Tausche Spitzboden gegen Dach!

▷ Spitzboden ausbauen ▷ 5 Tipps vom Profi

Tausche Spitzboden gegen Dach!

Ob als Spielzimmer fürs Kind oder als erweiterter Stauraum: Ein ausgebauter Spitzboden bietet viele Möglichkeiten. Dabei sind jedoch fünf Punkte zu beachten.

In vielen Häusern befindet sich direkt unter dem Dach ungenutzter Raum: der Spitzboden. Bauherren, die diesen ausbauen und so voll nutzbar machen möchten, sollten die Kosten nicht unterschätzen. Pro Quadratmeter Ausbaufläche sind mit 500 bis 1.

000 Euro zu rechnen – je nach Umfang des Projekts, Qualität des Materials und ob Handwerker engagiert werden oder man den Ausbau in Eigenregie übernimmt.

Fünf wichtige Punkte sind außerdem zu klären: Sie betreffen Bauvorschriften, bauliche Voraussetzungen, Dämmung, Fenster und Treppe.

1. Ist mein Spitzboden überhaupt einer? – Definition und Vorschriften

Ein Spitzboden in herkömmlichem Sinn wird im Anhang zur DIN 1055 wie folgt definiert:

Ein Spitzboden ist ein für Wohnzwecke nicht geeigneter Dachraum unter Pult- oder Satteldächern mit einer lichten Höhe von höchstens 1,80 Meter.

Soll das Dachgeschoss dennoch zum Wohnen oder Arbeiten genutzt werden, muss es gewisse Vorgaben erfüllen: Die Landesbauverordnungen schreiben in der Regel eine Grundfläche von mindestens acht Quadratmetern und eine lichte Raumhöhe von rund 2,30 Metern vor.

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Fenster müssen ein Achtel der Grundfläche ausmachen und mindestens einen Quadratmeter groß sein. Tragende Wände, Stützen und Pfeiler müssen feuerbeständig, in Einfamilienhäusern zumindest feuerhemmend ausgeführt werden.

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Außerdem sind zwei Rettungswege zwingend vorgeschrieben: einer über das Treppenhaus, ein zweiter meist über ein Rettungsfenster mit rund einem Meter Diagonale.

Aufgrund der geringen Raumhöhe von weniger als 1,80 Meter dürfen in einem herkömmlichen Spitzboden keine dauerhaften Aufenthaltsräume eingerichtet werden. Für Bauherren kann sich ein Ausbau trotzdem lohnen, sei es um ein Spielzimmer, einen Rückzugsort oder Stauraum zu schaffen.

Ist der Spitzboden niedriger als 1,50 Meter, ist für seinen Ausbau häufig nicht einmal eine Baugenehmigung erforderlich. Raumteile mit so geringer Höhe, gelten nicht als Wohnraum. Vorsichtshalber sollten Bauherren aber bei Ihrem örtlichen Bauamt nachfragen, ob sie ihr Dach ausbauen dürfen und ob sie dafür eine Genehmigung benötigen.

2. Welche Voraussetzungen müssen Dachhaut und Leitungen erfüllen?

Bevor es losgeht, sollten Dachkonstruktion, Dacheindeckung, Mauerwerk und Schornstein geprüft werden: Die Hölzer der Dachkonstruktion müssen tragfähig, trocken und frei von Schädlings- und Fäulnisbefall sein. Besonderes Augenmerk ist hierbei auf die Balkenköpfe zu legen.

Die Dacheindeckung darf keine Lücken aufweisen. Ein Mauerwerk mit Nässerändern, Feuchteschäden, Rissen oder abgeplatzten Stellen muss sehr genau inspiziert werden. Auch der Schornstein muss rissfrei und alle seine Anschlüsse dicht sein.

Erst wenn das alles zutrifft, sollte über einen weiteren Dachausbau nachgedacht werden.

Bei Heizung und Elektrizität gilt: Wer in der Bauphase des Hauses nicht in vorausschauender Weise Leerrohre und Leitungen hat einbauen lassen, sollte noch mal einiges an Geld und Zeit für den nachträglichen Einbau einplanen. Stromanschlüsse sind empfehlenswert, auf einen eigenen Heizkörper kann vor allem bei kleineren Spitzböden meist verzichtet werden.

3. Sind Wärmeschutz und Trittschalldämmung notwendig?

Damit der Raum im Sommer nicht zu heiß wird und im Winter nicht komplett auskühlt, sollte in eine gute Wärmedämmung investiert werden. Dabei regelt die Energieeinsparverordnung welche Dämmwerte erreicht werden müssen.

Wie sich diese Anforderungen erfüllen lassen, muss für den konkreten Fall geprüft werden. Für Einfamilienhäuser gelten andere Auflagen, als für Mehrfamilienhäuser; die Nutzung als Wohnraum ist anders geregelt als die als Stauraum.

Heimwerkern können bei der Wärmedämmung zwischen drei Methoden wählen: zwischen, unter oder auf den Sparren.

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Damit in den Räumen unter dem Spitzboden nicht jeder Schritt zur Lärmbelastung wird, sollte ein Trittschallschutz verlegt werden. Eventuell müssen zuerst einmal Bretter oder OSB-Platten montiert oder sogar ein Estrich aufgetragen werden.

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Dabei sollte man im Kopf behalten: Je höher der Bodenbelag, desto geringer die lichte Höhe des Raumes.

4. Wie kommt Luft und Licht in den Spitzboden? – die Fensterfrage

Eventuell kann in die Außenwand ein einzelnes Giebelfenster eingebaut werden. Es bietet sich an, dieses als Rettungsfenster zu gestalten, um so die Brandschutzauflagen zu erfüllen. Wer allerdings die gesamte Giebelfläche verglasen möchte, muss einen Statiker zurate ziehen.

Beim Dachflächenfenster sollte die Oberkante circa 200 Zentimeter, die Unterkante des Fensters höchstens 90 Zentimeter über dem Fußboden liegen. Ist die Unterkante zu niedrig, wird eventuell ein Geländer nötig.

Wer Fenster einbauen möchte, die breiter sind als der Sparrenabstand, muss die Sparren kappen und stabilisieren.

Stattdessen sollten Bauherren lieber kleinere Fenster wählen und diese neben- und übereinander zwischen den bestehenden Sparren platzieren.

Sparren immer oben und unten ausmessen. Die wenigsten Sparren verlaufen exakt parallel.

Nur erfahrene Heimwerker sollten Fenster selbst einbauen. Wir erklären, wie das Schritt für Schritt funktioniert.

Unabhängig von der Art des Fensters sollte man immer auch den Sonnenschutz im Blick behalten. Wer Fensterflächen plant, investiert am besten gleich in Sonnenschutzglas. Sonnenschutzfolie oder aber Markisen und Rollläden sind eine Alternative.

5. Auf was muss ich bei der Treppe achten?

Wer einen ungedämmten Spitzboden zugänglich machen möchte, sollte eine einklappbare Treppe wählen, die luftdicht abschließt. So geht nicht allzu viel Energie aus dem darunterliegenden Geschoss verloren.

Wird der Spitzboden allerdings nicht als reiner Stauraum genutzt, sollte er gedämmt und ohne großen Aufwand zugänglich gemacht werden.

Dabei ist immer ein Brüstungsgeländer im Spitzboden einzuplanen: Es verhindert, dass jemand die Öffnung für die Treppe übersieht und stürzt.

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Bauherren entscheiden sich häufig für Raumspartreppen. Aufgrund ihrer etwas unbequemeren – und dadurch unsicheren – Begehbarkeit sind sie generell nur für Nebenräume wie den Spitzboden zulässig.

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Für gewöhnlich werden diese platzsparenden Treppen ganz klassisch als Wangentreppe ausgeführt, entweder mit wechselseitig begehbaren oder mit deutlich schmaleren, vollflächig begehbaren Stufen.

Die wechselseitigen Stufenheißen auch Samba- oder Schmetterlingsstufen und sind an der breitesten Stelle meist 24 Zentimeter tief; sind die Stufen vollflächig, sind sie insgesamt nur rund 15 Zentimeter tief. Für gewöhnlich werden Raumspartreppen mit einer maximalen Steigungshöhe von 21 Zentimetern und einer Treppenbreite von 50 bis 80 Zentimetern errichtet.

Noch weniger Platz benötigt eine Spindeltreppe, also eine einläufige Treppe, die sich spiralförmig auf runder Fläche nach oben windet. Die Stufen sind dabei an einem Mittelpfosten befestigt.

Ist die gewendelte Treppe baurechtlich nicht notwendig – weil sie beispielsweise nur zur Spielfläche auf dem Spitzboden führt und nicht verschiedene Wohnräume miteinander verbindet –, genügt eine Laureite von mindestens 50 Zentimetern. Dadurch benötigt die Treppe eine Grundfläche von mindestens 100 Zentimetern Durchmesser.

Eine Wendeltreppe mit einem Treppenauge braucht übrigens deutlich mehr Platz und kommt daher für den Zugang zum Spitzboden eher selten in Betracht.

Ob mit gewendelten Stufen, gerade oder einklappbar: In jedem Fall sollte darauf geachtet werden, dass die Dachschrägen den Aufstieg nicht zusätzlich erschweren.

Häufig sind beim Zugang zum Spitzboden individuelle – und recht clevere – Lösungen gefragt.

  • Dachausbau: Selbermachen mit Spaß. Dachausbau leicht gemacht, mit zahlreichen praktischen Anleitungen zum selber machen. So bekommen Sie ganz einfach mehr Platz unterm Dach!

Ihre Meinung zählt

Источник: https://www.bauen.de/a/spitzboden-als-wohnbereich-fuenf-tipps-fuer-den-ausbau.html

▷ Dachbodenausbau: Bauernhaus Dachboden renovieren & ausbauen

Tausche Spitzboden gegen Dach!

Gerade in älteren Häusern, insbesondere alten Bauernhäusern, sind Dachböden ein oft unbeachteter Raum. Dunkel, staubig und mit alten Bretterböden, sind sie es Orte, die man ungerne aufsucht. Bestenfalls erfüllt der Speicher noch die Funktion einer Abstellkammer für Gerümpel aller Art.

Neue Wohnfläche schaffen

Dabei bietet der Dachboden viele verschiedene Möglichkeiten: insbesondere in Gegenden mit hohen Immobilienpreisen oder bei wachsendem Platzbedarf einer Familie lässt sich durch eine intelligente Dachbodenrenovierung schnell und günstig neue Wohnfläche schaffen.So kann man den Dachboden zu einem neuen Gäste- oder Jugendzimmer ausbauen.

Oftmals fehlt jedoch die Phantasie, welche Potenziale dort sprichwörtlich im Dunkeln verborgen liegen. Ganz gleich was man mit seinem Dachboden vorhat, am Anfang steht eine gründliche Bestandsaufnahme.

Vorbereitung und Planung

© Fotolia: pattilabelle – 106631841

Als erstes lautet die Devise: Alles muss raus! Erst wenn der Raum leer ist, kann man in wirklich in Augenschein nehmen und lässt sich mit den Arbeiten beginnen. Man sollte es jedoch nicht nur beim Ausräumen des Hausrates belassen, sondern auch gleich mit sämtlichen Einbauten fortfahren.

Weit verbreitet sind kleine Gästezimmer oder Wäschekammern, die früher in Trockenbauweise unter das Dach gebaut wurden. Auch wenn man diese Zimmer gern behalten möchte, empfiehlt es sich sie zunächst zu entfernen.

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Die späteren Renovierungsarbeiten, um die Einbauten herum, sind meistens um ein Vielfaches aufwändiger, als die komplette Neuinstallation des Raumes.

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Ist der Dachboden nun absolut leergeräumt, kann man mit der eigentlichen Bestandsaufnahme und Planung beginnen.

Der Zustand des Dachgeschosses

Ein erster Blick sollte dem Zustand des Daches gelten. Ist dieses noch nicht isoliert, ist eine sorgfältige Dachdämmung einzuplanen, denn neben den Fenstern, geht über das Dach die meiste Wärme verloren. Ist das Dach selber noch in einem tadellosen Zustand, empfiehlt es sich eine so genannte Zwischensparrendämmung. Hierbei wird Steinwolle zwischen die einzelnen Dachsparren geklemmt.

Dachbodendämmung mittels Dampfsperre einrichten

Im Anschluss dichtet eine Folie (die genannte Dampfsperre) die Isolierung zum Wohnraum luftdicht ab. Dadurch wird verhindert, dass die Luftfeuchtigkeit aus dem Inneren an kalten Stellen unterm Dach kondensieren kann und es dort zu Schimmelbildung kommt. In vielen Fällen sind die Dachsparren jedoch nicht dick genug, dass sich das gesamte Steinwollpaket zwischen ihnen verstauen lässt.

In solchen Fällen müssen die Sparren zunächst aufgelattet werden. Am sinnvollsten geschieht dies in einer Weise, dass sich hinterher auf diese Lattung auch gleich die Wandverkleidung sauber auringen lässt. Bevor die Wandverkleidung montiert wird, sollte man sich auch Gedanken darüber machen, wie tief die Dachschrägen erhalten bleiben sollen.

Winkel und Ecken

Die tiefen und engen Winkel unterm Dach stellen in der Regel keinen nutzbaren Raum dar. Hier sollte man in sinnvoller Höhe mit einer senkrechten Wand den Raum zu den Seiten begrenzen. Diese Höhe kann beispielsweise daran bemessen werden, ob sich noch ein Möbelstück, wie eine Kommode, sinnvoll an diese kurze Wand stellen ließe.

Bevor man nun mit der Isolierung zur Tat schreitet, sollte man sich noch einmal mit den Lichtverhältnissen des Speichers auseinandersetzen. Gerade bei sehr lang gezogenen Häusern, schaffen auch große Fensterflächen in den Giebeln nicht genügend Licht bis in die Mitte des Raumes. Der Einbau von Dachfenstern ist in diesen Fällen in Erwägung zu ziehen.

Fußboden und Decke renovieren

Nach dem Dach wenden wir das Augenmerk nun auf den Fußboden. Bei älteren, massiven Bauernhäusern kann man das „Glück“ einer stabilen Lehmdecke haben.

Diese punktet zwar durch durch ihre Stabilität, jedoch sind sie in den seltensten Fällen wirklich eben.

Mittels Lattungen auf den Deckenbalken und spezieller Deckenschüttungen, sowie einigem Arbeitsaufwand, muss hierbei zunächst eine waagerechte Unterkonstruktion geschaffen werden, auf der sich dann der spätere Boden verlegen lässt.

Bei vielen jüngeren Einfamilienhäusern sind die Decken zum Speicher hin oftmals in Trockenbauweise errichtet worden. Gerade bei Häusern der dreißiger bis sechziger Jahre findet sich hier eine andere Überraschung.

Der Hohlraum in der Decke, wurde hier oftmals mit organischem Materialien, wie Torf, Stroh oder Nadelstreu, ausgefüllt.

Diese antiken Dämmmaterialien sind nicht nur, im wahrsten Sinne des Wortes, brandgefährlich, sondern stellen auch einen idealen Rückzugsraum für Ungeziefer aller Art dar. Bevor man also mit der Renovierung fortfährt, sollte man immer einen Blick unter den Fußboden wagen.

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Gegebenenfalls ist der Fußboden komplett hoch zu nehmen und die alte organische Dämmung gegen neue Steinwolle oder eine Deckenschüttungen zu tauschen.

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Egal welche Nutzung einem für den Dachboden nach seiner Renovierung vorschwebt, OSB-Verlegeplatten sind in den meisten Fällen der ideale Fußbodenuntergrund. Mit ihnen lässt sich schnell ein stabiler und vor allem ebener Fußboden errichten. Auch der Einbau weiterer Trockenbauwände ist auf den OSB-Platten jederzeit problemlos möglich.

Dachboden als Speicher oder Lagerraum nutzen

Nach dieser Grundrenovierung stehen nun alle Möglichkeiten für eine weitere Nutzung des Dachbodens offen. Gerade wer im Dachboden nur einen Lagerraum sieht, wird sich jedoch fragen, ob der Aufwand einer Renovierung hierfür überhaupt lohnt. Diese Frage lässt sich klar bejahen.

Ungeziefer, Feuchtigkeit und ungeregelte Temperatureinflüsse setzen den Habseligkeiten auf dem Speicher oftmals dramatisch zu. Dem lässt sich durch eine Renovierung effektiv entgegenwirken.

Mehr Licht, ebene Fußböden und gerade Wände verwandeln zudem, die einst dunkle Abstellkammer, in einen modernen Lagerraum, in dem man sich gerne befindet und in dem man auch schneller das wiederfindet, was man sucht, um nur einige Vorzüge einer Renovierung zu nennen.

Weitere Informationen findet man hier:

Источник: https://www.hoftechnik.at/stallbau/dachboden-renovieren/

Neubau + eingesperrte Baufeuchte = Schimmelpilzbefall unter Dach

Tausche Spitzboden gegen Dach!

… Dachstuhl am Neubau hat plötzlich erheblichen Schimmelbefall!

Das ist eine unangenehme Feststellung vieler Bauleute. Vermehrt im Winter, aber auch zu anderen Jahreszeiten, tritt solch ein Schimmelpilzbefall in Neubauten auf. Wie kommt es dazu?

Nach einem schnellen Mauerwerksrohbau mit aufgesetztem Dachstuhl und Eindeckung folgen ohne Trocknungszeiten der Innenputz an Wand und Decke, danach gleich der schwimmende Zementestrich.

Dies bringt große Mengen von Anmachwasser in den Bau. Die überwiegende Menge muss danach gleich wieder verdunsten, nur ein kleiner Teil davon wird bei der Hydrierung oder Carbonatisierung von Bindemitteln in den Zuschlagstoffen gebraucht.

Der Rest ist reine Verarbeitungshilfe: das Anmachwasser. Je nach Bauteilvolumen sind das erhebliche Mengen (hunderte bis tausende Liter). Erst wenn alles Anmachwaser verdunstet ist, wird der Bau nachhaltig trocken.

In der Regel dauert das seine Zeit (Wochen und Monate).

Ungedämmter Rohbau

  • Das Bauwerk ist schon im Rohbau vor dem Putz dicht, mit Fenstern versehen. Die Baufeuchte von Mauerwerk und Beton wird eingesperrt.
  • Der Dachauau ist mit einer außen unter den Ziegeln liegenden, fast dichten Delta-Bahn versehen, zuerst als Witterungsschutz vor der Eindeckung, danach in der Funktion als winddichte Unterspannbahn.
  • In dieser Situation eines schon dichten Rohbaukörpers voller Baufeuchte bringt der Putzer weitere Baufeuchte ein.
  • Danach kommt der Estrichleger, wiederum mit einer großen Menge Baufeuchte. Dessen technische Verarbeitungsvorschriften verlangen zudem Windstille im Bau, um sonst allfällige Risse zu verhindern.

Das Ergebnis:

  • Das verdunstende Wasser kondensiert wochenlang an der Innenseite der kalten Dachfolie.
  • Der Fichtenholzdachstuhl wird nachhaltig durchfeuchtet, (vielleicht vorhandenes Holzschutzmittel auf Borsalzbasis wäscht für immer aus) und
  • es keimen schon nach 24 – 36 Stunden erste Schimmelpilzsporen auf dem Nährstoff Holz aus (auf Folie selten, nur wenn Bio-Film).

    Am verbauten Fichtenholz wird ein Befall durch Bläuepilze folgen, der an dem nährstoffreichen Splintbereichen dem Farbspiel weitere, bleibende schwarze Farbtupfer hinzufügt.

Das Wachstum ist bei ungenügender Lüftung dann „überraschend“ schnell.

Die Abhilfe

Die Abhilfe besteht dem Prinzip nach in einer Trocknungslüftung (Wasserabtransport per Luft). Zeit, Temperaturunterschied und Anzahl der Luftwechsel bestimmen die zu transportierende Wassermenge. Das Wirkprinzip erfolgt dann im Kreislauf:

  • kalte trockenere Außenluft in den Bau zu holen,
  • diese Luft im Bau erwärmen, damit sie zusätzliche Feuchte aufnehmen kann und
  • danach die nun wassergesättigtere wärmere Innenluft erneut gegen kalte trockenere Außenluft tauschen. Somit wird je Luftwechsel eine gewisse Menge Wasser abtransportiert.
jedes Trockenlüften erfolgt im Kreislauf:
>>

Der Baufeuchtetransport nach draußen zu schaffen, um den Neubau zu trocknen, ist ohne Aufwand nur da möglich, wo vom Neubau zum Außenbereich Temperaturunterschiede bzw eine Thermik vorhanden sind, die zum Wassertransport ausgenutzet werden können. Ist der Bau schon beheizbar, können die Luftwechsel zügiger erfolgen. Ein Aufheizen der Raumluft macht den Wassertransport effektiver. Die Luftwechsel erfordern personelle Kraft, also Zeit. Genau die fehlt meistens.

Der Zeitdruck am Neubau macht die bislang traditionell am Neubau praktizierte natürliche Trocknung zunichte. Diese, zudem kostenlose Möglichkeit, wurde im wahrsten Sinne des Wortes „verbaut“.

Rasante Bauzeiten erfordern in vielen Fällen technische Trocknungsgeräte. Sie arbeiten nach dem gleichem Wirkprinzip. Das zur Abkühlung nötige Außenklima verlagert sich hier in den Geräteapparat.

Damit entfällt der Luftwechsel nach außen, denn das Wasser wird nun direkt im Gerat ausgefällt und kann im Eimer oder zentral über Leitungen abgeleitet werden. Zuvor waren Kondenstrockner zur Trocknung von Wasserschäden vorgesehen.

Nun erschließen sie sich auch am Neubau neue Märkte.

Auswahl zur technischen Trocknung im NeubauKosten Nutzen
)1
technische TrocknungBau-
tempo
Bauzustand ÖffnungenTrocknung )1Anmerkung zu BedingungenLüftung nötig
1offene Brenner Gasnormalprovisorisch geschlossenunwirksamAbgas, enthält freies Wasserja !
offene Brenner Öl, bzw. FeststoffekonvektionsbedingtAbgas,gut für Carbonatisierungja !+(+)
Bauheizung, Öl (außen aufgestellt)konvektionsbedingtkeine Abgaseja++
Beheizung Stromkonvektionsbedingtkeine Abgase, Anschluß, teuerja+++
Zentralheizunggeschlossenkonvektionsbedingtbewährte Lösungja+++
2Kondensattrocknerschnellgeschlosseneffektiverab 10° – 35°Cja+++
3Adsorptionstrocknerschnellgeschlossenhoch effektiv-20°+30°C, Risse Verformungenja+++++
4Infrarottrockner, Mikrowellesind für die Trocknung im Neubau i.d.R. ungeeignet
Entscheidend für die Trocknung von Bauteilen ist deren Erreichbarkeit bzw. die Strömungsgeschwindigkeit der zu trocknenden Luft darn. Eine Kombination mit Luftungsgeräten ist sinnvoll.
Die Höhe der Raumtemperatur bestimmt die Trocknungszeiten, was eine Kombination von Trocknungsgeräten mit Heizgeräten erfordert. Kombiniert mit Lüftungsgeräte wird es noch effektiver.
Bei jeder technischen Trocknung sind Schäden durch Risse und Verformungen nicht auszuschließen.
)1 Die Angaben basieren nur auf eigenen Erfahrungen und sind daher als „geschätzt“ zu werten.

Neubau mit schon eingebauter Dämmung

Alles ist wie vorher beschrieben, aber die Dachdämmung ist schon eingebaut, während aber die innenseitige Dampfsperre noch nicht komplett fertig oder abschließend dicht ist.

Hier kann es zur Durchfeuchtung des eingebauten Dämmmaterials kommen. Die Feuchte kommt in dem nicht kapillar wirksamen Dämmmaterial nur sehr langsam wieder heraus.

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In seltenen, krassen Fällen kommt es sogar zum „Absaufen“ bestimmter Bereiche*. Die Dämmung muß ausgetauscht werden. Zum Teil tief in der Dämmung am Holz verborgen, kann es hier zu Schimmelpilzbefall wie auch Bläuepilzbefall kommen.

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In den krassen Fällen, bei eingesperrter Feuchte, kann es zu weiterem Pilzbefall durch Holz zerstörende Pilze kommen.

Dämmung und Innenbekleidung schon eingebaut

Auch hier kann es im Bauzustand, je nach Baustoff, oberflächig zu Schimmelpilzbefall kommen. An verbautem, sichtbarem Holz wird auch ein Bläuepilzbefall auffallen.

Die Baufeuchte wird bei schon fertigem Innenbausbau nur noch an den (meist nur wenigen) kältesten Stellen kondensieren.

Das wird kaum an den fertig bekleideten und gedämmten Flächen sein, als vielmehr in der Nähe der Fensterleibungen oder an sonstigen noch bestehenden Wärmebrücken (z.B.

im Bereich der Sparren, Gefahren für nur einseitige Farbbeschichtungen an Holz, z.B. bei außenseitigem Anstrich, z.B. Traufschalung.)

Das eben Gesagte gilt natürlich nur, wenn die Dampfsperre schon im Ganzen dicht ist.

Ist die Dampfsperre stellenweise noch undicht oder gar nicht fachgerecht eingebaut, lauern hier größere Gefahren. Ähnlich dem Fall mit schon eingebauter Dämmung würden sich bald (vielleicht augenscheinlich nicht sofort erkennbare) Feuchteschäden einstellen.

Ursache wären Undichtigkeiten in der Konstruktion, die es wärmerer Innenluft erlaubten, in unkontrollierbare, kältere Bereiche zu gelangen, mit der möglichen Folge der Kondensatbildung.

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Dabei könnte die Dämmung dann durchfeuchtet werden. Dies ermöglicht am Holz die nötigen Bedingungen für zuerst einen Befall durch Schimmelpilze.

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Ausreichend nachhaltig, also andauernd, könnten dann die Bedingungen für einen Befall durch holzzerstörende Pilze gegeben sein.

Wenn planerisch die Gefährdungsklasse 0 oder 1 vorgegeben war, ist in solch einer (nicht eingeplanten) Schadenssituation i.d.R. kein gegen Pilzbefall vorbeugender Holzschutz gegeben.

Was sind die Ursachen für Baufeuchteprobleme ?

  • Zeitdruck: Rückstände aus Planung, Baubeginn, Finanzierung
  • Einbau der dichten Hülle, hauptsächlich Fenster vor dem Entstehen der großen Baufeuchtequellen, Mauerwerk, Beton, Putz und Estrich (Ein Beweggrund: falsche Sparsamkeit, nachträgliches Anputzen der Fenster sollte eingespart werden)
  • Zeitdruck: Zinslast der Zwischenfinanzierung, enge Fristen für Firmen
  • Koordination und Sachkunde fehlen

Besteht hier eine Zwangsläufigkeit im Bauablauf ?

Nein, natürlich nicht. Gelernte Baumeister und Architekten, haben diese Probleme schon immer im Auge gehabt. Man kann die Bauzeit jahreszeitlich angepaßt einteilen. Der Bauablauf könnte so eingerichtet werden, dass der Mauerwerksrohbau zum Winter fertig gedeckt ist.

Die Installation folgt in der Frostperiode, dabei wird schon mit (undichten) Folienfenstern abgedichtet und der Bau trocken geheizt, es folgt der Innenputz im frostfreien Winter, der Estrich nach der Frostperiode. Nach der Abtrocknungsphase kommen dann zum Schluss die Fenster und der Leibungsputz.

Außenputzzeit ist im späten Frühjahr.

Anders kann es immer sein, wenn man nur die Lüftung und die Austrocknung im Auge hat. Durch Bauheizer in Verbindung mit luftigen Folienfenstern kann nachgeholfen werden.

Mit dem Aufheizen des gesamten Neubaus bei kalter Außenluft ist das Lüften einfach, effektiv und schnell wirksam. Automatische Kondensattrockner sind sicher bequemer.

In den meisten Fällen sind sie wegen der nötigen höheren Raumtemperaturen energieaufwendiger.

Es gibt trockene Bauverfahren und Chemiebaustoffe, um Baufeuchte zu mindern. Anlass dazu war der unbeholfene, unsachgemäße Umgang mit der Baufeuchte, die Koordinationsmängel auf der Baustelle.

Unzähligen chemischen Baustoffen und Trockenbauverfahren nun aber bedenkenlos den Weg zu bereiten, bleibt eine Wahrheit von vielen.

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(Dummheit am Bau verlangt eigentlich nur nach einsichtigeren, besseren Verfahrensregeln, man nennt es auch Fach- und Sachkunde. Dabei müssen alle mit machen.)

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Herkömmliches, einfaches, bewährtes Bauen mit überwiegend unbedenklichen mineralischen Baustoffen wie Holz und Stahl, muss wegen der anfallenden Baufeuchte nicht leidig sein. Es bleibt nach wie vor „die“ ökologisch unbedenkliche Bauweise.

Fazit

Schimmel am Neubau ist bedingt durch klimatisch ungünstige Einflüsse bei gleichzeitig wenig weitsichtiger Baukoordination. Hauptsächlich daran beteiligt ist das verdunstende Anmachwasser von Mauerwerk, Putz und Estrich.

Im Neubau eingesperrt, führt es zur Auffeuchtung des (zuvor trocken) eingebauten Holzes. Eine unbedachte Gewerkefolge bzw. ein fehlendes Lüftungsregime begünstigt den Schimmelbefall. Im Grundsatz gilt, aus Fehlern lernen und den Schimmelpilzbefall durch die Beseitigung der Ursachen bekämpfen.

Es ist die Bauteiltrockenheit am verbauten Holz (wieder) herzustellen.

Grundsatz: Schimmelpilzbefall wird durch die Beseitigung der Ursachen bekämpft !

Ob ein Mangel ist, in wessen Verantwortungsbereich der fällt, wie umfangreich der Schaden ist, ob Folgeschäden zu erwarten sind und wie die Sanierung möglich ist, das bedarf der sachverständigen Untersuchung im Einzelfall.

Ein Blick über die Berge zeigt, traditionelle Baukonstruktionen (vergleichbar zu unseren Klimabreiten) haben im Kampf gegen Feuchte und Außenklima annehmbare Ergebnisse vorzuweisen. Baukunst muss daher nicht neu erfunden werden, davon darf abgezeichnet und kopiert werden.

Werden die physikalischen Gesetze und die altbekannten Regeln der Bautechnik beachtet, steht einer traditionellen, bewährten Bauweise weiterhin die Zukunft offen.

Einige der Fragen und eine technisch mögliche Sanierung (von vielen) wird auf der Seite Schimmelpilzsanierung aufgezeigt.

Schimmelpilzbefall durch Baumängel nach Baufertigstellung ist wiederum ein anderes Thema, was wir gesondert bearbeiten (Seite noch in Arbeit).

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Источник: http://www.holzfragen.de/seiten/baufeuchte_schimmel.html

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