Wie ist ein Dach aufgebaut? Die Schichten von innen nach außen

Flachdach – Funktion, Auau und Abdichtung

Wie ist ein Dach aufgebaut? Die Schichten von innen nach außen

Das Flachdach zählt zu den ältesten Dachkonstruktionen in der Geschichte der Menschheit. Bereits in der Industrialisierung wurden erstmals große Hallenbauwerke mit umspannenden Flachdächern errichtet.

Flachdächer erlauben zahlreiche Nutzungs- und Gestaltungsmöglichkeiten, erfordern, jedoch auf der anderen Seite auch viel Sorgfalt bei der Ausführung von Abdichtung, Dämmung sowie Tragkonstruktion.

Erfahren Sie alles Wissenswerte über Flachdächer.

Wie ist ein Flachdach aufgebaut?

Als Flachdach wird ein mehrschichtiger Dachauau bezeichnet, welcher kein oder lediglich ein geringes Gefälle aufweist. Die Konstruktion des Flachdachs kann auf unterschiedliche Art und Weise ausgeführt werden: als belüftetes oder unbelüftetes Flachdach.

In Hinblick auf deren Temperatur werden diese Varianten auch als „Kaltdach“ und „Warmdach“ bezeichnet.

Ein unbelüftetes Flachdach (Warmdach) besteht grundsätzlich aus einer Tragkonstruktion, vorzugsweise aus Stahltrapezprofilen, Holz oder Stahlbeton, auf deren die Wärmedämmung sowie die Dachhaut bündig anschließen. Konkret setzt sich ein Warmdach aus folgenden Schichten zusammen:

  • Untergrund (Gebäudedecke)
  • Gefälleestrich (Gefällebeton)
  • Voranstrich
  • Dampfsperre
  • Dämmung
  • Ausgleichsschicht
  • Dachabdichtung (z.B. Bitumen)

Bei einem Kaltdach handelt es sich um eine Dachkonstruktion mit einer unteren und oberen Schale sowie einem dazwischenliegenden, von außen belüfteten Dachraum. Die untere Schale sorgt für Wärmedämmung, die obere übernimmt hingegen die Abdichtung gegen Niederschlag. Der Auau eines Kaltdachs sieht wie folgt aus:

  • Untergrund (Gebäudedecke)
  • Gefälleestrich (Gefällebeton)
  • Voranstrich
  • Dampfsperre
  • Dämmung
  • Feuchtigkeitsschutz
  • Lüftungsschicht
  • Trennschicht
  • Dachabdichtung (z.B. Bitumen)

Die Funktionsweise eines Kaltdaches beruht darauf, dass die im Sommer mittels Sonneneinstrahlung erwärmte Dachhaut durch die kalte Außenluft der Hinterlüftung gekühlt wird. Hierfür muss die Luft ohne Behinderung durch die Lüftungsebene ziehen können. Ist dies gegeben, fällt der sommerliche Wärmeschutz gegenüber einem Warmdach besser aus.

Bei einem Kaltdach wird ferner der Wasserdampf aus dem Gebäudeinneren durch die Wärmedämmung bzw. die Tragkonstruktion abgeleitet und diffundiert, bevor die Dachhaut erreicht wird. Im Winter ist dies ein Vorteil.

Angesichts der höheren Kosten wird dennoch oftmals ein „Warmdach“ vorgezogen. Eine besondere Form ist das Gründach, das aus einer Drainageschicht, einem Systemfilter, einer Vegetationsschicht sowie der Begrünung besteht.

Warum ein Flachdach? Vorteile

Diverse Argumente sprechen dafür, ein Flachdach errichten zu lassen. Hierzu zählen insbesondere:

  • die Dachhaut weist ein geringes Eigengewicht auf
  • schöne Gründächer und sommerliche Dachterrasse lassen sich ohne weiteres realisieren
  • mittels keramischen Einstreuungen, Schiefersplitt, Begrünung, Kies oder Plattenbeläge wird die Oberfläche zusätzlich vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt
  • die Nutzflächen unter dem Flachdach bieten für unterschiedliche Einrichtungsgegenstände und Möbel raumhohe Stellflächen
  • Flachdächer bieten die Möglichkeit, großflächige Solaranlagen oder Gebäudelüftungen zu installieren

Ein Flachdach bietet ausreichend Platz für Photovoltaikanlagen – Bild: Salamon & Scherr

Wie funktioniert die Abdichtung?

Eine Dachabdeckung steht für eine wasserabweisende Außenhaut. Diese soll insbesondere das stehende Wasser fernhalten.

Die zumeist großflächigen Abdichtungen dürfen keine Fehlstellen aufweisen.

Denn bereits eine kleinere undichte Stelle geht über kurz oder lang mit einer Durchfeuchtung wie auch größeren Schäden an der Wärmedämmung oder am gesamten Dachtragwerk.

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Für gewöhnlich werden derartige Abdichtungen bei der Sanierung oder beim Flachdachneubau ein- oder mehrlagig aus unterschiedlichen Bahnen verbunden oder mit Spachtelmasse nahtlos aufgespachtelt.

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Grundsätzlich stehen zwei Möglichkeiten für eine wasserfeste Dachabdichtung zur Verfügung: Folienauau oder bituminöse Auflagen.

Während Folienabdichtungen zumeist einlagig ausgelegt werden, sollten Bitumenbahnen mindestens zweilagig sein.

Unterschieden wird ferner zwischen kaltselbstklebenden sowie heißverklebten Abdichtungsbahnen.

Bituminöse Abdichtungsbahnen auf einem Flachdach – Bild: Fa. Inschlag

Zusätzlich möglich sind auch lose aufgespannte Planen. Welche Abdichtung am zweckmäßigsten ist, ermitteln die versierten Fachbetriebe auf dachdecker-spengler.com nach der geplanten Nutzung des Flachdaches sowie nach der Temperaturempfindlichkeit des Untergrundes.

Soll das Flachdach später begrünt werden, achtet der Fachbetrieb selbstverständlich auf eine durchwurzelungsfeste Abdichtung. Streng geachtet wird auf die Einhaltung der ÖNorm B 3691 zur Planung und Ausführung von Dachabdichtungen.

Wie funktioniert die Dachentwässerung?

Bei einem Flachdach bietet sich grundsätzlich die Möglichkeit, das Dach nach außen oder nach innen zu entwässern, was sich auf die Konstruktion und den architektonischen Ausdruck des Daches auswirkt. Für die Bemessung sowie die Planung von Entwässerung und Notüberläufe werden die Richtlinien der ÖNORM B 2501 sowie ÖNORM EN 12056-3 umgesetzt.

Bei Dachflächen mit nach innen abgeführter Entwässerung werden losgelöst von der Größe mindestens zwei Abläufe vorgesehen, von denen jeder die tatsächlich anfallende Regenmenge aufnehmen kann.

Es wird entweder einer der beiden Abläufe als Notablauf eingeplant oder es muss zusätzlich ein Notablauf vorgesehen werden.

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Die Notabläufe sind getrennt von der Dachentwässerung abzuleiten und dürfen nicht an eine Schmutzwasserleitung angeschlossen werden.

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Die Abläufe werden dicht an die Fallrohre angeschlossen. Für gewöhnlich wird Regenwasser auf einem Flachdach über entsprechende Dachgullys abgeführt, entweder als Unterdruck-Dachentwässerung oder als konventionelle Freispiegelentwässerung.

Bei der Planung sind insbesondere die Fachnorm B 3691 sowie die Werkvertragsnorm ÖNorm B 2220 zu beachten, wonach die Anstauung von Niederschlagswasser auf Flachdächern nicht durch Kumulation von Toleranzen der Dachbaustoffen, zulässigen Ebenheitstoleranzen im Untergrund, Überhöhungen von Nahtüberdeckungen etc. verhindert werden kann.

Wie viel Gefälle braucht ein Flachdach?

Die geringe Dachneigung ist ein typisches Charakteristikum eines Flachdaches. Aufgrund dessen ist eine schuppenartige Deckung nicht möglich. Denn die niedrigste mit Ziegeln mögliche Dachneigung liegt bei ungefähr 11 Grad. Ein Dach mit weniger als 11 Grad könnte demzufolge als Flachdach bezeichnet werden.

Für die Planung sowie Konstruktion von Dachabdichtungen werden entsprechend DIN 18531 diverse Dachneigungsgruppen unterschieden. Hiernach sind die Gruppen I (Neigung von 5 Prozent) und II (Neigung zwischen 5 und 9 Prozent) Flachdächer.

Die ÖNorm B 3691 verlangt ein Mindestgefälle von 2 Prozent. Richtlinien für Flachdächer hat der Zentralverband des Dachdeckerverbandes herausgegeben. Danach wird mindestens ein Gefälle von 2 Prozent, besser noch 5 Prozent gefordert.

Liegt das Dachgefälle darüber, wird von flachgeneigten Dächern gesprochen.

Entsprechend der Fachnorm B 3691 ist grundsätzlich darauf zu achten, dass das Gefälle im tragenden Untergrund herzustellen ist. Die Profibetriebe auf dachdecker-spengler.com setzen das Flachdach entsprechend der gesetzlichen Vorgaben sowie Ihrer individuellen Wünsche um.

Welche Dämmung verwendet man bei einem Flachdach?

Eine Wärmedämmung hat die Aufgabe, die Raumtemperatur konstant zu halten.

Dadurch sollen im Winter Wärmeverluste minimiert werden, während im Sommer einer Aufheizung der Räume entgegengewirkt wird. In Österreich ist seit dem 01.

Januar 2008 ein Teil der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) in der OIB -Richtlinie 6-, Energieeinsparung und Wärmeschutz des Österreichischen Instituts für Bautechnik in Kraft.

Diese Richtlinie regelt die Anforderungen an die Gesamtenergieeffizienz eines konditionierten Gebäudes.

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Die Qualität der Gebäudehülle wird über die Kennzahl des Heizwärmebedarfs im Energieausweis zum Ausdruck gebracht.

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Zum Einsatz kommen für gewöhnlich Wärmedämmplatten aus Polystyrol (PS, EPS, XPS), dessen Wärmeleitfähigkeit bei etwa bei 0,030 und 0,036 W(m,K) liegt und damit den gesetzlichen Vorgaben genügt.

Ein Flachdach in Kaltdachausführung

Eine Alternative stellt extrudiertes Polystyrol dar. Zur Wärmedämmung empfehlen sich teilweise auch Mineralfaser und Schaumglas. Die Fachbetriebe auf dachdecker-spengler.

com setzen hierbei ausschließlich Platten ein, die den Anforderungen der ÖN EN 13165 gerecht werden. Die Dämmung kann grundsätzlich unterhalb der Dachhaut angebracht werden, wie für ein Warmdach üblich.

Oder sie wird beim sogenannten Umkehrdach oberhalb der Dachhaut angeordnet.

In diesem Fall folgt nach Gefällebeton, Voranstrich sowie Ausgleichsschicht nicht die Wärmedämmung, sondern die Dachabdichtung – vorzugsweise aus zwei Lagen Polymerbitumenbahnen. Erst anschließend kommt die Wärmedämmung.

Da diese vollständig der Witterung ausgesetzt ist, kommt wasserfestes extrudiertes Polystyrol zum Einsatz. Oftmals wird die Wärmedämmschicht auch zur Realisierung des notwendigen Mindestgefälles eingesetzt.

Ein klassisches Warmdach

Der Markt bietet einer Vielzahl unterschiedlicher Dämmmatten und -platten aus verschiedenen Materialien. Für die erforderliche Materialstärke und die Dämmwirkung ist jeweils der Wärmedurchlasswiderstand der gewählten Dämmung entscheidend.

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Der Fachbetrieb berücksichtigt im Zuge der Dämmung auch die Vorgaben der OIB Richtlinie 5 und ÖN B 8115-2 hinsichtlich des Schallschutzes. Danach darf der Schalldämm-Maß opaker Außenteile den Wert von 43 dB nicht unterschreiten.

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In Bezug auf die Erfordernisse des Brandschutzes ist die OIB-Richtlinie 2 ebenso einzuhalten, wie die Anforderungen der jeweiligen Landesbauordnungen.

Wann muss man ein Flachdach erneuern?

Das Flachdach wird durch die Fachbetriebe auf dachdecker-spengler.com unter Beachtung aktueller Richtlinien sowie mit größter Sorgfalt errichtet. Dadurch hält das Dach zuverlässig über viele Jahrzehnte. Eine Lebensdauer von bis zu 50 Jahren ist hierbei nicht ungewöhnlich.

Wie viel kostet ein Flachdach?

Dies hängt davon ab, welche Art von Flachdach und somit Tragkonstruktion konkret gewünscht wird. Einen großen Einfluss auf den Preis hat selbstverständlich die abzudeckende Fläche.

Auch spielen die genauen Maßnahmen hinsichtlich Abdichtungen, Dämmung und Entwässerung eine wichtige Rolle. Somit ist eine Preisangabe ohne vorherige Abklärung der Rahmenbedingungen nicht möglich.

Lassen Sie sich am besten persönlich beraten!

Flachdach undicht – was tun?

Im Laufe der Jahre setzten Sonneneinstrahlung, Schnee, Hagel, Regen sowie mechanische Einflüsse dem Flachdach zu. Resultieren hieraus Feuchtigkeit sowie undichte Stellen, kann der Sanierungsaufwand schnell äußerst kostspielig werden.

Deshalb ist es sehr wichtig, bereits kleine Schäden durch einen Fachbetrieb rasch beseitigen zu lassen. Doch nicht immer lässt sich nachvollziehen, wo die genaue Schadenursache liegt. Ist dies der Fall, sollte zunächst eine Leckortung erfolgen.

Vord er Sanierung sollte ferner eine umfassende Gebäudeuntersuchung sowie Schadensanalyse vorgenommen werden.

Zu den erforderlichen Maßnahmen einer Wasserschadensanierung gehören:

  • zerstörungsfreie Leckortung (z.B. Elektro-Akustikverfahren, Infrarotthermografie, Tracergasverfahren)
  • Ursachenanalyse
  • Zustandsanalyse
  • Inspektion von Versorgungsleitungen, Regenwasserabflüssen und Dachauauten

Ist das Dach undicht, sind die kompetenten Fachbetriebe auf dachdecker-spengler.com gerne behilflich. Um kostenintensive Sanierungsmaßnahmen erst gar nicht aufkommen zu lassen und die Dachstruktur intakt zu halten, empfiehlt es sich bei Flachdächern, eine präventive Leckortung in regelmäßigen Abständen vornehmen zu lassen.

Источник: https://www.dachdecker-spengler.com/angebote-produkte/flachdach/

Diese Anschlussdetails sind bei Aufdachdämmungen zu beachten – Bauhandwerk

Wie ist ein Dach aufgebaut? Die Schichten von innen nach außen

Neben dem Austausch von Fenstern und der nachträglichen Dämmung der Außenwände ist die Dachsanierung, samt Austausch und Erneuerung der Dämmebene, eine verbreitete Maßnahme zur energetischen Ertüchtigung. Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, die Wärmedämmung anzuordnen – zwischen den Sparren, auf dem Dach oder als Kombination. Relativ häufig wird eine Aufdachdämmung verlegt.

Dauerhaft luftdichte Gebäudehülle

Ein Faktor für die Entscheidung zur Aufdachdämmung ist die einfache Verarbeitung des Dämmstoffes, die großformatigen Platten können vollflächig und schnell verlegt werden. Jedoch stellen die Anschlussdetails Planer und Handwerker oft vor Herausforderungen.

Das betrifft nicht nur die Wärmedämmung an sich, sondern die zusätzlich erforderliche Luftdichtheitsebene. Energieeinsparverordnung (EnEV) und DIN 4108-7 (Luftdichtheit von Gebäuden) fordern eine dauerhaft luftdichte Ausbildung der Gebäudehülle.

Die wichtigsten Gründe dafür: Reduzierung von Wärmeverlusten, Vermeiden von Feuchteschäden und eine Steigerung der Behaglichkeit.

In der Regel ist Luftdichtung gleich Dampremse

Betrachten wir zunächst den Regelauau. Oftmals dienen die verwendeten Luftdichtungen gleichzeitig als Dampremse.

Bei Steildächern mit hinterlüfteter Dachdeckung und diffusionsoffener Unterdeckung werden prinzipiell keine hohen Anforderungen an den Diffusionswiderstand der verwendeten Dampremse gestellt.

Hier sind Bahnen oder dampremsende Holzwerkstoffe mit sd-Werten ≥ 2 m ausreichend. Sie begrenzen den Feuchteeintrag durch Wasserdampfdiffusion.

Für den „Außeneinsatz“ sind andere Bahnen verfügbar, die oft mehrlagig aufgebaut sind. Der Funktionsfilm (die eigentliche Dampremse und Luftdichtung) ist hier beidseitig durch Deckvliese geschützt.

Das oberseitige Vlies kann außerdem blendfrei und rutschhemmend sein, was bei der Verlegung der Bahn vorteilhaft ist. Ein weiterer Pluspunkt ist: derartige Bahnen sind oft frei bewitterbar.

Sie dienen als Witterungsschutz der Konstruktion während der Bauzeit.

Hersteller fordern Luftdichtungsbahn

Schaumförmige Dämmstoffe haben oft eine Aluminiumkaschierung, die an sich stark dampremsend und luftdicht ist – sie ist es aber nicht in den Stoß- und Anschlussbereichen der Dämmplatten. Ohne zu­sätzliche Anschlüsse gibt es hier keine Luftdichtheit.

Daher wird heutzutage in der Regel unter den Dämmelementen von Herstellern eine zusätzliche, vollflächige Luftdichtungsbahn gefordert.

Die Bahnen sind auf der ebenen Dachfläche relativ einfach zu verlegen und in den Überlappungen luftdicht miteinander zu verkleben.

Anschlüsse wasserführend ausbilden

Wird die Bahn auch als temporärer Witterungsschutz genutzt, sind Überlappungen und Anschlüsse wasserführend auszubilden. Eventuell ist eine vorübergehende mechanische Sicherung nötig, etwa mit Haltelatten, dann aber mit Nageldichtung.

Zu beachten ist beim Regelauau, dass die Luftdichtung nicht zu weit außen im Auau angeordnet wird – was beispielsweise bei Sanierungen passieren kann, wenn Dämmstoff zwischen den Dachsparren verbleibt. Hier sollte dann der Feuchteschutz und der Dämmstoff raumseitig der Luftdichtung überprüft werden.

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Maßgebend ist in diesem Fall der Wärmedurchlasswiderstand R (Summe d/λ der einzelnen Schichten) innen- und außenseitig der Luftdichtung. Nach DIN 4108-3 (klimabedingter Feuchteschutz in Gebäuden) ist die Anordnung von maximal 20 Prozent von Rges nachweisfrei raumseitig der Dampremse möglich. Mit rechne­rischem Nachweis geht hier mehr.

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Der raumseitige Anteil sollte jedoch unbedingt weniger als ein Drittel  Rges betragen, da hier rechnerisch bei Norm-Winterklimabedingungen der Taupunkt liegt.

„Feuchtefahnen“ außen an der Schalung

Soweit zum relativ unproblematischen Regelauau. Nach DIN 4108-7 ist eine definierte Luftdichtheitsebene vorzusehen, die das beheizte Gebäudevolumen umschließt – und zwar ohne Fugen! In Konsequenz bedeutet das, dass die Luftdichtheitsebenen einzelner Bauteile lückenlos miteinander luftdicht verbunden werden müssen.

Bei der Dachsanierung muss die Luftdichtung der Dachfläche (meist Dampremsbahn) mit den luftdichten Ebenen der angrenzenden Bauteile verbunden werden. Das bedeutet, dass die Luftdichtung nach innen / unten geführt werden muss, um dort etwa mit einem luftdichten Innenputz oder einer luftdichten Mauerkrone der gemauerten Außenwände verbunden zu werden.

Dazu müssen dann in der Regel auch Brettschalungen unterbrochen oder aufgetrennt werden. Leider wird das in der Baupraxis ab und an vernachlässigt und die Luftdichtungsbahn zwar auf der gesamten Dachfläche verlegt und verklebt, jedoch ohne luftdichte Übergänge an die Außenwände.

Dadurch häufig später auftretende Mängel sind Zuglufterscheinungen im Bereich der Giebel und der Drempel oder „Feuchtefahnen“, die außen an der Sichtschalung des Dachvorsprungs sichtbar werden.

Wenn der Schnee schneller abtaut

Ein nicht vorhandener luftdichter Anschluss der ­Luftdichtungsbahn an die Außenwände lässt sich oft während der Winterzeit erkennen, wenn Schnee im entsprechenden Bereich schneller abtaut als in angrenzenden Bereichen.

An den Giebeln ist die luftdichte Verbindung mit den Außenwänden im Vergleich zu den Längswänden relativ einfach herzustellen. Dort ist in der Regel bei unterbrochener Dachschalung direkt die Außenwand zugänglich.

Eventuell muss auf der Mauerkrone noch ein Glattstrich aufgebracht werden, denn unverputztes Mauerwerk gilt nicht als luftdicht. Anders an den Längswänden, da hier die Luftdichtung noch unter die Ebene der Tragkonstruktion geführt werden muss.

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Bei durchlaufenden Sparren bedeutet das, dass jeder einzelne Balken luftdicht angeschlossen werden muss, was sehr hohen Arbeitsaufwand und handwerkliches Geschick erfordert.

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Um die Luftdichtheitsbahn seitlich an den Sparren zu befestigen, können Anschlaglatten oder bereits vorgefertigte Montagewinkelleisten hilfreich sein, die einen Anschlag zur Verlegung der Bahn und gleichzeitig die Möglichkeit zur Verklebung bieten.

Luftdichter Anschluss an Innenseite Fußpfette

Alternativ können auch Stellbretter aus luftdichten Holzwerkstoffplatten eingefügt und umlaufend ­luftdicht angeklebt werden. Im Neubau kann der luftdichte Anschluss auf der Innenseite der Fußpfette verlaufen. Das bietet den Vorteil, dass die Sparrenunterkante offen liegt.

Bei Dachsanierungen von außen muss jedoch unter Umständen entlang der Außenkante der Fußpfette abgedichtet werden. Hier ist dann die Sparrenunterkante sehr schwer zugänglich und die luftdichte Verklebung gestaltet sich dort schwierig.

Auch für dieses knifflige Detail gibt es entsprechende Sonderlösungen für den luftdichten Anschluss.

Einfacher: Wenn Sparren auf der Fußpfette enden

Deutlich einfacher herzustellen ist der Traufanschluss wenn die Sparren auf der Fußpfette enden – das kann sowohl im Neubau bei vorangegangener Planung oder im Bestand durch bauseitiges Abtrennen der Sparrenköpfe erfolgen.

Die Bahn kann dann sehr einfach entlang der Traufkante nach unten geschlagen und auf die Außenwand geführt werden. Der neue Dachvorsprung wird dann anschließend durch aufgedoppelte Stichsparren wiederhergestellt.

Der Aufwand relativiert sich, bedenkt man, dass zur Schubsicherung der Aufdachdämmung (wenn keine aufwendige Schubverschraubung erfolgt) Schubhölzer im Trauereich erforderlich sind.

Natürlich muss unter Berücksichtigung örtlicher Gegebenheiten (Schneelasten, Größe des Dachvorsprungs) geprüft werden, ob diese Option überhaupt möglich oder sinnvoll ist.

Anschlüsse wasserführend ausführen

Anschlüsse der Luftdichtung an durchdringende Bauteile sind in Regel relativ einfach herzustellen, etwa durch die Verklebung an Dachfensterrahmen mithilfe von geeigneten Klebebändern oder Verklebung an verputzte Schornsteine mit Klebemassen. Zu beachten ist jedoch, dass die Anschlüsse stets möglichst warmseitig und im Falle einer temporären Freibewitterung wasserführend ausgeführt werden.

Im Gegensatz dazu gestaltet sich der Anschluss der Sanitär-Strangentlüftung kompliziert! Das Problem ist, dass die genaue Position der Rohrdurchführung erst nach Verlegung der Aufdachdämmung und dem Einlatten der Dachfläche ermittelt werden kann, da später an einen speziellen Sanitär-Lüfter-Dachziegel angeschlossen werden muss.

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Dann ist die Luftdichtungsbahn für einen ordentlichen Anschluss jedoch nicht mehr zugänglich.

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Schneidet man die Aufdachdämmung nachträglich größer heraus, als für die Durchführung erforderlich, um dann an der Luftdichtungsbahn anschließen zu können, müssen anschließend die Fehlstellen in der Dämmung und die Unterdeckbahn ergänzt werden (Spalt zwischen Dämmung und Rohr ausstopfen oder ausschäumen und Schnitte in Unterdeckbahn verkleben). Deutlich eleganter und professioneller ist die Verwendung spezieller Rohrdurchführungssysteme, mit dem Vorteil, dass die Durchführung nachträglich positioniert und hergestellt werden kann, ohne dass Fehlstellen / Hohlräume in der Dämmebene entstehen.

Fazit

Die Aufdachdämmung bietet viele Vorteile – auch die einfache Verlegung von Luftdichtung und Wärmedämmung in der Fläche. Es gilt jedoch spezielles Augenmerk auf ein paar Besonderheiten und die Anschlussdetails zu legen. Die Luftdichtung muss immer lückenlos an die angrenzenden Bauteile angeschlossen werden.

Um hier auf der Baustelle nicht durch ausufernden Aufwand oder behelfs- oder mittelmäßige Lösungen überrascht zu werden, ist eine sorgfältige Planung der Anschlussdetails ­erforderlich.

Durch elegante Lösungen, wie das Enden der Dachsparren an der Vorderkante der Fußpfette, kann die Luftdichtung auch hier einfach, wirtschaftlich und sicher vorgesehen werden.

Autor

Stefan Hückstädt ist Pro Clima-Anwendungstechniker bei der Firma Moll bauökologische Produkte in Schwetzingen.

Источник: https://www.dach-holzbau.de/artikel/bhw_2017-7-8_Diese_Anschlussdetails_sind_bei_Aufdachdaemmungen_zu_beachten_2871508.html

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