Verhalten im Brandfall – wenn es in Haus oder Wohnung brennt

Wohnungsbrand: Was du im Brandfall tun musst und wer zahlt

Verhalten im Brandfall – wenn es in Haus oder Wohnung brennt

Ist deine Wohnung nach einem Wohnungsbrand von der Polizei freigegeben worden, kannst du verschiedene Maßnahmen einleiten. Beachte dabei die Hinweise der Feuerwehr. Wir zeigen dir Schritt für Schritt, wie du dich nach einem Wohnungsbrand verhalten solltest.

1. Versicherung informieren

Als Wohnungseigentümer solltest du nach dem Brand deine Versicherung(en) informieren. Sind Möbel oder Wertgegenstände vom Feuer beschädigt worden, solltest du den Schaden bei deiner Hausratversicherung melden. Das gilt auch für Mieter.

Sind Schäden am Gebäude entstanden, informiere sofort deine Wohngebäudeversicherung. Als Mieter wendest du dich in diesem Fall an den Hauseigentümer.

Grundsätzlich gilt: Sprich alle Maßnahmen mit der Versicherung oder mit dem Vermieter ab.

2. Schäden dokumentieren

Mache Fotos von den beschädigten Gegenständen und von den sichtbaren Schäden an der Immobilie. Dein Versicherungsanbieter kann sich damit einen ersten Überblick verschaffen. Erstelle eine Liste mit allen kaputten Sachen. Wichtig sind das Jahr der Anschaffung, der Kaufpreis und der Neuwert. Wenn du die Rechnungen noch hast, nimm die Belege mit auf.

3. Wohnung lüften

Wenn du laut Polizei und Feuerwehr mit den Aufräumarbeiten beginnen kannst, fange mit dem Lüften an. So bekommst du den Rauchgeruch schneller aus deiner Wohnung. In stark von Ruß betroffenen Räumen solltest du keine elektrischen Geräte benutzen.

4. Einen Fachmann bestellen

Bei einem größeren Schaden solltest du eine Firma für Brandschadensanierung beauftragen. Sind Chemikalien oder verbranntes PVC beteiligt, solltest du auf keinen Fall selbst anfangen, die Schäden zu beseitigen. Für die Reparatur der Gas- und Wasseranschlüsse und für Schäden an der Elektrik ist es ratsam, einen Fachmann kommen zu lassen.

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Die Kosten für die Aufräumarbeiten werden normalerweise von der Versicherung übernommen.

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5. Geringe Verschmutzungen selbst reinigen

Bei einer kleineren Verschmutzung kannst du die Reinigung mit normalen Haushaltsreinigern selbst übernehmen. Trage dabei aber immer einen Schutzanzug, eine Atemschutzmaske und Handschuhe.

Säubere alle verschmutzten Gegenstände und entsorge vorsichtshalber Kinderspielzeug. Kleidung solltest du bei mindestens 60 Grad waschen.

Lebensmittel in der Vorratskammer oder im Kühlschrank solltest du wegwerfen.

Wer zahlt bei einem Wohnungsbrand? 

Ein Wohnungsbrand kann schnell einen großen Schaden verursachen. Eine Versicherung kann dir hohe Kosten ersparen.

Welche Versicherung übernimmt welchen Schaden?

Bei einem Wohnungsbrand haften verschiedene Versicherungen für verschiedene Schäden. Wir zeigen dir, welche Versicherung welchen Schaden übernimmt.

  • Durch Feuer oder Löschwasser beschädigte Möbel, Elektrogeräte und Wertgegenstände: Hausratversicherung des Bewohners
  • Durch Feuer oder Löschwasser entstandene Schäden am Gebäude: Wohngebäudeversicherung des Wohnungseigentümers
  • Schäden durch Feuer und Folgeschäden, von denen Dritte (Nachbarn) betroffen sind: Privathaftpflichtversicherung des Verursachers

Die Hausratversicherung

Die Hausratversicherung übernimmt Schäden an allen beweglichen Gütern. Dazu zählen Möbel, Teppiche, Computer, Kleidung und Sportgeräte. Auch Bargeld und Schmuck sind bis zu einer bestimmten Summe versichert.

Die Hausratversicherung ersetzt nicht nur die beschädigte Einrichtung, sondern zahlt auch die Kosten für die Aufräumarbeiten. Je nach Schaden werden die Hotelkosten übernommen.

Die Gebäudeversicherung

Die Gebäudeversicherung des Wohnungseigentümers ist für alle Schäden zuständig, die am Gebäudeentstanden sind. Damit sind Reparaturen an der Immobilie, an Fenstern oder Rohren abgedeckt.

Ersetzt wird der sogenannte Neuwert beziehungsweise Wiederbeschaffungswert zum Zeitpunkt des Schadens.

Das bedeutet: Sind deine Fenster durch das Feuer beschädigt worden, bekommst du von der Versicherung die Summe, die du brauchst, um einen neuwertigen Zustand (Reparatur oder neue Fenster) wiederherzustellen.

Schäden an der Fotovoltaikanlage oder am Gartenhaus zahlt die Wohngebäudeversicherung nicht. Deinen Versicherungsschutz kannst du aber problemlos erweitern. Nebengebäude, wie die Garage, können mitversichert werden.

Die Privathaftpflichtversicherung

Ist deine Wohnung oder dein Haus abgebrannt, können auch Gebäude in der Nähe betroffen sein.

Hat das Feuer die Wohnung eines Nachbarn beschädigt, zahlt die Privathaftpflichtversicherung des Eigentümers oder Mieters der Immobilie, in der das Feuer ausgebrochen ist.

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Brände, die aus Unachtsamkeit, Fahrlässigkeit oder wegen technischer Defekte entstanden sind, werden von der Police abgedeckt.

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In vielen Fällen übernimmt zuerst die Wohngebäudeversicherung oder die Hausratversicherung des Verursachers den Schaden bei den Nachbarn. Der Versicherungsanbieter kann aber vom Eigentümer oder Mieter der Immobilie, in der der Brand entstanden ist, Schadensersatz verlangen. Die Kosten bezahlt normalerweise die Privathaftpflichtversicherung.

Mieter oder Vermieter: Wer haftet?

Hat der Mieter das Feuer nicht grob fahrlässig oder sogar absichtlich verursacht, sind der Vermieter beziehungsweise seine Versicherung in der Pflicht. Du handelst grob fahrlässig, wenn du offenes Feuer (Kamin, Kerzen) in deiner Wohnung aus den Augen lässt. Dasselbe gilt für eine eingeschaltete Herdplatte.

Auch wenn Kinder ohne Aufsicht in der Wohnung bleiben und beispielsweise am Weihnachtsbaum Kerzen brennen, ist das grob fahrlässig. Manche Versicherungsanbieter übernehmen grob fahrlässiges Handeln. Andere zahlen einen Teil der Kosten oder entscheiden individuell.

Ein Tipp: Informiere dich bei deiner Versicherung, was übernommen wird!

Wenn du am Brand keine Schuld hast, muss sich der Vermieter um die Beseitigung des Schadens kümmern. Tut er das nicht, hast du ein Recht auf eine Mietminderung. Denn: Viele Mieter zahlen in den Nebenkosten automatisch die Prämien für die Gebäudeversicherung mit.

Für die beschädigte Einrichtung ist der Vermieter aber nicht verantwortlich. Möbel und andere Wertgegenstände müssen von der Hausratversicherung des Mieters ersetzt werden.

Was passiert bei einer Brandstiftung?

Bei einer Brandstiftung ersetzt die Versicherung den Schaden. Du musst aber beweisen, dass du das Feuer nicht absichtlich gelegt hast. Wenn die Polizei den Täter finden kann, wird die Versicherung sogenannte Regressansprüche erheben. Das bedeutet: Die Versicherung wird die bezahlten Kosten vom Brandstifter zurückverlangen. Für den Geschädigten hat das keine Nachteile oder Folgen.

Источник: https://www.allianzdirect.de/hausratversicherung/wohnungsbrand-ratgeber/

Verhalten im Brandfall: Bei Feuer im Haus richtig handeln

Verhalten im Brandfall – wenn es in Haus oder Wohnung brennt

Jedes Jahr wird die Feuerwehr rund 50.000 Mal gerufen, um Brände in Haus und Wohnung zu löschen. Die häufigsten Brandursachen sind elektrische Defekte, verursacht durch technische Geräte und menschliches Fehlverhalten.

Was kannst du tun, wenn es in den eigenen vier Wänden brennt? Und welche einfachen Möglichkeiten gibt es, ein Feuer möglichst früh zu entdecken? Wir zeigen dir Tipps, die du bei einem Hausbrand wissen solltest.

Verhalten im Brandfall

Zuallererst gilt es bei einem Brandfall, Ruhe zu bewahren, denn hektisches Verhalten kann zu unüberlegten Reaktionen führen.

Handelt es sich um einen Entstehungsbrand (d.h. der Brand hat gerade erst begonnen), kannst du versuchen, ihn eigenständig zu löschen. Löschdecke und Feuerlöscher eignen sich zur Bekämpfung von Entstehungsbränden. Die Löschdecke wird meist in einer Box oder einem Koffer auewahrt und faltet sich beim Herausziehen automatisch auseinander.

Bei einem Brand hältst du die Decke als Schutzschild vor deinen Körper und näherst dich vorsichtig dem Brandherd. Die Löschdecke möglichst faltenfrei über den Brandherd legen, damit die Flammen komplett erstickt werden. Die Decke erst wieder entfernen, wenn sie abgekühlt ist.

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Gibt es einen Feuerlöscher in deiner Wohnung, ist es von Vorteil, sich mit dessen Bedienung vertraut zu machen. Allgemein gilt, ein Feuer mit dem Wind und an der Flammenwurzel von vorn nach hinten zu löschen. Brennen feste Stoffe, kann stoßweises Löschen die Löschprozedur beschleunigen. Bei brennenden Flüssigkeiten in einem Zug flach über die Brandfläche löschen.

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Wenn du siehst, dass sich ein Brand nicht mit einem Löschgerät löschen lässt, solltest du den Raum schnellstmöglich verlassen. Um dein Leben nicht zu gefährden, vermeide es, dich in Ruhe anzukleiden und Schmuck sowie Wertsachen zusammenzusuchen.

Verhalten im Brandfall: Vorsicht vor dem Rauch

Was viele nicht wissen: Das Gefährlichste an einem Brand sind nicht die Flammen – sondern der Rauch, sich hauptsächlich aus Kohlenmonooxid und Kohlendioxid zusammensetzt. Diese geruchlosen Gase können durch unbemerktes Einatmen innerhalb von 2 bis 3 Minuten zur Bewusstlosigkeit und letztendlich zum Tode führen.

Schließe alle Türen und Fenster zum Brandherd, um die Flammen und die Hitze, aber auch den Rauch und Qualm zurückzuhalten. Beim Verlassen der Wohnung auch die Tür zum Treppenhaus hinter dir schließen. Danach umgehend die Feuerwehr alarmieren.

Verhalten bei Feuer in einem geschlossenen Raum

Wenn du in einem Raum eingeschlossen bist, verhindern feuchte Tücher vor der Tür zum Brandherd und dem Schlüsselloch, dass Rauch eintritt. Am geöffneten Fenster kannst du die Feuerwehr auf dich aufmerksam machen.

Lässt es sich nicht vermeiden, durch einen verrauchten Raum ins Freie zu gelangen, bewege dich möglichst in gebückter Haltung oder kriechend über den Boden. Da der Rauch immer zur Decke steigt und die Konzentration des giftigen Qualms in Bodennähe am geringsten ist, schützt dich diese Haltung.

Geschlossene Türen, hinter denen der Brandherd liegt, auf keinen Fall wieder öffnen. Die plötzliche Sauerstoffzufuhr kann zu einer Rauchgasexplosion bzw. einem sogenannten Backdraft führen, bei dem sich eine Flammenwand in Richtung der Sauerstoffquelle schiebt.

Verhalten im Brandfall: Den Fluchtweg kennen

Falls du nachts die Haustür abschließt, ist es sinnvoll, einen Notschlüssel in der Nähe der Tür zu deponieren oder den Schlüssel von innen stecken zu lassen.

Auch den Fluchtweg aus der eigenen Wohnung zu kennen kann bei einem Brand überlebenswichtig sein.

Tipps, um Küchenbrände zu vermeiden

Die meisten gefährlichen Brände entstehen beim Kochen in der Küche. Mehrheitlich daran beteiligt sind brennbare Gegenstände wie Plastikflaschen, die nahe der kochenden Töpfe und Pfannen stehen. Daher ist sinnvoll, die unmittelbare Umgebung um das Ceran- oder Kochfeld freizulassen.

Grundsätzlich gilt, keine eingeschalteten Gas- und Elektroherde oder Fonduegeräte unbeaufsichtigt zu lassen. Überhitzte Fette oder Speiseöle können sich bereits ab 200 ºC entzünden.

Einen Fettbrand darfst du auf keinen Fall mit Wasser löschen. Dabei kann es zu einer explosionsartigen Verdampfung des Wassers kommen, bei der durch das brennende Fett eine Feuersäule entsteht.

Die Küche wird dadurch in Sekundenschnelle in Brand gesetzt und lebensgefährliche Verbrennungen sind oftmals die Folge.

Bei einem Fettbrand empfiehlt es sich, einen sogenannten Febramax-Feuerlöscher einzusetzen, der sich gezielt auf den Brandherd anwenden lässt.

Auch scheinbar einfache Dinge sind hilfreich, um einen Entstehungsbrand zu löschen. Beispielsweise den Deckel für Topf oder Pfanne immer bereit zu halten, um Flammen schnell zu ersticken. Oder eingeschaltete Kaffeemaschinen, Toaster oder Eierkocher auf nicht brennbare Unterlagen stellen.

Wichtig ist ebenso, auf die Filter von Dunstabzugshauben zu achten. Diese sättigen sich im Laufe der Zeit mit Fett und Küchendämpfen, weshalb die Fettfilter einmal im Monat gereinigt werden sollten. Für die Reinigung von wiederverwendbaren Filtern keine brennbaren Flüssigkeiten benutzen.

Tipps bei elektronischen Geräten

Selbst bei der Nutzung von elektronischen Geräten lassen sich Vorsichtsmaßnahmen treffen. Eine Möglichkeit ist, sich nur Geräte mit den Zeichen GS (Geprüfte Sicherheit) und VDE (Verband Deutscher Elektrotechniker) zu kaufen.

Vermeide es generell, mehrere Geräte über eine Steckdose oder ein Verteilerstück zu betreiben. Besonders bei alten Stromleitungen können sich die elektrischen Leitungen erwärmen und die Isolierung zum Schmelzen bringen.

Bei einem Gewitter hilft es, die Antennen- und Netzstecker zu ziehen, um eine Überspannung der Leitungen zu verhindern.

Feuermelder: Vorbeugender Brandschutz

Ein Feuer, das einen im Schlaf „überrumpelt“, kann schnell tödlich enden. Dabei ist nicht so sehr das Feuer gefährlich, sondern vielmehr der Rauch. 95 Prozent sterben bei einem Hausbrand an einer Rauchvergiftung. 70 Prozent der Opfer werden schlafend von einem Feuer überrascht.

Ein Rauchmelder (auch Brandmelder oder Feuermelder genannt) kann dir dabei helfen, entstehenden Rauch möglichst früh zu entdecken.

Das Angebot an Rauchmeldern ist groß und beim Kauf kannst du auf verschiedene Kriterien achten.

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Beispielsweise sollte der Alarmton eine Lautstärke von mindestens 85 dBA in drei Metern Entfernung aufweisen und über einen Testknopf zur Funktionsüberprüfung verfügen.

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Rauchmelder in der Küche sind meist ungeeignet, da beim Kochen oftmals sehr viel Dampf entsteht. Sinnvoller ist es, wenn du die Geräte im Flur installierst. Eine Alternative ist ein Sondermodell, welches nicht auf Rauch, sondern Hitze reagiert.

In mehrgeschossigen Wohnungen empfehlen sich miteinander vernetzte Rauchmelder, da die Signale durch eine geschlossene Tür nicht gehört werden könnten. Über Funk wird nicht nur das Signal beim Rauchmelder ausgelöst, der den Rauch detektiert, sondern bei allen anderen Rauchmeldern auch.

Verhalten im Brandfall und bei Feuer im Haus: Fazit

Mit ein paar einfachen Tipps schützt du dich ganz leicht vor bzw. während eines Hausbrandes. Entstehungsbrände lassen sich oftmals mithilfe eines Feuerlöschers oder einer Löschdecke in den Griff bekommen. Für einen vorbeugenden Schutz ist zudem der Einbau von Rauchmeldern sinnvoll.

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Источник: https://survicamp.de/magazin/verhalten-im-brandfall-bei-feuer-im-haus-richtig-handeln/

Das richtige Verhalten im Brandfall – was tun, wenn es wirklich Brennt

Verhalten im Brandfall – wenn es in Haus oder Wohnung brennt

Letzte Aktualisierung am 20. September 2019 von Alexander

In Deutschland sterben monatlich ca. 30 Menschen durch Brände in Wohnungen und Häusern. Meistens ist die Todesursache eine Rauchvergiftung. Denn gerade wenn wir schlafen, nehmen wir Brandrauch nicht wahr. Der Geruchssinn ist während des Schlafs nicht aktiv.

Rauchmelder helfen entstehende Brände früh zu entdecken.Der Brandrauch ist gefährlicher als das Feuer. Auch wenn es paradox klingt.

Dabei wissen die meisten Menschen nicht, dass Brandrauch die schnellere Gefahr ist. Wird die Lunge mit Rauch gefüllt, dann kommt das ganz schnell zu körperlichen Schäden. Schon wenige Lungenfüllungen sorgen für Bewusstlosigkeit und anschließenden Tod.

Deshalb sterben mehr Menschen im Schlaf. Denn sie atmen den Brandrauch ein, ohne es zu merken. Dann werden sie bewusstlos und können sich nicht mehr in Sicherheit bringen. Bereits bevor sie das eigentliche Feuer erreicht, sind sie im Schlaf erstickt.

Hauptursache für Brände in Deutschland

In Deutschland gibt es ca. 200.000 Wohnungsbrände und Hausbrände pro Jahr. Die Ursache ist meistens ein technischer Defekt. Immer noch gehen viele Menschen davon aus, dass Fahrlässigkeiten zu Bränden führen. Das kommt zwar vor, ist aber nicht der häufigste Grund. Deshalb kann es einfach jeden treffen.

Ursachenstatistik Brandschäden 2018 vom Institut für Schadenverhütung und Schadenforschung der öffentlichen Versicherer (IFS)

Warum Rauchmelder so wichtig sind

Aus dem bisher Gesagten ist die Wichtigkeit von Rauchmeldern offensichtlich. Denn sie erkennen entstehenden Brandrauch sehr früh und warnen uns vor der Gefahr. Dabei sind Rauchwarnmelder günstig und leicht anzubringen. Als wichtiger Lebensretter sollte keiner auf diese Geräte verzichten.

Denn trotz Rauchmelderpflicht in fast allen Bundesländern in Deutschland, gibt es noch viele Haushalte wo die Anbringung nicht zu ernst genommen wird.

Dabei gibt der Rauchmelder den wichtigen zeitlichen Vorsprung, um sich im Falle eines Brandes mit der Familie in Sicherheit bringen zu können.

Mein Hinweis: wer immer noch Angst davor hat, dass der Rauch einer Zigarette einen Fehlalarm auslösen könnte, der irrt.

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Ein guter Rauchmelder, wie zum Beispiel die Testsieger bei der Stiftung Warentest, lösen keinen Alarm aus beim Rauchen im Zimmer.

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Die vielen Märchen über diese Fehlalarme sind entstanden, weil ein paar Spaßvögel den Zigarettenrauch direkt in die Rauchkammer geblasen haben. Das kommt aber im normalen Alltag nicht vor.

Was ist zu tun, wenn es brennt? So verhältst Du Dich richtig

Wer sich die Zahl von ungefähr 200.000 Bränden im Jahr anschaut, der erkennt, dass es im Laufe eines Lebens wirklich jeden treffen kann.

Doch diese Situation ist natürlich überraschend und Angst einflößend. Deshalb ist es wichtig sich einmal vorher darüber Gedanken machen, wie man sich im Fall eines Brands richtig verhält.

Denn die meisten Personen haben dann einfach keinen Plan und reagieren panikartig falsch.

Der Ei650 ist Testsieger bei Stiftung Warentest und mein Favorit.

Denn meistens wird man von einem Rauchmelder in der Nacht laut aus dem Schlaf geholt und muss dann sofort reagieren.

Studien zufolge hat man durchschnittlich nur 2 Minuten Zeit nachdem ein Rauchmelder detektiert hat.

In diesen 2 Minuten muss man die richtigen Entscheidungen treffen und sich und die Familie aus dem Gefahrenbereich bringen. Wer hier noch anfängt persönliche Sachen zusammen zu suchen, der macht einen tödlichen Fehler.

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Ich würde empfehlen sich einmal mit der Familie zusammen zu setzen und einen Notfallplan für diesen Fall auszuarbeiten.

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Ich schau mir gleich mit Euch zusammen diesen Plan genau an. Vorher noch ein paar wichtige Informationen.

Warum ältere Mitbürger ein besonders hohes Risiko haben im Brandfall

Statistiken des statistischen Bundesamts zeigen eindeutig,: das Risiko des Brandtods steigt im Alter deutlich an. Ganze 61 % der Opfer eines Brandes im Haushalt in Deutschland war über 60 Jahre alt. Aber warum ist das so?

Der Hauptgrund liegt in der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit von älteren Mitbürgern. Natürlich betrifft das nicht alle, aber einen gewissen Teil. Wer sich alleine überhaupt nicht oder nur eingeschränkt bewegen kann, der hat natürlich ein Problem in diesen 2 Minuten die Wohnung zu verlassen.

Auch nimmt natürlich das Hörvermögen und die Sehfähigkeit im Alter teilweise deutlich ab. Denn wir reden hier natürlich auch über viele Menschen über 70 oder 80 Jahre.

Dann sind Rauchmelder nicht unbedingt alleine wirksam. Hier könnte man über einen Hausnotruf oder eine Vernetzung (mehr dazu) nachdenken, wenn Familienangehörige im gleichen Haus wohnen. Beispielsweise könnte man hier vernetzte Funkrauchmelder anbringen, sodass auch Familienangehörige aus einer anderen Wohnung sofort informiert sind.

Der Funkrauchmelder Hekatron Genius

Kinder und das Risiko Feuer

Tatsächlich sind Kinder fasziniert von Feuer. Sie können die Gefahr, die davon ausgeht noch nicht wirklich einschätzen. Je nach Alter natürlich. Hier kommt die Brandschutzerziehung ins Spiel, die leider in Deutschland vernachlässigt wird. Auch junge Kinder müssen bereits etwas lernen über die Risiken eines Brandes und von Feuer im allgemeinen.

Der Notfallplan: was ist zu tun, wenn es brennt

Ergebnis der Messung bei Alarmauslösung eines Rauchwarnmelders durch Testspray in 3 m Entfernung

Springt der Rauchmelder in der Wohnung an und gibt in der Nacht ein lautes Alarmsignal von sich, dann werden wir abrupt aus dem Schlaf gerissen. Gleichzeitig sehen wir schon den Rauch und vielleicht sogar das Feuer.

Hier nicht in Panik zu geraten ist nur wenigen Menschen möglich. Die Feuerwehr berichtet häufiger über in Panik aus dem Fenster springende Personen. Auch in den Brandrauch zu laufen, um persönliche Sachen zu holen, ist ein tödlicher Fehler. Bereits 1 bis 3 Atemzüge können zur Bewusstlosigkeit und zum Tod führen.

Deshalb ist ein vorher ein geübter Plan wichtig, damit wir in dieser Situation nicht unserer Panik schutzlos ausgeliefert sind. Hier muss sich immer wieder an die 120 Sekunden Zeit verweisen, die man durchschnittlich bei einem Wohnungsbrand hat, um sich und die Familie in Sicherheit zu bringen.

Ruhig bleiben

Auch wenn es schwierig klingt: ruhig zu bleiben ist einer der wichtigsten Punkte wenn es zu einem Brand kommt. Denn Panik führt immer zu falschen Reaktionen und Fehlentscheidungen.

Wer die bedrohliche Situation wahrnimmt, der tendiert zu einem menschlichen Reflex – der panikartigen Flucht.

Um sich und seine Familie zu schützen, muss in dieser Situation nur der Plan des Ernstfalls im Kopf sein.

Was im Ernstfall wichtig ist

Kommt es zu einem Rauchmelder Alarm in der Nacht, dann ist es wichtig, dass einige Dinge schon am Vorabend immer gleich sind. Dazu gehören folgende Dinge.

Ein Handy sollte grifereit sein

Das Handy sollte auch nachts eingeschaltet sein und immer geladen werden. Denn nur dann kann man nach dem Verlassen des kritischen Bereichs einen Notruf machen und die Feuerwehr benachrichtigen.

Denn je schneller die Feuerwehr vor Ort ist, desto mehr von ihren persönlichen Sachen kann geschützt werden.

Außerdem ist ein Brand im Anfangsstadium natürlich viel schneller und mit weniger Folgen zu löschen, als wenn schon mehrere Räume betroffen sind.

Deshalb sollte auch das Handy grifereit auf dem Fluchtweg liegen.

Die Notrufnummer

Tatsächlich hat nicht jeder Bürger die Notrufnummer der Feuerwehr und des Rettungsdienstes im Kopf. Die Notrufnummer ist übrigens die 112.

Wichtig ist, dass immer zuerst die Feuerwehr benachrichtigt wird und dann erst die Polizei. Denn hier geht es wirklich um Minuten.

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Die Feuerwehrleitstelle informiert nach einem Anruf übrigens automatisch die Polizei. Das müssen sie nicht tun.

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Deshalb nach dem Verlassen des kritischen Bereichs sofort die Rufnummer 112 wählen und die Feuerwehr benachrichtigen. Diese ist dann immer sehr schnell vor Ort.

Den Notruf richtig machen

Bitte auf keinen Fall bereits im Gefahrenbereich die Feuerwehr anrufen. Denken Sie immer an die 120 Sekunden. Erst wenn Sie und alle Bewohner in Sicherheit sind, dann wird die 112 angerufen und die Rettungskräfte alarmiert.

Beim Anruf ist es wichtig ruhig zu bleiben und sich klar auszudrücken. Die Mitarbeiter in den Einsatzstellen sind natürlich geschult, aber es hilft enorm, wenn sie einfach nur die Fragen des Mitarbeiters beantworten und nicht panisch und hektisch drauflos reden. Die Mitarbeiter in der Einsatzleitstelle Fragen vor allem folgende drei Dinge:

Wo brennt es? Wer sind sie? Und was ist dort passiert?

Dazu kommen teilweise noch weitere Fragen, die sie ruhig und kurz beantworten sollten. Je schneller das vonstatten geht, desto schneller ist die Feuerwehr vor Ort und löscht den Brand.

Statistik Verteilung Brandtote in der Nacht und am Tag

Notfallplan für den Wohnungsbrand

  • Schritt 1: Bleiben Sie ruhig und versuchen Sie möglichst klar zu bleiben
  • Schritt 2: Gibt es noch weitere Mitbewohner, die gewarnt werden müssen und denen beim Verlassen der Wohnung geholfen werden sollte?
  • Schritt 3: Ist der Brand noch in einem Raum und gibt es eine Tür, die man hier verschließen kann.

    Durch das Schließen der Türen zum brennenden Raum wird nämlich die Ausbreitung des Feuers und vor allem des sehr toxischen Brandrauches hinausgezögert.

  • Schritt 4: Ist der geplante Fluchtweg zur Wohnungstür frei? Falls ja, dann verlassen Sie und ihre Mitbewohner schnell die Wohnung über diesen Fluchtweg.

    Nehmen Sie das Mobiltelefon mit, falls es auf diesem Weg liegt und Zeit dafür ist, um den Notruf abzusetzen. Gleichzeitig den Wohnungsschlüssel, damit die Feuerwehr schneller in die Wohnung kommt. Dann unbedingt die Wohnungstür schließen und über die Treppe ins Freie (falls es eine gibt).

    Wichtig: niemals einen Aufzug benutzen, da dieser stecken bleiben kann und zur Todesfalle wird.

  • Schritt 5: Alarmieren Sie Nachbarn, falls im Haus welche wohnen. Erst wenn Sie und ihre Mitbewohner wirklich im Freien in Sicherheit sind, dann setzen Sie den Notruf an die Feuerwehr über die Notrufnummer 112 ab.

  • Schritt 7: Warten sie auf die Feuerwehr und geben Sie den Rettungskräften Auskunft, falls Fragen kommen.

Notfallplan wenn der Fluchtweg im Treppenhaus versperrt wird

Wenn der Fluchtweg durch ein brennendes Treppenhaus versperrt ist und kein anderer Weg aus der Wohnung führt, dann wird folgender Notfallplan vorgeschlagen.

  • Schritt 1: Bleiben Sie ruhig und versuchen Sie klar zu denken
  • Schritt 2: Laufen Sie auf keinen Fall in den Brandrauch im Treppenhaus. Nur ein Atemzug kann ausreichen, um bewusstlos zu werden und keine Fluchtmöglichkeit mehr zu haben. Sie sollten deshalb auf jeden Fall in der Wohnung bleiben und sofort die Notfallnummer 112 wählen, um die Feuerwehr zu benachrichtigen.
  • Schritt 3: Nachdem die Feuerwehr alarmiert ist, muss auf jeden Fall die Wohnungstür zum Treppenhaus verschlossen sein. Damit wird ein Übergriff des Brands und vor allem vom Rauch in die Wohnung verzögert. Die Ritzen der Tür sollten mit nassen Handtüchern oder nassen Decken abgedeckt werden. Auch das hält Übergriffe für eine kurze Zeit auf, was lebensrettend sein kann. Gehen Sie und alle Mitbewohner in den am weitesten entfernten Raum von der Brandquelle. Bleiben Sie dort am Fenster und machen Sie die Feuerwehr auf sich aufmerksam, wenn das von dort aus möglich ist.
  • Schritt 5: Auf keinen Fall sollten Sie oder andere Mitbewohner aus Panik aus dem Fenster springen. Natürlich sollten Sie einen alternativen Fluchtweg nutzen, wenn sie im Erdgeschoss wohnen. Hier ist ein aus dem Fenster steigen natürlich überhaupt kein Problem. Sollten Sie aber in einem oberen Stockwerk wohnen und ein Sprung aus dem Fenster gefährlich sein, dann warten Sie unbedingt auf die Feuerwehr. Diese kann Sie über das Fenster schnell retten. Die Feuerwehr ist nach einer Alarmierung innerhalb kürzester Zeit vor Ort. Bleiben Sie deshalb am Fenster und warten Sie auf die Anweisungen der Rettungskräfte.

Ich hoffe Dir hat mein Artikel geholfen. Ich freue mich über dein Kommentar, Frage oder Anregung zu meinem Blog. Schreib mir einfach über das folgende Kommentarfeld. Gerne kannst Du den Artikel auch teilen und bewerten. (2 Bewertungen, Durchschnitt: 4,50 von 5)
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Источник: https://www.rauchmelder-guide.de/brandschutz/verhalten-im-brandfall/

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