Thermostat gibt es nicht.

Stattdessen herrscht in einem Passivhaus das ganze Jahr über in allen Räumen eine gleichmäßige Temperatur von etwa 20 bis 22 Grad – möglich wird dies durch eine gute Dämmung und eine Bauweise ganz ohne Wärmebrücken.

„Da durch die Wärmedämmung sämtliche Oberflächentemperaturen höher sind als in einem gewöhnlichen Haus, fühlt es sich überall behaglich an, sogar direkt neben dem Fenster“, beschreibt Theumer das Wohnklima in einem Passivhaus.

Wer dennoch gerne Temperaturunterschiede hätte – etwa ein kühleres Schlafzimmer und ein wärmeres Wohnzimmer, kann das über die Einstellung der Lüftung regeln oder aber im Sommer nachts die Fenster ein wenig geöffnet halten.

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Gleichzeitig gilt: Obwohl ein Passivhaus die Wärme hervorragend speichert, heizt es sich im Sommer nicht übermäßig auf. Gegen zu viel sommerliche Hitze am Tag schützen auch Rollläden oder Jalousien vor den großen Fensterflächen.

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Alternativ können in Passivhäusern auch Erdwärmeüberträger eingebaut werden. Diese transportieren Luft über Schläuche oder Rohre durch das Erdreich und passen sie dessen Temperatur an.

Das Ergebnis: Erdwärmeüberträger kühlen im Sommer und wärmen im Winter.

Ein spürbares Wärmeerlebnis gibt es nur mit speziellem Kamin

Durch Wärmedämmung und -rückgewinnung ist es im Passivhaus überall gleichbleibend warm. Ein spürbares Wärmeerlebnis haben die Bewohner aber nicht, denn eine direkte Wärmequelle fehlt. Einige Passivhausbewohner vermissen genau das.

Wer möchte, kann sich einen Kaminofen einbauen lassen. Für die Wärmeversorgung wird er nicht benötigt, aber er vermittelt Gemütlichkeit.

Allerdings kann ein handelsüblicher Kaminofen im Passivhaus nicht verwendet werden – zum einen, weil das Ofenrohr durch die Außenwand geführt werden muss, was eine Wärmebrücke darstellt. Zum anderen aber auch, weil Feuer Sauerstoff braucht.

Bei gewöhnlichen Öfen wird dieser der Raumluft entnommen. Im luftdichten Passivhaus kann allerdings nicht genügend Wärme nachströmen und die Lüftungsanlage reicht nicht aus, um das Feuer mit Sauerstoff zu versorgen.

Dennoch gibt es für alle, die auch im Passivhaus nicht auf einen Ofen verzichten wollen, Lösungen: Beispielsweise Ethanolöfen. Diese arbeiten schadstofffrei mit Bioalkohol und verbrennen ohne Rauchentwicklung.

Die Heizleistung liegt zwischen einem und drei Kilowatt und ist so niedrig, dass sie in einem gewöhnlichen Haus nicht ausreichen würde, um die Räume zu beheizen.

Im Passivhaus genügt die Leistung aber für einen gemütlichen Winterabend im Wohnzimmer.

Passivhaus bauen und planen

Um Passivhausstandards zu erreichen, müssen beim Bau zahlreiche Aspekte beachtet werden. Das fängt bei der Grundstücksauswahl an. Bauherren sollten darauf achten, dass die Dachflächen nicht verschattet werden – große Bäume oder größere Häuser in unmittelbarer Nähe machen ein Grundstück für ein Passivhaus also eher ungeeignet.

Kompakter Baukörper, Südausrichtung der Fenster – darauf müssen Bauherren bei der Planung achten

Ist ein Grundstück gefunden, geht es an die Bauplanung. Um Wärmeverluste zu minimieren sollte die Bauweise möglichst kompakt sein. Der Grund: Vor- und Rücksprünge in der Fassade – wie Erker oder Gauben – sind bei einem Passivhaus zusätzliche wärmeübertragende Flächen, an denen Wärme aus dem Haus entweichen kann.

Das führt zu Wärmeverlusten, die mit zusätzlicher Dämmung ausgeglichen werden müssen. Davon abgesehen sind Bauherren beim Baukörper des Passivhauses relativ flexibel: Passivhäuser können aus Holz oder in Massivbauweise entstehen, wobei Passivhäuser aus Holz ein wenig teurer sind.

Der Grund: Durch die Holzbauweise wird der Einbau einer Dampfsperre notwendig, um Feuchteschäden zu vermeiden. Übrigens wird die Luftdichtigkeit eines Passivhauses nicht allein durch die Dämmung erreicht „Ein Passivhaus hat eine durchgehende luftdichte Ebene“, erklärt Theumer.

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Normalerweise sei das der Innenputz, der luftdicht mit den Fenstern, den Türen, der Bodenplatte und dem Dach verbunden ist. „Besonders wichtig ist, dass bereits in der Planungsphase klar festgelegt ist, wo diese luftdichte Ebene verläuft“, so Theumer.

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Wichtig ist bei der Planung darüber hinaus die Ausrichtung der Fenster: Große Fensterfronten sollten südorientiert sein. „An Ost-, West- und Nordseite sollte man eher kleinere Fensterflächen vorsehen“, rät Theumer.

Nur so könne die Wärme der Sonne effizient ausgenutzt werden. Es empfiehlt sich daher auch, die Raumverteilung danach auszurichten.

Wenig beheizte Räume wie Badezimmer, Abstellräume und Küche sollten nach Norden, Wohn-, Kinder- und Schlafzimmer nach Süden ausgerichtet werden.

Auf möglichst gute Dämmung bestehen

Integraler Bestandteil eines Passivhauses ist eine gute Dämmung. Für die Dämmung ist in der Regel ein zweischaliges Mauerwerk, beispielsweise aus Kalksandstein oder Porenbeton, nötig. Generell gilt: Die Dämmung muss deutlich besser sein als bei einem Niedrigenergiehaus, wobei dafür bauphysikalisch kein bestimmter Dämmstoff nötig ist.

„Alle Dämmstoffe können eingesetzt werden, entscheidend ist der erzielte Dämmwert. Dieser hängt von den Eigenschaften und der Dicke des Materials ab“, erklärt Theumer Eine Vakuumdämmung sei beispielsweise nur etwa zwei Zentimeter dünn, aber noch verhältnismäßig teuer.

Wer dagegen auf EPS-Platten setzt, könne kostengünstiger dämmen, muss dafür aber mit dickeren Wänden leben. 

Auf dreifach verglaste Fenster achten

Damit die gute Fassadendämmung nicht durch Wärmebrücken an den Fenstern wieder zunichte gemacht wird, werden in Passivhäusern spezielle Fenster verbaut.

Diese sind in der Regel dreifach verglast, enthalten eine spezielle Füllung aus Edelgas und zudem einen gedämmten Rahmen. Das besondere an den Fenstern ist ihr äußerst geringer Wärmeverlust.

Laut Passivhaus Institut sind die Nettoverluste bei einem Fenster dieser Qualität vernachlässigbar gering. 

Kein Passivhaus ohne Lüftungsanlage

Weil Türen, Dämmung und Baukörper das Passivhaus luftdicht machen, ist eine Lüftungsanlage unabdingbar. Diese saugt frische Außenluft an und führt verbrauchte Luft nach außen ab.

Der Clou im Passivhaus: Durch einen Wärmetauscher wird die Wärme der Innenluft an die frisch einströmende Luft übertragen. So wird nur sehr wenig neue Energie benötigt, um die frische Zuluft zu erwärmen. Natürlich verbraucht so eine Anlage Strom.

  „Eine effiziente Lüftungsanlage spart im Passivhaus aber deutlich mehr Energie als sie verbraucht“, so Theumer.

Eine korrekt verbaute Lüftungsanlage im Passivhaus sollte:

  • Gerüche und Feuchtigkeit abtransportieren,
  • kaum zu hören sein,
  • keinen Zug verursachen.

Die Lüftungsanlage ist gleichzeitig auch die Grundlage für die Heizung des Gebäudes. Eine herkömmliche Heizung wird im Passivhaus zwar nicht benötigt – gerade wenn es draußen sehr kalt ist, kann aber über die Lüftungsanlage nachreguliert werden.

Darauf müssen Bauherren bei Heizung und Warmwasser achten

In Passivhäusern wird in der Regel eine Zuluftheizung mit elektrischem Heizregister eingebaut. Bauherren sollten darauf achten, dass es bei der Anlage nicht zur sogenannten Staubverschwelung kommt. Diese entsteht immer dann, wenn Staubpartikel direkt auf das Heizregister treffen.

Dieser Prozess setzt bei 52 Grad Celsius ein und kann ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Es empfiehlt sich, direkt beim Hersteller des Heizregisters nachzufragen: Die Temperatur des Heizregisters sollte nur bei etwa 50 Grad Celsius liegen oder die Luft sollte indirekt beheizt werden, also nicht direkt mit dem Heizregister in Kontakt kommen.

Der Wirkungsgrad ist dann zwar etwas geringer, dafür schließt der Häuslebauer aber Gesundheitsrisiken aus und die Anlage ist praktisch wartungsfrei.

Bei der Bereitstellung von Warmwasser im Passivhaus gibt es verschiedene Möglichkeiten – einerseits können Häuslebauer auf Kompaktgeräte setzen, die Lüftung und warmes Wasser gleichermaßen bereitstellt. Andererseits bietet es sich gerade im Passivhaus an, das Wasser über solarthermische Anlagen zu erhitzen. Auch mit einer Wärmepumpe kann warmes Wasser erzeugt werden – diese eignet sich gleichzeitig, um das Haus zusätzlich zur Lüftung zu heizen oder zu kühlen, falls nötig und gewünscht.

Источник: https://www.bauen.de/a/leben-im-passivhaus.html

Kein Energie- und Wärmeverlust durch das Passivhaus

Passivhaus mit Teich
Foto: Baufritz

Die Idee des Passivhauses klingt für manche heute noch verrückt – eines Gebäudes, das keine Heizung braucht, weil es so gut wie keine Wärme verliert. Aber sie funktioniert seit mehr als 20 Jahren und wird bald den Mindeststandard darstellen.

Auf dem frisch überarbeiteten Energieausweis für Neubauten und modernisierte Altbauten wird jetzt auch die jeweilige Effizienzklasse vermerkt, wie bei Waschmaschinen oder Autos. Grundlage ist der Bedarf an Energie für Heizung und Warmwasserbereitung, der „Endenergiebedarf”.

Ganz links, im tiefgrünen Bereich des bekannten Bandtachos, findet man die Klasse „A+” – Häuser, die es bis hierhin schaffen, sind sehr oft Passivhäuser. Die dürfen rein rechnerisch laut Definition des Darmstädter Passivhaus Instituts e.V.

nicht mehr als 15 kWh Heizenergie pro Jahr und Quadratmeter verbrauchen.

Für den hocheffizienten Wärmeschutz braucht es nicht unbedingt Hartschaum- Platten. Der Hersteller dieses Hauses setzt auf Dämmung aus Holzspänen. Foto: Baufritz

Wir sind die Heizung!

15 Kilowattstunden, so viel steckt in 1,5 Litern Öl, in 1,5 Kubikmetern Gas oder 3 Kilogramm Holzpellets – ein herkömmliches Einfamilienhaus bekommt man erst mit dem Vier- bis Sechsfachen warm und wohnlich, einen durchschnittlichen Altbau vielleicht mit dem Zehnfachen. Auf Raumheizung kann theoretisch verzichtet werden, die Abwärme der Bewohner, die der Elektrogeräte und passive solare Gewinne genügen in der Regel, daher der Begriff „Passivhaus”. Es wird ab 2021 de facto EU-weit den Mindeststandard im Neubau markieren.

In Sachen Primärenergiebedarf können die Mindestwerte des Passivhaus Instituts längst weit unterboten werden.
Wie von diesem nach dem Schweizer Minergie-P-Standard errichteten Haus, das mit knapp 30 kWh/(m2a) auskommt. Foto: SchwörerHaus

Kein unrealistisches Ziel, da lediglich schon bekannte Verfahren umgesetzt werden müssen, nur mit früher schwer vorstellbarer Gründlichkeit.

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Nach dem Piratenmotto aus „Fluch der Karibik” – „Nimm, was du kriegen kannst, und gib nichts wieder zurück!” – wird in den Innenräumen so viel Wärme wie möglich gehortet und ihr das Entkommen so schwer wie möglich gemacht. Menschen sind als Heizquellen nicht zu verachten, ebenso wenig wie zum Beispiel Computer oder Drucker.

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Dritte Quelle sind die durch die Fenster einfallenden Sonnenstrahlen: Das Gebäude wird im Süden, im Osten und Westen mit großen Fensterflächen versehen, im Norden dagegen mit sparsamer oder gar keiner Verglasung.

Man platziert das Gebäude so, dass es ganzjährig Sonne bekommt, die großen Südfenster werden mit Dachüberstand oder Balkonen vor der hoch stehenden Mittagssonne geschützt. Auf der Nordseite reichen
wenige, kleine Fenster. Foto: SchwörerHaus

Optimaler Wärmeschutz im Passivhaus

Diese Gewinne gilt es festzuhalten.

Dämmstoffe, großzügig eingesetzt, oder dämmende Wandbaustoffe verzögern die Abgabe von Strahlungswärme, daneben Dreifach-Scheiben-Fenster, hochisolierte Türen und zahlreiche Speziallösungen für die kritischen Stellen, die Wärmebrücken, etwa Rollladenkästen oder Anschlüsse von Balkonen an den Baukörper.
Hilfreich ist eine kompakte Bauform, ohne Erker, Gauben, Vorsprünge, denn sie bedeutet wenig abstrahlende Außenfläche im Verhältnis zum Wohnraum.

Ein Kaminofen sollte seine Verbrennungsluft von außen beziehen, d. h. „raumluftunabhängig” arbeiten, dabei wenig Wärme in den Raum abstrahlen und viel im Warmwasserspeicher einlagern (bei einigen sind
über 90 % möglich). Foto: Baufritz

Der warmen Luft wird der Ausweg über Fugen und Ritzen mit durchgehenden Innenputzen, mit Folien oder OSB-Platten sowie mit Dichtbändern versperrt.

Stattdessen wird sie von der Lüftungsanlage abgesaugt und muss im Wärmetauscher, bevor sie entlassen wird, ihre Energie größtenteils auf die einströmende Frischluft übertragen.

Die wird in die Wohnräume geleitet, gegebenenfalls noch nachgeheizt (Zuluftheizung), und sorgt dort für angenehme Temperaturen.

Für Raumheizung plus Warmwasserbereitung würde eine kleine Wärmepumpe reichen, auch eine Kompaktanlage aus Lüftung, Abluft-Wärmepumpe und Speicher kann infrage kommen. Ein kleiner Pellet-Kaminofen mit Speicheranschluss und mit Solarunterstützung durch Kollektoren auf dem Dach ist ebenfalls sinnvoll, die Warmwasserbereitung kann dann im Sommer allein mit Sonnenkraft erfolgen.

Es geht tatsächlich: Man kann im Passivhaus die Fenster, Türen oder Fenstertüren öffnen. Die Lüftungsanlage macht solange Pause. Foto: Baufritz

Standard festschreiben

Entgegen einem hartnäckigen Gerücht darf man jederzeit die Fenster öffnen. In der kalten Jahreszeit jedoch entsteht aufgrund der guten Luftqualität kaum je das Bedürfnis danach. Die warmen Innenseiten der Außenwände verhindern Schimmelbefall, die Energiekosten sind verglichen mit einem konventionellen Gebäude minimal.

Sofern man denn nach Fertigstellung wirklich in ein Passivhaus zieht: Da die Bezeichnung nicht geschützt sei, warnt der VPB, der Verband Privater Bauherren e.V.

 müsse der Auftraggeber den Hersteller oder das Bauunternehmen vertraglich auf den „Passivhaus-standard” sowie auf die entsprechenden Verbrauchs- beziehungsweise Bedarfswerte festlegen.

Abluft wird über diese unscheinbaren Einlässe der Lüftungsanlage abgesaugt. Foto: SchwörerHaus[attention type=red]

Was dieser Standard leisten kann, hat Dr. Burkhard Schulze Darup, Effizienzhaus-Experte und Fachbuchautor, auf der Messe IFH im April in Nürnberg am Beispiel eines von einem Kollegen geplanten Einfamilienhauses gezeigt: „Wenn die drei Kinder jeweils ihre leistungsstarken PCs durchlaufen lassen, reicht das zum Heizen im Winter schon fast aus.” Teelichter, etwa 16 Stück, würden es ebenso tun.

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Und im Sommer? „Passivhäuser sind auch im Sommer günstiger, weil die Hülle weniger Wärme nach innen lässt. Voraussetzung ist aber, dass die Fenster über eine funktionierende Verschattung verfügen.” Und dass die Indoor-Kraftwerke sich zurückhalten. Also doch lieber LEDs anstatt den guten, alten Glühbirnen ein – setzen – zum Haus der Effizienzklasse A+ passt Technik der Klasse A++ Oder darüber.

Grundregel für Passivhaus- Planer: Auf jedem Grundriss und jedem Schnitt muss man mit dem Stift einmal ohne abzusetzen komplett um die Wärmeschutzhülle herumfahren können. Foto: Passivhaus-Institut

Das sagt der BWP

Im Bundesverband Wärmepumpe (BWP) e.V. sind Handwerker, Planer und Architekten, Bohr firmen, Heizungsindustrie und Energieversorgungsunternehmen organisiert, die sich für den verstärkten Einsatz effizienter Wärmepumpen engagieren. Unter www.waermepumpen.de beantworten die Experten des BWP Detailfragen zum Thema, aber auch allgemeinere.

Wie die folgende:
„Lohnt sich eine Wärmepumpe im Passivhaus?”
Karl-Heinz Stawiarski, Geschäftsführer des Bundesverbandes Wärmepumpe (BWP) e. V.: „In Passivhäusern kann eine hocheffiziente, mit einer Wärmepumpe kombinierte Lüftungstechnik sogar das Wasser führende Heizverteilsystem ersetzen.

Solche ‚Kombioder Integralgeräte’ verbinden die geregelte Be- und Entlüftung mit einer Luft/Luft-Wärmepumpe. Diese nutzt die Restwärme der abgeführten Luft, um an kalten Tagen die Frischluft aufzuheizen. Die Wärmepumpe kann das Temperaturniveau zudem so weit heben, dass sie auch das Trinkwasser erwärmen kann.

 Gerade bei Häusern mit anspruchsvollen Dämmstandards sollte man immer auch an den Kühlbedarf denken, denn dieser übersteigt oft schon im Frühjahr den Heizbedarf. Wärmepumpen, die ja dem Prinzip nach wie ein Kühlschrank funktionieren, bewältigen auch diese Aufgabenstellung besonders energiesparend.

Die durch die Kühlung frei werdende Energie kann die Anlage beispielsweise zur Trinkwassererwärmung nutzen.”

Infos

Passivhaus – Definition
Heizenergiebedarf: höchstens 15 kWh/(m²a);
Primärenergiebedarf: höchstens 120 kWh/(m²a) (weit niedrigere Werte sind heute möglich);
U-Werte Außenwände: höchstens 0,15 W/(m²K) (0,10 0,15 W/(m²K) sind jedoch nicht mehr ungewöhnlich);
U-Werte Fenster: höchstens 0,80 W/(m²K);
Wärmerückgewinnungsgrad der Lüftungsanlage: mindestens 75% Planung und Kontrolle Vorbereitung: gebaute Beispiele kann man sich auf passivhausprojekte.de ansehen; einige Haushersteller bieten Probewohnen im Passivhaus an. Auf der sicheren Seite ist man als Bauherr mit erfahrenen Planern, die das vom Darmstädter Passivhaus Institut entwickelte PHPP, das „Passivhaus-Projektierungspaket”, zur Berechnung nutzen und vom Institut zertifizierte Bauteile und Komponenten (Wandsysteme, Fenster, Türen, Lüftungsanlagen usw.) einsetzen.
Kontrolle: Der Blower-Door-Test zu Feststellung der Luftdichtheit (vor Beginn des Innenausbaus!) muss zum Leistungsumfang gehören. Ratsam ist darüber hinaus Baubegleitung durch einen unabhängigen Gutachter, der vor allem die sorgfältige Erstellung der luft- und wärmedichten Haushülle zu überwachen hat.

Haustechnik
Lüftungsanlage: Auslegung und Planung unter Berücksichtigung des Raumvolumens und des Grundrisses; ist der Volumenstrom korrekt eingestellt, sollte es weder zu Zugerscheinungen noch zu Lufttrockenheit kommen (Anlagen mit Enthalpie-Wärmetauscher führen einen Teil der Feuchte aus der Abluft, durch eine Membran auf die Zuluft übertragen, gefiltert und keimfrei, wieder dem Wohnraum zu); der Betrieb mit CO2-Mess-Einheit verbessert Effizienz und Luftqualität. Ein Sommer-Bypass verhindert in der heißen Jahreszeit Wärmeübertragung auf die Frischluft. Alternativ werden die Anlage abgestellt und die Fenster geöffnet (nachts).
Öko-Tipp: Wer eine Wärmepumpe wählt, kann den Strom dafür teils mit Photovoltaik erzeugen. Kosten und Förderung Mehrkosten gegenüber konventioneller Bauweise bei optimierter Planung: um die 5 % Förderung durch die KfW in Form eines zinsgünstigen Kredits, im Rahmen des Programms 153 „Energieeffizient Bauen” (www.kfw.de) durch die EthikBank eG®, sofern ökologische Baustoffe und Techniken zur Nutzung erneuerbarer Energien eingesetzt werden, Stichwort „ÖkoBaukredit”
Infos allg. zu Fördermöglichkeiten: www.foerderdatenbank.de (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie), www.energiefoerderung.info (BINE Informationsdienst und dena – Deutsche Energie-Agentur GmbH), www.baufoerderer.de (Verbraucherzentralen), www.foerderdata.de (Unternehmen der Baubranche)

Источник: https://www.livvi.de/nachhaltig-wohnen/nachhaltigkeit/kein-energie-waermeverlust-passivhaus/

Heimtextilien
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