Pflegeunterstützungsgeld: Höhe und Voraussetzungen der Lohnersatzleistung

Contents
  1. Pflegeunterstützungsgeld: Antrag und Voraussetzungen für Lohnersatz
  2. Was ist Pflegeunterstützungsgeld?
  3. Wer bekommt Pflegeunterstützungsgeld?
  4. Wie hoch ist das Pflegeunterstützungsgeld?
  5. Muss ich das Pflegeunterstützungsgeld beantragen?
  6. Wer zahlt Pflegeunterstützungsgeld?
  7. ▷ Pflegeunterstützungsgeld – Antrag & Höhe der Pflegeunterstützung
  8. Pflegeunterstützungsgeld ist für Notfälle gedacht
  9. 1. Schritt: Stellen Sie einen Antrag auf Freistellung von Ihrer Arbeit
  10. 2. Schritt: Ärztliche Bescheinigung einholen
  11. 3. Schritt: Pflegeunterstützungsgeld beantragen
  12. Pflegeunterstützungsgeld für bis zu 10 Arbeitstage
  13. In welchen Fällen gibt es Pflegeunterstützungsgeld?
  14. Anspruchsberechtigte pflegende Angehörige
  15. Höhe der Leistung
  16. Erforderliche Antragsunterlagen
  17. Weitere Informationen ..
  18. Das Pflege­unter­stützungs­geld
  19. Das Pflegeunterstützungsgeld: wo ist es geregelt?
  20. Unklarheiten beseitigen, rechtssichere Informationen erhalten
  21. Kurz aufgeklärt: was ist das Pflegeunterstützungsgeld?
  22. Die Voraussetzungen für einen Anspruch!
  23. Der Antragsteller muss ein ärztliches Attest mit dem Antrag einreichen, dass die Pflegebedürftigkeit des Familienangehörigen nachweist
  24. Der Anspruch auf die Akutpflege und Kurzzeitfreistellung nach § 2 Pflegezeitgesetz entfällt, wenn der nahe Familienangehörige schon die Pflegezeit nach § 3 Pflegezeitgesetz ( bis zu 6 Monate) beansprucht
  25. Wie verhalte ich mich gegenüber dem Arbeitgeber?
  26. Sie fragen – der Renten­bera­ter antwortet
  27. Kann man das Pflegeunterstützungsgeld mehrfach beantragen?
  28. Die Pflegezeit besteht nur gegenüber Betrieben mit mindestens 15 Beschäftigten
  29. Die Höhe des Pflegeunterstützungsgeldes!
  30. Der Arbeitnehmer muss einen Antrag auf Sozialleistung stellen
  31. Stressfrei zum korrekten Rentenantrag!
  32. Beitragspflicht in der Kranken-und Rentenversicherung!
  33. Für die Renten­versicherungs­pflicht gilt der § 166 Absatz 1 Nr. 2 f SGB VI. Dort steht, dass für die beitrags­pflichtigen Einnahmen 80 % des während des Arbeits­ausfalles ausgefallenen Arbeits­entgeltes berechnet werden. Die Beitragspflicht ergibt sich aus § 170 SGB VI. Wer das Pflege­unterstützungs­geld bezieht, muss die Hälfte der Beiträge aus den Zahlungen tragen, die andere Hälfte die Pflegekasse, bei dem die zu pflegende Person versichert ist
  34. Rente korrekt und zuverlässig berechnen!
  35. Das Pflegeunterstützungsgeld: So sichern Sie sich die bezahlte Auszeit
  36. Markus Keller nutzt das Pflegeunterstützungsgeld für seinen Vater
  37. Welche Voraussetzungen müssen für das Pflegeunterstützungsgeld erfüllt sein?
  38. Wann ist eine Pflegesituation akut?
  39. Eine akute Pflegesituation liegt nicht vor, wenn beispielsweise:
  40. Nahe Angehörige – wer ist das?
  41. Muss ich einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld stellen?
  42. Wenn mehrere Angehörige Unterstützungsgeld beantragen
  43. So beantragen Sie Pflegeunterstützungsgeld bei Ihrem Arbeitgeber
  44. Ein Beispiel zur Höhe des Pflegeunterstützungsgeldes
  45. Wie oft kann ich Pflegeunterstützungsgeld beantragen?

Pflegeunterstützungsgeld: Antrag und Voraussetzungen für Lohnersatz

Pflegeunterstützungsgeld: Höhe und Voraussetzungen der Lohnersatzleistung

Für Berufstätige ist es oft schwer, Familie, Pflege und Beruf zu vereinbaren. Wer pflegebedürftige Angehörige im akuten Notfall unterstützt, kann Pflegeunterstützungsgeld beantragen. Die attraktive Leistung wird nur selten genutzt. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich die bezahlte Auszeit für zehn Tage sichern.

Alle Arbeitnehmer haben einen Anspruch auf eine zehntägige Freistellung, wenn in der Familie ein akuter Pflegefall auftritt. Und sie bekommen auf Antrag eine Lohnersatzleistung für diese Zeit: das Pflegeunterstützungsgeld gemäß § 44a Abs. 3 SGB XI.

Was ist Pflegeunterstützungsgeld?

Manchmal werden Menschen innerhalb kürzester Zeit pflegebedürftig – nach einem Unfall, einer Krankheit oder einem anderen dramatischen Ereignis. Betroffene und ihre Angehörigen sind in dieser Situation schnell überfordert.

Um diese Notfälle aufzufangen, gibt es für alle Beschäftigten das Pflegeunterstützungsgeld: Wer kurzzeitig die Pflege einer ihm nahestehenden Person organisieren muss, kann sich im Rahmen der „kurzzeitigen Arbeitsverhinderung“ bis zu zehn Arbeitstage freinehmen. Das ist ein gesetzlicher Anspruch.

Handelt sich dabei um unbezahlte freie Tage, gibt es vom Staat einen finanziellen Ausgleich.

Pflegeunterstützungsgeld Arbeitgeber
Um die Hürden möglichst klein zu halten, können Sie diese freien Tage bei Ihrem Arbeitgeber relativ formlos beantragen: Schicken Sie Ihrem Vorgesetzten oder der Personalabteilung eine E-Mail oder einen Brief.

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In manchen Unternehmen genügt ein einfacher, bestätigter Anruf. Der Arbeitgeber darf allerdings einen Nachweis über die akute Pflegesituation verlangen. Die Regelung gilt auch für Kleinstbetriebe. Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine Lohnersatzleistung.

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Pflegeunterstützungsgeld erhalten Sie für die Organisation der Pflege und die Pflege von pflegebedürftigen Personen aller Pflegegrade.

Pflegeunterstützungsgeld Voraussetzungen:
Es muss eine Akutsituation bei einem Verwandten bestehen. Die liegt vor, wenn

• Sie erstmals eine bedarfsgerechte Pflege oder Unterbringung im Heim organisieren müssen, zum Beispiel nach der Entlassung aus dem Krankenhaus oder einer Reha-Klinik,
• sich eine bestehende Pflegebedürftigkeit akut verschlimmert und Sie den pflegebedürftigen Angehörigen selbst kurzfristig unterstützen.

Wer bekommt Pflegeunterstützungsgeld?

Alle Arbeitnehmer, auch Minijobber und befristet Beschäftigte, bekommen Pflegeunterstützungsgeld, wenn Sie einen nahen Angehörigen betreuen.

Pflegeunterstützungsgeld für Angehörige
Als Angehöriger ersetzt Ihnen die Pflegekasse bis zu 10 Tage einen Verdienstausfall. Wer zählt als naher Angehöriger?

  • Eltern, Großeltern, Schwiegereltern
  • Ehegatten, Lebenspartner, Partner in einer eheähnlichen oder lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft
  • Schwägerinnen, Schwäger
  • Geschwister
  • Kinder, Pflegekinder, Adoptiinder, Enkelkinder, Schwiegerkinder

Machen mehrere Beschäftigte ihren Anspruch auf kurzzeitige Arbeitsverhinderung für einen einzelnen Pflegebedürftigen geltend, müssen sie sich das Pflegeunterstützungsgeld teilen.

Denn das Unterstützungsgeld beläuft sich gemeinsam auf insgesamt bis zu zehn Arbeitstage pro Jahr. Die zehn Arbeitstage müssen nicht am Stück genommen werden.

Arbeitstage zählen nur, wenn der Beschäftigte an dem Tag tatsächlich arbeiten muss.

Achtung: Selbstständige, Beamte sowie Bezieher von Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld haben keinen Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld.

Wie hoch ist das Pflegeunterstützungsgeld?

Das Pflegeunterstützungsgeld beträgt brutto:

  • 90 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts (ohne Einmalzahlung in den letzten 12 Monaten), beziehungsweise
  • 100 Prozent des ausgefallenen Nettoarbeitsentgeltes (mit Einmalzahlung in den letzten 12 Monaten).

Aus dem Pflegeunterstützungsgeld müssen Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Krankenversicherung abgeführt werden, nicht jedoch Beiträge zur sozialen Pflegeversicherung. Die Beiträge teilen sich jeweils zur Hälfte der Bezieher und der Arbeitgeber.

Pflegeunterstützungsgeld-Rechner
Sie wollen das Pflegeunterstützungsgeld berechnen? Hier ein Beispiel: Eine Arbeitnehmerin nimmt zur Organisation der Pflege ihrer Mutter zehn Tage kurzzeitige Arbeitsverhinderung in Anspruch. In diesem Zeitraum hat sie einen Nettoverdienstausfall in Höhe von 500 Euro. Daraus ergibt sich ein Brutto-Pflegeunterstützungsgeld von 45 Euro pro Kalendertag (90 Prozent von 500 Euro geteilt durch 10 Tage).

Pflegeunterstützungsgeld Steuererklärung: Das Pflegeunterstützungsgeld ist steuer- und progressionsfrei.

Muss ich das Pflegeunterstützungsgeld beantragen?

Das Pflegeunterstützungsgeld beantragen Sie bei der Pflegekasse beziehungsweise der privaten Pflegeversicherung des pflegebedürftigen Angehörigen. Das sollte unverzüglich geschehen, sobald die Pflegebedürftigkeit absehbar ist.

Beim Pflegeunterstützungsgeld-Antrag sind folgende Unterlagen erforderlich:1. Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld2. Formlose ärztliche Bescheinigung des behandelnden Arztes über die voraussichtliche Pflegebedürftigkeit des Angehörigen

3. Entgeldbescheinigung des Arbeitgebers inklusive der Angabe, bei welchen Trägern Sie selbst kranken-, renten- und arbeitslosenversichert sind und ob Sie in den letzten zwölf Monaten beitragspflichtige Einmalzahlungen (zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld) erhalten haben

In der Regel ersetzt die Pflegekasse den ausgefallenen Lohn, maximal aber 98,88 Euro pro Tag.

Achtung: Etwaige Kosten für die Ausstellung der ärztlichen Bescheinigung werden nicht von der Pflegekasse übernommen.

Wer zahlt Pflegeunterstützungsgeld?

Das Pflegeunterstützungsgeld zahlt die Pflegeversicherung beziehungsweise bei Privatversicherten das Versicherungsunternehmen der privaten Pflege-Pflichtversicherung. Um das Geld zu erhalten, müssen Sie bei den entsprechenden Stellen einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld stellen.

Pflege Pflegegrad 1 bis Pflegegrad 5 – Wohnen im Alter – HilfsmittelInhalt teilen

Quellen

Источник: https://www.mz-web.de/pflege/pflegeunterstuetzungsgeld-antrag-und-voraussetzungen-fuer-lohnersatz-32154936

▷ Pflegeunterstützungsgeld – Antrag & Höhe der Pflegeunterstützung

Pflegeunterstützungsgeld: Höhe und Voraussetzungen der Lohnersatzleistung

Sie sind berufstätig und pflegen gleichzeitig einen Angehörigen? Dann wissen Sie, was beide Tätigkeiten grundlegend voneinander unterscheidet. In der Pflege gibt es keinen Feierabend. Zudem können unvorhergesehene Situationen eintreten. 

Der Gesetzgeber hat deshalb das Pflegeunterstützungsgeld eingeführt. Liegt eine akute Pflegesituation bei einem Verwandten vor, haben Sie das Recht, ohne zeitliche Verzögerung von Ihrer Arbeit freigestellt zu werden. 

Diese Freistellung ist gesetzlich auf zehn Arbeitstage begrenzt. Ankündigen müssen Sie den Bedarf nicht. Das Pflegeunterstützungsgeld hat das Ziel, Sie in diesen zehn Tagen finanziell abzusichern.

Gut zu wissen!

Bei dem Pflegeunterstützungsgeld wird niemand bevorzugt oder benachteiligt. Wie groß der Betrieb ist, in dem Sie arbeiten, spielt keine Rolle. Ebenso wenig, ob Sie Minijobber oder Vollzeitangestellter sind. Einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld können Sie vom ersten Arbeitstag an stellen.

Pflegeunterstützungsgeld ist für Notfälle gedacht

Die Grundlage für das Pflegeunterstützungsgeld legte der Gesetzgeber bereits im Jahr 2008. Nachträglich wurde die Möglichkeit geschaffen, eine bezahlte Freistellung zu erreichen. Zuvor wurde der Zeitraum als unbezahlter Urlaub angesehen. Ihr Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld ist in Gesetzbüchern festgeschrieben. Maßgeblich dafür ist der § 44a SGB XI.

Der Gesetzgeber greift Ihnen mit der Gesetzeserweiterung in Krisensituationen unter die Arme. Schließlich müssen Sie in einem Akutfall vieles regeln. Dafür haben Sie laut Pflegezeitgesetz bis zu zehn Tage Zeit.

Damit Sie keine großen finanziellen Einbußen haben, können Sie als Berufstätiger und Angehörigenpfleger Pflegeunterstützungsgeld beantragen.

Somit wird Ihnen die Möglichkeit gegeben, Beruf und Pflege besser zu vereinbaren.

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Besonders wichtig ist jedoch, dass es sich um einen konkreten Notfall handelt. Wenn Sie absehen können, dass sich eine schwierige Situation anbahnt, reicht das nicht aus.

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Gut zu wissen!

Das Pflegeunterstützungsgeld kann in gewisser Weise mit dem Krankengeld verglichen werden, dass Eltern erhalten, wenn sie sich um ihr krankes Kind kümmern müssen. Auch dabei handelt es sich um eine Lohnersatzleistung.

Mit Sicherheit interessieren Sie sich dafür, mit wie viel Pflegeunterstützungsgeld Sie rechnen können. Diese Frage kann jedoch nicht pauschal beantwortet werden. Ihr individueller Verdienst entscheidet darüber, wie viel Pflegeunterstützungsgeld Ihnen zusteht.

Die Pflegeversicherung hat die Aufgabe, Ihren Verdienstausfall zu einem großen Anteil zu übernehmen. Bis zu 90 % Ihres Nettolohns kann Ihnen die Pflegekasse auf diese Weise auszahlen.

Haben Sie im letzten Kalenderjahr Einmalzahlungen erhalten, wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, kann Ihr Pflegeunterstützungsgeld (brutto) bis zu 100 % des Nettoarbeitsgeldes erreichen. Hierbei spielt die Höhe der Einmalzahlungen natürlich eine entscheidende Rolle.

Gut zu wissen!

Es gibt jedoch noch eine andere Regelung, die bei der Berechnung des Pflegeunterstützungsgeldes mit einspielt. Dieses darf nämlich 70 % der Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung nicht überschreiten. 

Bezogen ist diese Angabe auf eine kalendertägliche Auszahlung.

Wenn so wie im Jahr 2020 156,25 Euro pro Tag festgesetzt sind, darf das Pflegeunterstützungsgeld demnach nicht mehr als 109,38 betragen (70 % von 156,25 Euro)

Auch hier hat es Veränderungen gegeben. Früher wurden lediglich Eltern, Schwiegereltern, Ehepartner oder Menschen einer eheähnlichen Zusammenkunft zu den nahen Verwandten gezählt. Seit dem Jahr 2015 wurde der Kreis erweitert und bildet so die Pflegesituation umfassender ab.

Zu den nahen Verwandten gehören im Sinne des Pflegezeitgesetzes:

  • Lebenspartner, Ehegatten
  • Partner, die sich in einer eheähnlichen oder lebenspartnerschaftlichen Gemeinschaft befinden
  • Eltern, Großeltern, Schwiegereltern, Stiefeltern
  • Geschwister
  • Schwager bzw. Schwägerin
  • Kinder, Pflegekinder, Adoptiinder (auch des Ehegatten oder Lebenspartners), Schwiegerkinder, Enkelkinder

Gut zu wissen!

Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihr Angehöriger zu der Liste gehört, können Sie mit der Pflegekasse Kontakt aufnehmen. Zudem gibt es ein Bürgertelefon des Bundesministeriums für Gesundheit.

Es gibt einige Voraussetzungen, an die das Pflegeunterstützungsgeld geknüpft ist. Das stellt sicher, dass nur diejenigen pflegenden Angehörigen finanzielle Unterstützung erhalten, die sie in diesem Fall benötigen. 

Folgende Voraussetzungen gibt es:

  • die Pflegesituation stellt sich akut dar, sie hat sich demnach unerwartet ergeben.
  • Ihr Angehöriger ist bereits als pflegebedürftig bekannt oder die Pflegebedürftigkeit gilt als sehr wahrscheinlich.
  • Die zu pflegende Person ist ein naher Angehöriger von Ihnen.
  • Sie machen eine kurzzeitige Arbeitsverhinderung (§ 2 Pflegezeitgesetz) geltend.
  • Sie erhalten keine Entgeltfortzahlung von Ihrem Arbeitgeber in der betreffenden Pflegezeit.
  • Sie haben einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld bei der Pflegekasse bzw. bei dem Pflegeversicherungsunternehmen Ihres Angehörigen gestellt.
  • Sie befinden sich momentan nicht in Pflegezeit (§ 3 Pflegezeitgesetz) oder in Familienpflegezeit (§§ 2 und 3 Familienpflegezeitgesetz)
  • Sofern Ihr Kind erkrankt oder verletzt ist: Sie erhalten als Familienangehöriger kein Kranken- oder Verletztengeld (§ 45 SGB V oder § 45 Absatz 4 SGB VII)

Gut zu wissen!

Wenn Ihr Angehöriger, den Sie pflegen möchten, im Ausland lebt, ist das kein Problem. Schließlich ist er auch so bei einer deutschen Pflegeversicherung abgesichert.

Die akute Lage in Ihrer Familie belastet Sie mit Sicherheit. Wir möchten Sie in dieser Zeit unterstützen, indem wir Ihnen einen schnellen und unkomplizierten Weg skizzieren, mit dem Sie das Pflegeunterstützungsgeld beantragen können.

1. Schritt: Stellen Sie einen Antrag auf Freistellung von Ihrer Arbeit

Zunächst ist es wichtig, dass Sie Ihrem Arbeitgeber ohne zeitliche Verzögerung mitteilen, dass Sie eine Freistellung in Anspruch nehmen möchten. Berufen Sie sich dabei auf den § 2 Abs.

1 des Pflegezeitgesetzes. Damit weiß Ihr Arbeitgeber automatisch, wofür Sie die Freistellung benötigen. Setzen Sie ihn zudem in Kenntnis, wie viele Tage Sie nehmen möchten.

Maximal 10 Tage können Sie ausschöpfen. 

ACHTUNG!
Ihr Arbeitgeber kann Sie dazu auffordern, eine ärztliche Bescheinigung vorzulegen. Aus ihr soll hervorgehen, dass der Pflegebedürftige einer dringenden Pflege bedarf.

2. Schritt: Ärztliche Bescheinigung einholen

Eine ärztliche Bescheinigung können Sie Ihrem Arbeitgeber vorlegen. Zudem benötigen Sie eine formlose ärztliche Bescheinigung, um einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld zu stellen. 

Daraus sollte zweifelsfrei hervorgehen, dass eine Freistellung wichtig ist, um in dem akut vorliegenden Fall eine bedarfsgerechte Pflege und Betreuung zu organisieren bzw. die Versorgung in dem Zeitraum sicherzustellen.

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Die ärztliche Bescheinigung erhalten Sie bei dem behandelnden Arzt Ihres Angehörigen.

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Bitte achten Sie darauf, dass der Name Ihres Angehörigen und der voraussichtliche Zeitraum der Arbeitsverhinderung auf der Bescheinigung notiert sind.

3. Schritt: Pflegeunterstützungsgeld beantragen

Im dritten Schritt geht es darum, die finanzielle Unterstützung zu beantragen. Das machen Sie bei der zuständigen Pflegekasse. Ganz wichtig: Nicht Ihre Pflegekasse, sondern die Ihres Angehörigen ist der richtige Ansprechpartner. Die jeweilige Pflegekasse ist an die Krankenkasse des Pflegebedürftigen angeschlossen. 

Folgende Unterlagen sind für die Beantragung wichtig:

  • Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld (per Download auszufüllen oder telefonisch)
  • Ärztliche Bescheinigung des behandelnden Arztes Ihres Angehörigen
  • Entgeltbescheinigung Ihres Arbeitgebers

Gut zu wissen!

Den Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld sollten Sie unverzüglich stellen. Eventuell fehlende Unterlagen, wie eine ärztliche Bescheinigung, können Sie nachreichen.

Источник: https://sanubi.de/pflegegesetz-recht/pflegeunterstuetzungsgeld

Pflegeunterstützungsgeld für bis zu 10 Arbeitstage

Pflegeunterstützungsgeld: Höhe und Voraussetzungen der Lohnersatzleistung

Diesen Web-Rechner können Sie gegen eine geringe Gebühr auch in Ihren Web-Auftritt einbauen. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage

Nach dem geplanten neuen § 44a Abs.

3 SGB XI haben pflegende Angehörige in einem Beschäftigungsverhältnis für kurzzeitige Arbeitsverhinderung nach § 2 des Pflegezeitgesetzes Anspruch auf einen Ausgleich für entgangenes Arbeitsentgelt (Pflegeunterstützungsgeld) für bis zu zehn Arbeitstage, wenn sie für diesen Zeitraum keine Entgeltfortzahlung von ihrem Arbeitgeber und kein Kranken- oder Verletztengeld bei Erkrankung oder Unfall eines Kindes nach beanspruche können. Auch Personen, die einen sogenannten „Minijob“ – also eine Beschäftigung mit einem Entgelt von bis zu 450 EUR im Monat – ausüben, haben Anspruch auf das Pflegeunterstützungsgeld. Der Anspruch ist auf 10 Arbeitstage je Pflegebedürftigem begrenzt, d.h. mehrere Angehörige müssen sich diese 10 Tage ggf. aufteilen.

Das Pflegeunterstützungsgeld wird auf Antrag, der unverzüglich zu stellen ist, unter Vorlage der ärztlichen Bescheinigung von der Pflegekasse oder dem Versicherungsunternehmen des pflegebedürftigen nahen Angehörigen gewährt.

Für die Höhe des Pflegeunterstützungsgeldes gilt § 45 Absatz 2 Satz 3 bis 5 des Fünften Buches entsprechend, d.h. die Leistung wird in Höhe der Leistung des Kinderkrankengeldes gewährt.

Hierbei ist anzumerken, dass die Berechnung des Kinderkrankengeldes ab 2015 völlig neu geregelt wird.

In welchen Fällen gibt es Pflegeunterstützungsgeld?

Beschäftigte haben das Recht, bis zu zehn Arbeitstage der Arbeit fernzubleiben, wenn dies erforderlich ist, um für einen pflegebedürftigen nahen Angehörigen in einer akut aufgetretenen Pflegesituation eine bedarfsgerechte Pflege zu organisieren oder eine pflegerische Versorgung in dieser Zeit sicherzustellen. Sie sind verpflichtet, dem Arbeitgeber ihre Verhinderung an der Arbeitsleistung und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich mitzuteilen. Dem Arbeitgeber ist auf Verlangen eine ärztliche Bescheinigung über die Pflegebedürftigkeit des nahen Angehörigen vorzulegen (§ 2 Pflegezeitgesetz).

Der Arbeitgeber ist zur Fortzahlung der Vergütung in aller Regel aufgrund fehlender tarif- oder einzelvertraglicher Regelungen nicht verpflichtet. In diese Fällen greift dann das neue Pflegeunterstützungsgeld.

Anspruchsberechtigte pflegende Angehörige

Anspruchsberechtigt sind

  • Arbeitnehmer,
  • die zu ihrer Berufsbildung Beschäftigten,
  • Heimarbeiter und ihnen Gleichgestellte
  • geringfügig Beschäftigte und Rentner, die eine Beschäftigung ausüben, wenn sie während der Arbeitsverhinderung einen Verlust an Arbeitsentgelt haben

Für Selbständige, Beamte sowie Bezieher von Leistungen nach SGB II und SGB III, die keine Beschäftigung gegen Arbeitsentgelt ausüben, besteht hingegen kein Anspruch auf Pflegeunterstützungsgeld.

Nahe und damit anspruchsberechtigte Angehörige sind

  • Großeltern, Eltern, Schwiegereltern, Stiefeltern,
  • Ehegatten, Lebenspartner, Partner einer eheähnlichen oder lebenspartnerschaftsähnlichen Gemeinschaft, Geschwister, Schwägerinnen und Schwäger,
  • Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder, die Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners, Schwiegerkinder und Enkelkinder.

Höhe der Leistung

  • Basis für die Leistung ist das während der Freistellung ausgefallene Nettoarbeitsentgelt, welches aus dem ausgefallenen beitragspflichtigen Arbeitsentgelt ermittelt wurde.
  • Als Brutto-Leistung werden 90 Prozent – bei Bezug von beitragspflichtigen Einmalzahlungen in den letzten 12 Kalendermonaten vor der Freistellung von der Arbeit unabhängig von deren Höhe 100 Prozent – des ausgefallenen Nettoarbeitsentgelts gezahlt.
  • Das kalendertägliche Pflegeunterstützungsgeld darf 70 Prozent der kalendertäglichen Beitragsbemessungsgrenze (2015 = 96,25 EUR) in der Krankenversicherung nicht übersteigen.
  • Vom Pflegeunterstützungsgeld werden Beiträge zur Kranken-, Renten- und Arbeitslosenversicherung gezahlt. Der Leistungsbezieher zahlt jeweils den halben Anteil, die Pflegekasse darüber hinaus aus 80 % des täglichen Bruttoentgelts.
  • Beträgt das monatliche Arbeitsentgelt nicht mehr als 450 Euro, trägt die zuständige Stelle (z.B. die Pflegekasse) die Beiträge allein.

Erforderliche Antragsunterlagen

Das Pflegeunterstützungsgeld wird nur auf Antrag gewährt. Der Antrag ist unverzüglich bei der Pflegekasse oder dem Versicherungsunternehmen des Pflegebedürftigen zu stellen. Hierdurch wird sichergestellt, dass in Fällen, in denen der Arbeitgeber auf ein entsprechendes ärztliches Attest verzichtet hat, die Pflegekasse des Pflegebedürftigen zeitnah ein ärztliches Attest verlangen kann.

Der Pflegekasse ist das ärztliche Attest im Original oder, wenn dieses dem Arbeitgeber vorgelegt wurde, eine Kopie des ärztlichen Attests vorzulegen. Nur der Antrag ist unverzüglich zu stellen, erforderliche Angaben und Unterlagen, wie zum Beispiel das Attest des behandelnden Arztes oder die Gehaltsbescheinigung des Arbeitgebers, können nachgereicht werden.

Im Gegensatz zum Krankengeld bei Erkrankung des Kindes wird das Pflegeunterstützungsgeld nicht aus der Versicherung des Beschäftigten, sondern aus der Pflegeversicherung des Pflegebedürftigen gezahlt.

Ein elektronischer Datenaustausch besteht daher in der Regel zwischen dem Arbeitgeber und der zuständigen Pflegekasse bisher nicht. Die Regelung wird daher als reines Antragsverfahren ausgestaltet.

Die Informationen müssen vom Leistungsbezieher selbst gegenüber der zuständigen Pflegekasse oder dem privaten Pflegeversicherungsunternehmen im Rahmen der Antragstellung übermittelt werden.

Da sich die Höhe des Pflegeunterstützungsgeldes nach den für die Berechnung des Kinderkrankengeldes geltenden Vorschriften (§ 45 Absatz 2 Satz 3 bis 5 SGB V) richtet, sind als Antragsunterlagen die Informationen einzureichen, die auch für die Zahlung des Kinderkrankengeldes erforderlich sind. Dies dürften voraussichtlich folgende Informationen sein:

  • Angaben zum Pflegebedürftigen und zur pflegenden Person
  • für die Beitragsabführung Angaben darüber, ob und bei welchen Trägern die pflegende Person kranken-, renten- und arbeitslosenversichert ist
  • für die Ermittlung eines ggf. von der Pflegekasse zu leistenden Beitragszuschusses zur privaten Krankenversicherung ist eine Angabe des PKV-Beitrages erforderlich
  • ausgefallenes Brutto-Arbeitsentgelt
  • ausgefallenes Nettoarbeitsentgelt
  • Freistellungszeitraum von der Arbeit
  • Zahl der ausgefallenen Arbeitstage zur Berücksichtigung der Höchstanspruchsdauer
  • Information darüber, ob in den letzten 12 Kalendermonaten vor der Freistellung beitragspflichtige Einmalzahlungen geleistet wurden

Diese Angaben reichen aus, um die Berechnung des Pflegeunterstützungsgeldes nach den nachfolgend beschriebenen Grundsätzen vorzunehmen.

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Источник: https://www.kv-media.de/pflegeunterstuetzungsgeld.php

Das Pflege­unter­stützungs­geld

Pflegeunterstützungsgeld: Höhe und Voraussetzungen der Lohnersatzleistung

Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine kurzfristige Lohnersatzleistung. Diese Leistung soll im Akutfall die pflegenden Angehörigen finanziell entlasten. Damit soll den Familienangehörigen auch Zeit gegeben werden, die wichtigsten Fragen der Organisation der Pflege zu klären.

Das Pflegeunterstützungsgeld: wo ist es geregelt?

Die Lohnersatzleistung ist im § 2 Pflegezeitgesetz und im § 44 Absatz 3 Sozialgesetzbuch Nr. 11 ( gesetzliche Pflegeversicherung) geregelt. Der betroffene Versicherte kann bis zum 10 Tage unbezahlt vertragliche Arbeitsleistung aussetzen, damit er seinen Angehörigen in einer Akutphase pflegen kann.

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Generell hat er keinen Anspruch auf das Pflegeunterstützungsgeld in folgenden Fällen:

  • Anspruch auf Entgeltfortzahlung auf Grund einer speziellen tariflichen Regelung in Pflegefällen,
  • Anspruch auf Lohnfortzahlung auf Grund einer Betriebsvereinbarung,
  • Oder Anspruch auf Weiterzahlung Lohn, wenn es im Arbeitsvertrag für solche Fälle geregelt ist (ist eher die Ausnahme).

Kurz aufgeklärt: was ist das Pflegeunterstützungsgeld?

Es ist eine Lohnersatzleistung der gesetzlichen Pflegeversicherung für entgangenen Lohn oder Gehalt während der kurzzeitigen Pflegezeit. Es steht denjenigen Beschäftigten zu, die kurzfristig die Pflege eines nahen Angehörigen bewerkstelligen müssen.

Die Voraussetzungen für einen Anspruch!

Wer das Pflegeunterstützungsgeld beanspruchen möchte, muss folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Vorliegen einer akuten Pflegesituation, sie muss unvorhersehbar und unerwartet sein, Pflegesituation nach einem Sturz im Treppenhaus,
  • der zu pflegende Angehörige muss selbst schon pflegebedürftig sein, oder der Eintritt der Pflegebedürftigkeit ist sehr wahrscheinlich,
  • der Pfleger (Antragsteller) ist ein naher Angehöriger im Sinne des § 7 Pflegezeitgesetz,
  • der berufstätige Antragsteller macht eine kurzzeitige Arbeitsverhinderung nach § 2 Pflegezeitgesetz geltend,
  • der Antragsteller erhält keine Lohnfortzahlung durch den Arbeitgeber,
  • der Antrag auf die Unterstützungsleistung muss unverzüglich bei der Pflegekasse erfolgen.

Der Antragsteller muss ein ärztliches Attest mit dem Antrag einreichen, dass die Pflegebedürftigkeit des Familienangehörigen nachweist

Es muss auch erklären, dass die Pflegemaßnahme durch den Familienangehörigen erforderlich ist. Es kann auch später nachgereicht werden.

Der Anspruch auf die Akutpflege und Kurzzeitfreistellung nach § 2 Pflegezeitgesetz entfällt, wenn der nahe Familienangehörige schon die Pflegezeit nach § 3 Pflegezeitgesetz ( bis zu 6 Monate) beansprucht

Bei Verletzung und Pflege eines Kindes darf kein Anspruch auf Krankengeld nach § 45 Sozialgesetzbuch Nr.5 oder auf Verletztengeld nach dem SGB VII bestehen.

Wie verhalte ich mich gegenüber dem Arbeitgeber?

Oft stellt sich die Frage, was muss ich tun, damit ich vom Arbeitgeber für die Akutpflege freigestellt werde. Antworten hierzu finden sich in § 2 Pflegezeitgesetz.

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Folgende ist zu beachten, wenn man die Auszeit beim Arbeitgeber haben möchte:

  • Unverzügliche Mitteilung an den Arbeitgeber wegen der Akutpflege,
  • Mitteilung der voraussichtlichen Dauer der Pflege an den Arbeitgeber,
  • Nachweis der Pflegebedürftigkeit des nahen Angehörigen nur auf Verlangen des Arbeitgebers (wenn der Arbeitgeber es tatsächlich verlangt)

Kann man das Pflegeunterstützungsgeld mehrfach beantragen?

Für dieselbe pflegebedürftige Person kann der pflegende Angehörige bis maximal 10 Tage diesen Anspruch stellen. Dieser Anspruch dient zur Herstellung des generellen Pflegeaufwandes und der Sicherung der Pflege im Allgemeinen.  Besteht weitergehender Pflegebedarf muss dies über die Pflegezeit nach § 3 Pflegezeitgesetz abgedeckt werden (bis zu 6 Monate Pflegeauszeit von der Arbeit).

Die Pflegezeit besteht nur gegenüber Betrieben mit mindestens 15 Beschäftigten

Der Anspruch auf die kurzzeitige Arbeitsverhinderung und das Unterstützungsgeld können auf mehrere Familienangehörige aufgeteilt werden.

Die Höhe des Pflegeunterstützungsgeldes!

Für die Berechnung des Lohnersatzes für die Akutpflege gelten die Regelungen des § 45 Absatz 2 Satz 3 bis 5 Sozialgesetzbuch Nr. 5 entsprechend. So steht es im § 44 a SGB XI. Dabei geht es um die Berechnung für das Kinderkrankengeld.

Gerechnet wird wie folgt:

Das Unterstützungsgeld beträgt brutto 90 % des tatsächlich entgangenen Nettoarbeitsentgelt aus dem beitragspflichtigen Einkommen in den letzten 12 Monaten vor dem Arbeitsausfall ( ohne Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld) oder zu 100% des tatsächlich ausgefallenen Nettolohnes aus dem beitragspflichtigen Entgelt der letzten 12 Kalendermonate. Das Pflegeunterstützungsgeld darf 70 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze nach dem § 223 Absatz 3 SGB V kalendertäglich nicht überschreiten.

Eine abhängig Beschäftigte Angestellte will die Pflege ihrer Mutter organisieren. Sie nimmt 10 Tage dafür die Arbeitsverhinderung in Anspruch. In diesem Zeitraum hat sie einen Nettoverdienstausfall von 800 €.

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Für die 10 Tage hat sie einem Bruttopflegeunterstützungsgeldanspruch von 72 € pro Tag. Sie liegt mit den 72 € unterhalb der 70 % der Beitragsmessungsgrenze pro Kalendertag, welche im § 223 SGB V geregelt ist.

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Die Grenze liegt hier 101,50€ pro Kalendertag.

Der Arbeitnehmer muss einen Antrag auf Sozialleistung stellen

Ohne Antrag kein Geld! Der Antrag muss bei der Pflegekasse gestellt werden, mit dem entsprechenden ärztlichen Attest. Der Antrag sollte so schnell wie möglich gestellt werden.

Dazu gibt es bei den Pflegekassen online-Formulare. Am besten man stellt in schriftlich.

Unsere Erfahrung hat gezeigt, dass die persönliche Empfangsbestätigung der sicherte Weg ist, denn Pflegekassen verweigern oft Leistungen, weil sie angeblich den Antrag nicht erhalten haben.

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Im ärztlichen Attest müssen verschiedenen Angaben stehen:

  • Name des Pflegebedürftigen,
  • Zeitraum der Arbeitsverhinderung des pflegenden Angehörigen,
  • Ärztliche Bestätigung, dass die Organisation der Pflege durch den Antragsteller sichergestellt werden muss und auch notwendig ist.

Beitragspflicht in der Kranken-und Rentenversicherung!

Als beitragspflichtige Einnahmen des Beziehers von Pflegeunterstützungsgeld gelten 80 % des ausgefallenen Arbeitsentgeltes während der Arbeitsausfalles, § 232 b SGB V.

Für die Renten­versicherungs­pflicht gilt der § 166 Absatz 1 Nr. 2 f SGB VI. Dort steht, dass für die beitrags­pflichtigen Einnahmen 80 % des während des Arbeits­ausfalles ausgefallenen Arbeits­entgeltes berechnet werden. Die Beitragspflicht ergibt sich aus § 170 SGB VI. Wer das Pflege­unterstützungs­geld bezieht, muss die Hälfte der Beiträge aus den Zahlungen tragen, die andere Hälfte die Pflegekasse, bei dem die zu pflegende Person versichert ist

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Источник: https://rentenbescheid24.de/renten-abc/sozialrecht-und-rente/das-pflegeunterstuetzungsgeld/

Das Pflegeunterstützungsgeld: So sichern Sie sich die bezahlte Auszeit

Pflegeunterstützungsgeld: Höhe und Voraussetzungen der Lohnersatzleistung

Wenn ein Familienmitglied plötzlich pflegebedürftig wird, trifft das besonders deren Angehörige sehr hart. Denn zusätzlich zum stressigen Beruf müssen Angehörige nun für den Pflegebedürftigen viel planen und organisieren.

Berufstätigen fällt es dann oft schwer, Familie, Beruf und Pflegesituation unter einem Hut zu bekommen. Für solche Fälle können sich berufstätige Angehörige kurzzeitig von der Arbeit freistellen lassen und Pflegeunterstützungsgeld beantragen. Doch die attraktive Leistung wird nur selten genutzt.

Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich die bezahlte Auszeit für zehn Tage sichern.

Markus Keller nutzt das Pflegeunterstützungsgeld für seinen Vater

Sabine und Markus Keller (Namen von der Redaktion geändert) leben zusammen mit ihren zwei Kindern in Köln. Beide sind in Vollzeit berufstätig. Sabine arbeitet als Freie Modedesignerin, ihr Mann als Architekt in einem mittelständischen Unternehmen.

Im vergangenen Jahr änderte sich für beide von einem auf den anderen Tag die komplette Situation. Markus Vater verletzte sich bei einem Sturz in seiner Wohnung schwer und wurde völlig unerwartet pflegebedürftig. In dieser Situation nutzte Markus die gesetzliche Möglichkeit, kurzfristig für zehn Tage seiner Arbeit fernzubleiben.

Für diese zehn Tage erhielt der 46-Jährige von der Pflegeversicherung eines Vaters das sogenannte Pflegeunterstützungsgeld als Ersatz für seinen Lohn. In dieser Zeit konnte er sich um seinen Vater kümmern und klären, wie die Pflege im Anschluss an seine Auszeit geregelt werden soll.

Welche Voraussetzungen müssen für das Pflegeunterstützungsgeld erfüllt sein?

Um die Voraussetzungen für Pflegeunterstützungsgeld zu erfüllen, muss eine Akutsituation bei einem Verwandten bestehen. Die liegt vor, wenn:

  • Sie erstmals eine bedarfsgerechte Pflege oder Unterbringung im Heim organisieren müssen, zum Beispiel nach der Entlassung aus dem Krankenhaus oder einer Reha-Klinik,
  • sich eine bestehende Pflegebedürftigkeit akut verschlimmert und Sie den pflegebedürftigen Angehörigen selbst kurzfristig unterstützen.

Wann ist eine Pflegesituation akut?

Ein Sturz kann für viele ältere Menschen zu einer akuten Pflegesituation führen.

Eine Pflegesituation ist akut, wenn sie plötzlich und unerwartet auftritt. Sie erfordert die sofortige Organisation der bedarfsgerechten Pflege oder der pflegerischen Versorgung. Zum Beispiel:

wenn nach einem Krankenhausaufenthalt die pflegerische Anschlussversorgung gesichert werden muss. wenn eine Pflegebedürftigkeit plötzlich eintritt oder

wenn eine bestehende Pflegebedürftigkeit sich plötzlich verschlechtert.

Tipp für die Anerkennung des Pflegeunterstützungsgeld:

Lassen Sie sich von dem behandelnden Arzt Ihres Angehörigen eine schriftliche Bescheinigung darüber geben, dass:

  • in Ihrer Familie eine akute Pflegesituation eingetreten ist, die Ihre Unterstützung erforderlich macht und
  • Ihr naher Angehöriger (voraussichtlich) pflegebedürftig ist (mindestens Pflegegrad 1).

Eine akute Pflegesituation liegt nicht vor, wenn beispielsweise:

  • eine akute Erkrankung des Pflegebedürftigen (Bronchitis, Magen-/Darmerkrankung etc.) aufgetreten ist.
  • ein Arztbesuch anliegt.
  • ein vorübergehender Ausfall der Pflegeperson (durch Krankheit oder Urlaub) entstanden ist.
  • der Umzug des Pflegebedürftigen von einer stationären Pflegeeinrichtung in eine andere durchgeführt werden muss.

Nahe Angehörige – wer ist das?

Als einen nahen Angehörigen bezeichnet man eine Person, die zu einer anderen Person oder zu einer Gruppe von Personen in einem besonderen rechtlichen oder sozialen, meist familiären Verhältnis steht:

  • Lebenspartner und die Partner einer eheähnlichen Gemeinschaft
  • Verlobte
  • Eigene Kinder
  • Geschwister
  • Schwägerinnen und Schwäger
  • Adoptiv- oder Pflegekinder und die Kinder, Adoptiv- oder Pflegekinder des Ehegatten oder Lebenspartners
  • Schwiegertöchter, Schwiegersöhne
  • Enkelkinder

Muss ich einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld stellen?

Damit Sie Pflegeunterstützungsgeld bekommen, müssen Sie zuerst einen Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld bei der Pflegekasse Ihres Angehörigen stellen.

Pflegeunterstützungsgeld wird nur auf Antragstellung geleistet. Der Antrag auf Pflegeunterstützungeld ist unverzüglich bei der zuständigen Pflegekasse oder dem zuständigen Versicherungsunternehmen zu beantragen.

Beim Pflegeunterstützungsgeld Antrag sind folgende Unterlagen erforderlich:

  1. Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld
  2. Formlose ärztliche Bescheinigung des behandelnden Arztes über die voraussichtliche Pflegebedürftigkeit des Angehörigen
  3. Entgeldbescheinigung des Arbeitgebers inklusive der Angabe, bei welchen Trägern Sie selbst kranken-, renten- und arbeitslosenversichert sind und ob Sie in den letzten zwölf Monaten beitragspflichtige Einmalzahlungen (zum Beispiel Weihnachts- oder Urlaubsgeld) erhalten haben.

Die Bescheinigung des Arztes muss den Namen des pflegebedürftigen Angehörigen, die Bestätigung der Notwendigkeit zur Organisation oder Sicherstellung einer bedarfsgerechten Versorgung des Pflegebedürftigen in einer akut aufgetretenen Pflegesituation und den Zeitraum der kurzzeitigen Arbeitsverhinderung enthalten.
Sollte Ihr Antrag auf Pflegeunterstützungsgeld abgelehnt werden, können Sie bei der jeweiligen Kasse Widerspruch einlegen.

Wenn mehrere Angehörige Unterstützungsgeld beantragen

Machen mehrere Beschäftigte ihren Anspruch auf kurzzeitige Arbeitsverhinderung für einen einzelnen Pflegebedürftigen geltend, müssen sie sich das Pflegeunterstützungsgeld teilen.

Denn das Unterstützungsgeld beläuft sich gemeinsam auf insgesamt bis zu zehn Arbeitstage pro Jahr. Die zehn Arbeitstage müssen nicht am Stück genommen werden.

Arbeitstage zählen nur, wenn der Beschäftigte an dem Tag tatsächlich arbeiten muss.

So beantragen Sie Pflegeunterstützungsgeld bei Ihrem Arbeitgeber

Sie müssen Ihren Arbeitgeber unverzüglich informieren, dass Sie Pflegeunterstützungsgeld beantragt haben und die kurzzeitige Freistellung von der Arbeit in Anspruch nehmen werden. Dazu reicht ein formloses Schreiben an Ihren Arbeitgeber völlig aus. Schicken Sie Ihrem Vorgesetzten oder der Personalabteilung eine E-Mail oder einen Brief.

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In manchen Unternehmen genügt ein einfacher, bestätigter Anruf. Der Arbeitgeber darf allerdings einen Nachweis über die akute Pflegesituation verlangen. Die Regelung gilt auch für Kleinstbetriebe. Das Pflegeunterstützungsgeld ist eine Lohnersatzleistung.

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Pflegeunterstützungsgeld erhalten Sie für die Organisation der Pflege und die Pflege von pflegebedürftigen Personen aller Pflegegrade.

Ein Beispiel zur Höhe des Pflegeunterstützungsgeldes

Frau Meier nimmt zur Organisation der Pflege ihrer Mutter zehn Tage kurzzeitige Arbeitsverhinderung in Anspruch. In diesem Zeitraum hat sie einen Nettoverdienstausfall in Höhe von 500 Euro. Daraus ergibt sich ein Brutto-Pflegeunterstützungsgeld von 45 Euro pro Kalendertag (90 Prozent von 500 Euro geteilt durch 10 Tage). Für die zehn Tage erhält Frau Maier 450 Euro brutto.

Beitragsbemessungsgrenze 2020 zum Pflegeunterstützungsgeld

Die Beitragsbemessungsgrenze in der Krankenversicherung (Brutto, West und Ost) beträgt 2020

  • pro Jahr: 56.250 Euro
  • pro Monat: 4.687,50 Euro
  • pro Tag: 156,25 Euro

70 Prozent von 156,25 Euro sind 109,38 Euro. Dies ist der Höchstbetrag, bis zu dem das Pflegeunterstützungsgeld 2020 kalendertäglich gezahlt werden kann.

Wie oft kann ich Pflegeunterstützungsgeld beantragen?

Es können mehrere Akut-Situationen auftreten – ein Sturz oder ein Schlaganfall zum Beispiel. In diesen Fällen können Sie Pflegeunterstützungsgeld beantragen und die Beurteilung erfolgt immer individuell.

Источник: https://www.provita-deutschland.de/das-pflegeunterstuetzungsgeld-so-sichern-sie-sich-die-bezahlte-auszeit/

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