Terrazzo: Der bunte Bodenbelag feiert ein Comeback

Terrazzo Bodenbelag – ein Klassiker feiert Comeback

Terrazzo: Der bunte Bodenbelag feiert ein Comeback

Sie haben Terrazzo-Böden sicher schon häufig gesehen. Im modernen Eingangsbereich, im Treppenhaus oder im letzten Venedig-Urlaub: Terrazzo wird dann verwendet, wenn edle Ästhetik und Stabilität gefragt sind.

Der seit der Antike bekannte Bodenbelag ist bei uns für lange Zeit in Vergessenheit geraten. Doch dies hat zum Glück ein Ende und auch hierzulande werden Bauten wieder mit dem avantgardistischen Nassestrich verkleidet.

Terrazzo: vom antiken Bauernhaus zum venezianische Palast in Ihr Wohnzimmer

alter Terrazzoboden in Neapel

Terrazzo-Böden verzeichnen eine jahrtausendealte Geschichte. So haben bereits die antiken Griechen ihre Böden durch den edlen Belag aufgewertet. Funde belegen hierbei, dass das heute luxuriöse Baumaterial gar bei allen Gesellschaftsschichten Anwendung fand.

Das Sprenkeln der bunten Natursteine war für jedermann eine leichte Möglichkeit, den Innenraum zu gestalten. Seine Blütezeit durfte der Terrazzo jedoch in der Renaissance erleben. Vor allem im Mittelmeerraum wurde das Material dann eingesetzt, wenn Prestige in der Architektur gewahrt werden sollte.

Waren Sie bereits in einem prunkvollen venezianischen Schloss, werden Ihnen die Böden womöglich aufgefallen sein.

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Glänzend, prächtig, verziert und mit Mosaiken veredelt – das ist Terrazzo! Doch sind Terrazzo-Böden wirklich altmodische Requisiten aus der Vergangenheit? Auf keinen Fall, denn der Bodenbelag mit mediterran-extravaganten Charme feiert ein Revival.

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Nachdem er zur Jahrtausendwende auch in Deutschland vermehrt Anwendung fand, wurde er durch Billigböden abgelöst und geriet für Jahrzehnte in Vergessenheit. Jetzt fangen jedoch immer mehr Architekten wieder damit an, den avantgardistischen Boden in Gebäude zu integrieren. Seinen Ruf als Universalboden hat er dabei verloren. So zieht er stattdessen als prunkvoller Eyecatcher ein.

Materialkunde: Was ist Terrazzo überhaupt und wie wird er hergestellt?

In alten Zeiten war Terrazzo, je nach Design natürlich, eine einfache Methode, um außergewöhnliche Bodenbeläge zu kreieren. In Vergleich zu neuartigen Böden, wie Fliesen oder Laminat, ist er jedoch anspruchsvoller. Dabei unterscheidet man ihn in:

Bildquelle: bituterrazzo.com

  • traditionellen Terrazzo (auch Orts- oder Walzterrazzo): Hierbei handelt es sich um den echten, fugenlosen Boden, welcher aus Estrich, Bindemittel, Wasser und Sprenkeln aus Natursteinen hergestellt wird. Dabei werden meist Marmor, Kalkstein oder Dolomit mit einer Korngröße zwischen 5 und 16 Millimeter mit dem Estrich auf einem Betonbett verlegt. Hier kommen unterschiedliche Verhältnisse, Farben und Größen zum Einsatz. Es sind nämlich genau jene Sprenkel aus Naturstein, welche die außergewöhnliche Optik ausmachen. In diesem SInne werden oft extravagante Designs mit Ornamenten oder größeren Mosaikmustern gewählt, welche den Raum aufwerten. Im Anschluss wird die Oberfläche poliert, wodurch eine glänzende Optik entsteht und der Terrazzo-Boden quasi unzerstörbar wird. Treten im Laufe der Jahre doch Risse und dergleichen auf, können diese einfach wegpoliert werden.
  • Terrazzo-Platten: Der echte Terrazzo-Boden ist in der Herstellung sowie finanziell aufwändig. Aus diesem Grund werden Terrazzo-Platten immer beliebter, da diese einfach in einem Mörtelbett zu verlegen und überdies preiswert sind. Hier kommen eingefärbter Zement und farbige Zuschläge zum Tragen, welche die klassische Optik von Terrazzo bilden. Da es sich jedoch um Platten handelt, sind bei dieser Abwandlung des Terrazzo-Bodens Fugen da, welche die Reinigung erschweren. Darüber hinaus kommt diese Art nicht an die Qualität und Lebensdauer des echten Terrazzos heran. Das hindert Bauherren und Architekten jedoch nicht darin, diesen Belag aus der Gruppe der Terrazzo-Böden am meisten anzuwenden.
  • Mit dem Comeback des Terrazzos entwickeln zahlreiche Hersteller in den letzten Jahren diverse Verfahren, um Abwandlung und Innovationen in diesem Bereich einzuführen. Denn beim echten Terrazzo kann es bei großen Flächen schon einmal ein halbes Jahr dauern, bis das Ergebnis fertig ist. Neuartige Baumaterialien, wie der BituTerrazzo® sind eine tolle Alternative eines besonderer Terrazzo Bodenbelag. BituTerrazzo® ist ein innovativer und bewährter Oberbelag, dessen Optik individuell gestaltet werden kann. Es handelt sich hier um einen geschliffenen Gussasphalt-Nutzestrich.

Bildquelle: bituterrazzo.com

Trotzdem der Begriff „Terrazzo-Boden“ eigentlich nur das echte Baumaterial beschreiben sollte, werden Sie ihn auch für die Bezeichnung von weiteren Abwandlungen finden.

Vorteile von Terrazzo: ökologisch, langlebig, individuell

Setzen Sie auf echten, fugenlosen Terrazzo im Innen- und Außenbereich, profitieren Sie von Aspekten, wie:

  • ökologischer Nachhaltigkeit: Denn Terrazzo besteht zu 100 % aus Naturmaterialien. Diese lockern die Luft im Raum und sind sowohl für Umwelt als auch die Gesundheit rentabel.
  • Langlebigkeit: Die Herstellung von Terrazzo ist eine Langzeitinvestition. Die Böden sind pflegeleicht und erscheinen Jahrzehnte umselben Glanz.
  • Individualität: Bei der Konzipierung von Terrazzo-Böden haben Sie die freie Wahl. Verschiedene Farben, Designs, Muster, Ornamente oder gar Aufschriften können hier integriert werden. So gleicht kein Terrazzo dem anderen.

Источник: https://der-einrichtungsberater.de/boden/terrazzo-bodenbelag-ein-klassiker-feiert-comeback/

Terrazzo ist zurück! Einrichtungstipps für das beliebte Muster

Terrazzo: Der bunte Bodenbelag feiert ein Comeback

Von Odett Schumann | 19. Oktober 2020, 10:44 Uhr

Dass Terrazzo weit mehr als nur ein gemusterter Baustoff am Boden ist, zeigt sich aktuell ganz deutlich. Im Innenraum findet man das beliebte Design auch an Wänden, auf Möbeln sowie bei Accessoires. Warum das so ist und wie das Einrichten mit dem Terrazzo-Muster gelingt, erfahren Sie hier.

Das Terrazzo-Muster feiert mit all seinen farbigen Sprenkeln sein Comeback – und zwar so vielseitig wie noch nie. Einst war das außergewöhnliche Muster nur auf Böden zu sehen, heute ist es in der Lage, den gesamten Wohnraum zu gestalten. Was steckt dahinter und welche Einrichtung ziert das beliebte Terrazzo-Muster genau?

Woher stammt das Terrazzo-Muster?

Terrazzo ist keinesfalls ein Trendprodukt der Moderne, sondern hat schon so einige Streifzüge durch die Geschichte hinter sich. So tauchte das Gestein bereits in der Antike vorwiegend im Mittelmeerraum auf. Terrazzo zierte die Häuser, insbesondere die Böden von reichen Römern und Griechen.

Bereits damals verstand man es, dem Boden damit eine ausdrucksstarke Raffinesse zu verpassen.

Denn der Bodenbelag, meist ein Marmor-Kalk-Wasser-Gemisch, wurde mit farbigen Details wie beispielsweise Mosaiksteinen oder Granulaten versehen.

Das Muster, was so entstand, war wild und frech, wurde aber durch seinen neutralen Untergrund (z.B. in Creme) wieder gebändigt und wirkte im Endergebnis geradezu außergewöhnlich elegant.

Bereits in der Antike zierte Terrazzo zahlreiche Bauten und Böden. Heute macht man sich die außergewöhnliche Musterung wieder zunutze, doch deutlicher vielseitiger als einst. Foto: Getty Images

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Im Laufe der Geschichte wurden vor allem historische, venezianische und römische Bauten, mondäne Villen und moderne Eingangshallen mit dem Terrazzo-Muster ausgestattet. Terrazzo ist also im ursprünglichen Sinne ein rein mineralischer Boden auf Basis von Zement. Sein prägnantes Muster hat sich bis in die Neuzeit durchgeschlagen.

Doch spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg verlor Terrazzo vor allem als Bodenbelag an Bedeutung. Günstigere Industrieböden bestimmten von nun an den Markt und für einige Zeit fand Terrazzo nur noch selten Anwendung. Heute ist er zurück und wird nicht nur als Designboden gefeiert, sondern ziert auch ganze Wände sowie Möbelstücke und Accessoires.

Das Terrazzo-Muster auf Wand und Boden

Heutzutage sieht man das beliebte Terrazzo-Muster längst nicht mehr nur in imposanten Hauseingängen und Treppenhäusern. Auch im Innenraum verkleidet das Muster ganze Wände und Böden. Ob in Küche, Bad, Wohn- oder Esszimmer, der edel anmutende wirkende Steinboden sorgt stets für einen Hingucker.

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Zwar erinnert der Boden gewissermaßen an Marmor, kommt aber deutlich fröhlicher daher. Denn statt kühl und zurückgenommen, wirkt der Bodenbelag dank seiner vielen Farbtupfer wesentlich gemütlicher. Und weil das Terrazzo-Muster so unaufgeregt erscheint, passiert es nicht selten, dass es insbesondere im Badezimmer vom Boden direkt auch in die Wand übergeht.

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Warum man sich für einen solch großzügigen Einsatz von Terrazzo in den eigenen vier Wänden entscheidet? Ganz einfach, der steinerne Bodenbelag bringt viele positive Eigenschaften mit sich.

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So ist er äußerst strapazier- und tragfähig, resistent gegenüber Wasser und pflegeleicht in der Reinigung.

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Die obere Schicht kann bei jahrelanger Nutzung ganz einfach mittels Abschleifen und Polieren wieder aufgewertet werden.

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Im Grunde genommen ist ein solcher Boden ,unzerstörbar‘ und man hat über viele Dekaden etwas von ihm. Das ist auch gut so, denn einer der wenigen Nachteile des Bodenbelags ist, dass seine Entfernung eher aufwendig ist. Wer das nicht auf sich nehmen will, der kann statt zu einem fugenlosen Bodenbelag auch zu Platten mit Terrazzo-Muster greifen.

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Wem das auf Dauer noch immer zu bunt und wild ist, dem sei zu einem Terrazzo-Muster geraten, das zwar über die typischen Sprenkel verfügt, jedoch deutlich weniger farbig ist und sich eher an natürlichen Farbtönen wie Beige, Grau oder Anthrazit orientiert. Und auch an der Wand muss man nicht unbedingt auf volles ,Risiko‘ setzen. Hier bietet der Markt mittlerweile auch Tapeten im beliebten Terrazzo-Muster an. 

Möbel im Terrazzo-Look

Auch im Möbeldesign setzt man derzeit immer häufiger auf die kleinen, bunten Sprenkel. Ähnlich wie beim Boden sind es besonders Oberflächen wie Arbeits- oder Tischplatten.

Meistens handelt es sich um Ess-, Beistell- oder Couchtische, welche das Terrazzo-Muster geschmackvoll verziert.

In Bädern ist es oftmals das Waschbecken, das durch das beliebte Design stilecht in Szene gesetzt wird und so für einen echten Hingucker in der Nasszelle sorgt.

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Terrazzo und Accessoires

Wem es (noch) ein wenig an Mut fehlt, das quirlige Design in die eigenen vier Wände einziehen zu lassen, der kann auch nur zu Accessoires im Terrazzo-Muster greifen.

Hier haben sich die Designer am breiten Spektrum des Markts ausgiebig bedient: Blumentöpfe, Wanduhren und -haken, Geschirr, Boxen, Tragetabletts oder auch dem Gehäuse von Lampen stehen die fröhlichen Tupfen nur all zu gut.

Auch auf Heimtextilien wie Decken, Vorhängen oder Tischwäsche findet sich das beliebte Design mit dem gewissen Nostalgie-Charme wieder.

Источник: https://www.myhomebook.de/inspiration/terrazzo-muster

Terrazzo-Trend: Interior-Fans lieben dieses Muster

Terrazzo: Der bunte Bodenbelag feiert ein Comeback

Das Terrazzo-Muster, bekannt für bunte Farbsprenkel, feiert in dieser Saison ein großes Comeback. Wie kannst du den Print stilvoll in deine Einrichtung integrieren? VOIIA stelldie schönsten Interior-Ideen rund um die angesagte Terrazzo-Optik vor.

Was ist Terrazzo?

Bei Terrazzo handelt es sich um einen Bodenbelag, bei dem einfarbiger Zement mit kleineren bunten Zusatzstoffen veredelt wird. So kommt das typische Terrazzo-Muster zustande – eine neutrale Grundfarbe mit unregelmäßigen bunten Farbsprenkeln.

Der Print bringt eine lange Geschichte mit sich und wurde mit der Zeit auf viele weitere Interior-Gegenstände übertragen. Deshalb findet man Terrazzo nicht mehr nur auf dem Boden wieder. Typischerweise sind die Terrazzo-Sprenkel kunterbunt und die Grundfarbe ist Hellgrau oder Cremeweiß.

Modernere Terrazzo-Muster gibt es aber auch in schlichten, monochromen Farbausführungen.

Woher kommt das Terrazzo Muster?

Obwohl Terrazzo in dieser Saison als absoluter Trend gilt, ist das Muster nicht neu. Terrazzo-Böden wurden erstmals in der Antike verlegt. Sie sollten in den Räumen der Kaiser für einen edlen Look sorgen.

Damals waren die Böden natürlich gröber, weil die Geräte zum Verfeinern noch nicht erschaffen worden waren.

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Die Arbeiter vermischten Kalk, Betonmörtel und bunte Steine, Porzellan-Bruchstückche oder Glassplitter, um den verspielten Terrazzo-Look zu kreieren.

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In dieser Saison haben sich Interior-Designer von der Farbsprenkel-Optik inspirieren lassen. Das Muster findet sich nicht mehr nur im Bodenbelag wieder, sondern auch in vielen Dekostücken, wie Vasen und Kerzenständern. Vielleicht passt Terrazzo ja auch in deine Einrichtung? Lass dich von folgenden Ideen inspirieren!

1. Terrazzo-Muster im Bad

Im Badezimmer lässt sich das Terrazzo-Muster besonders vielseitig unterbringen. Zum Beispiel als Bodenbelag: Terrazzo kannst du entweder als Fliesen erwerben oder wird fugenlos im Raum gegegossen. Aktuell sind außerdem viele schöne Badezimmer-Accessoires zu haben, die auf dem schönen Terrazzo-Look basieren. Ob Zahnputzbecher oder Seifenspender: Die Farbsprenkel werten jedes Stück auf.

2. Die Terrazzo Küche

Auf der Suche nach einem schönen Hingucker-Muster für die Oberfläche der Küchenzeile? Statt dich für Klassikern wie Marmor oder Graphit zu entscheiden, könntest du auch Terrazzo in Betracht ziehen. Das lässt jede Küche sofort viel verspielter aussehen und passt wunderbar zu hellen und schlichten Einrichtungen, die gerne noch etwas Abwechslung vertragen können.

3. Terrazzo Lampen

Natürlich macht das Terrazzo-Muster auch nicht vor diversen Deko-Objekten Halt. In dieser Saison kannst du aus einer Vielzahl von Kleinigkeiten wählen, die dein Zuhause verschönern. Allen voran Lampen, die durch einen stilvollen Fuß im Terrazzo-Look gleich viel verspielter aussehen. Terrazzo-Lampen hat garantiert nicht jeder Zuhause – auf diese Eyecatcher wird man dich ansprechen.

4. Terrazzo Muster an der Wand

Wer einem Raum den letzten Schliff verleihen möchte, könnte über eine Statement-Wand im Terrazzo-Stil nachdenken. Diese ist mit einer passenden Tapete (siehe hier) besonders schnell und einfach kreierst. Eine solche Terrazzo-Wand sieht im Wohnzimmer edel aus und eignet sich auch, um das Schlafzimmer aufzupeppen.

5. So sehen Pflanzen noch schöner aus

Weiß, Grau, Schwarz – solche Pflanzentöpfe haben viele von uns bereits Zuhause. Schöne Basics, mit denen man nichts falsch machen kann. Etwas spannender sieht eine Variante mit Terrazzo aus – die kleinen Farbsprenkel werten selbst kleine Töpfe auf und machen sich auch gut als Porzellanvasen für Blumenbouquets.

Wer etwas Zeit mitbringt, kann auch selbst kreativ werden und die eigene Terrazzo-Vase kreieren. Das klingt kompliziert, ist aber überraschend einfach. Folgendes Video zeigt, wie es funktioniert:

6. Terrazzo Muster: Ablagen und Auewahrung

Ein schönes Tablett auf den Tisch gestellt und zack – schön wirkt der Raum gleich ganz anders. Das Terrazzo-Muster findest sich in dieser Saison bei zahlreichen Auewahrungsgegenständen wieder, die deinem Interieur eine ganz neuen Look verpassen können. Eine Schale oder eine Box im Terrazzo-Stil eignen sich wunderbar, um Schmuck auszustellen oder Kleinkram unterzubringen.

7. Verspielte Kerzenhalter

Kerzenlicht lässt jede Einrichtung gemütlicher wirken. Mit außergewöhnlichen Kerzenhaltern werden Kerzen schnell zum Highlight des Raumes – wie wäre es also mit Porzellanvarianten im Terrazzo-Stil?

8. Stoffe und Textilien

Obwohl Terrazzo Klassischerweise für Böden und Möbel konzipiert wurde, entdecken wir die Farbsprenkel-Optik aktuell auch bei vielen Textilien. Vom Kissenbezug bis zur Terrazzo-Bettwäsche: du hast die Qual der Wahl.

9. Terrazzo-Tische

Wem das Terrazzo-Muster besonders gut gefällt, kann gleich über die Anschaffung eines größeren Möbelstückes nachdenken. Terrazzo-Tische sind nicht nur für das neueste Szene-Café geeignet, sondern machen sich auch im eigenen Wohnzimmer gut.

Ein kleiner Beistelltisch im Terrazzo-Stil kann sogar selbst gebaut werden – die Anleitung gibt’s im folgendem Video:

10. Terrazzo Muster: Teppiche

Auch die Teppich-Hersteller sind auf den Terrazzo-Trend aufmerksam geworden. 2021 dürfen wir uns über verschiedene Designs mit schönen Farbtupfern freuen, die eine schöne Abwechslung zu geometrischen oder floralen Teppichen darstellen.

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Источник: https://voiia.de/terrazzo-muster/

Zurück in die Steinzeit

Terrazzo: Der bunte Bodenbelag feiert ein Comeback

Es tutet in der Leitung, dann nochmal, nochmal und nochmal. Schließlich geht der Anrueantworter dran. „Zur Zeit arbeitet Peter Hess an einem tollen Bodenkunstwerk“, flötet eine Frauenstimme.

Und bittet, dass man eine E-Mail schreiben möge. „Wenn wir jedes Mal ans Telefon gehen würden“, entschuldigt sich der Sohn Norman Hess nach einer E-Mail telefonisch, „dann bräuchten wir zwei Büroangestellte extra.“ In St.

Wendel im Saarland klingelt das Telefon gerade dauernd.

Der Familienbetrieb ist auf das handwerkliche Gießen von Terrazzoböden spezialisiert. Und der klassische Bodenbelag aus Nass-Estrich mit Natursteinsprengseln legt ein erstaunliches Comeback hin.

Kurzer Blick ins Auftragsbuch der Firma Hess. Gerade ist sie in einer Kirche in Frankfurt am Main zu Werke, ein alter Boden wird restauriert und der Altarraum neugestaltet. Dann ein historisches Gebäude in Berchtesgaden mit denkmalgeschütztem Boden. Anschließend Ibiza und Mallorca, jeweils Neubauten.

Dabei hatte Peter Hess sein Geschäft schon aufgegeben. Gab ja lange nichts zu tun für einen Terrazzoleger vom alten Schlag.

Während seiner Lehre als Beton- und Terrazzohersteller nahm ihn sein italienischer Lehrmeister im Sommer mit nach Norditalien und zeigte ihm die prachtvollen, mit Mosaiken verzierten Böden rund um Florenz. Bloß: In Deutschland wollte die keiner.

So verlegte Peter Hess halt Fliesen. Industrieware statt Handwerkskunst. Das schien wirtschaftlich die bessere Wahl.

Heute ist er fast Monopolist, denn Meisterbetriebe gibt es kaum noch in Deutschland. Der Bedarf aber wächst von Jahr zu Jahr. So um 2000 ging das los, da wurde Hess von einem Architekten angefragt, einen klassischen Terrazzo zu gießen.

Danach kamen immer mehr Aufträge, von größeren Architekturbüros und aus dem ganzen Bundesgebiet. Darunter waren auch mal schräge Wünsche. Ein Restaurantbesitzer wollte fluoreszierende Steine im Estrich, die im Dunklen leuchten.

Mittlerweile lernt auch Peter Hess’ Sohn Raffael Terrazzoleger. Ein Beruf mit Zukunft.

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Trendarchäologisch gibt es bei dem aktuellen Boom eine Menge zu graben. Plötzlich tauchte das Muster überall auf.

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Im KaDeWe und im Zoopalast, in Cafés und Restaurants, aber auch auf Handyhüllen, Jutebeuteln, Sweatshirts, Seifen, Geschenkpapier, Duschvorhängen, Schachteln, Schuhen, Kissen – und sogar auf Teppichen.

Da schließt sich quasi ein Kreis, denn auf dem Boden ging die Geschichte schließlich los.

Vom venezianischen Palazzo zur deutschen Nachkriegsschalterhalle

In der Südosttürkei buddelten Forscher einen Terrazzoboden aus, den sie auf etwa 7000 vor Christus datierten und der schon ein Qualitätsmerkmal des Werkstoffs zeigt: seine Robustheit.

Im alten Rom war es en vogue, Kalkmörtel oder Lehm mit farbigen Zuschlagstoffen und Mosaiken zu verschönern. Während der Renaissance adelten die venezianischen Terrazzeri den Bodenbelag zu einem Stück Handwerkskunst. Jeder dieser gegossenen Böden ist schließlich ein Unikat.

In der Lagunenstadt ziert Terrazzo so manchen Palazzo, nicht zuletzt den Dogenpalast.

In Deutschland wurde der Boden um 1900 populär. „Da kamen italienische Einwanderer über die Alpen und haben diese Handwerkskunst nach Deutschland eingeführt.

Das Material war damals nicht teuer, die Personalkosten gering, Zeit hat praktisch keine Rolle gespielt“, sagt Norman Hess.

Italienische Leichtigkeit kam deshalb nicht unbedingt auf deutsche Böden: „In Italien streut man die Zuschläge so lässig ein, in Deutschland hat man hochpräzise Mosaike gelegt. Akkurat und gradlinig in der Bordüre.“

Ab den 1950er Jahren löste allmählich die industrielle Fertigung das Handwerk ab – und mit ihm seine besondere Optik. Die neuen vorgeschliffenen Formatplatten wurden viel in Treppenhäusern und öffentlichen Gebäuden verbaut. Von seinem kieselgrauen Schalterhallencharme hat sich der Boden lange nicht erholt.

Für jede Lebenslage: Max Lamb hat für das Designstudio Dzek ein Klo aus Terrazzo entworfenFoto: Pomo / Dzek

Graue Maus plötzlich im Nerz

Heute staffiert der Regisseur Wes Anderson das Café der Fondazione Prada in Mailand mit einen bonbonrosa Terrazzo aus. Der Designer Max Lamb kleidet in Paris eine Boutique des Modelabels Maison Kitsuné mit einem weißen Terrazzo mit überdimensionierten Zuschlägen aus buntem Marmor ein. Es ist, als würde eine graue Maus plötzlich im Nerz erscheinen.

Wobei grau – der Terrazzo hat auch eine bunte Verwandtschaftslinie. Die stammt von der Gruppe Memphis Design um Ettore Sottsass. Die entwarfen in den 1980er-Jahren das Muster Star Piece für einen Tisch. Statt Steinsplittern verwendeten sie farbige Glasscherben, was nach Kindergeburtstag mit Konfettikanone aussah.

Eine Art anarchischer Vorläufer des Looks, der heute überall zu sehen ist.

Der vielfach ausgezeichnete Berliner Architekt Thomas Kröger etwa verwendet Terrazzo gern. Jüngst in einem Haus am Wandlitzsee und in einem Pavillon in Gerswalde in der Uckermark. Dort kam der ockerfarbene Kies, der in den Terrazzo gemischt wurde, aus dem Nachbardorf.

„Auf dem Land bietet sich das an, dass man die Farbigkeit der Umgebung aufnimmt.“ Was er an dem Material schätzt? „Einerseits den speziellen Glanz, der durch das Schleifen entsteht. Andererseits das Monolithische des gegossenen Bodens, das Räume besser fasst und keine Fugen entstehen lässt.

“ Dafür mit den Jahren umso mehr Charisma. „Der Alterungsprozess ist schön. Er erzählt mal etwas anderes als die deutsche Industrieästhetik des Unberührbaren.“ Dazu gehören auch feine Risse, die je nach Konstruktion mal größer ausfallen können.

Aber: „In Venedig stört das den deutschen Romantiker auch nie.“

Auch alte Kabel kann man in einen Terrazzo gießen, findet das Designkollektiv „They feed off buildings“Foto: Promo / Urban Terrazzo

Der älteste Recycling-Boden

Erzählen kann der Terrazzo noch ganz andere Geschichten. Darauf haben sich Rasa Weber und Luisa Rubisch mit ihrem „Urban Terrazzo“ spezialisiert. Das Design- und Architekturkollektiv „TFOB – They Feed Off Buildings“ gießt Böden aus regionalem Bauschutt.

Statt Marmor und Granit landen bei ihnen Ziegel, Waschbeton, aber auch Keramik und Metall im Zement. Und davon gibt es eine ganze Menge. Immerhin ist Bauschutt die prozentual größte Müllart in Deutschland. Mehr als 200 Millionen Tonnen fallen pro Jahr an.

Insofern ist „Urban Terrazzo“, den sie in Berlin entwerfen und mit Handwerkern vor Ort gießen, auch ein Stück kreislauffähiges Bauen. „Der Terrazzo ist der älteste Recyclingboden.

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Schon bei den alten Römern legte man die Verschnitte vom Marmor, aus denen der Steinmetz nichts mehr machen konnte, als Mosaik in den kalkgebundenen Estrich und schliff sie dann.

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“ Die Zuschläge bestanden damals aus Ziegel-, Terrakotta- und Keramikstücken und nicht aus Stein, den man ohne Schleifmaschinen kaum glatt bekommen hätte.

Wenn möglich, arbeiten TFOB gleich im Bestand. Das machen sie gerade in der Kunsthalle Prag, die mal ein Umspannwerk war und danach ein Club. Für die neue Nutzung wird das Gebäude entkernt.

Aus dem Schutt, der übrigbleibt, bauen sie den Bodenbelag. In den dunklen Beton kommen auch Keramik von den Isolatoren und Kupfer von den Kabeln. Die glänzen im dunklen Stein wie Edelmetall. Bodenschätze eben.

Nur, dass die auch die Geschichte des Gebäudes festhalten.

Ein 3D-Drucker printet Marmor- und Granitsteine auf den Boden

„Ich mag die Spanne vom Material zum Boden“, sagt Rasa Weber. „Wenn man etwa Waschbeton schleift, dann entstehen da so kleine weiße Pünktchen. Etwas Schönes aus etwas Hässlichem.

“ Weber erinnert das an die japanische Handwerkskunst des Kin Tsugi, die gerade auch im Westen populär wird. Bei der traditionellen Reparaturtechnik wird gebrochene Keramik gekittet und der Riss mit Goldstaub verziert.

So wird Zerbrochenes nicht nur schön, sondern sogar einzigartig. Fällt eine Vase herunter, dann ist das kein Unfall, sondern ein Glücksfall.

Die neue Verbreitung des Klassikers hat aber auch mit neuen Methoden zu tun.

Der von David Chipperfield entworfene Erweiterungsbau des Museums Folkwang in Essen etwa hat einen Terrazzo, der mit einer Fertigmischung angegossen ist, dem Rheinkiesel zugefügt wurden.

Einen Schritt weiter ging die niederländische Firma Aectual am Flughafen Schiphol. Sie haben einen Roboterarm entwickelt, der wie ein 3D-Drucker Marmor- und Granitsteine auf den Boden printet.

Ach, winkt Norman Hess aus St. Wendel ab. Solche Versuche der Industrialisierung seien doch nur eine technische Spielerei. „Ein Roboter kann nicht die Menschenhand ersetzen.“ Jedenfalls lief das die letzten 7000 Jahre so.

Источник: https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/architektur-trend-terrazzo-zurueck-in-die-steinzeit/25591028.html

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