Passivhaus

Contents
  1. Leben im Passivhaus
  2. Passivhausstandard: So definiert sich das Energiesparhaus
  3. Leben im Passivhaus – daran sollten Hausbesitzer denken
  4. Lüften muss nicht mehr sein
  5. Eine Heizung ist im Passivhaus oft nicht nötig
  6. Ein spürbares Wärmeerlebnis gibt es nur mit speziellem Kamin
  7. Passivhaus bauen und planen
  8. Kompakter Baukörper, Südausrichtung der Fenster – darauf müssen Bauherren bei der Planung achten
  9. Auf möglichst gute Dämmung bestehen
  10. Auf dreifach verglaste Fenster achten
  11. Kein Passivhaus ohne Lüftungsanlage
  12. Darauf müssen Bauherren bei Heizung und Warmwasser achten
  13. Wie funktioniert ein Passivhaus?
  14. Eine Weiterentwicklung des Energiesparhauses
  15. Die Kernidee eines Passivhauses
  16. So funktioniert ein Passivhaus
  17. Die Rolle der Fenster
  18. Lohnt sich ein Passivhaus finanziell?
  19. Informations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland
  20. Passivhaus-Abend „Passivhaus in der Praxis – vorbildliche Projekte“ | Online-Vortrag | Mittwoch, 24. März 2021 um 19:00 – 20:30 Uhr
  21. Passive House Award 2021 – Internationaler Architekturpreis
  22. Komponenten-Datenbank zeigt zertifizierte Bauteile im Überblick zusätzlich auf Weltkarte
  23. KfW bezuschusst auch Zertifizierungen
  24. Buch zum Passive House Award
  25. Effizienz in den Blickpunkt rücken     
  26. Schlüssel zum gesunden Klima    
  27. So geht sozialer Wohnungsbau auch!    
  28. Was ist eigentlich ein
  29. Keine geschützte Marke, sondern frei nutzbares Konzept
  30. Eine moderne Lüftungsanlage hält die Wärme im Gebäude
  31. Die KfW fördert den Bau von Passivhäusern
  32. Weiterführende Informationen:
  33. Passivhaus Institut
  34. Qualitätsanforderungen für Passivhäuser*
  35. 1. Behaglichkeit + Komfort
  36. 2. Qualitätsstandard für Konstruktion und Technik
  37. 3. Energieeffizienz
  38. 4. Passivhaus-Kriterien
  39. 5. Zertifikate
  40. 6. Nachweisverfahren und Normenbezug

Leben im Passivhaus

Passivhaus

Keine Heizung, dafür aber eine Lüftungsanlage – kann man in so einem Haus komfortabel wohnen? Der Alltag in einem Passivhaus unterscheidet sich von jenem in einem Haus mit konventioneller Bauweise.

Gleichzeitig können jedoch sämtliche Heizkosten eingespart werden, sodass es sich langfristig auszahlt, in den Bau eines Passivhauses zu investieren.

Wie es sich in einem Passivhaus lebt und worauf Häuslebauer achten sollten.

Ein Passivhaus ist ein Gebäudetyp, der so gut wie keine zusätzlichen Energiequellen benötigt, um im inneren eine angenehme Temperatur zu erreichen. Die Bewohner sparen dadurch bares Geld.

„Passiv“ werden diese Gebäude genannt, weil der überwiegende Teil des Wärmebedarfs aus passiven Quellen kommt – also beispielsweise Sonneneinstrahlung sowie Abwärme von Personen und technischen Geräten.

Die Gebäudehülle selbst ist dabei weitgehend luftdicht – die Lüftung erfolgt über ein spezielles Belüftungssystem, das zwar Abluft nach außen ableitet, die Wärme aber ins Haus zurückführt.

Frischluft wird durch Lüftungsanlagen zugeführt und durch einen Wärmetauscher, der die im Haus vorhandene Abwärme nutzt, auf Raumtemperatur erwärmt.

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Bei Bedarf wird über die Lüftungsrohre auch geheizt, indem beispielsweise durch eine elektrische Heizung die ausströmende Luft darin zuvor erwärmt wird. Eine klassische Heizung kann so im Passivhaus überflüssig werden, was sich äußerst positiv auf die Energiebilanz auswirkt.

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Eine besondere Wärmedämmung sowie spezielle Wärmeschutzfenster sorgen zusätzlich dafür, dass das Haus so wenig Wärme wie möglich verliert.

Passivhausstandard: So definiert sich das Energiesparhaus

Das Passivhaus Institut in Darmstadt hat für ein Passivhaus spezielle Rahmenbedingungen festgelegt. Ein Wohngebäude ist demnach nur dann ein Passivhaus, wenn:

  • Es weitgehend unabhängig von Energieträgern ist. Das heißt, der Energiekennwert für Heizwärme liegt in Passivhäusern bei maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr, die Heizwärmelast beträgt maximal zehn Watt pro Quadratmeter. Das entspricht etwa 1,5 Liter Heizöl pro Quadratmeter.
  • Das Haus nahezu luftdicht ist. Die mittlere Luftwechselrate n50 liegt in Passivhäusern bei 0,6 h−1. Das bedeutet: Bei einer Druckdifferenz von 50 Pascal (Pa) wird die Luft im Gebäude in einer Stunde nur 0,6 mal durch Luftundichtigkeiten ausgetauscht.
  • Die Anlagen im Haus kaum Energie verbrauchen. Der Energiekennwert der gesamten Primärenergie inklusive Haushaltsstrom liegt bei maximal 120 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.

Kurzum: In einem Passivhaus geht es darum, möglichst unabhängig von Energieversorgern zu sein. Hierzu wird das Haus weitgehend luftdicht gebaut, geheizt werden muss gar nicht bis wenig und der Stromverbrauch ist gering. Die Gebäudehülle und die Gebäudetechnik haben natürlich nicht nur Auswirkungen auf den Energieverbrauch, sondern auch auf das Leben in einem Passivhaus.

Leben im Passivhaus – daran sollten Hausbesitzer denken

In einem Passivhaus wohnt es sich anders als in einem Haus in herkömmlicher Bauweise  – wer ein Passivhaus plant, wird seinen Alltag in der neuen Bleibe ein wenig anpassen müssen. 

Lüften muss nicht mehr sein

Passivhäuser werden luftdicht gebaut – das schreckt viele potenzielle Häuslebauer ab, weil sie an der Behaglichkeit des Raumklimas zweifeln. Doch die extrem dichten Wände und Fenster sorgen vor allem dafür, dass die Wärmedämmung nicht mehr von Kaltluft durchströmt werden kann, wie das oft bei anderen Haustypen der Fall ist.

„Der Luftaustausch findet vor allem in älteren Gebäuden häufig über Ritzen und Fugen statt“, sagt Susanne Theumer, Architektin und Energieberaterin beim Passivhaus Institut. Undichte Häuser nachträglich abzudichten führe aber dazu, dass die Bewohner richtig lüften müssten. „Wer ein Gebäude im Passivhaus-Standard baut, hat immer gute Luft“, so Theumer.

Für ausreichend frische Luft sorgt beim Passivhausstandard die Lüftungsanlage. Der Luftwechsel sei effizienter und regelmäßiger als bei der Lüftung durchs Fenster. Dennoch: „Fenster können in einem Passivhaus genau wie in einem konventionellen Haus geöffnet werden. Es ist nur nicht mehr zwingend nötig“, so Theumer.

Falls die Raumluft sich einmal zu trocken anfühlt, lässt sich das über eine Einstellung des Lüftungsgeräts regulieren.

Eine Heizung ist im Passivhaus oft nicht nötig

Gewöhnungsbedürftig dürfte für viele Bewohner von Passivhäusern zunächst auch sein, dass sich die Temperatur nicht über eine klassische Heizanlage regulieren lässt. Ein gewöhnliches Thermostat gibt es nicht.

Stattdessen herrscht in einem Passivhaus das ganze Jahr über in allen Räumen eine gleichmäßige Temperatur von etwa 20 bis 22 Grad – möglich wird dies durch eine gute Dämmung und eine Bauweise ganz ohne Wärmebrücken.

„Da durch die Wärmedämmung sämtliche Oberflächentemperaturen höher sind als in einem gewöhnlichen Haus, fühlt es sich überall behaglich an, sogar direkt neben dem Fenster“, beschreibt Theumer das Wohnklima in einem Passivhaus.

Wer dennoch gerne Temperaturunterschiede hätte – etwa ein kühleres Schlafzimmer und ein wärmeres Wohnzimmer, kann das über die Einstellung der Lüftung regeln oder aber im Sommer nachts die Fenster ein wenig geöffnet halten.

Gleichzeitig gilt: Obwohl ein Passivhaus die Wärme hervorragend speichert, heizt es sich im Sommer nicht übermäßig auf. Gegen zu viel sommerliche Hitze am Tag schützen auch Rollläden oder Jalousien vor den großen Fensterflächen.

Alternativ können in Passivhäusern auch Erdwärmeüberträger eingebaut werden. Diese transportieren Luft über Schläuche oder Rohre durch das Erdreich und passen sie dessen Temperatur an.

Das Ergebnis: Erdwärmeüberträger kühlen im Sommer und wärmen im Winter.

Ein spürbares Wärmeerlebnis gibt es nur mit speziellem Kamin

Durch Wärmedämmung und -rückgewinnung ist es im Passivhaus überall gleichbleibend warm. Ein spürbares Wärmeerlebnis haben die Bewohner aber nicht, denn eine direkte Wärmequelle fehlt. Einige Passivhausbewohner vermissen genau das.

Wer möchte, kann sich einen Kaminofen einbauen lassen. Für die Wärmeversorgung wird er nicht benötigt, aber er vermittelt Gemütlichkeit.

Allerdings kann ein handelsüblicher Kaminofen im Passivhaus nicht verwendet werden – zum einen, weil das Ofenrohr durch die Außenwand geführt werden muss, was eine Wärmebrücke darstellt. Zum anderen aber auch, weil Feuer Sauerstoff braucht.

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Bei gewöhnlichen Öfen wird dieser der Raumluft entnommen. Im luftdichten Passivhaus kann allerdings nicht genügend Wärme nachströmen und die Lüftungsanlage reicht nicht aus, um das Feuer mit Sauerstoff zu versorgen.

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Dennoch gibt es für alle, die auch im Passivhaus nicht auf einen Ofen verzichten wollen, Lösungen: Beispielsweise Ethanolöfen. Diese arbeiten schadstofffrei mit Bioalkohol und verbrennen ohne Rauchentwicklung.

Die Heizleistung liegt zwischen einem und drei Kilowatt und ist so niedrig, dass sie in einem gewöhnlichen Haus nicht ausreichen würde, um die Räume zu beheizen.

Im Passivhaus genügt die Leistung aber für einen gemütlichen Winterabend im Wohnzimmer.

Passivhaus bauen und planen

Um Passivhausstandards zu erreichen, müssen beim Bau zahlreiche Aspekte beachtet werden. Das fängt bei der Grundstücksauswahl an. Bauherren sollten darauf achten, dass die Dachflächen nicht verschattet werden – große Bäume oder größere Häuser in unmittelbarer Nähe machen ein Grundstück für ein Passivhaus also eher ungeeignet.

Kompakter Baukörper, Südausrichtung der Fenster – darauf müssen Bauherren bei der Planung achten

Ist ein Grundstück gefunden, geht es an die Bauplanung. Um Wärmeverluste zu minimieren sollte die Bauweise möglichst kompakt sein. Der Grund: Vor- und Rücksprünge in der Fassade – wie Erker oder Gauben – sind bei einem Passivhaus zusätzliche wärmeübertragende Flächen, an denen Wärme aus dem Haus entweichen kann.

Das führt zu Wärmeverlusten, die mit zusätzlicher Dämmung ausgeglichen werden müssen. Davon abgesehen sind Bauherren beim Baukörper des Passivhauses relativ flexibel: Passivhäuser können aus Holz oder in Massivbauweise entstehen, wobei Passivhäuser aus Holz ein wenig teurer sind.

Der Grund: Durch die Holzbauweise wird der Einbau einer Dampfsperre notwendig, um Feuchteschäden zu vermeiden. Übrigens wird die Luftdichtigkeit eines Passivhauses nicht allein durch die Dämmung erreicht „Ein Passivhaus hat eine durchgehende luftdichte Ebene“, erklärt Theumer.

Normalerweise sei das der Innenputz, der luftdicht mit den Fenstern, den Türen, der Bodenplatte und dem Dach verbunden ist. „Besonders wichtig ist, dass bereits in der Planungsphase klar festgelegt ist, wo diese luftdichte Ebene verläuft“, so Theumer.

Wichtig ist bei der Planung darüber hinaus die Ausrichtung der Fenster: Große Fensterfronten sollten südorientiert sein. „An Ost-, West- und Nordseite sollte man eher kleinere Fensterflächen vorsehen“, rät Theumer.

Nur so könne die Wärme der Sonne effizient ausgenutzt werden. Es empfiehlt sich daher auch, die Raumverteilung danach auszurichten.

Wenig beheizte Räume wie Badezimmer, Abstellräume und Küche sollten nach Norden, Wohn-, Kinder- und Schlafzimmer nach Süden ausgerichtet werden.

Auf möglichst gute Dämmung bestehen

Integraler Bestandteil eines Passivhauses ist eine gute Dämmung. Für die Dämmung ist in der Regel ein zweischaliges Mauerwerk, beispielsweise aus Kalksandstein oder Porenbeton, nötig. Generell gilt: Die Dämmung muss deutlich besser sein als bei einem Niedrigenergiehaus, wobei dafür bauphysikalisch kein bestimmter Dämmstoff nötig ist.

„Alle Dämmstoffe können eingesetzt werden, entscheidend ist der erzielte Dämmwert. Dieser hängt von den Eigenschaften und der Dicke des Materials ab“, erklärt Theumer Eine Vakuumdämmung sei beispielsweise nur etwa zwei Zentimeter dünn, aber noch verhältnismäßig teuer.

Wer dagegen auf EPS-Platten setzt, könne kostengünstiger dämmen, muss dafür aber mit dickeren Wänden leben. 

Auf dreifach verglaste Fenster achten

Damit die gute Fassadendämmung nicht durch Wärmebrücken an den Fenstern wieder zunichte gemacht wird, werden in Passivhäusern spezielle Fenster verbaut.

Diese sind in der Regel dreifach verglast, enthalten eine spezielle Füllung aus Edelgas und zudem einen gedämmten Rahmen. Das besondere an den Fenstern ist ihr äußerst geringer Wärmeverlust.

Laut Passivhaus Institut sind die Nettoverluste bei einem Fenster dieser Qualität vernachlässigbar gering. 

Kein Passivhaus ohne Lüftungsanlage

Weil Türen, Dämmung und Baukörper das Passivhaus luftdicht machen, ist eine Lüftungsanlage unabdingbar. Diese saugt frische Außenluft an und führt verbrauchte Luft nach außen ab.

Der Clou im Passivhaus: Durch einen Wärmetauscher wird die Wärme der Innenluft an die frisch einströmende Luft übertragen. So wird nur sehr wenig neue Energie benötigt, um die frische Zuluft zu erwärmen. Natürlich verbraucht so eine Anlage Strom.

  „Eine effiziente Lüftungsanlage spart im Passivhaus aber deutlich mehr Energie als sie verbraucht“, so Theumer.

Eine korrekt verbaute Lüftungsanlage im Passivhaus sollte:

  • Gerüche und Feuchtigkeit abtransportieren,
  • kaum zu hören sein,
  • keinen Zug verursachen.

Die Lüftungsanlage ist gleichzeitig auch die Grundlage für die Heizung des Gebäudes. Eine herkömmliche Heizung wird im Passivhaus zwar nicht benötigt – gerade wenn es draußen sehr kalt ist, kann aber über die Lüftungsanlage nachreguliert werden.

Darauf müssen Bauherren bei Heizung und Warmwasser achten

In Passivhäusern wird in der Regel eine Zuluftheizung mit elektrischem Heizregister eingebaut. Bauherren sollten darauf achten, dass es bei der Anlage nicht zur sogenannten Staubverschwelung kommt. Diese entsteht immer dann, wenn Staubpartikel direkt auf das Heizregister treffen.

Dieser Prozess setzt bei 52 Grad Celsius ein und kann ein Gesundheitsrisiko darstellen.

Es empfiehlt sich, direkt beim Hersteller des Heizregisters nachzufragen: Die Temperatur des Heizregisters sollte nur bei etwa 50 Grad Celsius liegen oder die Luft sollte indirekt beheizt werden, also nicht direkt mit dem Heizregister in Kontakt kommen.

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Der Wirkungsgrad ist dann zwar etwas geringer, dafür schließt der Häuslebauer aber Gesundheitsrisiken aus und die Anlage ist praktisch wartungsfrei.

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Bei der Bereitstellung von Warmwasser im Passivhaus gibt es verschiedene Möglichkeiten – einerseits können Häuslebauer auf Kompaktgeräte setzen, die Lüftung und warmes Wasser gleichermaßen bereitstellt. Andererseits bietet es sich gerade im Passivhaus an, das Wasser über solarthermische Anlagen zu erhitzen. Auch mit einer Wärmepumpe kann warmes Wasser erzeugt werden – diese eignet sich gleichzeitig, um das Haus zusätzlich zur Lüftung zu heizen oder zu kühlen, falls nötig und gewünscht.

Источник: https://www.bauen.de/a/leben-im-passivhaus.html

Wie funktioniert ein Passivhaus?

Passivhaus
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Das Thema Umweltbewusstsein ist bei der breiten Bevölkerung längst angekommen und so möchten immer mehr Menschen nachhaltig, energieeffizient und gesund wohnen.

Dem ein oder anderen ist hier sicherlich bereits der Gedanke eines Passivhauses in den Sinn gekommen Doch was ist ein Passivhaus? Wie funktioniert es? Und welche Rolle spielen dabei die Fenster? Wir haben uns das Konzept dahinter etwas näher angesehen.

Eine Weiterentwicklung des Energiesparhauses

Schon einmal vorab: Nach dem Passivhaus Institut Darmstadt ist die Bezeichnung Passivhaus kein Markenname, sondern vielmehr ein zertifizierter Gebäudestandard. Es ist auch mehr als ein Niedrigenergiehaus. Genaugenommen ist es eine Weiterentwicklung eines Niedrigenergiehauses.

Der Unterschied liegt im Heizwärmebedarf (Bedarf an thermischer Energie, um ein Gebäude auf eine bestimmte Temperatur zu heizen), wodurch sich auch der Passivhausstandard definiert. So wird der jährliche Heizwärmebedarf auf bis zu 15 kWh/m2 reduziert.

Im Vergleich dazu liegt ein Niedrigenergiehaus in etwa bei 50 kWh/m2.

Der niedrige Heizwärmebedarf eines Passivhauses ist bedingt durch eine sehr gute Wärmedämmung in Verbindung mit einer effizienten Lüftungsanlage sowie der Nutzung von natürlichen Energiequellen wie der Sonneneinstrahlung oder internen Wärmequellen. Wie diese Punkte als Gesamtkonzept funktionieren, später noch mehr.

Die Kernidee eines Passivhauses

Nach dem Passivhaus Institut Darmstadt ist die Kernidee eines Passivhauses folgende: Ein Gebäude, in welchem die Wärmeverluste durch spezielle Konstruktionen sowie Wärmedämmung der Gebäudehülle so stark verringert werden, dass eine separate Gebäudeheizung nicht erforderlich ist. Daraus resultiert der größte Unterschied zu herkömmlichen Gebäuden, bei welchen die meiste Energie über die Gebäudehülle wie Dach, Fenster, Wände oder Böden verloren gehen und dadurch eine separate Heizung erforderlich wird.

So funktioniert ein Passivhaus

Ein Passivhaus ist hervorragend gedämmt, besonders luftdicht gebaut und nutzt Umgebungswärme auf passive Art und Weise. Somit werden die Sonneneinstrahlung und Abwärme von Personen und Geräten als Energiequellen genutzt. Es funktioniert grundlegend über eine ausgeklügelte Lüftungstechnik.

Dabei saugt eine Lüftungsanlage frische Luft von außen auf, lässt sie durch einen Wärmetauscher fließen und bringt frische Luft ins Hausinnere. Der Nachteil daran ist jedoch, dass im ganzen Haus ein konstantes Klima herrscht und dieses somit nicht individuell regulierbar ist.

Als zusätzliche Energiequellen werden thermische Solaranlagen sowie Wärmepumpen mit größtenteils regenerativen Energiequellen verwendet.

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Die Rolle der Fenster

Fenster tragen im Passivhaus-Konzept eine wesentliche Rolle, versorgen sie doch die Räumlichkeiten mit natürlicher Sonnenenergie und verringern den Wärmeverlust.

Die Fenster sind mit einer Dreifachverglasung sowie einem Rahmen mit speziellem Dämmkern ausgestattet und somit hervorragend wärmeisoliert.

Für perfekte Energieeffizienz werden die Fenster in einem Passivhaus auch – wenn möglich – nach Süden hin ausgerichtet.

Lohnt sich ein Passivhaus finanziell?

Auch wenn das Passivhaus sicherlich nachhaltige sowie langfristige energiesparende Wohnqualität bietet, sollte ein prüfender Blick auf die einhergehenden laufenden Kosten geworfen werden. Der Neubau kostet um ca. fünf bis 15 Prozent mehr als ein herkömmliches, neu errichtetes Haus.

Auch die Sanierung eines Altbestands zu einem Passivhaus beträgt zwischen zwölf und 18 Prozent mehr, im Vergleich zu einer klassischen Sanierung.

Langfristig können zwar bis zu 75 Prozent der Heizkosten eingespart werden, trotzdem werden durch die Lüftung und nötige elektrische Energie sowie die aufwändige Technik laufende Betriebskosten verursacht. So bringt die spezielle Technik neben hohen Anschaffungskosten auch hohe Wartungsaufwendungen.

Hinzu kommen auch Kosten, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind. Denn neben den Baukosten müssen die Aufwendungen für einen zertifizierten Passivhaus-Planer oder Berater sowie Gebäude-Zertifizierer dazugerechnet werden.

Einer Untersuchung der Stiftung Warentest 2011 zufolge ist bei Passivhäusern nach ca. 20 Jahren mit einer Amortisierung zu rechnen. Eine vermeintlich lange Zeit, die sich bei einer entsprechenden Nutzungsdauer aber auszahlen kann und zugleich die Umwelt schont.

Grundsätzlich müsst ihr für euch persönlich die Vor- und Nachteile eines Passivhauses abwiegen. Sollte euer Interesse doch nun geweckt sein, könnt ihr euch jederzeit bei unseren Internorm Vertriebspartnern über die speziellen Passivhaus-Fenster informieren.

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Источник: https://www.internorm.com/blog/ratgeber-fenster/so-funktioniert-ein-passivhaus/

Informations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland

Passivhaus

Die globale Kampagne des Passivhaus-Netzwerkes zur Energieeffizienz von Gebäuden startete am 15. Februar 2021 . mehr

Passivhaus-Abend „Passivhaus in der Praxis – vorbildliche Projekte“ | Online-Vortrag | Mittwoch, 24. März 2021 um 19:00 – 20:30 Uhr

   Passivhäuser erfolgreich planen und bauen – Sanierung und Neubau – An diesem Abend sollen verschiedene Passivhausprojekte, die in den letzten Jahren weltweit realisiert wurden, jeweils kurz vorgestellt werden. Neben den Kenndaten der Gebäude, die auch in der Datenbank (www.passivhausprojekte.

de) zu finden sind, sollen vor allem die jeweils wichtigsten Innovationen, Details und Herausforderungen diskutiert werden. Werden diese Erfahrungen in die tägliche Routine und die Baupraxis übernommen kann eine gute Qualität mit wenig zusätzlichem Aufwand realisiert werden. Wir wollen diese Erfahrungen mit allen interessierten Fachleuten gerne teilen.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. mehr

Passive House Award 2021 – Internationaler Architekturpreis

   Um wegweisende Projekte auszuzeichnen, hat das Passivhaus Institut in Darmstadt den Passive House Award 2021 ausgelobt. Energieeffizientes Bauen ist durch den fortschreitenden Klimawandel wichtiger denn je.

Mit dem „Passive House Award 2021“ zeigen wir, wie das Passivhaus als nachhaltiger Baustandard architektonisch hochwertig und vielseitig umgesetzt wird.  Die Sieger werden auf der 25. Internationalen Passivhaustagung in Wuppertal prämiert.

Einreichungen sind bis zum 01. Juni 2021 möglich.  mehr

Komponenten-Datenbank zeigt zertifizierte Bauteile im Überblick zusätzlich auf Weltkarte

  Ob zum Stöbern oder zur gezielten Suche – die Komponenten-Datenbank bietet eine ansprechende Übersicht von Komponenten für den Bau eines Passivhauses.

Alle Produkte, die hinsichtlich ihrer energetischen Qualitäten unabhängig geprüft und zertifiziert worden sind, werden einschließlich der relevanten technischen Angaben aufgeführt. Zusätzlich sind alle Hersteller auf einer Weltkarte abgebildet.

  Durch Klicken auf das Symbol werden alle Komponenten angezeigt. Ein erneuter Klick führt zur Seite des Herstellers oder zu den zertifizierten Komponenten.  mehr

KfW bezuschusst auch Zertifizierungen

Mit den neuen Förderbedingungen der KfW für energieeffiziente Wohngebäude änderte sich am 1. April 2016 das Nachweisverfahren für Passivhäuser. Grundlage bleibt dabei das Planungstool PHPP. Eine weitere Neuerung: Die KfW bezuschusst künftig auch die Zertifizierung von Passivhaus-Projekten. Übersicht der neuen KfW-Förderbedingungen

Buch zum Passive House Award

  Energieeffizientes Bauen ist nicht nur wirtschaftlich, sondern zugleich eine Bereicherung für die Architektur. Das zeigen die Gewinner des Passive House Awards 2014.

Ein neuer Fotoband dokumentiert anschaulich die sieben Preisträger (sechs Gebäude und eine Region) sowie alle weiteren Finalisten. Herausgeber ist das Passivhaus Institut mit freundlicher Unterstützung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Die Publikation steht auch als Online-Flipbook und zum Download zur Verfügung.

Pressemitteilung 15.02.2021

Effizienz in den Blickpunkt rücken     

Die beiden Netzwerke Informations-Gemeinschaft Passivhaus und Passivhaus Austria starten heute die internationale Kampagne “Effizienz: Die erste erneuerbare Energie”. Dafür verwenden sie den Hashtag #EfficiencyFirst.

Die Kampagne rückt die Effizienz von Gebäuden in den Blickpunkt und möchte das Bewusstsein dafür stärken, wie wichtig Energieeffizienz für den Klimaschutz ist.

Zudem verdeutlicht sie, dass energieeffiziente Gebäude für eine komfortable, gesunde und nachhaltige Wohnumwelt sorgen.

Pressemitteilung

Pressemitteilung 25.01.2021

Schlüssel zum gesunden Klima    

Nur Gebäude, die wenig Energie zum Heizen und Kühlen verbrauchen, ebnen den Weg zu effektivem Klimaschutz. Und nur mit einem geringen Energiebedarf können Häuser langfristig und flächendeckend mit erneuerbarer Energie versorgt werden. „Passivhaus – der Schlüssel zum nachhaltigen Bauen!“ ist daher das Schwerpunktthema der 25.

Internationalen Passivhaustagung. Die Tagung ist für den 10. und 11. September 2021 als Präsenzveranstaltung in Wuppertal geplant. Zeitgleich werden ergänzende Online-Veranstaltungen angeboten. Der Call for Papers geht bis Mitte Februar 2021. Schirmherr der Tagung ist der nordrhein-westfälische Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart.

Pressemitteilung

Pressemitteilung 23.11.2020

So geht sozialer Wohnungsbau auch!    

Beim nächsten Passivhaus-Abend geht es um sozialen Wohnungsbau und darum, wie dieser energieeffizient und kostengünstig umgesetzt werden kann. Der Passivhaus-Abend am 25. November 2020 wird als Webinar angeboten. Privatleute sind ebenso herzlich zum kostenfreien Vortrag eingeladen wie Architekten und Planer.

Pressemitteilung

Источник: https://www.ig-passivhaus.de/

Was ist eigentlich ein

Passivhaus

Ein Haus ohne Heizkörper, ohne Ofen oder Kamin? Jetzt im Winter? Ja, das funktioniert, und zwar nicht nur im milden Südeuropa, sondern auch in unseren Breiten. Passivhäuser sind so gut isoliert, dass sie kaum Wärme an ihre Umgebung abgeben. Eine besonders effektive Wärmedämmung in den Außenwänden, dem Dach und der Bodenplatte minimiert die Verluste.

Um die Wärme, die dennoch entweicht, auszugleichen, nutzt das Passivhaus die ohnehin vorhandenen, die „passiven“ Energiequellen. Dazu gehören die Abwärme elektrischer Geräte, die Körperwärme der Bewohner sowie die Sonnenwärme, die über große Fensterflächen eingesammelt wird. Eine konventionelle Heizungsanlage kann entsprechend kleiner ausfallen oder ist gar nicht nötig.

Passivhäuser verbrauchen bis zu 90 Prozent weniger Heizwärme als unsanierte Altbauten. Auch im Vergleich zu einem durchschnittlichen Neubau gemäß Energieeinsparverordnung werden 30 bis 45 Prozent eingespart. Damit leisten Passivhäuser einen wichtigen Beitrag zur Energiewende.

Aktuell entfallen noch immer rund 35 Prozent des gesamten Endenergieverbrauchs in Deutschland auf den Gebäudebereich. Bestandsimmobilien und Neubauten sollen deshalb effizienter werden, damit die Klimaschutzziele der Bundesregierung erreicht werden können.

Doch nicht nur dem Klima kommen Passivhäuser zugute: Für selbstnutzende Eigentümer oder Mieter macht sich ein solches Gebäude durch seine geringen Heizkosten bezahlt. Der Jahresheizwärmebedarf eines Passivhauses darf in Deutschland maximal 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter Wohnfläche betragen.

Keine geschützte Marke, sondern frei nutzbares Konzept

Schon vor 25 Jahren wurden die ersten Passivhäuser gebaut. Der Prototyp steht in Darmstadt. Beim Passivhaus handelt es sich um keine geschützte Marke, sondern um ein Baukonzept, das jeder frei nutzen kann.

Das unabhängige Passivhaus Institut (PHI) bietet jedoch die Zertifizierung „qualitätsgeprüftes Passivhaus“ an, damit Bauherren sichergehen können, dass ihre Immobilie die Anforderungen an ein Passivhaus tatsächlich erfüllt. Mittlerweile gibt es nach Informationen des PHI europaweit mehr als 55.

000 Wohneinheiten in Passivhäusern, weitere 10.000 in anderen Erdteilen (ein vom PHI zertifiziertes Projekt aus China stellen wir in diesem Artikel vor).

Eine moderne Lüftungsanlage hält die Wärme im Gebäude

Die Außenhülle eines Passivhauses wird sehr dicht ausgeführt, um Wärmeverluste zu minimieren. Die verbrauchte Luft und die Feuchtigkeit, etwa aus Bad und Küche, müssen trotzdem kontrolliert nach draußen geleitet werden. Lüften über die Fenster ist eine Option.

Allerdings ist es wenig komfortabel und nicht gewährleistet, dass dies optimal über den Tag verteilt geschieht. Außerdem entweicht durch die Fensterlüftung rasch wertvolle Raumwärme. Dafür, dass dennoch kontrolliert und optimal dosiert frische Luft von außen zugeführt wird, kann eine Lüftungsanlage sorgen.

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Eine Rückgewinnung der Wärme aus der Abluft minimiert die Wärmeverluste: Der verbrauchten Luft wird die thermische Energie entzogen und der von außen hereinströmenden frischen Luft hinzugefügt. 80 bis 95 Prozent der Energie kann eine solche Anlage nutzen. Die Temperatur im Innern des Hauses lässt sich dadurch angenehm und konstant halten.

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An besonders kalten Tagen, wenn die Wärmerückgewinnung nicht ausreicht, kann die Frischluft zusätzlich über das Lüftungssystem nachgeheizt werden, um eine wohlige Temperatur in den Räumen zu gewährleisten.

Die KfW fördert den Bau von Passivhäusern

In Deutschland fördert die KfW mit Mitteln aus dem CO2-Gebäudesanierungsprogramm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) den Bau energieeffizienter Wohngebäude. Das entsprechende KfW-Förderprodukt heißt „Energieeffizient Bauen“.

Grundsätzlich ist das Programm so aufgebaut: Je energieeffizienter das Gebäude, desto höher die Förderung in Form eines zinsgünstigen Darlehens oder eines Investitionszuschusses.

Wenn also ein Passivhaus den Standard eines gleichwertigen KfW-Effizienzhauses 55, 40 oder 40Plus (was das ist, erfahren Sie hier) erreicht, wird ein entsprechender Tilgungszuschuss gewährt. Einen Teil des Kreditbetrags muss man dann nicht zurückzahlen.

Passivhäuser lassen sich natürlich nicht nur zum Wohnen nutzen.

Auch Gewerbeimmobilien und kommunale Gebäude wie Schulen können nach diesem Standard errichtet werden. Auch dafür bietet die KfW im Auftrag des BMWi entsprechende Förderprogramme für Unternehmen und öffentliche Einrichtungen.

Weiterführende Informationen:

Источник: https://www.bmwi-energiewende.de/EWD/Redaktion/Newsletter/2016/22/Meldung/direkt-erklaert.html

Passivhaus Institut

Passivhaus

„Keine teuren Extras andrehen lassen“Die Kinder freuten sich: Hausbau bedeutet Aktion! Die Großeltern waren skeptisch, aber wohlwollend. Einige Experten jedoch veröffentlichten Abhandlungen, nach denen das Passivhaus niemals funktionieren könne. Wolfgang Feist ließ sich nicht beirren:“Dass man ein Haus energieeffizienter machen kann, war sofort klar“. Er wusste auch, dass er auf Dauer nicht als Exot gelten wollte: „Exoten haben Eintagsfliegenwert“. Beide Ziele hat der Passivhaus-Pionier erreicht.Zum Interview ( pdf 1,7 MB)

Das Passivhaus ist ein Gebäudestandard, der wirklich energieeffizient,komfortabel, wirtschaftlich und umweltfreundlich zugleich ist.

Das Passivhaus ist kein Markenname, sondern ein Baukonzept, das allen offen steht – und das sich in der Praxis bewährt hat.

Das Passivhaus ist mehr als „nur“ ein Energiesparhaus:

  • Ein Passivhaus verbraucht 90 % weniger Heizwärme als ein herkömmliches Gebäude im Baubestand. Und selbst im Vergleich zu einem durchschnittlichen Neubau wird mehr als 75% eingespart. Der Heizenergieverbrauch eines Passivhauses liegt mit um 1,5 l-Heizölgleichwert je Quadratmeter Wohnfläche und Jahr um ein Vielfaches unter dem eines Niedrigenergiehauses. Da bleibt das Heizen bezahlbar – auch in Krisenzeiten.
  • Besondere Fenster und eine Hülle aus hochwirksamer Wärmedämmung in Außenwänden, Dach und Bodenplatte halten die Wärme schützend im Haus. Das Passivhaus nutzt die in seinem Inneren vorhandenen Energiequellen wie die Körperwärme von Personen oder einfallende Sonnenwärme – die Heizung wird dadurch grundlegend vereinfacht.
  • Zudem ist der Wohnkomfort in einem Passivhaus wesentlich verbessert: für gleichbleibend frische Luft ohne Zugerscheinungen sorgt eine Lüftungsanlage, in der eine hocheffiziente Wärmerückgewinnung die Wärme der Abluft wieder verfügbar macht. Hohe Oberflächentemperaturen mit geringen Temperaturdifferenzen zur Raumluft sorgen für thermische Behaglichkeit.

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Passivhäuser in Mitteleuropa
Das Standardheizsystem bei herkömmlichen Gebäuden in Mitteleuropa ist eine zentrale Warmwasserheizung mit Radiatoren, Rohrleitungen und zentralen Öl- oder Gaskesseln. Typischerweise haben bestehende Gebäude maximale Heizlastungen von um 100 W/m² (d.h. 10 kW für eine 100 m²-Wohnung).

Die Kernidee des Passivhauses ist schnell erklärt: Die Wärmeverluste werden derart stark verringert, dass eine herkömmliche Heizung gar nicht mehr erforderlich ist.

Es kann gezeigt werden, dass eine noch erforderliche kleine „Restheizung“ dann leicht über eine Nacherwärmung der Zuluft zugeführt werden kann, wenn die maximale Heizlast weniger als 10 W/m² (Wohnfläche) beträgt. Die Wärme wird in diesem Fall über ein Nachheizregister der Zuluft des Lüftungssystems zugeführt.

Wenn die Zuluftnachheizung als alleinige Wärmequelle ausreicht, nennen wir ein Gebäude ein Passivhaus – eben, weil es kein traditionelles Heizsystem (und auch keine Klimaanlage) braucht.

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Inhaltsübersicht

Protokollband „Ökonomische Bewertung von Energieeffizienz-

maßnahmen“ Inhaltsübersicht

Altbauten mit Passivhaus-Komponenten fit für die Zukunft machen
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Protokollband „Lüftung in Passivhaus-Nichtwohn-gebäuden“
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Passivhäuser für verschiedene Klimazonen
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Источник: https://passiv.de/de/02_informationen/01_wasistpassivhaus/01_wasistpassivhaus.htm

Qualitätsanforderungen für Passivhäuser*

Passivhaus
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Passivhäuser sind Gebäude, in denen eine behagliche Temperatur im Winter ohne separates Heizsystem und im Sommer ohne Klimaanlage mit extrem geringem Energieaufwand zu erreichen ist.

Der Heizwärmebedarf wird auf 15 kWh/(m²a) und der Bedarf an erneuerbarer Primärenergiebedarf (PER, nach Verfahren PHI) einschließlich Warmwasser und Haushaltsstrom auf 60 kWh/(m²a) begrenzt.

Gerade durch die verwendeten Passivhaus-Komponenten bieten sie erhöhten Wohnkomfort und eine Sicherung der Bausubstanz.

Die Realisierung von Passivhäusern stellt hohe Ansprüche an die verwendeten Komponenten.

1. Behaglichkeit + Komfort

  • Erst die hohen Innenoberflächen-Temperaturen aller Außenbauteile, insbesondere der Fenster und Türen, sowie geringe Leckagen in der Gebäudehülle ermöglichen den Verzicht auf Heizflächen in den Wohnräumen.
  • Eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung sorgt kontinuierlich für frische Luft, ohne dass Zugerscheinungen auftreten (Lufteintrittstemperatur im Raum nicht unter 17°C) und ohne dass die Bewohner sich aktiv um die Lüftung kümmern müssen.

    Der Frischluftbedarf nach DIN 1946 (30 m³/h je Person im Gebäude) soll im Regelbetrieb nicht überschritten werden, da sonst die Raumluft im Winter zu trocken wird. Um den Wartungsaufwand für die Lüftungsanlage zu minimieren, wird der Einsatz möglichst einfacher Systeme ohne aktive Luftbefeuchtung empfohlen.

  • Die Schallbelastung durch lüftungstechnische Anlagen ist auf 25 dBa zu begrenzen. Hierzu sind Kanäle und Ventile angemessen auszulegen und Schalldämpfer einzusetzen.
  • Für eine ausreichende Querlüftung im Sommer sind öffenbare Fenster in jedem außenliegenden Raum erforderlich.

    Für den ganzjährigen Betrieb der Lüftungsanlage muss das Gerät über eine Sommerlüftungsstrategie verfügen, welche über einen Bypass oder über eine Nur-Abluftanlage mit Nachströmung über Fenster gewährleistet werden kann.

  • Um unnötiges Aufheizen des Gebäudes zu verhindern sind vor größeren Fensterflächen nach Osten bzw.

    Westen geeignete Sonnenschutzmaßnahmen vorzusehen. Für südgerichtete Fensterflächen sind sie für ein optimales Klima empfehlenswert.

  • Der Einsatz stromsparender Hauhaltsgeräte und Beleuchtung und der gute Wärmeschutz von Brauchwarmwasserspeicher und -leitungen reduzieren ebenfalls die Wärmelast im Haus und erleichtern so die sommerliche „passive Kühlung“.

2. Qualitätsstandard für Konstruktion und Technik

  • Zur Vermeidung von Bauteilfeuchte und Schimmelbildung sind eine kontinuierliche Belüftung mit einer mechanischen Lüftungsanlage sowie der hohe Wärmeschutz mit wärmebrückenfreier Ausführung aller Außenbauteile Voraussetzung.

    Insbesondere im Bereich der Fenster und Türen müssen wärmegedämmter Profile, 3-fach-Wärmeschutzverglasungen und thermisch getrennte Abstandhalter im Glasrandverbund (kein Aluminium!) eingesetzt werden.

  • Zur Gewährleistung der Funktion von Lüftung und Heizung sowie zur Vermeidung von tauwasserbedingten Konstruktionsschäden ist eine ausgezeichnete Gebäude-Luftdichtheit erforderlich, die mit einem Drucktest nachgewiesen werden muss.

    Der Drucktestluftwechsel bei 50 Pascal Druckdifferenz muss auf das 0,6-fache des Raumluftvolumens pro Stunde begrenzt werden.

  • Zur Gewährleistung einer gesunden, sauberen Frischluftzufuhr ist der Einsatz hochwertiger Filter (F7 an der Ansaugstelle) und von Kondensatabläufen in Erdreichwärmetauscher und Lüftungsgerät erforderlich. Die Wärmerückgewinnung aus der Abluft muss ohne Vermischung mit der Frischluft erfolgen. Um den Wartungsaufwand für die Lüftungsanlage zu minimieren, wird der Einsatz möglichst einfacher Systeme ohne aktive Luftbefeuchtung empfohlen.

3. Energieeffizienz

  • Die Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) opaker Bauteile liegen unter 0,15 W/(m2K), bei freistehenden Einfamilienhäusern oft sogar unter 0,10 W/(m²K).
  • Es sind Verglasungen mit Ug-Werten unter 0,80 W/(m²K) und hohem Gesamtenergiedurchlassgrad (g ³ 50 %) einzusetzen, damit auch im Winter Nettowärmegewinne möglich sind.

    Im Randverbund sind Abstandhalter mit thermischer Trennung zu verwenden, kein Aluminium!

  • Die Fenstersysteme benötigen wärmegedämmte Rahmenprofile mit mehrfacher Lippendichtung.

    Der resultierende Wärmedurchgangskoeffizient von Fenstern (und Türen) ist zu begrenzen: Uw (Ud) kleiner 0,80 W/(m²K) unter Berücksichtigung von Rahmen (Uf), Verglasung (Ug), Randabstandhalter (Psi-Glasrand) bzw. Uw (Ud) kleiner 0,85 W/(m²K) unter zusätzlicher Berücksichtigung der Einbausituation im gedämmten Bauteil (Psi-Einbau).

  • Der Wärmebereitstellungsgrad der Lüftungsanlagen (hWRG) muss über 75 % liegen. Der Strom­verbrauch für Ventilatoren und Steuerung ist auf 0,45 Wh/m³ befördertem Luftvolumen zu begrenzen.
  • Die Wärmeverluste bei der Brauchwasserbereitung, -speicherung und -verteilung sind durch lückenlose Wärmedämmung auf ein Minimum zu reduzieren.
  • Zur Reduzierung des Strombedarfs sind hocheffiziente Gebäudetechnik (Ventilatoren, Pumpen, Steuerung) sowie elektrischer Haushaltsgeräte und Beleuchtung erforderlich.

4. Passivhaus-Kriterien

Die bloße Zusammenstellung Passivhaus geeigneter Einzelkomponenten reicht noch nicht aus, um ein Gebäude zum Passivhaus zu machen: Die Wechselwirkungen zwischen den Komponenten machen eine integrale Planung notwendig, mit welcher der Passivhaus-Standard erst erreicht werden kann. Dies ist der Fall, wenn rechnerisch nach PHPP (s.u.) nachgewiesen wird, dass die Passivhausgrenzen eingehalten werden, d. h. für Passivhaus Classic:

Heizwärmebedarf ≤ 15 kWh/(m²a) oder Heizlast ≤ 10 W/m²

Drucktestluftwechsel n50 ≤  0,6 h-1

Erneuerbare Primärenergie (PER), Bedarf ≤ 60 kWh/(m²a)

Aktuelle Gebäudekriterien inkl. der Anforderungen für Passivhaus Plus und Premium können unter www.passiv.de > Zertifizierung > Gebäude heruntergeladen werden.

Dann stellt sich in der Regel eine Gebäudeheizlast von 10 W/m² ein und eine Beheizbarkeit über die Lüftungsanlage kann gewährleistet werden.

5. Zertifikate

Die maßgeblichen Kriterien für Passivhaus-Komponenten und Passivhäuser werden vom Passivhaus Institut, Dr. Wolfgang Feist, (PHI) vorgegeben.

  • Komponenten wie Verglasungen, Fenster, Türen, Lüftungsanlagen und Bauteilanschlüsse, denen durch das PHI die Bezeichnung „Zertifizierte Komponente“ zuerkannt wurden, erfüllen die entsprechenden Anforderungen an die Einzelkomponenten. Für zertifizierte Passivhaus-Komponenten liegen alle Rechenwerte vor, die für die Bilanzierung von Gebäuden erforderlich sind.
  • Gebäude, denen die Bezeichnung „Zertifziertes Passivhaus“ durch das PHI oder eine von ihm akkreditierte Stelle zuerkannt worden ist, erfüllen die o. g. Kriterien. Bei sorgfältiger Ausführung ist zu erwarten, dass sich die berechneten Energiekennwerte bei standardgemäßer Wohnnutzung erreichen lassen.

6. Nachweisverfahren und Normenbezug

  • Passivhaus-Qualitätsstandard:

Nachweisverfahren für den Passivhaus-Qualitätsstandard ist das Passivhaus Projektierungs- paket (PHPP). Das PHPP wurde speziell für Passivhäuser entwickelt, eignet sich aber auch sehr gut für andere Gebäude.

Es handelt sich um ein aus mehreren Nachweisen bestehendes, erprobtes und überprüftes Rechenverfahren zur Ermittlung von Heizwärme- und Primärenergiebedarf von Gebäuden, das im wesentlichen auf europäischen Normen basiert. Darüber hinaus enthält es ein vereinfachtes Verfahren zur Berechnung der sommerlichen Übertemperaturhäufigkeit von Gebäuden.

Das PHPP ist beim Passivhaus Institut erhältlich (www.passiv.de). Systemvoraussetzung sind Microsoft Windows XP (oder höher) sowie Microsoft-Excel 2007 (oder höher).

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Grundlage für den Nachweis der Gebäudeluftdichtheit ist die DIN EN 13829. Abweichend von DIN EN 13829 ist je eine Messreihe für Überdruck und für Unterdruck erforderlich. Der Drucktest ist nur für die beheizte Gebäudehülle durchzuführen (Keller, Vorbauten, Wintergärten etc.

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, die nicht in die thermische Gebäudehülle integriert sind, sind vom Drucktest auszunehmen). Die Prüfung wird zu einem Zeitpunkt empfohlen, an der die luftdichtende Ebene noch zugänglich ist und Ausbesserungen vorgenommen werden können.

Eine Prüfung nach Fertigstellung aller Ausbauarbeiten kann zusätzlich erfolgen.

Bezugsgröße für den Energiebedarf ist die „Energiebezugsfläche“ gemäß PHPP-Handbuch. Angerechnet werden nur Flächen die innerhalb der thermischen Gebäudehülle liegen (Bilanzgrenze). Flächen außerhalb der thermischen Gebäudehülle (Balkone, Terrassen etc.) werden nicht angerechnet.

Die Wärmedurchgangskoeffizienten U sind nach DIN EN ISO 6946 zu ermitteln. Das PHPP bietet hierfür eine einfache Rechenhilfe.

Wärmebrückenverlustkoeffizienten geometrischer und konstruktiver Wärmebrücken werden mit einem mehrdimensionalem Wärmestromprogramm ermittelt. Hierfür sind am Markt zahlreiche EDV-Programme verfügbar. Ziel bei der Planung von Passivhäusern ist jedoch die Realisierung wärmebrückenfreier Konstruktionen; aufwendige Berechnungen können dann entfallen.

Der Wärmedurchgangskoeffizient Ug für Verglasungen ist nach DIN EN 673 zu ermitteln und mit zwei wertgebenden Stellen in Folgeberechnungen zu verwenden. Für Werte mit Ug kleiner 1 bedeutet dies eine Genauigkeit von zwei Dezimalstellen. Der Gesamtenergie-Durchlassgrad ist nach DIN EN 410 zu ermitteln. Beide Werte sind vom Hersteller anzugeben.

  • Türen, Fenster und Pfosten-Riegel-Fassaden:

Die Rechenwerte der Wärmedurchgangskoeffizienten für Türen (Ud) und Rahmeprofile (Uf) sowie des Wärmebrückenverlustkoeffizienten im Glasrand (Psi-Glasrand) sind (i.d.R. vom Hersteller) nach DIN EN 10077-Teil 2 nachzuweisen.

Die Wärmebrückenverlustkoeffizienten von Einbausituationen (Psi-Einbau) sind mit mehrdimensionalen Wärmestromprogrammen zu ermitteln.

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Für die Ermittlung des mittleren Wärmedurchgangskoeffizienten Uw bietet das PHPP eine Berechnungshilfe an.

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Der Wärmebereitstellungsgrad und der Strombedarf werden jeweils nach dem Prüfverfahren des PHI ermittelt.

  • Zertifizierte Komponenten:

Für die vom PHI zertifizierten Komponenten liegen die erforderlichen Rechenwerte vor. (s. Komponentendatenbank unter www.passiv.de)

*Beschreibung gilt für kühl-gemäßigtes Klima, d.h. z.B. Mitteleuropa inkl. Deutschland, Österreich und Schweiz

Источник: https://ig-passivhaus.de/index.php?page_id=150&level1_id=78

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