Wann und wie oft sollten Sie den Schornstein reinigen lassen?

Schornsteinfeger: Pflichten, Kosten & Intervalle

Wann und wie oft sollten Sie den Schornstein reinigen lassen?

Für jedes Heizsystem, das Abgase entwickelt, ist eine sogenannte Feuerstättenschau gesetzlich verpflichtend. Dazu kommen Abnahme- und Messaufgaben, um die Betriebssicherheit und Erfüllung gesetzlicher Vorschriften zu garantieren. Welche Vorschriften Heizungsbesitzer erfüllen müssen, haben wir folgend zusammengefasst.

Nach der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) ist der Umfang der Tätigkeiten, die ein Schornsteinfeger für die Heizung leisten muss, angewachsen. Seit 2013 darf der Schornsteinfeger für Routinearbeiten in der EU frei gewählt werden.

Voraussetzung ist allerdings die Registrierung im Schornsteinfegerregister des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).

Die Symbolkraft des Schornsteinfegers als Glücksbringer ist auf seine historische Berufstugend zurückzuführen. Neben der Abwehr von Brand und Rauch sorgt er ursprünglich auch für warmen Wohnraum und Kochgelegenheit in geschlossenen Räumen.

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Wie oft muss der Schornsteinfeger kommen?

In regelmäßigen Abständen steht eine Prüfung der Heizungsanlage durch den Schornsteinfeger an. Die Zeitintervalle der Prüfung sind dabei abhängig von der eingesetzten Heizungsart. Die nachstehende Tabelle zeigt, wann und wie oft Ihr Kessel in Ihrem Heizungskeller durch einen Schornsteinfeger zu messen, prüfen und kehren ist.

Sie stehen in der Pflicht, den Termin Ihres Schornsteinfegers einzuhalten. Sie werden darüber rechtzeitig auf dem Postweg in Kenntnis gesetzt. Bezüglich der Terminvereinbarung müssen Sie hier also nicht aktiv werden, sondern werden etwa zwei Wochen vorher durch die zuständige Behörde informiert.

Gesetze und Vorschriften für Schornsteinfeger im Hinblick auf Heizungen

Als Grundlage und Schornsteinfegergesetz regelt die seit 2013 gültige Verordnung über die Kehrung und Überprüfung von Anlagen (KÜO) die Tätigkeiten und Zuständigkeiten.

In ihr wird die Schornsteinfeger Pflicht im Detail geregelt und sogenannte hoheitliche Aufgaben definiert.

Diese Arbeiten dürfen nur vom zuständigen Bezirksschornsteinfeger, heute auch als Bezirksbevollmächtigter bezeichnet, ausgeführt werden. Dazu gehören:

  • Führen eines Kehrbuchs und einzutragende Bestätigungen über korrekte Heizungswartungs– und Instandhaltungsarbeiten des Abgassystems.
  • Anlagenprüfung auf Betriebs- und Brandsicherheit und die Ausstellung des Feuerstättenbescheids.
  • Mängelmeldung an die jeweils zuständigen kommunalen Behörden.
  • Schriftliche Bauabnahmebescheinigungen entsprechend landesbaurechtlicher Vorgaben.

Als allgemeine Aufgaben werden das Reinigen und Kehren von Schornsteinschloten, Räucheranlagen, Brennstoff- und Luftleitungen aller Art und das Überprüfen aller mit Heizgas betriebenen Geräte und Versorgungsleitungen definiert. Dazu kommen Immissionsmessungen für alle Arten von Brennstoffheizungen.

Zusätzlich zur Prüfung der Abgaswerte durch den Schornsteinfeger macht es Sinn einen Wartungsvertrag mit einem Heizungsinstallateur abzuschließen. Während ein Schornsteinfeger hauptsächlich das Abgassystem prüft, nimmt ein Heizungsbauer eine umfassende Prüfung und Reinigung der gesamten Anlage vor und erhöht so die Lebensdauer.

Abgassysteme, Brenneranlagen und Verpflichtungen

Der Schornsteinfeger für die Heizungsanlage ist im Prinzip für alle Einrichtungen und Installationen in Gebäuden zuständig, die mit Verbrennung und den daraus entstehenden technischen Spezifikationen zu tun haben.

Neben klassischen Zentralheizungen mit Öl-, Gas- oder Feststofffeuerung gehören auch Zimmerkamine und Gasdurchlauferhitzer.

Für Heizungen mit Wärmepumpen, Blockheizkraftwerke und Gebläseheizungen können Zuständigkeiten entstehen, müssen aber nicht.

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Im Zweifel sind Einzelfallprüfungen erforderlich. Jedem Betreiber von Heizanlagen ist die Konsultation des Bezirksbevollmächtigten zu empfehlen.

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Anders als in anderen baurechtlichen Regelungen und Gesetzen wird die Genehmigungs- und Prüfpflicht als für die öffentliche Sicherheit bedeutsame Offizialaufgabe interpretiert. Bei Fristversäumnissen wird die zuständige regionale Behörde aktiv.

Zu den relativ geringen normalen Schornsteinfegerkosten kommen dann Bußgelder und im Ernstfall erfolgt eine Betriebsstilllegung.

Vertragsarten und Kosten

Die Möglichkeit, einen Schornsteinfeger für viele Arbeiten frei wählen zu können, kann die Schornsteinfegerkosten für den Heizungsbetreiber senken.

Die Wahlfreiheit beinhaltet allerdings auch eine gewachsene Verantwortlichkeit des Hauseigentümers. Während der monopolisierten Zeit kam der zuständige Schornsteinfeger „automatisch“ auf die Anlagenbetreiber zu.

Nach der neuen Regelung muss auf das „wie oft“ selber geachtet werden.

Zu den hoheitlichen Aufgaben des Bezirksbevollmächtigten gehören die Fristsetzungen, die im Feuerstättenbescheid vermerkt sind. Die Intervalle sind von Brennstoffarten und Leistungsklassen abhängig.

Entsprechend der Zuständigkeiten und gesetzlichen Regelungen ist ein Basissatz an Schornsteinfegergebühren immer zu entrichten, wozu auch die Gebühren für diesen Bescheid gehören. Zwecks der Fristeneinhaltung und zuverlässigen Erledigung im bisher gewohnten Rahmen bieten Bevollmächtigte weiter ihre proaktiven Dienste an.

Förderfähigkeit und steuerliche Abzugsfähigkeit

Viele Jahre akzeptierten Finanzämter die Schornsteinfegergebühren nicht als steuerbegünstigte Handwerksleistungen.

Ende 2014 entschied der Bundesfinanzhof, dass die im Schornsteinfegergesetz festgelegten Leistungen alle zu haushaltsnahen Dienstleistungen zählen.

Steuerlich absetzen lassen sich Messungsarbeiten, Überprüfungen und Bescheinigungen nur, wenn Rechnungen vorgelegt werden und die Zahlungen bargeldlos erfolgen.

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Die steuerliche Deklarierung wird auch an Mieter durchgereicht, die auf dem Umlagenweg an den Kosten beteiligt werden. Abgesehen von der steuerlichen Abzugsfähigkeit stellen Bezirksbevollmächtigte auch fest, ob die benötigten technischen Anforderungen bei Heizungsmodernisierungen oder Neuinstallationen durch BAFA, KfW oder regionale Förderprogramme unterstützt werden.

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Источник: https://www.kesselheld.de/schornsteinfeger/

Wie sollte man einen Kamin reinigen?

Wann und wie oft sollten Sie den Schornstein reinigen lassen?
Jens Truog

Nach der Heizperiode lohnt es sich, den Kamin gründlich zu reinigen: So stellen Sie eine gleichbleibend effiziente Heizleistung und Verbrennung sicher und befreien den Kamin von „Altlasten“, die sich in den kalten Jahreszeiten angesammelt haben. Doch nicht nur Brennkammer und Sichtscheibe benötigen etwas Pflege und Liebe – auch die Verkleidung und die Abgasrohre sollten gesäubert werden.

Deshalb stellen sich viele die Frage, wie man einen Kamin richtig reinigen sollte? In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen wie es geht, welche Reinigungsmittel dafür am besten geeignet sind und worauf Sie sonst noch achten sollten.

Kamin reinigen an der Oberfläche: So werden Scheibe und Verkleidung wieder sauber

Der Sommer eignet sich ideal für eine Grundreinigung des Kaminsystems. Im Sommer wird der Ofen nur im seltensten Notfall – wie etwa bei der Schafskälte – benutzt. Somit eignet sich die warme Jahreszeit für die Vorbereitung des Ofens auf die kommende Heizsaison am besten: Es kann sich kein neuer Schmutz ablagern, da der Ofen kalt und geschlossen bleibt.

Wenn Sie bei der Oberflächenreinigung beginnen möchten, benutzen Sie für Ihre Verkleidung des Ofens ein weiches, feuchtes Tuch. Besonders bei Stahloberflächen sollte der Ofen kalt sein, um Schmutz optimal zu lösen. Warmes Wasser ohne Spülmittel sollte generell immer die erste Wahl beim Kamin reinigen sein, da einige Materialien doch recht empfindlich sein können.

Ist die Stahlfläche pulverbeschichtet, können Sie auch etwas Seifenlaufe oder Geschirrspülmittel verdünnen und zu Hilfe nehmen. Testen Sie das jedoch vorher unbedingt an einer unauffälligen Stelle.

Naturstein- und Keramikverkleidungen vertragen Seife und Wasser, ebenso Glas. Deutlich besser dafür geeignet sind jedoch spezielle Ofenreiniger, die darauf ausgelegt sind.

Denn bevor man die Hausmittelchen nicht am eigenen Specksteinofen ausprobiert hat, weiß man nie so richtig, ob das Material die Behandlung gut verträgt. Bei den Profi-Reinigern ist das anders.

Sie sind extra darauf ausgelegt und haben in der Regeln einen besseren Effekt beim Kaminbausatz oder Pelletofen reinigen und sind auch verträglicher.

Weist Ihre Specksteinverkleidung Kratzer auf, können diese mit feinem Nassschleifpapier entfernt werden – selbiges gilt für Sandstein: Doch bitte mit Vorsicht! Schmutz und Ruß auf der Sichtscheibe der Ofentür lässt sich mit Glasreiniger für Kaminöfen, aber auch Reinigern für Glaskeramik entfernen.

Bei härteren Verkrustungen können Sie auch behutsam mit einem Ceranfeldschaber arbeiten. Wichtig ist, dass Sie mit weichen Tüchern arbeiten Harsche Schwämme können das Ofenmaterial schädigen und die Leistung beeinträchtigen. An der Tür lohnt es sich auch, die Ofendichtungen zu wechseln.

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Sind die Türdichtungen undicht, geht wertvolle Wärme verloren.

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Die Reinigung der Frontscheibe ist ein so ein Spezialthema für sich: Wenn Sie sich mehr dafür interessieren, dann empfehlen wir Ihnen diesen weiteren tollen Blogbeitrag.

Die Innenreinigung: Korpus und Abgasrohre

Jetzt geht es ans Eingemachte: das Innenleben. Viele fragen sich, wie oft man den Kamin reinigen sollte: Das hängt immer vom jeweiligen Gerät und dem Grad der Verschmutzung ab. Das Innere des Ofens (inklusive Ofenrohre) sollten Sie aber wenigstens ein mal im Jahr sauber machen.

Als erstes muss die Asche aus dem Ofen entfernt werden: Leeren Sie den erkalteten Aschekasten, um den gröbsten Schmutz zu entfernen. Das kann eine recht mühselige Aktion sein. Normalerweise nimmt man dafür das Kaminbesteck – mit einem guten Aschesauger mit Motor geht es aber deutlich schneller.

Für das Reinigen der Ofenrohre müssen Sie zunächst die Seitenklappe öffnen, danach können Sie den Ruß mit einer Bürste aus dem Ofenrohr entfernen. Auch hier wird Ihnen ein Aschestaubsauger gut Dienste leisten.

Zur Vermeidung eines Rußbrandes ist es außerdem sinnvoll einmal jährlich alle Ofenrohre abzubauen und komplett zu reinigen. Entrußungspuder kann Ihnen ebenfalls dabei helfen.

 Im Übrigen ist der Schornsteinfeger nicht für das Reinigen der Rauchrohre verantwortlich, sondern der Kaminbetreiber – also Sie. Die Reinigung des Rohres lohnt sich auch, um den Zug des Ofens aufrecht zu erhalten.

Was kostet eine Kamin Reinigung?

Sie sehen schon: Die Kosten für die Kamin Reinigung halten sich in Grenzen. Viele Dinge sind einmalige Anschaffungen, die dann über lange Zeit hinweg verwendet werden können.

Teure Spezialteile sind für die Ofenreinigung nicht notwendig.

Weiche Tücher, Kaminscheibenreiniger und Geschirrspülmittel sind in den meisten Haushalten Standardausrüstung, ebenso ein Glaskeramik-Schaber.

Zubehör und Pflegemittel sind also kein unbedingtes Muss. Sie tragen aber wesentlich dazu bei, Ihren Kamineinsatz schön lange in einem sauberen wie neu Zustand zu halten. Auch der Kostenfaktor dafür hält sich in Grenzen. Welche Dinge für Ihren Ofen sinnvoll sind, müssen Sie natürlich selbst entscheiden – aber auf die paar Euros kommt es dann auch nicht mehr an.

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Grobe Asche lässt sich von der Sichtscheibe übrigens auch mit einem Trick entfernen: Feuchten Sie Zeitungspapier leicht an und nehmen Sie weiße Asche damit auf.

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Mit dieser können Sie die Sichtscheibe leicht abreiben, dort festgesetzte Asche wird sich schnell lösen. Die Anschaffung eines Aschesaugers ist von Vorteil, da das Rohr dünner ist, als von einem Staubsauger.

In jenem Fall ist es wichtig, dass eine gründliche Reinigung des Kamins innen und außen vorgenommen wird, um die Leistung optimal aufrecht zu erhalten.

Источник: https://www.ofen.de/blog/kamin-reinigen.html

Wie oft kommt der Schornsteinfeger im Jahr bei Kaminöfen oder Heizkesseln?

Wann und wie oft sollten Sie den Schornstein reinigen lassen?

Schornstein & Schornsteinfeger; Quelle: wrw / pixelio.de

Wie oft der Schornsteinfeger im Jahr kehren muss bzw. wie oft Überprüfungen der Abgaswege erforderlich sind, ist in der „Verordnung über die Kehrung und Überprüfung von Anlagen“(Kehr- und Überprüfungsordnung – KÜO) geregelt.

Es ist dabei zu unterscheiden, welcher Brennstoff zum Heizen genutzt wird (gasförmig, flüssig oder fest) und welcher technische Standard vorliegt. Im Folgenden sind die Anzahl der erforderlichen Kehrarbeiten und Überprüfungen separat angegeben. Beide Arbeiten können Schornsteinfeger natürlich getrennt oder an einem Überprüfungstermin durchführen.

Schornsteinfeger : Vorschriften

Folgende Vorschriften gelten für Feuerstätten, die mit gasförmigen Brennstoffen betrieben werden:

1. Kehrarbeiten der Schornsteinfeger :

  • Grundsätzlich sind keine regelmäßigen Kehrarbeiten durch den Schornsteinfeger vorgeschrieben, es sei denn, dass die Überprüfung eine Notwendigkeit ergibt.

2. Überprüfungen der Schornsteinfeger :

  • Raumluftabhängige Feuerstätten müssen jährlich geprüft werden.
  • Raumluftunabhängige Feuerstätten müssen nur alle 2 Jahre geprüft werden.
    • Sonderfälle:
      • Raumluft abhängige Brennwertfeuerstätte an einer Abgasanlage für Überdruck müssen alle 2 Jahre überprüft werden
      • Blockheizkraftwerke, Wärmepumpen, ortfeste Verbrennungsmotoren oder Brennstoffzellenheizgeräte müssen alle 2 Jahre überprüft werden
      • Neue Brennwertkesseln mit selbstkalibrierender kontinuierlicher Regelung des Verbrennungsprozesses müssen sogar nur alle 3 Jahre geprüft werden.

Folgende Vorschriften gelten für Feuerstätten, die mit flüssigen Brennstoffen betrieben werden:

1. Kehrarbeiten der Schornsteinfeger :

  • Kehrarbeiten sind 1 bis 3 mal jährlich erforderlich, je nach Intensität der Nutzung.

2. Überprüfungen der Schornsteinfeger :

  • Grundsätzlich sind regelmäßige Überprüfungen einmal pro Jahr vorgeschrieben, außer bei folgenden Sonderfällen:
    • Raumluftunabhängige Brennwertfeuerstätte an einer Abgasanlage für Überdruck oder eine raumluftunabhängige Feuerstätte, die mit schwefelarmem Heizöl (nach DIN 51603) betrieben wird (gilt für alle Anlagen, die der regelmäßigen Überwachung unterliegen) müssen alle 2 Jahre überprüft werden
    • Neue Anlagen mit selbstkalibrierender kontinuierlicher Regelung des Verbrennungsprozesses müssen nur alle 3 Jahre überprüft werden
    • Ortfeste Netzersatzanlagen (d.h. also Notstromaggregate) müssen nur alle 3 Jahre überprüft werden

Folgende Vorschriften gelten für Feuerstätten, die mit festen Brennstoffen betrieben werden:

1. Kehrarbeiten der Schornsteinfeger :

  • Ganzjährig benutzte Feuerstätten und Räucheranlagen sind viermal jährlich zu kehren.
  • In einer üblichen Heizperiode benutzte Feuerstätten sind ein bis dreimal zu kehren, je nach Häufigkeit der Nutzung (selten bis regelmäßig).
  • Für folgende Feuerstätten gelten 2 Kehrungen pro Jahr:
    • Verbrennung von Holzpellets
    • Blockheizkraftwerke

2. Überprüfungen der Schornsteinfeger :

  • Grundsätzlich sind notwendige Verbrennungsluft- und Abluftanlagen einmal jährlich zu überprüfen
  • Betriebsbereite Feuerstätten, die nicht benutzt werden, sind ebenfalls einmal Jährlich zu überprüfen

Zusätzlich zur „Verordnung über die Kehrung und Überprüfung von Anlagen“ (Kehr- und Überprüfungsordnung – KÜO) gibt es in jedem Bundesland eine eigene Verordnung über die Ausführung der Schornsteinfegerarbeiten.

Inhaltlich gibt es so teilweise deutliche Unterschiede in der Ausführung im Vergleich zur KÜO. So ist beispielsweise im Land Berlin folgendes geregelt:

Kehrpflicht der Schornsteinfeger (für kleine und mittlere Feuerungsanlagen):

  • Einmal – bei flüssigen Brennstoffen
  • Zweimal – bei Verbrennung von Kohle oder Koks
  • Dreimal – bei festen Brennstoffen
  • Zusatzfeuerstätten: einmal
  • selten benutzte Feuerstätten: einmal

Überprüfung der Schornsteinfeger bei gasförmigen Brennstoffen:

  • Einmal – bei raumluftabhängigen Feuerstätten oder bei raumluftunabhängigen Feuerstätten für die Beheizung von Einzelräumen
  • Alle 2 Jahre – bei raumluftunabhängigen Feuerstätten oder bei raumluftabhängigen Brennwertfeuerstätten an Abgasanlagen für Überdruck oder bei Blockheizkraftwerken, Wärmepumpen, ortsfeste Verbrennungsmotoren und Brennstoffzellenheizgeräte
  • Alle 3 Jahre – bei raumluftunabhängigen Feuerstätten und raumluftunabhängigen Brennwertfeuerstätten an Abgasanlagen für Überdruck mit kontinuierlicher selbstkalibrierender Regelung des Verbrennungsprozesses

… u.s.w.

Zusammengefasst kann bei einem modernen raumluftunabhängigen Gas-Brennwertkessel oder Öl-Brennwertkessel im Regelfall davon ausgegangen werden, dass der Schornsteinfeger nur noch alle 2 Jahre kommen muss. Bei festen Brennstoffen (Holz, Pellets, Kohle) kommt er aufgrund der erforderlichen Kehrarbeiten ein bis drei Mal jährlich.

Schornsteinfeger : Kosten

Was kostet das nun?

In 2013 ist das Schornsteinfegermonopol gefallen, man kann sich einen Schornsteinfeger (für freie Arbeiten) selbst wählen, die Preisbindung ist ebenfalls gefallen, so dass man Verhandlungsspielraum hat. — so die Theorie.

Die Praxis zeigt, dass ein Wechsel des Schornsteinfegers nicht unbedingt lohnenswert ist und die Schornsteinfeger selbst meist auch nicht daran interessiert sind und selbst kaum Leistungen „im fremden Revier“ zu günstigeren Preisen anbieten. Insgesamt sind die Preise auch nicht gefallen, im Gegenteil. Ein Vergleich mit den Preisen vor 2013 zeigt, dass die Kosten tendenziell deutlich gestiegen sind.

Dabei berechnen Schornsteinfeger (lt. Kehr- und Überprüfungsordnung – KÜO) für die Feuerstättenschau so genannte „Arbeitswerte“.

So entsprach vor 2013 beispielsweise für die Feuerstättenschau eines Kaminofens der Arbeitswert jeweils eine Minute und kostet zwischen 0,92 Euro (Neue Bundesländer) und 1,01 Euro (Alte Bundesländer).

Heute liegt dieser Wert in den alten Bundesländern bei 1,08 €, in einigen Gegenden sogar bei 1,30 € oder höher. 

Zusammengefasst liegen die Kosten zwischen jährlich 40 € und 75 € bei mehrfachen Kehrarbeiten pro Jahr bzw. zwischen 40 € und 75 € alle zwei Jahre bei Nutzung moderner, raumluftunabhängiger Brennwerttechnik.

Fazit zur Aufhebung des Kehrmonopols

Die Aufhebung des Kehrmonopols war eigentlich so gedacht, dass die Preise für die Kehr- und Wartungs- und Überprüfungsarbeiten grundsätzlich frei verhandelbar sind und hierdurch Einsparungen von bis zu 30 Prozent möglich sind. Daher  wurde 2013 das Kehrmonopol komplett aufgehoben (lt. Schornsteinfeger -Handwerksgesetz).

Kehr-, Überprüfungs- und Messarbeiten können seither auch alle in die Handwerksrolle eingetragenen Handwerksbetriebe (Kaminkehrerhandwerk) durchführen – so genannte „freie Schornsteinfeger“. In diesem Fall muss der Hausbesitzer den Bezirks- Schornsteinfeger regelmäßig über die ausgeführten Arbeiten informieren.

Der Bezirks- Schornsteinfeger führt dennoch weiterhin alle 3 bis 4 Jahre eine sogenannte Feuerstättenschau durchführen und ebenfalls die Bauabnahme von neuen oder umgebauten Feuerstätten.

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Ergänzende Informationen über zulässige Abgaswerten, inklusive der zahlreichen Übergangsregelungen findet man in der Verordnungen über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV).

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Das größte Sparpotential für Hausbesitzer besteht derzeit darin, dass man darauf achtet, dass der Schornsteinfeger nicht zweimal im Jahr kommt (und seine Leistungen in Rechnung stellt), obwohl er lt. Vorschrift nur einmal in 2 Jahren kommen bräuchte. Ebenfalls praktiziert: Schornsteinfeger stellen derart überhöhte Rechnungen für 3 Jahre im Voraus!

Eine detaillierte Übersicht der Kehrarbeiten und der durchschnittlichen Kosten ist zu finden unter:   Stiftung Warentest

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Источник: https://www.wir-hausbesitzer.de/blog/heiztechnik/wie-oft-kommt-der-schornsteinfeger/

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