Regenerative Energien im Überblick

Erneuerbare Energien in Zahlen

Regenerative Energien im Überblick

zum Vergrößern anklickenEntwicklung der Anteile erneuerbarer Energien
Quelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt

Aktuelle und qualitätsgesicherte Daten zur Entwicklung der erneuerbaren Energien in Deutschland sind ein wichtiger Baustein zur Bewertung der Energiewende. Die Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik (AGEE-Stat) stellt diese Daten bereit und arbeitet an der kontinuierlichen Weiterentwicklung der Datenbasis erneuerbarer Energien.

18.12.2020 1244 mal als hilfreich bewertet  

Die Energiewende verändert Deutschland. Um den Fortschritt des Ausbaus der erneuerbaren Energien zu dokumentieren finden Sie in den folgenden Abschnitten aktuelle Daten zur Nutzung nachhaltiger Energieträger in allen Verbrauchssektoren – dies sind neben dem Stromsektor auch der Bedarf an Wärme, beispielsweise in der Industrie oder in Haushalten, sowie der Energieverbrauch im Verkehr.

Darüber hinaus bietet der letzte Abschnitt einen Einblick in die positiven Effekte erneuerbarer Energien auf die Entwicklung der Treibhausgasemissionen in Deutschland.

Zusätzlich zu den hier dargestellten Jahreswerten informieren die Monats- und Quartalsberichte über die Entwicklung der erneuerbaren Energien im aktuellen Jahr.

 

Im Jahr 2019 wurden 17,4 Prozent des deutschen Endenergieverbrauchs aus erneuerbaren Energien gedeckt. Insgesamt entspricht dies einer Energiemenge von 455 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh).

Von dieser Energiemenge entfielen etwa 53 Prozent auf die Stromproduktion aus erneuerbaren Energiequellen, 40 Prozent auf den erneuerbaren Wärmesektor und 7 Prozent auf biogene Kraftstoffe im Verkehrsbereich.

Insgesamt ist die Biomasse aufgrund ihrer vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten in allen Sektoren (in Form von festen Brennstoffen, Biokraftstoffen oder Biogas) mit einem Anteil von 53 Prozent an der Bereitstellung von erneuerbarer Endenergie noch immer der wichtigste erneuerbaren Energieträger. Die Windenergie folgte mit einem Anteil von 28 Prozent an zweiter Stelle.

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Insgesamt entwickelte sich der Anteil der Erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren kontinuierlich positiv.

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Dabei gibt es jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Sektoren: während sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch in den letzten 10 Jahren fast verdreifachte und im Jahr 2019 bereits bei 42,0 Prozent lag; verbleiben die Anteile in den Bereichen Wärme (15,0 Prozent) und Verkehr (5,6 Prozent) seit einigen Jahren auf annähernd konstantem Niveau.

  • Energiebereitstellung aus erneuerbaren EnergieträgernQuelle: AGEE-Stat
  • Anteil erneuerbarer Energien am Brutto-EndenergieverbrauchQuelle: AGEE-Stat
  • Anteil erneuerbarer Energien in den Sektoren Strom, Wärme und VerkehrQuelle: AGEE-Stat

 

Der Anteil der erneuerbaren Energien im Stromsektor stieg von 37,8 Prozent (2018) auf 42,0 Prozent (2019) des Bruttostromverbrauchs. Insgesamt wurden im Jahr 2019 etwa 242,4 Mrd. kWh Strom aus erneuerbaren Energieträgern erzeugt. Dies waren 17,9 Mrd. kWh mehr als im Vorjahr (+8 Prozent).

Die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern übertraf im Jahr 2019 die Stromerzeugung aus Braun- und Steinkohlekraftwerken deutlich, nachdem sie im Jahr 2018 noch auf etwa gleichem Niveau gelegen hatten.

Der aktuelle Anstieg basiert vor allem auf einem steigenden Zubau von Photovoltaikanlagen im Zusammenspiel mit günstigen klimatischen Bedingungen.

Überdurchschnittliche Sonneneinstrahlung und bessere Windverhältnissen als im Jahr 2018 sorgten für vergleichsweise hohe Erträge von Wind- und Solarenergie-Anlagen.

Wind

Die Windenergie leistete mit einem Ertrag von 125,9 Mrd. kWh den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien (2018: 110,0 Mrd. kWh). Fünf Jahre zuvor lag die Einspeisung noch bei 58,5 Mrd. kWh (2014). Seitdem hat sich die Stromerzeugung aus Wind damit mehr als verdoppelt.

Die installierte Leistung stieg 2019 gegenüber dem Vorjahr so langsam wie seit 2011 nicht mehr (+2.000 Megawatt (MW) auf 60.721 MW). Der größere Anteil des Zubaus kann dabei erstmals der Windenergie auf See (+1.135 MW) zugeschreiben werden.

Biomasse

Aus Biomasse und biogenem Abfall wurden im Jahr 2019 etwa 50,2 Mrd. kWh Strom bereitgestellt. Gegenüber 2018 (50,9 Mrd. kWh) ging der Wert damit um etwa 1 Prozent zurück.

Maßgeblich für die Stromerzeugung aus Biomasse sind vor allem Biogas (28,4 Mrd. kWh), feste Biomasse (11,1 Mrd. kWh), und der biogene Anteil des Abfalls (5,8 Mrd. kWh).

Insgesamt liegt die Stromerzeugung aus Biomasse seit etwa 5 Jahren auf etwa gleichbleibendem Niveau.

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Die installierte Leistung stieg 2019 um fast vier Prozent auf fast 10.000 MW. Gegenüber dem Jahr 2014 beträgt der Zuwachs der installierten Leistung sogar 22 Prozent.

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Die Ausweitung der Kapazität von Biomasseanlagen diente jedoch in den letzten Jahren vornehmlich der Flexibilisierung der Stromerzeugung.

Diese sogenannte „Überbauung“ führte in den Jahren seit 2014 zwar kaum zu einem Anstieg der jährlich erzeugten Strommenge, sorgt aber dafür, dass erneuerbarer Strom bedarfsgerechter (also beispielsweise in Zeiten mit geringer Wind und PV-Stromerzeugung) bereitgestellt werden kann.

Photovoltaik

Die Stromerzeugung aus Photovoltaik (PV) profitierte insbesondere vom hohen Zubau der Jahre 2018 und 2019. Insgesamt wurden im Jahr 2019 46,4 Mrd. kWh Strom aus PV-Anlagen erzeugt.

Dies entspricht zwar nur einem leichten Wachstum von etwa +1 Prozent gegenüber 2018, dieser Zuwachs wurde aber trotz deutlich schlechterer Witterungsbedingungen (weniger Sonnenschein) als im Vorjahr erreicht.

Gegenüber dem Jahr 2014 – also innerhalb der letzten fünf Jahre – beträgt der Zuwachs 29 Prozent. Damals lag die Stromerzeugung aus PV Anlagen noch bei 36,1 Mrd. kWh.

Der Zubau neuer PV-Kapazitäten steigt seit einigen Jahren wieder kontinuierlich an, nachdem er zwischen 2012 und 2013 stark eingebrochen war. Die Leistung neu installierter PV-Anlagen lag bei 3.

889 MW im Jahr 2019, beträgt damit allerdings noch immer nur weniger als die Hälfte des Wertes aus dem Rekordjahr 2012 (8.161 MW). Innerhalb der letzten fünf Jahre stieg die insgesamt installierte PV-Leistung von 37.

900 MW (2014) um 29 Prozent auf 49.047 MW (2019).

Wasserkraft und Geothermie

Die Stromerzeugung aus Wasserkraft lag mit 19,7 Mrd. kWh wieder deutlich über dem Wert des sehr trockenen und damit ertragsarmen Vorjahres (17,7 Mrd. kWh). Die jährliche Einspeisung schwankt seit vielen Jahren um den Wert von 20 Mrd. kWh. Die installierte Leistung der Wasserkraft ändert sich seit einigen Jahren ebenfalls nur noch wenig und lag am Ende des Jahres 2019 bei 5.595 MW.

Die Stromerzeugung aus Geothermie überstieg den Wert des Vorjahres zwar um 11 Prozent (2019: 0,2 Mrd. kWh), trägt jedoch weiterhin mit weniger als 0,1 Prozent zu erneuerbaren Stromerzeugung bei.

  • Struktur der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien im Jahr 2019Quelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt
  • Entwicklung der Bruttostromerzeugung aus erneuerbaren EnergienQuelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt
  • Entwicklung der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien – 5 JahreQuelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt
  • Entwicklung der installierten Leistung zur Stromerzeugung aus erneuerbaren EnergienQuelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt

 

In den vergangenen Jahren war die Entwicklung der erneuerbaren Energien im Wärmesektor wenig dynamisch. Zwar stieg insbesondere die Nutzung fester Biomasse bis zum Jahr 2013 kontinuierlich an, seither jedoch wächst der Beitrag erneuerbarer Energieträger am Wärmeverbrauch nur noch wenig.

Der Anteil erneuerbarer Energieträger am Endenergieverbauch für Wärme und Kälte blieb gegenüber dem Vorjahr konstant bei 15,0 Prozent. Der absolute Verbrauch erneuerbarer Wärme stieg im Vergleich zum Vorjahr um fast 2 Prozent auf 182 Mrd. kWh, gleichzeitig wurden aber auch mehr fossile Energieträger im Wärmesektor verbraucht.

Insgesamt dominieren die verschiedenen Formen der Biomasse die erneuerbare Wärmeversorgung. Die feste Biomasse – also Holz in seinen unterschiedlichen Nutzungsformen – liefert den weitaus größten Anteil an erneuerbarer Wärme.

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Allerdings hat der Anteil fester Biomasse an der gesamten erneuerbaren Wärme im Laufe der Zeit kontinuierlich abgenommen: von 86 Prozent im Jahr 2000 auf 66 Prozent im Jahr 2019. Insgesamt lieferte die feste Biomasse im Jahr 2019 einen Beitrag von 120,4 Mrd. kWh am Endenergieverbrauch für Wärme und Kälte.

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Flüssige Biobrennstoffe trugen 2,4 Mrd. kWh bei, gasförmige Biomasse 19,1 Mrd. kWh und biogener Abfall weitere 15,3 Mrd. kWh.

Neben der Biomasse wird erneuerbare Wärme auch in Solarthermie- und Geothermieanlagen gewonnen.

Der Anteil der Solarthermie wuchs zwischen 2000 und 2019 von 2 auf 5 Prozent der gesamten erneuerbaren Wärme, allerdings sank der Beitrag der Solarthermie im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr auf Grund geringerer Sonneneinstrahlung um etwa 4 Prozent auf 8,5 Mrd. kWh.

Die Wärmebereitstellung aus Umweltwärme und Geothermie gewann nochmals an Bedeutung und lag mit 16 Mrd. kWh deutlich über dem Niveau des Vorjahres (+8 Prozent). Insgesamt werden etwa 9 Prozent der erneuerbaren Wärme aus Geothermie und Umweltwärme gewonnen.

Weitere Ausführungen zum Wärmeverbrauch insgesamt finden Sie im Artikel „Energieverbrauch für fossile und erneuerbare Wärme“.

  • Wärmeverbrauch aus erneuerbaren EnergienQuelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt
  • Entwicklung des Wärmeverbrauchs aus erneuerbaren EnergienQuelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt

 

Der Verkehrssektor ist der Bereich mit dem geringsten energetischen Anteil an erneuerbaren Energiequellen.

Einschließlich des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien im Schienen- und Straßenverkehr belief sich der Anteil im Jahr 2019 auf 5,6 Prozent. Damit blieb der Wert gegenüber dem Jahr 2018 konstant.

Der Einsatz von Biokraftstoffen im Verkehr wird maßgeblich von der gesetzlich festgelegten Treibhausgas-Minderungsquote bestimmt.

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Insgesamt wurden 2019 im Verkehr 36,0 Mrd. kWh Energie aus erneuerbaren Quellen eingesetzt, dies entspricht genau dem Wert des Vorjahres. Davon entfielen 4,9 Mrd. kWh auf Strom aus erneuerbaren Quellen (+7 Prozent) sowie knapp 31,2 Mrd.

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kWh auf Biokraftstoffe (-1 Prozent). Mit Abstand wichtigster Biokraftstoff war mit 22,1 Mrd. kWh Biodiesel (-1 Prozent), gefolgt von Bioethanol mit 8,4 Mrd. kWh (-4 Prozent). Biomethan (0,7 Mrd. kWh) und Pflanzenöl (0,01 Mrd.

kWh) tragen vergleichsweise wenig zu den Biokraftstoffen bei.

Der Stromverbrauch im Verkehrssektor betrug im Jahr 2019 insgesamt etwa 12 Mrd. kWh – davon wurden etwa 4,9 Mrd. kWh aus erneuerbaren Energieträgern bereitgestellt. Trotz des wachsenden Anteils erneuerbaren Stroms trägt dieser noch immer weniger als 1 Prozent zum Gesamtenergieverbrauch im Verkehrssektor bei und wird bisher zu mehr als 95 Prozent im Schienenverkehr eingesetzt.

Weitere Daten zum Kraftstoffverbrauch finden Sie im Artikel „Erneuerbare Energie im Verkehr“.

  • Verbrauch erneuerbarer Energien im VerkehrssektorQuelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt
  • Entwicklung des Verbrauchs erneuerbaren Energien im VerkehrssektorQuelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt

 

Die steigende Nutzung erneuerbarer Energien führt zu einer Verdrängung fossiler Energien und somit unter anderem zu einer zunehmenden Vermeidung klimaschädlicher Treibhausgase. Im Jahr 2019 haben erneuerbare Energien Treibhausgas-Emissionen von rund 202 Millionen (Mio.) Tonnen CO2-Äquivalenten vermieden.

Die Stromerzeugung durch erneuerbare Quellen hat dabei den größten Anteil an den vermiedenen Emissionen (158 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente, 78 Prozent der Gesamtmenge). Im Wärmesektor wurden Treibhausgase in Höhe von 37 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente vermieden (18 Prozent), durch Biokraftstoffe knapp 8 Mio. Tonnen CO2-Äquivalente (4 Prozent).

Die Menge der vermiedenen Treibhausgas-Emissionen hat sich innerhalt der letzten 10 Jahre fast verdoppelt. Treiber der Entwicklung ist vor allem die Stromerzeugung: Ihr Beitrag zur Vermeidung ist seit 2009 um mehr als 130 Prozent angestiegen. Die Emissionsvermeidung durch Wärme und Verkehr hat sich in diesem Zeitraum hingegen kaum verändert.

Die Berechnungen des UBA zeigen, dass erneuerbare Energien insbesondere Steinkohle und Erdgas aus dem deutschen Energiemix verdrängen. Im Bereich der Wärmeversorgung führt der Einsatz erneuerbarer Energien vor allem zu Einsparungen von Heizöl. Im Verkehrsbereich werden vor allem Diesel- und Ottokraftstoff ersetzt.

Eine ausführlichere Darstellung der Thematik findet sich im Artikel „Emissionsvermeidung durch erneuerbare Energieträger“.

  • Netto-Bilanz der vermiedenen Treibhausgas-Emissionen durch die Nutzung erneuerbarer EnergienQuelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt
  • Entwicklung der vermiedenen TreibhausgasemissionenQuelle: AGEE-Stat / Umweltbundesamt

Источник: https://www.umweltbundesamt.de/themen/klima-energie/erneuerbare-energien/erneuerbare-energien-in-zahlen

Erneuerbare Energien: Definition und Entwicklung

Regenerative Energien im Überblick

Erneuerbare Energien sind aus der heutigen Energielandschaft nicht mehr wegzudenken. Waren sie bis zum Anfang dieses Jahrhunderts hinein noch immer Modelle der Stromerzeugung, die ihren experimentellen Charakter nie ganz ablegen konnten, gewannen erneuerbare Technologien in den 00er-Jahren zunehmend an Bedeutung.

Spätestens mit der Reaktorkatastrophe in Fukushima ist ein grundlegender gesellschaftlicher Wechsel eingetreten.

Dieser schlägt sich zum einen im Atomausstieg der Bundesrepublik und der EEG-Novelle von 2012 nieder, lässt sich aber auch an umfassenderen gesellschaftlichen Diskussionen und globalen Veränderungen wie dem Weltklimagipfel 2015 festmachen.

Dieser Wandel hat aber auch Konsequenzen für die deutsche Stromlandschaft: In den letzten 20 Jahren hat sich der Anteil Erneuerbarer Energien drastisch erhöht.

2019 erreichte der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch, laut Umweltbundesamt, 42,1 Prozent, während der Anteil 2002 noch bei 7,7 Prozent und 1990 noch bei 3,4 Prozent lag.

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Übernahmen in der Vergangenheit große Kohle- und Atomkraftwerke einen Großteil der Stromversorgung, so ist diese Verantwortung mittlerweile auf sehr viele kleine Schultern verteilt.

[/attention] Die Leistung klassischer Anlagen der Erneuerbaren Energie reichen von wenigen Kilowatt bis hin zu mehreren Megawatt. Alle haben jedoch gemein, dass sie autonom voneinander Strom produzieren. Dies ist eine der großen Herausforderungen der Energiewende: Die Koordination vieler dezentraler Stromproduzenten. Hier kommen technologische Entwicklungen wie Virtuelle Kraftwerke ins Spiel, die mittlerweile seit dem EEG 2012 aktiv dabei helfen, die Stromproduktion auch vieler kleiner Anlagen sicher in die deutsche Energielandschaft zu integrieren. In diesem Zuge hat auch der kurzfristige Stromhandel eine viel größere Bedeutung gewonnen, da die Stromproduktion um einiges volatiler geworden ist als früher, als nur eine Handvoll Kraftwerke nahezu den gesamten benötigten Strom produzierten. Mit der wachsenden Verantwortung des kurzfristigen Stromhandels ist auch die Rolle von Strom- und Börsenprognosen weitaus wichtiger geworden.

Erneuerbare Energien schultern heute nicht nur fast die Hälfte der Stromproduktion. Sie leisten auch mit der Bereitstellung von Systemdienstleistungen wie etwa der Regelenergie einen wichtigen Beitrag zu Systemstabilität.

Windkraft

Als Teil der Windmühlentechnik waren Windkraftanlagen schon in der vorindustriellen Zeit im Einsatz – selbstverständlich nicht als stromproduzierende Anlagen. Erste Versuche mit Windkraftanlagen Strom zu erzeugen entstanden bereits Ende des 19. Jahrhunderts. In den 30er- und 40er Jahren des 20.

Jahrhunderts wurden sowohl in den USA als auch in Deutschland erste erfolgreiche Versuche mit Windkraftanlagen durchgeführt, ohne dass es jedoch zu einem regelmäßigen Einsatz kam. Die erste Anlage, die erfolgreich über einen längeren Zeitraum einspeiste, war die Gedser-Windkraftanlage in Dänemark.

1987 entstand auf dem Growian-Gelände bei Marne der erste Windpark Deutschlands. Dort wurden jährlich etwa 19 Millionen kWh Strom produziert. Im Zuge des Stromeinspeisungsgesetzes wuchs auch der allgemeine Zubau von Windkraftanlagen in Deutschland während der 90er-Jahre.

Der Boom war so groß, dass in der ersten Hälfte der 00er-Jahre zwei Drittel der europäischen Windkraftanlagen in Deutschland installiert waren. 2019 beträgt die installierte Leistung der Windkraft (on- & off-shore) in Deutschland 60,87 GW.

Wasserkraft

Wasserkraft ist sicherlich einer der ältesten Energieträger und war bereits vor 5000 Jahren im Einsatz – wenn auch nicht zur Stromproduktion sondern zum Betrieb etwa von Mühlen.

Während der industriellen Revolution zählte Wasserkraft zu den wichtigsten Grundpfeilern der Energieerzeugung; die ersten stromerzeugenden Turbinen wurden Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelt. 1890 ging die erste deutsche Wasserkraftanlage, die gleichzeitig auch das erste Wechselstromkraftwerk war, in Bad Reichenhall ans Netz.

Wasserkraft spielt in Deutschland eher eine untergeordnete Rolle und beträgt mit einer installierten Leistung von 4780 MW im Jahr 2019 etwa drei Prozent der Bruttostromerzeugung .

EEG

Vorgänger des EEG ist das Stromeinspeisegesetz von 1991, das Netzbetreiber dazu verpflichtete dezentralen Betreibern die Einspeisung in das Stromnetz zu gestatten. Das Gesetz verpflichtete die Netzbetreiber dazu, den Produzenten den Strom mit einer Mindestvergütung abzunehmen, die dem Durchschnittspreis entsprach, den Strom zwei Jahre zuvor erzielte.

Das erste EEG trat 2000 in Kraft. Zentral war hier der Gedanke, dass Erneuerbare Energien einen Einspeisevorrang gegenüber anderen Energieträgern erhielten. Zudem wurden die Vergütungssätze für Photovoltaik signifikant angehoben. Lag der Satz im Stromeinspeisegesetz noch bei etwa 9 Cent/kWh, so betrug er im EEG 2000 zwischen 48 und 50 Cent/kWh.

Ein Förderungsdeckel von 300 MWp, der im sogenannten 100.000-Dächer-Programm (1999 – quasi der Nachfolger des 1000 Dächer-Programmsa) festgehalten wurde, drohte 2004 einen Einbruch der Solarbranche zu provozieren, da dieser bereits 2003 mit 350 MWp überschritten worden war.

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Die Novelle von 2004, die aus diesem Grund verabschiedet wurde, bestand primär aus einer Angleichung der Fördersätze und einer Reduzierung der Förderung von Windkraftanlagen. Das Hauptziel des EEG 2009 war die Erhöhung des Anteils Erneuerbarer Energien am Strommix auf 30 Prozent bis zum Jahr 2020.

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Zudem tauchte im EEG 2009 zum ersten Mal die Option auf, dass dezentrale Erzeugungsanlagen vom Netzbetreiber abgeregelt werden konnten, um Netzschwankungen zu minimieren.

Das EEG 2012 ist die Grundlage für viele Elemente der heutigen Energiewende. Mit diesem Gesetz wurde sowohl die Direktvermarktung nach Marktprämienmodell als auch die Flexibilitätsprämie eingeführt. Erste Virtuelle Kraftwerke zur Bündelung und Vermarktung von Strom aus dezentralen Anlagen entstanden.

Das EEG 2014 legte den Fokus mehr auf eine gezielte Entwicklung Erneuerbarer Energien und definierte feste Ausbaupfade für die einzelnen Energieträger; Biogasanlagen verschwanden mit dieser Novelle aus dem Blickfeld der Gesetzgeber. Zudem fand die Idee der Ausschreibung über die Förderhöhe hier ihren Anfang. Darüber hinaus erhielt im EEG 2014 die verpflichtende Direktvermarktung für Neuanlagen über 100 kW Einzug. Bis dato galt diese erst ab 750 kW.

2016 entstand die vorerst letzte Novelle des EEG. Hier vollzog der Gesetzgeber einen grundsätzlichen Systemwechsel. Galt bislang das Modell der Einspeisevergütungen, so setzte die Bundesregierung nun auf Ausschreibungsverfahren, wie sie bereits im EEG 2014 im Bereich der Photovoltaik-Freiflächenanlagen als Pilotprojekt getestet worden waren.

Gestehungskosten

Die Gestehungskosten Erneuerbarer Energien sinken in Europa kontinuierlich. Betrugen die Kosten für große Photovoltaik Anlagen im Jahr 2009 noch 32 Cent pro Kilowattstunde, so lag der Wert 2018 zwischen 3,71-8,46 Cent/kWh.

Bei Windenergie lässt sich ein ähnlicher Trend beobachten Hier fiel der Preis für Onshore-Anlagen von 9,3 Cent/kWh in 2009 auf 3,99-8,23 Cent/kWh. Das Fraunhofer-Institut prognostiziert in einer Studie auch zukünftig fallende Gestehungskosten.

So soll Solarenergie bis 2034 auf 2-4 Cent/kWh sinken und auch Onshore-Wind sich in einem Bereich zwischen 3,5 und 7 Cent/kWh befinden. Die Preise für die Gestehungskosten von Biomasse bleiben hingegen stabil und haben sich seit 2012 kaum geändert.

Die Ursache ist zu einem Teil in der mangelnden Förderung dieser Energieträger zu suchen, da in den letzten Jahren wenig Anreize geschaffen worden sind, die Stromproduktion durch Biomasse zum einen effizienter zu gestalten und zum anderen wurden so auch weniger neue Anlagen zu errichtet. Ohne diese Schritte stagnierten die Preise unweigerlich.

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Источник: https://www.next-kraftwerke.de/wissen/erneuerbare-energien

Energiewende im Überblick

Regenerative Energien im Überblick

Künftig werden die erneuerbaren Energien vor allem die Kernkraft ersetzen, aber auch Kohle als Energieträger. Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima in 2011 hat die Bundesregierung das Energiekonzept fortentwickelt und den Ausstieg aus der Kernkraft beschleunigt.

Stufenweise geht seitdem ein Kernkraftwerk nach dem anderen vom Netz. Bis Ende 2021 werden die Kernkraftwerke Grohnde, Gundremmingen C und Borkdorf vom Netz gehen. Die drei jüngsten Anlagen Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 werden spätestens Ende 2022 abgeschaltet.

Stattdessen soll der Energieanteil an der Stromerzeugung aus Sonne, Wind und Co. zügig ausgebaut und damit die Energieversorgung auf erneuerbare Energiequellen sichergestellt werden. Der Anteil der erneuerbaren Energien im Strommix liegt aktuell bei gut 43 Prozent (Stand: Ende 2019).

Die Energiewende soll zum anderen über eine höhere Energieeffizienz erreicht werden.

Nicht nur im Kleinen und im Alltag, vor allem beim Heizen von Wohnraum und bei der Mobilität gibt es Möglichkeiten, Energie einzusparen.

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Die Bundesregierung fördert daher Gebäudesanierungen und Elektroautos und hat bei den Förderprogrammen noch einmal nachgelegt. Zuletzt mit der Einführung der Kaufprämie für Elektroautos.

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Die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energieträger geht mit einem Strukturwandel einher:

  • Es gibt mehr und kleinere Anlagen als bisher, vor allem sind sie dezentral über das ganze Land verstreut vorzufinden. Eine Herausforderung für die Transportnetze des so erzeugten Stroms. Deswegen ist es wichtig, dass die überregionalen Übertragungsnetze und die Verteilnetze entsprechend zügig ausgebaut werden.
  • Sonne, Wind und Co. erzeugen Energie unbeständiger als fossile Großkraftwerke, weil die Produktion jeweils abhängig vom Wetter ist. Deshalb muss die Energie aus Spitzenzeiten geschickt verteilt und/oder gespeichert werden, um auch bei Flaute hinreichend Energie anbieten zu können. Speicher und intelligente Netze müssen dazu weiterentwickelt werden. Für dennoch ungedeckten Bedarf muss es flexible Kraftwerke geben, die schnell hochgefahren werden können.

Förderung nach dem Wettbewerbsprinzip

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bleibt das wichtigste Instrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Inzwischen sind Wind- und Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse zu einem wichtigen Baustein im Strommix geworden und haben aktuell einen Anteil von gut 43 Prozent (Stand: Ende 2019) .

Der Ausbau der erneuerbaren Energien soll sich auch auf die kostengünstigen Technologien konzentrieren. Das EEG passt die zu fördernden Mengen stets besser an dem Bedarf an, indem es die Ausbauziele definiert. Das geltende Vergütungssystem per Ausschreibungen bestimmt letztlich, wer den Zuschlag erhält und in welcher Höhe. 

Netze zukunftssicher ausbauen

Noch sind die deutschen Stromnetze nicht flächendeckend auf den Transport des Stroms aus erneuerbaren Energien ausgelegt. Die geplante Novelle des Bundesbedarfsplangesetzes trägt der Situation Rechnung, dass der Netzausbau bislang nicht hinreichend voranschreiten konnte:

  • Planungs-und Genehmigungsverfahren für Netzausbauvorhaben werden gestrafft
  • prioritär zu verwirklichende Netzausbauvorhaben werden benannt und aktualisiert
  • ein innovativer Ansatz zur Höherauslastung der Bestandsnetze ermöglicht

Das am 28. Januar 2021 vom Bundestag verabschiedete Gesetz soll noch im Frühjahr abschließend vom Bundesrat beraten werden und kann danach in Kraft treten.

Bei allen Veränderungen gilt dabei zuvorderst, dass der sichere Netzbetrieb ungeachtet der steigenden dezentral eingespeisten Strommengen erhalten werden muss. Es gilt zudem, dass für den Bau von Stromleitungen gesellschaftliche Akzeptanz benötigt wird, weswegen auch die Kommunen an den Erträgen beteiligt werden können sollen.

Wegen der vielen Stromanbieter, die – auch selbst im Zeitablauf – verschieden viel Strom einspeisen, bedarf es nicht zuletzt sogenannter intelligenter Netze und intelligenter Zähler. Insofern intelligent, als sie mit den Schwankungen bestmöglich umgehen können. Denn eines ist sicher: Der Netzausbau richtet sich nicht an der größtmöglichen Durchlaufmenge aus.

Das wäre nicht nur ineffizient, sondern schlichtweg impraktikabel.

Energie sparen und effizienter nutzen

Die Bundesregierung unterstützt Eigentümer darin, Gebäude energiesparend zu sanieren, etwa durch Wärmedämmung oder moderne Heizungsanlagen.

Um die Sanierungsrate zu erhöhen, gewährt das KfW-Gebäudesanierungsprogramm Investitionszuschüsse und zinsgünstige Darlehen.

Außerdem fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Heizungsanlagen, die Wärme aus erneuerbaren Energien gewinnen.

Nach und nach erhöht die Energieeinsparverordnung zudem für Neubauten die Energiestandards. Bauherren sind damit verpflichtet, beim Bau ihres Hauses das Thema Energie im Blick zu behalten. Verpflichtend ist inzwischen auch der Energieausweis für Gebäude, der Käufer und Mieter über den Energieverbrauch der Immobilie informiert.

Eine Effizienzstrategie Gebäude für Deutschland bündelt alle Maßnahmen hierzu. Sie skizziert die Weiterentwicklung von CO2-Gebäudesanierungsprogramm, Marktanzreizprogramm, das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz und die Energieeinsparverordnung.

Die Bundesregierung hat darüber hinaus die Förderung der effizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen verstärkt. Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) sieht ein jährliches Fördervolumen von 1,5 Milliarden Euro vor. Dabei wird gezielt die Umstellung der KWK von Kohle auf Gas gefördert.

Bei Elektrogeräten sollen die Energieräuber vom Markt genommen und Energiespargeräte schneller eingeführt werden. Verbraucher müssen leicht erkennen können, wie viel Energie ein Gerät verbraucht.

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Die Bundesregierung setzt sich für hohe europäische Standards und eine transparente Kennzeichnung ein.

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Immer mehr Elektro-Produkte sind mit Kennzeichnungen – vor allem mit dem Energie-Label – versehen, die dem Verbraucher einzuschätzen helfen, ob ein Gerät sparsam mit Strom umgeht oder nicht. 

Förderung beim Kauf von E-Autos 

Die Bundesregierung fördert auch im Verkehrssektor den Umstieg auf abgasarme beziehungsweise abgasfreie Fahrzeuge.

Die Bundesregierung erhofft sich dadurch eine bessere Luft, vor allem in Ballungszentren. Im Übrigen fördert die Bundesregierung alternative Antriebe, weil sie nachhaltiger vorgehen will.

Dies flankiert sie mit entsprechender Förderung von Forschung und Entwicklung auf diesen Gebieten.

Der Kauf eines Elektro- oder Hybridfahrzeuges könnte mit einer Förderung in Höhe von bis zu 6.000 Euro attraktiv sein. Angesichts der eher beschränkten Reichweite von Elektroautos zumindest für Stadtfahrten und kürzere Strecken. Diese Fördersumme gilt für Fahrzeuge bis 40.000 Euro Nettolistenpreis. Für Fahrzeuge ab 40.000 bis 65.

000 Euro Nettolistenpreis können Interessierte bis zu 5.000 Euro Förderung erhalten. Ihren Antrag können Käufer von Elektro- oder Hybridautos auf der Internetseite des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle online stellen. Das Förderprogramm, das von Bund und Industrie jeweils hälftig getragen wird, gilt bis Ende 2025.

Ein zusätzlicher Anreiz: Elektroautos beim Arbeitgeber aufzutanken bleibt steuerfrei. Halter von einem Elektrofahrzeug zahlen überdies mehrere Jahre lang keine Kfz-Steuer.

Außerdem setzt das Elektromobilitätsgesetz weitere Anreize: Es schafft die Grundlagen dafür, dass Städte und Gemeinden den Verkehr für Elektroautos attraktiver machen können, beispielsweise durch eigene Parkplätze mit Ladestationen und die Erlaubnis, Busspuren zu nutzen.

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Um den Auau einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur zu beschleunigen ist vorgesehen, Wohn- und Nichtwohngebäude, die über größere Parkplätze verfügen, mit Lademöglichkeiten zu versorgen. Das soll Laden von Elektrofahrzeugen zu Hause, am Arbeitsplatz oder bei der Erledigung alltäglicher Besorgungen erleichtern.

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Источник: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/energiewende/energiewende-im-ueberblick-229564

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